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Warum Networking so wichtig ist

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Adam Thurman, dessen Mission Paradox Blog ich sehr schätze, hat vor einigen Tagen in seinem Blogpost „Making Friends“ über zwei Kultureinrichtungen geschrieben, die beide plötzlich eine größere Summe Geld benötigten. Während A das Geld erhalten hat, hat es B nicht geschafft und musste zusperren. Warum?

A hat jahrelang daran gearbeitet, Teil des städtischen Lebens zu werden. Die MitarbeiterInnen von A haben an den (Weiter)-Veranstaltungen anderer teilgenommen und waren jederzeit bereit, anderen Auskunft und Unterstützung zu geben, wenn sie gefragt wurden.

Jahrelang trafen sie potenzielle Geldgeber und sprachen mit ihnen, auch wenn sie wussten, dass sie kein Geld erwarten konnten. Langer Rede kurzer Sinn: A machte sich Freunde, wie Thurman schreibt.

Und B?

„They just produced art.  They spent most of their time talking to their small group of friends/peers about their work. Org. B never reached out beyond their small world“,

schreibt Thurman. Als es dann darum ging, andere um Hilfe zu bitten, konnte A auf ein Netzwerk bauen, das in jahrelanger Arbeit entstanden war. B hingegen hatte nur sich selbst.

Ein Kulturbetrieb kann die tollsten Konzerte, Inszenierungen, Ausstellungen, etc. produzieren. Aber das reicht nicht. Wenn ich von anderen etwas will, z.B. Geld, dann müssen die anderen auch wissen, dass es mich gibt und wer ich bin. Künstlerische Qualität ist die Voraussetzung,  reicht alleine aber leider nicht aus.

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  1. Ich denke das ist wie mit dem bloggen. Man muss zuerst was geben (womoglich auch viel geben) bevor man was zurück bekommt, d.h. viele gehaltvolle Artikel schreiben, um zahlreiche und vorallem wiederkehrende Leser zu bekommen. Was wiederum zu Reputation, Anfragen, usw. führt. In diesem Sinne bist du Chrisitan sicher schon ziemlich weit ;-)

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  2. Danke Patrick. :-) Wahrscheinlich lässt sich dieser Ansatz auf viele Bereiche übertragen. Für mich ist das eigentlich das Grundmuster erfolgreichen Networkings. Beziehungen müssen durch Geben und Nehmen in einem Zustand gehalten werden, der es mir erlaubt, jederzeit diese Beziehung zu aktivieren und dann eben, um beim oben beschriebenen Beispiel zu bleiben, Fürsprecher für die Finanzierung zu finden.

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  3. Stabile und funktionierende Netzwerke über Organisationsgrenzen hinweg sind für Nonprofits unerlässlich. Sie werden immer wichtiger in Zeiten, in denen die öffentliche Hand ihre Zuschüsse kürzt. Wenn eine Organisation über entsprechende Netzwerke verfügt, kann sie dies vermarkten: es zeigt, dass sie mit ihrem Umfeld gut verbunden ist und lässt Prognosen über ihren Erfolg und ihre Stabilität zu. Organisationen – wie in Ihrem Beitrag die Einrichtung B – die in ihrer angestammten Nische bleiben, können langfristig mit gut vernetzten Institutionen nur schwer konkurrieren.

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  4. Auf den Punkt gebracht, danke! Bleibt die Frage, warum so viele Einrichtungen dem Typ B ähneln? Sind die Argumente noch zu wenig stichhaltig? Sind sie zu theoretisch? Oder muss man als Organisation erst selbst die entsprechenden Erfahrungen sammeln, um dann etwas zu ändern?

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  5. Ich denke, viele Einrichtungen sind es einfach noch gewohnt, sich damit nicht beschäftigen zu müssen, weil sie finanziert sind durch die öffentliche Hand. Das Beispiel zeigt ja auch, dass das etwas für sich hat, nämlich sich auf die künstlerische Arbeit konzentrieren zu können. Ich stimme aber zu, dass die Vernetzungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnen wird, unabhängig davon, wie man es beurteilt.

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  6. @ kulturblogger: Ja schon, aber ein Kulturbetrieb besteht ja nicht nur aus den KünstlerInnen. Es fordert ja niemand, dass diese ihre künstlerische Arbeit einstellen und stattdessen Networking betreiben sollen. Das klingt für mich dann schon fast wie eine Ausrede.

    Abgesehen davon gibt es KünstlerInnen, die exzellente NetzwerkerInnen sind und deren Kunst nicht darunter leidet, ganz im Gegenteil.

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