Monthly Archives of: Dezember 2011

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Ich bin dann mal kurz weg

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© Christian Gerstner ; Pixelio

Während für viele die heiße Phase von Weihnachten beginnt, ist sie für mich bereits vorbei. Ich bin in den letzten Jahren drauf gekommen, dass es sehr erholsam ist, diese meist stressige Phase einfach auszulassen. Und aus diesem Grund verschwinde ich bereits heute in den Weihnachtsurlaub und mach dann all denen Platz, die nach den Weihnachtsfeiertagen urlaubsreif sind. ;-)

Ich wünsche Ihnen allen schöne Feiertage und freu mich auf ein Wiederlesen, wenn Sie und ich wieder zurück sind. Bis dahin alles Gute…

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Mit dem „editorial calendar“ von LightBox Collaborative das Jahr 2012 planen

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Ihre Programmhighlights für das kommende Jahr stehen vermutlich schon lange fest. Und sicherlich wissen Sie auch, wie Sie diese – und die vielen anderen Dinge – medial verbreiten. Pressetexte werden geschrieben, Plakate gedruckt und Inserate geschaltet. Unter Umständen wissen Sie auch bereits, wie Sie die Ereignisse im Social Web begleiten. Wenn Sie all Ihre Aktivitäten zusammenführen wollen, dann ist vielleicht der „editorial calendar“ von LightBox Collaborative, den ich bei Beth Kanter gefunden habe, genau das richtige Tool für Sie.

Der Kalender bietet Ihnen die Möglichkeit, die wichtigen Ereignisse, über die berichtet werden soll, monatlich aufzulisten. Für jedes dieser Ereignisse können Sie sich nun überlegen, wie Sie es medial begleiten wollen. Der Kalender stellt für den Newsletter, die Website, Social Media und die PR – also die Offline-Aktivitäten – eine eigene Spalte zur Verfügung. In die Spalte „Sonstiges“ können Sie dann zum Beispiel Ihre Marketingaktivitäten eintragen.

Vermutlich werden Sie bei den einzelnen Aktivitäten auf detailliertere Pläne zurückgreifen müssen oder wollen, aber Sie haben mit diesem Tool die Möglichkeit, sich einen Überblick über das Zusammenspiel der verschiedenen Medienkanäle zu verschaffen. Damit es nicht unübersichtlich wird, steht für jeden Monat ein eigener Reiter zur Verfügung.

Sollten Sie bis jetzt das Zusammenspiel der verschiedenen Kommunikationskanäle noch gar nicht geplant haben, dann können Sie das mit diesem Kalender nachholen. Die Sache ist kinderleicht. Sie klicken den Kalender an und speichern ihn sich dann im Excel-Format ab. Ich habe ihn im ersten Schritt dafür genutzt, mir zu überlegen, wie das Zusammenspiel der verschiedenen Kanäle eigentlich bei mir ausieht und bin drauf gekommen, dass ich einige davon ziemlich vernachlässige. Im nächsten Schritt werde ich mit Hilfe des Tools eine Kommunikationsstrategie für meine Aktivitäten im kommenden Jahr erarbeiten. Dann weiß ich auch, ob sich das Tool bewährt hat.

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Arbeitsplatz Kulturmanagement: das Ende einer Illusion

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© Rainer Sturm ; Pixelio

Schade, Axel Kopp war für mich immer einer, der in den Kunst- und Kulturbereich den frischen Wind reinbrachte, den dieser (und nicht nur dieser) Bereich so dringend braucht. Der gegen Regeln rebellierte und immer für eine Überraschung gut war. Der voller Ideen war und wenn es darum ging, für zwei arbeitete. Wenn er nun in seinem Blogpost erklärt, warum er den Kulturbereich verlässt und und eine Stelle als Online-Redakteur bei der IHK in Düsseldorf antritt, dann sollte das eigentlich all den Kultureinrichtungen weh tun, die seine Qualitäten in der Vergangenheit nicht zu schätzen wussten bzw. die Chance nicht genutzt haben, ihn zu engagieren.

Wer seinen Beitrag liest, kann daraus einigen Frust raushören. Angetreten als jemand, der Kunst und Kultur liebt, der sich für eine gute Sache einsetzen wollte und die Chance sah, den Kunst- und Kulturbetrieb positiv zu verändern, traf er stattdessen auf Erbsenzähler, die ausschließlich in „monetären und quantitativen Kategorien“ dachten.

Ich teile seine Einschätzung und glaube auch, dass nicht das fehlende Geld das größte Problem der Kultureinrichtungen ist, sondern die schwindende Legitimation. Aber das Problem sehe ich an anderer Stelle, und das nicht nur bei Axel Kopp, sondern bei vielen anderen. Die von ihm genannten Gründe, die ihn dazu bewogen haben, in den Kunst- und Kulturbereich zu gehen, treiben wohl viele an. Und wer sich nicht künstlerisch betätigen kann oder will, der wird dann KulturmanagerIn. Schmackhaft gemacht wird einem das von den zahlreichen Anbietern von Ausbildungslehrgängen, die immer stolz darauf verweisen, dass ihre AbsolventInnen fast alle einen guten Job gefunden haben. Es mag vielleicht sein, dass es die gibt, aber ich kann feststellen, dass mir in den letzten knapp zwanzig Jahren vor allem die über den Weg gelaufen sind, die den guten Job nicht gefunden haben.

Das kann man kritisieren, aber ich glaube, in der Überflussgesellschaft, in der wir nun einmal leben, muss es erlaubt sein, Aus- und Weiterbildungsangebote zu verkaufen. Mich stört eher der Idealismus, der viele dazu bewegt, ihr Glück im Kunst- und Kulturbereich zu versuchen. Nichts gegen einen gesunden Idealismus, aber wenn ich lese, dass mehr als 90 Prozent der KünstlerInnen nicht von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben können (siehe dazu diese beiden Beiträge), dann sollten irgendwo die Alarmglocken angehen.

Ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupte, die Liebe zu Kunst und Kultur steht einer Karriere als KulturmanagerIn eher im Weg als dass sie ihr förderlich ist. Michael Idov hat in seinem Artikel „Make That a Double Shot“ recht schön beschrieben, warum der Wunsch, ein eigenes kleines Cafe zu betreiben, dem erfolgreichen Führen eines solchen meist im Weg steht. Ähnlich ist es, so denke ich, auch im Kunst- und Kulturbereich.

Und noch einen zweiten Punkt, den Axel Kopp genannt hat, möchte ich hinterfragen: den Wunsch, den Kunst- und Kulturbereich positiv zu verändern. Für mich stellt sich die Frage, ob es wirklich ein Ziel sein kann, andere zu verändern? Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran und beziehe Veränderung nur auf meine Person. Eine Veränderung mag auf einer übergeordneten Ebene ein positives Resultat hervorbringen. Sie nimmt aber meist auch jemandem etwas weg und wenn es nur ein Stückchen Macht ist. Insofern muss man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man sich andere auf diese Weise zum Gegner macht und Ablehnung erfährt.

Axel Kopp wird in den nächsten Monaten bei der IHK einen guten Job machen, aber er wird, und er hat es ja schon fast angekündigt, wieder zurückkommen. Und dann wird er, ich bin mir sicher, mit der entsprechenden Distanz genau das finden, was er  bei seinem ersten Anlauf nicht gefunden hat.

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Der nächste Treffpunkt KulturManagement im Spannungsverhältnis von Kunst, Kultur und Wirtschaft

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Wenn wir auf das Miteinander von Wirtschaftsbetrieben und Kultureinrichtungen zu sprechen kommen, landen wir recht häufig beim Thema Sponsoring. Dabei kommt es zum Austausch von Leistung und Gegenleistung, wie es in den Lehrbüchern immer dezidiert heißt. Aber ist es nicht auffällig, dass wir den Austausch von Leistungen an dieser Stelle so betonen? Warum müssen wir darauf hinweisen, dass hier keine Geschenke verteilt werden?

Ich vermute, es hängt damit zusammen, dass eben doch oftmals Geschenke verteilt werden und das Prinzip Leistung – Gegenleistung nur unter Mühen aufrechterhalten werden kann. Und seien wir ehrlich, oftmals handelt es sich nicht um Sponsoring, sondern eher um Mäzenatentum. Das ist eigentlich nichts Schlechtes, denn warum soll jemand, dem etwas gefällt, dies nicht unterstützen.  Funktioniert nicht auch Crowdfunding großteils nach diesem Prinzip, was uns als Unterstützer von Projekten zu kleinen Mäzenen macht?

Der Nachteil: Kunst- und Kultureinrichtungen treten oftmals als Bittsteller auf. Sie sind es, die etwas brauchen, nämlich die Unterstützung durch die Wirtschaft. Zum Ausdruck kommt das, wenn ein Unternehmen berichtet, dass es hunderte von Sponsoringanfragen aus dem Kunst- und Kulturbereich bekommt. Andersherum ist das anscheinend nicht so, zumindest habe ich davon noch nie gehört.

Was aber muss getan werden, damit sich Kunst, Kultur und Wirtschaft auf Augenhöhe begegnen? Was muss sich ändern, damit auch Unternehmen die Leistungen von Kultureinrichtungen nachfragen? Der nächste Treffpunkt KulturManagement beschäftigt sich genau mit dieser Frage und hat mit Ingrid Weydemann und Elisabeth von Helldorff zwei Expertinnen eingeladen, die sich mit partizipativen Ansätzen zum Wohle beider Seiten beschäftigen.

Weydemann ist Leiterin des Museums Fronfeste Neumarkt am Wallersee und  begleitet als Ausstellungs- und Kulturmanagerin Kultur- und Nachhaltigkeitsprojekte. Sie ist zugleich Initiatorin der „Modellinitiative für Wirtschaft und Kultur“, die als EuRegio Projekt grenzüberschreitende  Partnerschaften zwischen Salzburg und Bayern, aber eben auch zwischen Wirtschaft und Kultur unterstützt. Ziel des Projektes ist es, über einen partizipativen Prozess  innovative Kooperationen zu schaffen, die synergetisch nachhaltige Projekte und Partnerschaften entstehen lassen. Auf diese Weise sollen die Wirtschaftsbetriebe nicht bloß als willkommene Förderer eines Projekts fungieren, sondern längerfristig auch selbst von den Kulturbetrieben profitieren.

Während im Rahmen der Modellinitiative vor allem die Frage im Vordergrund steht, wie sich Unternehmen zum eigenen Nutzen in Kunst und Kultur einbringen können, verfolgt Elisabeth von Helldorff einen etwas anderen Ansatz, der durch künstlerisches Denken unternehmerische Prozesse innovieren will. Von Helldorff, die 2009 das in Leipzig ansässige Büro für Kulturprojekte „Schwarz+Weiss“ gegründet und seitdem die Geschäftsleitung innehat, studierte in Hildesheim erfolgreich Kukturwissenschaften und ästhetische Praxis. Seit Oktober 2011 ist sie nun Studentin der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam.

Sie geht der Frage nach, in wieweit künstlerische Praxis das Wissensmanagement von Unternehmen befruchten kann. Von Helldorff bezieht sich dabei auf Frederick Taylor, der vor etwa 100 Jahren Arbeit erstmals als ein Aufeinanderfolgen von Prozessen beschrieb. Aus seinem Ansatz, diese Prozesse optimieren zu können, entwickelte sich eine Disziplin, die heute unter dem Wissensmanagement bekannt ist. Peter Drucker prägte später den Begriff des Wissensarbeiters und rief den mündigen Arbeiter aus, der selbst auf Ideen und Verbesserungen kommt. Heute geht man von einer Zwischenlösung aus, denn das Wissen und die Kompetenzen von Mitarbeitern können zwar durch Schulungen gefördert werden, ein Unternehmen muss aber vor allem Rahmenbedingungen schaffen, die den Mitarbeiter motivieren, sein Können auch anzuwenden. Es geht also um Vernetzung der Mitarbeiter untereinander, um anwendungsbezogene Schulungsmaßnahmen, um partizipative Innovationsprozesse und um ein gutes Kommunikationsklima. Für viele Unternehmen bedeutet diese Transformation zum „social business“ eine Umstrukturierung der hierarchischen und organisatorischen Gegebenheiten, für die Instrumente entwickelt werden müssen.

Kunst kann in diesem Prozess eine interessante Rolle spielen. Denn anders als im Fall des traditionellen Sponsorings ist Ziel der Aktivitäten die Optimierung interner Prozesse. Ein Künstler kann in beratender Funktion diese Prozesse beobachten und mit seinem Blick neu ordnen. Er kann aber auch tiefer einsteigen und künstlerische Praxis als Mittel verwenden. Er kann sein Wissen und seine Arbeitsweise weitergeben, mit den Mitarbeitern praktizieren und somit im Personal selbst neues Denken implementieren.

Daraus ergeben sich zwei Fragen, die im nächsten Treffpunkt KulturManagement diskutiert werden sollen:

  • Wozu braucht ein Unternehmen gerade Kunst, wenn es um Wissensmanagement geht?
  • Wie kann sich ein Unternehmen absichern, dass sich die Investition auch „lohnt“?

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort registrieren.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 14.12.2011 von 9:30(!) bis 10:30
Thema: Kunst & Wirtschaft: auf der Suche nach neuen Allianzen
Impulsvortrag: Ingrid Weydemann & Elisabeth von Helldorff

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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Google+: Inhalte stehen im Vordergrund

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Ich muss gestehen, die Frage, warum ich neben Facebook nun auch noch auf Google+ aktiv werden soll, konnte ich bis jetzt nicht wirklich beantworten. Die große Zahl derer, die ihre Inhalte synchron über Facebook, Twitter und eben Google+ verteilen, hat mich eher davon abgehalten, nun auch Google+ zu bespielen. Was wäre der Unterschied gewesen zu den anderen Kanälen? So war ich auch nur mäßig begeistert, als Google mit dem Angebot für Unternehmen startete. Zwar war ich schnell von vielen Unternehmen eingekreist, darunter auch Kultureinrichtungen, aber ein Unterschied zu ihren Aktivitäten auf Facebook war nicht festzustellen.

Nun bin ich dank Martin Koser in der Huffington Post auf einen Artikel von Bianca Bosker gestoßen, der sich mit Google+ beschäftigt und zu einem ganz interessanten Ergebnis kommt: „It’s What You Know, Not Who You Know“ lautet die Überschrift, die das Ergebnis gleich vorwegnimmt. Während wir auf Facebook unser Revier abzugrenzen versuchen und meist nur mit unseren Freunden und Fans kommunizieren, beschreiben viele UserInnen Google+ als einen Platz, wo sie neue „Freunde“ kennen lernen.

„Google+ is more about sharing ideas and content,“

zitiert Bosker einen User, der weiter meint:

„Facebook is a way to interact with friends and family. Google+ is a way of finding fascinating content I’m interested in very, very, easily, that I wouldn’t even have thought to go looking for.“

Nun gibt es natürlich sehr viele Menschen, die behaupten, Google+ funktioniere wie Facebook und sei deshalb langweilig, aber die Statements in dem Artikel sind schon einen Gedanken wert. Wir können jetzt darüber streiten, ob Google wirklich darauf hingearbeitet hat, hier statt der Vernetzung von Personen die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene in den Vordergrund zu stellen. Irgendetwas muss aber daran sein, denn ich habe zum Beispiel statt einer klassischen Google Page für mein Unternehmen eine Seite erstellt, die sich Projekt Kulturmanagement 2020 nennt und damit thematisch ausgerichtet ist. Auch wenn sich die Zahl der Beiträge noch in Grenzen hält, mir ging und geht es um die Inhalte und nicht so sehr um viele (neue) Kontakte.

Bosker arbeitet in ihrem Artikel heraus, dass das bei vielen der mittlerweile etwa 40 Mio. Google+ UserInnen der Grund ist, diese Plattform zu nutzen, verschweigt aber auch nicht, dass sich derzeit vor allem die Early Adopter dort aufhalten. Es kann also durchaus sein, dass die Welt auf Google+ in ein paar Monaten ganz anders aussieht.

Was bedeutet das nun für den Kunst- und Kulturbereich? Mein alter Vorwurf lautet, dass Kulturbetriebe bei ihren Social-Media-Aktivitäten die Bewerbung der eigenen Aktivitäten zu stark in den Vordergrund stellen und dabei die Inhalte beziehungsweise die Gespräche darüber vergessen. Nur über die Inhalte lassen sich Themenfelder besetzen und nur auf diese Weise gelingt es, erstens als Experte in diesem Bereich wahrgenommen und zweitens in den Suchmaschinen gefunden zu werden.

Wenn Google+ wirklich die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene unterstützt, dann ist Google+ genau die richtige Plattform für Kultureinrichtungen. Hier können Ausstellungsinhalte kommuniziert werden und die entsprechenden Expertenkreise gebildet werden. Mit Hilfe der Hangouts kann dann der nächste Schritt gemacht und der persönliche Kontakt hergestellt werden.

Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass sich auf Google+ derzeit vor allem die Social-Media-ExpertInnen tummeln und Kulturinteressierte mit der Lupe gesucht werden müssen. Schaut man sich an, wie viele UserInnen Kultureinrichtungen in ihren „Circles“ haben, dann sieht man gleich, dass Facebook da noch die Nase vorne hat. Insofern sind Aktivitäten auf Google+ eine Investition in die Zukunft. Ob die dann so aussieht, wie wir uns das vorstellen, wissen wir nicht, aber wie heißt es so schön: no risk, no fun. Dafür gehören Sie dann aber auch zu den ersten und können vorne dabei sein, wenn der Funke überspringt. Mich werden Sie deshalb zukünftig öfter auf Google+ sehen bzw. lesen können.

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Auf der Suche nach dem Publikum: interessante Inhalte alleine reichen nicht aus

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© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com Pixelio

Stellen Sie sich vor, Sie inszenieren ein tolles Stück und niemand geht hin. Oder Sie schreiben ein spannendes Buch und niemand liest es. Gute Qualität ist heute kein Alleinstellungsmerkmal, sondern eher die Grundvoraussetzung, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Schaue ich mir all die Einladungen an, die ich jeden Tag per Email, Xing oder Facebook erhalte, dann finde ich dort viele Angebote, die mich interessieren würden. Das heißt, sie sind zwar interessant, aber das alleine reicht noch nicht. Ideen, dieses Problem zu lösen, gibt es viele. Ich kann mich mit meinen Angeboten auf bestimmte Nischen konzentrieren in der Hoffnung, die Streuverluste zu reduzieren. Ich kann aber natürlich auch versuchen, mein Publikum enger an mich zu binden und auf das Prinzip der Community setzen. In beiden Fällen ist die Grundidee, über das Wecken von Interesse hinauszugehen und so meine kulturellen oder künstlerischen Angebote „verkaufen“ zu können.

Die Frage, wie so etwas gelingen kann, ist natürlich auch für den Social-Media-Bereich relevant. Wer nur über seine Aktivitäten informiert und darauf baut, dass die Inhalte interessieren, wird seine LeserInnen früher oder später langweilen. Welche Alternativen gibt es? Maggie Langrick hat dazu in der Vancouver Sun einen ganz interessanten Artikel verfasst. In „Strong stories, interactivity key to engaging the audiences of tomorrow“ fasst sie die Ergebnisse einer „interactive narrative framework masterclass“ zusammen, einem Workshop, der sich mit der Frage beschäftigte, wie es die Filmbranche verhindern kann, das Publikum von morgen zu verlieren. Langrick beschreibt darin ein jugendliches Publikum, das sie als hyperconnected bezeichnet und dessen Aufmerksamkeit nur schwer zu gewinnen ist. Dies unter anderem auf Grund eines Medienverhaltens, bei dem die Jugendlichen gleichzeitig TV gucken, über ihre Mobilfunkgeräte kommunizieren und permanent mit dem Internet verbunden sind. Was für viele als Bedrohung empfunden wird, sahen die TeilnehmerInnen der Masterclass eher als Chance an, so die Autorin: „Multi-platforming is the future of audience engagement.“ lautet die Botschaft. Oder mit den Worten eines der Teilnehmer:

„The idea that a story lives in one single place is starting to erode.“

Da ist sie wieder, die Idee, die Inhalte auf verschiedenen Plattformen anzubieten und es so den UserInnen zu erlauben, sie auf die von ihnen bevorzugte Art und Weise zu erleben. Interaktivität spielt dabei eine wichtige Rolle, wobei damit nicht das Anklicken von Bildern oder Videos gemeint ist, sondern die Entscheidungsgewalt über die Story selbst, schreibt Langrick und meint damit verschiedene Handlungsstränge, für die sich die UserInnen entscheiden können. Je mehr Handlungssstränge es gebe, desto schlüssiger müsse aber die ganze Geschichte aufgebaut sein, zitiert sie Matt Toner, den Chef einer kanadischen Medienproduktionsfirma.

Wie so etwas funktionieren kann? Das Rezept klingt interessant:

„We just start with a strong story, written in a linear fashion that’s got a great arc to it. And then we work backwards. The story is then deconstructed into its components, with pieces added here and there to make it play across a non-linear format,“

zitiert sie Jeremy Mendes vom National Film Board.

Gut, dieser Ansatz bezieht sich auf die Filmbranche. Lässt er sich für andere Bereiche auch nutzen? Ich denke schon, vor allem für die Kommunikation im Social Web sehe ich hier erhebliches Potenzial. Die Herausforderung besteht darin, weg von der reinen Information zu kommen und stattdessen narrative Räume zu schaffen. In denen haben die UserInnen dann die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Handlungssträngen zu wählen. Die Aktivitäten des Neanderthal Museum z.B. gehen für mich in diese Richtung, denn hier wird der Neanderthaler zum Mittler zwischen zwei Welten, deren eine – längst vergangene – durch die Geschichten und Aktivitäten des Museums für die UserInnen und das Publikum greif- und erlebbar wird.

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Das Museum und sein Publikum

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© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com Pixelio

Wie sehen eigentlich Kultureinrichtungen ihr Publikum? Und sehen sie ihr Publikum heute anders als noch vor, sagen wir, 20 Jahren? Diese Frage wird immer wieder diskutiert, besonders natürlich im Zusammenhang mit Social Media. Was bedeutet das, wenn aus dem Monolog ein Dialog wird und das Publikum die Möglichkeit hat, sich zu artikulieren? Man könnte jetzt ein Konzept schreiben und eine Strategie entwickeln, allerdings hat die den Nachteil, dass Konzept und Strategie die Sichtweise der Kultureinrichtung wiedergeben, während wir von der Gegenseite nichts erfahren.

Das MAK, das Museum für angewandte Kunst in Wien, schlägt hier einen interessanten Weg ein: es lädt zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung ein, bei der diese Punkte diskutiert werden sollen. Schon im Vorfeld hat das Museum seinen BesucherInnen einige Fragen gestellt, um die es dann gehen soll. Spannend finde ich vor allem diese drei:

  1. Was soll das MAK den BesucherInnen in der Zukunft bieten?
  2. Wie positioniert sich das MAK im Zeitalter grenzenloser Kommunikation und schneller Verfügbarkeit von Informationen über das Internet gegenüber seinen BesucherInnen?
  3. Muss und soll das MAK auf die veränderten Ansprüche und Wünsche der BesucherInnen reagieren (Stichwort Erlebniskultur)?

Zu 1.: Die Erwartungen an Museen steigen und das auf mehreren Ebenen. Attraktive Kunstobjekte und eine interessant gestaltete Umgebung (beginnt bei der Architektur und hört bei den Informationen über die einzelnen Objekte auf) sind dabei nur ein Teil dieser Erwartungen. Museen haben darüber hinaus die Chance, sich als einer der Orte zu positionieren, an denen wir uns auf die Zukunft vorbereiten.

„The relationship between libraries, museums, and their communities is at a critical intersection“,

heißt es in den Schlussfolgerungen eines Berichts über das Projekt „Museums, Libraries, and 21st Century Skills“ (siehe dazu auch dieses Blogpost). Denn bedingt durch die sich wandelnden Rahmenbedingungen stehen Bibliotheken und Museen vor der großen Chance,

„to act as leaders for positive change and collaboration“.

Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe von Museen, Lernumgebungen auf der Grundlage ihrer thematischen Ausrichtungen zu entwickeln und dies vermutlich unter Zuhilfenahme von Elementen aus dem Spielebereich (Stichwort Gamification).

Zu 2.: Kommunikation ist heute schon grenzenlos und Informationen sind mittlerweile fast in Echtzeit verfügbar. Für ein Museum wie das MAK bedeutet das, Informationen rasch zur Verfügung zu stellen, unter Umständen sogar live. Eine der Hürden, die es dabei zu nehmen gilt, hat mit internen Abläufen zu tun, die zu Verzögerungen führen. Will ein Museum heute in Echtzeit kommunizieren, muss es dafür sorgen, dass die dafür nötigen Prozesse ebenfalls in Echtzeit ablaufen, langwierige Befehlsketten passen da nicht dazu.

Eine noch viel größere Herausforderung stellt das Social Web für die Kommunikation dar, denn hier geht es nicht ausschließlich um Information, sondern um Dialogfähigkeit und auch das natürlich in Echtzeit. Wer reagiert aber wie auf Fragen, Kritiken oder auch Lob? Auch hier stößt ein Museum schnell an seine Grenzen, wenn es sich nicht an die veränderten Rahmenbedingungen anpasst. Immer häufiger haben Kultureinrichtungen eigene Social-Media- oder auch Community-ManagerInnen, die sich als das „Gesicht“ der jeweiligen Kultureinrichtung zur bevorzugten AnsprechpartnerIn der UserInnen entwickeln. Während vor drei Jahren bei uns im Kulturbereich noch niemand diesen Job kannte, wird er in drei Jahren vermutlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Interessant ist die Frage, mit wem die Museen im Internet eigentlich kommunizieren? Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass auch bei uns die Kluft zwischen Reich und Arm immer größer wird und die Zahl der Armen vermutlich auch zukünftig zunehmen wird. Wenn das Museum sich als zentraler Knotenpunkt in Lern- oder Wissenscommunitys etabliert, muss unter anderem die Frage beantwortet werden, wie denn Angebote für diese Zielgruppe aussehen? Was wissen Museen über sie und ihre Bedürfnisse, wie sehen Lern- und Vermittlungskonzepte für für sie aus und wer zahlt sie? Auch davon hängt es wohl ab, wie sich ein Museum im Internet präsentiert. Im Internet trifft man immer häufiger auf Schranken, hinter denen kostenpflichtige Inhlte angeboten werden. Setzt sich diese Entwicklung fort, müssen Museen sich überlegen, für welchen Weg sie sich entscheiden? Einerseits verspricht eine Paywall neue Einnahmen. Andererseits wird es so schwer, seinem Kulturauftrag gerecht zu werden und alle Menschen anzusprechen.

Zu 3.: Diese Frage lässt sich in meinen Augen sehr einfach beantworten: ja, es muss! Das Problem dabei: das Museum kennt meist nicht die Bedürfnisse und Wünsche seines Publikums, womit wir wieder bei Punkt 2 sind, denn erst im Gespräch erfahre ich etwas über die Erwartungen.

Welche Erwartungen sind das? Wird das Museum zu einem Ort, an dem es nur noch um Entertainment geht? Ich glaube, viele Museen machen sich ein falsches Bild von ihren Zielgruppen. Kultureinrichtungen betonen zwar immer, dass sie anders funktionieren als „normale“ Unternehmen und deshalb das klassische Marketing nicht funktioniert. Trotzdem landen sie dann aber häufig bei einem konventionellen Marketingtool, dem Gewinnspiel. Vermutlich macht es mehr Sinn, auf Gamification- und Storytellingelemente zu setzen, denn das attraktive Element sind in diesem Fall die Inhalte des Hauses und nicht ein wertvoller Preis, der unter Umständen gar keinen Bezug zum Haus hat.