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Strategien zu entwickeln reicht nicht aus

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Im „Be Excellent“ Blog ist vor kurzem ein Beitrag erschienen, der mein Interesse geweckt hat. Überschrieben ist er mit „Execution of Strategy“ und sehr verkürzt gesagt stellt Skip Reardon, Verfasser dieses Beitrags fest, dass die Herausforderung nicht so sehr darin besteht, Strategien zu entwickeln, sondern sie umzusetzen.

Dabei bezieht er sich auf einen Artikel, den Michael C. Mankins und Richard Steele im letzten Jahr veröffentlicht haben. „Turning Great Strategy into Great Performance“ lautet der Titel, erschienen ist der Beitrag auf Harvard Business Online, das heißt, er ist leider nicht kostenlos zugänglich.

Nur knapp zwei Drittel der Strategien werden umgesetzt

Die beiden Autoren stellen darin fest, dass Unternehmen in der Regel nur 60 Prozent ihrer Strategien umsetzen können. Die Ursache dafür liegen, so Mankins und Steele, in der fehlerhaften Planung und Umsetzung der Strategien. Wie kann ich diese Fehler aber verhindern, denn schließlich ist der Aufwand, eine Strategie zu entwickeln, beträchtlich.

Ich werde nun nicht den ganzen Beitrag paraphrasieren, sondern mich auf einige Punkte konzentrieren, die mir für den Kunst-und Kulturbereich wichtig erscheinen. Und ich möchte in diesem Zusammenhang auch nicht darauf eingehen, dass es sehr häufig gar keine Strategien gibt. Das heißt, es ist auch nichts da, was umgesetzt werden kann. Vor allem bei der großen Zahl derer, die sich als KulturmanagerInnen selbständig zu machen beabsichtigen, fällt mir das auf. Ein einzelnes Projekt ist noch keine Geschäftsidee.

Vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit früheren Planungen

Zurück zum Artikel von Mankins und Steele. Die beiden Autoren stellen fest, dass viele Unternehmen ihre Ergebnisse nicht mit den vorausgegangenen Planungen vergleichen. Das heißt, Unternehmen entwickeln eine Strategie, planen deren Umsetzung und machen sich an die Realisierung. Ein Lerneffekt kann sich aber nur einstellen, wenn ich am Ende das Ergebnis mit dem angestrebten Ziel vergleiche. Stimmen Realität und Erwartung überein, dann passt alles. Zeigen sich Diskrepanzen, dann muss ich mir überlegen, was schiefgelaufen ist und daraus die Konsquenzen für die Zukunft ziehen. Findet dieser Vergleich nicht statt, werden meine Ziele auch zukünftig unrealistisch bleiben.

Als Beispiel fallen mir die Finanzpläne einzelner Projekte ein. Wenn ich bei meinen Projekten in der Vergangenheit davon ausgegangen bin, dass ich die Summe x durch Subventionen hereinbekomme und immer nur die Hälfte erhalten habe, dann macht es keinen Sinn, beim nächsten Ansuchen wieder die Summe x einzusetzen. Und wenn ich sie einsetze, dann muss ich mir zumindest Alternativen überlegen.

Ansonsten ist das, was ich mir vornehme, unrealistisch und kann zu folgenden Konsequenzen führen: entweder werde ich davon absehen, mir weiter Gedanken über Ziele und Strategien zu machen. Oder ich bastele weiter fleißig an Zielen und Strategien, glaube aber selbst nicht daran. Dann kann man aber nicht mehr von Zielen und Strategien sprechen.

Unklar formulierte Konzepte helfen Ihnen nicht weiter

Was kann ich dagegen tun? Mankins und Steele sind der Meinung, dass bei der Strategieentwicklung häufig zu abstrakte Konzepte herauskommen. Ihr Rezept dagegen:

„Keep it simple, make it concrete.“

Unsere Aufgabe ist es, konkrete Maßnahmen aufzulisten. Maßnahmen, die auch eine Chance auf Umsetzung haben. Und hier kommt jetzt der Faktor Erfahrung mit ins Spiel. Ich muss wissen, welche Größenordnung mein Vorhaben haben darf, damit ich noch Chancen habe, es auch umzusetzen. Mankins und Steele schreiben, dass erfahrene ManagerInnen sich hier auf ihren Instinkt verlassen können. Diese Erfahrung haben sie sich, so die beiden Autoren weiter, durch die Methode des „trial and error“ angeeignet.

Aber nur, wenn ich den aktuellen Stand kenne, bin ich in der Lage zu erkennen, dass ich mich auf dem Holzweg befinde. Die oft anzutreffende „es wird schon irgendwie gehen“-Haltung ist also nicht wirklich zielführend. Ganz im Gegenteil. Mit ihr gerate ich unter Umständen bei meinem aktuellen Projekt noch tiefer ins Verderben und einen Lerneffekt für zukünftige Vorhaben werde ich so auch nicht erzielen.

Und wenn Sie sich nun vornehmen, eine Strategie für Ihr Unternehmen zu entwickeln, dann hilft Ihnen unter Umständen dieser Beitrag noch. Und dann kann es schon losgehen.

2 Comments Join the Conversation

  1. Wie sagte schon Strategiepapst Ansoff vor mindestens 20 Jahren:
    „It is no trick to formulate a strategy, the problem is to make it work.“

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  2. Ich habe mir gerade einige Seminare zu dem Thema angeschaut. Interessanterweise geht es dabei vor allem um die Entwicklung von Strategien und nur am Rande um deren Umsetzung. Aber ich muss mich da an der eigenen Nase fassen und werde dem Thema Umsetzung von Strategien in meinen Seminaren zukünftig mehr Raum geben.

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