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Zwei Bücher für die Literaturliste

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'buch' von hennerfehr © BrandtMarke; Pixelio Gute Kulturmanagement-Bücher sind selten, deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen und auf zwei Bücher hinweisen, die lesenswert sind und deshalb auch in meine Literaturliste kommen. Da ist zum einen Unternehmertum und Führungsverhalten im Kulturbereich, das von Elmar D. Konrad herausgegeben worden ist. Mich haben in diesem Buch mit seinen gut 300 Seiten vor allem zwei Beiträge angesprochen. Im ersten beschäftigt sich Marlies Hummel mit dem Thema „Kulturelle Gründerzentren“, wobei sie sich auf eine Studie bezieht, die in Nordrhein-Westfalen durchgeführt worden ist. Ich habe dort wertvolle Anregungen gefunden, wie so ein Gründerzentrum aussehen kann, an wen es sich richtet und welche Angebote so ein Zentrum beinhalten sollte. Johannes Maria Schrievers berichtet in seinem Beitrag über die Gründung des Existenzgründernetzwerks „cultureangels“. Was hier besonders lehrreich ist: Das Netzwerk hat letzten Endes nicht überlebt, weil nach Schrievers Ansicht ein wichtiges Ziel nicht erreicht werden konnte:
„Die Akquisition öffentlicher Fördermittel zur dauerhaften Absicherung des Netzwerks.“
Darüber hinaus enthält das Buch noch einmal eine Art Zusammenfassung der Dissertation von Elmar D. Konrad, deren wichtigste Ergebnisse ich schon vor einiger Zeit in der vierteiligen Serie „Das Modell der KulturunternehmerIn“ zusammengefasst habe. Und last but not least gibt es auch jede Menge Praxisberichte. Fazit: Wer sich für das Thema Kulturunternehmertum interessiert, wird dort einige Anregungen finden. Praktische Anleitungen enthält das Buch aber weniger. Diese praktischen Anleitungen finden sich übrigens auch nicht im neuesten Buch von Armin Klein. Es trägt den Titel Der exzellente Kulturbetrieb und ist dafür geeignet, die Kunst- und Kultureinrichtungen wach zu rütteln. Es liest sich gut und enthält viele gute Anregungen, für die Umsetzung muss man sich aber, wie gesagt, woanders Unterstützung suchen. Trotzdem ist es ein wichtiges Buch, denn es spricht Dinge an, die man in dieser Deutlichkeit von einem Professor für Kulturmanagement noch nicht gehört hat. Zumindest im deutschsprachigen Raum noch nicht. Der Streifzug durch eine breite Themenpalette bedingt eine gewisse Oberflächlichkeit, aber das Buch hat es trotzdem geschafft, mich zu motivieren. Was mich wundert: Trotz der Aufbruchstimmung, die in diesem Buch herrscht, ist das Internet und vor allem das Web 2.0 kein Thema. Das ist schade, denn auch die Kunst- und Kultureinrichtungen werden nicht darauf verzichten können, sich darauf einzulassen.

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