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Marketing: Bauen Sie Konflikte in Ihre Geschichten ein

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Als Nichtraucher bin ich nicht besonders traurig darüber, dass fast nirgendwo mehr für Zigaretten geworben werden darf. Kulturgeschichtlich gesehen ist es aber wahrscheinlich ein Verlust. Als Kind hat mir vor allem die Zigarettenwerbung gefallen, keine Ahnung warum das so war, wo ich doch noch nicht mal geraucht habe. Vielleicht erinnern sich manche von Ihnen noch an das mittlerweile legendäre HB-Männchen. Die Spots liefen immer relativ lange, aber irgendwann war es dann soweit, ein neuer Spot wurde gesendet. Etwa dieser hier:
Zugegeben, er ist schon etwas alt, aber lustig. David Meerman Scott hat sich auf seinem Blog „Web Ink Now“ die Frage gestellt, warum das so ist? Er ist davon überzeugt, dass unsere Geschichten erst dadurch gut werden, dass in ihnen Konflikte vorkommen. „To make your marketing much more interesting, add conflict“ ist sein Blogpost daher überschrieben. All die Geschichten, die wir sehen, hören oder lesen, sind nur deshalb so spannend, weil in ihnen Konflikte vorkommen. Und was wäre, wenn es all diese Konflikte nicht gäbe, fragt David Meerman Scott? Sie wären langweilig, ist er sich sicher, denken Sie nur an all die Thriller, Liebesgeschichten, etc. Werbegeschichten, in denen keine Konflikte vorkommen, bezeichnet Meerman Scott als Propaganda. Und leider funktioniere Marketing meist genau so, schreibt er weiter:
„This sort of propaganda is how most marketing is organized. I see tons of this stuff: ‚Here’s our product. It is great. Here are customers who say it is great. Now buy some of our product.‘ Sadly, this classic propaganda-driven marketing crap is everywhere.“
Hat er da nicht Recht? Stellen Sie sich mal die Geschichte vom HB-Männchen ohne die Fliege vor. Es setzt sich in den Stuhl und raucht eine Zigarette, fertig aus. Würde Sie eine solche Werbung aus dem Sessel reissen? Mich nicht. Wie ist das nun im Kunst- und Kulturbereich? Welche Geschichten erzählen wir und welche Konflikte beinhalten sie? Ich hätte ja gerne statt des HB-Männchens einen Spot aus dem Kunst- und Kulturbereich gewählt, sozusagen als „best-practice“. :-) Aber leider bin ich nicht fündig geworden. Vielleicht kennen Sie ja ein Beispiel? Aber vielleicht werfen Sie mal einen Blick auf die Geschichten, die Sie erzählen? Enthalten Sie Konflikte? Wenn nicht, überlegen Sie sich doch eine Geschichte. Sonst betreiben Sie nur Propaganda und Propaganda ist langweilig, meint David Meerman Scott. Oder gilt das für den Kunst- und Kulturbereich nicht?

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  1. Deine Überlegungen wären eigentlich insbesondere für Theater naheliegend, weil es deren Kerngeschäft ist, Geschichten zu erzählen. HB muss die um seine Produkte drum herum erfinden, am Theater sind die Geschichten und Konflikte die »Produkte« selbst. Eigentlich perfekte Voraussetzungen…

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  2. Stimmt, im Theater ist es besonders offensichtlich, aber ich denke, alle Kunstsparten erzählen Geschichten und haben gegenüber vielen Produkten und Dienstleistungen einen enormen Vorteil.

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