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Die Idee von Kulturkonzepte 2.0

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© Juergen Jotzo / Pixelio

Schon seit vielen Jahren bin ich ein Fan von Chris Brogan. Er gehörte zu denen, die mich für das Thema Web 2.0 begeisterten und deren Blogposts mich dazu animierten, selbst mit dem Bloggen zu beginnen. Ich habe mir immer sehr genau angeschaut, was er macht und vor allem, wie er die Dinge angeht. Anfang 2010 war es, als er mit Third Tribe ein interessantes Angebot in Form einer „paid online community“ schnürte.

Die von Sonia Simone, Chris Brogan, Brian Clark und Darren Rowse ins Leben gerufene Plattform verfolgt seit gut zwei Jahren das Ziel, die Community beim Entwickeln und Umsetzen ihrer Internet Marketing-Aktivitäten zu unterstützen bzw. die Vernetzung so voranzutreiben, dass die Mitglieder der Community auch voneinander profitieren. Die Idee gefiel mir, aber ich fühlte mich noch nicht dazu in der Lage, ein solches Angebot auf den Markt zu bringen, denn weder ich noch der deutschsprachige Markt waren soweit, so meine damalige Überzeugung.

Aber die Idee habe ich nie aus den Augen verloren, erinnerte sie mich doch an ein ähnliches Format, das ich vor Jahren gemeinsam mit KollegInnen entwickelt hatte. Die Zielgruppe waren damals ProjektmanagerInnen und nachdem das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, handelte es sich um Veranstaltungen im Offline Modus. ;-) Die Rückmeldungen zeigten, dass vor allem zwei Dinge dieses Format interessant machten: Einerseits die Information über neue Entwicklungen, andererseits aber das Networking. Auch wenn wir mittlerweile gut vernetzt sind, fehlt uns doch häufig jemand, den wir schnell was fragen oder um eine Einschätzung bitten können. Ich denke, auch Third Tribe zeichnet sich durch diese beiden Angebote aus und so entstand aus der vagen Idee ein ziemlich konkretes Angebot.

Im letzten Jahr war es dann soweit, mit dem Institut für Kulturkonzepte hatte ich einen Partner gefunden, der einem solchen Format offen stand und mit dem sich die notwendigen Schritte entwickeln ließen. Als wir im Oktober 2011 mit unserem Projekt „Kulturkonzepte 2.0“ starteten, hatten wir eine Idee und eine Facebook-Gruppe. Dazu gekommen ist mittlerweile ein monatliches Hangout zu einem konkreten Thema sowie, und das ist der große Unterschied zu Third Tribe, ein zweitägiger Workshop in Wien. Worum es dabei geht, bestimmen die TeilnehmerInnen selbst.

In diesem Jahr findet der Workshop am 28./29. September statt und wir werden uns dabei mit der Frage beschäftigen, wie sich Social Media zur Erreichung unternehmerischer Ziele einsetzen lassen und wie ich den Erfolg meiner Aktivitäten messen kann? Sie merken schon, da geht es um Unternehmensziele, Strategien und sinnvolle Kennzahlen, also all die Dinge, mit denen ich mich in den letzten Monaten in zahlreichen Blogbeiträgen beschäftigt habe. Alle diese Elemente fließen in diesen Workshop ein und sollen dazu beitragen, dass wir am Ende einen Fahrplan für unsere Social Media-Aktivitäten haben, die Teil einer übergeordneten Strategie sind. Für mich ist die Integration von Social Media in die verschiedenen Funktionsbereiche und die Ausrichtung an den Unternehmenszielen ein entscheidender Punkt, der über Erfolg und Misserfolg meines Tuns entscheidet. Die Social Media-Aktivitäten vieler Kultureinrichtungen stehen für sich alleine und haben, so denke ich, gar keine Chance, zu deren Erfolgen beizutragen.

Wenn Sie abklären wollen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind oder wissen wollen, wie dieser Weg für Sie aussieht, dann lade ich Sie ganz herzlich zu Kulturkonzepte 2.0 ein. Die Teilnahme an den Online-Aktivitäten kostet aktuell 12 Euro pro Monat, das Jahrespaket inklusive der Facebook-Gruppe, der monatlichen Hangouts und des zweitägigen Workshops 410 Euro. Fragen dazu beantworten Ihnen gerne Daniela Unterholzner vom Institut für Kulturkonzepte und natürlich auch ich.

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Eine Datenbank informiert über das Studienangebot im Bereich Kultur

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Wer im kommenden Herbst im Bereich Kultur ein Studium beginnen möchte, zum Beispiel Kulturmanagement, Kulturpolitik oder Kulturvermittlung, für den gilt es, die erste Hürde zu überwinden und herauszufinden, welche Studienangebote es überhaupt gibt. Als ich mich Anfang der 1990er Jahre auf die Suche nach postgradualen Ausbildungsangeboten im Fach Kulturmanagement machte, war es noch leicht, sich zu orientieren. Heute ist das etwas anders, das Studienangebot ist vielfältiger und damit aber auch unübersichtlicher geworden.

Wenn Sie noch nicht auf eine Uni und einen Studiengang festgelegt sind, dann hilft Ihnen unter Umständen die Online-Datenbank „Studium Kultur“ weiter, die im Rahmen eines vom Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft durchgeführten Forschungsprojektes entstanden ist.

Neben der Erarbeitung eines qualifizierten Überblicks über Studienangebote der Kulturvermittlung und Interkultur ging es in dem noch bis Juni laufenden Projekt um

  • „die Ermittlung der Bedürfnisse des Arbeitsmarktes in diesen Tätigkeitsfeldern und
  • die Intensivierung des Dialogs zwischen Akteuren des Arbeitsmarktes und der Studienangebote.“

Neben der Möglichkeit, in der Datenbank zu recherchieren, die Informationen über derzeit 340 Studienangebote enthält, finde ich auch das zweite Ziel dieses Forschungsprojektes interessant. Wie nah am Arbeitsmarkt sind die Studienangebote eigentlich? Kann ich das, was ich dort lerne, dann auch wirklich im späteren Berufsleben gebrauchen? Einen ersten Zwischenbericht hat Ulrike Blumenreich in der Septemberausgabe des KM-Magazins veröffentlicht (S.35ff). Auch sehr interessant in diesem Zusammenhang ist der in der gleichen Ausgabe von Prof. Carsten Winter und Christopher Buschow veröffentlichte Artikel „Der Arbeitsmarkt für Kulturmanager“ (S.4ff).

Mit Hilfe der Datenbank und den Erkenntnissen der Beiträge erhalten Sie Informationen, die Ihnen bei der Entscheidung, welches das richtige Studium und welches die richtige Uni ist, sicher weiterhelfen werden.

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Workshopreihe zum Thema EU-Förderungen in Wien

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Schon seit letztem Jahr bietet der österreichische Cultural Contact Point eine kostenlose Workshopreihe an, in der es um die Planung und Umsetzung von EU-geförderten Projekten geht. Am 12. April findet in Wien der sechste Workshop statt, der den schönen Titel „Navigating through Chaos“ trägt.

In dem Workshop lernen die TeilnehmerInnen die Besonderheiten der EU-Projektplanung kennen, heißt es in der Ankündigung:

„Wann müssen welche Aktivitäten geplant werden? Welche Vorgaben werden vonseiten der EU gesetzt? Welche Instrumente und Hilfsmittel können die Projektplanung unterstützen?“

Das sind einige der Fragen, die am 12. April zwischen 9:30 und 14 Uhr beantwortet werden. Wenn Sie bei Ihrem nächsten EU-Projekt Chaos vermeiden wollen, können sie sich hier bis 5.4. anmelden.

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Entrepreneurship im Kunst- und Kulturbereich

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„(…) the whole concept of invention and creation of new enterprises have been anathemas within collegiate arts curricula,“

schreibt James Undercofler in seinem Blog „State of the Art„, bei dem es im Untertitel heißt: „innovations and impediments in not-for-profit arts“. Gefunden habe ich diese Behauptung, die sich, so denke ich, auch auf die meisten Ausbildungsangebote im deutschsprachigen Raum münzen lässt, in seinem Blogbeitrag „Arts Entrepreneurship — Four Stages of Idea Development„.

Für Undercofler ist Kulturunternehmertum nicht gleich Kulturunternehmertum, er spicht in seinem Beitrag von vier unterschiedlichen Formen, die er so beschreibt:

  • Typ 1: „In this type the product remains the same, but the location and/or packaging of it is varied to appeal to a particular marketplace.  Also within this type, the traditional format can be maintained, while transforming the product.“
  • Typ 2: „Here a new enterprise is created to support some aspect of the art form in which the enterprise creator has deep experience.“
  • Typ 3: „This type marries the art making processes with social and/or environmental concerns.
    In my opinion, the true implementation of these types of arts enterprises has eluded our field, in that we have not entered into elemental conversations with those who are working in social services, education, the environment and community improvement.“
  • Typ 4: „Here are the creation of entirely new ideas and enterprises.  These can emerge from any of the other 3 types, but appear to be the result of an extraordinary individual’s imagination, drive and appetite for risk.“

Vom Prinzip her erinnert dieser Ansatz an die Veränderung erster, zweiter und dritter Ordnung beziehungsweise an das von Graham Horton entwickelte Vier-Stufen-Modell der Produktinnovation (siehe dazu auch mein Blogpost „Rezession und Innovation: betrifft das Kunst und Kultur?„):

Wir haben es also, abhängig von der jeweiligen Stufe, mit ganz unterschiedlichen Formen von Innovation bzw. Entrepreneurship zu tun. In der Regel bewegen wir uns als KulturunternehmerInnen auf den ersten beiden Stufen. Interessant ist die Frage James Undercoflers im Hinblick auf die entsprechenden Ausbildungsangebote. Die ersten zwei Stufen mag man mittlerweile mitdenken. Aber wo wird das Know-How für die beiden anderen Stufen gelehrt?

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Eine Broschüre informiert, wie Weiterbildung in Deutschland gefördert wird

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Über einen Hinweis auf dem vom Verein für Kultur und Arbeit e.V. betriebenen Portal Vertikult bin ich auf die von der Stiftung Warentest herausgegebene Broschüre „Weiterbildung finanzieren“ gestoßen. Die Broschüre, die darüber informiert, welche Fördermöglichkeiten für die eigene Weiterbildung existieren, wurde vor kurzem neu aufgelegt. Auf acht Seiten wurden alle relevanten Informationen zusammengefasst, wer den schnellen Überblick sucht, wird vor allem die Grafik auf Seite 2 zu schätzen wissen.

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Das Theaterhaus Stuttgart verpflichtet sich zum „Fairen Praktikum“

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Mitte Januar hatte ich in einem Blogbeitrag auf die Initiative „Faires Praktikum“ der Kulturpolitischen Gesellschaft hingewiesen. Damit ruft die Kulturpolitische Gesellschaft die Anbieter von Praktikumsplätzen dazu auf, Praktika nur zu fairen Bedingungen anzubieten. Hochschulen und Ausbildungsanbieter sollten Praktika nur dann vermitteln, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, so die Idee. Mittlerweile bietet die Kulturpolitische Gesellschaft auch einen Mustervertrag an, den Kultureinrichtungen nutzen können.

Gut gefällt mir, dass Kulturbetriebe bei dieser Initiative nicht nur mitmachen, sondern ihre Beteiligung auch kommunizieren und somit dazu beitragen, dass die Initiative nicht versandet. Das Theaterhaus Stuttgart ist auch dabei und nutzt zur Verbreitung dieser Nachricht das eigene Blog.

„Dass Praktikanten als vollwertige Mitglieder der Organisation anerkannt werden, war im Theaterhaus eigentlich immer selbstverständlich. Mit der Selbstverpflichtung zum ‚Fairen Praktikum‘ wollen wir dies auch im Sinne der von der Kupoge vorgeschlagenen Grundsätze festhalten, einhalten und konsequent umsetzen, auch wenn es – in aller Offenheit – nicht leicht ist, das im Budget zu berücksichtigen. In Zeiten des großen Kahlschlags aber ein umso wichtigeres Zeichen“,

heißt es dort. Ich finde es wichtig, dass man nicht nur einfach dabei ist, sondern diesen Schritt auch kommuniziert. Schön, dass das Theaterhaus dafür sein Blog verwendet. Das gibt nämlich die Möglichkeit, auch darauf zu reagieren, was etwa bei einer Presseaussendung nicht möglich wäre. Was nicht heißt, dass man daraus nicht auch eine Presseaussendung machen kann. ;-)

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Audience+: Museum und Web 2.0

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Zwar nimmt man sich ja immer vor, von Städten nicht nur Flughafen, Bahnhof, Hotel und Konferenzsääle kennen zu lernen, so man beruflich unterwegs ist. Aber ich zumindest schaffe das dann häufig leider doch nicht. So auch in Luzern, wo ich die beiden letzten Tage verbracht habe. Das Foto zeigt, dass die Rahmenbedingungen optimal gewesen wären, um sich Stadt und Umgebung anzusehen. So aber ist das Foto nur aus dem Hotelzimmer heraus entstanden und zeigt den Hausberg, den Pilatus, auf den, wie es auf Wikipedia heißt, „die steilste Zahnradbahn der Welt“ führt. Aber vielleicht klappt es ja dann beim nächsten Mal.

Und das nächste Mal wird es schon sehr bald im Mai geben, denn das Team der stARtconference ist Partner des Projekts Audience+, das von der Hochschule Luzern Design & Kunst geleitet und von der Förderagentur für Innovation in der Schweiz KTI gefördert wird. Im Rahmen dieses von Axel Vogelsang und Bettina Minder initiierten Forschungsvorhabens geht es um die Frage, in welcher Form Museen das Web 2.0 für sich nutzen können?

„Partizipative Medien bieten durch die Einbeziehung neuer Zielgruppen, Kanäle und Anwendungen ein grosses, noch kaum genutztes Innovationspotential für die Museen und den gesamten Kultursektor. Audience+ untersucht anhand von konkreten Szenarien Einsatzgebiete in den unterschiedlichen Bereichen der Museumsarbeit. Bestehende Web 2.0-Konzepte aus dem Kultursektor werden in Workshops ausgewertet und für den Einsatz in der Vermittlung, der Kommunikation, der Kuration oder Sammlung für die unterschiedlichen Museumskontexten geprüft. Die daraus resultierende Systematik bildet die Grundlage für eine Standortbestimmung sowie die Entwicklung von institutionsspezifischen aber auch übergreifenden Strategien, die der gesamten Museumslandschaft der Schweiz zugute kommen sollen“,

heißt es in der Projektbeschreibung (siehe dazu das Blogpost bei Frank Tentler). Wir stehen also vor der großen Frage, ob es gelingen kann, einen strukturierten Zugang zum Thema Social Web zu entwickeln? Oder, um es anders zu formulieren, ob es so etwas wie eine Systematik geben kann, wenn es darum geht, sich dem Thema zu nähern?

So systematisch man dabei auch vorgehen will, es tauchen in diesem Zusammenhang Probleme auf, an die man im Vorfeld meist gar nicht denkt. Eines davon, nämlich die Tatsache, dass es manchen Museen gar nicht möglich ist, Facebook zu nutzen, weil man ihnen den Zugang sperrt, beschreibt Axel Vogelsang im aktuellen Beitrag des Audience+-Blogs. Das zeigt, als was social networks teilweise noch verstanden werden ( und es teilweise auch sind), nämlich als Spielplatz für private Freizeitaktivitäten. Ich sehe es daher auch als eine Aufgabe an, den Wert solcher Netzwerke für den Kunst- und Kulturbereich darzustellen, denn ich behaupte mal, dass die Frage, ob MitarbeiterInnen Facebook während der Arbeitszeit nutzen sollen, nicht nur dieses eine Museum betrifft.

Eine ganz praktische Frage  taucht immer dann auf, wenn es darum geht, verschiedene Tools auszuprobieren. In der Regel muss man sich auf den jeweiligen Seiten registrieren und, kurz gesagt, seinen Namen und eine Emailadresse angeben (Facebook & Co sind da etwas neugieriger). Immer wieder taucht in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob man z.B. bei den Social Bookmarking-Diensten, seinen richtigen Namen angibt oder mit Pseudonymen arbeitet, dank derer man unerkannt bleibt?

Nutzt man solche Tools im beruflichen Umfeld, so macht es, denke ich, Sinn, sich mit dem richtigen Namen anzumelden und eine Verbindung herzustellen zu der Organisation, für die man tätig ist. Auf diese Weise schafft man sich (und der Organisation) eine Präsenz im Social Web, durch die man an den verschiedensten Stellen in diesem Kommunikationsraum gefunden werden kann. Und das will man ja auch. Was man aber immer haben sollte: neben der offiziellen Büromailadresse noch eine weitere, über die man sich bei den diversen Tools registrieren und sich für diverse Newsletter anmelden kann.

Nichts spricht in meinen Augen dagegen, dass man sich zu Übungszwecken erst einmal einen Testaccount zulegt, mit dem man im Schutz der Anonymität ausprobieren kann, wie die Sache funktioniert und ob es überhaupt das richtige Tool ist? Eine Gefahr sehe ich dabei. Es ist nicht so einfach, den Zeitpunkt zu erwischen, an dem man dann seinen Testaccount aufgibt und einen „richtigen“ Account einrichtet. Es kann passieren, dass man dann seinen Testaccount so mit Leben gefüllt hat, dass man gar nicht mehr wechseln möchte. Passiert das öfters, hat man nach einer gewissen Zeit ein Sammelsurium anonymer Accounts.

Einen dritten Punkt möchte ich herausgreifen: es ist beeindruckend, wie leicht es mittlerweile ist, einen funktionierenden Stream einzurichten und live von Veranstaltungen zu berichten. Und das mit iPhone und WLAN. Zwar ist die Qualität noch nicht optimal, aber ich denke, hier hat eine Entwicklung begonnen, die auch für Kulturbetriebe interessant ist, gibt es doch eine Vielzahl von Veranstaltungen, die von toller Qualität sind, aber ihr Publikum nicht finden, weil z.B. die Distanzen zu groß sind. Livestreams sind da eine interessante Alternative. Danke an Frank Tentler, der da ein unermüdlicher Antreiber ist, um solche Dinge auszuprobieren und die Streams des Workshops über das stARTlive-Blog (wo man die Aufzeichnung abrufen kann) verbreitet hat.

Danke auch an Axel Vogelsang, Bettina Minder und das gesamte Team der Hochschule, das dieses Projekt toll vorbereitet hat und dafür sorgt, dass auch die Umsetzung perfekt klappt. Und was Frank Tentler in seinem Bericht über diesen Workshop schreibt, gilt auch für mich:

„Ich habe nicht nur neue Erfahrungen in der Organisation und Didaktik von Workshops gewonnen, sondern auch neue Impulse für meine eigenen Vorträge bekommen. Zudem werde ich noch ein grösseres Augenmerk auf eine didaktische Struktur meiner Vorträge legen. Unterhaltungswert ist gut, aber von den Luzernern habe ich in der Vortragskritik noch einiges lernen können.“

In diesem Sinne freue ich mich auf den nächsten Workshop und hoffe wie Frank Tentler, dass es solche Angebote bald auch an anderer Stelle geben wird. Wir arbeiten daran. ;-)

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Bezahlung im Kunst- und Kulturbereich: ein Trauerspiel

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© M. Hauck; Pixelio

Vor einiger Zeit habe ich auf die Initiative „Faires Praktikum“ der Kulturpolitischen Gesellschaft hingewiesen. Diese Aktion läuft noch und wenn Sie die Initiative unterstützen wollen, dann füllen Sie einfach das Unterstützungsformular aus (verschicken sollten Sie es natürlich auch). Auch im angelsächischen Raum hat man Anfang des Monats dieses Thema aufgegriffen.

Ging es in dem Artikel der New York Times lediglich um den Profit-Bereich, so erfasste das Thema schnell auch den Nonprofit-Bereich. Am besten fasst der Guardian die Diskussion in seinem Artikel „Noises off: Theatre of the exploited“ zusammen, in dem die Frage gestellt wird:

„Are unpaid theatre internships an illegal anachronism, a career necessity or a sign of what’s to come in cash-strapped times?“

Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten, wahrscheinlich ist es die unheilvolle Mischung all dieser Gründe, die dazu führt, dass das unbezahlte Praktikum immer mehr Verbreitung erfährt. Natürlich ist es für viele Kulturbetriebe schwer bis unmöglich, die entsprechenden Gelder aufzutreiben, aber ich denke, es gilt, was Adam Thurman in seinem Blogpost „F*ck you, Pay Me“ schreibt:

„I don’t want to paint with too broad a brush, there are some arts organizations (both for profit and nonprofit) that legitimately don’t have the money to pay much right now but they are actively trying to change that situation ASAP.“

Es müssen zumindest Perspektiven zu erkennen sein, sonst gilt, was Scott Walter in einem Kommentar schreibt:

„If your business model only works if you exploit workers, then you need to rebuild your business model. Harsh, I know — but the arts aren’t somehow separate from basic economic justice.“

Wenn es denn nur die unbezahlten PraktikantInnen wären. Schaut man sich um, stellt man schnell fest, dass sich die Zahl derer, die generell im Kunst- und Kulturbereich nicht prekariatsgefährdet sind, in Grenzen hält. Vor diesem Hintergrund ist es gar nicht so leicht, den Wert der eigenen Arbeit einzuschätzen und die richtigen Gehalts- bzw. Honorarvorstellungen zu entwickeln. Ich habe vor längerer Zeit meinem Beitrag „Wie komme ich zu meinem Stundensatz?“ die Punkte zusammengetragen, auf die es meiner Meinung nach ankommt.

Wie aber sehen die Zahlen konkret aus bzw. was sind die „Marktpreise“? Die Tiroler KulturInitiativen (TKI) haben sich des Themas angenommen und fordern, dass Kulturarbeit professionell bezahlt werden müsse. Zwischen 14 und 50 Euro liegen die von ihnen empfohlenen Stundensätze, wie sie auf diese Zahlen kommen, erläutern sie in einer Hintergrundinfo.

Das Problem dabei:

„In der mit dem Land Tirol vereinbarten Pilotregelung zur Abrechnung von „Eigenhonoraren“ im Rahmen des Fördertopfes TKI open wird der vom Land akzeptierte Stundensatz allerdings mit maximal 30.- € pro Stunde limitiert.“

Das heißt, die öffentliche Hand ist mitverantwortlich, denn, so die Schlussfolgerung der Tiroler KulturInitiativen:

„Kulturarbeit muss – wenn schon nicht gratis – dann zumindest billig sein.“

Dieses Problem lässt sich lösen, wenn in die Fördervereinbarungen ein Passus eingebaut wird, der den Fördernehmer dazu verpflichtet, bestimmte Mindeststandards bei Lohn, Gehalt oder Honorar einzuhalten. 50 Euro als Maximum sind ja nun nicht wirklich überbezahlt, oder?

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Kulturmanagement-Studium: wozu ein Weblog gut sein kann

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Nicht nur immer mehr Kulturbetriebe beginnen mit dem Bloggen, auch die Zahl der Ausbildungseinrichtungen, die Weblogs nutzen, nimmt so allmählich zu. Wobei das „allmählich“ eine durchaus längere Zeitspanne umfasst. ;-) Da ist zum einen der Studiengang Kulturmanagement in Ludwigsburg, wo ein Weblog dazu diente, potenzielle LehrgangsteilnehmerInnen über das Bewerbungsprozedere, das Studium und die Karriereaussichten zu informieren.

Ein eigenes Weblog betreibt aber auch der Studiengang Kulturmanagement an der Karlshochschule. Die Idee von Patrick Breitenbach, die StudentInnen das Blog mit Inhalten füllen zu lassen, halte ich für eine tolle Idee. Vor allem wenn sie so gut funktioniert wie in diesem Fall. Ich gehöre zu den regelmäßigen Lesern dieses Blogs und glaube, dass es etwas schafft, was sonst so gar nicht möglich ist: unmittelbare Einblicke in den Bereich Kulturmanagement bzw. das Studium zu gewähren.

Außerdem bietet das Blog den StudentInnen die Möglichkeit, dort Sichtbarkeit zu erlangen und auch geich Werbung in eigener Sache zu machen. Wie das aussehen kann, kann man am Beispiel von Solveig Schwarz verfolgen. Sie berichtet derzeit über ihre Praktikums-Erfahrungen in einer Galerie. Wer ihre Erfahrungsberichte der ersten und zweiten Woche gelesen hat, erkennt nicht nur, dass sie gut schreiben kann, sondern auch in einem Galeriebetrieb ihre Frau steht.

StudentInnen, die solche Blogs als Plattform für sich zu nutzen wissen (Solveig Schwarz ist auch auf dem Blog der stARTconference mit einem Video-Interview vertreten), haben eine ganz andere Sichtbarkeit als die anderen StudentInnen und deshalb vermutlich auch die besseren Jobaussichten. Dabei muss muss ja nicht darauf warten, bis die Universitäten und Fachhochschulen mit dem Bloggen beginnen, man kann ja auch selbst aktiv werden, wie etwa Axel Kopp.

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Second Life: Einsatz im Theaterbereich

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Die meisten von Ihnen haben wahrscheinlich noch den Hype rund um Second Life in Erinnerung. Damals beschlossen nicht nur Kultureinrichtungen, sondern auch viele Unternehmen, dort präsent zu sein. Das, was sich viele davon erwartet haben, ist aber nicht eingetreten. Heute findet man zwar „Inseln“, die durch ihre Gestaltung beeindrucken, aber man ist dort meist alleine und zumindest mir geht es so, dass ich nach relativ kurzer Zeit den Spaß daran verliere und wieder verschwinde.

Was eigentlich schade ist, denn in meinen Augen bieten 3D-Welten wie Second Life erhebliches Potenzial, auch für den Kunst- und Kulturbereich. Das folgende Video habe ich auf dem SLTalk-Blog gefunden.

Wie Michael Wald schreibt, sind darin zwei in meinen Augen für den Theaterbereich interessante Anwendungsmöglichkeiten zu entdecken. Einerseits eignet sich, wie man sieht, Second Life dafür, um im Bereich eLearning Situationen zu simulieren. Theoretisch wäre es möglich, in Second Life ein Theater zu bauen und zu betreiben. Für die Inszenierungen lassen sich die entsprechenden Bühnenbilder einrichten und natürlich könnte man weiters den gesamten Betrieb simulieren, inklusive Marketing, PR, etc.. Selbst die Organisation ließe sich wahrscheinlich über Second Life abwickeln. Es gäbe irgendwo einen Besprechungsraum, man würde dort seine Meetings abhalten, es könnte Präsentation geben und es ließe sich das, was beschlossen worden ist, dann gleich in die Tat umsetzen.

Andererseits lässt sich in Second Life ein Bühnenbild entwerfen und entsprechend ausleuchten. Das heißt, ein Großteil der Planung könnte virtuell stattfinden. Man würde frühzeitig einen Eindruck erhalten, ob das, was man sich vorgestellt hat, wirklich realisieren lässt beziehungsweise man kann, ohne das Kosten entstehen, Änderungen vornehmen. Teure Umbauarbeiten würden entfallen, zumindest teilweise.

Warum wird Second Life aber nicht auf diese oder auch andere Art und Weise genutzt? Ist die Einstiegshürde bei Second Life, was die Nutzung des Programms angeht zu hoch? Ist die Ablehnung so groß, dass man sich mit einem solchen Vorschlag bei den Anderen nicht durchsetzen kann? Ist der Aufwand, um Second Life professionell zu nutzen, zu groß und auch zu teuer? Oder hat Second Life noch nicht die kritische Masse an UserInnen erreicht?

Eigentlich bietet Second Life ja einige interessante Möglichkeiten, auch für den Kunst- und Kulturbereich. Woran liegt es, glauben Sie, dass wir Second Life nicht wirklich nutzen bzw. was müsste sich ändern, damit wir es tun?