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stARTcamp Wien
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Was ist ein stARTcamp und warum sollten Sie dabei sein?

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Jetzt sind es nur noch 11 Tage bis zum stARTcamp Wien. Nach den vielen Feiertagen möchte ich jetzt noch einmal ordentlich die Werbetrommel rühren, denn bis jetzt haben viele, so mein Eindruck, noch gar nicht mitbekommen, dass es am 15. Juni wieder soweit ist. Wie aber bewirbt man eigentlich ein stARTcamp? Was ist das überhaupt und warum sollte man dorthin gehen?

Die wichtigsten Informationen habe ich ja bereits vor einiger Zeit in einem eigenen Blogbeitrag gepostet. Ein Facebookevent ist erstellt und über die Twitterkanäle informiere ich auch immer wieder. In Rückmeldungen taucht immer wieder die Frage auf, was denn ein stARTcamp eigentlich sei. Den Namen haben wir in Anlehnung an die stARTconference gewählt, eigentlich versteckt sich hinter dem stARTcamp ein Barcamp. Während bei einer Konferenz im Vorfeld ein Programm zusammengestellt wird, mit dem die Veranstaltung beworben wird, ist das bei einem Barcamp nicht der Fall. Wikipedia beschreibt dieses Format als „eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwickelt und im weiteren Verlauf gestaltet werden“.

Was ist ein stARTcamp?

Im Unterschied zu einer Konferenz steht bei einem stARTcamp, das nach dem Barcamp-Prinzipien funktioniert, das Programm also nicht von Anfang an fest. Würde ein stARTcamp nach den Regeln einer klassischen Konferenz – eine SprecherIn, viele ZuhörerInnen – funktionieren, wäre der Einwand, man kauft die Katze im Sack, zutreffend: Ich kaufe ein Ticket, weiß aber noch nicht, wer zu welchen Themen etwas erzählen wird und hoffe, dass mich das dann interessiert. So ein Wagnis gehen wohl die wenigsten von uns ein.

Aber ein stARTcamp funktioniert eben nicht wie eine Konferenz. Ich bin nicht Konsument, sondern ein ganz entscheidender Teil dieses Formats. Wenn ich nur darauf warte, was dabei herauskommt, dann bin ich davon abhängig, was andere anbieten. Das finde ich, wenn überhaupt, heraus, indem ich auf die Liste der Sessionvorschläge schaue, die meist im Vorfeld veröffentlicht werden. Ich habe die Liste für das #scvie18 heute erstellt und meinen Sessionvorschlag dort eingetragen. In dieser Liste können Sie sehen, wer welche Themenvorschläge gemacht hat und danach entscheiden, ob Sie die Veranstaltung interessiert oder nicht.

Aber so ganz optimal ist diese Idee nicht, denn dann müssten Sie warten, bis wirklich alle, die eine Session gestalten möchten, ihren Themenvorschlag auf die Liste setzen. Das passiert aber eigentlich nie. Viele Themenvorschläge erfolgen erst in der Eröffnungssession. Wenn Sie so vorgehen, werden Barcamps für Sie schnell zur Enttäuschung. Oder Sie gehen nie zu einem hin. ;-)

Warum stARTcamps auch heute noch so wichtig sind

Sie können aber auch Ihre Erwartungshaltung verändern und genau das wäre auch mein Wunsch für dieses stARTcamp. Getreu dem Motto „Engage your audience“ glaube ich, dass der Erfolg eines Barcamps davon abhängt, wie aktiv die TeilnehmerInnen sind. Es ist, wie gesagt, keine Konferenz, sondern ein partizipativeres Format. Eben weil das klassische Konferenzformat schnell ermüdend wirkt, wurden die Barcamps erfunden. Sie leben von der Bereitschaft der TeilnehmerInnen, sich auf das Thema und die anderen einzulassen. Sie müssen keine ExpertIn sein, um sich vor die anderen zu stellen und eine Session zu halten. Die umgekehrte Variante ist auch möglich: Sie wollen etwas wissen und um Sie herum sitzen Menschen, die Ihnen weiterhelfen können.

Deshalb können Sie in die Liste auch Themenvorschläge eingeben, also Themen, zu denen Sie nichts vortragen, sondern etwas darüber lernen wollen. Die Datenschutzgrundverordnung zum Beispiel ist erst wenige Tage alt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es hierzu viele Fragen gibt, die vielleicht gar nicht beantwortbar sind. Aber Sie können sich mit anderen austauschen und herausfinden, wie die mit Ihrem Problem umgehen. Oder nehmen wir Facebook, Instagram, Twitter… es gibt doch viele Dinge, die uns umtreiben.

Ich sehe im digitalen Raum eine Entwicklung, in der wieder verstärkt alle gegen alle kämpfen. Das macht in meinen Augen keinen Sinn, das sind alte Verhaltensmuster. Warum die Netzwerke nicht als das nutzen, was sie sind, Netzwerke? Und genau aus diesem Grund sind Barcamps oder stARTcamps auch heute noch so wichtig. Der Netzwerkgedanke scheint gerade etwas in den Hintergrund zu treten. Genau deshalb ist es mir auch wichtig, nach dem World-Café beim letzten stARTcamp (mehr dazu im Blogbeitrag „Rückblick auf das stARTcamp Wien„) wieder zum klassischen Barcamp-Format zurückzukehren. Es geht um die Themen, die uns, die wir beim #scvie18 dabei sind, interessieren.

Nun wird sich vielleicht jemand fragen, was denn passiert, wenn es keine Themen gibt? Ich fürchte mich vor vielen Dingen, aber vor einem ganz sicher nicht: Dass uns die Themen ausgehen. :-) Aber trotzdem kann ich nicht ausschließen, dass am Ende nichts dabei herauskommt. Ich habe das zwar noch nie erlebt, aber dieses Risiko ist der Preis dafür, dass Barcamps der Versuch sind, die Wünsche und Bedürfnisse der TeilnehmerInnen in den Vordergrund zu stellen. Haben die keine beziehungsweise artikulieren sie nicht, habe ich keine Chance, ein Scheitern droht. Ich kann dieses Risiko zwar nie ganz ausschließen, aber ich kann es auch als TeilnehmerIn minimieren. Indem ich einfach das Thema vorschlage, das mich interessiert. Ich muss die Session ja nicht selbst oder alleine halten. Aber es ist ein erster Schritt, um zu verhindern, dass mir die Veranstaltung nichts bringt. Und es ist vielleicht auch die Chance, sich mit anderen zusammen zu tun, die sich mit gleichen oder ähnlichen Themen beschäftigen. Über das stARTcamp hinaus, womit wir beim Thema wären, um das sich die Veranstaltung am 15. Juni in der Kunsthalle Wien (Musuemsquartier) drehen soll.

Hier gibt es die Tickets. ;-)

 

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Rückblick auf das stARTcamp Wien

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Bild: ©www.lupispuma.com

Ich überlege schon seit einiger Zeit, wie ich auf das stARTcamp zurückblicken und welche Schlussfolgerungen ich daraus ziehen soll. Und da ich bis heute nicht zu einem wirklichen Ergebnis gekommen bin, schreibe ich meine Gedanken dazu einfach mal zusammen.

Fangen wir mit der Location an: Die Rote Bar im Volkstheater Wien ist natürlich ein Traum gewesen und ich bin dem Haus und besonders Lena Fuchs sehr dankbar, dass wir dort zu Gast sein durften. Wenn Sie nicht selbst dabei waren, vermitteln die Fotos von Karola Riegler sehr schöne Eindrücke. Erstens vom Haus und zweitens vom stARTcamp selbst. Auch Dir Karola sage ich danke, dass Du das stARTcamp wieder mit der Kamera begleitet hast. Das Essen war super, RITA bringt’s hat das Essen nicht nur einfach gebracht, sondern auch gut gekocht.

Um aus diesen Zutaten ein stARTcamp zu machen, braucht es ein Team. Ich bedanke mich bei Anne Aschenbrenner, Barbara Royc und Michael Wuerges, dass ich mit ihnen zusammen die vierte Ausgabe des #scvie organisieren durfte. Ohne sie hätte es vermutlich das Experiment mit dem World-Café nicht gegeben. Ich spreche bewusst von einem Experiment, denn die Sache hätte ja auch schiefgehen können. Das ist sie zum Glück nicht, aber ich sehe die Sache ähnlich kritisch wie Anne Aschenbrenner in ihrem Rückblick auf das stARTcamp.

Wir reden oft über neue Technologien und den Content, der mit deren Hilfe unter die Leute gebracht werden soll. Der Kulturbetrieb selbst, der diese Aufgabe möglichst gut lösen soll, wird aber dabei in der Regel vergessen. Häufig ist dann von der Unternehmenskultur die Rede, die geändert werden müsse. Nur wie ändere ich diese „Kultur“ eigentlich? In meinem Beitrag über den „digitalen Kulturbetrieb“ habe ich auf ein Modell verwiesen, um zu zeigen, welche Stellschrauben es eigentlich gibt.

7S Modell

Unsere Idee war es, im Rahmen des World-Café drei Fragen zu stellen, die sich auf den oberen Teil der Grafik, konkret auf die Bereiche Strukturen und Prozesse beziehen sollten. Unsere Fragen lauteten:

  • Welche Strukturen wünsche ich mir für meine Arbeit?
  • Welche Prozesse und Arbeitsabläufe brauche ich, um meine Arbeitsziele zu erreichen?
  • Was kann ich tun, um Veränderungen von Strukturen und Prozessen herbeizuführen?

Anne kritisiert in ihrem Beitrag, dass die ersten beiden Fragen zu ähnlich gewesen seien, denn es zeigte sich, dass an den meisten Tischen nicht zwischen Struktur und Prozess unterschieden wurde. So gibt es bei den Antworten auf die ersten beiden Fragen viele Übereinstimmigkeiten. Fangen wir mit der Frage nach den Strukturen an, die wir uns für unsere Arbeit wünschen. Hier sehen Sie die Flipchartblätter aller sieben Tische:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nachdem Sie vermutlich Probleme haben werden, die Punkte zu entziffern, habe ich alle Beiträge auf den Flipchartblättern in einem Excel-Sheet zusammengefasst. Beachten Sie bitte, für jede Frage gibt es ein einzelnes Sheet, Frage 1, Frage 2 und Frage 3.

Hier sind die Tischergebnisse zur Frage 2:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Unsere Idee war es, sich bei diesen beiden Fragen nicht unbedingt an der Realität zu orientieren, sondern in den „Wunschmodus“ zu gelangen. Mit Hilfe der dritten Frage sollten diese Wünsche dann „geerdet“ werden, es ging um die Frage, was wir selbst tun können, um diesen Wunschvorstellungen aus eigener Kraft ein Stück näher zu kommen. Anne Aschenbrenner schreibt in ihrem Beitrag, die dritte Frage wäre zu „pädagogisch angeleitet“. Ja, natürlich ist sie das, die Fragen richtig zu formulieren, ist sicher mit die größte Herausforderung bei diesem Format. Aber irgendeinen Plan muss man ja haben, wenn man Fragen stellt. Ich denke, diese „pädagogische“ Herangehensweise passt ganz gut.

Mich stört eher, dass wir es nicht geschafft haben, mit Frage eins und zwei auf die Ebene der Wunschvorstellungen zu kommen. Ich hätte mir gewünscht, dass hier beispielsweise gefordert wird, bestehende Strukturen aufzubrechen und nur noch in Projektteams zu arbeiten. Und jedes Team bekommt eine Art Kommandozentrale, in der gemeinsam gearbeitet wird.

Nicht geschafft haben wir es anscheinend auch, die Unterschiede zwischen Struktur und Prozess herauszuarbeiten. Viele der genannten Punkte finden sich sowohl als Statement zu Frage eins und zwei. Trotzdem sind die Ergebnisse hochinteressant, denn sie zeigen ein hohes Maß an Übereinstimmung, was in Kulturbetrieben geändert gehört. Und es kommen jede Menge konkrete Vorschläge, wie diese Änderungen angegangen werden könnten. Klar ist auch, dass es hier nicht ausschließlich um das Thema Social Media geht. Klar, der Wunsch, einen Redaktionskalender zu haben, bezieht sich auf die Social Media-Aktivitäten, aber der Wunsch, abteilungsübergreifend zu arbeiten, zeigt schon, dass der Wunsch vorhanden ist, das Potenzial des ganzen Hauses zu nutzen und alle ins Boot zu holen.

Und was können wir selbst tun, um unsere Wünsche wahr werden zu lassen? Die Antworten darauf sind oft sehr mutig und selbstkritisch, wie die einzelnen Blätter zeigen:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich würde mich über Reaktionen bzw. Rückmeldungen zu diesen Ergebnissen freuen, werde mich aber selbst auch noch weiter damit beschäftigen.

Nach dem World-Café war die Spannung dann ein wenig raus, sei es durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema oder weil so ein Mittagessen schnell müde macht. Wir hatten uns erhofft, dass am Nachmittag die Chance genutzt wird, ausgehend von den Themen des Vormittags konkrete Aspekte oder auch Projekte zu diskutieren, vorzustellen, etc.. Vielleicht wäre es besser gewesen, stattdessen ein neues Thema zu beginnen und die drei Sessionrunden dafür zu nutzen. Hier habe ich die Willen, mal ganz egoistisch eigene Themen zu pushen, vermisst. Corinne Eckenstein, die Leiterin des Dschungel Wien, war die einzige, die die Chance genutzt hat und eine Frage in die Runde geworfen hat. Davon leben Barcamps. Stattdessen warteten, so mein Eindruck, viele darauf, jetzt noch möglichst informative und hilfreiche Vorträge vorgesetzt zu bekommen. Aber ok, ich will nicht meckern, das Engagement beim World-Café war großartig.

Soviel zum stARTcamp Wien, jetzt fehlt noch die Blogparade, mit der ich mich in einem nächsten Beitrag beschäftigen werde.

PS: Folgende Beiträge sind über das stARTcamp geschrieben worden (falls ich jemanden übersehen habe, bitte einfach hier kommentieren, ich ergänze die Liste dann.):

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#scvie: In zwei Wochen ist es soweit

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Foto von Finn Hackshaw auf Unsplash

Noch zwei Wochen sind es bis zum stARTcamp hier in Wien und nachdem ich nun schon ein paar Mal gefragt wurde, was da denn genau passiert, möchte ich gerne noch mal erklären, worum es in diesem Jahr gehen und wie das @scvie ablaufen wird.

Die wohl drängendste Frage ist die nach dem Thema. Anne Aschenbrenner, Barbara Royc, Michael Wuerges und ich haben uns darauf geeinigt, dass wir dem stARTcamp das Motto „(z)wischen Inhalten und Technologien“ voranstellen. Auf der einen Seite haben wir die Inhalte, den „Content“ und die Frage, wie wir damit das Interesse unserer Zielgruppen wecken können. Eine Methode, um bestimmte Inhalte zu transportieren, ist das Storytelling (siehe dazu mein Blogpost: „Storytelling: Es geht um das Wie, nicht um das Was„). Mit diesem Themenbereich beschäftigt sich das stARTcamp Bern, das ebenfalls am 21. November stattfinden wird.

Auf der anderen Seite haben wir die Entwicklungen im digitalen Bereich. die uns nicht zur Ruhe kommen lassen. Immer neue technologische Möglichkeiten tun sich auf, unseren Content zu verbreiten und sichtbar zu machen. Die Technologie ist ein unerbittlicher Treiber, wer von uns hatte zum Beispiel vor ein paar Monaten Chatbots auf dem Radar? Heute gibt es dazu bereits einen eigenen Wikipediaeintrag und in Bälde werden bei uns vermutlich die ersten Kultureinrichtungen damit zu experimentieren beginnen. Um diese Technologien geht es – auch am 21. November – beim stARTcamp in Essen.

Kultureinrichtungen können nicht einfach so damit beginnen, Inhalte mit Hilfe neuer Technologien zu kommunizieren, wenn sie auch wirklich davon profitieren wollen. Sie müssen sich verändern, weiterentwickeln und einen Veränderungsprozess einleiten, der zur Zeit mit dem Schlagwort „digitale Transformation“ etikettiert wird. In meinem letzten Blogbeitrag über den „digitalen Kulturbetrieb“ habe ich versucht zu zeigen, dass es dabei etliche Stellschrauben gibt, an denen wir drehen müssen. Martina Bär-Sieber, Rainer Krumm und Hartmut Wiehle haben in ihrem Buch „Unternehmen verstehen, gestalten, verändern“ (Affiliate-Link) ein Modell entwickelt, das die folgende Grafik abbildet:

7S Modell

Diese Grafik zeigt den Bereich, der „zwischen“ den Inhalten und den (neuen) Technologien liegt, mit dem wir uns beim stARTcamp Wien beschäftigen werden, das am 21. November im Volkstheater Wien stattfinden wird. Da wir leider nur begrenzt Zeit zur Verfügung haben, beschränken wir uns auf die obere Hälfte der Grafik, nämlich die Bereiche System/Prozesse, Struktur und Strategie.

Im Unterschied zu den klassischen Barcamps werden wir dieses Mal nicht mit den sonst üblichen Sessions beginnen, sondern ein anderes Format versuchen: das World-Café. Nachdem beim letzten stARTcamp im MAK der Wunsch aufkam, sich etwas länger mit einem Thema zu beschäftigen, probieren wir dieses für uns neue Format einmal aus. Für mich besteht der Vorteil darin, dass wir hier alle miteinander – ausgehend von unseren eigenen Erfahrungen und Vorstellungen – ins Gespräch kommen und gemeinsam überlegen können, wie diese Veränderungsprozesse idealerweise aussehen. Wir haben dafür drei Fragerunden a 30 Minuten zur Verfügung und das in einer Location, die dafür besser nicht sein könnte, die Rote Bar im Volkstheater. Am Ende fassen wir die Ergebnisse aller Tische zusammen, diskutieren sie und überlegen, welche Konsequenzen sie für unsere Arbeit haben.

Dafür steht dann am Nachmittag noch das Session-Format zur Verfügung, das wir alle von Bar-und stARTcamps her kennen. Hier haben wir die Möglichkeit, Inhalte zu vertiefen, Fragen zu beantworten oder einfach weiter zu diskutieren.

Und da wir als stARTconference glauben, dass wir es hier mit einem für den Kulturbereich wichtigen Thema zu tun haben, gibt es seit heute auch eine Blogparade dazu. Unter der Überschrift „Kultur an der real-digitalen Schnittstelle“ laden wir alle Interessierten dazu ein, sich mit diesem Thema zu beschäftigen und dazu eigene Blogbeiträge zu verfassen. Die besten Blogbeiträge  und die Ergebnisse der stARTcamps fassen wir dann in einem eBook zusammen, das wir kostenlos zur Verfügung stellen. Wie das genau aussehen wird, können wir im Moment noch nicht sagen, weil das natürlich ein Stück weit davon abhängt, zu welchen Ergebnissen wir bei den stARTcamps kommen und welche Beiträge im Rahmen der Blogparade veröffentlicht werden.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und beim stARTcamp dabei sein möchte: hier gibt es die Tickets, die wie im letzten Jahr wieder 30 Euro kosten. Außerdem informieren drei Blogbeiträge über das stARTcamp, das auch dieses Jahr wieder den Hashtag #scvie haben wird:

stARTcamp Wien
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stARTcamp Wien: Zwischen Inhalten und Technologien (#neustART)

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Von einem #neustART zu sprechen, bedeutet, Gefahr zu laufen, in der Marketingecke mit den dummen Werbesprüchen zu enden. Ich möchte dem gerne entgegenwirken und erklären, warum dieser Hashtag ganz gut passt. Aber vorweg mal die wichtigsten Fakten: Am 21. November 2016 findet von 9:30 bis 17:30 (Einlass ab 9:00) das vierte stARTcamp Wien statt, zu Gast sind wir dieses Jahr im Volkstheater. Die Tickets gibt es hier, sie kosten wie im letzten Jahr 30 Euro. So und was ist nun neu?

  1. Wenn am Ende November 2016 das #scvie über die Bühne geht, ist damit nicht nur die sprichwörtliche Bühne gemeint. Ich freue mich, dass uns dieses Jahr zum ersten Mal ein Theater eingeladen hat. Und dass wir unter anderem einen der schönsten Bühnenräume, die ich kenne, benutzen dürfen, die Rote Bar.Rote Bar Volkstheater Wien
  2. Neu wird auch das Format sein. Im letzten Jahr meinten viele, dass es schade sei, wenn man für ein Thema nur 45 Minuten habe und dann schon wieder auseinandergehe. Zu diesem Punkt gab es auch eine eigene Session, in der wir überlegten, welche Möglichkeiten für uns in Frage kommen, um sich länger mit einem Thema zu beschäftigen. So ist die Idee entstanden, es dieses Jahr mit einem World-Café zu versuchen. Das bedeutet, wir beschäftigen uns drei Fragerunden lang alle zusammen mit einem Thema (dazu später mehr), fassen die Ergebnisse – nach dem Mittagessen – zusammen und hängen dann noch zwei Runden klassisches Barcamp hinten dran, um gleich konkrete Vorhaben anstoßen und besprechen zu können oder auch einfach nur weiter zu diskutieren.
  3. „Wir“, das sind in diesem Jahr Anne Aschenbrenner (vielen von ihren Aktivitäten bei den Kulturfritzen bekannt), Barbara Royc, Michael Wuerges und ich.
  4. Zum ersten Mal wagen wir es, drei stARTcamps gleichzeitig stattfinden zu lassen. Bis jetzt hatten wir immer das Problem, die unterschiedlichen Termine zu koordinieren. Nun legen wir die stARTcamps in Bern, Essen und Wien auf ein und den gleichen Tag. Sie haben also die Qual der Wahl, die Vorzüge von Wien muss ich jetzt hier nicht hervorheben, oder? ;-)
    Für uns und unsere Aktivitäten rund um die stARTconference ist das auch Neustart. Nachdem es in der letzten Zeit sehr ruhig um den Verein gewesen ist, werden wir über diese Schiene in der nächsten Zeit wieder aktiver werden. Der erste Schritt werden die stARTcamps sein. Außerdem planen wir, das ist dann Schritt 2, die Ergebnisse der drei stARTcamps zu dokumentieren und sie als eBook zu veröffentlichen.
  5. Der Grund, wieder aktiv zu werden, hat mit den Entwicklungen im digitalen Bereich zu tun. Wir, und da spreche ich jetzt für das Team rund um die stARTconference, sind der Meinung, dass wir gerade wieder so etwas wie einen Quantensprung erleben. Vergleichbar mit der Zeit, als das Thema Social Media aufkam und wir die stARTconference organisierten. Was damals mit dem Begriff „Web 2.0“ begann und die sozialen Netzwerke entstehen ließ, hat sich zu einem der wichtigsten Treiber für die Veränderungen in vielen Bereichen unserer Gesellschaft entwickelt. Während wir damals über Facebook und Twitter und deren Auswirkungen auf das Marketing diskutierten, geht es heute im Bereich der Unternehmungen um neue Strukturen, Prozesse und Strategien.
  6. Womit wir bei den Themen wären: „Zwischen Inhalten und Technologien“ lautet unser Motto. Dahinter verbirgt sich die Frage, wie wir die neuen Technologien nutzen können, um unsere Inhalte zu kommunizieren. Dafür braucht es die schon erwähnten Strukturen, Prozesse und Strategien und genau um die wird es in unserem World-Café gehen. Dahinter stecken Themen wie „digital Governance“ oder „Customer Journey“. Unsere Aufgabe wird es sein, mit Hilfe dreier Fragen diesen Rahmen abzustecken und eine für uns alle interessante und ergiebige Diskussion in Gang zu bringen. Unser Ziel ist es, auf diese Weise Antworten auf Fragen zu bekommen, die Kultureinrichtungen dabei unterstützen, die Entwicklungen, die wir gerade erleben auch nutzen zu können.
    Die drei stARTcamps werden übrigens unterschiedliche Themen haben. Während es in Bern um die Inhalte und dabei besonders um das Thema Storytelling gehen wird, beschäftigt sich das stARTcamp in Essen mit den Technologien, im Mittelpunkt steht dabei das mobile Ökosystem. Wir in Wien versuchen die Brücke zu schlagen zwischen diesen beiden Bereichen. Die Ergebnisse der drei stARTcamps fassen wir dann in einem eBook zusammen

Volkstheater Wien

Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, dann freuen wir uns, wenn Sie am 21. November dabei sind. Hier noch einmal kurz die Fakten zum stARTcamp Wien

Termin: Montag, 21. November 2016
Uhrzeit: 9:30 bis 17:30 (Einlass ab 9:00)
Ort: Volkstheater Wien (direkt an U3/U2)
Ticketpreis: 30 Euro (hier geht es zum Ticketshop)
Twitter: @scvie
Hashtags: #scvie, #neustART

Fotocredits: © Volkstheater

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stARTcamp Wien: Rückblick und Ausblick

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Wer am letzten Donnerstag beim stARTcamp dabei war und sich für eine Session im „Kaminzimmer“ entschied, konnte davor und danach einen Blick in die prächtige Säulenhalle des MAK werfen. Für mich war es ein Privileg, in diesem Haus zu Gast sein zu dürfen und ich sage an dieser Stelle gerne noch einmal vielen, vielen Dank für die Gastfreundschaft und die Unterstützung an diesem Tag. Danke sage ich aber auch an Michael Wuerges, der von Beginn an beim #scvie dabei ist und mit dem es viel Spaß macht, jedes Jahr aufs Neue diese Veranstaltung zu organisieren. Danke sage ich aber auch an Maren Waffenschmid, die uns dieses Jahr bei der Organisation geholfen hat und dem Cafe Eskeles für die tolle Versorgung mit Essen und Trinken.

Mein Dank gilt aber natürlich auch all denen, die dieses Jahr (wieder) dabei waren und durch Gespräche, Diskussion und das Einbringen ihres geballten Wissens zum Gelingen dieses Formats beigetragen haben. Nach der Begrüßung durch MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein und der obligatorischen Vorstellungsrunde ging es an die Sessionplanung.

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Wenn man mit der Organisation so einer Veranstaltung beschäftigt ist, bleibt meist nicht viel Zeit für die Inhalte. Ich habe es trotzdem versucht, mich dabei aber auf die Sessions im Vortragssaal beschränkt. Los ging es mit der Frage, warum sich Theater im digitalen Raum so schwer tun? Ich fand es toll, dass Anne Aschenbrenner und Marc Lippuner ihre gerade laufende Blogparade #TheaterimNetz in einer Session weiterdiskutierten und so auch die einbezogen, die keinen Blogbeitrag dazu schreiben.

In der nächsten Session standen Simone Mathys-Parnreiter, Wolfgang Gumpelmaier und ich zum Thema Crowdfunding auf dem Podium. Ich möchte jetzt nicht die Inhalte dieser Session wiederholen, nur so viel: Crowdfunding umfasst nicht nur die Finanzierung von Projekten, sondern kann auch die Bereiche Marketing und Fundraising beeinflussen. Dass es dabei um immer größere Summen geht, zeigt die aktuelle Rangliste der erfolgreichsten Crowdfundingkampagnen in Österreich. Aber müssen es immer Projekte sein? Kann ich mich als KünstlerIn oder auch Kulturbetrieb über ein einzelnes Vorhaben hinaus unterstützen lassen? Im Moment sind wir noch sehr auf Projekte fixiert, aber mit Patreon gibt es schon seit längerer Zeit eine Plattform, die es möglich macht, jemanden mit monatlichen Beträgen zu unterstützen und entsprechende Gegenleistungen zu erhalten.

Und dann ging es auch um digitale Strategien, das Thema des diesjährigen stARTcamps.  Barbara Royc und Daniela Unterholzner zeigten, wie schnell man auch in 45 Minuten alle TeilnehmerInnen miteinbeziehen und intensive Diskussionen in Gang setzen kann.

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Fertige Lösungen fanden sie – noch – keine, aber ich denke, es ist schon viel gewonnen, wenn wir über digitale Transformation im Kulturbereich nachzudenken beginnen, denn die Intensität der Diskussionen hat gezeigt, dass uns das Thema alle angeht.

Und dann war da noch Ines Häufler alias Miss Storytelling. ;-) Viele TeilnehmerInnen „opferten“ die gesamte Kaffeepause, um ihren Vortrag und die anschließende Diskussion nicht zu verpassen.  Nachdem das ihr erst zweites Barcamp war und sie danach schon vier Sessions gehalten hat, gehe ich davon aus, dass ich ihr das nächste Mal konzentrierter zuhören werde als letzte Woche und dieses nächste Mal schon bald sein wird.

Abschließend ging es in kleiner Runde um die Zukunft des stARTcamps. Dass das Barcamp-Format Vor- und Nachteile hat, wissen wir alle. Schön ist für mich vor allem die Atmosphäre, die dazu beiträgt, dass auch diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind, nicht außen vor bleiben, sondern sich sehr schnell in Gesprächen und Diskussionen einbringen. Die Bandbreite der Themen führt dazu, dass meist für jede/n etwas dabei ist, nur sind 45 Minuten halt zu wenig, um sich intensiver mit etwas zu beschäftigen. Wir haben im Rahmen dieser letzten Session überlegt, was man alles tun könnte, um dieses Problem zu lösen. Die Idee, das stARTcamp um einen zweiten Tag zu verlängern, klingt zwar gut, ist aber in meinen Augen unrealistisch. Wer kann sich schon so viel Zeit nehmen und was bedeutet das für Kosten und Organisation?

Gut gefallen hat uns die Idee, es im nächsten Jahr mal mit einem World Cafe zu versuchen (siehe auch: „World Cafés – auch was für die Geisteswissenschaften?„). Dieses Format hat den Vorteil, dass wir unser Hauptthema – in unserem Fall waren es die digitalen Strategien – nicht aus den Augen verlieren und gemeinsam an diesem Thema arbeiten. Unter Umständen führt es den partizipativen Grundgedanken von Barcamps noch ein Stück weiter, denn die gemeinsame Arbeit an Tischen hebt die Trennung von Vortragenden und Zuhörern völlig auf. Vorausgesetzt, wir finden im nächsten Jahr die entsprechenden Räumlichkeiten, würde ich das gerne mal versuchen. Auf die Vorstellungsrunde und ein paar Sessions müssten wir dabei gar nicht verzichten. Wenn wir zum Beispiel am Vormittag mit der Vorstellung beginnen und dann zwei Sessionrunden haben, wäre am Nachmittag genügend Zeit für ein World Cafe. Wäre das eine Idee?

Ganz am Ende möchte ich mich noch ganz besonders bei Karola Riegler bedanken. Sie hat auch dieses Jahr wieder das stARTcamp Wien mit der Kamera begleitet. Mit ihren Bildern gelingt es ihr immer wieder, die Atmosphäre des stARTcamps festzuhalten und das besser als man es mit einem Text je schaffen wird.

Und ganz, ganz am Ende noch eine Bitte: Wir freuen uns nicht nur über ein Feedback über das vergangene stARTcamp, sondern auch über Anregungen und Wünsche für die Ausgabe 2016. Außerdem sind wir natürlich auch wieder auf der Suche nach einer Location und freuen uns über Vorschläge.

Blogbeiträge über das stARTcamp Wien:

stARTcamp Wien
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Am 10. Dezember findet im MAK das dritte stARTcamp Wien statt

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Als wir 2009 die erste stARTconference organisierten, wurde jede Kultureinrichtung, die einen Account auf Twitter oder Facebook anlegte, freudig begrüßt und lobend erwähnt. Wer mit einem Blog startete, konnte sich sicher sein, als Pionier im Social Web gesehen zu werden? Und heute? Yann Graf hat sich gerade die Theaterlandschaft in der Schweiz genauer angeschaut und die Ergebnisse in seinem Report „Digital Stage 2015“ zusammengefasst. 93% der Schweizer Theater haben heute eine Facebookseite und 36% betreiben aktiv einen Twitteraccount.

Heute ist es eher eine Erwähnung wert, wenn jemand noch nicht auf Facebook oder Twitter aktiv ist und nachdem die meisten Kultureinrichtungen heute jemanden haben, der für Social Media zuständig ist, könnten wir uns jetzt eigentlich zufrieden zurücklehnen und konstatieren, dass der Kunst- und Kulturbereich im Social Web angekommen ist. Blöd nur, dass sich die digitale Welt rasant weiter entwickelt hat. Klaus Eck und Doris Eichmeier haben im letzten Jahr ein Buch über die Content-Revolution (Affiliate Link) geschrieben und schreiben einleitend:

„Markeninhaber müssen künftig auch das publizistische und verlegerische Handwerkszeug exzellent beherrschen und es zu Gunsten ihrer Marke einsetzen.“

Unternehmen und damit auch Kultureinrichtungen vom Content her denken, das ist das Credo von ExpertInnen wie Kristina Halvorson oder auch Mirko Lange. Wir machen es meist genau umgekehrt, stürzen uns auf eine neue Technik und suchen dann verzweifelt nach geeigneten Inhalten. Vor allem im Bereich der App-Entwicklung ist das oft zu beobachten. Sie haben zum Teil tolle Features, aber bringen den NutzerInnen am Ende nicht viel.

Während wir noch von Social Media sprechen, sind einige schon ein Stück weiter und beschäftigen sich mit der Frage, welche Strategien es braucht, um ein Unternehmen vom Content her zu denken. Kulturbetriebe vom Content her denken und die entsprechenden Strategien dafür zu entwickeln, das wird die Herausforderung der nächsten Jahre sein. Dieser Herausforderung stellt sich auch das stARTcamp Wien, das am 10. Dezember 2015 im MAK, dem Österreichischen Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst stattfinden wird.

© Margherita Spiluttini/MAK

Nach der Premiere in der Kunsthalle Wien und der zweiten Ausgabe im Essl Museum freue ich mich, dass wir auch dieses Jahr wieder in einem Museum zu Gast sein dürfen. Unter der Überschrift „digitale Strategien“ versuchen wir herauszufinden, welche Wege verschiedene Kultureinrichtungen eingeschlagen haben, um den Herausforderungen zu begegnen, vor denen sie heute stehen.

Und dabei geht es nicht nur um die Frage, wie Kultureinrichtungen heute kommunizieren beziehungsweise welche Kanäle sie dafür nutzen, sondern auch um Themen, die die internen Bereiche betreffen. Wie kommunizieren wir beispielsweise im eigenen Haus? Ist es nicht merkwürdig, wenn wir für die externe Kommunikation auf soziale Netzwerke setzen, während intern nach wie vor die gute alte Email und ein gemeinsames Laufwerk herhalten müssen? Wie sieht der Workflow aus, wenn eine App uns dazu zwingt, schon sehr frühzeitig Informationen über kommende Angebote zur Verfügung zu stellen? Und natürlich stellt sich auch die Frage nach den geeigneten Führungsmodellen, denn wir alle wissen, dass es wenig zielführend ist, wenn ein Tweet erst von drei übergeordneten Führungsebenen abgesegnet werden muss.

Aber letzten Endes bestimmen die TeilnehmerInnen selbst, welche Themen und Fragen auf dem stARTcamp diskutiert werden sollen, denn natürlich setzen wir auch dieses Jahr wieder auf das Barcamp-Prinzip (siehe dazu: „Was ist eigentlich ein stARTcamp?„), das heißt, es sind die TeilnehmerInnen, die in der Eröffnungssession das Programm festlegen.

Los geht es am 10. Dezember 2015 um 9 Uhr mit der Registrierung, die Eröffnungssession ist für 9:30 geplant, um 17:30 ist das stARTcamp Wien dann schon wieder Vergangenheit.

Hier die wichtigsten Informationen:

Das stARTcamp Wien findet im MAK (siehe Google Maps) statt. Das Haus liegt am Stubenring 5 (1010 Wien) und ist z.B. gut mit der U3 (Station Stubenring) vom Westbahnhof zu erreichen. Das Ticket kostet 30 Euro und kann auf Eventbrite online gekauft werden. Damit finanzieren wir das Catering und all die Kleinigkeiten, die halt so notwendig sind, wenn man ein stARTcamp organisiert. Räumlichkeiten und Infrastruktur werden uns unentgeltlich vom MAK zur Verfügung gestellt, ich sage jetzt schon danke dafür. Organisiert wird das stARTcamp von Olivia Harrer (Leiterin der Marketingabteilung des MAK), Michael Wuerges und mir.

Der Hashtag ist wie immer #scvie, Informationen zum stARTcamp gibt es hier im Blog, über Facebook und Twitter. Noch Fragen? Dann bitte ich sie einfach hier als Kommentar zu stellen oder via Facebook bzw. per Mail.

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stARTcamp Wien: „Social Media and the Death of Passion?“

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Eigentlich wollte ich diesen Beitrag über das stARTcamp Wien schon vor Tagen geschrieben haben, aber ich wusste nicht so recht, was ich schreiben sollte. Was daran lag, dass ich mir schwer tat, das stARTcamp einzuschätzen. Irgendetwas hat mir gefehlt und ich wusste nicht so recht, was es eigentlich war. Monika Meurer hat in ihrem Blogbeitrag „Das stARTcamp Vienna 2014“ die Frage gestellt, ob es sich dabei überhaupt um ein Barcamp handelt? Listet man die Kriterien auf, die ein Barcamp ausmacht, dann kommt man nicht umhin, die Veranstaltung als solche zu bezeichnen, daran führt kein Weg vorbei.

Aber ihre Kritikpunkte, etwa, dass es keine Tweets über die Inhalte der einzelnen Sessions gab oder statt des Austauschs von Wissen, sprich Diskussionen, vor allem Frontalvorträge angeboten wurden, sind nicht ganz unberechtigt. Auf der anderen Seite möchte ich niemandem vorschreiben, wie er oder sie die Session gestaltet, insofern tue ich mir mit der Kritik auch wieder schwer. Auch was den Kritikpunkt betrifft, Barcamps sollten grundsätzlich kostenlos sein. Natürlich ist es toll, wenn ich etwas kostenlos anbieten kann. Auf der anderen Seite ist es aber leider auch so, dass Dinge, die kostenlos abgegeben werden, nicht die Wertschätzung erfahren, die sie eigentlich verdient hätten.

Aufgegangen ist mir der Knopf beim Lesen eines Artikels von Shellie Karabell. In „Big Data And The End of Passion“ beschäftigt sie sich mit der Frage, was uns in unserer Arbeit eigentlich antreibt? Immer größere werdende Datenmengen, aus denen wir dann die hoffentlich richtigen Rückschlüsse ziehen, oder die Leidenschaft, ein Ziel erreichen zu wollen?

Leidenschaft? Vielleicht ist es das? Es herrschte keine Aufbruchstimmung beim stARTcamp, sondern eine eher sachlich-nüchterne Atmosphäre. Was aber auch verständlich ist. Wir müssen uns nicht mehr voller Leidenschaft in den Kampf werfen, um den Sinn und Zweck von Social Media zu erklären. Es gibt mittlerweile in (fast) allen mittleren und größeren Kulturbetrieben MitarbeiterInnen, die sich damit beschäftigen, fast alle haben zumindest eine Facebookseite. Social Media ist im Kunst- und Kulturbereich angekommen, jetzt geht es um die Frage, welche Ziele wir damit erreichen wollen und welche Wege wir dabei wählen.

#scvie

Aber nicht nur die Frage nach dem richtigen Weg blenden wir gerne aus, oft fehlt es auch an den Zielen. Ziele, Strategien, da geht es meist um Zahlen und um Daten, aus denen wir Rückschlüsse ziehen können, um uns dann über die passenden Instrumente zu unterhalten. Auf dem stARTcamp ging es oft um diese Instrumente, um Apps oder iBeacons, aber eben auch um die Frage, wie Kultureinrichtungen Twitter nutzen können oder um die richtige Social Media-Strategie. An dieser Stelle hätte ich jetzt gerne auf entsprechende Blogbeiträge oder Folien verlinkt, aber die gab es dieses Jahr nur ganz vereinzelt. Auch da kann ich mich an der eigenen Nase fassen, denn ich hatte keine Folien. Eigentlich, um den gefürchteten Frontalvortrag zu vermeiden, aber so ohne Folie ist es auch nicht optimal. Für das nächste Mal gelobe ich Besserung.

Wäre er nicht verhindert gewesen, hätte uns Wolfgang Gumpelmaier im Essl-Museum eine schöne Geschichte erzählen können über das, was auf Barcamps alles möglich ist. Während er beim letzten stARTcamp Wien eine Session über Crowdfunding hielt, erzählte Teglasy Gergely in einer anderen Session über Zwirbler, den ersten Facebookroman der Welt.  Die beiden kamen ins Gespräch und herausgekommen ist eine gerade erfolgreich abgeschlossene Crowdfundingkampagne, um Zwirbler auch in Buchform und als Klopapier anbieten zu können. In dieser Kampagne steckte genau die Leidenschaft, die ich letzte Woche vermisst habe.

Natürlich sind die Daten wichtig, um sich weiter entwickeln zu können, um feststellen zu können, ob etwas funktioniert oder nicht. Um herauszufinden, wer sich wofür interessiert und dann die passenden Angebote zu entwickeln. Social Media braucht beides, Daten und Leidenschaft. Das eine ohne das andere, das wird nicht funktionieren. Vielleicht ist uns die Leidenschaft auf dem Weg zum Erfolg im Social Web etwas abhanden gekommen? Vielleicht ging es beim stARTcamp zu sehr um Daten und nicht um die Leidenschaft?

Vielleicht müssen wir die Leidenschaft wieder mehr in den Vordergrund stellen. Eine Strategie kann noch so gut und ausgetüftelt sein. Wenn es an Leidenschaft und am Spaß an der Kommunikation fehlt, dann ist der Erfolg in Gefahr. Und damit das nicht verloren geht, notiere ich mir das gleich als das Motto für das nächste stARTcamp Wien: „Social Media: mit Spaß und Leidenschaft“ ;-)

 

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Das Essl Museum als Gastgeber des stARTcamp Wien: Immer offen für Experimente

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Ich habe lange überlegt, ob diese Überschrift auch wirklich für dieses Blogpost geeignet ist, denn sie könnte ja auch suggerieren, dass das stARTcamp ein Experiment ist. Im ersten Moment habe ich das verneint, aber es ist noch lange nicht selbstverständlich, dass Kultureinrichtungen Gastgeber eines stARTcamps sind und deshalb lasse ich erstens die Überschrift so stehen und bedanke mich zweitens noch einmal beim Essl Museum für die Einladung.

Auf die Überschrift bin ich aber eigentlich durch die Idee des Museums gekommen, eine Ausstellung mit Hilfe ihrer Facebookfans zu gestalten. Ein spannender Ansatz und deshalb freue ich mich natürlich besonders, dass das stARTcamp Wien dieses Jahr im Essl Museum vor den Toren Wiens stattfindet. Warum das Haus dieses Jahr Gastgeber des stARTcamps ist und welche Erwartungen damit verbunden sind, das habe ich Barbara Royc, die Marketingleiterin gefragt.

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Christian Henner-Fehr: Morgen ist es soweit, wir sprechen einen ganzen Tag lang über Social Media im Kunst- und Kulturbereich. Nutzt Du selbst eigentlich auch Facebook, Twitter und all die anderen Netzwerke und Plattformen? Oder reicht es Dir, Dich beruflich damit zu beschäftigen?

Barbara Royc: Ich nutze eigentlich seit Jahren verschiedenste Social Media-Kanäle und Blogs, interessanterweise bin ich aber gerade auf Facebook und Twitter vorwiegend beruflich unterwegs, obwohl ich dort private Accounts habe. Man darf nur leider nicht erwarten, dass ich dort viel von mir preisgebe, das erlaubt meine Zeit einfach nicht. Privat nutze ich derzeit eigentlich vorwiegend Social Bookmarking Tools, ich mag auch zum Beispiel Pinterest ganz gerne, um dort Ideen zu sammeln und zu verwalten. Ich probiere ständig verschiedenste Plattformen aus, weil mich interessiert wie sie funktionieren und was sie bieten können, aber bleibe privat selten wo hängen.

Christian Henner-Fehr: Sehr häufig wird im Zusammenhang mit Social Media vom Wunsch nach Vernetzung gesprochen. Ihr seid noch einen Schritt weiter gegangen und habt Eure Facebook-Fans eine ganze Ausstellung mitkuratieren lassen. Ist das die Richtung, die Kultureinrichtungen gehen müssen, wenn sie Erfolg haben möchten?

Barbara Royc: Ich denke, dass es zukünftig für Kultureinrichtungen noch wichtiger sein wird, ihre Besucher bzw. ihr Publikum zur Partizipation einzuladen. Ob dies nun über Social Media oder auf anderen Wegen passiert, ist glaube ich nicht so relevant. Tatsache ist, dass man über Social Media unkompliziert und rasch eine bestimme Zielgruppe erreicht. Social Media ist hier ein Kanal unter vielen, als Kultureinrichtungen gilt es den richtigen Kanal zu wählen. Am wichtigsten wird wohl aber sein, sich als Kultureinrichtung zu überlegen, auf welche Inhalte die Besucher einwirken können.

Christian Henner-Fehr: Beim stARTcamp werden Apps ein Thema sein. Welche Bedeutung misst Du ihnen im Kulturbereich bei? Brauchen wir sie wirklich oder kommen wir auch ohne sie aus?

Barbara Royc: Ich habe mich sehr lange mit dem Thema Apps für Museen beschäftigt, es war auch immer wieder im Gespräch für das Essl Museum. Schlußendlich haben wir uns aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Ich denke aber, dass Apps im Kulturbereich schon wieder von interessanteren Möglichkeiten abgelöst werden – für den Nutzer hat eine App wesentlich mehr Hürden, als wenn die Kulturbetriebe den Nutzer gleich dort abholen, wo er sich aufhält.

Christian Henner-Fehr: Ein stARTcamp lebt von den Ideen und dem Input der TeilnehmerInnen. Welche Session wünschst Du Dir morgen?

Barbara Royc: Ein spannendes, praxisnahes Thema für mich ist, wie man in einem Kulturbetrieb eine Art „Content-Kultur“ etablieren kann. Nur wenn man aus den einzelnen Abteilungen auch die relevanten Inhalte bekommt, kann man als Social Media Redaktion gut agieren. In vielen Unternehmen muß erstmal ein Bewusstsein dafür geschaffen werden. Wir haben zum Beispiel bereits 2 Mal ein offenes Social Media Workshop für Mitarbeiter durchgeführt, bei dem wir unsere Aktivitäten vorgestellt haben. Oft muß man hier Basisarbeit leisten, also „Was ist Twitter überhaupt?“ Mich würde interessieren, wie es anderen Kultureinrichtungen damit geht und was sie so aus der Praxis erzählen können.

Christian Henner-Fehr: Diese Frage habe ich auch schon Michael Wuerges im letzten Jahr gestellt: Morgen geht es um das Thema Social Media. Angesprochen haben wir vor allem die Menschen, die sich damit im Bereich von Kunst und Kultur beschäftigen. Kannst Du Dir vorstellen, dieses Format auch auf Eure inhaltliche Arbeit zu übertragen und auf diese Weise Euer Publikum anzusprechen? Das könnte beispielsweise bei Eurer aktuellen Ausstellung über die Zukunft der Malerei eine ganz spannende Sache werden?

Alfons Pressnitz, Stranded, 2014, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 150 x 140 cm, Foto & © Alfons Pressnitz

Alfons Pressnitz, Stranded, 2014, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 150 x 140 cm, Foto & © Alfons Pressnitz

Barbara Royc: Ein Barcamp für eine Ausstellung? Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, aber ich könnte mir das durchaus als Alternative zu einem Symposium bei einem sehr offenen Thema (wie es die Ausstellung Die Zukunft der Malerei aufwirft) vorstellen. Ich werde unserem Kurator Andreas Hoffer von dieser Idee erzählen…

Christian Henner-Fehr: Danke, dass wir dieses Jahr bei Euch zu Gast sein dürfen und danke natürlich auch für Deine Antworten. Ich freue mich auf ein stARTcamp mit vielen spannenden Themen an einem tollen Ort und wünsche Dir morgen viel Spaß.

Barbara Royc: Danke, Christian. Wir freuen uns sehr, Gastgeber des stARTcamps zu sein und ich hoffe natürlich, dass die Teilnehmer mit vielen neuen Ideen wieder nach Hause gehen.

stARTcamp Wien
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Nur noch vier Tage bis zum stARTcamp Wien

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Die letzten zwei Tage war ich auf der vlow!-Konferenz in Bregenz und habe dort festgestellt, dass die Barcamp-Idee mittlerweile auch auf klassischen Konferenzen Anklang findet. Natürlich ist es nicht so ganz einfach, plötzlich das Format zu wechseln und Freiwillige zu finden, die eine Session/einen Workshop anbieten. Aber letzten Endes hat es doch sehr gut geklappt und herausgekommen ist eine ganze Reihe von – in diesem Falle -Workshops, die von den TeilnehmerInnen gehalten wurden und sich einer ganzen Palette spannender Themen widmeten.

Was in Bregenz nur ein Baustein war, ist das Grundprinzip aller stARTcamps und damit auch des #scvie, so der Hashtag für das stARTcamp Wien, das strenggenommen gar nicht in Wien, sondern im Essl Museum in Klosterneuburg stattfindet. Und zwar am 23. Oktober, das ist der nächste Donnerstag, von 9 Uhr (Einlass) bis 17:30. Aktuell gibt es noch 26 Tickets, wer eines davon erwerben möchte, kann das hier online erledigen (Ticketpreis: 25 Euro). Bleiben wir noch bei den praktischen Dingen: Wer aus Wien anreist, kann ganz bequem den Bus nehmen, den das Essl Museum uns netterweise für An- und Abreise zur Verfügung stellt. Er fährt um 9 Uhr vor der Albertina los und bringt uns um 18 Uhr wieder dorthin zurück. Meine letzte Fahrt hinaus hat rund 20 Minuten gedauert, bei der Rückfahrt war es ähnlich. Damit das Museum weiß, wie groß der Bus sein muss, bitte ich alle, die ihn nutzen möchten, sich unter der Nummer +43 (0)2243 37050150 anzumelden. Alternativ können Sie mir auch eine Mail schicken, ich leite das dann weiter.

Bleiben wir noch bei den ganz praktischen Dingen. Falls jemand noch kurz entschlossen aus Deutschland kommen möchte, die Bahn wird laut Gewerkschaft in der kommenden Woche nicht bestreikt, da sollte es also keine Probleme geben. Hotels gibt es in Wien natürlich viele, ich empfehle häufig dieses hier. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, frage bei Frank Tentler nach. Zimmer gibt es noch, ich habe gerade auf der Website nachgeschaut.

Ein Barcamp lebt von den Sessionsvorschlägen

Warum ein stARTcamp besuchen? Einerseits ist es eine gute Gelegenheit, um alte Bekannte zu treffen und neue Leute kennen zu lernen. Andererseits gibt es die Möglichkeit, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die den Kunst- und Kulturbereich oder einen selbst gerade beschäftigen. Sie können entweder darauf hoffen, dass jemand „Ihr“ Thema für eine Session wählt. Oder Sie schlagen Ihr Thema vor und setzen darauf, dass sich jemand dafür findet. Der richtige Ort dafür ist die Liste mit den Sessionsvorschlägen. Dort tragen Sie das Thema ein, geben unter „vorgeschlagen von“ bitte Ihren Namen an und dann findet sich entweder jemand wie im Fall von „iBacons in der Kunstvermittlung“ oder wir fragen direkt zu Beginn des stARTcamps noch einmal nach. Erst dann wird gemeinsam die endgültige Sessionsliste und damit das Programm erstellt. Ich denke, man kann es nicht oft genug sagen: Bitte trauen Sie sich und schlagen Sie das vor, was Sie interessiert, es hat noch nie jemand bereut, ganz im Gegenteil. Je mehr Vorschläge von Ihnen kommen, desto näher ist das stARTcamp an dem, was Sie wirklich interessiert. Und nachdem die Teilnehmerinnen des stARTcamp Wien im letzten Jahr selbstkritisch festgestellt haben, dass es sehr wenige Frauen waren, die eine Session gehalten haben, würde nicht nur ich mich freuen, wenn das dieses Jahr anders ist. Und wer sich nicht alleine traut, kann sich ja eine Mitstreiterin oder einen Mitstreiter suchen. ;-)

Inhaltlich dominieren im Moment Themen rund um die App (hier noch einmal der Link zur Liste mit den Sessionsvorschlägen), wenn Sie sich etwa für Content Marketing, die Frage nach den richtigen Kanälen oder der richtigen Strategie interessieren, schlagen Sie einfach selbst eine Session vor. Oder noch besser: Sie halten eine zu diesen (oder auch anderen) Themen.

Wenn ich jetzt Ihre Frage nicht beantwortet habe, dann schreiben Sie bitte einfach einen Kommentar unter diesen Blogbeitrag. Oder schicken Sie mir eine Mail. Ich freue mich auf Sie und ein spannendes stARTcamp im Essl Museum.

PS: Das stARTcamp gibt es auch auf Twitter (Hashtag #scvie) und als Facebook-Event.

PPS: siehe auch den Blogbeitrag: „Am 23. Oktober findet im Essl Museum das zweite stARTcamp Wien statt

stARTcamp Wien
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Am 23. Oktober findet im Essl Museum das zweite stARTcamp Wien statt

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Auf dem Blog der stARTconference habe ich es schon im August angekündigt, nun möchte ich es auch hier tun: Am 23. Oktober wird es die zweite Auflage des stARTcamp Wien geben und zwar im Essl Museum in Klosterneuburg. Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir auch dieses Jahr wieder von einem Museum eingeladen worden sind und ich gemeinsam mit Barbara Royc, Erwin Uhrmann und Michael Wuerges dieses Barcamp organisieren darf.

Im Beitrag „Das stARTcamp Wien und die digitalen Erlebnisräume“ habe ich schon die wichtigsten Informationen zusammengetragen und auch auf weitere Beiträge verlinkt, in denen erklärt wird, was eigentlich ein stART- beziehungsweise Barcamp ist und warum es Sinn macht, an einer Veranstaltung teilzunehmen, bei der man noch gar nicht weiß, was dort eigentlich passiert. Nur soviel: Kaffee gibt es am 23. Oktober im Essl Museum (An der Donau-Au 1, 3400 Klosterneuburg) ab 9 Uhr, um 10 Uhr beginnt die Sessionplanung und um 17 Uhr geht das stARTcamp zu Ende. Für alle, die aus Wien anreisen, wird es  einen eigenen kostenlosen Shuttlebus geben, der um 9 Uhr vor der Albertina losfährt und uns um 18 Uhr wieder dorthin zurückbringt. Damit der Bus auch genügend Sitzplätze hat, bitten wir um vorherige Anmeldung unter der Nummer +43 (0)2243 37050150.

Inhaltlich wollen wir uns beim stARTcamp mit digitalen Erlebnisräumen beschäftigen. Digitaler Erlebnisraum, das klingt erst einmal ganz toll, sagen viele, fragen dann aber nicht ganz unberechtigt nach, was das denn eigentlich sein solle? Hinter dem Begriff steckt die Idee, Orte, an denen – in unserem Fall – Kunst und/oder Kultur stattfinden, digital anzureichern, sei es durch  Informationen oder Unterhaltungsangebote. Da wir immer häufiger mobil auf das Internet zugreifen, ist das Web „vor Ort“ meist ohne große Probleme erreichbar. Während wir früher erst zu unserem Computer am Arbeitsplatz oder zu Hause zurückkehren mussten, können wir heute das Internet nutzen, wo wir es brauchen.

Das Internet vor Ort zur Verfügung zu haben bedeutet, wir können BesucherInnen aber auch dabei unterstützen, eigene Inhalte zu produzieren und zu teilen. Ich bin heute auf einen Artikel gestoßen, der sich mit der Frage beschäftigt, ob User Generated Content die Verkaufszahlen nach oben treiben kann. Automatisch stellt sich der Erfolg natürlich nicht ein, aber das Engagement der UserInnen lässt sich beeinflussen:

„Companies that implement solutions such as mobile in-app tools that reflect and engage with users’ environments will increase engagement drastically,“

heißt es darin und auch wenn ich es natürlich nicht belegen kann, vermute ich doch, dass dieses Engagement sich mittel- und langfristig auch auf die Zahl der verkauften Tickets im Kunst- und Kulturbereich auswirken kann.

Ein weiterer Aspekt ist wichtig: Unser Marketing verändert sich grundlegend. Während Kampagnen früher nur auf den Moment abzielten, in dem jemand ein Ticket erwarb, können wir heute unsere potenziellen BesucherInnen davor, während und nach dem Ereignis erreichen und so die gesamte Customer Journey abdecken. Es gibt also erstens sehr viel mehr Momente, an denen wir mit den – in dem Fall – UserInnen kommunizieren können und wir haben die Möglichkeit, den Kontakt zu halten und ihn nicht nach dem Ticketkauf abbrechen zu lassen.

Wie die Kommunikation aussehen kann, welche Technologien – Stichwort iBeacon – dafür zur Verfügung stehen und welche Ansätze sich dafür nutzen lassen, darüber wollen wir am 23. Oktober im Essl Museum sprechen. Frank Tentler hat im Sommer mit dem  Projekt #Wiga einen ersten Versuch unternommen, Orte digital zu bespielen und in dem Fall eine Open-Air-Veranstaltung mit zusätzlichen Inhalten anzureichern und die in diesem Fall genutzte App und die sozialen Kanäle für das Marketing zu verwenden. Die Ergebnisse hat er in seinem Blogbeitrag „Tiefe Wasser. Oder: Das steckt unter der #Wiga – Oberfläche“ zusammengefasst, wird sie aber auch beim stARTcamp vorstellen. Außerdem werden wir auch das Konzept für den digitalen Erlebnisraum Bregenz präsentieren, das wir gemeinsam mit Nadja Bauer, Martin Adam und Christof Breidenich entwickelt haben. Wir sind davon überzeugt, das auf diese Weise Kulturbetriebe, aber auch Städte die Möglichkeit haben, einerseits in der Verbindung online/offline bessere Angebote machen zu können. Andererseits aber auch mehr über ihre BesucherInnen zu erfahren und auf dieser Basis wirkungsvolleres Marketing betreiben zu können.

Nächste Woche stellen wir die Liste mit den Sessionvorschlägen online, dann haben Sie nicht nur die Möglichkeit, sich einen ersten Überblick über die vorgeschlagenen Themen zu verschaffen, sondern natürlich auch selbst Vorschläge für eine Session zu machen. Wenn ich Sie jetzt ein wenig neugierig gemacht habe, dann kommen Sie doch einfach am 23. Oktober ins Essl Museum. Die Tickets kosten 25 Euro, kaufen können Sie sie hier. Ich freue mich auf Sie.