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Mein Thema für 2014: #connect

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Kurz vor dem Jahreswechsel habe ich diesem Blog ein neues Layout verpasst. Das alte gefiel mir nicht mehr wirklich. Erstens war die Schrift für mich zu klein, zweitens wirkten die Seiten überladen und drittens wollte ich gerne etwas Neues ausprobieren. Das Ergebnis sehen Sie, das Layout ist neu, die Seite nicht mehr überladen und die Schrift schön groß geworden. Möglich macht das dieser eine Button rechts oben in der Ecke, über den Sie dann in den Infobereich gelangen, wo alle Seiten, die Kategorien zum Stöbern oder die Links zu meinen Netzwerken zu finden sind. Über diesen Button gelangen Sie dann auch wieder zurück in den Blogbereich. Im Moment bin ich ganz begeistert vom neuen Layout, ob es auch praktisch ist und Ihnen gefällt (die beiden wichtigsten Punkte), das werden die nächsten Wochen weisen. In den letzten Jahren habe ich zu Beginn über die Themen geschrieben, die mich die nächsten zwölf Monate beschäftigen werden. Im vergangenen Jahr waren das, so stand in meinem Beitrag zu lesen, Gamification, Storytelling und Contentstrategien. Diese Themen sind heute immer noch wichtig und eigentlich gibt es keinen Grund, mir neue zu suchen und diese drei links liegen zu lassen. Deshalb orientiere ich mich an Chris Brogan, der sich schon seit einiger Zeit zu Jahresbeginn drei Wörter vornimmt, die ihn dann durch das Jahr begleiten. In seinem aktuellen Beitrag nennt er nicht nur seine drei Wörter (es sind, um Ihnen diese nicht vorzuenthalten: „lifestyle“, „monchu“ und „black“), sondern liefert auch gleich die Erklärung, wie seine Methode funktioniert:
„The idea is that the words you choose will go past being a simple goal and will become part of the way you identify yourself, and thus, a guiding light for your efforts.“
Mir gefällt diese Idee, deshalb versuche ich es auch mal, allerdings belasse ich es bei einem Wort. Falls ich mich in 365 Tagen nicht ausgelastet fühle, wähle ich beim nächsten Mal dann auch drei Wörter. ;-) Mein Thema für 2014 wird #connect sein. Dinge und Personen miteinander zu verbinden, ist ein zentraler Aspekt meiner Arbeit und das auf mehreren Ebenen. Schon im letzten Jahr habe ich mich – ausgehend von den drei Themen – weniger auf das Social Web selbst, sondern mehr auf die relevanten Inhalte konzentriert. Aber auch Begriffe wie Storytelling oder Gamification stehen nicht isoliert im Raum, sondern es gilt, sie zum wichtigen Baustein eines ganzen Ökosystems zu machen. Eine in meinen Augen spannende Verbindung lässt sich beispielsweise zwischen Gamification und Crowdfunding herstellen. Gleichzeitig geht es darum, Social Media mit den anderen Aktivitäten innerhalb der Kulturbetriebe zu verbinden, denken Sie an das Thema Return on Investment. Oder an die Herausforderung, private und berufliche Inhalte unterzubringen, zum Beispiel auf dem eigenen Facebookprofil. Oder ganz generell die Trennung zwischen Freizeit und Job, Stichwort Work-Life-Balance. #connect, das impliziert einen zunehmenden Grad an Komplexität, der natürlich auch im Kulturmanagement oder ganz generell im Management ein Thema ist, denken wir an das Buch „Open Leadership“ (Affiliate Link) von Charlene Li. Mit diesem Begriff öffne ich mir also ein weites Feld und werde die Inhalte, in denen das Thema #connect eine Rolle spielt, in den sozialen Netzwerken mit genau diesem Hashtag sammeln. Ich bin schon sehr gespannt, was ich da bis zum Jahresende alles zusammen tragen werde und würde mich freuen, wenn Sie mich das Jahr über begleiten. Das können Sie als LeserIn ganz ohne jede Verpflichtung, gerne aber auch in Form von Kommentaren oder persönlichen Gesprächen. Auch hier passt #connect übrigens ganz wunderbar. ;-) Ich freue mich auf ein hoffentlich spannendes Jahr mit Ihnen und wünsche Ihnen auch an dieser Stelle noch einmal alles Gute.
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Meine Themen für 2013: Contentstrategien, Storytelling und Gamification

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© S. Hofschlaeger ; Pixelio Das „Web 2.0 gibt es schon lange„, schrieb ich vor fast sechs Jahren und bezog mich dabei auf den von Wolf Lotter in brand eins veröffentlichten Artikel „Elementarteilchen„. Heute gibt es das Web 2.0 schon so lange, dass man gar nicht mehr Web 2.0 dazu sagt. Viele Kultureinrichtungen und KünstlerInnen sind mittlerweile im Social Web angekommen, wie es heute meist genannt wird. Obwohl sich das mit dem „social“ vermutlich auch bald erledigt haben wird und wir dann wie früher einfach nur noch vom Web sprechen werden. Aber irgendwie funktioniert dieses (Social) Web nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben. Was bringt uns Social Media denn wirklich? Rechnen sich die Kosten dafür? Connie Bensen hat schon das Jahr 2010 als „The Year of Social Media ROI“ angekündigt. Zumindest bei uns ist das Thema noch nicht ganz angekommen. Hinzu kommt die steigende Zahl an Netzwerken. Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing und nun auch Google+, wer hat genügend Ressourcen, um für alle diese Kanäle die geeigneten Informationen zu erstellen, wobei die Frage offen bleibt, wie diese Inhalte denn auszusehen haben? Auf allen Plattformen gibt es immer wieder Änderungen, die einen dazu zwingen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Und wer dann einen klugen Rat sucht, sieht sich einer Masse an Social Media-BeraterInnen gegenüber, aus der heraus man dann den oder die Richtige finden muss, ohne genau zu wissen, nach welchen Kriterien man eigentlich aussuchen soll. Wenn dann noch Bücher auftauchen wie etwa „Social Media is Bullshit„, dann können schon Zweifel auftauchen, ob das wirklich so eine gute Idee war, auf Social Media zu  setzen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Social Media wichtig ist für den gesamten Kunst- und Kulturbereich. In den letzten Jahren ging es vor allem darum, den Weg dorthin zu finden und sich im Social Web einzurichten. Viele haben sich auf den verschiedenen Plattformen niedergelassen und zu experimentieren begonnen. Aber wie geht es jetzt weiter? Wie sieht der nächste Schritt aus? Es geht darum, so denke ich, die Aufmerksamkeit nun verstärkt auf die Inhalte zu lenken. Gelingen kann das mit Hilfe von Contentstrategien, ein Thema, mit dem sich in den USA die ExpertInnen schon eine ganze Weile beschäftigen. Kristina Halvorson, die mit „Content Strategy for the Web“ (Print, eBook; Affiliate Link) die Bibel für diesen Ansatz verfasst hat, definiert Content Strategy als „the practice of planning for the creation, delivery and governance of useful, usable content“. Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht, denn es geht hier nicht nur um editorische und kuratorische Aufgaben, sondern auch um die Beschäftigung mit Themen wie SEO, Informationsarchitektur oder die Frage, über welche Kanäle die Inhalte verbreitet werden sollen? Contentstrategien werden für mich eines von drei Themen sein, mit denen ich mich in diesem Jahr intensiv beschäftigen möchte. Thema Nummer zwei ist und bleibt das Storytelling. Schon in den letzten beiden Jahren stand es auf meiner Agenda, ich werde weiterhin dranbleiben, denn Geschichten wie beispielsweise „Snow Fall: The Avalanche at Tunnel Creek“ zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt. Storytelling wird nicht nur hier im Blog ein wichtiges Thema sein, sondern mich auch in anderen Formaten beschäftigen. In Kulturkonzepte 2.0 ist Storytelling das Thema des Monats Januar und auch auf der stART13 wird es eine wichtige Rolle spielen (aber dazu in den nächsten Tagen mehr). Und noch ein drittes Thema liegt mir am Herzen: Gamification. Gamification ist viel mehr als ein Spiel, habe ich vor wenigen Tagen ein Blogpost überschrieben und darauf hingewiesen, dass es gar nicht so einfach ist, die Menschen intrinsisch zu motivieren, sich mit Kunst oder Kultur zu beschäftigen. Der Einsatz spieltypischer Elemente und Prozesse kann hier eine große Hilfe sein. Wie das konkret aussehen kann, werde ich hoffentlich in den nächsten zwölf Monaten herausfinden und hier beschreiben. Für mich besteht eine sehr enge Verbindung zwischen diesen Themenbereichen, die aber alle drei nur dann eine Erfolgschance haben, wenn eines nicht fehlt: Social Media. Aber es geht nicht mehr so sehr darum, wie Social Media funktionieren, sondern mit Hilfe welcher Mechanismen sie sich erfolgreich nutzen lassen. Womit wir dann auch wieder beim Thema ROI wären. ;-)
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Gamification: Viel mehr als ein Spiel

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© S. Hofschlaeger ; Pixelio Wir alle wissen, dass es nicht besonders leicht ist, mit den eigenen Angeboten bei den Menschen anzukommen. Wem es nicht gelingt, auf sich aufmerksam zu machen, der hat kaum Chancen, egal wie großartig Vorhaben, Produkt oder Dienstleistung sind. Wie aber bekommen wir diese Aufmerksamkeit? Viele Unternehmen – und auch Kultureinrichtungen – versuchen es mit Gewinnspielen. Das klappt meist recht gut, wenn die Gewinnaussichten entsprechend hoch sind. Die Frage ist allerdings, wie nachhaltig dieser Ansatz ist? Interessiert sich die BesucherIn meiner Website oder Facebookseite für meine Inhalte oder geht es ihr um das Smartphone, das sie gewinnen kann? Vielleicht bleibt mir die GewinnerIn sogar aus lauter Dankbarkeit gewogen und nimmt meine Angebote in Anspruch. Was aber ist mit all den anderen, die nicht gewonnen haben? Sehe ich die demnächst in meiner Ausstellung oder meinem Konzert? Ich fürchte nicht, denn solche Gewinnspiele haben nur selten etwas mit meinen eigentlichen Anliegen zu tun. So gelingt es mir zwar unter Umständen, jemanden für den ausgelobten Preis zu begeistern, nicht aber für meine Inhalte. Hinzu kommt, dass man sich mit solchen Gewinnspielen in eine Spirale begibt, aus der man nur schwer wieder heraus kommt. „Wie fad, schon wieder gibt es nur ein iPad zu gewinnen“, werden manche dann jammern und von uns größere und für sie wertvollere Gewinne einfordern. Unter Umständen macht es mehr Sinn, stattdessen auf Gamification zu setzen, also die Verwendung „spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext“, wie es auf Wikipedia heißt. Harold van der Hoeven spricht in seinem Blogpost „Making use of gamification elements for engagement“ davon, dass hier
  • spieltypische Elemente zum Einsatz kommen,
  • ein spielähnliches Verhalten hervorgerufen wird,
  • es sich aber nicht um ein Spiel handelt.
Vor allem der letzte Punkt scheint mir wichtig zu sein, denn letzten Endes geht es um mehr als den Gewinn eines Spiels oder eines Wettbewerbs. Es geht um das Erreichen von Zielen in einem Kontext, der mit einem Spiel nichts zu tun hat.

Extrinsische und intrinsische Motive

Ein Museum etwa hat mittel- und langfristig nichts davon, wenn es in regelmäßigen Abständen Gewinnspiele durchführt. Die TeilnehmerInnen werden sich nicht mit den Inhalten des Museums beschäftigen, von Partizipation ganz zu schweigen. Der Grund liegt für van der Hoeven in der Unterscheidung von extrinsischer und intrinsischer Motivation. Seiner Ansicht nach müssen die intrinsischen Motive im Vordergrund stehen. „Inner motivation, better skills, positive emotions“, mit ihrer Hilfe gelingt es uns eher, eine Beziehung zu den UserInnen aufzubauen und sie NutzerInnen unserer Angebote zu machen. Ganz so leicht ist es aber nicht, die entsprechenden Anreize zu schaffen, denn das setzt voraus, dass wir uns über unsere eigenen Ziele klar sind. Nur dann gelingt es uns, einen inhaltlichen Rahmen zu schaffen und mit Gamification-Elementen zu füllen. Welche das sind, welche Mechanismen zum Einsatz kommen können, erklärt das Gamification-Wiki. Wer also auf Smartphones, iPads und ähnliche Gewinne setzt, kann durchaus auf sich aufmerksam machen. Ob er damit aber seinen eigentlichen (inhaltlichen) Zielen und Ansprüchen ein Stück näher kommt, darf bezweifelt werden. In meinen Augen ist es eine ziemliche Herausforderung, auf Gamification zu setzen, nicht nur im Kunst- und Kulturbereich.
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Gamification im Kulturmarketing: spielerisch das richtige Aboangebot entdecken

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© Alexandra H. ; Pixelio Wer sich für ein Konzertabo interessiert und herausfinden möchte, welches Angebot das richtige ist, hat es nicht immer leicht. Klar gibt es da neben dem klassischen Abo mittlerweile auch Alternativen. Ob Wahl-, Vokalmusik- oder Mozartabo, das Angebot ist gar nicht mehr so leicht zu überblicken und so ist es eine echte Herausforderung, das für einen passende Abonnement zu entdecken. Viele Orchester informieren auf ihrer Website über die verschiedenen Varianten, ob das aber nun das für mich passende Angebot ist, weiß ich meist erst, wenn ich im Konzertsaal sitze. Ich habe mir mal probehalber einige Aboangebote angeschaut und dabei festgestellt, dass ich mich nur sehr selten angesprochen gefühlt habe, was wohl auch damit zu tun hat, dass ich unter Umständen gar nicht weiß, welches Angebot das für mich beste ist. Einige Orchester haben dieses Problem sehr schön gelöst, indem sie auf Gamification setzen, worunter man die Verwendung „spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremdem Kontext“ versteht, wie man auf Wikipedia nachlesen kann. Sonja Ostendorf-Rupp hat mich auf diesen Ansatz aufmerksam gemacht, denn sie selbst hat zum Beispiel für das Cincinnati Symphony Orchestra eine Art Quiz entwickelt, an dessen Ende mir auf der Basis meiner Antworten das passende Abonnement vorgeschlagen wird. Auch die Hamburger Philharmoniker versuchen, mir mit Hilfe mehrerer Fragen die Entscheidung für das richtige Abo leichter zu machen. Auf sehr witzige Art versuchen sie herauszufinden, welcher Abotyp ich bin. Vielleicht werden Sie jetzt sagen: ich möchte nur die Fakten wissen, alles andere interessiert mich nicht. Fakt ist aber, dass uns spielerische Zugänge zu einem Thema Inhalte nicht nur leichter erschließen, sondern wir durch spielerische Elemente auch motivierter an eine Sache herangehen. Dieser spielerische Zugang ist, denke ich, nicht nur interessant, wenn es um die Auswahl des richtigen Konzertabos geht. Auch im Bereich Kunstvermittlung werden wir wohl zukünftig des öfteren von Gamification-Ansätzen hören.