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stARTcamp Wien
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Nur noch vier Tage bis zum stARTcamp Wien

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Die letzten zwei Tage war ich auf der vlow!-Konferenz in Bregenz und habe dort festgestellt, dass die Barcamp-Idee mittlerweile auch auf klassischen Konferenzen Anklang findet. Natürlich ist es nicht so ganz einfach, plötzlich das Format zu wechseln und Freiwillige zu finden, die eine Session/einen Workshop anbieten. Aber letzten Endes hat es doch sehr gut geklappt und herausgekommen ist eine ganze Reihe von – in diesem Falle -Workshops, die von den TeilnehmerInnen gehalten wurden und sich einer ganzen Palette spannender Themen widmeten. Was in Bregenz nur ein Baustein war, ist das Grundprinzip aller stARTcamps und damit auch des #scvie, so der Hashtag für das stARTcamp Wien, das strenggenommen gar nicht in Wien, sondern im Essl Museum in Klosterneuburg stattfindet. Und zwar am 23. Oktober, das ist der nächste Donnerstag, von 9 Uhr (Einlass) bis 17:30. Aktuell gibt es noch 26 Tickets, wer eines davon erwerben möchte, kann das hier online erledigen (Ticketpreis: 25 Euro). Bleiben wir noch bei den praktischen Dingen: Wer aus Wien anreist, kann ganz bequem den Bus nehmen, den das Essl Museum uns netterweise für An- und Abreise zur Verfügung stellt. Er fährt um 9 Uhr vor der Albertina los und bringt uns um 18 Uhr wieder dorthin zurück. Meine letzte Fahrt hinaus hat rund 20 Minuten gedauert, bei der Rückfahrt war es ähnlich. Damit das Museum weiß, wie groß der Bus sein muss, bitte ich alle, die ihn nutzen möchten, sich unter der Nummer +43 (0)2243 37050150 anzumelden. Alternativ können Sie mir auch eine Mail schicken, ich leite das dann weiter. Bleiben wir noch bei den ganz praktischen Dingen. Falls jemand noch kurz entschlossen aus Deutschland kommen möchte, die Bahn wird laut Gewerkschaft in der kommenden Woche nicht bestreikt, da sollte es also keine Probleme geben. Hotels gibt es in Wien natürlich viele, ich empfehle häufig dieses hier. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, frage bei Frank Tentler nach. Zimmer gibt es noch, ich habe gerade auf der Website nachgeschaut.

Ein Barcamp lebt von den Sessionsvorschlägen

Warum ein stARTcamp besuchen? Einerseits ist es eine gute Gelegenheit, um alte Bekannte zu treffen und neue Leute kennen zu lernen. Andererseits gibt es die Möglichkeit, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die den Kunst- und Kulturbereich oder einen selbst gerade beschäftigen. Sie können entweder darauf hoffen, dass jemand „Ihr“ Thema für eine Session wählt. Oder Sie schlagen Ihr Thema vor und setzen darauf, dass sich jemand dafür findet. Der richtige Ort dafür ist die Liste mit den Sessionsvorschlägen. Dort tragen Sie das Thema ein, geben unter „vorgeschlagen von“ bitte Ihren Namen an und dann findet sich entweder jemand wie im Fall von „iBacons in der Kunstvermittlung“ oder wir fragen direkt zu Beginn des stARTcamps noch einmal nach. Erst dann wird gemeinsam die endgültige Sessionsliste und damit das Programm erstellt. Ich denke, man kann es nicht oft genug sagen: Bitte trauen Sie sich und schlagen Sie das vor, was Sie interessiert, es hat noch nie jemand bereut, ganz im Gegenteil. Je mehr Vorschläge von Ihnen kommen, desto näher ist das stARTcamp an dem, was Sie wirklich interessiert. Und nachdem die Teilnehmerinnen des stARTcamp Wien im letzten Jahr selbstkritisch festgestellt haben, dass es sehr wenige Frauen waren, die eine Session gehalten haben, würde nicht nur ich mich freuen, wenn das dieses Jahr anders ist. Und wer sich nicht alleine traut, kann sich ja eine Mitstreiterin oder einen Mitstreiter suchen. ;-) Inhaltlich dominieren im Moment Themen rund um die App (hier noch einmal der Link zur Liste mit den Sessionsvorschlägen), wenn Sie sich etwa für Content Marketing, die Frage nach den richtigen Kanälen oder der richtigen Strategie interessieren, schlagen Sie einfach selbst eine Session vor. Oder noch besser: Sie halten eine zu diesen (oder auch anderen) Themen. Wenn ich jetzt Ihre Frage nicht beantwortet habe, dann schreiben Sie bitte einfach einen Kommentar unter diesen Blogbeitrag. Oder schicken Sie mir eine Mail. Ich freue mich auf Sie und ein spannendes stARTcamp im Essl Museum. PS: Das stARTcamp gibt es auch auf Twitter (Hashtag #scvie) und als Facebook-Event. PPS: siehe auch den Blogbeitrag: „Am 23. Oktober findet im Essl Museum das zweite stARTcamp Wien statt
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Am 23. Oktober findet im Essl Museum das zweite stARTcamp Wien statt

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Auf dem Blog der stARTconference habe ich es schon im August angekündigt, nun möchte ich es auch hier tun: Am 23. Oktober wird es die zweite Auflage des stARTcamp Wien geben und zwar im Essl Museum in Klosterneuburg. Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir auch dieses Jahr wieder von einem Museum eingeladen worden sind und ich gemeinsam mit Barbara Royc, Erwin Uhrmann und Michael Wuerges dieses Barcamp organisieren darf. Im Beitrag „Das stARTcamp Wien und die digitalen Erlebnisräume“ habe ich schon die wichtigsten Informationen zusammengetragen und auch auf weitere Beiträge verlinkt, in denen erklärt wird, was eigentlich ein stART- beziehungsweise Barcamp ist und warum es Sinn macht, an einer Veranstaltung teilzunehmen, bei der man noch gar nicht weiß, was dort eigentlich passiert. Nur soviel: Kaffee gibt es am 23. Oktober im Essl Museum (An der Donau-Au 1, 3400 Klosterneuburg) ab 9 Uhr, um 10 Uhr beginnt die Sessionplanung und um 17 Uhr geht das stARTcamp zu Ende. Für alle, die aus Wien anreisen, wird es  einen eigenen kostenlosen Shuttlebus geben, der um 9 Uhr vor der Albertina losfährt und uns um 18 Uhr wieder dorthin zurückbringt. Damit der Bus auch genügend Sitzplätze hat, bitten wir um vorherige Anmeldung unter der Nummer +43 (0)2243 37050150. Inhaltlich wollen wir uns beim stARTcamp mit digitalen Erlebnisräumen beschäftigen. Digitaler Erlebnisraum, das klingt erst einmal ganz toll, sagen viele, fragen dann aber nicht ganz unberechtigt nach, was das denn eigentlich sein solle? Hinter dem Begriff steckt die Idee, Orte, an denen – in unserem Fall – Kunst und/oder Kultur stattfinden, digital anzureichern, sei es durch  Informationen oder Unterhaltungsangebote. Da wir immer häufiger mobil auf das Internet zugreifen, ist das Web „vor Ort“ meist ohne große Probleme erreichbar. Während wir früher erst zu unserem Computer am Arbeitsplatz oder zu Hause zurückkehren mussten, können wir heute das Internet nutzen, wo wir es brauchen. Das Internet vor Ort zur Verfügung zu haben bedeutet, wir können BesucherInnen aber auch dabei unterstützen, eigene Inhalte zu produzieren und zu teilen. Ich bin heute auf einen Artikel gestoßen, der sich mit der Frage beschäftigt, ob User Generated Content die Verkaufszahlen nach oben treiben kann. Automatisch stellt sich der Erfolg natürlich nicht ein, aber das Engagement der UserInnen lässt sich beeinflussen:
„Companies that implement solutions such as mobile in-app tools that reflect and engage with users’ environments will increase engagement drastically,“
heißt es darin und auch wenn ich es natürlich nicht belegen kann, vermute ich doch, dass dieses Engagement sich mittel- und langfristig auch auf die Zahl der verkauften Tickets im Kunst- und Kulturbereich auswirken kann. Ein weiterer Aspekt ist wichtig: Unser Marketing verändert sich grundlegend. Während Kampagnen früher nur auf den Moment abzielten, in dem jemand ein Ticket erwarb, können wir heute unsere potenziellen BesucherInnen davor, während und nach dem Ereignis erreichen und so die gesamte Customer Journey abdecken. Es gibt also erstens sehr viel mehr Momente, an denen wir mit den – in dem Fall – UserInnen kommunizieren können und wir haben die Möglichkeit, den Kontakt zu halten und ihn nicht nach dem Ticketkauf abbrechen zu lassen. Wie die Kommunikation aussehen kann, welche Technologien – Stichwort iBeacon – dafür zur Verfügung stehen und welche Ansätze sich dafür nutzen lassen, darüber wollen wir am 23. Oktober im Essl Museum sprechen. Frank Tentler hat im Sommer mit dem  Projekt #Wiga einen ersten Versuch unternommen, Orte digital zu bespielen und in dem Fall eine Open-Air-Veranstaltung mit zusätzlichen Inhalten anzureichern und die in diesem Fall genutzte App und die sozialen Kanäle für das Marketing zu verwenden. Die Ergebnisse hat er in seinem Blogbeitrag „Tiefe Wasser. Oder: Das steckt unter der #Wiga – Oberfläche“ zusammengefasst, wird sie aber auch beim stARTcamp vorstellen. Außerdem werden wir auch das Konzept für den digitalen Erlebnisraum Bregenz präsentieren, das wir gemeinsam mit Nadja Bauer, Martin Adam und Christof Breidenich entwickelt haben. Wir sind davon überzeugt, das auf diese Weise Kulturbetriebe, aber auch Städte die Möglichkeit haben, einerseits in der Verbindung online/offline bessere Angebote machen zu können. Andererseits aber auch mehr über ihre BesucherInnen zu erfahren und auf dieser Basis wirkungsvolleres Marketing betreiben zu können. Nächste Woche stellen wir die Liste mit den Sessionvorschlägen online, dann haben Sie nicht nur die Möglichkeit, sich einen ersten Überblick über die vorgeschlagenen Themen zu verschaffen, sondern natürlich auch selbst Vorschläge für eine Session zu machen. Wenn ich Sie jetzt ein wenig neugierig gemacht habe, dann kommen Sie doch einfach am 23. Oktober ins Essl Museum. Die Tickets kosten 25 Euro, kaufen können Sie sie hier. Ich freue mich auf Sie.
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Die Kunsthalle Wien und das stARTcamp: keine Angst vor Social Media

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Wenn morgen hier in Wien das erste stARTcamp über die Bühne geht, dann ist das zu einem ganz großen Teil der Verdienst von Michael Wuerges, der in der Kunsthalle Wien für Marketing und Strategie verantwortlich ist. Als er mich im März fragte, ob ich nicht Lust auf ein stARTcamp in Wien hätte, war ich natürlich sofort dabei. Gewollt hatte ich ja schon länger, aber wie das so ist. Die Zeit ist knapp und so verschiebt man die Sache Monat um Monat, Jahr um Jahr. Deshalb bin ich ihm sehr dankbar, dass er mich im Frühjahr angesprochen hat. Erstens glaube ich, gibt es für solche Veranstaltungen keinen besseren Orte als die, an denen Kunst stattfindet. Und in diesem speziellen Fall haben wir zweitens das Glück, inmitten einer noch nicht fertig aufgebauten Ausstellung sein zu dürfen. Der Werkstattcharakter, den so ein stARTcamp hat, setzt sich also räumlich fort. Was aber veranlasst einen Kulturbetrieb, ein stARTcamp zu organisieren? Diese und ein paar andere habe ich Michael Wuerges gestellt. Christian Henner-Fehr: Morgen geht es los, wir sprechen einen ganzen Tag lang über Social Media im Kunst- und Kulturbereich. Nutzt Du selbst eigentlich auch Facebook, Twitter und all die anderen Netzwerke und Plattformen? Oder reicht es Dir, Dich beruflich damit zu beschäftigen? Michael Wuerges: Natürlich bin ich selbst auf Facebook. Twitter nutze ich aber nur für die Kunsthalle Wien.  Wenn ich aber so nachdenke hast du recht: Seit dem ich viel für die Kunsthalle mache, das machen wir im Team, bin ich sehr viel weniger privat in den sozialen Netzwerken unterwegs. Als Deutscher in Wien hatte ich früher einen Blog mit typisch österreichischen k. u k. Rezepten. Dazu komme ich leider nun zeitlich nicht mehr. Christian Henner-Fehr: Sehr häufig wird im Zusammenhang mit Social Media vom Wunsch nach Vernetzung gesprochen. Ist das einer der Gründe, warum morgen bei Euch das stARTcamp stattfindet und wenn ja, mit wem wäre es für die Kunsthalle Wien interessant, sich zu vernetzen? Michael Wuerges: Ja, du hast Recht, Vernetzung ist nicht unwichtig. In der Kunsthalle Wien geht es uns nicht nur um Vernetzung, sondern um Service für unsere Besucher. Deshalb fragen wir sie auch ganz aktiv nach Ihren Erwartungen. So schreiben wir zum Beispiel auf jedes Plakat gleich den jeweiligen Hashtag der Ausstellung oder Veranstaltung. Das war ein Wunsch unserer Besucher dem wir nachgekommen sind. Das macht keine Kultureinrichtung im deutschsprachigen Raum.  Wir versuchen uns also, mit unseren Besuchern enger zu vernetzen. Plakat Salon der Angst Christian Henner-Fehr: Ab 6. September wird bei Euch die Ausstellung „Salon der Angst“ zu sehen sein, in der es um die „künstlerische Auseinandersetzung mit den Ängsten unserer Zeit“ geht, wie es auf Eurer Webseite heißt. Künstlerisch werden wir uns zwar morgen nicht damit auseinandersetzen, aber Angst und Unsicherheit begegnen einem oft, wenn von Social Media die Rede ist. Ist es in Deinen Augen sinnvoll, wenn Kultureinrichtungen sich aktiv darum bemühen, zum Beispiel durch solche Veranstaltungen, diesen Ängsten zu begegnen. Und zwar nach Innen und nach Außen? Michael Wuerges: Absolut. Das ist mit einer der Gründe denke ich, warum wir zusammen dieses stARTcamp machen. Meiner Meinung nach muss man vor Social Media überhaupt keine Angst haben. Im Zusammenhang mit Social Media höre ich ganz oft Schlagworte wie Datensicherheit, Kontrollverlust, Shitstorm usw. Natürlich kann gerade durch eine Öffnung einer Institution nach außen etwas Unvorhergesehenes passieren, dennoch plädiere ich immer wieder zu mehr Mut im Umgang mit unseren Zielgruppen, die die Sozialen Kanäle benutzen. Wir alle machen unsere Jobs gut und haben nichts zu verbergen. Wieso sollen wir unsere Besucher nicht schon ganz früh in unsere Projekte involvieren? Wieso sollen sie nicht Teil unserer Projekte sein? Zu „Salon der Angst“ werden wir versuchen einen sehr ungewöhnlichen Weg in Sachen Social Media zu gehen. Verraten kann ich leider noch nichts, es wird dir aber sicher auffallen. Christian Henner-Fehr: Ein stARTcamp lebt von den Ideen und dem Input der TeilnehmerInnen. Welche Session wünschst Du Dir morgen? Michael Wuerges: Vielleicht ist es tatsächlich die: „Wie verliert man die Angst vor Social Media!“ Christian Henner-Fehr: Morgen geht es um das Thema Social Media. Angesprochen haben wir vor allem die Menschen, die sich damit im Bereich von Kunst und Kultur beschäftigen. Kannst Du Dir vorstellen, dieses Format auch auf Eure inhaltliche Arbeit zu übertragen und auf diese Weise Euer Publikum anzusprechen? Also zum Beispiel im Zusammenhang mit Eurer kommenden Ausstellung ein Barcamp, bei dem es um die „kulturelle Prägung individueller wie kollektiver Angsterlebnisse und –ereignisse“ geht, ein Zitat, das ich Eurem Ankündigungstext entnommen habe. Michael Wuerges: Gute Frage. Natürlich kann ich mir das vorstellen. Die Kunsthalle Wien ist ja das Haus der Stadt Wien für internationale zeitgenössische Kunst und Diskurs. Da würde ein Barcamp zu Thema Angst tatsächlich sehr gut passen. Ich werde mit unserem Direktor und der Dramaturgin des Hauses darüber sprechen. Beiden ist Social Media nämlich sehr wichtig. Christian Henner-Fehr: Danke für Deine Antworten und viel Spaß morgen beim stARTcamp! Michael Wuerges: Danke dir, dass wir zusammen das erste stARTcamp Österreichs bei uns in der Kunsthalle Wien machen. Ich freu mich riesig auf das stARTcamp morgen und auf alle Kollegen/innen die mit dabei sein werden. Ich bin echt gespannt auf die Themen die wir zusammen besprechen werden.
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stARTcamp Wien: der Stand der Dinge

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stARTcamp Wien Seitdem ich das stARTcamp Wien erstmals hier im Blog angekündigt habe, sind mehrere Wochen vergangen. Zeit für einen kurzen Zwischenbericht. Mittlerweile ist genau ein Drittel der 100 Tickets verkauft, die anderen zwei Drittel warten noch auf Abholer. :-) Ich bin mir klar, dass das Barcamp-Prinzip für den Kunst- und Kulturbereich relativ neu ist und viele damit nichts oder sehr wenig anfangen können. Auch bei einer der größeren Zeitungen hier in Österreich bekamen wir, als wir wegen eines Vorberichts anfragten, zur Antwort: „Das ist ja keine richtige Konferenz, da kommt nichts dabei raus.“ Die Meinung der Redaktion in Ehren, aber ich glaube, gerade weil es sich nicht um eine klassische Konferenz handelt, stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass da was bei rauskommt. Und deshalb sollten Sie es wagen und am 23. August in der Kunsthalle Wien im Museumsquartier dabei sein. Dass da was dabei rauskommt, das behaupten zumindest all diejenigen, die schon mal an einem Barcamp teilgenommen haben. Und das sind nicht wenige. Wer jetzt immer noch nicht weiß, was ein Bar- bzw. ein stARTcamp ist, erhält vielleicht durch dieses Blogpost Klarheit. Warum sollte jemand dorthin gehen? Erstens bekommt man bei „klassischen Konferenzen“ nicht so schnell die Möglichkeit, direkt Antworten auf die eigenen Fragen zu erhalten. Theoretisch muss man nur eine Session vorschlagen, in der es um diese Frage gehen soll. Man ist dann halt nicht der oder die Vortragende, sondern wechselt die Rolle und lässt sich vom „Publikum“ helfen. Aber  es muss keine eigene Session sein, man kann ja auch einfach fragen. Zweitens ist das Networking ein ganz wichtiger Bestandteil eines solchen stARTcamps. Bei jeder Session sitzt man neben anderen Leuten, so man nicht immer im gleichen Pulk weiterzieht. Nutzen Sie die Chance und tauschen Sie sich aus. Über Twitter, das eigene Blog, über Content-Marketing oder was auch immer. Apropos Inhalte: Es gibt mittlerweile ein online zugängliches Google-Dokument, in das man sich mit eigenen Sessionvorschlägen eintragen kann. Bis jetzt habe nur ich mich getraut, eine eigene Session vorzuschlagen. Michael Wuerges von der Kunsthalle Wien hat ein Thema vorgeschlagen, will die Session aber nicht selbst halten. Gut, Frank Tentler wird kommen und natürlich eine Session halten. Mit Wolfgang Gumpelmeier habe ich heute kommuniziert, er wird sich beim stARTcamp mit dem Thema Crowdfunding beschäftigen. Aber ein paar Vorschläge wären schon gut, auch wenn man natürlich direkt vor Ort noch ein Thema vorschlagen kann. Ich selbst würde es fein finden, wenn sich jemand mit der Frage beschäftigt, ob Apps für Kultureinrichtungen sinnvoll sind oder nicht? Das Thema Content-Marketing ist spannend, ebenso Gamification. Oder die Frage, was sich für die PR durch das Social Web ändert oder wie Kultureinrichtungen Twitter nutzen können? Ich habe mir anlässlich des stARTcamps mal die Twitteraccounts einiger Wiener Museen angeschaut und ein Blogpost dazu verfasst. Auch darüber würde ich gerne diskutieren. Dass die Zahl der Sessionvorschläge bei der Premiere nicht unendlich groß ist, geschenkt, das war beim ersten stARTcamp in Deutschland auch nicht anders. Nur Mut, es wird Sie niemand beißen. Sie müssen sich lediglich ein Ticket kaufen und Ihren Sessionvorschlag in die Liste eintragen. Falls Sie Ihr Ticket nicht über Amiando kaufen können oder wollen, ist das kein Problem, schicken Sie mir einfach eine Mail und Sie erhalten eine Rechnung. Ich freu mich auf Sie und Euch. ;-)
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Jetzt ist es soweit: Am 23. August findet das stARTcamp Wien statt

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stARTcamp Wien Ich gebe zu, dieses Blogpost schreibe ich besonders gerne. :-) Ich bin im Laufe der letzten drei Jahre bei fast allen stARTcamps dabei gewesen und kam immer wieder sehr angetan zurück. Erstens habe ich dort sehr viel gelernt, zweitens macht die Atmosphäre enorm Spaß und drittens ist es schön, einen Anlass zu haben, wo ich Leute treffen kann, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Oder vielleicht noch nie. So ein paar Online-Kontakte gibt es, da warte ich schon lange auf die erste Gelegenheit für ein Treffen. Matthias Schwenk gehört zum Beispiel zu ihnen, immerhin kam der erste Kommentar auf diesem Blog von ihm. Wir haben schon viel hin- und hergeschrieben, kommentiert oder geteilt. Jetzt könnte es soweit sein, denn er meinte immer, nach Wien würde ich schon gerne mal kommen. Immer wieder wurde ich gefragt, ob es denn nicht mal ein stARTcamp in Wien geben könnte? Aber irgendwie ist es sich halt nie ausgegangen und wenn dann die Zeit knapp ist, dann verschiebt man so etwas immer weiter in die Zukunft. Vermutlich hätte ich noch weiter geschoben, wenn mich nicht Michael Wuerges von der Kunsthalle Wien angesprochen hätte. Im Team des neuen Direktors Nicolaus Schafhausen für das Marketing zuständig, setzte er sich mit mir zusammen und wir überlegten, wie und wo so ein stARTcamp stattfinden könnte. Und wir kamen schnell zu einem Ergebnis: Im Vorfeld der Ausstellung Salon der Angst können wir die Räumlichkeiten der Kunsthalle Wien im Museumsquartier nutzen. Wer diesen Ort kennt, weiß, dass die Rahmenbedingungen für das stARTcamp nicht besser sein könnten. Zentral gelegen, ein Ort mit ganz viel Kunst und Kultur, mit Lokalen und – für ein stARTcamp wichtig – kostenlosem WLAN. Mögliche Gründe, warum man ein stARTcamp besuchen sollte, habe ich oben schon genannt. Wer nicht in Wien und Umgebung lebt, hat dadurch außerdem die Möglichkeit, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Wir haben das stARTcamp extra auf einen Freitag gelegt, damit alle, die das wollen, das Wochenende noch bleiben können. Ende August ist das Wetter hier normalerweise recht schön, aber in diesem Jahr gebe ich besser keine Prognose ab. Aber auch bei schlechtem Wetter lässt sich hier einiges machen, Stichwort Kunst und Kultur. ;-) Weitere Gründe, an einem stARTcamp teilzunehmen, habe ich in dem Beitrag „Was ist eigentlich ein stARTcamp?“ beschrieben. Dort ist auch ausführlich erklärt, was das eigentlich ist und worin es sich von einer normalen Konferenz unterscheidet. Natürlich geht es beim stARTcamp um Social Media, die Räumlichkeiten der Kunsthalle erlauben es uns, drei Sessions gleichzeitig laufen zu lassen, wobei wir noch entscheiden müssen, ob wir das Thema inhaltlich eingrenzen und so zum Beispiel drei Themenstränge haben, die sich dann über den Tag durchziehen. Über Kommentare und Meinungen dazu würde ich mich freuen. Platz ist für insgesamt 100 TeilnehmerInnen und für die Frühentschlossenen beginnt der Ticketverkauf am 17. Juni, also nächste Woche. Die Abwicklung erfolgt über Amiando, die Tickets kosten 25 Euro. Wer Probleme mit Amiando hat, z.B. weil die Rechnung vorab benötigt wird, schickt mir bitte einfach eine Mail und dann regeln wir das. Weitere Infos folgen natürlich, sowohl hier als auch auf dem Blog der stARTconference, wo schon ein erster Beitrag online steht. Ich freu mich auf alle Fälle schon und werde hier sicher noch des öfteren über das stARTcamp schreiben. :-) Und ich sage der Kunsthalle Wien schon jetzt danke für das Angebot, das stARTcamp Wien in ihren Räumlichkeiten stattfinden zu lassen.
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Innovationspotenziale in der Musikwirtschaft: ein White Paper steckt den Rahmen ab

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Dass es der Musikindustrie schon mal besser ging, ist keine ganz neue Erkenntnis. Viele trauern den vergangenen Zeiten nach, in denen über den Verkauf von Schallplatten und CD enorme Umsätze erzielt werden konnten. Mit dem Aufkommen des Internets hat sich für viele Player im Musikbusiness die wirtschaftliche Lage verschlechtert, auf der anderen Seite bietet es aber auch neue Möglichkeiten für Finanzierung, Marketing und Vertrieb. Theoretisch, denn in der Praxis bauen sich jede Menge Hürden auf und so hält sich die Zahl der Erfolgsstorys bis heute in Grenzen. Die Herausforderung besteht darin, neue Geschäftsmodelle für die Musikwirtschaft zu entwickeln. Hier setzt der aktuelle Fördercall von Departure, der Kreativagentur der Stadt Wien an. Im Unterschied zu den klassischen Förderprogrammen, in denen die Produktion von Kunst gefördert wird, geht es hier um „Innovationspotenziale und neue Wertschöpfungsmöglichkeiten“. Im Vorfeld zu diesem Call entstand ein White Paper, das als Grundlage dieses Förderwettbewerbs dient und die Aufgabe hat,
„rezente Entwicklungen dar(zu)stellen, Probleme (zu) analysieren und (…) eine Reihe von Innovationspotenzialen auf(zu)zeigen“,
wie Departure-Geschäftsführer Christoph Thun-Hohenstein in seinem Vorwort schreibt. Es soll Produkte, Prozesse und Dienstleistungen identifizieren,
„die zum einen eine neuartige Verknüpfung von bereits Bestehendem darstellen und zum anderen das Potenzial haben, nachhaltig marktfähig zu sein“,
formuliert es Peter Tschmuck, unter dessen Federführung das White Paper entstanden ist. Nur auf diese Weise werden diejenigen, die sich der österreichischen Musikwirtschaft zurechnen lassen, überleben können, lautet der Grundtenor dieses Papers, das auch als PDF online zur Verfügung steht. Für den Publizisten Walter Gröbchen ist klar, dass die Innovation sich nicht von alleine einstellt, sondern die Branche ihre Hausaufgaben machen muss. Zwar sei nicht der Weg das Ziel, aber wer „unterwegs“ nicht auf Professionalisierung, Internationalisierung und Spitzenförderung setze, habe keine Chance, zur „A-Klasse der österreichischen Musikwirtschaft zu gehören. Nun ist Innovation ein großes Wort. Wie sollte eine Idee aussehen, um sich am noch bis Oktober laufenden Call beteiligen zu können? Hilfreich ist in dieser Hinsicht Kapitel 1 des White Papers, in dem KünstlerInnen wie Wilfried Brandstötter, Susanne Kirchmayr oder Eva K. Anderson erklären, wo sie eigentlich aktuell Handlungsbedarf sehen? Letztere fordert unter anderem InformationsbrokerInnen, die den KünstlerInnen als eine Art Lotse zur Seite stehen:
„Konkret braucht es Leute, die in der Lage sind, weltweit Kontakte herzustellen und zu nützen. Leute, die innovative Ideen haben, wie man heutzutage Musik aus der Informationsflut hervorhebt und bekannt macht.“ (S.20)
Peter Tschmuck kann sich vorstellen, dass diese InformationsbrokerInnen in zweierlei Hinsicht eine Selektionsfunktion übernehmen. Einerseits für die KünstlerInnen, andererseits aber auch für die KonsumentInnen, denen auch geholfen wäre,
„wenn systematisch zu ihrem Musikgeschmack neue Angebote ausfindig gemacht und kommuniziert würden“. (S.24)
Als sogenannte Intermediäre gehören sie, so Peter Tschmuck, zu jenen AkteurInnen, die durch ihre Leistungen die Anbieter und Nachfrager von Musik zusammen bringen. Tschmuck, der sich in seinem eigenen Blog schon seit längerer Zeit mit Fragen der Musikwirtschaftsforschung beschäftigt, unterscheidet zwischen den alten und den neuen Intermediären und wünscht sich dafür auch „neue Verknüpfungen außerhalb der Musikindustrie“. Das White Paper versucht, auf die vielen Bereiche, in denen Innovation stattgefunden hat oder stattfinden könnte, einzugehen und versucht, auch durch die vielen Interviews, die Vielschichtigkeit dieser Branche darzustellen. Am Ende, so fasst Tschmuck die vielen Beiträge zusammen, kristallisieren sich fünf Innovationsfelder heraus, es geht um Produkt-, Prozess, Dienstleistungs- Schnittstellen- und Netzwerkinnovationen. Hier setzt der Fördercall von Departure an, der noch bis zum 3. Oktober läuft und das Ziel hat, die Musikwirtschaft in der Stadt Wien zu stärken. Das dies nicht so einfach ist, das zeigt der Beitrag des Medien- und Musikexperten Carsten Winter, der sich in seinem Beitrag mit der Situation der Musikwirtschaft in Berlin beschäftigt und deutlich macht, dass sich Innovation nicht planen lässt. Es sind höchstens die Rahmenbedingungen, aber die Beschreibung Berlins mit „arm, aber sexy“ deutet eher darauf hin, dass hier kein politisches Konzept dahinter steht, ganz im Gegenteil. So zeugt es von einer sehr realistischen Erwartungshaltung, wenn Christoph Thun-Hohenstein in seinem Vorwort schreibt:
„Es versteht sich von selbst, dass bahnbrechende Neuerungen immer willkommen sind, doch wäre es vermessen, solche von diesem Förderwettbewerb automatisch zu erwarten.“
Der von ihm verwendete Begriff der Zwischentöne passt da ganz gut.
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Wien denkt nicht mehr

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Wien denkt weiter“ nannte sich eine Website, die im letzten Jahr – sicherlich rein zufällig – im Vorfeld der Wiener Gemeinderatswahlen aus dem Boden gestampft wurde und der Platz sein sollte, an dem man mit dem Kulturstadtrat diskutieren bzw. streiten sollte. Nun, daraus wurde nicht wirklich etwas, warum, habe ich schon vor längerer Zeit in einem Blogpost zu beschreiben versucht. Aber es sollte nicht nur einfach diskutiert werden:
„Das Projekt ‚Wien denkt weiter‘ hat sich zum Ziel gesetzt, einen Katalog an Leitlinien und Maßnahmen zu erarbeiten, die die Kulturpolitik der Stadt Wien in Zukunft prägen sollen,“
heißt es auch heute noch auf der Seite. Mag sein, dass jetzt irgendwo jemand in einem Kämmerchen an einem neuen Kulturleitbild für die Stadt Wien bastelt, das mit den Diskussionen und Vorschlägen hat allerdings nicht so wirklich geklappt. Zumindest weiß die Öffentlichkeit nicht wirklich, woran sie ist. Dabei hat man ihr die Möglichkeit geboten, auf Facebook Fan dieses Projektes zu werden und so immer auf dem aktuellen Stand der Dinge zu bleiben. Seit dem 20. Dezember herrscht aber auf allen Kanälen Funkstille, dabei heißt es im letzten Beitrag auf der Website, dass „Wien denkt weiter“ auch 2011 als Kommunikationsplattform Akzente zu setzen beabsichtige. Nachdem den LeserInnen dieses Beitrags am Ende entspannte Weihnachtsfeiertage und ein guter Rutsch ins neue Jahr gewünscht wird, möchte man angesichts der Tatsache, dass auf den Bergen bereits der letzte Schnee schmilzt, am liebsten zum Telefonhörer greifen und die Macher der Seite darauf hinweisen, dass das Frühjahr bald mal vorbei ist und der Sommer beginnt. Bleibt die Frage, ob sich die Wiener Kulturpolitik noch im Winterschlaf befindet oder ob man dort einfach die Lust am Weiterdenken verloren hat? Wien denkt nicht mehr, das ist für eine der wohl bekanntesten Attraktionen, das Wiener Museumsquartier, wohl die falsche Überschrift. Im Streit um die Facebookseite des MQ hat man eindeutig zu spät mit dem Nachdenken begonnen, wie dieser Artikel deutlich macht. Ed Wohlfahrt hat das, was da passiert ist, trefflich analysiert, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Doch eines vielleicht: wer in den letzten Tagen die Auseinandersetzungen auf der Facebookseite mitverfolgt hat und heute, so er die Seite anklickt, eine „gereinigte“ Seite und dieses „offizielle“ Statement vorfindet, wird vielleicht den von Thomas Pleil, Professor für Public Relations, verfassten Blogbeitrag „Schafft sich die PR selbst ab?“ mit anderen Augen als vorher lesen. Darin zitiert er unter anderem Ann Gregory mit dem Satz:
„PR (..) habe die Aufgabe, Risiken für Organisationen zu minimieren.“
Im Fall des MQ sind die Risiken nicht minimiert, sondern meiner Ansicht nach maximiert worden, nicht durch die Übernahme der Facebookseite, die rechtlich eindeutig klar geht, sondern durch die Art der Kommunikation. Die KritikerInnen als „selbsternannte Social Media-Experten“ zu bezeichnen, ist ungeschickt (siehe dazu: Friedemann Schulz von Thun: die vier Seiten einer Nachricht), Entschuldigung hin oder her, das Löschen sämtlicher Kommentare vermutlich auch. Mehr als ungeschickt ist in meinen Augen die offizielle Stellungnahme, die so offiziell ist, dass sich darunter nicht ein einziger Name finden lässt. Wer diese Stellungnahme liest und mitbekommen hat, wie die letzten Tage die Fetzen flogen, erkennt, dass PR hier sicher nicht strategisch gedacht wird, sondern, wie es in einem Kommentar zu Pleils Beitrag heißt, „Sprachrohr-, Schönredner- und Grünwäscher-Aufgaben“ übernimmt. Und auch das Schlusswort dieses Kommentars übernehme ich: „schade eigentlich…“ Für die PR vermutlich noch mehr wie für das Museumsquartier. „
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Workshopreihe zum Thema EU-Förderungen in Wien

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Schon seit letztem Jahr bietet der österreichische Cultural Contact Point eine kostenlose Workshopreihe an, in der es um die Planung und Umsetzung von EU-geförderten Projekten geht. Am 12. April findet in Wien der sechste Workshop statt, der den schönen Titel „Navigating through Chaos“ trägt. In dem Workshop lernen die TeilnehmerInnen die Besonderheiten der EU-Projektplanung kennen, heißt es in der Ankündigung:
„Wann müssen welche Aktivitäten geplant werden? Welche Vorgaben werden vonseiten der EU gesetzt? Welche Instrumente und Hilfsmittel können die Projektplanung unterstützen?“
Das sind einige der Fragen, die am 12. April zwischen 9:30 und 14 Uhr beantwortet werden. Wenn Sie bei Ihrem nächsten EU-Projekt Chaos vermeiden wollen, können sie sich hier bis 5.4. anmelden.
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Eine Studie untersucht die Kulturausgaben der Stadt Wien

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Oft wird in Artikeln oder auf Vorträgen berichtet, wo wie viel Geld für Kunst und Kultur zur Verfügung steht. Ein besonders beliebtes Spiel besteht darin, darauf hinzuweisen, dass das Budget für Kunst und Kultur um x% gestiegen sei, um auf diese Weise jeder Kritik die Grundlage zu entziehen. Woher die Zahlen aber stammen und wie die Prozente errechnet wurden, das wird meist nicht erwähnt. Möchte sich eine Stadt als besonders kulturaffin darstellen, ist es nicht nur wichtig, entsprechende Beträge für diesen Bereich zur Verfügung zu stellen, sondern sich auch mit anderen Städten vergleichen zu können. Statt einer Summe x, die niemandem etwas sagt, weist man lieber darauf hin, dass z.B. Wien um x% mehr Geld für Kunst und Kultur ausgibt als Paris oder London. Solche Aussagen lassen sich leicht machen, weil sie eigentlich niemand nachprüfen kann. Über die Frage, was alles unter den Begriff Kultur fällt, haben wir dabei noch gar nicht gesprochen. Hier setzt die Kulturwissenschaftlerin Caroline Konrad an und versucht in ihrer im Auftrag der IG Kultur Wien erstellten Studie „Kultur und Geld“ herauszufinden, wie viel Geld die Stadt Wien denn wirklich für Kunst und Kultur ausgibt? Wirft man einen Blick in den von der Stadt Wien herausgegebenen Kunstbericht 2009, dann kommt man dort, so Konrad, auf eine Summe in der Höhe von 219.897.916 Euro, also knapp 220 Mio. Euro. Die Autorin hat in wahrscheinlich mühevoller Kleinarbeit den gesamten Haushalt nach Ausgaben durchforstet, die dem Kunst- und Kulturbereich zugerechnet werden können. Schaut man sich etwa die Ausgaben der Geschäftsgruppe 4 Kultur und Wissenschaft an und rechnet die Verwaltungsausgaben heraus, dann kommt hier eine Summe von 257.160.353 Euro zusammen, als gut 257 Mio. Euro, mithin 37 Mio. Euro mehr als im Kunst- und Kulturbericht ausgewiesen. Aber auch in anderen Ressorts wird Geld für Kunst und Kultur ausgegeben und das gar nicht so knapp. Bei ihren Recherchen ist Konrad für das Jahr 2009 auf reale Gesamtausgaben für Kunst und Kultur von insgesamt 343.293.122 Euro gekommen, also mehr als 343 Mio. Euro. Zum Vergleich: 1998 betrugen die realen Gesamtausgaben 245 Mio. Euro und im Kunstbericht wurden 139 Mio. Euro ausgewiesen. Die im Jahr 2009 ausgegebenen 343 Mio. Euro machen 3,03% der Gesamtausgaben der Stadt Wien aus, was sich auf Pro-Kopf-Ausgaben von 203 Euro für Kunst und Kultur umrechnen lässt. Vorsicht: darin sind Bundesförderungen für die Bundestheater, die Bundesmuseen und all die Institutionen und Projekte, die vom Bund unterstützt werden, nicht enthalten. Nachdem sich die IG Kultur Wien als die „Interessengemeinschaft und -vertretung der freien und autonomen KulturarbeiterInnen in Wien“ versteht, wollte sie natürlich auch wissen, welche Beträge für die freie Szene (Definition siehe S. 46f) aufgewendet werden. Das Ergebnis fällt aus ihrer Sicht wenig ermutigend aus, denn nur 2,5% der Gesamtausgaben (=8,6 Mio. Euro) gehen in diesen Bereich. Ich möchte Sie an dieser Stelle nicht mit ewig langen Zahlenkolonnen langweilen, Sie werden sich die Zahlen, die Sie interessieren, selbst zu Gemüte führen können. Eine Zahl finde ich allerdings etwas traurig: es wird immer wieder darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, sich zu vernetzen. Das EU-Kulturförderprogramm verfolgt dezidiert den Austausch von KulturarbeiterInnen und Kunstwerken als oberstes Ziel und in verschiedenen Beiträgen auf der Plattform Wien denkt weiter klingt immer wieder an, wie wichtig der Blick über den Tellerrand ist. Aber wenn ich dann in der Studie von Caroline Konrad lesen muss, das der Freien Szene für den internationalen Kulturaustausch 2009 nur 120.000 Euro zur Verfügung standen, dann heißt das: die meisten werden wohl zu Hause bleiben müssen. Oder sie wollen gar nicht raus, das wäre dann noch herauszufinden. PS: Wenn Sie mehr über die Studie erfahren wollen und sich für die Analyse dieser Zahlen interessieren, dann empfehle ich Ihnen, so Wien für Sie nicht zu weit weg ist, den Besuch des von der IG Kultur Wien organisierten Symposiums „Cultural Conditions„, bei dem es heute Abend um 18 Uhr um das Thema Kulturbudget und damit auch um diese Studie geht.
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Werbung kann so einfach sein, aber…

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Die Bewerbung von Kunst und Kultur ist gar nicht so einfach. TV-Spots oder auch Inserate kosten in der Regel sehr viel Geld, Plakate nimmt kaum noch jemand wahr und im Social Web geht man mit seinen Hinweisen unter, weil mittlerweile fast jede Kultureinrichtung diese Kanäle nutzt. Das folgende Beispiel zeigt, wie man dank einer kreativen Idee ein Plakat so einsetzen kann, dass es plötzlich wahrgenommen wird. In einer Pariser Metrostation hängt ein Plakat, das die Kunst- und Kulturstadt Wien bewirbt. Auf dem Plakat sind die Wiener PhilharmonikerSymphoniker zu sehen. Wahrgenommen wird das Plakat erst, als sich ein junger Dirigent vor das Plakat stellt und einen Walzer dirigiert.
Der Wiener Tourismusverband zeigt recht schön, wie man mit einer guten Idee Aufmerksamkeit erregen kann. Die Idee, das „Konzert“ aufzunehmen und auf YouTube zu stellen, verbindet die Pariser Metrostation und das Social Web. Wenn jetzt das Video noch im Internet Verbreitung findet, dann erzielt man, so alles gut läuft, mit relativ geringen Aufwand einen großen Marketingerfolg. Die aktuell 568 Zugriffe auf das Video seit dem 18. Mai sind allerdings noch ausbaufähig. Wer sich die Statistik ansieht (auf YouTube, unterhalb des Videos), erkennt schnell, woran es liegt. Auf das Video ist bis jetzt vor allem über das Blog der Österreich-Werbung zugegriffen worden. Erstaunlich, dass die Zahl der Zugriffe via Facebook noch extrem niedrig ist. Ansonsten hat bis jetzt nur Hannes Treichl, bei dem ich das Video entdeckt habe, darauf verlinkt, dementsprechend sind es, so die Statistik, vor allem die heimischen UserInnen, die das Video bis jetzt angesehen haben. Ich gehe aber mal davon aus, dass hier vor allem potenzielle BesucherInnen aus dem Ausland auf Wien aufmerksam gemacht werden sollen. Um die zu erreichen, fehlt es an der nötigen Vernetzung im Social Web, damit das Video international die Runde machen kann. Ein schönes Beispiel, das zeigt, dass einerseits eine gute Idee wichtig ist, um Aufmerksamkeit zu erregen. Gleichzeitig brauche ich aber auch das entsprechende Netzwerk, sonst verpufft die gute Idee wirkungslos.