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Die #DSGVO und die Auswirkungen auf dieses Blog

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Foto von skylarvision auf Pixabay

Morgen ist es also (endlich) soweit, die Datenschutzgrundverordnung, unter dem Hashtag #DSGVO wohl den meisten bekannt, entfaltet ihre volle Wirkung. In Kraft treten wäre der falsche Ausdruck, denn sie gilt ja eigentlich schon seit zwei Jahren.

Eigentlich hätten wir uns also schon längere Zeit mit der DSGVO beschäftigen sollen. Aber wie so viele andere gehöre auch ich zu denen, die erst in letzter Minuten damit begonnen haben. Wobei das bei mir nur für die praktische Umsetzung gilt. Die Workshops haben mir nicht so viel geholfen, die vielen Informationen, die sich im Netz finden, werfen oft mehr Fragen auf als sie beantworten. Trotzdem war mir von Anfang an klar, dass auch auf mich Änderungen zukommen.

Der erste Schritt: Ich habe die vertraute Umgebung von wordpress.com verlassen. Über zehn Jahre habe ich unter kulturmanagement.wordpress.com gebloggt, nun habe ich endlich eine der Domains, die ich schon seit einiger Zeit reserviert habe, aktiviert. Deshalb ist dieses Blog nun unter https://kulturmanagement.blog zu finden. Aber keine Sorge: Die alten Beiträge lassen sich immer noch leicht finden. Wer einen alten Link verwendet, ihn zum Beispiel abgespeichert hat, wird einfach umgeleitet.

Viele von Ihnen und Euch haben meine Beiträge bis heute per Mail erhalten. Für alle, die diesen Beitrag jetzt in ihrer Mailbox lesen, habe ich eine traurige Nachricht: Diese Möglichkeit fällt ab sofort weg, womit wir bei Schritt zwei sind. Dies ist der letzte Blogbeitrag, der Sie auf diesem Weg erreicht. Es gibt aktuell keine wirklich befriedigende Lösung, deshalb werde ich diesen Service einstellen (müssen). Bis jetzt gab es zwei Möglichkeiten, die Beiträge per Email zu abonnieren. Die Möglichkeit, die Beiträge direkt über WordPress zu abonnieren fällt weg, weil ich erstens nicht mehr in die wordpress.com-Umgebung eingebunden bin, zweitens dort kein Double Opt-in möglich ist und drittens die Vorgaben der DSGVO nicht eingehalten werden können. Ob das wirklich alles so stimmt, vermag ich nicht einzuschätzen, dazu fehlen mir Zeit und Expertise. Außerdem gibt es etliche, die die Blogposts über den Feedburner erhalten. Das ist die Variante, mit der ich vor vielen Jahren begonnen habe und die bis heute eigentlich perfekt funktioniert. Aber der Umgang mit den persönlichen Daten ist bei diesem RSS-basierten Newsletter, der Google gehört, ungeklärt. Und ich habe keine Ahnung, wie man die dort gespeicherten Daten exportieren beziehungsweise löschen kann. Natürlich kann man sich dort abmelden und bekommt dann keine weiteren Mails mehr. Aber was ist mit den Daten. Eine Vereinbarung kann ich diesbezüglich mit Google nicht abschließen, also war es das dann.

Was sind die Alternativen? Kristine Honig, die vor dem selben Problem steht, nennt in ihrem Blogbeitrag „Du hast meine Blogbeiträge regelmäßig per Mail erhalten? Dann bitte lesen!“ folgende Alternativen:

  • Meine Seite direkt besuchen, die URL kulturmanagement.blog kann man sich ja wirklich leicht merken, oder?
  • Die Seite per RSS abonnieren, ich selbst verwende dafür Feedly. Falls jemand den Link dafür braucht, hier ist er: https://kulturmanagement.blog/feed/
  • Das Blog in den Lesezeichen oder Favoriten abspeichern.
  • Mir auf Facebook, Twitter, Xing oder LinkedIn folgen, dort verlinke ich in der Regel auf meine Blogbeiträge.
  • Die in meinen Augen coolste Alternative ist die Verwendung von IFTTT (If this then that). Dort können Sie genau das abbilden, was ich bis jetzt angeboten haben. Wenn ich ein Blogpost veröffentliche, erhalten Sie eine Mail. Sie müssen das halt im Unterschied zur bisherigen Lösung selbst in die Hand nehmen. Aber da IFTTT ein Tool ist, das noch viel mehr kann, ist das vielleicht genau der richtige Einstieg, um sich damit intensiver zu beschäftigen.
  • Zukunftsmusik: die Benachrichtigung per Chatbot. Ob so etwas DSGVO-konform ist, weiß ich nicht. Im Zweifelsfall vermutlich nicht. :-(

Der dritte Schritt ist auch bereits getan: Alle Verbindungen zu irgendwelchen sozialen Netzwerken sind gekappt. Ich war da schon bis jetzt sehr sparsam, aber nun sollte es im Augenblick, so ich nichts übersehen haben, keine Möglichkeit für Facebook & Co geben, über dieses Blog an irgendwelche Daten heranzukommen. Ich verzichte auf Avatare und Emojis, sogar bei der Kommentarfunktion habe ich darüber nachgedacht, sie zu sperren. Aber Kommentare sind mir weiter wichtig, also gibt es weiter die Möglichkeit, es sieht halt alles etwas spartanisch aus. Aber vielleicht bringt auch da die Zukunft neue Angebote, die der DSGVO entsprechen. Ich finde es ein wenig traurig, dass so viele Dinge, die wir in den letzten Jahren genutzt haben, nun verschwinden. Aber auf der anderen Seite sollte es uns der Schutz unserer Daten schon wert sein. Und irgendwann müssen wir ja mal damit anfangen. Ich will jetzt gar nicht darüber lamentieren, dass das alles so fürchterlich und schwierig ist (ist es!), ohne die Androhung von Strafen hat es halt nicht geklappt.

Was noch fehlt sind die Schritte vier und fünf. Bis morgen werde ich noch an meiner Datenschutzerklärung basteln. Ich habe schon seit vielen Jahren eine, allerdings hat sich für die bis jetzt niemand interessiert. Mal sehen, ob das ab morgen wirklich anders ist. ;-)

Der fünfte und letzte Schritt ist dann ein neues Layout. Ich bin noch auf der Suche, eine Vorlage, die mir wirklich gefällt, habe ich aber noch nicht gefunden.

Damit erfülle ich aber immer noch nicht alle Vorgaben der DSGVO. Zum Beispiel muss ich mir noch was für die vielen YouTube-Videos einfallen lassen, die ich in dieses Blog eingebunden habe. Von den Slideshare-Präsentationen gar nicht zu reden. Für ersteres habe ich schon ein Plugin gefunden, Slideshare ist in den zahllosen Artikeln, die ich gelesen habe, gar nicht genannt worden. Deshalb bin ich da noch auf der Suche.

Fazit: Auch morgen wird sich die Erde noch drehen und mein Blog wird es auch noch geben. Und in drei, vier Wochen werden wir dann vermutlich sehen, ob und wie das mit der DSGVO funktioniert. Ich freue mich, wenn Sie weiterhin mein Blog lesen und darf Sie bitten, sich einfach bei mir zu melden, wenn Sie Fragen oder Probleme haben.

5 Comments Join the Conversation

  1. Die DSGVO hat uns auch ganz schön auf Trab gehalten. Nachdem wir gerade begonnen hatten, verschiedene Maßnahmen zur Förderung einer digitalen Strategie in Angriff zu nehmen, hat uns dieses Bündel neuer Regelungen erstmal ziemlich aus der Bahn geworfen. Vor allem die Unsicherheiten waren ein echtes Problem: Was bleibt erlaubt? Was muss geändert werden? Was darf man nicht mehr?

    Mittlerweile ist schon Anfang Juni, die (digitale) Welt ist bisher noch nicht untergegangen und wir machen mit ein paar Einschränkungen weiter. Bisher waren die Befürchtungen größer als die Auswirkungen, aber es gilt weiterhin, die Augen offen zu halten. Deshalb wird der Datenschutz zukünftig eine große Aufmerksamkeit von uns fordern – Kapazität, die dann bei der Erstellung von content fehlt. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

    Das Team des Deutschen Uhrenmuseums in Furtwangen

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    • Ich glaube, wir müssen uns grundsätzlich viel mehr mit dem Thema Daten beschäftigen und einen völlig anderen Umgang damit entwickeln. Die DSGVO ist ein erster Schritt, aber ganz ehrlich: das kann es ja jetzt nicht sein. Ich beschäftige mich schon eine ganze Weile mit diesem Thema und fühle mich immer noch ziemlich überfordert. Das kostet, wie angesprochen, sehr viel Zeit. Das führt aber auch dazu, dass man etliche Dinge, die die eigene Website ausgemacht haben, wieder herausnimmt. Ist das bei Eurem Blog auch der Fall gewesen? Gibt es Funktionen/Features, die nun nicht mehr angeboten werden?

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      • Wir hatten uns von Beginn an für eine schlanke, möglichst übersichtliche Struktur unseres Blogs entschieden, ohne viele Features. Für Abonnenten war von Anfang an das Double-Opt-In-Verfahren vorhanden, während wir die Sharing-Buttons nun durch das Shariff-Plugin einfügen. Alles in allem waren die konkreten Änderungen eher gering, aber es ging (und geht immer noch!) sehr viel Zeit drauf, sich mit den geltenden Bestimmungen auseinanderzusetzen. Bisher will sich anscheinend noch niemand aus der Deckung wagen. Was bleibt, ist die Unsicherheit.

  2. Ja, die Unsicherheit ist vermutlich das größte Problem. Und für manche Punkte gibt es aktuell einfach keine machbare Lösung. Zum Beispiel für das Fotografieren während einer Veranstaltung. Theoretisch müsste man jedem, den man fotografiert, direkt danach die Datenschutzerklärung in die Hand drücken und genau beschreiben, was man mit diesem Foto machen wird. Aber gut, auch dafür wird es irgendwann mal Lösungen oder Urteile geben.

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  3. Pingback: Jetzt wird es eng für unsere Facebookseiten | Kulturmanagement Blog

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