All Posts Tagged ‘Kulturförderung

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NRW-Kulturförderbericht 2009 erschienen

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Im Newsletter der Kulturpolitischen Gesellschaft habe ich einen Hinweis auf den gerade erschienenen Kulturförderbericht 2009 des Landes Nordrhein-Westfalen gefunden. Darin werden nicht nur alle Förderungen ab einer Höhe von 20.000 Euro aufgelistet, sondern auch die Förderschwerpunkte und -ziele ausführlich beschrieben. Wer gerade auf der Suche nach Förderungen ist, kann sich dank des Förderberichts einen guten Überblick über die Förderlandschaft in NRW verschaffen.

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Kunst und Kultur: Brüssel fördert Kooperationsprojekte mit dem Libanon

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Mit diesem Beitrag kann ich gleich an den gestrigen Treffpunkt KulturManagement (die Aufzeichnung gibt es hier) anschließen, der seit einem Vierteljahr als Kooperation von Kulturmanagement Network, Projektkompetenz.eu und der stARTconference läuft. Es gibt nämlich, was Fördergelder aus Brüssel angeht, nicht nur das klassische Kulturförderprogramm, sondern zahlreiche Alternativen. Nur finden muss man sie halt und da sind die Newsletter der Cultural Contact Points in Deutschland und Österreich eine wertvolle Hilfe. Im aktuellen Newsletter habe ich den Hinweis auf ein sehr interessantes Förderprogramm entdeckt, in dessen Rahmen kulturelle Kooperationsprojekte mit dem Libanon unterstützt werden.

Wahrscheinlich macht es jetzt keinen Sinn, extra ein Projekt zu konzipieren und sich dann Partner im Libanon zu suchen. Aber es gibt sicher einige Kultureinrichtungen, die so eine Idee bereits haben und auch über Kontakte im Libanon verfügen. Und für die kann das die Chance sein, das eigene Projekt mit Hilfe von Fördergeldern aus Brüssel finanzieren und umsetzen zu können.

Alle wichtigen Informationen sind in diesem Fall auf der Website der Delegation der Europäischen Union in der Republik Libanon zu finden. Zum Beispiel, dass die Frist zur Abgabe des Förderantrags am 31. August um 15.30 endet. Mindestens ebenso wichtig sind der Leitfaden, in dem man erfährt, was konkret gefördert wird und welche Förderkriterien einzuhalten sind und natürlich die ganzen Unterlagen selbst, die ich hier als Zip-Datei abgespeichert habe, damit Sie auch nach dem Ende der Ausschreibung auf die Antragsunterlagen zugreifen können. Zu wissen, wie solche Unterlagen aussehen, ist manchmal ganz hilfreich.

Zwei Ziele verfolgt dieser Call laut Leitfaden, nämlich

  • „dialogue and exchange between cultures and civilisations,
  • the promotion of mutual understanding and the rapprochement between people through cultural and artistic
    exchanges.“

Zur Verfügung stehen insgesamt 90.000 Euro, pro Projekt gibt es mindestens 15.000 und höchstens 30.000 Euro, wobei dieser Betrag 85% des gesamten Projektbudgets nicht übersteigen darf. Das heißt, im ungünstigsten Fall werden nur drei Vorhaben unterstützt. Unter diesen Voraussetzungen ein Projekt zu entwickeln und Partner zu suchen, wäre unsinnig, zu hoch ist das Risiko, eine Absage zu bekommen.

Zwar könnten Sie laut dieses Leitfadens theoretisch das Vorhaben auch ohne Partner vor Ort durchführen, in der Praxis wird das aber schwierig bis unmöglich sein, weshalb auch von dieser Variante abgeraten wird. Da dies ein sehr spezielles Programm ist, erspare ich mir die weiteren Details. Falls Sie einen Antrag stellen wollen, finden Sie sämtliche Informationen im Leitfaden.

Falls Sie Kontakte zu kulturellen Einrichtungen in den umliegenden Ländern haben, z.B. Jordanien, Gaza, etc., werfen Sie einen Blick auf die Unterlagen, denn die Antragsformulare weisen meist eine recht ähnliche Struktur auf. Für die Europäische Union ist diese Region sehr wichtig und daher gibt es immer wieder solche speziellen Ausschreibungen. Man muss nur von ihnen erfahren. ;-)

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Neuer Programmleitfaden für das EU-Kulturförderprogramm erschienen

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Bis zum 1. Oktober haben Sie noch Zeit, Ihren Projektantrag in Brüssel einzureichen, so Sie ein Vorhaben planen, das in den Aktionsbereich 1 (mehrjährige Projekte) oder Aktionsbereich 1.2.1 (Kooperationsprojekte) fällt. Die wichtigsten Informationen finden Sie im Programmleitfaden, der vor kurzem überarbeitet wurde und nun auf den Seiten der Exekutivagentur online zur Verfügung steht.

Besonders hilfreich neben den Erklärungen, welche Förderinstrumente überhaupt zur Verfügung stehen und welche Kriterien zu beachten sind, ist der Terminkalender, der Ihnen einen Überblick über alle Einreichfristen bis 2013 gibt (Seite 15). Dieser Zeitplan gilt, wie gesagt, nicht nur für dieses Jahr, sondern auch für die folgenden Jahre. Das heißt, Sie können schon heute mit den Planungen für Ihre Projekte der nächsten Jahre beginnen.

Die wichtigsten Basisinformationen und Links finden Sie in den Beiträgen:

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Kulturförderungen in Österreich (Update)

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Vor mehr als zweieinhalb Jahren habe ich in einem Beitrag die Fördermöglichkeiten für den Kunst- und Kulturbereich in Österreich auf Bundes- und Landesebene zusammengefasst. Zeit, diese Infos zu überarbeiten und die Links zu aktualisieren.

Wer auf der Bundesebene um Förderungen ansuchen möchte, startet am besten auf der Website des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. In diesem Ministerium ist die Kunstsektion angesiedelt, über die zahlreiche Förderungen vergeben werden. Im Förderungskatalog sind dort alle Programme und Maßnahmen aufgelistet.

Wichtig: Förderungen im Bereich der Museen sind in der Kultursektion angesiedelt, Infos dazu gibt es hier.

Weiterhin im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten oder kurz gesagt im Außenministerium ist die Auslandskultur zu finden. Interessant ist hier der Aktionsplan, in dem es heißt, dass das operative Budget mittelfristig erhöht werden soll. Standardisierte Antragsverfahren gibt es dort nicht.

Zu den Bundesländern:

Auch hier gilt: wenn Sie einen toten Link entdecken, informieren Sie mich bitte. Entweder per Email oder einfach in einem kurzen Kommentar.

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Die EU fördert lokale kulturelle Aktivitäten in acht Nicht-EU-Ländern

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Gerade habe ich den aktuellen Newsletter des deutschen Cultural Contact Point gelesen und fand dort den Hinweis, dass die EU lokale kulturelle Aktivitäten unterstützt:

„Der aktuelle Aufruf der EU unterstützt kulturelle Projekte, die zur Förderung des kulturellen Dialogs und zum Austausch und zur Zusammenarbeit in der Mittelmeerregion beitragen. Teilnahmeberechtigt sind zivilgesellschaftliche Organisationen, Institutionen des öffentlichen und privaten Sektors, lokale Behörden, Kulturzentren und internationale Organisationen mit Sitz in Ägypten. Die Aktivitäten müssen in Ägypten stattfinden. Der Antrag muss bei der Delegation der Europäischen Kommission in Kairo eingereicht werden, die auch Ansprechpartner für Rückfragen ist.“

Ich hatte schon im Dezember daraufhingewiesen, dass dieses Jahr Aktivitäten in insgesamt acht verschiedenen Ländern unterstützt werden, neben Ägypten noch in Armenien, Georgien, Jordanien, Moldavien, den Palästinensergebieten, Tunesien und Weissrussland.

In meinen Augen ist dieses Drittstaatenprogramm besonders interessant, gibt es einem doch die Möglichkeit, für Vorhaben Unterstützung zu bekommen, für die es in der Regel nur wenig bzw. gar kein Geld gibt. Und dass mittlerweile Projekte in acht verschiedenen Ländern möglich sind, steigert die Atttraktivität des Programms noch.

Kurz zu den Zahlen: die Fördersumme liegt zwischen 50.000 und 200.000 Euro, wobei dieser Betrag maximal 50% des Gesamtbudgets ausmachen darf. Die Projekte können eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren haben und mindestens 50% der Aktivitäten müssen in einem der oben angeführten Drittländer stattfinden. Neben einer Organisation vor Ort sehen die Richtlinien die Beteiligung von drei Organisationen aus drei verschiedenen EU-Staaten vor.

Die Antragsformulare und alle weiteren Infos finden Sie auf der Website der für die Betreuung des Programms zuständigen Exekutivagentur. Die Einreichfrist endet am 1.5.2009

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Die Finanzkrise: das Ende der öffentlichen Kulturförderung?

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© Conny T.; Pixelio

Bis jetzt hieß es ja immer, die Finanzkrise würde bei uns keine Auswirkungen auf den Kunst- und Kulturbereich haben, weil es vor allem der Staat sei, der diesen Bereich finanziere und für den Erhalt und Fortbestand der Kulturbetriebe sorge. Klang das anfangs noch sehr zuversichtlich, ist der Grundtenor der Meldungen heute schon ein etwas anderer. In der Albertina werde es wegen der Finanzkrise weniger Ausstellungen geben, in den nächsten vier Jahren müsse das Museum 12 Mio. Euro einsparen, so z.B. Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder.

Und das Da Ponte Institut hat gleich ganz zusperren und Konkurs anmelden müssen. Das sind jetzt nur zwei Beispiele aus Wien, woanders wird es nicht besser aussehen, vermute ich. Wird es also das von Clay Shirky prophezeite Blutbad geben? Vielleicht liege ich gar nicht so falsch mit meiner Behauptung, dass das öffentliche Fördersystem obsolet werden könnte?

Zwei Beobachtungen: als ich diese Woche die erste SocialBar hier in Wien besucht habe, ging es unter anderem um das Thema Social Entrepreneur. Bei den NPO ruft das Thema Widerstände hervor, denn die Organisationen fürchten, dass sich mit dem Aufkommen der Social Entrepreneurs der Staat aus seiner Verantwortung zurückziehen könnte. Ich kann das Argument verstehen, allerdings hat der Staat die NPO schon ohne Social Entrepreneurs in den letzten Jahren mit immer weniger Geldmitteln ausgestattet. Kann man darauf also bauen?

Angesichts der enormen Geldsummen, die in verschiedene Wirtschaftsbranchen gepumpt werden, werden immer wieder mal Vergleiche angestellt, was man mit einem Bruchteil dieser Summen im NPO-Bereich (da schließe ich den Kunst- und Kulturbereich mit ein) alles bewirken könnte. Auch Educult-Geschäftsführer Michael Wimmer macht in einem Blogbeitrag einen Vorschlag, der in eben diese Richtung zielt, womit ich bei meinem zweiten Punkt bin. Er möchte 1% der Summe, die Österreich für seine beiden aktuellen Konjunkturpakete ausgibt, zusätzlich für den Kunst- und Kulturbereich haben. Bei 5,7 Mia. Euro wären das immerhin 57 Mio. Euro.

Diese Forderungen sind in meinen Augen unrealistisch, denn die bis jetzt vereinbarten Konjunkturpakete werden nicht die letzten sein. Zuviel ist in den letzten Jahrzehnten auf Sand gebaut worden und die Löcher, die es zu stopfen gilt, sind noch nicht einmal alle bekannt. Überspitzt formuliert wird sich das Rad noch so lange nach unten drehen, bis jedem Kredit ein realer Gegenwert gegenübersteht.

Die Frage ist nun, ob sich dieses System jemals wieder erholen kann? Fredmund Malik verneint dies. In einem Interview für die FAZ spricht er von der „größte(n) Systemtransformation der Geschichte“, einer Krise, die „mit herkömmlichen Methoden nicht zu lösen“ ist. Auf die Frage, wie er die bisherigen und die geplanten Maßnahmen bewerte, antwortet er:

„Man gibt dem Alkoholiker Schnaps, damit sein Zittern aufhört.“

Ein Großteil der Unternehmen dürfte eigentlich unter Innovationsgesichtspunkten nicht gerettet werden. Autokonzerne wie Chrysler oder GM, aber auch etliche Unternehmen aus anderen Branchen sollte man eigentlich in den Konkurs schicken, damit etwas Neues entstehen kann. Ich wähle hier bewusst den Konjunktiv, denn die Innovationszyklen sind nicht das einzige Maß, das zählt. Die staatlichen Gelder werden in solche Unternehmen gesteckt, um den sozialen Frieden zu erhalten. Um den Wandel von der „Geld- zu einer Wissensgesellschaft“, wie Malik es nennt, halbwegs kontrolliert über die Bühne gehen zu lassen.

Um unser soziales System aufrecht zu erhalten, wird der Staat noch etliche Konjunkturpakete schnüren müssen, die nur dazu dienen, die Folgen zu lindern, aber noch nicht als Investition in die Zukunft zu verstehen sind. In dieser Phase, in der versucht wird, unser System am Leben zu erhalten, wird für Kunst und Kultur nicht mehr Geld zur Verfügung stehen, sondern eher weniger. Wenn es ungünstig läuft, sogar sehr viel weniger.

Das wird die Phase sein, in der etliche NPO verschwinden werden, so wie jetzt schon das Da Ponte Institut. Vielleicht ist das die Phase, wo Social oder Cultural Entrepreneurship ein Ansatz ist, damit diese Bereiche überleben können?  Wo steht geschrieben, dass das alte System der staatlichen Förderung auch zukünftig noch existieren wird? Wir wissen es nicht und ich möchte auch nicht behaupten, dass diese Entwicklung so stattfinden wird, wie ich es hier andeute. Fahrlässig wäre es in meinen Augen nur, den Kopf in den Sand zu stecken und darauf zu hoffen, dass schon alles gut werde.

Wenn Malik mit seinen Vorhersagen Recht hat, dann schaut die Zukunft gerade für den Kunst- und Kulturbereich nicht schlecht aus. Wie sagt Malik?

„Die neuen Realitäten sind hyperkomplexe, ultradynamische, vernetzte Systemkonfigurationen. Herkömmliche Denkweisen und Methoden sind gänzlich untauglich um solche Systeme zu verstehen und zu managen.“

Ich behaupte, KünstlerInnen bewegen sich schon lange in äußerst komplexen Strukturen und sind prädestiniert, eine Vorreiterrolle im Umgang mit Komplexitäten zu übernehmen. Nicht mehr das Geld steht im Vordergrund, sondern das Wissen. Das klingt schon fast nach der guten alten Zeit, in der die KünstlerInnen hochgeachtet waren. Hochachtung mag sein, aber in den Netzwerken der Zukunft werden wir trotzdem vermehrt auf uns selbstgestellt sein. Um dort bestehen zu können, ist so etwas wie Social oder Cultural Entrepreneurship genau der richtige Ansatz. Das heißt, Vorhersagen lassen sich nicht machen, was in komplexen Situationen aber eigentlich auch kein Wunder ist.

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Update zur aktuellen Ausschreibung des EU-Kulturförderprogramms

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Zwei Informationen habe ich zur aktuellen Ausschreibung des EU-Kulturförderprogramms anzubieten.

  1. Mittlerweile hat die Exekutivagentur, die für die Abwicklung des Programms verantwortlich ist, den angekündigten Programmleitfaden auch in deutscher Sprache veröffentlicht. Das PDF umfasst 81 Seiten und enthält alle wichtigen Informationen zum Programm. Die wichtigsten Punkte werde ich demnächst in einem eigenen Blogeintrag zusammenfassen.
  2. Der österreichische Cultural Contact Point bietet als Unterstützung zu dieser Ausschreibung am 30. Juni eine kostenlose Informationsveranstaltung in Wien an. Infos und Anmeldemöglichkeit finden Sie auf der Website des Cultural Contact Point.

Wenn Wien für Sie zu weit ist oder Sie keine Zeit haben, die Veranstaltung zu besuchen, ist das Webinar, das ich zusammen mit David Röthler anbiete, vielleicht eine Alternative für Sie. Die Teilnahme kostet 125 Euro, aber dafür fallen keine Reisekosten an, denn Sie müssen sich nur zu Ihrem eigenen Computer bewegen. ;-)