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Nach dem stARTcamp ist vor dem stARTcamp: In Linz geht es am 7. Mai um Kulturfinanzierung

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Bild: Linzer Pflasterspektakel 2008 – Rumpel„; von Chrissy W (CC BY- SA 2.0) auf Flickr

Fack ju Subvention!“ ist ein Artikel in der WELT überschrieben, in dem der Autor die Meinung vertritt, die durchsubventionierte deutsche Kulturlandschaft produziere nur gremienverhunzte Konsensbrühe und die Künstler müssten sich endlich entscheiden,

„ob sie Staatsflittchen sein oder Kunst hervorbringen wollen“.

Wurde im „Kulturinfarkt“ die Forderung nach einer möglichen Kürzung der Subventionen noch argumentiert, schwadroniert hier jemand vor sich hin, ohne groß eine Ahnung zu haben, schafft es aber, den Begriff des Bildungsbürgers endgültig zu diskreditieren. Gut, inhaltlich gibt der Artikel also nicht viel her, aber die Überschrift passt gut zum stARTcamp in Linz, das am 7. Mai stattfindet und zwar im Wissensturm, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. „Fack ju Subvention!“ Obwohl, ich würde das Ausrufezeichen noch durch ein Fragezeichen ersetzen, also: „Fack ju Subvention?“ Ja, ich glaube, das trifft es ganz gut. Es geht um die Frage, wie sich Kunst und Kultur finanzieren lassen. Auch wenn das den einzelnen KünstlerInnen und Kultureinrichtungen nicht so vorkommen mag, aber es fließt noch ziemlich viel Geld in den Kunst- und Kulturbereich. Aber vielleicht ließe sich in Linz die Frage diskutieren, ob das Geld richtig fließt und vor allem: erreicht es auch die Richtigen?

Das Hauptaugenmerk wird nächste Woche aber sicher bei den Alternativen zur öffentlichen Förderung liegen. Die aktuelle Ausgabe des KM-Magazins hat dazu eine Steilvorlage geliefert und behandelt unter der Überschrift „Kulturfinanzierung“ Themen wie Sponsoring, Corporate Cultural Responsibility, Online-Fundraising oder Crowdfunding. Aber mir reicht das noch nicht. Gilt diese Einteilung überhaupt noch? Lohnt es sich, weiter auf das klassische Kultursponsoring zu setzen, obwohl es vermutlich vielen so geht wie Christoph Grunenberg, dem Direktor der Kunsthalle Bremen, der im KM-Magazin konstatiert,

„dass der Anteil des Sponsorings an der Gesamtfinanzierung geringer geworden ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren, mit abnehmender Tendenz“.

Und was ist mit denen, die bis jetzt noch gar keine Sponsoren hatten? Ist für die Crowdfunding eine Alternative? Ich denke schon, aber nicht nur für die, denn Crowdfunding ist mehr als nur ein (neues) Finanzierungsinstrument. Vielleicht stimmen all die Kategorien nicht  mehr? Ich habe gerade einen sehr guten Artikel von Dion Hinchcliffe gelesen. In „How much can technology actually improve collaboration?“ zeigt er, welche Vorteile sich daraus ergeben, wenn man mit anderen zusammenarbeitet. Aber mir reicht es nicht, wenn wir nur darüber nachdenken, wie Theater kooperieren. Oder Museen. Und wenn wir innovativ sind, Theater mit Museen. Nein, denken wir mal weiter und orientieren wir uns an dem, was die BesucherInnen eines Konzerts oder einer Ausstellung davor und danach erleben beziehungsweise, was sie sich davor und danach wünschen? Mit dem Modell des digitalen Erlebnisraums geht es uns darum, Kooperationen entlang einer Wertschöpfungskette zu entwickeln.

Einen Schritt zurück: Immer wieder weisen wir darauf hin, dass das Wertvolle der künstlerischen Arbeit nicht nur das künstlerische Objekt ist, sondern der Prozess, der dazu geführt hat. Wir verkaufen aber nur Tickets, um das Ergebnis dieser Arbeit bestaunen zu können. Der Prozess bleibt unter Verschluss. Das ist übrigens auch ein Problem, wenn es darum geht, die künstlerische Arbeit zu bewerben und zu vermitteln. Hier stoßen wir ganz schnell an Grenzen, die es zu überwinden geht. Tom Goodwin formuliert das recht schön in seinem Artikel „Why You Don’t Need A Digital Strategy„:

„You Don’t Need A Digital Strategy, You Need A Digitally Transformed Company.“

Anders gesagt: Erst wenn es Kultureinrichtungen gelingt, sich neu zu organisieren,  besteht die Möglichkeit, die Finanzierungsprobleme zu lösen.

Wer jetzt Lust verspürt mitzudiskutieren, der sollte zum stARTcamp nach Linz kommen, denn es gibt kein besseres Format als ein Barcamp, um solche Themen zu diskutieren. Apropos Format: Wer nicht weiß, was ein Barcamp ist, hier die schnelle Antwort: Das Programm wird in der Eingangssession gemeinsam festgelegt, alle können etwas vortragen, diskutieren oder auch einfach eine Frage stellen (mehr dazu: „Was ist eigentlich ein stARTcamp?„). Der Erfolg des stARTcamps hängt also von den TeilnehmerInnen ab. Wenn sich alle aktiv beteiligen, diskutieren oder fragen, dann wird das stARTcamp eine tolle Sache, warten alle nur darauf, dass etwas passiert, wird es eher eine langweilige Veranstaltung. Aber keine Sorge, bis jetzt war die Begeisterung immer groß (man kann das zum Beispiel aus den Blogbeiträgen über das stARTcamp in München herauslesen). Fehlen nur noch die Informationen…

Wo, wann und wie?

Das stARTcamp Linz findet am 7. Mai im Wissensturm in Linz (Kärtnerstraße 26, 4020 Linz) statt, los geht es um 10 Uhr. Wer dabei sein möchte, muss sich nur über diese Liste anmelden. Der Eintritt ist kostenlos, aber für Essen und Getränke wird vor Ort ein Unkostenbeitrag von 10 Euro eingesammelt. Wer schon Themenvorschläge, Fragen oder Diskussionspunkte hat, kann diese in die Liste der Sessionvorschläge eintragen. Ach ja, und etwas Werbung wäre natürlich auch nett. Blogbeiträge oder ein paar Postings auf Facebook und Twitter (hashtag #sclinz) helfen Wolfgang Gumpelmaier und allen, die ihn dabei unterstützen, weiter. Wir sehen uns. ;-)

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Creative Europe: die Ergebnisse des ersten Calls

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Über das neue EU-Förderprogramm Creative Europe habe ich ja schon vor einigen Monaten ein Blogpost geschrieben und auf die neuen inhaltlichen Schwerpunkte hingewiesen. Nun sind die Ergebnisse des ersten Calls veröffentlicht worden und es ist ganz spannend zu sehen, welche Projekte angenommen worden sind. Leider gibt es keine Kurzbeschreibungen, deshalb müssen wir uns beim Durchsehen mit den Titeln begnügen. Ich hoffe, die Projektinfos folgen irgendwann noch, denn bei vielen Projekten geht aus dem Titel nicht hervor, worum es im Vorhaben geht. Bei manchen Projekten wie dem „European Opera Digital Project“ oder „Virtual Sets: Creating and promoting virtual sets for the performing arts“ kann man zumindest erahnen, worum es darin geht. Etwas mehr Informationen wären aber sehr hilfreich.

Was viele sicher interessieren wird: Wie viele Projektanträge wurden gestellt und wie groß sind die Erfolgsaussichten? In der Kategorie der kleinen Kooperationsprojekte (3 Partner, max. 200.000 Euro, EU-Förderanteil max. 60%) wurden insgesamt 337 Projekte eingereicht, 37 erhielten eine Förderzusage. Damit liegt die Erfolgsquote bei 10,98%, was nicht besonders hoch ist. Bei den großen Kooperationsprojekten (6 Partner, max. 2 Mio. Euro, EU-Förderanteil max. 50%) wurden 74 Projekte eingereicht, 21 erhalten eine Förderung aus Brüssel, womit die Erfolgsquote bei 28,38% liegt. Es ist also schwer zu sagen, ob man sich eher für ein kleines oder großes Projekt entscheiden soll. Die Erfolgsaussichten sind bei den kleinen Kooperationsprojekten ziemlich gering, allerdings muss man auch berücksichtigen, dass nicht so viele Projekte eingereicht worden sind. Etwas besser waren prozentual gesehen die Chancen bei den großen Projekten, aber bei einer Quote von knapp 30 Prozent haben trotzdem nur 21 eine Förderzusage erhalten. Das ist bei der Vielzahl der Länder, die an diesem Programm teilnehmen können, keine sehr große Zahl.

Wer wissen möchte, welche Netzwerke Geld aus Brüssel bekommen, seit ein paar Tagen sind auch diese Ergebnisse online.

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„Kultur macht stark“

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Kultur macht stark

Es hat zwar etwas gedauert, aber im letzten Jahr startete das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung das schon 2009 im Koalitionsvertrag beschlossene Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung„. In den nächsten fünf Jahren stehen jeweils zwischen 30 und 50 Mio. Euro zur Verfügung, die aber nicht direkt in Projekte fließen, sondern von lokalen Bündnissen für Bildung verwaltet werden. Gefördert werden damit, so heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums „außerschulische Angebote der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche“.

Die Liste der Verbände, die im Rahmen des Programms erfolgreich ein Programm eingereicht haben, ist lang, sie alle haben jeweils einen Maßnahmenplan vorgeschlagen, der nun den Rahmen für ihre eigenen Ausschreibungen bildet.

Auch der deutsche Museumsbund ist mit einer eigenen Initiative vertreten. Unter dem Motto „Von uns – für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt.“ sollen Kinder und Jugendliche den kulturellen Raum Museum unter pädagogischer Anleitung erleben. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die sogenannten „Peer-Teamer“, die nach einer musealen und medialen Ausbildung als Museumsbotschafter fungieren, um dann gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ein Museumsportrait zu entwickeln, das dann der Öffentlichkeit präsentiert wird. Angesprochen werden besonders „bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 18 Jahren (.), die von Hause aus nur wenig oder gar nicht mit dem Thema Kultur und Museum in Berührung kommen“. Bis 19. August läuft nun die erste Ausschreibungsrunde, für die sich mindestens drei Bildungspartner zusammenschließen müssen, um eine fünfstufige Maßnahme zu konzipieren und einzureichen.

Einer der drei Partner muss ein Museum sein, bei Partner Nummer zwei sollte es sich um eine Kinder-, Jugend- oder karitative Einrichtung handeln, der dritte Partner kann frei gewählt werden. Im Rahmen der aktuellen Ausschreibung werden bis zu 26 Projekte ausgewählt, die dann im Herbst mit der Arbeit beginnen können.

Alle weiteren Informationen, auch die zum laufenden Bewerbungsverfahren, finden Sie auf den Seiten des Deutschen Museumsbundes. Viel Erfolg!

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Deutschland: Der Kulturfinanzbericht 2012

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Kulturfinanzbericht 2012

Während sich in den kleinen Bereichen oft wahre Tragödien abspielen, sieht es auf der aggregierten Ebene gar nicht so schlecht aus. Die Rede ist vom Kulturfinanzbericht 2012, der auf der Seite des Statistischen Bundesamtes zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Zwar basiert er auf dem Zahlenmaterial des Jahres 2009, allerdings dokumentiert er darüber hinaus auch die auf den Haushaltsentwürfen beruhenden Zahlen bis 2012.

Im Jahr 2009 gab der Staat 9,13 Milliarden Euro für die Kunst aus. Rechnet man den kunstnahen Bereich dazu, kommt die stolze Summe von 10,72 Milliarden Euro zusammen. Zählt man beide Bereiche zusammen, tragen die Länder die größte Last, bei den Kulturausgaben tragen die Gemeinden die Hauptlast (siehe Tabelle, Angaben in Mio. Euro).

20130513_kulturfinanzbericht_2012_tabelle

Der Bericht zeigt einige interessante Entwicklungen auf. Während zum Beispiel in den westlichen Flächenstaaten (also ohne die Stadtstaaten) die Kulturausgaben zwischen 1995 und 2009 um 32,5 Prozent zunnahmen, stiegen die Ausgaben in den östlichen Flächenstaaten nur um 4,9 Prozent. Insgesamt stiegen die Ausgaben in diesem Zeitraum von 8,9 Milliarden auf 10,7 Milliarden Euro, ein nicht unerheblicher Zuwachs, dem aber natürlich auch steigende Kosten gegenüber stehen.

Der Bericht zeigt außerdem, wie stark sich der Bund in Berlin engagiert hat. Von 1995 bis 2009 erhöhten sich  die Ausgaben dort um 26,8 Prozent. Zählt man die Ausgaben von Bund, Länder und Gemeinden zusammen und legt sie auf die EinwohnerInnen der Republik um, dann kommt man für das Jahr 2009 auf die Summe von 111,48 Euro, das sind 21,9 Prozent mehr als 1995, als der Staat noch 91,45 pro Kopf für die Kultur ausgab.

Es lohnt sich, einen Blick in diesen Bericht zu werfen oder Sie lesen den in den kulturpolitischen Mitteilungen (Ausgabe 140) erschienenen Artikel (S.13ff) dazu.

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Internationales Projektmanagement: Das kostenlose Handbuch des CCP Austria erscheint in der zweiten Auflage

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"“Navigating through Chaos”" (Cover)

Vor einem knappen Jahr habe ich über das Handbuch „Navigating through Chaos“ berichtet, das vom Cultural Contact Point Austria zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt wird und bei der Konzeption und Planung eines EU-geförderten Projektes helfen soll.

Wenn Sie wissen wollen, was ein EU-Projekt auszeichnet und wie es geplant wird, wie das Controlling aussehen sollte und wie Sie mit europäischen Partnern zusammenarbeiten, dann sollten Sie sich das Handbuch einmal genauer ansehen. Aus den 28 Fragen, die die erste Auflage beantwortet hat, sind in der zweiten Auflage 34 Fragen geworden. Neu hinzugekommen ist das Thema Crowdfunding, zu dem ich die Inhalte beisteuern durfte. Auf folgende Fragen habe ich versucht, Antworten zu finden:

  • Wir möchten unser Projekt mit der Hilfe von Crowdfunding finanzieren. Bei welcher Art von Projekten macht es Sinn, dieses Finanzierungsmodell zu wählen?
  • Welche Crowdfunding-Plattformen stehen in Österreich und international zur Verfügung?
  • Was macht ein erfolgreiches Crowdfunding-Projekt erfolgreich?
  • Welche Chancen bietet Crowdfunding? Worin bestehen die Risiken?

Dieses Handbuch ist aber nicht nur eine Hilfe für den nächsten EU-Förderantrag, sondern darüber hinaus eine wertvolle Hilfe für alle, die ein internationales Projekt planen und realisieren möchten. Es umfasst die folgenden Kapitel:

  • EU-Projekt – was heißt das?
  • Planung und Controlling
  • Sponsoring
  • Crowdfunding
  • Die Zusammenarbeit mit europäischen Partnerorganisationen
  • Optimales Texten
  • Kenne, wen Du erreichen willst
  • Kommunikations- und Verbreitungsstrategien
  • Evaluation
  • Präsentationstechniken
  • Tipps & Tricks

Es lohnt sich also, einen Blick in das Handbuch zu werfen, hier geht es zum kostenlosen Download (PDF).

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Das neue EU-Kulturförderprogramm „Kreatives Europa“ verspricht mehr Geld für Kunst und Kultur

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Noch in diesem ersten Halbjahr und damit unter der irischen Ratspräsidentschaft soll das neue EU-Förderprogramm „Kreatives Europa“ endgültig fixiert werden. Als die Europäische Kommission am 23. November 2011 ihre Pläne präsentierte, war klar, dass sich das neue vom alten Programm erheblich unterscheiden wird. In ihrer Presseaussendung machte die Kommission klar, dass es ihr fortan nicht mehr nur um Kunst und Kultur, sondern um den gesamten Kreativbereich gehen wird (siehe dazu auch mein Blogpost „EU: das neue Förderprogramm ‚Kreatives Europa‘„). Zwar wird das Programm weiterhin die kulturelle und sprachliche Vielfalt bewahren und fördern, wie es darin heißt. Zugleich stellt die Kultur- und Kreativbranche aber auch einen wichtiger Treiber für Wachstum und Beschäftigung dar, ökonomische Aspekte spielen also eine gewichtige Rolle und vermutlich sind sie es, die dazu geführt haben, dass das neue Rahmenprogramm für den Kultur- und Kreativsektor für die Jahre 2014 bis 2020 mit insgesamt 1,8 Mrd. Euro wesentlich üppiger dotiert ist als seine Vorgängerprogramme.

Es wird dabei nicht nur die Förderprogramme Kultur, Media und Media Mundus zusammenführen, sondern darüber hinaus einen eigenen Garantiefonds auflegen, über den kleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich der Kreativwirtschaft an rückzahlbare Darlehen kommen können. Das klingt beim ersten Hinhören so gar nicht nach einem Förderinstrument für kleine Theater oder Kammerorchester, aber wenn dadurch Zwischenfinanzierungen ermöglicht werden, wäre das schon mal recht hilfreich, schließlich stehen nicht jeder Kultureinrichtung fünf- oder sechsstellige Beträge aus dem Cash-Flow zur Verfügung.

Um die beiden Ziele „Förderung der kulturellen Vielfalt“ und „Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Kreativsektors“ erreichen zu können, setzt die Kommission verschiedene Prioritäten. Im Rahmen von kreatives Europa geht es ihr um:

  • die Föderung der transnationalen Mobilität von AkteurInnen und Werken,
  • die Entwicklung von Kompetenzen für transnationale Zusammenarbeit,
  • die Erschließung neuer Publikumsschichten,
  • die Stärkung der Finanzkraft des Kultur- und Kreativsektors sowie
  • die Entwicklung einer transnationalen politischen Zusammenarbeit in diesen Bereichen.

Das Programm „Kreatives Europa“ gliedert sich in drei Aktionsbereiche

Aber schauen wir uns das Programm mal etwas genauer an. 30 Prozent des Gesamtbudgets sind für den Aktionsbereich Kultur bestimmt, das sind knapp 500 Mio. Euro, immerhin eine Steigerung gegenüber dem jetzt laufenden Kulturförderprogramm von gut 20 Prozent. Investiert wird diese Summe in grenzüberschreitende Kooperationen, den Aufbau europäischer Netzwerke, literarische Übersetzungsprojekte, den Aufbau einer Plattform, die die Mobilität von KünstlerInnen und Werken fördern soll sowie in Großprojekte wie die Kulturhauptstadt und – neu – ein Kulturerbe-Siegel.

Wer sich ein klein wenig mit der Materie auskennt, stellt fest, dass sich in diesem Bereich wohl nicht sehr viel ändern wird. Die Frage ist, ob hier irgendwelche Grenzen zur Kreativwirtschaft gezogen werden? Was ist zum Beispiel mit der Architektur, bei der es natürlich Überschneidungen mit dem künstlerischen Bereich gibt. Je offener man sich hier gibt, desto mehr wird die doch immerhin gut zwanzigprozentige Erhöhung des Budgets verwässert.

Den Löwenanteil, nämlich 55 Prozent oder 950 Mio. Euro erhält der Aktionsbereich Media. Wie auch schon in der Vergangenheit geht es hier um die Fördermaßnahmen in den Bereichen

  • Training und Vernetzung,
  • europäische Koproduktionen,
  • Internationalisierung,
  • Verleih- und Vertriebsförderung sowie
  • Vermarktung.

Hinzu kommt noch der Wunsch, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle unterstützen zu wollen. Gerade im Medienbereich passiert da recht viel, denke wir nur an den Hype rund um das Thema Crowdfunding.

Bleibt noch der neu geschaffene „sektorenübergreifende“ Bereich, in dem es einerseits um die Einrichtung eines Garantiefonds für KMU geht und andererseits um die transnationale politische Zusammenarbeit. Knapp 300 Mio. Euro oder 15 Prozent des Budgets sind dafür vorgesehen, mit etwas mehr als 200 Mio. Euro wird der Löwenanteil in den Garantiefonds fließen. Abgewickelt wird das Geschäft über die Banken, der European Investment Fund trägt im Falle des Scheiterns 70 Prozent des Risikos, die restlichen 30 Prozent übernehmen die Banken.

Im Rahmen der transnationalen Zusammenarbeit werden Austausch und Vernetzung der Kulturakteure inklusive der Politikverantwortlichen angestrebt. Außerdem ist unter anderem die Einrichtung einer Informationsstelle in Straßburg geplant.

Von der Theorie in die Praxis

Zwar gibt es noch keine Unterschriften unter dem neuen Förderprogramm, aber der Rahmen ist abgesteckt. Und da es bereits im Sommer mit großer Wahrscheinlichkeit die nächste Ausschreibung geben wird, macht es Sinn, sich schon jetzt mit dem neuen Programm zu beschäftigen. Der deutsche Cultural Contact Point (CCP) bietet hierzu Ende März mehrere eintägige Seminare in Bonn, Berlin und Filderstadt an, in denen Sie auf die kommenden Ausschreibungen vorbereitet werden. Neben den formalen Kriterien, die es zu beachten gilt, erfahren Sie im Rahmen dieser Veranstaltungen auch, wie Sie an so eine Antragstellung herangehen. Falls Sie Interesse daran haben, hier finden Sie alle Informationen zum Seminarangebot des CCP Germany. In Österreich wird es solche Veranstaltungen vermutlich so wie in den letzten Jahren auch geben. Über die Termine werde ich Sie dann hier informieren.

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Toursupport für freie Theatergruppen [Kulturförderung]

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Im Rampenlicht
© Rainer Sturm / Pixelio

Das österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) unterstützt in diesem Jahr zum ersten Mal „Gastspiele professioneller freier Theatergruppen“, die über kein eigenes Haus verfügen. Das Ziel dieser Maßnahme ist, so heißt es in der Ankündigung,

„die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die künstlerische Tätigkeit von AutorInnen, KomponistInnen, ChoreographInnen und Theaterschaffender in Österreich“.

Wie viel Geld in diesem Fördertopf liegt und um welche Beträge eine freie Theatergruppe ansuchen kann, steht leider nicht in der Ankündigung. Dort heißt es lediglich, dass sich „die Höhe der Förderung (..) nach dem Produktionsumfang und der Anzahl der Aufführungen (richtet)“, auch das Antragsformular hilft da nicht weiter.

Eben dieses Antragsformular muss man bis zum 8. März ausgefüllt und per Post an das bm:ukk (Abteilung V/2, Minoritenplatz 5, 1014 Wien) schicken und dann darauf hoffen, dass es eine Zusage gibt. Neben dem Formular werden noch

  • eine Projektbeschreibung (plus Angaben zu früheren Theaterproduktionen),
  • eine DVD der Produktion (so vorhanden) beziehungsweise der Link zur Website,
  • Kalkulation und Finanzplan,
  • die geplanten Termine sowie
  • die Absichtserklärungen der Veranstalter

verlangt. Wichtig ist: Die AntragstellerInnen müssen seit mindestens drei Jahren ihre künstlerische Tätigkeit professionell in Österreich ausüben und die Produktion muss nach der Premiere noch in mindestens zwei weiteren Bundesländern jeweils zweimal aufgeführt werden.

Alle weiteren Infos, die Förderbedingungen sowie das Antragsformular finden Sie hier.

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Mit „STEP Beyond Travel Grant“ unterstützt die European Cultural Foundation die Mobilität im Kunst- und Kulturbereich

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European Cultural Foundation

Mit Sitz in Amsterdam unterstützt die European Cultural Foundation seit 1954 Projekte im Kunst- und Kulturbereich, die eine europäische Ausrichtung haben und im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend sind. Neben dem Förderbereich Collaboration Grants und dem Balkan Incentive Fund for Culture gibt es noch einen dritten Fördertopf, der für einzelne KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen interessant ist:

STEP Beyond Travel Grants are awarded to up-and-coming artists and cultural workers (priority is given to individuals up to 35 years and/or in the first 10 years of their career) travelling between EU and countries directly bordering the EU,“

ist auf der Website der Stiftung zu lesen. Seit 2003 wurden 261 Förderanträge positiv beschieden, die AntragstellerInnen erhielten jeweils zwischen 250 und 700 Euro. Das mag nicht nach großem Geld klingen, aber in meinen Augen ist das eine wichtige Förderschiene vor allem für einzelne KünstlerInnen, die keine Chance haben, an die großen Summen aus dem EU-Kulturförderprogramm zu kommen oder eben nur einen kleinen Betrag benötigen.

European Cultural Foundation

Einen Zuschuss zu den Reisekosten erhält, wer

  • zum ersten Mal ein Networking-Treffen, ein Festival oder eine Konferenz besucht, um das eigene Netzwerk zu erweitern,
  • den Wunsch hat, neue Projektpartnerschaften aufzubauen,
  • die eigenen Aktivitäten von der lokalen auf die internationale Ebene heben möchte oder
  • in Ausnahmefällen an einer Weiterbildung oder einem Training

teilzunehmen beabsichtigt. Eine Unterstützung gibt es höchstens einmal pro Jahr und maximal zweimal innerhalb von fünf Jahren. Alle weiteren Informationen zu diesem Programm sind in den Leitlinien zu finden, der Antrag kann online gestellt werden.

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Fonds Soziokultur: „Wettbewerb um die besten Ideen“ [Kulturförderung]

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© Gerd Altmann ; Pixelio

„Soziokultur, das ist kurz gesagt ‚Kultur von allen, für alle'“. Dieses Zitat von Hermann Glaser findet sich auf der Website der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V. und lässt erahnen, wie weit das Feld der Soziokultur ist. Geld ist auch hier Mangelware, weshalb der Fonds Soziokultur eine wichtige Anlaufstelle ist, wenn es um die Finanzierung von soziokulturellen Projekten geht.

Unter dem Motto „Wettbewerb um die besten Projektideen“ fördert er  seit 1988 Projekte, „die ein aktuelles gesellschaftliches Thema aufgreifen, die neue Praxis- und Aktionsformen in der Soziokultur erproben, die den Austausch und die Integration fördern oder die – mit den Mitteln der Kunst und Kultur – neue Formen der Bürgerbeteiligung in der Stadt, der Gemeinde, im Viertel umsetzen“.

Insgesamt stehen dem Fonds jedes Jahr eine Million Euro zur Verfügung, über deren Vergabe ein Kuratorium entscheidet. Mit dem 1. Mai und dem 1. November gibt es jährlich zwei Einreichfristen für Projektanträge, wobei der erste Termin für Vorhaben gilt, die in der zweiten Jahreshälfte beginnen und der Novembertermin für Projekte gedacht ist, die in der ersten Hälfte des darauffolgenden Jahres beginnen.

Unterstützt werden vor allem Vorhaben freier Träger im Kulturbereich, die mit Förderbeträgen zwischen 3.000 und 26.000 Euro rechnen können. In dieser Bandbreite bewegen sich die bisherigen Unterstützungszahlungen, einen fix vorgegebenen Rahmen gibt es aber nicht. Wie beim EU-Kulturförderprogramm ist auch beim Fonds Soziokultur nur eine Kofinanzierung möglich, denn er fördert ein Vorhaben mit maximal 50 Prozent der Gesamtkosten. Das heißt, bei einem Budget von 40.000 Euro gibt es höchstens 20.000 Euro, der Restbetrag muss anderweitig finanziert werden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Vorhaben für den Fonds förderwürdig ist, werfen Sie am besten einen Blick in die Liste der in der Vergangenheit geförderten Projekte. Die wichtigsten Infos für die Antragstellung finden Sie im Bereich „Tipps für Antragsteller„. Möchten Sie gleich loslegen, dann finden Sie hier das Antragsformular.

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„Navigating through Chaos“: eine Anleitung für Ihr nächstes EU-Projekt

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Wenn die nationalen Mittel für den Kunst- und Kulturbereich knapper werden, fällt vielen ein, dass es da ja noch die EU gibt. Die Website für das „Programm Kultur 2007 – 2013“ ist schnell gefunden, aber dann. Ob Leitfaden oder Antragsformular, wer sich das erste Mal mit diesen Dokumenten  beschäftigt, hat am Ende vermutlich mehr Fragen als zu Beginn. Was also tun? Die Cultural Contact Points (CCP), die in den an diesem Programm beteiligten Ländern als Ansprechpartner dienen, stellen auf ihren Webseiten nicht nur jede Menge Informationen zur Verfügung, sondern bieten auch regelmäßig Veranstaltungen an, die den potenziellen AntragstellerInnen die wichtigsten Infos vermitteln.

So hat zum Beispiel der österreichische CCP 2010 gemeinsam mit dem „europe for citizens point Austria“ eine Workshopreihe konzipiert, in der auf alle wichtigen Punkte der Projektentwicklung und des Einreichverfahrens eingegangen wurde. Der Nachteil: 2010 war schon. Der Vorteil: gemeinsam haben die beiden Infostellen eine Broschüre herausgebracht, die nun zum Download zur Verfügung steht.

Wenn Sie wissen wollen, was für die EU ein Projekt ist, was unter dem „Europäischen Mehrwert“ zu verstehen ist, ohne den Sie keine Chance haben, Geld aus Brüssel zu erhalten und was sich hinter den Begriffen „Dissemination“ und „Exploitation“ versteckt, dann kann ich Ihnen dieses PDF nur ans Herz legen.

10 ExpertInnen beantworten mit ihren Beiträgen insgesamt 28 Fragenkomplexe und das unter Verzicht auf die typische EU-Sprache, die einem anfangs so viele Probleme bereitet. Abgerundet wird diese Publikation durch eine kurze Zusammenfassung der beiden Programme „Kultur“ und „Europa für Bürgerinnen und Bürger“ (übrigens ein Programm, das für den Kunst- und Kulturbereich auch interessant ist). Die Programmphase endet zwar im nächsten Jahr, aber Fragen, wie man seine europäischen ProjektpartnerInnen findet und warum es so wichtig ist, die eigenen Ziel- und Anspruchsgruppen zu kennen, werden auch nach 2013 relevant bleiben. Die Broschüre bietet Ihnen eine gute Einstiegshilfe in das Thema EU-Förderungen und informiert Sie über die wichtigsten Aspekte einer Antragstellung, egal ob Sie nun in Österreich, Deutschland oder einem anderen an beiden Programmen beteiligten Land aktiv werden wollen.