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Content Creation oder Content Curation?

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Bild: Eric’s crayons and pastels„; von Mal Booth (CC BY-SA 2.0) auf Flickr Gehören Sie auch zu denen, die gerne mit einem Blog beginnen würden und Angst davor haben, nicht genügend Zeit und Themen zu haben, um es dann mit eigenen Inhalten zu füllen? Kultureinrichtungen haben oft nur das Zeitproblem und jede Menge Inhalte. Bekommen sie das Zeitproblem in den Griff, schreiben sie. Meist oder besser gesagt: ausschließlich über sich. Aber warum immer nur über sich selbst schreiben? Für viele ist es unvorstellbar, über andere zu schreiben. Warum sollte man die Konkurrenz unterstützen, bekomme ich oft entgegnet, wenn ich so etwas vorschlage. In meinen Augen ist es nicht nur schwierig, ständig eigene Inhalte zu produzieren, sondern es besteht auch die Gefahr, dass man seine LeserInnen irgendwann einmal damit langweilt. Deshalb bin ich schon sehr lange ein Verfechter von Curated Content. Wirkliche Argumente, warum es sinnvoll sein könnte, nicht nur eigenen Content zu kreieren, hatte ich anfangs nicht. Dann kamen Plattformen wie Paperl.li, Scoop.it oder Flipboard auf, die es uns leicht machten, fremde Inhalte zu sammeln, auszuwählen und in Magazinform zu veröffentlichen. Einen Schritt weiter ging Beth Kanter, die schon vor mehr als zwei Jahren die Frage stellte: „What Comes First, Content Creation or Curation?“ (siehe dazu auch mein Blogpost: „Warum Inhalte immer wichtiger werden.“) und zu dem Ergebnis kam, dass wir erst in der Auseinandersetzung mit fremden Inhalte unsere eigenen weiter entwickeln können. Aber was bringt uns das ganz konkret? Heidi Cohen hat sich vor ein paar Tagen in ihrem Blogbeitrag „How Curated Content Performance Beats Original Content“ mit der Frage beschäftigt, ob eigene oder kuratierte Inhalte zu mehr Klicks beziehungsweise einer höheren Conversion-Rate führen.

Die Auswertung zeigt: eigene Inhalte sind wichtig, kuratierte Inhalte aber auch

Dabei greift  sie auf die Ergebnisse einer Untersuchung von ArgyleSocial zurück, in der zwischen November 2010 und Juli 2011 rund 150.000 Postings auf Twitter, Facebook und LinkedIn analysiert wurden, um herauszufinden, ob eigene oder kuratierte Inhalte zu mehr Klicks und einer höheren Conversion-Rate führen. Die Zahlen sind wie gesagt leider nicht sehr aktuell, aber in diesem Fall kann man sagen: besser ältere Zahlen als keine Zahlen. Und die sind interessant, denn die Untersuchung zeigt, dass rund 30 Prozent der Unternehmen, deren Postings untersucht wurden, stark auf Curation setzen (75 Prozent oder mehr der Postings verlinken auf fremde Inhalte). Nur 13 Prozent verlinken hauptsächlich auf die eigenen Inhalte. Im nächsten Schritt wurden die untersuchten Unternehmen in drei Gruppen eingeteilt:
  • Curators: 75 Prozent oder mehr der Postings verlinken auf fremde Inhalte.
  • Balanced: Der Anteil der Links auf fremde Seiten liegt zwischen 50 und 75 Prozent.
  • Self-Promoters: Der Anteil der Links auf eigene Inhalte liegt bei 50 oder mehr Prozent.
Wie viele Klicks lassen sich mit den jeweiligen Strategien erzeugen, wie hoch ist jeweils die Conversion-Rate? Die Grafik zeigt recht interessante Ergebnisse: Content Creation vs. Curation Schaut man sich nur die Klicks pro Post an, liegen Unternehmen voran, die stark auf fremde Inhalte setzen. Bei der Conversion-Rate schneiden die Unternehmen am besten ab, die eigene und fremde Inhalte mischen, dicht gefolgt von denen, die ihre eigenen Inhalte in den Vordergrund stellen. Es hängt also davon ab, welche Erwartungen wir mit unseren Postings verbinden. Da vermutlich die wenigsten so differenziert vorgehen und bei einzelnen Postings auf Klick- oder Conversion-Rate setzen, stehen wir nun vor der Frage, welches das ideale Verhältnis zwischen Links auf eigene und fremde Inhalte ist. Heidi Cohens Blogbeitrag liefert eine Antwort auf diese Frage, denn sie schreibt:
  • „Top 5 companies at generating the MOST CLICKS linked to their original content 37.9% of the time.
  • Top 5 companies at generating the MOST CONVERSIONS linked to their original content 41.6% of the time.“
Das heißt, wer zu etwa 40 Prozent auf die eigenen Inhalte verlinkt, liegt – statistisch gesehen – nicht ganz falsch. Ob dieser Prozentsatz der richtige ist, hängt nun natürlich davon ab, welche Produkte ich zu verkaufen habe. Wer per Twitter oder Facebook ständig seine Sonderangebote bewirbt, wird natürlich viel stärker mit Links auf die eigenen Inhalte arbeiten als jemand, der nicht ständig neue Angebote herausbringt. Aus meiner Sicht gehören die meisten Kulturbetriebe wohl zur zweiten Gruppe und dürften – wenn es nach mir gehen würde – sogar in mehr als 40 Prozent der Fälle auf fremde Inhalte verlinken. In meinen Augen sind es die Inhalte, über die sich eine Kultureinrichtung positioniert. Kunst entsteht nicht im Elfenbeinturm, sondern baut auf dem, was andere geschaffen haben, auf. In meinen Augen ähnelt dieses Prinzip dem, das Beth Kanter beschrieben hat: die eigenen Inhalte als Weiterentwicklung der Inhalte anderer. Klar muss aber sein: die Ergebnisse dieser Analyse sind ein Anhaltspunkt, mehr nicht. In Verbindung mit den eigenen Zielen, die man mit der Kommunikation im Web verfolgt und einer dafür entwickelten Kommunikations- und Marketingstrategie sind sie aber vielleicht ein gutes Argument, wenn mal wieder die Social Media-Aktivitäten generell in Frage gestellt werden. Weil es nicht ausreichend Ressourcen gibt, um jeden Tag qualitativ hochwertige eigene Inhalte zu produzieren.
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Evergreen Content und viraler Content ergänzen sich

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Bild: Zeitlos„; von Bastian Greshake (CC BY-SA 2.0) auf Flickr Wer träumt nicht davon, Inhalte zu produzieren, die sich erfolgreich viral verbreiten und von Millionen Menschen wahrgenommen werden? Das Social Web mit seinen Möglichkeiten, Inhalte zu teilen, ist prädestiniert dafür. Meinen größten viralen „Erfolg“ hatte ich mit dem Beitrag „RIP Michael Jackson„, den ich am Tag nach Jacksons Tod online gestellt habe. Er enthält eigentlich nur ein paar Zeilen und ein YouTube-Video. Google war mir damals sehr gewogen und deshalb tauchte ich mit diesem Blogpost ganz, ganz weit oben in der Suchmaschine auf. Der Beitrag ist vom 26. Juni 2009 und hatte an diesem Tag knapp 3.000 Zugriffe. Vor fünf Jahren waren das für mich sensationelle Zahlen, aber innerhalb weniger Tage war das Interesse erloschen, im letzten Jahr hatte der Beitrag gerade noch 5 Klicks. Gebracht hat mir das alles wenig bis gar nichts, denn erstens interessiert sich heute kaum noch jemand für einen solchen Beitrag und zweitens kamen die Klicks vermutlich auch nicht von meiner Zielgruppe.

Virale Erfolge sind oft nicht nachhaltig

Dieser virale Erfolg ging also ins Leere, er hat mir im Grunde genommen nichts gebracht. Hätte es sich um einen Beitrag gehandelt, mit dem ich eine in Kürze stattfindende Veranstaltung ankündige, dann wäre ich damit besser dran gewesen. Ich hätte genau die kurzfristige Aufmerksamkeit erhalten, die wir uns in einem solchen Fall alle wünschen. Langfristig gesehen sind für uns aber auch Inhalte wichtig, die Dan Newman als „Evergreen Content“ bezeichnet. In seinem Blogbeitrag „What Is Evergreen Content and How To Create it“ gibt er sich davon überzeugt, dass diese Art von Inhalt für den Verkauf sehr wichtig ist. Was bedeutet Evergreen Content überhaupt?
„(E)vergreen content is made up of posts that are not only relevant when they are posted, but they stay relevant for the time to come“,
schreibt Newman und sieht das Potenzial vor allem darin,
„to connect and engage to your audience for the long term“.

Meine Top 5-Beiträge des letzten Jahres sind alle schon älter

Passend dazu habe ich zum Jahreswechsel von WordPress eine Statistik bekommen, welche Beiträge im letzten Jahr am häufigsten hier auf diesem Blog aufgerufen worden sind. Ich habe das Ranking schon auf Facebook gepostet und interessanterweise ist kein Beitrag aus dem vergangenen Jahr unter den Top 5. Im Sinne der Nachhaltigkeit ein schönes Ergebnis, ich habe dieses Muster in meinem Beitrag „Warum ein Blog so wertvoll ist“ anhand von Zahlen zu verdeutlichen versucht. Man entkommt auf diese Weise dem Stress, permanent neue Inhalte liefern zu müssen oder ständig in den sozialen Netzwerken aktiv sein zu müssen. Allerdings muss ich nun schauen, dass ich „Nachschub“ produziere, denn ewig halten sich Blogbeiträge nicht ganz oben in den Suchmaschinen. Die Sichtbarkeit bei Google & Co ist nur eines der Argumente für Evergreen Content. Newman nennt noch weitere:
  • „Continually attract traffic to your website.“
  • „Drive prospects into your sales funnel.“
  • Establish your brand as the industry leader.“
  • „Connect on a deeper level on social media.“

Niemand hat so viel Evergreen Content wie der Kunst- und Kulturbereich

Und wie kommen der Kunst- und Kulturbereich zu solchen Inhalten? KünstlerInnen und Kultureinrichtungen haben den großen Vorteil, dass sie über jede Menge davon verfügen. Ob das die Abbilder ihrer Werke sind, Fotosammlungen oder auch alte Plakate oder Programmhefte. Wir haben es hier mit Inhalten zu tun, die auf ihre Art zeitlos sind und die aus den von Dan Newman genannten Gründen genutzt werden sollten. Überlegen Sie mal, wie viele ungehobene Schätze noch in Ihren Schubladen, Kellern oder Archiven schlummern. Machen Sie sich doch ein paar Gedanken, wie Sie diese Inhalte nutzen können und Sie werden sehen, Evergreen Content und virale Inhalte ergänzen sich ganz großartig.
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Contentproduktion: Auf der Suche nach den einzigartigen Inhalten

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Alte Schreibmaschine Quelle: PublicDomainPictures (Petr Kratochvil) ; Pixabay Mittlerweile hat es sich auch im Kunst- und Kulturbereich herumgesprochen, dass es nicht gut ankommt, im Social Web permanent und ausschließlich die eigenen Angebote zu bewerben. Natürlich hat das Outbound-Marketing noch immer seine Berechtigung, aber es wird immer schwerer, auf diesem Weg die eigene Botschaft an die Frau oder den Mann zu bringen. Das Inbound-Marketing hingegen setzt darauf, von den Kunden gefunden zu werden, wie es im Eingangssatz auf Wikipedia heißt. Gefunden zu werden, das setzt voraus, dass ich über Inhalte verfüge, die die UserInnen auch interessieren, sonst wird niemand meine Website anklicken. Inhalte statt Werbung, das klingt so einfach, aber warum sollte jemand gerade meine Seite anklicken, wo es doch unzählige andere Museen, Theater, etc. gibt, die mittlerweile auch verstanden haben, dass Inhalte wichtig sind? Die Antwort klingt einfach, ist es aber nicht, die Herausforderung besteht darin, einzigartige Inhalte zu produzieren, die sich von den Angeboten der „Konkurrenz“ abheben und mir helfen, die LeserInnen für mich zu gewinnen.

Was sind einzigartige Inhalte?

Um einzigartige Inhalte produzieren zu können, muss man aber erst wissen, was das eigentlich ist? Phil Nottingham ist in seinem Blogpost „Redefining ‚Unique Content‘“ dieser Frage nachgegangen und versucht, erst einmal den Begriff „einzigartig“ zu definieren. Er orientiert sich dabei an den drei Vorschlägen, die ihm das Oxford English Dictionary liefert:
  1.  Das einzige seiner Art, mit den Anderen nicht vergleichbar
  2. Zugehörig oder verbunden mit einer speziellen Person, einem Platz oder einem Ding
  3. Besonders außerordentlich, speziell oder ungewöhnlich
Die Punkte eins und drei findet man in deutschsprachigen Wörterbüchern auch, auf eine Verknüpfung zu Personen, Orten oder Dingen wird nirgends hingewiesen. Im Marketingbereich werde meist die erste Definition verwendet, so Nottingham, das heißt, einzigartig sind die Inhalte, die sich von den anderen unterscheiden. Diese Abgrenzung sei zwar notwendig, heißt es in dem Artikel weiter, aber nicht ausreichend, um sicherstellen zu können, dass die Inhalte sowohl den Anforderungen der Suchmaschinen als auch den Erwartungen der UserInnen entsprechen. Wem es nur darum gehe, sich von den Inhalten der Konkurrenz zu unterscheiden, habe keine Garantie, dass sich das positiv auf die Marketingaktivitäten auswirke. Deshalb schlägt Nottingham vor, sich bei der Definition von „einzigartig“ nicht auf den ersten der drei Aspekte zu beschränken, sondern sie um die beiden anderen Punkte zu erweitern. Das heißt:
„(…) content must be different from other offerings, exceptional in at least one core way and aligned with the brand in question.“
Um zu testen, ob die eigenen Inhalte auch in dieser Hinsicht einzigartig sind, schlägt Nottingham vor, sich die Frage zu stellen, ob die Inhalte von irgendjemandem erstellt werden können. Lautet die Antwort ja, seien die Inhalte wohl kaum einzigartig.

Wie kommt man zu einzigartigen Inhalten?

An erster Stelle steht hier sicherlich die Expertise, über die die MitarbeiterInnen des Hauses verfügen. Wer wertvolle und einzigartige Inhalte produzieren möchte, müsse es schaffen, das Expertenwissen für diese Inhalte nutzbar zu machen. Gelänge das nicht, sei es oberste Priorität, hier eine Lösung zu finden. Für den Autor bedeutet das nicht, dass die ExpertInnen nun immer selbst schreiben müssen, aber es ist unabdingbar, dass ihr Input an irgendeiner Stelle in den Produktionspozess einfließt. Um dies sicherzustellen, bedürfe es der geeigneten Contentstrategie. Input dürfe aber nicht nur aus dem eigenen Haus kommen, sondern auch aus den externen Netzwerken. PartnerInnen, aber auch KundInnen gehören zu denen, die einen wichtigen Beitrag leisten können, wenn es um die Produktion einzigartiger Inhalte geht. Deshalb ist neben der Expertise der MitarbeiterInnen der Aufbau von Beziehungen für diese Inhalte so wichtig, gibt sich Nottingham überzeugt. Und noch einen dritten Aspekt bringt er neben der Expertise und den Beziehungen ins Spiel, die Exklusivität. Wer etwas anbiete, über das andere nicht verfügen, der müsse das auch entsprechend kommunizieren. Ich glaube, im Kunst- und Kulturbereich spielt dieser Punkt keine entscheidende Rolle, denn es ist völlig klar, dass verschiedene KünstlerInnen jeweils einzigartige Kunst hervorbringen. Jede „Faust“-Inszenierung ist etwas besonderes und auch die Aufführung einer Beethoven-Symphonie lässt sich nicht so einfach mit anderen Aufführungen in einen Topf werfen. Viele Kultureinrichtungen sehen sich überfordert, wenn es darum geht, ihre eigenen Inhalte zu produzieren. Ist es dann sinnvoll, diese Tätigkeit auszulagern? Nottingham glaubt nicht, dass sich der gesamte Prozess auslagern lässt, ist sich aber sicher, dass einzelne Arbeitsschritte sehr wohl ausgelagert werden können. Seine Erfolgsformel lautet:
„The key to success with outsourcing is writing superb briefs and retaining a hand in the management and delivery of the content.“
Ob Outsourcing oder nicht, am Ende gilt es immer wieder die Frage zu beantworten: „Could this content have been created by anyone else?“ Wer hier nicht die richtige Antwort geben kann, hat ein Problem. Aber Probleme sind dazu da, dass man sie löst. ;-)
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Kommunikation im Social Web: Die eigenen Inhalte sind gar nicht so wichtig.

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552789_original_R_K_B_by_Gerd Altmann_Shapes-AllSilhouettes.com_pixelio.de © Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com ; Pixelio Einer Künstlerin oder einem Künstler zuzuhören, kann sehr spannend und lehrreich sein. Aber vermutlich geht es Ihnen wie mir: Wenn jemand immer nur von seiner Arbeit spricht, dann wird das auf Dauer langweilig. Wir haben es mit einem Menschen zu tun, der viel Facetten hat und erst diese Vielfalt macht ihn interessant. Dshalb schätzen wir es, wenn das Gespräch dann auch um vielleicht belanglose Dinge geht. Sie gehören einfach dazu. Im Social Web ist es nicht anders. Wenn jemand immer nur von seiner Arbeit erzählt, dann wird uns das irgendwann zu viel und wir wenden uns ab. In meinen Seminaren und Vorträgen spreche ich immer von der 1:3 Regel, mit der ich das Verhältnis eigener und fremder Inhalte ausdrücke. Noch einen Schritt weiter geht Hisham Dahud in seinem Blogpost „How The 80/20 Rule Applies To Your Social Media Strategy„. Er bezieht sich darin auf das Pareto-Prinzip, demzufolge 20% des Mitteleinsatzes 80% zum Ergebnis beitragen. MusikerInnen empfiehlt er daher:
„80% of what you say should be about things other than your music“ und „20% (…) should be about your music“.
Fans, so schreibt Dahud, wollen nicht ständig zu lesen bekommen, wofür sie ihr Geld ausgeben sollen, sondern ihnen ist der persönliche Kontakt wichtig. Bei Konzerten oder anderen Veranstaltungen bleibt dafür meist keine Zeit und wenn, dann sind es ein paar nichtssagende Worte. Im Social Web haben es die Stars viel leichter, mit ihren Fans ins Gespräch zu kommen und sich zu unterhalten, so wie wir das alle machen, wenn wir mit jemandem ein paar schnelle Worte wechseln. Denken Sie daran, wenn Sie die nächsten Blogposts oder Postings planen. Schreiben Sie über das, was Ihnen gefällt oder was Sie gerade erlebt haben. Empfehlen Sie andere KünstlerInnen und weisen Sie auf Veranstaltungen hin, die Ihren Fans gefallen könnten. Ich bin mir sicher, sie werden es Ihnen danken. Und auch für Sie bedeutet das eine Erleichterung, denn Sie kommen auf diese Weise nicht nur leichter zu Ihren Inhalten, sondern bieten Ihren UserInnen einen echten Mehrwert.
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Warum Inhalte immer wichtiger werden

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© Stephanie Hofschlaeger ; Pixelio Relevanz ist einer der Schlüsselbegriffe unserer digitalen Welt, hatte ich vor einigen Tagen behauptet und daraus den Schluss gezogen, dass es für Kunst- und Kultureinrichtungen immer wichtiger werde, Inhalte zu generieren. Dies unter anderem deshalb, weil wir feststellen, dass wir mit der Vernetzung auf der Beziehungsebene an Grenzen stoßen, weil uns an einer Person nicht alles interessiert, sondern nur Teilaspekte. Recht schön lässt sich das auf Facebook feststellen, wo wir zwar jede Menge Freunde oder Fans haben, aber uns allen ist klar, dass wir nicht idente Interessen haben und uns deshalb nicht alles von ihnen interessiert. Und genau aus diesem Grund lesen wir auch nicht alles, was unsere Kontakte auf Facebook so alles von sich geben. Der Aufwand wäre zu groß, der Ertrag vermutlich zu gering.

Wenn alle nur über sich schreiben, dann nervt das

Wenn wir aber nicht alles lesen, was in unserem Beziehungsnetzwerk kommuniziert wird, dann bekommen Kultureinrichtungen, die sich bei ihren Social-Media-Aktivitäten auf Facebook beschränken, ein Problem. Das Ziel, von all ihren Kontakten wahrgenommen zu werden, ist eine Illusion, nur wenige schaffen es in den Newsfeed ihrer Fans. Und warum? Weil der direkte Kontakt zu einem Theater, einem Museum oder zu den KünstlerInnen selbst an Bedeutung verloren hat. Die Einzigartigkeit ist dahin, seitdem fast alle im Social Web vertreten sind und meist nichts besseres zu tun haben, als die eigenen Aktivitäten zu bewerben. Wer hundert oder mehr Kultureinrichtungen auf seinem Radar hat, weiß, wie langweilig, ja nervig es sein kann, wenn alle nur auf das eigene Tun verweisen. Beziehungsnetzwerke sind wichtig, aber sie verlieren gegenüber den Inhalten an Bedeutung. Wir wollen unsere Interessen befriedigen und das können wir auf Facebook nur begrenzt. Google+ hingegen stellt die Inhalte mehr in den Vordergrund, der direkte Kontakt zwischen den UserInnen besitzt längst nicht den Stellenwert wie bei Facebook. Aber das Google-Netzwerk ist erst der Anfang einer Entwicklung, die den „interest“ Graph immer stärker betont. Zwar kann ich auf Google+ einzelne Personen in bestimmte Kreise ziehen, aber sie sind frei in dem, was sie dort von sich geben. Niemand kann sie daran hindern, die verschiedensten Themen anzusprechen, ohen Filter habe ich ein ähnliches Problem wie bei Facebook. Diesen Weg vom Beziehungsnetzwerk, wie wir es von Facebook kennen, hin zum Interessensnetzwerk hat jetzt Pinterest geschafft.
„Bei Pinterest geht es nicht darum, Freunde zu finden, oder um persönliche Kommunikation. Der Fokus liegt auf der Verbreitung von relevanten Inhalten, die Bezug zu einem bestimmten Thema haben“,
heißt es auf futurebiz. Auf Pinterest müssen wir nicht mehr den UserInnen folgen, sondern ihren Boards. Und noch etwas ist anders als auf Facebook. Während dort die Interaktion wichtig ist, um überhaupt wahrgenommen zu werden, lässt sich Pinterest auch passiv nutzen. Eine Kultureinrichtung, die es schafft, gute Bilder zu produzieren, kann damit Aufmerksamkeit erzeugen, ohne auf irgendeine Form der Kommunikation mit den „Fans“ angewiesen zu sein, wie Andreas Bersch und Jan Firsching in ihrem Artikel weiter schreiben. Wenn es den Kultureinrichtungen gelingt, ihre Botschaften visuell zu übermitteln, dann stehen die Chancen gut, dass sie auf diese Weise viele UserInnen erreichen.

Wer nur über sich selbst schreibt, langweilt

Aber dafür müssen sie Inhalte schaffen und nachdem sich nicht alle Inhalte visuell übermitteln lassen, bedarf es eben auch anderer Mittel und Wege, zum Beispiel einem Blog. Aber auch hier gilt: wer ständig nur sich selbst bewirbt, langweilt. Nicht die Kultureinrichtung, sondern deren Inhalte müssen im Vordergrund stehen. Das Besetzen von Themenfeldern ist nicht nur für die Suchmaschinen wichtig, sondern ist die Basis für spannende Inhalte. Wo aber bekomme ich die her? Muss ich wirklich ständig neue Inhalte abliefern, um meine Zielgruppen bei Laune zu halten? Oder darf ich etwas tun, was zum Beispiel in den Museen gang und gäbe ist, wenn ich eine Ausstellung konzipiere, nämlich fremde Inhalte kuratieren? „What Comes First, Content Creation or Curation?“ hat Beth Kanter vor einiger Zeit in ihrem Blog gefragt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Kuratieren von Inhalten nicht nur die Voraussetzung dafür ist, interessante und neue Inhalte zu schaffen, sondern zugleich auch eine wichtige Hilfe, um ein Publikum für sich zu gewinnen oder eine Community zu schaffen. Vereinfacht gesagt haben wir es mit vier Schritten zu tun:
  1. Themenfelder auswählen: Mit der Auswahl von Themenfeldern wird die Grundlage für die Entstehung eigener Inhalte geschaffen.
  2. Inhalte aggregieren: ein Informationspool muss mit Hilfe von Social Bookmarking, RSS, etc. geschaffen werden, um an die relevanten Inhalte meiner Themenfelder heranzukommen (siehe dazu: „Strukturierte Themensuche für das eigene Weblog„)
  3. Inhalte kuratieren: Joe Pulizzi definiert den „content curator“ so: „Someone whose job it is not to create more content, but to make sense of all the content that others are creating.“
  4. Inhalte kreieren: die Mischung von eigenen Ideen und gewonnenen Erkenntnissen zusammenführen, um neue Inhalte entstehen zu lassen.
Nur so werden Kultureinrichtungen auch zukünftig eine Chance haben, im Social Web wahrgenommen zu werden. Im Vordergrund sollten die Inhalte stehen, erst im zweiten Schritt geht es um die richtigen Plattformen und Tools.