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URL-Expander: was verbirgt sich hinter den Kurz-URLs?

15 comments

Mit Tools beschäftige ich mich immer wieder mal. In diesem Beitrag geht es um URL-Expander, also Tools, die mir anzeigen, was sich hinter einer Kurz-URL verbirgt.

In einer Zeit, wo es ganz normal geworden ist, Links über die verschiedensten Kanäle weiterzugeben, hat man natürlich auch eine Lösung gefunden, wie man die teilweise langen Links kürzen kann. Anbieter wie TinyURL oder bit.ly sorgen dafür, dass zum Beispiel der Link zu diesem Artikel hier mit sehr viel weniger Zeichen übermittelt werden kann als das Original. Auf Twitter ist das notwendig, weil dort nur 280 Zeichen zur Verfügung stehen. In einer Mail wirkt ein zweizeiliger Link einfach nur störend und birgt außerdem das Risiko, dass er nicht komplett ankommt und damit unbrauchbar ist.

Eigentlich ist das also eine sehr praktische Sache, die viele mittlerweile ganz selbstverständlich nutzen. Wenn da nun nicht das Thema Sicherheit wäre, denn wenn wir irgendwo so einen Link sehen, dann wissen wir ja nicht, was für ein Link sich wirklich dahinter verbirgt? Wir verlassen uns auf Twitter, Facebook & Co blind darauf, dass sich dahinter keine Pishingseite oder sonst irgendein Übel versteckt. Blindes Vertrauen könnte man dazu auch sagen.

Dieses blinde Vertrauen wird zunehmend ausgenutzt. Immer häufiger verbirgt sich hinter einem solchen Kurzlink nicht das, was wir eigentlich erwarten würden. Das Problem ist nur: auf den ersten Blick kann ich nicht erkennen, welcher Originallink sich dahinter verbirgt. Dafür gibt es URL-Expander, die einem anzeigen, was sich hinter einem Kurzlink wirklich verbirgt.

Update (25.08.20):

Das hier im Beitrag vorgestellte Tool existiert leider nicht mehr. Ich glaube aber, dass es nach wie vor wichtig ist, zu wissen, was sich hinter einem verkürzten Link verbirgt. Die Gefahr von Missbrauch ist in den letzten Jahren eher größer als kleiner geworden.

Deshalb habe ich mich mal umgeschaut, ob es überhaupt noch solche Tools gibt, die einem anzeigen, was sich zum Beispiel hinter einem bit.ly-Link verbirgt. Diese drei Tools habe ich gefunden.

1. Redirect Tracker

Das Tool zeigt an, was sich hinter einer verkürzten URL verbirgt und informiert gleichzeitig darüber, mit welcher Art von Umleitung man es zu tun hat.

Bei einem meiner Beiträge hier auf dem Blog sieht das Ergebnis dann zum Beispiel so aus:

2. Urlex

Die Oberfläche dieses Tools gefällt mir nicht so ganz, aber es erfüllt seinen Zweck. Auf der Seite habe ich den Hinweis gefunden, dass man nur 100 Anfragen pro Tag stellen darf. Aber gut, wer prüft schon mehr als 100 Kurz-URLs pro Tag.

Auch hier wieder als Beispiel der bit.ly-Link eines meiner Blogbeiträge. Der Originallink ist nicht vollständig zu sehen. Man sieht ihn allerdings ganz unten auf der Seite, wenn man mit der Maus darüberfährt.

3. Longurl.info

Dieses Tool gibt es interessanterweise in einer englischen und einer russischen Version. Wie bei den anderen beiden Tools gibt man auch hier die Kurz-URL ein und sieht dann sofort, welcher Link sich dahinter verbirgt. Gleichzeitig kann man noch checken lassen, ob sich dahinter eine bösartige Software (z.B. Malware) versteckt.

Das Ergebnis sieht bei meiner Beispiel-URL dann so aus:

Probieren Sie die Tools doch einfach aus, um herauszufinden, welches Ihnen am ehesten zusagt. Meine Favoriten sind der Redirect Tracker und Longurl.info.

Titelbild von Pete Linforth auf Pixabay

15 Comments Join the Conversation

  1. Danke für den Tipp! Ich hab’s gleich installiert.
    Bei Golem.de findet sich heute auch etwas zum Thema inkl. Erläuterung zu den weiteren Konfigurationsmöglichkeiten des Add-on:
    http://www.golem.de/0905/67400.html
    Den Spudich-Artikel habe ich auch nicht entdeckt aber es finden auch nicht immer alle Print-Artikel den Weg in die Online-Ausgabe. Sonst betrifft das aber eher die Kritiken klassischer Konzerte … gibt’s ihn also doch, den Intellektuellenhass im Netz? ;-)

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    • Der Artikel steht sicher irgendwo auf dem Online-Standard. Ich weiß nur nicht, in welcher Rubrik und habe dann recht schnell bei der Suche aufgegeben.

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  2. Ja stimmt, Golem hat das Thema heute auch aufgegriffen. Allerdings stellen die ein anderes Add-on vor. Bei dem hier, auf das ich verlinkt habe, muss man gar nichts konfiguieren. Aber unter Umständen kann es auch weniger. Aber ich denke, „keep it simple“ ist kein schlechtes Motto bei den ganzen Applikationen, die einem da so tagtäglich unterkommen. :-)

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    • Dein Adlerauge ist aber wirklich schon sehr wachsam heute! Dass Golem ein anderes Add-on vorstellt, war mir tatsächlich nicht aufgefallen (peinlich). Da hatte ich aber auch schon das von dir empfohlene installiert :-) Und jetzt hol ich mir schnell noch einen Kaffee …

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  3. Pingback: Wären Max und Moritz heute Passwort-Fischer? « … Auslassungspunkte

  4. Pingback: Berufung selbstständig » Phishing-Risiko durch Kurz-URLs

  5. Jawohl, auch von mir ein herzliches Dankeschön! Super Tool.
    Viele Grüße, Günter

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  6. Wenn ein Zeitgenosse besonders bösartig ist spielt er eine harmlose Seite dazwischen – zum Beispiel Kultur ;) –
    erst beim nächsten Klick kann es dann wirklich krachen.

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    • Ich denke, gerade darin liegt die Gefahr. Im Endeffekt geht es ja nur darum, dass wir uns sicher fühlen. Das ist dann der Moment, wo wir nachlässig werden und schon ist es passiert.

      Ich nutze das Tool jetzt eine Zeit lang und habe festgestellt, dass es auch darüber hinaus recht wertvoll ist. Man lernt ja im Laufe der Zeit einige Seiten kennen und hat dann so seine Favoriten. Da ist es schön, schon vorab zu erfahren, wenn ein Link dorthin führt. Mit Seiten, die man nicht so bevorzugt, kann man das Spiel natürlich auch spielen.

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  7. Pingback: Phishing-Risiko durch Kurz-URLs | Berufung selbststaendig

  8. Was dieses Thema angeht ist erwähnenswert, dass es seit 2011 einen deutschen Kurz-URL-Anbieter gibt, der sich genau diesem Problem angenommen hat. Unter http://t1p.de bzw. http://ogy.de kann man Kurz-URLs erstellen, die auf Phishing- und Malware-Befall überprüft werden.
    Ich verwende den Dienst jetzt seit zwei Jahren als Ersatz für Bit.ly, auch weil ich es gut finde, dass die Daten in Deutschland bleiben. Das Ganze läuft stabil und zwei, drei Mal hat mich der Service tatsächlich schon vor Phishing-Webseiten gewarnt.

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