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EU: Blogs statt Plattformen

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Dieser Ansatz geht in die richtige Richtung, denn die Zeiten, in denen jedes von der EU geförderte Projekt für viel Geld seine eigene Internetplattform aufsetzte, gehören damit hoffentlich endgültig der Vergangenheit an. Was wurden da nicht überall Portale und Foren in die Welt gesetzt, auf denen man dann über Gott und die Welt diskutieren sollte. Nur hat da nie wer diskutiert und wenn das Projekt zu Ende war, verschwand meist auch die Website sang- und klanglos. Im Kulturausschuss des EU-Parlaments hat man sich aktuell Gedanken darüber gemacht, wie sich alternative Medien unterstützen lassen, um, wie Golem zitiert,
„eine pluralistische Medienumwelt und kulturelle Vielfalt zu garantieren“.
Dabei haben die Abgeordneten wohl vor allem Community-Medien im Kopf. Solche Medien seien
„ein effektives Mittel, um die kulturelle und sprachliche Vielfalt zu stärken, die soziale Einbeziehung und die lokale Identität, was die Vielfalt des Sektors erklärt,“
nimmt Golem Bezug auf den Bericht des Kulturausschusses. Ein gutes Signal! Wenn Sie also ein EU-Projekt planen, berücksichtigen Sie diese Entwicklung und planen Sie keine Portale und Plattformen mehr, sondern überlegen Sie sich, wie sich das Social Web mit seinen Tools für Ihr Vorhaben nutzen lässt. Soziale Netzwerke, Weblogs, Wikis, aber auch Social Bookmarks oder RSS-Feeds, der Möglichkeiten sind viele. Die eine oder andere Anregung finden Sie ja hier auf diesem Blog… Via Robert Basic

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  1. Der „Draft Report“ des EU-Parlaments geht in eine andere Richtung. Er will bessere Bedingungen für freie Radios und freies Fernsehen (nichtkommerzielle Community-Medien). Die Blogosphäre wird, so offen und informell wie sie jetzt organisiert ist, kaum zum Zug kommen. Auch wird jedes EU-Projekt weiterhin eine eigene Projekt-Web-Site brauchen. Allerdings sollte dabei natürlich auf Vernetzung und den Einsatz von niederschwelligen Social Software Tools geachtet werden. Mehr zum Thema: http://politik.netzkompetenz.at/?p=273

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  2. Ich weiß nicht, ob sich seit letztem Herbst etwas geändert hat, ich befürchte, nicht.

    Ich wollte mit Partnern im Oktober 2007 ein Community-Projekt im Programm Kultur 2007-2013 einreichen. Vereinfacht beschrieben wäre es eine Art Flickr für verschiedene Kultursparten gewesen (mit Profil anlegen, Hochladen von Bildern/ Grafiken/ Musik… was auch immer sich unkompliziert hochladen läßt, taggen, Ranking,…)

    Wir wollten damit den interkulturellen, spartenübergreifenden Dialog ankurbeln. Wir haben uns die Ziele des Programms peinlichst genau angeschaut und waren sicher, mit unserem Projekt ins Schwarze zu treffen. Nach einigen Telefonaten mit Frau Bornemann und Frau Beckmann vom Cultural Contact Point Germany haben wir unsere Idee aber aufgegeben – wir bekamen die Auskunft, es werden im Programm Kultur 2007-2013 so gut wie keine Internetprojekte mehr gefördert, da man mit Internetprojekten bisher schlechte Erfahrung gemacht habe.

    Mein Eindruck: Es gibt unter den Entscheidern niemanden, der die Kompetenz hat, „Internetprojekte“ von „Internetprojekten“ zu unterscheiden, sie werfen alles in einen Topf. Und weil Foren nicht funktioniert haben, funktioniert „das Internet generell nicht für die Kultur…“.
    Social Web, Web 2.0… und die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben, werden „da oben“ nicht ernsthaft diskutiert, weil sich einfach niemand auskennt damit….

    Das ist mein Eindruck, ich werde aber gerne eines Besseren belehrt!

    Grüße, Karin

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  3. @Karin: Ja, ich glaube auch, dass es schwierig wird mit „reinen“ Online-Projekten bei der EU erfolgreich zu sein. Allerdings gibt es immer wieder Ausschreibungen für Internetprojekte z.B. im Programm „Europa für Bürgerinnen und Bürger“. Wichtig ist in jedem Fall der effektive Einsatz von Social Software – natürlich auch als wesentlicher Bestandteil des Projekts – soiwe für die interne und externe Projektkommunikation. Übrigens gab es im Programm Lebenslanges Lernen eine Programmlinie im Querschnittsprogramm, in der ausdrücklich Web 2.0-Projekte für den Bildungsbereich gewünscht waren.

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  4. David, ja stimmt schon. In dem Bericht werden als Beispiele Rundfunk und TV genannt. In der Definition von Bürgermedien tauchen beide aber nicht auf, die Beschreibung ist offen gehalten. Da sehe ich also durchaus auch Platz für andere Projekte, die sich z.B. mit dem Bürgerjournalismus beschäftigen.

    Richtig ist auch, wie Du bei Robert Basic schreibst, dass da jetzt nicht einzelne Blogprojekte bzw. BloggerInnen gefördert werden. Abgesehen davon ist das ein Vorbericht, die Pflöcke müssen also erst einmal eingeschlagen werden, was auf EU-Ebene ziemlich dauern kann.

    @ Karin: Solche reinen Online-Projekte werden, wie David schreibt, eher nicht gefördert. Meist liegt es daran, dass diese Vorhaben auf der künstlerischen Ebene zu wenig zu bieten haben. Das heißt, sie nutzen das Internet, um über Kunst zu sprechen, aber sie generieren selbst keine Kunst. Wenn man das schafft, dann lässt sich auch die EU überzeugen. Ein Beispiel ist Blog The Theatre , ein vom Schauspielhaus Graz initiiertes Projekt, das von der EU gefördert wird.

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