Der Vorteil eines Weblogs liegt unter anderem darin, dass die Beiträge darin zeitlich unbegrenzt online stehen, dadurch jederzeit gefunden und natürlich auch jederzeit gelesen werden können. Das kommt mit steigender Zahl der Beiträge – aus nachvollziehbaren Gründen – immer häufiger vor.
Besonders freut es mich, wenn dann unter älteren Beiträgen noch Kommentare aufscheinen. Der Nachteil: ich bekomme das zwar mit, aber die LeserInnen nicht, denn wer durchforstet dieses Blog schon nach neuen Kommentaren? Daher möchte ich einen Kommentar gerne hier noch einmal aufgreifen, damit er nicht “verloren” geht.
Vor einiger Zeit hatte ich in einem Beitrag auf ein eBook zum Thema Zeitmanagement aufmerksam gemacht. Nun hat Roland Kopp-Wichmann sich dort mit einem Kommentar zu Wort gemeldet und auf ein Blogpost verwiesen, in dem er auf die Frage eingeht, “warum man Zeit nicht managen kann“, wie er im Kommentar schreibt.
Zu den diversen Techniken in Sachen Zeitmanagement konstatiert er:
“wer keine Zeitprobleme hat, wendet sie einfach an. Wer Zeitprobleme hat, wendet sie aber nicht an, weil Zeit ein Thema der Persönlichkeit berührt.”
Was es damit auf sich hat, beschreibt er in dem schon erwähnten Blogeintrag. Auf der sprachwissenschaftlichen und -philosophischen Ebene bietet sein Artikel zwar jede Menge Stoff für Diskussionen. Aber mir geht es um einen anderen Punkt. Es gibt jede Menge Techniken, die sich auch durchaus sinnvoll einsetzen lassen. Ich habe auf alle Fälle schon von mancher Anregung profitieren können. Primär geht es aber, so Kopp-Wichmann um uns selbst. Sind wir mit uns klar, werden wir das auch mit dem Faktor Zeit hinbekommen.
Zwei Aspekte möchte ich in seinem Beitrag hervorheben:
- “Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.”
- “Wer Zeit haben will, muss nein sagen.”
Das “Neinsagen” wichtig ist, kann man sich nicht oft genug vorsagen. Zumindest mir geht es so. ;-) Noch mehr bringt mir aber die erste Feststellung. Sie erinnert mich an eine länger zurückliegende Situation, in der es um die Frage ging, ob ich bei einem Projekt mitmache oder nicht. Ich habe damals ewig lange nach Gründen gesucht, die mir die Entscheidung erleichtern. Erst als ich mich gegen das Mitmachen entschieden habe, merkte ich, wie groß die Belastung in dieser Zeit war. Kopp-Wichmann schreibt richtigerweise:
“Gestehen Sie sich zu, dass Sie einfach nicht wollten. Punkt. Sie wollten es nicht. Denn es hat nichts mit den Schwierigkeiten oder fehlender Lust oder Zeit zu tun. Das sind – menschlich verständlich – Ihre Ausreden. Sie wollten es nicht.”
Vielleicht sollten wir uns in solchen Situationen öfter auf unsere Intuition verlassen? Der erste Eindruck ist oftmals gar nicht so falsch. Jetzt freue ich mich schon richtig auf die nächste Situation, wo ich das “ausprobieren” kann.
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