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Der Fachverband für Kulturmanagement ist online

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Welche Ziele der Fachverband für Kulturmanagement verfolgt, hat dessen Vorsitzender Steffen Höhne ja bereits vor einiger Zeit hier auf diesem Blog im Email-Interview erzählt. Nun habe ich gesehen, dass es mittlerweile eine Website dazu gibt. Derzeit sind die Informationen noch dünn gesät, viele Menüpunkte sind noch ohne Inhalte. Links gibt es aber schon. Einmal zu den verschiedenen Universitäten, die eine Kulturmanagement-Ausbildung anbieten. Und dann gibt es noch einen Menüpunkt <Links>. Da finden sich genau zwei Links zum Thema, nämlich zum Kulturmanagement Network und zur Kulturpolitischen Gesellschaft. Da fallen mir schon noch ein paar mehr ein. Übrigens würde ich mich, lieber Fachverband, freuen, wenn ich dort auch aufgelistet werde. Immerhin habe ich jetzt hier gerade Werbung gemacht und auch einen Link gesetzt. Und wo ich schon mal dabei bin. Auch auf Kulturmanagement Network vermisse ich den Hinweis auf dieses Blog hier. Vorschlag: einfach den Link zu „Portalarte – Projektmanagement für Künstler“ rausnehmen, da der tot ist, und mein Blog auflisten. Einen Kurzttext dafür stelle ich gerne zur Verfügung.
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Fundraising im Kunst- und Kulturbereich: Fünf Fragen zum FachTagKultur 2007

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Am 29. Oktober findet in der K20 Kunstsammlung in Düsseldorf der FachTagKultur 2007 statt. Organisiert wird die eintägige Veranstaltung von der Fachgruppe Kultur, die sich 2005 im Deutschen Fundraising Verband gegründet hat. Die Fachgruppe versteht sich als „Plattform zum Austausch von Wissen und Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis“, wie es in der Einladung heißt und dementsprechend werden bei dieser eintägigen Veranstaltung laut Programm auch jede Menge Beispiele präsentiert. Da geht es beispielsweise um RUHR.2010, also ein eher größeres Projekt. Aber es wird auch der Bücherbus in Köln vorgestellt, der erst durch eine Spendenaktion den Betrieb aufnehmen konnte. Worum es konkret geht, das habe ich Becky Ann Gilbert, Vorstandsmitglied und Leiterin der Fachgruppe „Fundraising für Kunst und Kultur“ des Deutschen Fundraising Verbands im Email-Interview gefragt: Kulturmanagement Blog: Für wen ist diese Tagung gedacht und welche Ziele verfolgen Sie mit dieser Veranstaltung? Becky Ann Gilbert: Die Tagung richtet sich in erster Linie an Mitarbeiter und Führungskräfte aus Kultureinrichtungen, an Agenturen und an Freiberufler, die mit dem Einwerben von Fördermitteln und Sponsorenleistungen befasst sind. Ziele dieser Tagung sind – neben Wissensvermittlung und der Vorstellung von Best-Practice-Beispielen – die Bildung von Netzwerken und der Austausch unter Fachkolleginnen und -kollegen. Ein wichtiger Aspekt jeder Tagung der Fachgruppe Fundraising für Kunst und Kultur des Deutschen Fundraising Verbands – in der Regel veranstalten wir zwei Tagungen im Jahr – ist auch der Regionalschwerpunkt. Nach Tagungen in Hamburg, Frankfurt a. M. und Bad Boll bei Stuttgart stehen Kunst- und Kultureinrichtungen aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet im Mittelpunkt. Kulturmanagement Blog: Im deutschsprachigen Raum wird Fundraising häufig als das Sammeln von Spenden verstanden, in den angelsächsischen Ländern steht der Begriff ganz allgemein für das Akquirieren von Geldmitteln. Dazu gehört zum Beispiel auch das Sponsoring. Wie definieren Sie denn Fundraising? Becky Ann Gilbert: Ich danke für diese Frage, denn ich und meine Kolleg/innen stellen immer wieder fest, dass viele Personen sehr wenig mit Begrifflichkeiten wie „Fundraising“ oder „Sponsoring“ anfangen können. Fundraising kann man als die Beschaffung von Mitteln zur Verwirklichung von am Gemeinwohl orientierten Zwecken definieren. Unter Sponsoring verstehen wir eher die Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten, die mit der Bereitstellung von Geld, Sachmitteln oder Dienstleistungen durch Unternehmen zur Förderung von Personen und/oder Organisationen im sportlichen, kulturellen und/oder sozialen Bereich verbunden sind. Damit sollten Ziele der Unternehmenskommunikation erreicht werden. Sponsoring ist für mich daher eher ein Fundraising-Instrument, das Kunst- und Kultureinrichtungen ermöglicht, neue Ressourcen durch zielgerichtete Unternehmenskooperationen zu erschließen. Kulturmanagement Blog: Für uns ist es – auch aus historischen Gründen – die Aufgabe des Staates, Kunst und Kultur zu ermöglichen und damit auch zu finanzieren. Heute zieht sich der Staat in dieser Hinsicht aber immer mehr zurück. Sind private Geldmittel also quasi der Ersatz für die Gelder, die bis jetzt von öffentlicher Seite kommen? Und wenn dem so ist, wäre es nicht besser, man kommuniziert das auch so? Oft hat man den Eindruck, dass es den verantwortlichen PolitikerInnen gar nicht so unangenehm ist, dass das ein schleichender Prozess ist. Becky Ann Gilbert: Für mich ist die Aufgaben- und Rollenverteilung folgende: Aus meiner Sicht sind die Ziele des Fundraising, anhand ausgewählter Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen mittelfristig potenzielle Förderer der Organisation zu identifizieren und eine Grundlage für eine Identifikation mit der Organisation und ihren Zielen zu schaffen. Dies schafft eine Basis für die Einwerbung von Geld und Sachmitteln zur Unterstützung der Aktivitäten der Organisation und ermöglicht die Erschließung einer Zusatzfinanzierung für die Organisation. Die Aufgabe des Fundraising ist, non-profit-Organisationen durch die Erhöhung der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen zu stärken. Das Fundraising befasst sich mit den Beziehungen zwischen non-profit-Organisationen und ihren Förderern. Günstige Rahmenbedingungen für diese Beziehungen durch die Gesetzgebung zu schaffen, gehört m. E. zu den Hauptaufgaben der Träger von politischer Verantwortung. Fundraising kann keineswegs politische Entscheidungsträger von ihren Pflichten gegenüber der Gesellschaft entlasten noch kann es die öffentliche Förderung von Kunst und Kultur 1:1 ersetzen. Neue Finanzierungsquellen für Kunst und Kultur bedeuten für die Organisationen Änderungen in der Arbeitsform. Für mich ist es zu begrüßen, wenn es Kultureinrichtungen gelingt, neue Partner und Förderer von der Qualität ihrer Arbeit zu überzeugen. Das heißt aber auf keinen Fall, dass die Frage, welche Art von staatlicher Förderung für unsere Kulturlandschaft notwendig wäre, vernachlässigt werden kann. Denn die Tatsache, dass sich Kultureinrichtungen in Deutschland immer häufiger und immer intensiver mit Fundraising-Fragen beschäftigen, bedeutet m. E. keineswegs, dass die Politik von ihrer Verantwortung befreit wäre, zusammen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren nach Antworten auf Fragen zur Rolle und Aufgaben des Staats zu suchen. Natürliche können Fundraiser – wie alle Bürger und Bürgerinnen – sehr viel zu dieser Diskussion beitragen; sie führen muss allerdings die Politik. Kulturmanagement Blog: Ist Fundraising eine Tätigkeit, die bezogen auf den Kunst- und Kulturbereich, outgesourct werden sollte? Oder ist diese Tätigkeit besser in der Struktur der Kulturunternehmung aufgehoben? Becky Ann Gilbert: Auch hiermit sprechen Sie einen wichtigen Punkt an, über den Fundraiser häufig und leidenschaftlich diskutieren. Es gibt keine richtige Antwort auf diese Frage. Für kurzfristige Vorhaben oder Projekte kann die Zusammenarbeit mit externen Fundraising-Experten sich als durchaus sinnvoll erweisen. Stehen Fragen zum strategischen und nachhaltigen Aufbau von Fundraising für eine Organisation im Mittelpunkt, so würde ich die Etablierung von Fundraising als Arbeitsgebiet sowie eine vollständige Integration von Fundraising in die Arbeit der Organisation als Modell bevorzugen. Kulturmanagement Blog: Mir ist aufgefallen, dass der Einsatz der elektronischen Medien auf der Tagung gar kein Thema ist. Warum ist unser Rückstand gegenüber dem angelsächsischen Raum in dieser Hinsicht so groß? Und welche Rolle spielt das Web 2.0 in der täglichen Arbeit von FundraiserInnen? Becky Ann Gilbert: In der Tat stehen eher herausragende Projekte und Initiativen im Mittelpunkt der Vorträge. Dass aber das Internet oder Web 2.0 für die vorgestellten Fundraising-Aktivitäten und Best-Practice-Projekte keine Rolle spielt, kann man nicht unbedingt sagen. Da würde ich dafür plädieren, auf die Beiträge am kommenden Montag zu warten. Und ich würde mich sehr freuen, von möglichst vielen Blogger/innen zu erfahren, welche Rolle das Web 2.0 für die tägliche Arbeit spielt. Darüber liegen in der Tat kaum Informationen und verlässliche Angaben vor, weshalb es sehr schön wäre, wenn wir durch solche wichtigen Foren wie Blogs unseren Wissensstand zum Thema Fundraising erweitern könnten. Kulturmanagement Blog: Vielen Dank für Ihre Antworten
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Der Fachverband für Kulturmanagement: Fünf Fragen an Prof. Steffen Höhne

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Als ich vor mehr als zehn Jahren mein Kulturmanagement-Studium begann, waren die Anbieter der damals noch ausschließlich postgradualen Lehrgänge an einer Hand abzuzählen. Mittlerweile ist die Ausbildungslandschaft ziemlich unüberschaubar geworden. Kulturmanagement kann an Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen studiert werden und auch private Anbieter haben sich längst auf dem Markt etabliert. Nun scheint eine kritische Masse erreicht worden zu sein, denn Ende April wurde in Weimar der Fachverband für Kulturmanagement gegründet. Aus dem Kreis der neunzehn Gründungsmitglieder wählte man einen siebenköpfigen Vorstand, dessen Vorsitz nach dem Rotationssystem jedes Jahr wechselt. Erster Vorsitzender ist Steffen Höhne, der als Professor an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar den Studiengang Kulturmanagement leitet. Nachdem die Informationen über den Fachverband noch dünn gesät sind und die Website sich in der Entstehungsphase befindet, habe ich Prof. Höhne um ein Email-Interview gebeten. Kulturmanagement Blog: Herr Prof. Höhne, welche Erwartungen verbinden Sie mit der Gründung des Fachverbandes? Welche Ziele stehen für Sie im Vordergrund und was werden die ersten Aktivitäten des Verbandes sein, dem Sie die nächsten Monate vorstehen? Prof. Höhne: Zunächst einmal vielen Dank für die Gelegenheit, den neuen Fachverband hier zu präsentieren. Die Homepage mit weiteren Informationen befindet sich in Arbeit und wird in Kürze frei geschaltet. Der Fachverband versteht sich zunächst als eine Organisation zur Förderung des Kulturmanagements in Forschung und Lehre sowie als Vertretung für Kulturmanager/-innen aus dem deutschsprachigen Raum. Der Fachverband möchte u.a. hierzu jährliche Fachkonferenzen durchführen sowie Hilfen bei der Herausbildung von überregionalen Schwerpunkten in der Lehre (z. B. Graduiertenkollegs) geben. Darüber hinaus möchte der Fachverband die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit verwandten Verbänden und Institutionen (KuPoGe, ENCATC) fördern sowie die internationale Zusammenarbeit und die Vertretung der Interessen des Faches Kulturmanagement in internationalen kulturpolitischen und kulturökonomischen Organisationen und Kontexten stärken. Der Fachverband betrachtet sich ebenfalls als Interessensvertretung (z.B. im Hochschulverband, in der Wissenschaftspolitik, im Kulturrat etc.) mit dem Ziel einer Profilierung des Berufsbildes. Kulturmanagement Blog: Wer kann denn Mitglied des Fachverbandes werden? Prof. Höhne: Der Fachverband spricht die in Lehre und Forschung tätigen Fachvertreter an staatlichen und privaten Universitäten und Hochschulen an, d.h. akademische Institutionen mit regelmäßigen Ausbildungsangeboten. Kulturmanagement Blog: Wenn ich als Kulturmanager danach gefragt werde, worin meine Tätigkeit besteht, dann verwende ich in der Regel Begriffe wie Management, Marketing oder Kommunikation für meine Erklärungen. Ist das Fehlen einer Definition, wie wir sie zum Beispiel für den Begriff Projektmanagement kennen, ein Problem oder eine Chance für das Kulturmanagement? Prof. Höhne: Ich denke nicht, dass ein Mangel an Definitionen besteht, allerdings setzt sich das Fach – als akademische Disziplin – aus höchst heterogenen Anteilen zusammen. Der idealtypische Kulturmanagement-Student benötigt kulturökonomische, -juristische und -wissenschaftliche Kenntnisse und darüber hinaus personale Kompetenzen wie Ambivalenz- und Frustrationstoleranz, hohe Empathiefähigkeit, intellektuelle Phantasie etc., d.h. neben der Fachkompetenz auch individuelle, soziale und strategische Kompetenzen. Diese Heterogenität betrachte ich allerdings als eine Chance für das Fach! Kulturmanagement Blog: Auf Grund des steigenden Ausbildungsangebotes gibt es immer mehr fertig ausgebildete KulturmanagerInnen. Nun mag es zwar sein, dass der Bedarf an qualifizierten ManagerInnen durchaus vorhanden ist. Häufig fehlt aber das Geld, um solche Leute auch adäquat bezahlen zu können. Das heißt, viele KulturmanagerInnen finden keinen Job, weil der Markt nicht richtig funktioniert. Wie kann der Kunst- und Kulturbereich dieses Problem lösen? Zum Beispiel, in dem die Zahl der Ausbildungsplätze nicht mehr weiter gesteigert oder sogar verringert wird? Prof. Höhne: Ich kann natürlich nur für die Weimarer Absolventen sprechen, von denen bisher (praktisch?) jeder unmittelbar nach Abschluss des Studiums eine Stelle, wenngleich nicht immer adäquat vergütet, bekommen hat. Meines Wissens sieht es bei den anderen Studiengängen noch ähnlich gut aus. Dennoch muss man schauen, dass kein Überangebot an akademisch ausgebildeten Kulturmanagern/innen entsteht und langfristig Probleme entstehen wie sie bspw. bei den Geisteswissenschaften bekannt sind. Gerade deshalb möchte sich der Fachverband um Qualitätsstandards bemühen, auch um einem Überangebot bei gleichzeitiger Verwässerung des Ausbildungsniveaus entgegen zu wirken. Kulturmanagement Blog: Als Blogger möchte ich am Ende noch eine Frage zum Thema Web2.0 loswerden. In den angelsächsischen Ländern gibt es Theater, Museen und KulturmanagerInnen, die Web2.0-Applikationen wie Blogs, Wikis oder auch Videoplattformen einsetzen. Im deutschsprachigen Raum sind wir da noch nicht so weit, daher hätte ich gerne gewusst, ob Web2.0 bei Ihnen am Institut ein Thema ist und ob Sie selbst solche Tools verwenden? Prof. Höhne: In der Lehre finden derartige Entwicklungen natürlich Berücksichtigung. In den Seminaren zu Kulturmarketing ist Web2.0 neben vielen anderen Phänomenen wie etwa Virales Marketing Unterrichtsgegenstand. Als Studiengang ist das Web2.0 allerdings noch nicht von Interesse. Zwar unterhalten wir ein Forum für unsere Studierenden, jedoch könnten wir derzeit mit Applikationen wie Blogs und Wikis noch keinen Mehrwert für unsere Studenten erzielen und könnten daher nicht den Aufwand rechtfertigen den wir zur Erstellung (und wichtiger: Unterhalt) dieser aufbringen müssten. Kulturmanagement Blog: Herzlichen Dank für Ihre Antworten!