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Balanced Scorecard: strategische und operative Ebene miteinander verbinden

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Bild: Headstone Tunnel„; von Darren Harvey (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Ein dunkler kurviger Weg führt zu einem Ziel, das man nicht sieht und vielleicht auch noch gar nicht so genau kennt. Diese Situation erleben wir in Tunnels nur noch selten, meist sind sie gerade und gut ausgeleuchtet. In Projekten kommt es allerdings immer wieder mal vor, dass der Weg dunkel und kurvenreich scheint und das Ziel noch nicht ganz klar ist. Bleibt die Frage, warum man da eigentlich „hineingefahren“ ist? Eine Antwort darauf sollte sich auf der strategischen Ebene finden lassen. Das Unternehmensleitbild (Mission, Vision etc.) bildet den Überbau für das, was wir  dann auf der operativen Ebene an Vorhaben umsetzen. Über so etwas verfügen Unternehmen als auch Kulturbetriebe in der Regel, aber die Verbindung zu dem, was das tägliche Geschäft ausmacht, fällt vor allem im Kunst- und Kulturbereich schwer.

„Wir brauchen ein Blog, können Sie uns dabei unterstützen?“ Diese Frage hörte ich vor einiger Zeit am Telefon. Natürlich haben wir uns zusammengesetzt und über das Blog gesprochen. Herausgekommen ist etwas ganz anderes, ein Blog wäre für das, worum es ging, nicht das geeignete Instrument gewesen. Nun ist es ja nicht verkehrt, ein Blog oder was auch immer haben zu wollen. Nur muss es halt auch in den Rahmen passen, in dem es zum Einsatz kommen soll. Das Ziel ist klar, wir brauchen ein Blog, verstanden, aber warum? Was soll bewirkt werden? Es ist gar nicht so leicht, an diesem Punkt vernünftige Antworten zu finden, oft ist dann von Dialog die Rede, aber wozu soll der gut sein? Unterhaltung ist gut und schön, aber inwieweit trägt sie dazu bei, meine übergeordneten Unternehmensziele zu erreichen? Unter Umständen hilft die Wirkungskette weiter, die das ganze systematisch angeht.

Wirkungskette

Die erbrachte Leistung, also der Output, ist das Blog, das in die Website integriert werden soll. Objektiv wahrnehmbare Ziele wären zum Beispiel höhere Zugriffszahlen oder eine längere Verweildauer auf der Website. Gefällt den UserInnen die Seite (Impact), äußert sich das vielleicht in positiven Erwähnungen oder mehr Links auf Website beziehungsweise Blog. Die Seite könnte dadurch in den Suchmaschinen nach oben wandern, erhält mehr Zugriffe und führt dazu, dass die dahinter stehende Kultureinrichtung als Marke bekannter wird und sich daraus neue Kooperationen, Gastspiele, etc. ergeben (Outcome).

Passen die Wirkungsziele zu meinen strategischen Zielen, dann kann ich mich mit meinem Blog weiter beschäftigen. Fallen mir nur welche ein, die mit meiner eigentlichen Arbeit wenig oder nichts zu tun haben, ist ein Blog vielleicht keine so gute Idee. Nehmen wir mal an, wir kommen zu dem Ergebnis, ein Blog sei eine gute Sache, dann stellt sich die Frage, wie wir jetzt weiter tun? Normalerweise wird jetzt jemandem die undankbare Aufgabe umgehängt, das Blog mit Inhalten zu füllen. Am Anfang ist der Enthusiasmus groß, aber im Laufe der Zeit lässt er nach und unter Umständen wird das Blog nach einigen Monaten ein recht  trauriges Dasein führen, was auch bedeutet, dass die Ziele nicht erreicht werden.

Die Balanced Scorecard ist mehr als ein Kennzahlensystem

Ich denke schon recht lange darüber nach, wie sich die oft große Lücke zwischen strategischer und operativer Ebene schließen lässt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass die Balanced Scorecard ein ganz hilfreiches Instrument sein kann, diese Lücke zu schließen. Ich weiß, sie wird oft als reines Kennzahlensystem verstanden, das mit seinen vielen Messgrößen eher für Verwirrung als für Strukturen sorgt. Das mag in bestimmten Fällen so sein, ich sehe aber den Vorteil, dass man sich mit der strategischen Ebene, mit Zielen und dazu passenden Kennzahlen beschäftigen muss und sich außerdem nicht nur auf eine Sichtweise beschränken darf.

Robert S. Kaplan und David P. Norton, haben die Balanced Scorecard vor rund 25 Jahren entwickelt und dabei versucht, ein Unternehmen aus vier verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Balanced Scorecard

Die Herausforderung bei der Balanced Scorecard besteht in der Vernetzung der verschiedenen Perspektiven. Das Blog erhöht die Zahl der BesucherInnen der Website, die Inhalte machen Lust auf Theater und lassen die BesucherInnenzahlen ansteigen. Dadurch kann der Eigendeckungsgrad gehalten oder erhöht werden (finanzwirtschaftliche Perspektive). Zufriedene Besucher äußern sich positiv über das Theater und gehen öfter als früher dorthin, Besucherzufriedenheit und -treue nehmen zu (Kundenperspektive). Das Theater wird aus diesem Grund dafür sorgen, dass auf dem Blog noch bessere Beiträge erscheinen und verändert die internen Abläufe, um leichter an gute Inhalte zu kommen und qualitativ hochwertige Beiträge erstellen zu können (Interne Prozessperspektive). Nun ist das Blog nicht mehr das Werk einer einzelnen MitarbeiterIn, sondern ein Format, zu dessen Erfolg viele beitragen. Abteilungsgrenzen fallen, die Zusammenarbeit macht Spaß, alle beschäftigen sich mit dem Blog und eignen sich gerne das notwendige Wissen an. Die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen steigt, die Zahl der Kündigungen geht zurück (Lern- und Enwicklungsperspektive). Damit haben Sie schon jede Menge Kennzahlen und legen nun im nächsten Schritt fest, wohin Sie kommen wollen, welche Zielwerte es zu erreichen gilt. Das ist oft ganz leicht, zum Beispiel bei den Zugriffszahlen, das ist oft aber auch sehr kompliziert, wenn Sie etwa die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen messen wollen. Nicht immer ist die Zahl der Kündigungen eine geeignete Messgröße. ;-)

Und plötzlich ist das Blog nicht nur dazu da, mit irgendjemandem zu kommunizieren, sondern es löst auf ganz unterschiedlichen Ebenen etwas aus. Was genau, das sollten wir uns davor überlegen. Ursprünglich dafür gedacht, Unternehmen als Ganzes aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten (ich habe das vor Jahren mal bei mir selbst versucht, siehe dazu meinen Blogbeitrag: „Social Media: Wann weiß ich, ob ich erfolgreich bin?„), kommt Andreas Preißner in seinem Buch „Projekte budgetieren und planen“ (Affiliate Link) zu dem Ergebnis, dass sich die Balanced Scorecard natürlich auch für Projekte eignet, die Einführung eines Blogs ist ja letzten Endes nichts anderes. Kaplan/Norton haben immer betont, dass sich die verschiedenen Perspektiven beliebig verändern, reduzieren oder erweitern lassen. Nicht in jedem Projekt gibt es eine finanzwirtschaftliche Perspektive, in diesem Fall schlägt Preißner den Begriff der Ergebnisperspektive vor.

In 5 Schritten  von der Vision zum Arbeitspaket

So, nun wissen Sie also – hoffentlich – schon sehr viel genauer, warum Sie mit dem Bloggen beginnen wollen. Was aber noch fehlt, sind die Maßnahmen, mit deren Hilfe Sie Ihre Ziele erreichen wollen. Das bedeutet, jetzt heißt es kreativ zu sein und Ideen zu entwickeln, zum Beispiel, welche Themen Sie in Ihrem Blog anschneiden wollen. Haben Sie für alle vier Perspektiven ausreichend Ideen gesammelt, beginnt die Planung, um sie auch alle umsetzen zu können. Hier beginnt jetzt die klassische Projektplanung, vom Projektstrukturplan bis zum Budget, um zu wissen, was in nächster Zeit zu tun ist.

Zusammenfassend sind folgende Schritte notwendig:

  1. Entwickeln und formulieren Sie Ihre strategischen Ziele, abgeleitet aus dem Leitbild.
  2. Brechen Sie Ihre strategischen Ziele auf die operative Ebene herunter und benennen Sie Ihre operativen Ziele (dabei kann es sich um Projekte handeln).
  3. Überlegen Sie sich Ihre Wirkungsziele, erarbeiten Sie die Ziele der verschiedenen Perspektiven (es müssen nicht die vier sein!) und finden Sie die passenden Messgrößen.
  4. Bestimmen Sie die Zielwerte (wann sind Sie erfolgreich?).
  5. Überlegen Sie, welche Maßnahmen und Arbeitspakete notwendig sind, um Ihre Ziele zu erreichen (Projektplanung)

Während und vor allem nach der Umsetzung können Sie erkennen, ob Sie „im Plan“ sind. Klar sollte sein, dass Ziele und Zielwerte nicht in Stein gemeißelt sind. Verändern sich die Rahmenbedingungen, müssen Sie Ihre Balanced Scorecard entsprechend anpassen beziehungsweise weiter entwickeln. Halten Sie starr daran fest, ist daraus wirklich nur ein Kennzahlensystem geworden.

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Treffpunkt KulturManagement: Projekte agil planen und durchführen

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© leechonghyun ; Pixabay

Ist das klassische Projektmanagement heute eigentlich noch zeitgemäß? Lassen sich Projekte, die zum Teil über eine Zeitraum von mehreren Jahren geplant und realisiert werden, in ein so enges Korsett wie einen Projektstrukturplan zwängen? Diese Fragen habe ich schon vor drei Jahren in einem Blogpost gestellt und dabei Stefan Hagen zitiert, der in seinem Beitrag „Menschen-zentriertes Design trifft agiles Projektmanagement“ meinte, es gelte, klassisches und agiles Projektmanagement zu integrieren und zu kombinieren.

Alexander Mikula, der in seinem früheren (Arbeits)-Leben als IT-Experte auf den agilen Ansatz setzte und heute als Fotodesigner und Digital Artist im Kunst- und Kulturbereich tätig ist, wird beim nächsten Treffpunkt KulturManagement am 21. August 2013 um 9 Uhr zeigen, wie sich agiles Projektmanagement bei Vorhaben im Kunst- und Kulturbereich anwenden lässt. Vor allem bei kleineren Projekten würden die klassischen Strukturen und Methoden bei der Projektabwicklung von vielen als „unnatürlich“ empfunden und deshalb abgelehnt, meint er. Der agile Ansatz sei unkompliziert, brauche keine aufwändigen Tools und Metriken, und erlaube schnelles Reagieren auf sich ändernde Bedingungen. Dass das nicht heißt, planlos vorzugehen, wird er uns in seinem Impulsvortrag zeigen.

Ich freue mich auf seine Anregungen, da ich der Meinung bin, dass es auch im Kunst- und Kulturbereich an der Zeit ist, sich mit der Forderung von Stefan Hagen zu beschäftigen und den agilen Ansatz in die eigene Projektarbeit zu integrieren. Natürlich ergeben sich da eine Menge Fragen, zum Beispiel im Hinblick auf die Förderbedingungen. Aber genau für solche Fragen und sich daraus ergebende Diskussionen ist der Treffpunkt KulturManagement ja da. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind und lade Sie herzlich zu Ausgabe 38 ein.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und derstARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 21. August, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 21. August dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 21.08.2013 von 09:00 bis 10:00
Thema: Projekte agil planen und durchführen
Gast: Alexander Mikula

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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Internationales Projektmanagement: Das kostenlose Handbuch des CCP Austria erscheint in der zweiten Auflage

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"“Navigating through Chaos”" (Cover)

Vor einem knappen Jahr habe ich über das Handbuch „Navigating through Chaos“ berichtet, das vom Cultural Contact Point Austria zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt wird und bei der Konzeption und Planung eines EU-geförderten Projektes helfen soll.

Wenn Sie wissen wollen, was ein EU-Projekt auszeichnet und wie es geplant wird, wie das Controlling aussehen sollte und wie Sie mit europäischen Partnern zusammenarbeiten, dann sollten Sie sich das Handbuch einmal genauer ansehen. Aus den 28 Fragen, die die erste Auflage beantwortet hat, sind in der zweiten Auflage 34 Fragen geworden. Neu hinzugekommen ist das Thema Crowdfunding, zu dem ich die Inhalte beisteuern durfte. Auf folgende Fragen habe ich versucht, Antworten zu finden:

  • Wir möchten unser Projekt mit der Hilfe von Crowdfunding finanzieren. Bei welcher Art von Projekten macht es Sinn, dieses Finanzierungsmodell zu wählen?
  • Welche Crowdfunding-Plattformen stehen in Österreich und international zur Verfügung?
  • Was macht ein erfolgreiches Crowdfunding-Projekt erfolgreich?
  • Welche Chancen bietet Crowdfunding? Worin bestehen die Risiken?

Dieses Handbuch ist aber nicht nur eine Hilfe für den nächsten EU-Förderantrag, sondern darüber hinaus eine wertvolle Hilfe für alle, die ein internationales Projekt planen und realisieren möchten. Es umfasst die folgenden Kapitel:

  • EU-Projekt – was heißt das?
  • Planung und Controlling
  • Sponsoring
  • Crowdfunding
  • Die Zusammenarbeit mit europäischen Partnerorganisationen
  • Optimales Texten
  • Kenne, wen Du erreichen willst
  • Kommunikations- und Verbreitungsstrategien
  • Evaluation
  • Präsentationstechniken
  • Tipps & Tricks

Es lohnt sich also, einen Blick in das Handbuch zu werfen, hier geht es zum kostenlosen Download (PDF).

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Kostenlose Vorlage für einen Projektplan in Excel

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Es gibt mittlerweile jede Menge Tools, mit deren Hilfe sich Projekte organisieren oder „managen“ lassen. So gerne ich Angebote wie etwa Smartsheet nutze, wenn es irgendwie geht, verwende ich nach wie vor am liebsten Excel.

Natürlich kann man dabei sein eigenes System entwickeln, aber oft ist es hilfreich, wenn man auf fremde Vorlagen zurückgreifen kann. Im Projektmanagement Blog hat Stefan Hagen vor ein paar Tagen eine kostenlose Vorlage für einen Projektplan zur Verfügung gestellt, die mir sehr gut gefällt, da sie sehr einfach gehalten ist und sich leicht für das eigene Projektvorhaben nutzen lässt. Danke!

Update: Der Projektplan wurde weiter entwickelt, hier geht es zur aktualisierten Vorlage Projektplan 2013.

Update (12.01.2017): Per Kommentar wurde ich auf dieses Tool zur Projektplanung aufmerksam gemacht. Es erlaubt variable Zeiträume und wurde erst am 28.12.2016 zum letzten Mal aktualisiert. Über Rückmeldungen zu diesem Tool würde ich mich freuen.

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Projektmanagement: nicht nur das Handwerkzeug ist wichtig

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© Rainer Sturm ; Pixelio

Projektmanagement ist in den meisten Branchen nicht mehr wegzudenken. Einerseits sehen wir darin häufig eine Möglichkeit, starre Strukuren zu überwinden. Andererseits ist es eine Arbeitsform, die uns von außen quasi vorgegeben wird. Zum Beispiel im klassischen Kunst- und Kulturbereich, wo ein Großteil der Fördergelder auf Projektbasis vergeben wird.

Wer sich mit dem Thema Projektmanagement beschäftigen möchte, kann sich das notwendige Know-how auf ganz unterschiedliche Art und Weise aneignen. Ob Studium, Weiterbildung oder Buch, die Grundprinzipien, wie man an ein Projekt herangeht sind schnell verstanden. Und trotzdem funktioniert es dann in der Praxis oftmals nicht. Warum?

Vermutlich gibt es eine Vielzahl von Gründen. Es ist zum Beispiel gar nicht so einfach, andere davon zu überzeugen, ein Projekt möglichst detailliert zu planen, wenn man es bis jetzt immer ohne solche Pläne geschafft hat. Von heute auf morgen das ganze Prozedere umzustellen ist eine ziemliche Herausforderung, einerseits in der Vermittlung, andererseits in der Umsetzung. Vielleicht gehen wir das „Problem“ aber auch einfach nur falsch an?

In ihrem Artikel „Building A ‚Transformational‘ Project Management Office“ weist Autorin Meridith Levinson darauf hin, dass Projektmanagement für Unternehmen immer wichtiger werde. Statt aber neue Prozesse einzuführen und das Berichtswesen auszuweiten, ist es ihrer Meinung nach sinnvoller, bestehende Schwierigkeiten zu lösen und Best Practice-Lösungen zur Verfügung zu stellen, damit alle davon lernen können. „Build communities of practice„, lautet einer ihrer Handlungsempfehlungrn.

Mir gefällt diese Idee und ich würde sie gerne vor allem für den Kunst- und Kulturbereich umsetzen. Bei meinem Projektmanagement-Seminar am Wochenende haben wir zwar viel darüber gesprochen, mit welchen Tools sich ein Projekt planen lässt. Aber um dann die Probleme zu besprechen, die in der Praxis auftauchen, fehlt die Zeit. Wo aber bespricht man diese „alltäglichen“ Probleme?

Der Bedarf, sich auszutauschen, ist da, ich erinnere mich an das Format des „projektnetworking-Frühstücks“, das ich vor einigen Jahren zusammen mit Ursula Seethaler, Andrea Sanz und Max Harnoncourt ins Leben gerufen habe. Die Bereitschaft, sich auf neue Themen einzulassen und der gegenseitige Austausch standen damals im Vordergrund. Warum so etwas nicht wieder beginnen, allerdings online, so meine gestrige Idee. Ich habe mittlerweile diverse Gruppen auf Facebook kennen und schätzen gelernt und möchte sie nicht missen. Bei der Suche nach einer Gruppe zum Thema Projektmanagement wurde ich selbst nicht fündig, aber wozu ist man vernetzt? ;-) Auf diese Weise bin ich auf Peter Webhofer gestoßen, der schon vor einiger Zeit auf Facebook die Gruppe „Projektmanagement 2.0“ gegründet hat. Genau der richtige Rahmen, um sich über das Thema Projektmanagement auszutauschen und voneinander zu lernen, danke an Peter Webhofer, der seine Gruppe für alle geöffnet hat. Ich bin gespannt, ob daraus eine Community of Practice wird, in der alle voneinander profitieren können. Die von Meridith Levinson vorgeschlagenen Empfehlungen können dabei eine wichtige Rolle spielen, ich freu mich darauf.

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Die Rahmenbedingungen für die Online-Zusammenarbeit

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© Gerd Altmann ; Pixelio

In der Vorbereitung auf den heutigen Treffpunkt KulturManagement, bei dem es um das Thema Online-Collaboration geht, habe ich diese sehr interessante Präsentation gefunden:

Sie ist zwar schon drei Jahre alt, zeigt aber recht schön, dass es nicht damit getan ist, reale Treffen gegen ein paar Online-Tools auszutauschen. Um diese Tools auch wirklich nutzen zu können, müssen wir teilweise unsere in Jahren bzw. Jahrzehnten erlernten Verhaltensweisen ändern. In einer Zeit, wo Wissen macht bedeutet, ist klar, dass man dieses Wissen strategisch einsetzt.

In der Zusammenarbeit heißt das aber: dieses Wissen steht nicht allen zur Verfügung und wenn es abgerufen wird, geschieht dies ad hoc, was meist mit einem ziemlich Aufwand verbunden ist (Folie 41).

Die Präsentation zeigt auch, dass – zumindest vor drei Jahren – die Web 2.0-Tools vor allem für die interne Zusammenarbeit eingesetzt wurden (Folie 47). Ich denke, darin liegt auch der Schlüssel zum Erfolg für Aktivitäten, die sich dann nach außen richten.

Wenn ein Unternehmen diese Tools ganz selbstverständlich in der internen Zusammenarbeit einsetzt und diese dadurch in den Alltag integriert sind, dann ist die Herausforderung, sie auch in der externen Kommunikation einzusetzen, eine wesentlich geringere als für Neueinsteiger. So könnte zum Beispiel das Argument fehlender Zeit wegfallen, weil die MitarbeiterInnen die Tools schon lange nutzen und gemerkt haben, dass sich damit effizienter und somit auch zeitsparender arbeiten lässt. Daraus lässt sich der Schluss ziehen: der Schlüssel zum Erfolg im Hinblick auf die Social-Media-Aktivitäten liegt zu einem großen Teil in der internen Zusammenarbeit.

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25. Mai: Online-Collaboration als Thema des nächsten Treffpunkt KulturManagement

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Die Entwicklung des Internet und vor allem des Social Web hat in den letzten Jahren völlig neue Formen der Zusammenarbeit entstehen lassen. Projektteams mussten sich regelmäßig treffen, um sich über den aktuellen Stand des Vorhabens zu informieren, die weiteren Schritte zu besprechen und die nächsten Aufgaben zu verteilen. Heute ist die Zusammenarbeit nicht mehr auf einen Ort oder eine Region beschränkt, die neuen Technologien haben das Entstehen virtueller Projektteams ermöglicht.

Als wir im Herbst 2008 mit den Vorbereitungen für die erste stARTconference begannen, wussten wir nicht, dass wir uns im Laufe der einjährigen Vorbereitungszeit nur einmal „real“ treffen würden. Aber Blogs, Wikis und viele andere Tools erlaubten es uns, die Konferenz virtuell zu organisieren, ohne die fehlenden Treffen als Manko zu empfinden.

Eigentlich lässt sich fast jedes Projektvorhaben auf diese Weise organisieren. Diese ressourcenschonende Form der Zusammenarbeit bringt aber auch einige Herausforderungen mit sich. So gilt es, mit Hilfe fixer Regeln die Zusammenarbeit zu strukturieren, einen umfassenden Informationsfluss zu gewährleisten und die Verantwortlichkeiten festzulegen.

Im Laufe der letzten Jahre sind zahlreiche Plattformen entstanden, die für genau diese Aufgaben die geeigneten Werkzeuge zur Verfügung stellen. Tasklisten, Dokumente, an denen man gemeinsam arbeiten kann und ein gemeinsamer Kalender, die Liste der Tools wird immer länger.

Einer dieser Anbieter ist das Berliner Startup tasqade. Das vor zwei Jahren gegründet Unternehmen stellt mit der gleichnamigen Plattform eine intuitive Softwarelösung für Projektmanagement und Teamarbeit zur Verfügung.

Stephan Eyl, einer von zwei Geschäftsführern, wird sich beim nächsten Treffpunkt KulturManagement am 25. Mai (Beginn: 9 Uhr) mit dem Thema Online-Collaboration beschäftigen und auf die speziellen Herausforderungen bei dieser Form der Zusammenarbeit eingehen. Worauf sollten virtuelle Projektteams achten und wie lassen sich Softwarelösungen wie tasqade nutzen? Wenn Sie mehr zum Thema Online-Collaboration und zu tasqade wissen wollen, sind Sie herzlich eingeladen.

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software ist nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie mehr zur Plattform wissen wollen, David Röthler hat auf Slideshare eine Kurzanleitung für Adobe Connect zur Verfügung gestellt.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 25.05.2011 von 9:00 bis 10:00
Thema: Online-Collaboration
Impulsvortrag: Stephan Eyl (tasqade GmbH)

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement/

PS: den Treffpunkt KulturManagement gibt es auch auf Facebook.

Update: Hier gibt es die Aufzeichnung des Treffpunkt KulturManagement.

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Google Kalender und Google Dokumente in WordPress.com-Blogs einbauen

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Eines der Merkmale des Social Web ist es, Inhalte unterschiedlichen Formats (Text, Foto, Video, etc.) mit Hilfe eines kurzen Code-„Schnipsels“ in andere Seiten einzubetten. Meist sind es Fotos und Videos, die auf diese Weise dazu beitragen, dass ein Text lesbarer wird oder das Video noch zusätzliche Informationen liefert.

Die Firma Automattic, die die Blogplattform WordPress.com zur Verfügung stellt, ist beim Thema Einbetten immer sehr vorsichtig, um das System möglichst stabil zu halten. Auch dieses Blog läuft übrigens auf WordPress.com und natürlich finde ich es manchmal schade, dass ich einige Dinge, die andere nutzen, nicht in mein Blog einbauen kann. Auf der anderen Seite konzentriere ich mich dadurch auf die Inhalte und verliere keine Zeit mit „Spielereien“.

Seit kurzem habe ich aber nun die Möglichkeit, den Google Kalender und darüber hinaus mit Hilfe von Google erstellte Dokumente direkt in mein Blog einzubauen. Beim Kalender sieht das z.B. so aus:

Für mich macht das im Moment nicht viel Sinn, weil meine Angebote nur selten kalenderabhängig sind. Etwas anderes ist das aber bei Kultureinrichtungen, die permanent Termine ankündigen und häufig ein Problem damit haben, diese entsprechend darstellen zu können. Oder nehmen wir an, Sie vermieten Proberäume. Da ist so ein öffentlicher Kalender sehr hilfreich, erlaubt er doch den UserInnen, sich vorweg zu orientieren. Wie Sie Ihren Kalender in ein wp.com-Blog einbauen können, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Ähnlich funktioniert das mit Google Dokumenten, auch hier gibt es eine Anleitung, wie man Texte, Tabellen und Präsentationen in sein Blog einbauen kann. Dokumente in ein Blog einzubauen, das gibt es nun schon länger, werden Sie denken. Interessant ist diese Möglichkeit in meinen Augen vor allem für interne Blogs, etwa ein Projektblog. Ab sofort dokumentiert Ihr Blog nicht nur den Verlauf Ihres Vorhabens, sondern Sie können die Dokumente (Konzept, Budget, aber natürlich auch den Zeitplan) direkt in das Blog einbetten und alle können daran arbeiten. D.h. Ihr Blog wird noch mehr zentrale Anlaufstelle, z.B. in Sachen Projektmanagement. Ich bin gespannt, ob sich diese Möglichkeit, Google-Formate in das Blog einzubauen, bewährt.

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Eine Online-Plattform bietet Projektmanagement-Tools zum kostenlosen Download an

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Die meisten Informationen finde ich zwar online, aber manchmal werde ich auch in Zeitungen und Zeitschriften fündig, so in der Wochenendausgabe des Standard. Darin wird auf die von Patrick Fritz und Petra Geist entwickelte Plattform www.hochleistungsorganisation.com verwiesen, auf der jede Menge kostenlose Projekt- und Prozessmanagement-Vorlagen zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.

Solche Mustervorlagen sind vor allem dann besonders hilfreich, wenn man auf die Schnelle einen Plan erstellen muss und jetzt mit dem „Basteln“ beginnen müsste. Ob Projektstruktur-, Meilenstein- oder Kommunikationsplan, ich bin mir sicher, Sie werden auf der Seite fündig. Toller Service, danke an Petra Geist und Patrick Fritz.

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Workshopreihe zum Thema EU-Förderungen in Wien

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Schon seit letztem Jahr bietet der österreichische Cultural Contact Point eine kostenlose Workshopreihe an, in der es um die Planung und Umsetzung von EU-geförderten Projekten geht. Am 12. April findet in Wien der sechste Workshop statt, der den schönen Titel „Navigating through Chaos“ trägt.

In dem Workshop lernen die TeilnehmerInnen die Besonderheiten der EU-Projektplanung kennen, heißt es in der Ankündigung:

„Wann müssen welche Aktivitäten geplant werden? Welche Vorgaben werden vonseiten der EU gesetzt? Welche Instrumente und Hilfsmittel können die Projektplanung unterstützen?“

Das sind einige der Fragen, die am 12. April zwischen 9:30 und 14 Uhr beantwortet werden. Wenn Sie bei Ihrem nächsten EU-Projekt Chaos vermeiden wollen, können sie sich hier bis 5.4. anmelden.