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R.E.M. bietet neues Album vorab gratis als Online-Stream an

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Nicht so mutig wie Radiohead ist die Band R.E.M., die ihr neues Album „Accelerate“ im Internet nicht zum Download anbietet, sondern vom 24. bis 26.3. einen kostenlosen Online-Stream zur Verfügung stellt. Danach heißt es warten, bis am 1.4. CD und DVD auf den Markt kommen. Heute ist also der letzte Tag und wer in das neue Werk reinhören möchte, kann das auf der Social Music Plattform iLike tun. Angeblich soll es auch über Facebook möglich sein, aber da bin ich nicht fündig geworden. Anderen ist es wohl ebenso gegangen, denn die Frage, wo man den Stream finden kann, taucht in verschiedenen Facebook-Gruppen auf. Es scheint sich also um einen eher zaghaften Versuch zu handeln, das Internet für Marketingzwecke zu nutzen. Ich hatte ja im Februar über eine amerikanische Studie berichtet, die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass Blogposts den CD-Verkauf ankurbeln können. Aber einen wirklichen Hype hat die Band, die Anfang der neunziger Jahre den Durchbruch schaffte, nicht erzeugen können. Die Aktion wird zwar in zahlreichen Blogs erwähnt, aber für die großen Blogs hat es nicht gereicht. Irgendwie erinnert mich das an Radiosender, die eine Single vorab spielen dürfen. Nun gibt es das also auch im Internet. Aber zumindest für die Plattform iLike ist das eine tolle Werbung, schließlich gibt es mittlerweile ziemlich viele Angebote im Netz und mit R.E.M. lässt sich sicher gut werben. Was mir aber gut gefällt, ist die Tatsache, dass immer mehr MusikerInnen sich mit den Möglichkeiten, die das Internet ihnen bietet, beschäftigen. Was R.E.M. macht, ist nicht wirklich neu, aber es ist wieder eine Band mehr, die einfach mal ausprobiert, was geht und was nicht geht. Und das ist ja kein schlechter Ansatz.

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  1. Der Abwehrkampf der Musikindustrie ist schon fast bemitleidenswert. Besonders erstaunlich ist, dass man phasenweise versucht alle Neuerungen zu verhindern und sich auf nicht mehr durchsetzbare Rechtspositionen zurückzieht und dann plötzlich mehr Raum freigibt als notwendig und damit auch noch die klassischen Vertriebspartner schädigt. Traurige Entwicklung.

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  2. Die Frage ist ja mittlerweile, wer das eigentlich ist, der da einen „Abwehrkampf“ führt? Im Endeffekt sind es ja nur noch einige große Dinosaurier, während es viele MusikerInnen, Labels, etc. gibt, die sich schon lange auf die Suche nach neuen Geschäftsmodellen begeben haben. Und wenn mittlerweile Gruppen wie in diesem Fall R.E.M. mit solchen Ansätzen experimentieren, dann sind das hoffnungsvolel Zeichen, dass sich dort etwas bewegt.

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