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Creative Europe: die Ergebnisse des ersten Calls

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Über das neue EU-Förderprogramm Creative Europe habe ich ja schon vor einigen Monaten ein Blogpost geschrieben und auf die neuen inhaltlichen Schwerpunkte hingewiesen. Nun sind die Ergebnisse des ersten Calls veröffentlicht worden und es ist ganz spannend zu sehen, welche Projekte angenommen worden sind. Leider gibt es keine Kurzbeschreibungen, deshalb müssen wir uns beim Durchsehen mit den Titeln begnügen. Ich hoffe, die Projektinfos folgen irgendwann noch, denn bei vielen Projekten geht aus dem Titel nicht hervor, worum es im Vorhaben geht. Bei manchen Projekten wie dem „European Opera Digital Project“ oder „Virtual Sets: Creating and promoting virtual sets for the performing arts“ kann man zumindest erahnen, worum es darin geht. Etwas mehr Informationen wären aber sehr hilfreich.

Was viele sicher interessieren wird: Wie viele Projektanträge wurden gestellt und wie groß sind die Erfolgsaussichten? In der Kategorie der kleinen Kooperationsprojekte (3 Partner, max. 200.000 Euro, EU-Förderanteil max. 60%) wurden insgesamt 337 Projekte eingereicht, 37 erhielten eine Förderzusage. Damit liegt die Erfolgsquote bei 10,98%, was nicht besonders hoch ist. Bei den großen Kooperationsprojekten (6 Partner, max. 2 Mio. Euro, EU-Förderanteil max. 50%) wurden 74 Projekte eingereicht, 21 erhalten eine Förderung aus Brüssel, womit die Erfolgsquote bei 28,38% liegt. Es ist also schwer zu sagen, ob man sich eher für ein kleines oder großes Projekt entscheiden soll. Die Erfolgsaussichten sind bei den kleinen Kooperationsprojekten ziemlich gering, allerdings muss man auch berücksichtigen, dass nicht so viele Projekte eingereicht worden sind. Etwas besser waren prozentual gesehen die Chancen bei den großen Projekten, aber bei einer Quote von knapp 30 Prozent haben trotzdem nur 21 eine Förderzusage erhalten. Das ist bei der Vielzahl der Länder, die an diesem Programm teilnehmen können, keine sehr große Zahl.

Wer wissen möchte, welche Netzwerke Geld aus Brüssel bekommen, seit ein paar Tagen sind auch diese Ergebnisse online.

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„Creative Europe“: Der Künstler als Entrepreneur

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Bild: Money…What Money„; von stuartpilbrow (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Wenn in der Vergangenheit ein neues EU-Kulturförderprogramm auf den Weg gebracht wurde, änderte sich meist nur der Name. Mit dem neuen Programm „Creative Europe“ ist das anders. Ich denke, wir können durchaus von einem Paradigmenwechsel sprechen, die leeren Taschen werden unter ganz anderen Voraussetzungen gefüllt als früher. Überraschend kommt die kommerzielle Ausrichtung der Kulturförderung allerdings nicht, Jeremy Rifkin hat diese Entwicklung in seinem Buch „Access“ bereits vorweggenommen, in dem er von einer „neuen Ära des kulturellen Kapitalismus“ spricht, in der wir kulturelle Ressourcen in „Erlebnisse und Vergnügungen (verwandeln), die käuflich zu erwerben sind“.

„Stand die Kultur unserer bisherigen Erfahrung nach ‚über‘ dem Markt, (…) wird sie nun auch in die Sphäre der Ökonomie gezogen.“ (Jeremy Rifkin: Access, S.184)

In eine ähnliche Richtung geht Gernot Wolfram, der gemeinsam mit Raphaela Henze das Buch „Exporting Culture“ herausgegeben hat und in seinem darin enthaltenen Beitrag „The Weak and the Strong Term „European Arts Project‘ – Potential and Lack of Self Consciousness within Cultural Structures on the Continent“ erklärt, warum die Europäische Union nun nicht mehr nur Kunst und Kultur fördert, sondern auf die Kreativwirtschaft setzt.

Kreativität ist zum Bindeglied zwischen zwei Bereichen geworden, Wirtschaft und Kultur. Dahinter steckt der Wunsch, die Kreativität der wirtschaftlich agierenden Unternehmen auf die Kunst zu übertragen und die Künstler dazu zu bringen, sich mit dem wirtschaftlichen Potenzial ihrer künstlerischen Ideen zu beschäftigen. Am Ende fließen die dann in wirtschaftliche ausgerichtete Produktionen, von den dabei entstehenden Innovationen profitiert dann wiederum die Wirtschaft. Für Wolfram, der Professor für Kultur- und Eventmanagement in Berlin ist, eine paradoxe Situation, denn auf der einen Seite nutzen Wirtschaft und Politik das Vokabular aus dem Kunst- und Kulturbereich, um neue produktive und effiziente Ansätze zu entwickeln und so die Wirtschaft anzukurbeln. Auf der anderen Seite verliert die künstlerische Tätigkeit an Relevanz, der Künstler wird zum Unternehmer.

Es erscheint nachvollziehbar, dass in der Logik von „Creative Europe“ der wirtschaftliche Erfolg höher bewertet wird als künstlerische und ästhetische Aspekte. Der Begriff der Kreativität bekommt eine ganz andere, im Rahmen des Förderprogramms politische Bedeutung, dient er doch nun dazu, zwischen wirtschaftlich erfolgreichen und erfolglosen Vorhaben zu unterscheiden. Damit einher geht die von Rifkin schon angekündigte Kommerzialisierung  kultureller Bereiche, in dem nicht die klassischen Stätten der Hochkultur, sondern die Unternehmen der Kreativwirtschaft an Bedeutung gewinnen, weil sie die Events und emotionalen Erlebnisse anbieten, für die wir uns als Konsumenten mehr interessieren als für die „anstrengende“ Kunst.

Die Frage ist, wie wir als Gesellschaft auf diese Entwicklung reagieren? Vertrauen wir den Kräften des Marktes und den Wünschen der Kunden, wie es in den USA Praxis ist oder soll die Kulturpolitik die „anstrengende“ Kunst unterstützen, weil wir der Überzeugung sind, dass diese einen Wert für uns hat?  Die vielen Förderprogramme beweisen, dass wir uns bis jetzt eher für die zweite Variante entschieden haben. Stiftungen und Kulturpolitik verstanden sich, so schreibt Wolfram, bis jetzt als Partner der Kunst und nicht als Mittler zwischen Kunden und marktrelevanten Produkten.

Treffpunkt KulturManagement: der Künstler als Entrepreneur

Vermutlich werden wir die Entwicklungen der Vergangenheit nicht rückgängig machen, deshalb geht es für Wolfram nicht um ein entweder oder, sondern um ein sowohl als auch. Seiner Meinung nach müssen wir vor allem zwischen der kommerziellen und der nicht-kommerziellen Kunst unterscheiden. War es bis jetzt die Kulturpolitik, die für letzteren Bereich für entsprechende Freiräume gesorgt hat, sieht Wolfram die Künstler nun selbst in der Pflicht, das neue Förderprogramm kann sie dabei unterstützen.

Welche Wege Künstler dabei gehen müssen und wie ihnen „Creative Europe“ dabei hilft, das erklärt Wolfram im nächsten Treffpunkt KulturManagement, der unter der Überschrift „Der Künstler als Entrepreneur“ am 5. Februar von 9 bis 10 Uhr stattfindet. Sie sind wie immer herzlich eingeladen, die Teilnahme daran ist kostenlos. Für den Treffpunkt KulturManagement, das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference, benötigen Sie keine Software. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 5. Februar, um 9 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 05.02.2014 von 09:00 bis 10:00
Thema: Der Künstler als Entrepreneur
Impulsgeber: Gernot Wolfram

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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42. Treffpunkt KulturManagement: das neue EU-Kulturförderprogramm „Kreatives Europa“

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In der vergangenen Woche wurde der mit Spannung erwartete erste Call im Rahmen des neuen EU-Förderprogramms „Kreatives Europa“ veröffentlicht. Wer sich an dieser Ausschreibung beteiligen möchte, für den läuft jetzt die Zeit. Je nach Aktionsbereich endet die Einreichfrist zwischen dem 5. und 19. März 2014. Wenn Sie meinen letzten Beitrag über den aktuellen Call gelesen haben (EU-Förderungen: Der erste Call for Proposals im Rahmen des Programms “Kreatives Europa”), dann wissen Sie ja bereits, dass sich einiges geändert hat und sich die inhaltlichen Schwerpunkte ziemlich verschoben haben. Rein künstlerische Projekte haben es viel schwerer, im Vordergrund stehen Vorhaben, bei denen es darum geht, Know-How in den Bereichen Management und Marketing aufzubauen.

Wer darauf gehofft hat, mit Hilfe von Geld aus Brüssel seine künstlerischen Aktivitäten gefördert zu bekommen, der wird mit dieser Entwicklung vermutlich nicht sehr zufrieden sein. Im Vorteil sind die, die sich zum Beispiel mit Audience Development beschäftigen und nun die Chance haben, dieses Thema gemeinsam mit europäischen Partnern weiter zu entwickeln.

Aber ist es wirklich eine Chance und was wird jetzt eigentlich wirklich gefördert? Nach welchen Kriterien werden die Projekte bewertet und wie sieht das Antragsformular aus? Auf diese Fragen versucht der 42. Treffpunkt KulturManagement Antworten zu geben. Da sich David Röthler und ich ganz gut in der Materie auskennen, werden die Inputs von uns selbst kommen. Un wir werden natürlich versuchen, Ihre konkreten Fragen zu beantworten. So wir das können. Wenn Sie sich für das aktuelle Förderprogramm „Kreatives Europa“ interessieren, dann laden wir Sie ganz herzlich zum Treffpunkt KulturManagement am Mittwoch, den 18. Dezember ein. Los geht es dieses Mal eine Stunde später als sonst, nämlich um 10 Uhr. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, eine Software muss nicht installiert werden.

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 18. Dezember, um 10 Uhr (!!!) einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 18. Dezember dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 18.12.2013 von 10:00 bis 11:00
Thema: Das neue EU-Kulturförderprogramm „Kreatives Europa“
Impulsgeber: David Röthler & Christian Henner-Fehr

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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EU-Förderungen: Der erste Call for Proposals im Rahmen des Programms „Kreatives Europa“

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Kreatives Europa

Gestern hat die Europäische Kommission den ersten Call im Rahmen des neuen Förderprogramms „Kreatives Europa“ veröffentlicht, dessen Grundstruktur ich bereits in meinem Blogbeitrag „Das neue EU-Kulturförderprogramm ‚Kreatives Europa‘ verspricht mehr Geld für Kunst und Kultur“ vorgestellt habe. In diesem Blogbeitrag möchte ich kurz die wichtigsten Informationen für die zusammenfassen, die sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen beabsichtigen.

Gut geeignet als Ausgangspunkt ist diese Seite, denn hier können Sie gut erkennen, wie das neue Programm „Kreatives Europa“ strukturiert ist. Wer sich die Einleitung zum Unterprogramm Kultur durchliest, erkennt recht schnell, dass sich nicht all zu viel bei den übergeordneten Zielen verändert hat. Nach wie vor geht es um Mobilität und transnationalen Austausch, neu hinzugekommen ist der Bereich Audience Development. Das Unterprogramm Kultur ist eingeteilt in vier Aktionsbereiche, nämlich

  • European cooperation projects
  • European Platforms
  • European Networks
  • Literary translation projects

Wer auf den Link „European cooperation projects“ klickt, findet auf der sich dahinter verbergenden Seite alle Dokumente, die für die erste Ausschreibungsrunde benötigt werden, inklusive der Formulare. Wenn Sie sich in der Vergangenheit schon mal mit EU-Förderungen beschäftigt haben, werden Ihnen einige Punkte vertraut vorkommen, es hat sich aber vieles geändert.

Die wichtigsten Informationen zu den ersten Calls in allen vier Aktionsbereichen finden Sie im Dokument „Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen„. Ergänzt wird es durch den Leitfaden, der bis jetzt nur in englischer Sprache zur Verfügung steht. Da der Bereich der Kooperationsprojekte vermutlich am interessantesten ist, lasse ich die anderen Bereiche in diesem Beitrag unberücksichtigt und auch auf den Leitfaden werde ich erst später eingehen, in der Hoffnung, dass die deutschsprachige Version möglichst bald zur Verfügung steht.

Wer kann am Förderprogramm „Kreatives Europa“ teilnehmen?

Die Länder, die am Förderprogramm teilnehmen dürfen, lassen sich in vier Gruppen einteilen:

  • EU-Mitgliedstaaten
  • Beitrittsländer, Kandidatenländer und potenzielle Kandidatenländer
  • EFTA-Staaten
  • Länder, die über die Europäische Nachbarschaftspolitik mit der EU verbunden sind

Welche Länder dann wirklich dabei sind, hängt von verschiedenen vertraglichen Abmachungen ab, deshalb lohnt es sich, sowohl einen Blick auf diese Liste zu werfen als auch bei den Cultural Contacts Points in Deutschland oder Österreich nachzufragen. Außerdem ist die Schweiz vorbehaltlich eines noch abzuschließenden bilateralen Abkommens dabei.

An dem Programm beteiligen können sich generell Akteure aus dem Kultur- und Kreativsektor, die ihren Sitz in den oben angeführten Ländern haben. Der Begriff „Akteur“ umfasst laut §2 der „Verordnung zur Einrichtung des Programm Kreatives Europa“ „eine Fachkraft, eine Organisation, ein Unternehmen oder eine Einrichtung“, die seit mindestens zwei Jahren eine Rechtspersönlichkeit hat und dies belegen kann.

Wichtig ist auch zu wissen, was Brüssel  unter der Kultur- und Kreativbranche versteht. Laut der eben erwähnten Verordnung (ebenfalls §2) sind damit alle Sektoren gemeint, „deren Aktivitäten auf kulturellen Werten und/oder künstlerischen und kreativen Ausdrucksformen beruhen, unabhängig davon, ob diese Aktivitäten marktorientiert sind oder nicht, und unabhängig von der Art der Einrichtung, die sie durchführt. Zu diesen Aktivitäten zählen Entwurf, Produktion, Vertrieb/Verbreitung und Erhaltung von Waren und Dienstleistungen, die für kulturelle, künstlerische oder kreative Ausdrucksformen stehen, sowie damit verbundene Funktionen wie Ausbildung, Management oder Regulierung. Zur Kultur- und Kreativbranche zählen vor allem Architektur, Archive und Bibliotheken, Kunsthandwerk, der AV-Bereich (einschließlich Film, Fernsehen, Videospiele und Multimedia), das Kulturerbe, Design, Festivals, Musik, darstellende Kunst, Verlagswesen, Radio und bildende Kunst;“

Was wird gefördert?

Zwar ist in der Beschreibung der Kultur- und Kreativszene auch von marktorientierten Aktivitäten die Rede, im Call ist aber auch der Passus zu finden, dass im Unterprogramm Kultur „insbesondere gemeinnützige Projekte gefördert“ werden. Ähnlich diffus bleibt der Text bei der Beschreibung der Vorhaben, die im Rahmen der Europäischen Kooperationsprojekte gefördert werden sollen. Einerseits geht es hier um den Aufbau von Kompetenzen, um transnational arbeiten zu können. Dies soll geschehen durch die Unterstützung von:

  • Maßnahmen, die den Akteuren im Kultur- und Kreativbereich Fertigkeiten, Kompetenzen und Know-how vermitteln, um diesen Sektor zu stärken. Besonders gefragt sind hier der Einsatz digitaler Technologien, innovative Ansätze im Bereich Audience Development sowie das Erproben neuer Geschäfts- und Managementmodelle.
  • Maßnahmen, die auf der Basis langfristiger Strategien beruhen und es den Akteuren ermöglichen, international zu kooperieren und zu agieren.
  • Maßnahmen, die dazu  beitragen, den Kultur- und Kreativsektor so zu stärken, dass sich ihm durch internationale Vernetzung neue Märkte eröffnen.

Ich habe hier bewusst darauf verzichtet, einfach aus dem Call zu zitieren, da die Übersetzung relativ ungenau wiedergibt, worum es hier eigentlich geht. Hier geht es nicht darum, Kunst- und Kulturprojekte durchzuführen, sondern um die Verbesserung der Rahmenbedingungen, um – ich sag das jetzt mal so – professioneller und damit internationaler arbeiten zu können. Dabei setzt Brüssel auf digitale Technologien, Audience Development, neue Managementansätze und neue Erlösmodelle. Wenn Sie Ihre Kultureinrichtung in Richtung Social Business entwickeln wollen, dann können Sie das im Rahmen dieses Calls eigentlich machen.

Andererseits geht es zweitens um den Austausch, also die Mobilität derer, die im Kulturbereich arbeiten sowie die Verbreitung von Kunst. Konkret:

  • Gefördert werden internationale kulturelle Aktivitäten, zum Beispiel Ausstellungen, Festivals und Projekte, bei denen es zu einem künstlerischen Austausch kommt.
  • Gefördert wird die Verbreitung europäischer Literatur, um eine möglichst große Verfügbarkeit sicherstellen zu können.
  • Gefördert werden Maßnahmen im Bereich Audience Development, um dem Kunst- und Kreativbereich neue Publikumsschichten zu erschließen. Dabei geht es nicht nur darum, die Beziehungen zu seinen Besuchern zu vertiefen, sondern auch die Nichtbesucher zu erreichen.

Die ersten beiden Punkte entsprechen dem, was wir vom alten Kulturförderprogramm kennen. Das Thema Audience Development ist hier neu dazu gekommen und dient  in diesem Fall dazu, konkret Besucherbeziehungen zu vertiefen beziehungsweise neue Besucherschichten zu erreichen. Während es oben eher um die Entwicklung der Modelle geht, muss man hier wohl den Weg von der Theorie in die Praxis beschreiten, um eine Förderung zu erhalten.

Fazit: Viele werden von dieser Entwicklung enttäuscht sein, denn das ist nicht mehr das EU-Kulturförderprogramm, welches wir von früher kennen. Welches Projekte in den Bereichen Theater, bildende Kunst Literatur oder Musik fördert. Natürlich ist das noch immer möglich, aber dabei handelt es sich um einen eher kleinen Teilbereich. Aber das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn bis jetzt habe ich zwar auf nationaler Ebene meine Operninszenierung oder meine Ausstellung gefördert bekommen. Aber für die Entwicklung einer zeitgemäßen Infrastruktur war bis jetzt kein Geld da. Nun gibt es Geld für Vorhaben in Bereichen wie Social Media, Marketing, Personalentwicklung oder Management. Problematisch wird nur sein, woher die Mittel für die Kofinanzierung kommen, denn entsprechende Förderprogramme fehlen in den Ländern.

Zum Thema Geld

Unterschieden wird wie auch bei den Vorgängerprogrammen zwischen kleinen und großen Kooperationsprojekten. Während man bei den kleinen Kooperationsprojekten mindestens zu dritt sein muss, wobei die Partner alle aus verschiedenen Ländern kommen müssen, ist die Hürde bei den großen Kooperationsprojekten doppelt so hoch: Verlangt werden mindestens sechs Partner aus unterschiedlichen Ländern.

Finanziell sind die Unterschiede noch größer: Während die kleinen Projekte maximal 60% des Budgets, jedoch maximal 200.000 Euro aus Brüssel erhalten, sind es bei den großen Projekten nur 50%, aber dafür bis zu 2 Mio. Euro. Gleich ist nur die maximale Projektdauer, die nicht mehr als 48 Monate, das sind vier Jahre, betragen darf.

Mehr möchte ich Ihnen in diesem Blogpost gar nicht zumuten. So Sie nicht bereits eine konkrete Idee haben, sollten Sie jetzt auf der Grundlage der Maßnahmen, die im Rahmen von „Kreatives Europa“ gefördert werden, erst einmal die passende Idee finden und sich Gedanken darüber machen, wie Ihr Projekt aussehen könnte und welches vor allem Ihre Partner sein werden. An Konzepten und Budgets können Sie in der Ferienzeit arbeiten, die Partnersuche ist in dieser Zeit praktisch unmöglich. Deshalb ist es sicher klug, sich schon jetzt um passende Partner zu kümmern.

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Internationales Projektmanagement: Das kostenlose Handbuch des CCP Austria erscheint in der zweiten Auflage

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"“Navigating through Chaos”" (Cover)

Vor einem knappen Jahr habe ich über das Handbuch „Navigating through Chaos“ berichtet, das vom Cultural Contact Point Austria zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt wird und bei der Konzeption und Planung eines EU-geförderten Projektes helfen soll.

Wenn Sie wissen wollen, was ein EU-Projekt auszeichnet und wie es geplant wird, wie das Controlling aussehen sollte und wie Sie mit europäischen Partnern zusammenarbeiten, dann sollten Sie sich das Handbuch einmal genauer ansehen. Aus den 28 Fragen, die die erste Auflage beantwortet hat, sind in der zweiten Auflage 34 Fragen geworden. Neu hinzugekommen ist das Thema Crowdfunding, zu dem ich die Inhalte beisteuern durfte. Auf folgende Fragen habe ich versucht, Antworten zu finden:

  • Wir möchten unser Projekt mit der Hilfe von Crowdfunding finanzieren. Bei welcher Art von Projekten macht es Sinn, dieses Finanzierungsmodell zu wählen?
  • Welche Crowdfunding-Plattformen stehen in Österreich und international zur Verfügung?
  • Was macht ein erfolgreiches Crowdfunding-Projekt erfolgreich?
  • Welche Chancen bietet Crowdfunding? Worin bestehen die Risiken?

Dieses Handbuch ist aber nicht nur eine Hilfe für den nächsten EU-Förderantrag, sondern darüber hinaus eine wertvolle Hilfe für alle, die ein internationales Projekt planen und realisieren möchten. Es umfasst die folgenden Kapitel:

  • EU-Projekt – was heißt das?
  • Planung und Controlling
  • Sponsoring
  • Crowdfunding
  • Die Zusammenarbeit mit europäischen Partnerorganisationen
  • Optimales Texten
  • Kenne, wen Du erreichen willst
  • Kommunikations- und Verbreitungsstrategien
  • Evaluation
  • Präsentationstechniken
  • Tipps & Tricks

Es lohnt sich also, einen Blick in das Handbuch zu werfen, hier geht es zum kostenlosen Download (PDF).

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Das neue EU-Kulturförderprogramm „Kreatives Europa“ verspricht mehr Geld für Kunst und Kultur

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Noch in diesem ersten Halbjahr und damit unter der irischen Ratspräsidentschaft soll das neue EU-Förderprogramm „Kreatives Europa“ endgültig fixiert werden. Als die Europäische Kommission am 23. November 2011 ihre Pläne präsentierte, war klar, dass sich das neue vom alten Programm erheblich unterscheiden wird. In ihrer Presseaussendung machte die Kommission klar, dass es ihr fortan nicht mehr nur um Kunst und Kultur, sondern um den gesamten Kreativbereich gehen wird (siehe dazu auch mein Blogpost „EU: das neue Förderprogramm ‚Kreatives Europa‘„). Zwar wird das Programm weiterhin die kulturelle und sprachliche Vielfalt bewahren und fördern, wie es darin heißt. Zugleich stellt die Kultur- und Kreativbranche aber auch einen wichtiger Treiber für Wachstum und Beschäftigung dar, ökonomische Aspekte spielen also eine gewichtige Rolle und vermutlich sind sie es, die dazu geführt haben, dass das neue Rahmenprogramm für den Kultur- und Kreativsektor für die Jahre 2014 bis 2020 mit insgesamt 1,8 Mrd. Euro wesentlich üppiger dotiert ist als seine Vorgängerprogramme.

Es wird dabei nicht nur die Förderprogramme Kultur, Media und Media Mundus zusammenführen, sondern darüber hinaus einen eigenen Garantiefonds auflegen, über den kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich der Kreativwirtschaft an rückzahlbare Darlehen kommen können. Das klingt beim ersten Hinhören so gar nicht nach einem Förderinstrument für kleine Theater oder Kammerorchester, aber wenn dadurch Zwischenfinanzierungen ermöglicht werden, wäre das schon mal recht hilfreich, schließlich stehen nicht jeder Kultureinrichtung fünf- oder sechsstellige Beträge aus dem Cash-Flow zur Verfügung.

Um die beiden Ziele „Förderung der kulturellen Vielfalt“ und „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Kreativsektors“ erreichen zu können, setzt die Kommission verschiedene Prioritäten. Im Rahmen von kreatives Europa geht es ihr um:

  • die Föderung der transnationalen Mobilität von AkteurInnen und Werken,
  • die Entwicklung von Kompetenzen für transnationale Zusammenarbeit,
  • die Erschließung neuer Publikumsschichten,
  • die Stärkung der Finanzkraft des Kultur- und Kreativsektors sowie
  • die Entwicklung einer transnationalen politischen Zusammenarbeit in diesen Bereichen.

Das Programm „Kreatives Europa“ gliedert sich in drei Aktionsbereiche

Aber schauen wir uns das Programm mal etwas genauer an. 30 Prozent des Gesamtbudgets sind für den Aktionsbereich Kultur bestimmt, das sind knapp 500 Mio. Euro, immerhin eine Steigerung gegenüber dem jetzt laufenden Kulturförderprogramm von gut 20 Prozent. Investiert wird diese Summe in grenzüberschreitende Kooperationen, den Aufbau europäischer Netzwerke, literarische Übersetzungsprojekte, den Aufbau einer Plattform, die die Mobilität von KünstlerInnen und Werken fördern soll sowie in Großprojekte wie die Kulturhauptstadt und – neu – ein Kulturerbe-Siegel.

Wer sich ein klein wenig mit der Materie auskennt, stellt fest, dass sich in diesem Bereich wohl nicht sehr viel ändern wird. Die Frage ist, ob hier irgendwelche Grenzen zur Kreativwirtschaft gezogen werden? Was ist zum Beispiel mit der Architektur, bei der es natürlich Überschneidungen mit dem künstlerischen Bereich gibt. Je offener man sich hier gibt, desto mehr wird die doch immerhin gut zwanzigprozentige Erhöhung des Budgets verwässert.

Den Löwenanteil, nämlich 55 Prozent oder 950 Mio. Euro erhält der Aktionsbereich Media. Wie auch schon in der Vergangenheit geht es hier um die Fördermaßnahmen in den Bereichen

  • Training und Vernetzung,
  • europäische Koproduktionen,
  • Internationalisierung,
  • Verleih- und Vertriebsförderung sowie
  • Vermarktung.

Hinzu kommt noch der Wunsch, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unterstützen zu wollen. Gerade im Medienbereich passiert da recht viel, denke wir nur an den Hype rund um das Thema Crowdfunding.

Bleibt noch der neu geschaffene „sektorenübergreifende“ Bereich, in dem es einerseits um die Einrichtung eines Garantiefonds für KMU geht und andererseits um die transnationale politische Zusammenarbeit. Knapp 300 Mio. Euro oder 15 Prozent des Budgets sind dafür vorgesehen, mit etwas mehr als 200 Mio. Euro wird der Löwenanteil in den Garantiefonds fließen. Abgewickelt wird das Geschäft über die Banken, der European Investment Fund trägt im Falle des Scheiterns 70 Prozent des Risikos, die restlichen 30 Prozent übernehmen die Banken.

Im Rahmen der transnationalen Zusammenarbeit werden Austausch und Vernetzung der Kulturakteure inklusive der Politikverantwortlichen angestrebt. Außerdem ist unter anderem die Einrichtung einer Informationsstelle in Straßburg geplant.

Von der Theorie in die Praxis

Zwar gibt es noch keine Unterschriften unter dem neuen Förderprogramm, aber der Rahmen ist abgesteckt. Und da es bereits im Sommer mit großer Wahrscheinlichkeit die nächste Ausschreibung geben wird, macht es Sinn, sich schon jetzt mit dem neuen Programm zu beschäftigen. Der deutsche Cultural Contact Point (CCP) bietet hierzu Ende März mehrere eintägige Seminare in Bonn, Berlin und Filderstadt an, in denen Sie auf die kommenden Ausschreibungen vorbereitet werden. Neben den formalen Kriterien, die es zu beachten gilt, erfahren Sie im Rahmen dieser Veranstaltungen auch, wie Sie an so eine Antragstellung herangehen. Falls Sie Interesse daran haben, hier finden Sie alle Informationen zum Seminarangebot des CCP Germany. In Österreich wird es solche Veranstaltungen vermutlich so wie in den letzten Jahren auch geben. Über die Termine werde ich Sie dann hier informieren.

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EU-Kulturförderprogramm: Verlängerte Einreichfristen

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© Margot Kessler / Pixelio

Wer gerade dabei ist, einen Antrag im Rahmen des EU-Kulturförderprogramms zu stellen, bekommt noch etwas Aufschub. Auf der Seite der Exekutivagentur Bildung Audiovisuelles und Kultur (EACEA) steht seit gestern, dass sich die Einreichfristen verschoben haben. Hier finden Sie die neuen Deadlines für die jeweiligen Aktionsbereiche:

  • Mehrjährige Kooperationsprojekte (Aktionsbereich 1.1): 7. November 2012
  • Zweijährige Kooperationsprojekte (Aktionsbereich 1.2.1): 7. November 2012
  • Kulturfestivals (Aktionsbereich 1.3.6): 5. Dezember 2012
  • Betriebskostenzuschüsse (Aktionsbereich 2): 10. Oktober 2012
  • Kulturpolitische Studien und Analysen (Aktionsbereich 3.2): 7. November 2012

Vorsicht, zum Teil wurden die Formulare aktualisiert! Prüfen Sie bitte, ob Sie die aktuellsten Versionen verwenden. Auf dieser Seite kommen Sie zu den Formularen des jeweiligen Aktionsbereichs.

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„Navigating through Chaos“: eine Anleitung für Ihr nächstes EU-Projekt

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Wenn die nationalen Mittel für den Kunst- und Kulturbereich knapper werden, fällt vielen ein, dass es da ja noch die EU gibt. Die Website für das „Programm Kultur 2007 – 2013“ ist schnell gefunden, aber dann. Ob Leitfaden oder Antragsformular, wer sich das erste Mal mit diesen Dokumenten  beschäftigt, hat am Ende vermutlich mehr Fragen als zu Beginn. Was also tun? Die Cultural Contact Points (CCP), die in den an diesem Programm beteiligten Ländern als Ansprechpartner dienen, stellen auf ihren Webseiten nicht nur jede Menge Informationen zur Verfügung, sondern bieten auch regelmäßig Veranstaltungen an, die den potenziellen AntragstellerInnen die wichtigsten Infos vermitteln.

So hat zum Beispiel der österreichische CCP 2010 gemeinsam mit dem „europe for citizens point Austria“ eine Workshopreihe konzipiert, in der auf alle wichtigen Punkte der Projektentwicklung und des Einreichverfahrens eingegangen wurde. Der Nachteil: 2010 war schon. Der Vorteil: gemeinsam haben die beiden Infostellen eine Broschüre herausgebracht, die nun zum Download zur Verfügung steht.

Wenn Sie wissen wollen, was für die EU ein Projekt ist, was unter dem „Europäischen Mehrwert“ zu verstehen ist, ohne den Sie keine Chance haben, Geld aus Brüssel zu erhalten und was sich hinter den Begriffen „Dissemination“ und „Exploitation“ versteckt, dann kann ich Ihnen dieses PDF nur ans Herz legen.

10 ExpertInnen beantworten mit ihren Beiträgen insgesamt 28 Fragenkomplexe und das unter Verzicht auf die typische EU-Sprache, die einem anfangs so viele Probleme bereitet. Abgerundet wird diese Publikation durch eine kurze Zusammenfassung der beiden Programme „Kultur“ und „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ (übrigens ein Programm, das für den Kunst- und Kulturbereich auch interessant ist). Die Programmphase endet zwar im nächsten Jahr, aber Fragen, wie man seine europäischen ProjektpartnerInnen findet und warum es so wichtig ist, die eigenen Ziel- und Anspruchsgruppen zu kennen, werden auch nach 2013 relevant bleiben. Die Broschüre bietet Ihnen eine gute Einstiegshilfe in das Thema EU-Förderungen und informiert Sie über die wichtigsten Aspekte einer Antragstellung, egal ob Sie nun in Österreich, Deutschland oder einem anderen an beiden Programmen beteiligten Land aktiv werden wollen.

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EU: das neue Förderprogramm „Kreatives Europa“

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© Stephanie Hofschlaeger ; Pixelio

Mit dem Förderprogramm „Kreatives Europa“ wird die Europäische Union mehr Geld für den Kunst- und Kulturbereich zur Verfügung stellen. Der aktuelle Vorschlag sieht für den Zeitraum 2014 bis 2020 ein Budget von insgesamt 1,8 Mrd. Euro vor. Wenn es in einem Memo heißt,

„das Programm (..) soll den Kino-, Kultur- und Kreativbranchen in Europa helfen, ihren Beitrag zu Beschäftigung und Wachstum zu leisten,“

dann ist aber auch klar, dass hier auch wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle spielen werden . Mit dem Programm fasst Brüssel drei Aktionsbereiche zusammen,

  • einen horizontalen Aktionsbereich für die gesamte Kultur- und Kreativbranche;
  • einen Aktionsbereich „Kultur“ für die Kultur- und Kreativbranche und
  • einen Aktionsbereich MEDIA für den AV-Sektor.

Aufgeteilt wird das Geld nach folgendem Schlüssel, 15 % für den horizontalen Aktionsbereich, 30 % für den Aktionsbereich Kultur und 55 % für den Aktionsbereich MEDIA. Ob es wirklich sinnvoll ist, den klassischen Kunst- und Kulturbereich mit der Kreativwirtschaft in einem Programm zusammenzufassen, wird sich zeigen, wenn die genauen Inhalte und Förderkriterien bekannt sind.

Unabhängig von dieser Frage wird aber, so die Zahlenangaben bestätigt werden, der Kunst- und Kulturbereich mehr Geld aus Brüssel erwarten können. Außerdem kann die EU mit dem neuen Programm die Kreativwirtschaft wesentlich gezielter fördern als bisher. Vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise ist vermutlich der Aufbau einer neuen „Finanzfazilität“, die den Zugang zu den oft dringend benötigten Geldmitteln erleichtern soll. Dabei setzt Brüssel vor allem auf Garantien und erhofft sich einen ähnlichen Multiplikatoreffekt wie bei den im Rahmen des MEDIA-Programms vergebenen Garantien.

Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie auf dieser Website, außerdem wird es am 30. Januar eine Informationsveranstaltung in Brüssel geben.

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Brüssel fördert 2013 Kunst- und Kulturprojekte mit Partnern aus Australien und Kanada

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Im Rahmen des EU-Kulturförderprogramms gibt es neben der allseits bekannten Möglichkeit, Projekte mit Partnern aus dem europäischen Raum gefördert zu bekommen auch den Aktionsbereich 1.3.5, das dazu dient, Vorhaben mit sogenannten Drittländern zu fördern. Das sind, vereinfacht gesagt, Länder, die etwas weiter entfernt sind, bei der diesjährigen Ausschreibung war das Mexiko und nächstes Jahr wird das Südafrika sein (was ich bereits in diesem Blogpost angekündigt habe).

Nun hat Brüssel das Geheimnis gelüftet, welches Land 2013 dran sein wird. Mit Australien und Kanada hat sich die Kommission dieses Mal wieder für zwei Länder entschieden, die zudem noch recht groß sind  und vermutlich eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für gemeinsame Projekte bieten.

Gefördert werden laut Programmleitfaden Vorhaben, die

  • „eine maximale Laufzeit von 24 Monaten haben;
  • den Koordinator und mindestens zwei Mitorganisatoren einbeziehen, wobei die drei Beteiligten aus drei verschiedenen am Programm beteiligten Ländern kommen müssen;
  • für jeden Mitorganisator einen unterzeichneten Auftrag umfassen, in dem die erforderlichen Verpflichtungen aufgeführt sind;
  • eine kulturelle Zusammenarbeit mit mindestens einer Organisation aus dem ausgewählten Drittland beinhalten. Mindestens 50 % der Maßnahme sollte im Drittland stattfinden. Die in einem nicht ausgewählten Drittland entstehenden Kosten sind im Rahmen dieses Aktionsbereichs nicht förderfähig;
  • auf einem Kooperationsabkommen zwischen den beteiligten Kulturakteuren (Koordinator, Mitorganisator und Partner im Drittland bzw. in den Drittländern) basieren. Dieses Abkommen wird vom Koordinator und den Mitorganisatoren und dem bzw. den Partner(n) im Drittland unterzeichnet und beschreibt ihre Zusammenarbeit;
  • eine Finanzhilfe von mindestens 50 000 EUR und höchstens 200 000 EUR beantragen und
  • ein ausgeglichenes Budget (Ausgaben = Einnahmen) aufweisen und die
    Obergrenze der EU-Finanzhilfe von 50 % der gesamten förderfähigen Mittel
    einhalten. (Programmleifaden S. 47)“

Die Deadline für die Einreichung ist bei diesem Aktionsbereich grundsätzlich Anfang Mai, für Projekte in Südafrika ist das dann laut EU-Zeitplan der 3. Mai 2012 und für Vorhaben in Australien beziehungsweise Kanada der 3. Mai 2013. Etwas Zeit haben Sie also noch. ;-)

Weitere Informationen und auch die Antragsformulare finden Sie dann auf der Seite der Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles & Kultur, die für die Abwicklung des EU-Kulturförderprogramms zuständig ist.