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Beim 68. Treffpunkt Kulturmanagement geht es um Crowdfunding (inkl. Aufzeichnung)

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Ich werde im Rahmen von Workshops häufig gefragt, welche Projekte denn am besten für eine Crowdfundingkampagne geeignet seien und welche nicht. Viele glauben, dass man mit Vorhaben, die im Mainstream angesiedelt sind, viel leichter an Geld und Leute kommt. Vielleicht ist da auch was dran, aber ist es dann wirklich der Mainstream, der die Sache leichter macht? Haben nur populäre Sparten oder KünstlerInnen Aussicht auf Erfolg? Ich glaube nicht. Für mich spielt da viel eher die Geschichte rund um die Kampagne eine entscheidende Rolle. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Kampagne „Let’s Build a Goddamn Tesla Museum„. Da ging es eigentlich nur darum, Geld aufzutreiben, um den Grund für das geplante Museum kaufen zu können (siehe dazu mein Blogpost: „Crowdfunding: mehr als eine Million US-Dollar für ein Museum„). Das klingt jetzt nicht unbedingt nach großem Kino und vielen Fans. Aber die Kampagne wurde ein Riesenerfolg, fast 1,4 Mio. USD kamen damals zusammen. Und vor einem halben Jahr gab es wieder so ein schönes Beispiel: Altes Filmmaterial musste vor dem Zerfall gerettet werden, mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne sollen die benötigten 75.000 Euro zusammenkommen. Klingt auch nicht sehr sexy, oder? Aber die Geschichte ist gut. Fast wie im Film ;-)
„Da findet jemand auf einem Flohmarkt in Frankreich zufällig Filmaufnahmen, bei denen es sich um verloren geglaubtes Material des Films ‚Die Stadt ohne Juden‘ handelt. Dieser Film aus dem Jahr 1924, der auf den gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer basiert, nimmt die Gräueltaten des Nationalsozialismus vorweg und stellt damit ein wichtiges Geschichtsdokument dar“,
schreibt Ulli Koch in ihrem Artikel über die Kampagne #filmretten auf Kulturmanagement Network. Aber nicht nur die Geschichte ist gut, auch die Kampagne war gut durchdacht und nutzte geschickt den damals in Österreich laufenden Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten. Mit mehr als 86.000 Euro wurde das hochgesteckte Ziel von 75.500 Euro am Ende sogar übertroffen. Entwickelt hat diese Kampagne Tomáš Mikeska, Marketingverantwortlicher des Filmarchiv Austria. Er wird am Mittwoch den 21. Juni von 9 bis 10 Uhr beim Treffpunkt Kulturmanagement zusammen mit seiner Kollegin Michaela Moitzi (Kommunikationsassistentin beim Filmarchiv Austria) zu Gast sein und über all die Aspekte sprechen, die zum Erfolg dieser Kampagne beigetragen haben. Wer gerade vor der Frage steht, ob eine Crowdfundingkampagne wohl das richtige ist, um das eigene Vorhaben zu finanzieren oder bereits an der Planung der Kampagne sitzt, sollte sich den mittlerweile 68. Treffpunkt Kulturmanagement nicht entgehen lassen.

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. In diesem speziellen Fall kooperieren wir außerdem mit „Werde Digital“ und der regionalen Crowdfundingplattform „Wir bewegen„. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht wenn Sie am 21. Juni um 9 Uhr über diesen Link https://zoom.us/j/651295114 den Onlineraum betreten. Der #kmtreff wird außerdem via Facebook live gestreamt, Sie finden den Link dann am kommenden Mittwoch auf der Facebookseite des Treffpunkt Kulturmanagement. Hier noch einmal die wichtigsten Infos: Treffpunkt Kulturmanagement Termin: 21. Juni 2017, Beginn: 09 Uhr, Ende: 10 Uhr Thema: Crowdfunding für Kunst & Kultur Gäste: Tomáš Mikeska (Marketing, Filmarchiv Austria) und Michaela Moitzi (Kommunikationsassistenz, Filmarchiv Austria) Online-Raum: https://zoom.us/j/651295114

Update:

Wer den Treffpunkt Kulturmanagement verpasst hat, kann sich hier die Aufzeichnung anschauen:
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Nach dem stARTcamp ist vor dem stARTcamp: In Linz geht es am 7. Mai um Kulturfinanzierung

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Bild: Linzer Pflasterspektakel 2008 – Rumpel„; von Chrissy W (CC BY- SA 2.0) auf FlickrFack ju Subvention!“ ist ein Artikel in der WELT überschrieben, in dem der Autor die Meinung vertritt, die durchsubventionierte deutsche Kulturlandschaft produziere nur gremienverhunzte Konsensbrühe und die Künstler müssten sich endlich entscheiden,
„ob sie Staatsflittchen sein oder Kunst hervorbringen wollen“.
Wurde im „Kulturinfarkt“ die Forderung nach einer möglichen Kürzung der Subventionen noch argumentiert, schwadroniert hier jemand vor sich hin, ohne groß eine Ahnung zu haben, schafft es aber, den Begriff des Bildungsbürgers endgültig zu diskreditieren. Gut, inhaltlich gibt der Artikel also nicht viel her, aber die Überschrift passt gut zum stARTcamp in Linz, das am 7. Mai stattfindet und zwar im Wissensturm, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. „Fack ju Subvention!“ Obwohl, ich würde das Ausrufezeichen noch durch ein Fragezeichen ersetzen, also: „Fack ju Subvention?“ Ja, ich glaube, das trifft es ganz gut. Es geht um die Frage, wie sich Kunst und Kultur finanzieren lassen. Auch wenn das den einzelnen KünstlerInnen und Kultureinrichtungen nicht so vorkommen mag, aber es fließt noch ziemlich viel Geld in den Kunst- und Kulturbereich. Aber vielleicht ließe sich in Linz die Frage diskutieren, ob das Geld richtig fließt und vor allem: erreicht es auch die Richtigen? Das Hauptaugenmerk wird nächste Woche aber sicher bei den Alternativen zur öffentlichen Förderung liegen. Die aktuelle Ausgabe des KM-Magazins hat dazu eine Steilvorlage geliefert und behandelt unter der Überschrift „Kulturfinanzierung“ Themen wie Sponsoring, Corporate Cultural Responsibility, Online-Fundraising oder Crowdfunding. Aber mir reicht das noch nicht. Gilt diese Einteilung überhaupt noch? Lohnt es sich, weiter auf das klassische Kultursponsoring zu setzen, obwohl es vermutlich vielen so geht wie Christoph Grunenberg, dem Direktor der Kunsthalle Bremen, der im KM-Magazin konstatiert,
„dass der Anteil des Sponsorings an der Gesamtfinanzierung geringer geworden ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren, mit abnehmender Tendenz“.
Und was ist mit denen, die bis jetzt noch gar keine Sponsoren hatten? Ist für die Crowdfunding eine Alternative? Ich denke schon, aber nicht nur für die, denn Crowdfunding ist mehr als nur ein (neues) Finanzierungsinstrument. Vielleicht stimmen all die Kategorien nicht  mehr? Ich habe gerade einen sehr guten Artikel von Dion Hinchcliffe gelesen. In „How much can technology actually improve collaboration?“ zeigt er, welche Vorteile sich daraus ergeben, wenn man mit anderen zusammenarbeitet. Aber mir reicht es nicht, wenn wir nur darüber nachdenken, wie Theater kooperieren. Oder Museen. Und wenn wir innovativ sind, Theater mit Museen. Nein, denken wir mal weiter und orientieren wir uns an dem, was die BesucherInnen eines Konzerts oder einer Ausstellung davor und danach erleben beziehungsweise, was sie sich davor und danach wünschen? Mit dem Modell des digitalen Erlebnisraums geht es uns darum, Kooperationen entlang einer Wertschöpfungskette zu entwickeln. Einen Schritt zurück: Immer wieder weisen wir darauf hin, dass das Wertvolle der künstlerischen Arbeit nicht nur das künstlerische Objekt ist, sondern der Prozess, der dazu geführt hat. Wir verkaufen aber nur Tickets, um das Ergebnis dieser Arbeit bestaunen zu können. Der Prozess bleibt unter Verschluss. Das ist übrigens auch ein Problem, wenn es darum geht, die künstlerische Arbeit zu bewerben und zu vermitteln. Hier stoßen wir ganz schnell an Grenzen, die es zu überwinden geht. Tom Goodwin formuliert das recht schön in seinem Artikel „Why You Don’t Need A Digital Strategy„:
„You Don’t Need A Digital Strategy, You Need A Digitally Transformed Company.“
Anders gesagt: Erst wenn es Kultureinrichtungen gelingt, sich neu zu organisieren,  besteht die Möglichkeit, die Finanzierungsprobleme zu lösen. Wer jetzt Lust verspürt mitzudiskutieren, der sollte zum stARTcamp nach Linz kommen, denn es gibt kein besseres Format als ein Barcamp, um solche Themen zu diskutieren. Apropos Format: Wer nicht weiß, was ein Barcamp ist, hier die schnelle Antwort: Das Programm wird in der Eingangssession gemeinsam festgelegt, alle können etwas vortragen, diskutieren oder auch einfach eine Frage stellen (mehr dazu: „Was ist eigentlich ein stARTcamp?„). Der Erfolg des stARTcamps hängt also von den TeilnehmerInnen ab. Wenn sich alle aktiv beteiligen, diskutieren oder fragen, dann wird das stARTcamp eine tolle Sache, warten alle nur darauf, dass etwas passiert, wird es eher eine langweilige Veranstaltung. Aber keine Sorge, bis jetzt war die Begeisterung immer groß (man kann das zum Beispiel aus den Blogbeiträgen über das stARTcamp in München herauslesen). Fehlen nur noch die Informationen…

Wo, wann und wie?

Das stARTcamp Linz findet am 7. Mai im Wissensturm in Linz (Kärtnerstraße 26, 4020 Linz) statt, los geht es um 10 Uhr. Wer dabei sein möchte, muss sich nur über diese Liste anmelden. Der Eintritt ist kostenlos, aber für Essen und Getränke wird vor Ort ein Unkostenbeitrag von 10 Euro eingesammelt. Wer schon Themenvorschläge, Fragen oder Diskussionspunkte hat, kann diese in die Liste der Sessionvorschläge eintragen. Ach ja, und etwas Werbung wäre natürlich auch nett. Blogbeiträge oder ein paar Postings auf Facebook und Twitter (hashtag #sclinz) helfen Wolfgang Gumpelmaier und allen, die ihn dabei unterstützen, weiter. Wir sehen uns. ;-)
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Crowdfunding: mehr als ein Finanzierungsinstrument

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Bild: The Strategy of Chess„; von Ken Teegardin (CC BY-SA 2.0) auf Flickr Vor ein paar Tagen war in der ZEIT ein Artikel zu lesen, dessen Überschrift lautete: „Ist das noch Crowdfunding?“ Berichtet wird über die Kampagne von Pebble, einem jungen Unternehmen aus dem Silicon Valley, das via Kickstarter sein neuestes Produkt verkauft. Denn als Gegenleistung gibt es die Pebble Time, eine Smartwatch, die erstmals ein farbiges Display aufweist. Funktioniert hat die Kampagne allemal, denn bereits am ersten Tag kamen 8 Mio. USD zusammen. Rund 40.000 UnterstützerInnen erwarben die Uhr zu sehr günstigen Preisen, mittlerweile haben sich weitere 10.000 KäuferInnen gefunden, die nun mehr als 11 Mio. USD in die Unternehmenskasse spülen. Gründe, warum das Unternehmen auf Crowdfunding setzt, gibt es einige. Zum einen ist es eine klug aufgesetzte Marketingaktion, die ganz stark auf Kundenbindung setzt.
„Der Erfolg auf Kickstarter gehört zur Unternehmenslegende, die Träger der Pebble fühlen sich, nicht ganz zu Unrecht, als Pioniere und Unterstützer einer guten Idee,“
heißt es in dem Artikel. Geboten wird nicht nur die Uhr, sondern es gibt täglich Informationen und Unterhaltung rund um das neue Produkt. Die Kampagne wird zum Event. Für Pebble ist der Verkauf über Kickstarter aber auch wirtschaftlich interessant, denn hier lassen sich höhere Margen erzielen als über den Einzelhandel. Außerdem lässt sich auf der Basis der Kampagne sehr gut einschätzen, wie das Produkt ankommt und so der Produktionsprozess steuern. Während Crowdfunding in seiner Anfangszeit vor allem als Finanzierungsinstrument gesehen wurde, ist das heute etwas anders. Diese Form der Geldbeschaffung ist erwachsen geworden und wir sehen, dass sich hier ein viel größeres Potenzial verbirgt als das Einsammeln von Geld. Für den Kulturbereich sehe ich die große Chance, mit dem Instrument des Crowdfunding in zweifacher Hinsicht erfolgreich zu sein. Erstens darf ich, wenn ich auf einer der mittlerweile zahlreichen Plattformen nicht untergehen möchte, eine Crowdfundingkampagne nicht nebenbei laufen lassen. Sie muss beworben werden und zwar richtig. Was liegt näher, als mein Projekt beziehungsweise mein Produkt schon so früh zu bewerben und sofort mit dem Marketing zu beginnen? Der Vorteil: Ich kann meine UnterstützerInnen per Newsletter oder über Beiträge auf der Projektseite erreichen und ich weiß, dass sie sich für mich interessieren. Schließlich haben sie mich schon finanziell unterstützt. Hinzu kommt: Kultureinrichtungen tendieren meist dazu, zu spät mit ihren Marketingaktivitäten zu beginnen. Zwei Wochen vor der Premiere damit zu beginnen, das kann ich mir nicht leisten, wenn ich das Vorhaben auf diese Weise (mit)-finanziere. Das klingt auf den ersten Blick nicht besonders spektakulär, führt aber vermutlich in vielen Betrieben zu völlig neuen Abläufen. Oft bekommen Marketing und PR die Informationen erst sehr spät, wenn inhaltlich alles klar ist und die Produktion steht. Das geht nun nicht mehr, es bedarf neuer Formen der Zusammenarbeit, denn das Marketing muss schon frühzeitig, schon vor Beginn der Produktion, mit Inhalten gefüttert werden, um die Crowdfundingkampagne starten zu können.

Die Fundraisingpyramide: Mit dem Crowdfunding geht es los

Zweitens glaube ich, dass das Crowdfunding eine große Hilfe in finanzieller Hinsicht sein kann. Zwar gibt es viele Kultureinrichtungen, die private Geldgeber erst dann suchen, wenn die Not groß ist. Aber wer Fundraising strategisch angeht, wird sich seine UnterstützerInnen langsam aufbauen, ob das nun Privatpersonen oder Unternehmen sind. Fundraisingpyramide Die Fundraisingpyramide zeigt, ich habe sie hier kurz skizziert, dass ich in einem ersten Schritt möglichst viel Personen ansprechen muss. Erreichen werde ich sie vor allem über meine Inhalte, Konzerte, Ausstellungen, Inszenierungen, was auch immer. Der Aufwand ist dafür relativ groß, reinkommen wird in der Regel anfangs aber nicht so viel. Ich kann dafür eine Spendenkampagne lancieren, Fördervereine aufbauen oder eben auch auf das Crowdfunding setzen. Der Vorteil: ich komme recht schnell in die Gänge, es passiert sofort etwas und ich kann auch gleich mit unterschiedlichen Gegenleistungen aufwarten. Natürlich hängt die Entscheidung für oder gegen eine Crowdfundingkampagne auch von meiner Zielgruppe ab und es spricht auch nichts dagegen, einen Förderverein aufzubauen oder eine Spendenkampagne durchzuführen. Auch im Hinblick auf Sponsoren ist Crowdfunding ein guter Einstieg. Sie wenden sich zu Beginn an Privatpersonen und bauen zu denen möglichst langfristige Beziehungen auf. UnternehmerInnen, AgenturvertreterInnen, MarketingleiterInnen, wer weiß, wen Sie mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne erreichen und gewinnen können? Im Idealfall gelingt Ihnen der Schritt. Hinzu kommt: Viele Kultureinrichtungen können in Sachen Werbung gar nicht so viel anbieten. Das Programmheft, in dem das Logo zu finden ist, kaufen nur wenige und die Plakate verschwinden auch bald wieder. Kultureinrichtungen, die auf Crowdfunding setzen, sind im Social Web aktiv und haben deshalb schon im Vorfeld eine – hoffentlich – große Sichtbarkeit. Kann es nicht sein, dass Sie schon alleine dadurch für Unternehmen attraktiver werden? Stichwort Image: Holen Sie Unternehmen mit ins Boot und geben ihnen etwas davon ab. Durch die enge Verzahnung mit dem Marketing wird es jeden Menge Möglichkeiten geben, mit Unternehmen zu kooperieren. Wir sind gerade in einer Umbruchphase und das in vielerlei Hinsicht. Die öffentlichen Mittel reichen immer seltener, um die vielen Vorhaben im Kunst- und Kulturbereich zu ermöglichen. Für Kulturbetriebe wird es nicht leichter, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig buhlen viele um dieselben Zielgruppen. Das Crowdfunding könnte ein Instrument sein, mit dessen Hilfe Sie hier trotzdem weiter kommen, auch weil das Marketing immer stärker auf Social Media setzt. Wohin die Reise wirklich geht, kann ich heute noch nicht sagen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das Crowdfunding zukünftig eine ganz wichtige Schnittstellenfunktion im Kunst- und Kulturbereich ausübt und die beiden großen Themenbereiche Kulturfinanzierung und -marketing miteinander verbindet. Siehe dazu auch: Crowdfunding in 11 Schritten (Teil I)
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Creative Europe: die Ergebnisse des ersten Calls

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Über das neue EU-Förderprogramm Creative Europe habe ich ja schon vor einigen Monaten ein Blogpost geschrieben und auf die neuen inhaltlichen Schwerpunkte hingewiesen. Nun sind die Ergebnisse des ersten Calls veröffentlicht worden und es ist ganz spannend zu sehen, welche Projekte angenommen worden sind. Leider gibt es keine Kurzbeschreibungen, deshalb müssen wir uns beim Durchsehen mit den Titeln begnügen. Ich hoffe, die Projektinfos folgen irgendwann noch, denn bei vielen Projekten geht aus dem Titel nicht hervor, worum es im Vorhaben geht. Bei manchen Projekten wie dem „European Opera Digital Project“ oder „Virtual Sets: Creating and promoting virtual sets for the performing arts“ kann man zumindest erahnen, worum es darin geht. Etwas mehr Informationen wären aber sehr hilfreich. Was viele sicher interessieren wird: Wie viele Projektanträge wurden gestellt und wie groß sind die Erfolgsaussichten? In der Kategorie der kleinen Kooperationsprojekte (3 Partner, max. 200.000 Euro, EU-Förderanteil max. 60%) wurden insgesamt 337 Projekte eingereicht, 37 erhielten eine Förderzusage. Damit liegt die Erfolgsquote bei 10,98%, was nicht besonders hoch ist. Bei den großen Kooperationsprojekten (6 Partner, max. 2 Mio. Euro, EU-Förderanteil max. 50%) wurden 74 Projekte eingereicht, 21 erhalten eine Förderung aus Brüssel, womit die Erfolgsquote bei 28,38% liegt. Es ist also schwer zu sagen, ob man sich eher für ein kleines oder großes Projekt entscheiden soll. Die Erfolgsaussichten sind bei den kleinen Kooperationsprojekten ziemlich gering, allerdings muss man auch berücksichtigen, dass nicht so viele Projekte eingereicht worden sind. Etwas besser waren prozentual gesehen die Chancen bei den großen Projekten, aber bei einer Quote von knapp 30 Prozent haben trotzdem nur 21 eine Förderzusage erhalten. Das ist bei der Vielzahl der Länder, die an diesem Programm teilnehmen können, keine sehr große Zahl. Wer wissen möchte, welche Netzwerke Geld aus Brüssel bekommen, seit ein paar Tagen sind auch diese Ergebnisse online.
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Crowdfunding in 11 Schritten (Teil II)

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Im ersten Teil meiner kleinen Serie „Crowdfunding in 11 Schritten“ habe ich das Wissen darüber, was Crowdfunding ist, stillschweigend vorausgesetzt. Nachdem es aber mittlerweile ganz unterschiedliche Formen von Crowdfunding gibt und es immer wieder vorkommt, dass man bei diesem Thema aneinander vorbeiredet, möchte ich an dieser Stelle eine Definition nachreichen und kurz zeigen, welche Formen des Crowdfunding es eigentlich gibt. Definitionen existieren mittlerweile viele, das Team vom Institut für Kommunikation in den sozialen Medien (Ikosom) hat in einem Blogbeitrag einige zusammengetragen, unter anderem auch eine von mir:

„Als Ausprägung des Crowdsourcing verfolgt das Crowdfunding das Ziel, Vorhaben zu finanzieren, bei denen es um die Durchführung von Projekten, die Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen, aber auch die Gründung von Unternehmen gehen kann. Die Initiatoren setzen dabei auf das Prinzip “kleine Beträge von vielen Unterstützern” und bieten dafür entsprechende Gegenleistungen an, die neben aus dem Vorhaben heraus generierten Produkten auch ideeller oder finanzieller Natur sein können. Eine Crowdfunding-Kampagne ist nur dann erfolgreich, wenn sie ihr Finanzierungsziel erreicht (Alles-oder-Nichts-Prinzip) und wird meist auf den im Internet entstandenen Crowdfundingplattformen durchgeführt.“

Aus der Definition geht hervor, dass es ganz unterschiedliche Formen von Crowdfunding gibt. Durchgesetzt hat sich das folgende Schema (siehe dazu auch: „Die vier Arten von Crowdfunding (Infografik)„)

Die 4 Arten von Crowdfunding
  • Equity based: Diese Variante wird oft auch als Crowdinvesting bezeichnet, bei der die Unterstützer zum Beispiel in ein Startup investieren, um später am finanziellen Erfolg des Unternehmens teilzuhaben.
  • Lending based: Bei dieser Form des Crowdfunding geht es um die Gewährung von (Mikro)-Krediten, die vom Empfänger zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden müssen.
  • Reward based: Die Unterstützer erhalten eine Gegenleistung, entweder auf Produktbasis oder rein ideell. Auf diese Form der Unterstützung, die dem Sponsoring ähnelt, setzen viele Kultureinrichtungen.
  • Donation based: Entspricht der klassischen Spende, bei der es keine materielle Gegenleistung gibt.

Diese Ausdifferenzierung ist ein Beleg dafür, dass sich das Crowdfunding ständig weiter entwickelt. Eine Bestätigung findet diese Behauptung in der ständig steigenden Zahl an Crowdfundingplattformen, die sich, um im Wettbewerb mit anderen Anbietern bestehen zu können, zunehmend auf einzelne Nischen spezialisieren. So existiert seit kurzem mit Trevolta zum Beispiel eine Plattform, über die sich Reisen finanzieren lassen. Eine Anfang November 2013 veröffentlichte Liste zählt alleine in Deutschland 66 Plattformen

Schritt 3: Planen Sie Ihr Vorhaben sorgfältig

Spätestens jetzt sollte uns klar sein, dass eine Crowdfundingkampagne nicht ein kleines Anhängsel eines „richtigen“ Projektes ist, sondern als eigenständiges Vorhaben zu gelten hat.

Das bedeutet, eine solche Kampagne sollte auch entsprechend geplant werden (siehe dazu unter anderem: „Wie sieht ein richtiger Projektstrukturplan aus?„). Und budgetiert, denn beim Crowdfunding gibt es nicht nur Einnahmen, sondern es fallen auch Ausgaben an. Die sollten Sie in Ihre Kalkulation miteinbeziehen, ansonsten zahlen Sie bei Ihrer Kampagne am Ende drauf. Ob das die Kosten für die anfallende Arbeitszeit sind oder das Geld, das Sie für die Gegenleistungen in die Hand nehmen müssen, alle diese Beträge erhöhen die Kosten für das gesamte Projekt, was wiederum Auswirkungen auf die Zielsumme der Crowdfundingkampagne hat.

Vergessen Sie vor allem bei der Kalkulation die Portokosten nicht, so Sie Ihre Gegenleistungen verschicken müssen. Das kann schnell ins Geld gehen, vor allem wenn die UnterstützerInnen aus dem Ausland kommen. Nicht alle tun Ihnen den Gefallen und wohnen um die Ecke. ;-)

Am Ende ist der Aufwand vermutlich größer als gedacht, deshalb ist eine vorsichtige Planung sicher von Vorteil. Ich habe den Aufwand für die stART12-Kampagne damals auch unterschätzt und würde die Arbeitszeit heute wesentlich großzügiger kalkulieren.

Schritt 4: Setzen Sie den benötigten Betrag fest

Am Ende steht dann aber fest, wie hoch das Budget für Ihr gesamtes Vorhaben ist und was Sie Ihre Kampagne kostet. Nun geht es um die Frage, welche Summe Sie mit Hilfe Ihrer Crowdfundingkampagne hereinbekommen möchten? In meiner Definition von Crowdfunding habe ich geschrieben, dass dabei meist das Alles oder Nichts-Prinzip gilt. Nur wenige Plattformen weichen davon ab und erlauben es einem, auch mit einem geringeren Betrag das Vorhaben zu starten. Also ohne die eigentliche Zielsumme erreicht zu haben. In meinen Augen ist das ein gefährliches Modell, denn am Ende sind es wieder die Honorare, die nicht ausgezahlt werden. Insofern bin ich mit dem Modell, dass das Geld nur erhält, wer seine Zielsumme erreicht, ganz zufrieden, denn ich betrachte es als hilfreichen Ansatz im Kampf gegen Selbstausbeutung im Kunst- und Kulturbereich.

Allerdings ist bei diesem Modell die Gefahr des Scheiterns entsprechend groß. Unter Umständen investieren Sie Zeit und Geld in Ihre Crowdfundingkampagne und schaffen es am Ende nicht, Ihre angestrebte Zielsumme zu erreichen. Auf den angefallenen Kosten bleiben Sie sitzen und Ihr Projekt können Sie vergessen. Deshalb macht es Sinn, sich im Vorfeld Gedanken über das Risiko Ihres Vorhabens zu machen. Unter Umständen versuchen Sie mit Ihrer Kampagne nicht das gesamte Projekt zu finanzieren, sondern nur einen Teil. Schaffen Sie Ihre Zielsumme nicht, können Sie hoffentlich das Projekt selbst trotzdem noch durchführen, wenn auch vermutlich mit Einschränkungen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Theater Sommer Klagenfurt, dessen Kampagne ich im ersten Teil dieser Serie erwähnt habe. Um das Risiko zu minimieren, sollten mit der Kampagne nur die Kostüme finanziert werden. Wäre sie gescheitert, hätte das Stück trotzdem noch produziert werden können, wenn auch ohne oder mit billigeren Kostümen.

Lassen sich Crowdfundingkampagnen mit öffentlichen Förderungen kombinieren? Diese Frage taucht immer wieder auf, ich würde sie generell mit einem Ja beantworten. Aber Sie sollten sich immer die Konsequenzen überlegen, wenn es mit dem Crowdfunding nicht klappt. Theoretisch lassen sich etwa auch die Fördergelder aus Brüssel mit einer Crowdfundingkampagne verbinden. Das Risiko resultiert aus der Tatsache, dass Sie sich, so die Kampagne nicht klappt, sehr schnell nach Alternativen umschauen müssen, denn beim neuen EU-Förderprogramm „Creative Europe“gilt wie bei den meisten EU-Programmen das Prinzip der Kofinanzierung. Das heißt, Sie müssen die restlichen 40 oder 50 Prozent auf alle Fälle auftreiben, sonst verlieren Sie das Geld aus Brüssel auch wieder. Wenn Sie also vor allem bei großen Projektvorhaben auf Crowdfunding setzen, sollten Sie auf alle Fälle einen Plan B haben. Sonst droht das völlige Scheitern Ihres Projektes. Passiert das vor dem Start der Arbeit, mag das gerade noch in Ordnung sein. Wenn Sie aber  schon mit der Arbeit begonnen und erste Gelder ausgegeben haben, können Sie sich ein Scheitern schlichtweg nicht leisten. Insofern spricht gerade bei längeren EU-Projekten viel dafür, das Risiko zu minimieren und nur einen kleinen Teil des Budgets auf diese Weise zu finanzieren.

Wenn diese Punkte geklärt sind, gilt es die Frage nach der richtigen Plattform zu beantworten. Darum geht es dann in Teil III dieser Serie. Außerdem beschäftige ich mich mit der Frage, wie lange eine Kampagne dauern sollte? Eher lang oder eher kurz? Die Antwort auf diese Fragen gibt es nächste Woche.

Bild von Tumisu auf Pixabay

Siehe auch:

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EU-Förderungen: Der erste Call for Proposals im Rahmen des Programms „Creative Europe“

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Kreatives Europa Gestern hat die Europäische Kommission den ersten Call im Rahmen des neuen Förderprogramms „Kreatives Europa“ veröffentlicht, dessen Grundstruktur ich bereits in meinem Blogbeitrag „Das neue EU-Kulturförderprogramm ‚Kreatives Europa‘ verspricht mehr Geld für Kunst und Kultur“ vorgestellt habe. In diesem Blogbeitrag möchte ich kurz die wichtigsten Informationen für die zusammenfassen, die sich an dieser Ausschreibung zu beteiligen beabsichtigen. Gut geeignet als Ausgangspunkt ist diese Seite, denn hier können Sie gut erkennen, wie das neue Programm „Kreatives Europa“ strukturiert ist. Wer sich die Einleitung zum Unterprogramm Kultur durchliest, erkennt recht schnell, dass sich nicht all zu viel bei den übergeordneten Zielen verändert hat. Nach wie vor geht es um Mobilität und transnationalen Austausch, neu hinzugekommen ist der Bereich Audience Development. Das Unterprogramm Kultur ist eingeteilt in vier Aktionsbereiche, nämlich
  • European cooperation projects
  • European Platforms
  • European Networks
  • Literary translation projects
Wer auf den Link „European cooperation projects“ klickt, findet auf der sich dahinter verbergenden Seite alle Dokumente, die für die erste Ausschreibungsrunde benötigt werden, inklusive der Formulare. Wenn Sie sich in der Vergangenheit schon mal mit EU-Förderungen beschäftigt haben, werden Ihnen einige Punkte vertraut vorkommen, es hat sich aber vieles geändert. Die wichtigsten Informationen zu den ersten Calls in allen vier Aktionsbereichen finden Sie im Dokument „Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen„. Ergänzt wird es durch den Leitfaden, der bis jetzt nur in englischer Sprache zur Verfügung steht. Da der Bereich der Kooperationsprojekte vermutlich am interessantesten ist, lasse ich die anderen Bereiche in diesem Beitrag unberücksichtigt und auch auf den Leitfaden werde ich erst später eingehen, in der Hoffnung, dass die deutschsprachige Version möglichst bald zur Verfügung steht.

Wer kann am Förderprogramm „Kreatives Europa“ teilnehmen?

Die Länder, die am Förderprogramm teilnehmen dürfen, lassen sich in vier Gruppen einteilen:
  • EU-Mitgliedstaaten
  • Beitrittsländer, Kandidatenländer und potenzielle Kandidatenländer
  • EFTA-Staaten
  • Länder, die über die Europäische Nachbarschaftspolitik mit der EU verbunden sind
Welche Länder dann wirklich dabei sind, hängt von verschiedenen vertraglichen Abmachungen ab, deshalb lohnt es sich, sowohl einen Blick auf diese Liste zu werfen als auch bei den Cultural Contacts Points in Deutschland oder Österreich nachzufragen. Außerdem ist die Schweiz vorbehaltlich eines noch abzuschließenden bilateralen Abkommens dabei. An dem Programm beteiligen können sich generell Akteure aus dem Kultur- und Kreativsektor, die ihren Sitz in den oben angeführten Ländern haben. Der Begriff „Akteur“ umfasst laut §2 der „Verordnung zur Einrichtung des Programm Kreatives Europa“ „eine Fachkraft, eine Organisation, ein Unternehmen oder eine Einrichtung“, die seit mindestens zwei Jahren eine Rechtspersönlichkeit hat und dies belegen kann. Wichtig ist auch zu wissen, was Brüssel  unter der Kultur- und Kreativbranche versteht. Laut der eben erwähnten Verordnung (ebenfalls §2) sind damit alle Sektoren gemeint, „deren Aktivitäten auf kulturellen Werten und/oder künstlerischen und kreativen Ausdrucksformen beruhen, unabhängig davon, ob diese Aktivitäten marktorientiert sind oder nicht, und unabhängig von der Art der Einrichtung, die sie durchführt. Zu diesen Aktivitäten zählen Entwurf, Produktion, Vertrieb/Verbreitung und Erhaltung von Waren und Dienstleistungen, die für kulturelle, künstlerische oder kreative Ausdrucksformen stehen, sowie damit verbundene Funktionen wie Ausbildung, Management oder Regulierung. Zur Kultur- und Kreativbranche zählen vor allem Architektur, Archive und Bibliotheken, Kunsthandwerk, der AV-Bereich (einschließlich Film, Fernsehen, Videospiele und Multimedia), das Kulturerbe, Design, Festivals, Musik, darstellende Kunst, Verlagswesen, Radio und bildende Kunst;“

Was wird gefördert?

Zwar ist in der Beschreibung der Kultur- und Kreativszene auch von marktorientierten Aktivitäten die Rede, im Call ist aber auch der Passus zu finden, dass im Unterprogramm Kultur „insbesondere gemeinnützige Projekte gefördert“ werden. Ähnlich diffus bleibt der Text bei der Beschreibung der Vorhaben, die im Rahmen der Europäischen Kooperationsprojekte gefördert werden sollen. Einerseits geht es hier um den Aufbau von Kompetenzen, um transnational arbeiten zu können. Dies soll geschehen durch die Unterstützung von:
  • Maßnahmen, die den Akteuren im Kultur- und Kreativbereich Fertigkeiten, Kompetenzen und Know-how vermitteln, um diesen Sektor zu stärken. Besonders gefragt sind hier der Einsatz digitaler Technologien, innovative Ansätze im Bereich Audience Development sowie das Erproben neuer Geschäfts- und Managementmodelle.
  • Maßnahmen, die auf der Basis langfristiger Strategien beruhen und es den Akteuren ermöglichen, international zu kooperieren und zu agieren.
  • Maßnahmen, die dazu  beitragen, den Kultur- und Kreativsektor so zu stärken, dass sich ihm durch internationale Vernetzung neue Märkte eröffnen.
Ich habe hier bewusst darauf verzichtet, einfach aus dem Call zu zitieren, da die Übersetzung relativ ungenau wiedergibt, worum es hier eigentlich geht. Hier geht es nicht darum, Kunst- und Kulturprojekte durchzuführen, sondern um die Verbesserung der Rahmenbedingungen, um – ich sag das jetzt mal so – professioneller und damit internationaler arbeiten zu können. Dabei setzt Brüssel auf digitale Technologien, Audience Development, neue Managementansätze und neue Erlösmodelle. Wenn Sie Ihre Kultureinrichtung in Richtung Social Business entwickeln wollen, dann können Sie das im Rahmen dieses Calls eigentlich machen. Andererseits geht es zweitens um den Austausch, also die Mobilität derer, die im Kulturbereich arbeiten sowie die Verbreitung von Kunst. Konkret:
  • Gefördert werden internationale kulturelle Aktivitäten, zum Beispiel Ausstellungen, Festivals und Projekte, bei denen es zu einem künstlerischen Austausch kommt.
  • Gefördert wird die Verbreitung europäischer Literatur, um eine möglichst große Verfügbarkeit sicherstellen zu können.
  • Gefördert werden Maßnahmen im Bereich Audience Development, um dem Kunst- und Kreativbereich neue Publikumsschichten zu erschließen. Dabei geht es nicht nur darum, die Beziehungen zu seinen Besuchern zu vertiefen, sondern auch die Nichtbesucher zu erreichen.
Die ersten beiden Punkte entsprechen dem, was wir vom alten Kulturförderprogramm kennen. Das Thema Audience Development ist hier neu dazu gekommen und dient  in diesem Fall dazu, konkret Besucherbeziehungen zu vertiefen beziehungsweise neue Besucherschichten zu erreichen. Während es oben eher um die Entwicklung der Modelle geht, muss man hier wohl den Weg von der Theorie in die Praxis beschreiten, um eine Förderung zu erhalten. Fazit: Viele werden von dieser Entwicklung enttäuscht sein, denn das ist nicht mehr das EU-Kulturförderprogramm, welches wir von früher kennen. Welches Projekte in den Bereichen Theater, bildende Kunst Literatur oder Musik fördert. Natürlich ist das noch immer möglich, aber dabei handelt es sich um einen eher kleinen Teilbereich. Aber das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn bis jetzt habe ich zwar auf nationaler Ebene meine Operninszenierung oder meine Ausstellung gefördert bekommen. Aber für die Entwicklung einer zeitgemäßen Infrastruktur war bis jetzt kein Geld da. Nun gibt es Geld für Vorhaben in Bereichen wie Social Media, Marketing, Personalentwicklung oder Management. Problematisch wird nur sein, woher die Mittel für die Kofinanzierung kommen, denn entsprechende Förderprogramme fehlen in den Ländern.

Zum Thema Geld

Unterschieden wird wie auch bei den Vorgängerprogrammen zwischen kleinen und großen Kooperationsprojekten. Während man bei den kleinen Kooperationsprojekten mindestens zu dritt sein muss, wobei die Partner alle aus verschiedenen Ländern kommen müssen, ist die Hürde bei den großen Kooperationsprojekten doppelt so hoch: Verlangt werden mindestens sechs Partner aus unterschiedlichen Ländern. Finanziell sind die Unterschiede noch größer: Während die kleinen Projekte maximal 60% des Budgets, jedoch maximal 200.000 Euro aus Brüssel erhalten, sind es bei den großen Projekten nur 50%, aber dafür bis zu 2 Mio. Euro. Gleich ist nur die maximale Projektdauer, die nicht mehr als 48 Monate, das sind vier Jahre, betragen darf. Mehr möchte ich Ihnen in diesem Blogpost gar nicht zumuten. So Sie nicht bereits eine konkrete Idee haben, sollten Sie jetzt auf der Grundlage der Maßnahmen, die im Rahmen von „Kreatives Europa“ gefördert werden, erst einmal die passende Idee finden und sich Gedanken darüber machen, wie Ihr Projekt aussehen könnte und welches vor allem Ihre Partner sein werden. An Konzepten und Budgets können Sie in der Ferienzeit arbeiten, die Partnersuche ist in dieser Zeit praktisch unmöglich. Deshalb ist es sicher klug, sich schon jetzt um passende Partner zu kümmern.
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Martha Damus: Crowdfunding: Projektunterstützung durch die Plattformen, über die Fundingphase hinaus. Ein kurzer Einblick in meine Masterarbeit (Gastbeitrag)

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background-19939_640 © PublicDomainPictures ; Pixabay In meiner Arbeit „Online crowdfunding platforms: Developing concepts for supportive instruments beyond the funding phase.“ (2013) beschäftigte ich mich mit der Verbesserung von reward-based (UnterstützerInnen erhalten materielle oder ideelle, jedoch nicht monetäre Dankeschöns als Gegenleistung für ihre finanzielle Unterstützung eines Projekts.) Crowdfunding-Prozessen durch neue Funktionen auf deutschen Crowdfunding-Plattformen. Auf diese Weise möchte ich dazu beitragen, dass Crowdfunding sich auch hierzulande etabliert und in Zukunft stärker genutzt wird. Ich möchte den Betreibern von Crowdfunding-Plattformen nahe legen, auf die Wünsche und Forderungen ihrer NutzerInnen zu reagieren und die bestehende Vermittler-Rolle hin zu einer stärkeren Unterstützung der ProjektmacherInnen und ProjektunterstützerInnen auszubauen. Mithilfe der von mir ausgearbeiteten sieben Konzepte für neue Plattform-Funktionen können Nutzermotivationen gestärkt und die aktuelle Unzufriedenheit reduziert werden. Mit meinen Vorschlägen versuche ich nicht zu komplexe, zu bürokratische oder zu teure Lösungen anzubieten. Andere, durchaus effizientere Modelle, die etwa auf Strafen und Versicherungen fußen, wären möglich, würden aber auch den individuellen, oft gelobten Charme von Crowdfunding zerstören. Immer wieder kommen Fragen auf, wie es eigentlich mit der Plattformverantwortung und dem Schutz der NutzerInnen bei gescheiterten Crowdfundingprojekten aussieht!? Was passiert, wenn Projekte ihre versprochenen Dankeschöns nicht (fristgerecht) an die UnterstützerInnen versenden? Warum erfahren die Unterstützenden so oft nichts darüber, was aus den von ihnen mit-finanzierten Projekten geworden ist? Und warum schaffen es einige Projekte – trotz erfolgreicher Finanzierung – nicht, ihre Projektidee auch wirklich zu realisieren? Und wie lässt sich das ändern? Fragen wie diese und der Fakt, dass unzufriedene NutzerInnen nicht förderlich für die Etablierung des Modells Crowdfunding sind, waren Ausgangspunkte meiner Masterarbeit im Fach „Digitale Medien“ in Bremen und Bremerhaven. Ich habe mich daher mit Nutzermotivationen und existierenden Plattformfunktionen beschäftigt. Wo ich die Motivationen von UnterstützerInnen und ProjektstarterInnen nicht ausreichend unterstützt sah, habe ich Konzepte für neue Plattformfunktionen entwickelt. Diese habe ich mithilfe von Experteninterviews überarbeitet und prototypisch visualisiert. Eine Annahme, die die Erstellung von Konzepten maßgeblich beeinflusste, war die Zuordnung von Crowdfunding-Plattformen zu sogenannten „Creativity Support Tools“ (nach Ben Shneiderman, 1999 und Kuo/Gerber, 2012). Solche Tools definiere ich in meiner Arbeit als interaktive Onlinesysteme zur Unterstützung kreativer Arbeit. Sie können die Zusammenarbeit mit anderen unterstützen und das Sammeln, Kombinieren und Einbinden verschiedener Ressourcen erleichtern. Somit können mehr innovative Ergebnisse erzielt und diese danach auch besser verbreitet werden. Creativity support tools greifen in verschiedenen Phasen eines kreativen Prozesses: von der anfänglichen Idee über deren Umsetzung, bis zur abschließenden Verbreitung. In meiner Arbeit komme ich zu dem Schluss, dass auch die Plattformunterstützung sich über mehrere Phasen erstrecken sollte – über die eigentliche Fundingphase hinaus und hinein in die, für die Nutzermotivation wichtigen Phasen der vorangehenden Projektplanung und späteren Projektrealisierung. Die vorgeschlagenen neuen Plattformfunktionen stützen die von mir für diese Arbeit als relevant erachteten Startermotivationen: Lernen, Neugierde, Finanzierung der eigenen Idee, Anerkennung, Bewusstsein für die eigene Arbeit vergrößern, sich mit anderen verbinden/Networking, sowie die Unterstützermotivationen: Neugierde, Unterhaltung, Erhalt einer Gegenleistung, Anerkennung und Verantwortungsübernahme. Um diese Motivationen hinreichend fördern zu können, sollten Plattformen meines Erachtens verschiedene Vorgänge eines Projekts unterstützen, wie z.B. die Ideenfindung und Organisation des eigenen Projekts mithilfe von gut dokumentierten Beispielen vorangegangener Projekte. So können StarterInnen von der Erfahrung früherer Projekte profitieren indem sie ihre eigenen Projekte besser planen und präsentieren. Unter meinen sieben neuen Konzepten befindet sich folglich der Vorschlag, dass alle Crowdfunding-Projekte, egal ob erfolgreich finanziert oder nicht und erfolgreich umgesetzt oder nicht, online bleiben und für alle NutzerInnen einer Plattform leicht auffindbar sein sollen. Ideal wäre es, wenn alle Projekte unbegrenzt online blieben, doch aufgrund des oft und vehement von StarterInnen geäußerten Wunsches, nicht erfolgreiche Projekte wieder löschen zu können, sollte als Kompromiss wenigstens eine Mindestverfügbarkeit (z.B. 12 Monate) festgelegt werden. Ein weiteres Konzept sieht vor, dass die Projekte nach Funding- oder Projekt-Ende nicht einfach unverändert online bleiben, sondern die StarterInnen den Verlauf ihres Projektes reflektieren müssen. Dazu können von Plattformseite Reflektionsfragebögen angeboten werden, die dann auf der Projektseite veröffentlich werden. Eine kurze und bündige Projektreflektion schaffte mehr Transparenz und würde nicht nur zukünftigen ProjektmacherInnen den Start erleichtern, sondern beispielsweise auch UnterstützerInnen erklären, warum selbst ein erfolgreich finanziertes Projekt nicht immer wie geplant umgesetzt werden kann. Fehlt eine solche Erklärung kann dies zu Frust und Unverständnis auf Unterstützerseite führen und die Finanzierung von Folgeprojekten unterbinden. Desweiteren empfehle ich die Einführung eines Fortschrittsbalkens für die Projektrealisierung. Ähnlich dem existierenden Fundingbalken (zu wie viel Prozent ist das Projekt bereits finanziert?) und der Zeitanzeige (wie lange noch bis Fundingende?), sollte ebenfalls auf einen Blick deutlich werden, wie weit das bereits finanzierte Projekt entwickelt ist. Zusammen mit einer aussagekräftigen Dokumentation, schaffte auch dieses Konzept mehr Transparenz für die UnterstützerInnen, die sonst oft nicht genau wissen, was mit ihrem Geld bereits erreicht wurde.
Abb.: Mögliche Darstellung von Projekt-Fortschrittsbalken im Layout der Plattform Startnext. Detailliertere Beschreibungen, sowie die Herleitung dieser und vier weiterer Konzepte für neue Plattformfunktionen können in meiner Masterarbeit nachgelesen werden. Zudem finden sich dort grafische Visualisierungen für alle Vorschläge. Eine Publikation der Arbeit über das ikosom (Institut für Kommunikation in sozialen Medien) ist in Planung. Bei Interesse an der Arbeit können Sie sich gerne per Email an mich wenden: m.damus[at]gmx.de Über Martha Damus: Sie studierte Kunst und Kommunikationswissenschaft in Greifswald und Digitale Medien in Bremen. Derzeit macht sie künstlerische Animationsfilme, gestaltet Webseiten und anderes und betreibt zusammen mit ihrem Freund Marcus Oesterreich das black egg (auch auf Facebook), ein zum mobilen Kunstraum umgebauter Wohnwagen, der nun von Ort zu Ort reist und junge, v.a. digitale Kunst präsentiert. Das Thema Crowdfunding beschäftigt sie seit einiger Zeit – aus der Perspektive der Kulturschaffenden, die selbst nach Vernetzungs- und Finanzierungsmöglichkeiten sucht, sowie aus der Perspektive der Digitale-Medien-Spezialistin, die sich für neue Phänomene interessiert.
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Crowdfunding auf Patreon: Abo statt Kampagne

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Patreon Crowdfunding hat in den letzten Monaten im Kunst- und Kulturbereich enorm an Bedeutung gewonnen. Immer häufiger starten KünstlerInnen und Kultureinrichtungen Kampagnen, um ihre Vorhaben realisieren zu können. Die Zahl derer, die damit Erfolg haben, ist gar nicht so gering, was auch damit zu tun hat, dass es oftmals um eher kleine Summen geht. Auf der anderen Seite nimmt aber auch die Zahl der Projekte zu, die es schaffen, sechsstellige Beträge einzusammeln So positiv sich das Crowdfunding entwickelt, so bleiben doch zwei Punkte zu bedenken. Eine Crowdfunding-Kampagne kostet erstens viel Energie und Ressourcen und zweitens gibt es viele KünstlerInnen, die ihre Arbeit nicht in Projekten strukturieren und deshalb keine Möglichkeit haben, eine Kampagne zu lancieren. Nicht jede MusikerIn kann gleich ein ganzes Album herausbringen, nicht jede SchriftstellerIn verfasst gleich einen ganzen Roman, sondern vielleicht nur ab und zu eine Kurzgeschichte. Hier greift das Prinzip der Crowdfundingkampagne nicht und daher kommt für viele KünstlerInnen Crowdfunding bis jetzt nicht in Frage. Das kann sich jetzt ändern, denn Jack Conte und Sam Yam bieten auf ihrer Plattform Patreon ein neues Modell an, das sich wohl am ehesten als Crowdfunding-Abo bezeichnen lässt. Nicht alle KünstlerInnen denken, wie gesagt, in Projekten. Wer regelmäßig Kurzfilme produziert, Lieder komponiert oder Gedichte schreibt, der sollte sich diese Plattform mal näher ansehen, denn hier haben Fans die Möglichkeit, KünstlerInnen nicht nur einmalig, sondern pro Werk zu unterstützen. Die Höhe des Betrages können sie selbst festlegen, los geht es mit einem Dollar. Das folgende Video zeigt, wie Patreon funktioniert:
Jack Conte, der selbst Künstler ist, hat mittlerweile knapp 900 UnterstützerInnen gefunden, die ihn bei jedem in nächster Zeit produzierten Video mit 6.425 USD unterstützen. Jordan Reyne schreibt Geistergeschichten und erhält derzeit von 6 UnterstützerInnen 18 USD pro Geschichte. Auch KünstlerInnen aus dem deutschsprachigen Raum haben Patreon mittlerweile entdeckt. Während die Sängerin der Gruppe Johna, Nadine Krämer immerhin schon von 14 UnterstützerInnen 93 USD pro Song erhält, wartet man bei der Wiener Filmproduktionsfirma rockvideo.at noch darauf, dass jemand ihre Idee, Filme von Livekonzerten zu produzieren, honoriert. Mir gefällt die Idee, weil es Fans auf diese Weise möglich ist, die Arbeit von KünstlerInnen, die sie schätzen, kontinuierlich zu unterstützen. Nicht nur die Gegenleistungen, auch die Erlösmodelle können dabei sehr unterschiedlich aussehen. Während ich als Unterstützer der Gruppe Johna für 5 USD jeden Song in digitaler Form erhalte, bietet mir Jack Conte für diese Summe Tipps und Tricks für meine eigene Audioproduktion an. Seine Songs verschenkt er lieber. Auch ohne ihn zu unterstützen, kann ich mir seine neue EP von der Patreon-Seite downloaden. KünstlerInnen, die in Prozessen und nicht in Projekten denken und arbeiten, werden von diesem Modell profitieren. Das funktioniere aber nur dann, schreibt Jan Tißler in seinem Artikel „Wie Jack Contes ‚Patreon‘ Künstler und Fans vereint“ im Upload-Magazin, wenn man über eine engagierte Fangemeinde verfügt. Hier gibt es also Gemeinsamkeiten zum „klassischen Crowdfunding“, zu den Kampagnen. Wer seiner Kunst am liebsten unter Ausschluss der Öffentlichkeit nachgehe, schreibt Tißler weiter, werde von den neuen Möglichkeiten nicht profitieren. Das heißt, an Social Media führt wohl auch hier kein Weg vorbei.
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„Kultur macht stark“

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Kultur macht stark Es hat zwar etwas gedauert, aber im letzten Jahr startete das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung das schon 2009 im Koalitionsvertrag beschlossene Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung„. In den nächsten fünf Jahren stehen jeweils zwischen 30 und 50 Mio. Euro zur Verfügung, die aber nicht direkt in Projekte fließen, sondern von lokalen Bündnissen für Bildung verwaltet werden. Gefördert werden damit, so heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums „außerschulische Angebote der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche“. Die Liste der Verbände, die im Rahmen des Programms erfolgreich ein Programm eingereicht haben, ist lang, sie alle haben jeweils einen Maßnahmenplan vorgeschlagen, der nun den Rahmen für ihre eigenen Ausschreibungen bildet. Auch der deutsche Museumsbund ist mit einer eigenen Initiative vertreten. Unter dem Motto „Von uns – für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt.“ sollen Kinder und Jugendliche den kulturellen Raum Museum unter pädagogischer Anleitung erleben. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die sogenannten „Peer-Teamer“, die nach einer musealen und medialen Ausbildung als Museumsbotschafter fungieren, um dann gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein Museumsportrait zu entwickeln, das dann der Öffentlichkeit präsentiert wird. Angesprochen werden besonders „bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren (.), die von Hause aus nur wenig oder gar nicht mit dem Thema Kultur und Museum in Berührung kommen“. Bis 19. August läuft nun die erste Ausschreibungsrunde, für die sich mindestens drei Bildungspartner zusammenschließen müssen, um eine fünfstufige Maßnahme zu konzipieren und einzureichen. Einer der drei Partner muss ein Museum sein, bei Partner Nummer zwei sollte es sich um eine Kinder-, Jugend- oder karitative Einrichtung handeln, der dritte Partner kann frei gewählt werden. Im Rahmen der aktuellen Ausschreibung werden bis zu 26 Projekte ausgewählt, die dann im Herbst mit der Arbeit beginnen können. Alle weiteren Informationen, auch die zum laufenden Bewerbungsverfahren, finden Sie auf den Seiten des Deutschen Museumsbundes. Viel Erfolg!
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Deutschland: Der Kulturfinanzbericht 2012

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Kulturfinanzbericht 2012 Während sich in den kleinen Bereichen oft wahre Tragödien abspielen, sieht es auf der aggregierten Ebene gar nicht so schlecht aus. Die Rede ist vom Kulturfinanzbericht 2012, der auf der Seite des Statistischen Bundesamtes zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Zwar basiert er auf dem Zahlenmaterial des Jahres 2009, allerdings dokumentiert er darüber hinaus auch die auf den Haushaltsentwürfen beruhenden Zahlen bis 2012. Im Jahr 2009 gab der Staat 9,13 Milliarden Euro für die Kunst aus. Rechnet man den kunstnahen Bereich dazu, kommt die stolze Summe von 10,72 Milliarden Euro zusammen. Zählt man beide Bereiche zusammen, tragen die Länder die größte Last, bei den Kulturausgaben tragen die Gemeinden die Hauptlast (siehe Tabelle, Angaben in Mio. Euro). 20130513_kulturfinanzbericht_2012_tabelle Der Bericht zeigt einige interessante Entwicklungen auf. Während zum Beispiel in den westlichen Flächenstaaten (also ohne die Stadtstaaten) die Kulturausgaben zwischen 1995 und 2009 um 32,5 Prozent zunnahmen, stiegen die Ausgaben in den östlichen Flächenstaaten nur um 4,9 Prozent. Insgesamt stiegen die Ausgaben in diesem Zeitraum von 8,9 Milliarden auf 10,7 Milliarden Euro, ein nicht unerheblicher Zuwachs, dem aber natürlich auch steigende Kosten gegenüber stehen. Der Bericht zeigt außerdem, wie stark sich der Bund in Berlin engagiert hat. Von 1995 bis 2009 erhöhten sich  die Ausgaben dort um 26,8 Prozent. Zählt man die Ausgaben von Bund, Länder und Gemeinden zusammen und legt sie auf die EinwohnerInnen der Republik um, dann kommt man für das Jahr 2009 auf die Summe von 111,48 Euro, das sind 21,9 Prozent mehr als 1995, als der Staat noch 91,45 pro Kopf für die Kultur ausgab. Es lohnt sich, einen Blick in diesen Bericht zu werfen oder Sie lesen den in den kulturpolitischen Mitteilungen (Ausgabe 140) erschienenen Artikel (S.13ff) dazu.