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Online-Fundraising: das war die 4. Runde der NPO-Blogparade

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Als ich Mitte Januar im Rahmen der NPO-Blogparade nach Tipps und Tricks bzw. Praxisbeispielen für das Online-Fundraising gefragt habe, war ich natürlich auf die Antworten gespannt. Das Warten hat sich gelohnt, denn erstens kann ich hier auf insgesamt neun verschiedene Blogposts verweisen, in denen es um Online-Fundraising geht und zweitens wird das Thema aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet,  was die Sache noch interessanter macht.

Schön ist es, dass die NPO-Blogparade mittlerweile in der Blogosphäre wahrgenommen wird und sich die Zahl der beteiligten Blogs langsam aber sicher erhöht. Dazu hat sicher auch der Artikel von Brigitte Reiser auf Blog-Patenschaften beigetragen, in dem sie über die Ziele und Inhalte der Blogparade geschrieben hat. Je mehr davon erfahren und sich daran beteiligen, desto besser für die NPO-Blogparade.

Zurück zum Thema Online-Fundraising. Welche Möglichkeiten bieten uns die zahlreichen Social Media Tools, um Kontakt zu potenziellen GeldgeberInnen aufzunehmen und sie als UnterstützerInnen oder auch InvestorInnen zu gewinnen? Verena Lindner bietet in ihrem Beitrag „Fundraising mit dem Social Web“ eine sehr hilfreiche und übersichtliche Bestandsaufnahme, was so alles möglich ist.

Durchaus kritisch Ihre Anmerkung, dass mit der zunehmenden Anzahl an Hilfsprojekten die Bereitschaft zur Unterstützung nachlasse.

„Es ist nicht so, dass es mich nicht berührt, sondern eher, dass ich kapituliere vor der erdrückenden Anzahl der Hilfsmaßnahmen (…).“

Noch erregen solche Aktionen aber Aufmerksamkeit, wie SocialBlogger Ole Seidenberg mit seiner Aktion Uwe gerade zeigt.

„Jetzt kommt es auf Euch, liebe Leser an – Eure Bereitschaft, mit einer – und sei sie noch klein – Spende, Idee, Jobangebot oder ähnlichem konkrete Hilfe zu leisten“,

schloss er sein erstes Blogpost vor knapp zwei Wochen. Vergleicht man die Größenordnung einer solcher Aktion mit Spendenaktionen von NPOs wie Rotes Kreuz, Caritas oder Amnesty, dann ist klar, dass das Fundraising (bei uns) noch nicht wirklich im Internet angekommen ist. Ulrike Schmid konstatiert daher in ihren „Anmerkungen zum Online-Fundrasing„, dass

„das Thema Web 2.0 und Social Networks noch stärker ins Bewusstsein sowohl der Fundraiser als auch der ‚potentiellen Geldgeber‘ gerückt werden (müsse). Und da bedarf es offline noch vieler Gespräche und teils Überzeugungsarbeit.“

Wie man die Lücke zwischen der offline- und der online-Welt schließen kann, habe ich in meinem Blogpost „‚Online goes offline‘ oder ‚Bitte warten‘?“ beschrieben. Eine meiner Schlussfolgerungen:

„Sie erreichen mit Hilfe verschiedener Social Media Tools Menschen, die damit noch gar nichts am Hut haben und haben so die Chance, Sie von Ihren Vorhaben zu überzeugen und um Unterstützung zu bitten.“

Für Brigitte Reiser entsteht mit dem Web2.0 eine neue Form des Fundraisings. Statt der konzertierten Aktionen großer Hilfsorganisationen gewinnt das person-to-person-Fundraising immer mehr an Bedeutung, schreibt sie in ihrem Beitrag „‚Aktion Uwe‘ – Entwicklungen im Online-Fundraising und wie Nonprofits darauf reagieren sollten„. Und wie sollten die NPO darauf reagieren? Brigitte Reiser hat fünf Tipps formuliert, u.a.:

„Transparenz herstellen und nach außen vermitteln: Spender wollen wissen, was mit ihrem Geld passiert und welche Fortschritte ein Projekt macht.“

Ole Seidenberg zeigt mit seinem Projekt Uwe gerade, wie das dann aussieht. Sein „Erfolgsrezept“: er baut ein Vertrauensverhältnis zu den möglichen UnterstützerInnen auf. Dafür lässt sich das Web2.0 perfekt einsetzen, merkt Karin Janner an, die in ihrem Beitrag „Tipps und Tricks für das Online-Fundraising“ einen ganz wichtigen Punkt anspricht:

„Genauso wenig, wie ‚Offline-Fundraising‘ mit dem Zusenden eines Zahlscheins beginnt, beginnt ‚Online-Fundraising‘ mit dem ‚Spenden‘-Button.  Es fängt damit an, Vertrauen aufzubauen und Transparenz zu schaffen, schließlich will der Spender ja wissen, wem er sein Geld anvertraut.“

Das will der Sponsor natürlich auch, um den es sich im Beitrag auf dem Schlossblog von Alexander von Halem dreht. Schließlich sei die Kultureinrichtung auch in diesem Fall so etwas wie ein Bittsteller. Wie aber erfahren die Sponsoren überhaupt von der Kunst- und Kultureinrichtung? Richtig, über die diversen Social Media-Kanäle, damit das hier nicht passiert:

„Wie oft müssen wir als kleiner, regionaler Kulturveranstalter von Leuten aus der Region hören: ‚Ach! Wir wußten ja gar nicht, dass es soetwas in unserer Region gibt!'“

Dass sind allerdings alles erst „Vorstufen“ des Online-Fundraisings. Wie man Social Media Tools ganz konkret für das Sammeln von Spenden nutzen kann, habe ich anhand von Twitter zu zeigen versucht. Twitter kann natürlich für die Fun-Kommunikation eingesetzt werden, keine Frage. Es ist aber gleichzeitig ein interessantes Tool für das Online-Fundraising, das den Spendenprozess extrem beschleunigt.

Und es erwartet von den SpenderInnen keine großen Beträge, sondern Kleinstspenden in der Größenordnung von einem Euro. Um kleine Beträge geht es auch bei der idee, die foulder in seinem Blogpost „ein sozialer Umweg“ vorstellt. Eine Fundraising-Organisation hat ein Modell entwickelt,

„wie Internetnutzerinnen und -nutzer ohne großen Aufwand — und vor allem ohne einen Banktransfer anweisen zu müssen — Geld für soziale Zwecke spenden können.“

Sie sehen schon, die Bandbreite der Beiträge ist recht groß und es ist hoffentlich für jede/n etwas dabei. Falls Sie Lust und Zeit haben, sich an der NPO-Blogparade zu beteiligen, gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Sie schreiben ein Blogpost zum jeweiligen Monatsthema und verlinken auf den Beitrag, in dem die Frage gestellt wird (so finden wir Ihr Blogpost). Oder Sie werden mit Ihrem Blog Host der NPO-Blogparade, d.h. Sie wählen das Thema und fassen am Ende die Ergebnisse der eingegangenen Beiträge zusammen.

Am 15. Februar gibt es die nächste Frage. Gastgeber ist dann Sebastian Schwiecker vom Helpedia-Blog.

Update: Helpedia-Blogger Sebastian Schwiecker hat sich auch noch mit dem Thema Online-Fundraising beschäftigt. In seinem Blogpost zeigt er, welche Transaktionsgebühren z.B. bei Paypal oder den Kreditkartenfirmen anfallen. Sehr hilfreich, danke!

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  1. Pingback: Die 4. Runde der NPO-Blogparade wird vom Kulturmanagement Blog gehostet « NPO-Blogparade

  2. Vielen Dank 1. für die interessante Frage, die Du aufgeworfen hast und 2. für die gelungene Zusammenfassung!

    Immer wieder bin ich erstaunt, wie viele völlig unterschiedliche Beiträge auf ein und dieselbe Frage kommen und wie gut die sich gegenseitig ergänzen…

    Ich bin auch sehr angetan darüber, wie die NPO-Blogparade von der Blogosphäre angenommen wird und wie sie sich so entwickelt… und schon gespannt auf die nächste Frage bei Helpedia!

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  3. Danke für Deine Initiative und das gute Zusammenfassen, Christian!

    Die Mitglieder unseres Förderkreises, die diesem mit ihren Beiträgen und auch den gelegentlichen Spenden die Kulturarbeit im Schloss ermöglichen, stehen mit uns leider noch nicht so eng online in Verbindung.

    Aber ich stimme Karin Janner zu: Transparenz durch ehrliche und häufige Kommunikation, z.B. über einen blog, könnte Wegbereiter sein für das Fundraising – offline.

    Ich freue mich, dass zunehmend mehr Kulturtreibende und Kulturfördernde den Weg ins Netz finden und dass wir uns auf diesem Wege auch aktiv austauschen!

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  4. Pingback: Fundraising: eine Nachbetrachtung zur NPO-Blogparade « Das Kulturmanagement Blog

  5. @Alexander: Ich glaube, das ist alles nur eine Frage der Zeit. In ein paar Jahren wird Online-Kommunikation etwas völlig selbstverständliches sein und niemand kann sich mehr vorstellen, wie es ohne Internet gegangen ist.

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  6. Liebe Leute, vielen Dank für die spannende Blogparade, die ich mir erst noch in Ruhe durchlesen muss : )
    Hier noch einiges zu Trends im Online-Fundrasing:
    http://www.online-fundraising.org/index.php?/online-fundraising-trends.html

    und hier ein paar Zahlen (und Prognosen) zum Spendenmarkt in Deutschland. Ganz unten habe ich das (wenige ) zusammengetragen, was sich über den Online-Spendenmarkt in der BRD aussagen lässt: http://www.online-fundraising.org/index.php?/spendenmarkt-brd.html

    LG Thilo

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  7. @thilo: danke für die Links; Deine Website kannte ich noch gar nicht, super gemacht!

    Wenn man sich die Verteilung der Spenden in Deutschland anschaut, sieht man mal wieder, wie gering der Anteil von Kunst und Kultur am Spendenkuchen sind. Da besteht schon noch Nachholbedarf, finde ich.

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  8. @thilo:
    und so entdeckt man wieder neue blogs… dein blog kannte ich auch noch nicht, gefällt mir sehr gut und kommt gleich in meine rolle :-)

    wow, und ein fettes e-book hast du auch zum download zum thema fundraising! schaut nach wissenschaftlicher arbeit aus…?

    grüße, karin

    Reply

  9. Pingback: Serie Web 2.0 im Kulturbereich - Basiswissen: Web 2.0 im Fundraising | stART Conference 2009 |stARTconference

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