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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil IV)

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Im letzten, dem dritten Teil dieser kleinen Serie über die Arbeit mit RSS und Social Bookmarks habe ich Ihnen verschiedene Social Bookmarking-Tools vorgestellt, um Ihnen zu zeigen, dass das Spektrum hier recht weit ist und Sie sich vor einer Entscheidung die verschiedenen Angebote einfach mal anschauen sollten. Auch ich lerne auf diese Weise immer wieder dazu. Als ich in einem Posting auf der Facebookseite der stARTconference nach solchen Tools fragte, taucht dort der Name „Evernote“ einige Male auf.

Ich habe dieses Angebot bis jetzt eher sporadisch genutzt und es daher gleich ausprobiert. Evernote funktioniert wunderbar und hat sogar den Vorteil, dass sich die einzelnen Seiten lokal abspeichern lassen und damit auch offline zur Verfügung stehen. Das kann Diigo zwar auch, allerdings nur in der kostenpflichtigen Premiumvariante.

Für die habe ich mich vor längerer Zeit entschieden, weil ich Diigo in meinen Workflow eingebaut habe und mir das Tool hilft, wertvolle Zeit zu sparen. Wie gehe ich dabei vor? Finde ich einen interessanten Artikel, erfasse ich ihn mit Hilfe von Diigo, wobei ich in allen Browsern die jeweiligen Erweiterungen verwende. Jeden abgespeicherten Beitrag versehe ich mit möglichst vielen Schlagworten, denn nur mit deren Hilfe habe ich eine Chance, ihn jemals wiederzufinden. Anfangs erinnert man sich noch an einzelne Beiträge, aber bei mehr als 1.000 gespeicherten Beiträgen funktioniert das später nicht mehr.

Außerdem vergebe ich immer noch ein Schlagwort für das Format der jeweiligen Seite. Um nicht den Überblick zu verlieren, stelle ich dafür immer ein =-Zeichen voran. =video ist also der Hinweis, dass es sich dabei um ein Video handelt, =studie kennzeichnet eine Studie und =artikel einen Artikel. Die Schlagworte lassen sich aber auch noch für andere Zwecke einsetzen, etwa um gleich die nächsten Arbeitsschritte aufzulisten. Einige Tipps dazu finden Sie in meinem Blogpost „Social Bookmarking: mehr als nur einfach Websites abspeichern„.

Fünf Schlagworte pro gespeicherter Website

Mein Ziel ist es, jede so erfasste Seite mit fünf Schlagworten zu versehen. Manchmal fallen mir dazu mehr Schlagworte ein, gelegentlich sind es weniger. Nicht erlaubt ist es aber, gar kein Schlagwort zu vergeben, denn die Seiten werden auf der Social Bookmarking-Plattformen chronologisch aufgelistet und ich habe so keine Chance, diese Seite jemals wieder aufzuspüren. So gesehen kann ich mir das Abspeichern dann auch gleich ganz sparen.

Bei der späteren Suche versuche ich mich nicht an einzelne Seiten zu erinnern, sondern ich arbeite mit den Schlagworten. Auf allen Social Bookmarking-Plattformen lassen sich beliebig viele Schlagworte kombinieren, das heißt, wenn mein erstes Schlagwort „Projektmanagement“ lautet und ich 547 Seiten aufgelistet bekomme, dann hilft mir das noch nicht wirklich weiter. Kombiniere ich es aber mit „Software“, zeigt mir Diigo nur noch 45 Treffer an und wenn ich noch mehr ins Detail gehen möchte, könnte ich die beiden Schlagworte vielleicht noch mit „opensource“ oder „agil“ ergänzen und hätte dann nur noch eine Handvoll Suchergebnisse. Findet sich bei einer der Seiten noch das Schlagwort =artikel, dann erkenne ich sofort, dass es sich um einen Bericht über diese Software handelt.

Wer so arbeitet, kann dafür fast alle Social Bookmarking-Angebote nutzen. Für Diigo habe ich mich aus einem anderen Grund entschieden: Ich kann dort nämlich gleich auf der Website Textstellen markieren und, so gewünscht, mit Notizen versehen. Das alles entweder privat oder öffentlich, je nachdem, ob ich mich alleine mit einem Thema beschäftige oder mit anderen gemeinsam.

Ich nutze diese Funktion meist für mich alleine und gewinne dadurch enorm viel Zeit. Gleich beim ersten Mal markiere ich die wichtigsten Stellen und erfasse beim zweiten Besuch der Website sofort, worum es geht und welches die wichtigen Passagen sind. Dieses Feature möchte ich, da ich viel mit Texten arbeite, nicht mehr missen und bin daher ein vehementer Befürworter von Social Bookmarking. Ich bin mir sicher, es gibt auch andere Möglichkeiten, mit Texten zu arbeiten, deshalb würde ich Sie bitten, Ihre „Rezepte“ in einem Kommentar zu verraten. Nur so können wir voneinander lernen und uns dabei unterstützen, sorgsam mit unserer wertvollen Zeit umzugehen.

Ich würde mir wünschen, dass RSS und Social Bookmarking wesentlich häufiger genutzt werden. Unabhängig von der Frage, ob jemand im Social Web aktiv ist oder nicht: Der professionelle Umgang mit dynamischen und statischen Lesezeichen hilft uns, Zeit zu sparen und von den vielen Informationen und dem Wissen, das wir im Internet antreffen, profitieren zu können.

Mehr zu diesem Thema:

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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil III)

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Wie Sie mit Hilfe von RSS-Feeds schnell erkennen, ob auf einer Website neue Beiträge dazugekommen sind, habe ich Ihnen in den ersten beiden Teilen dieser Serie gezeigt. Auf den von Ihnen abonnierten Seiten werden Sie vermutlich immer wieder auf Beiträge stoßen, die Sie interessieren und später wiederfinden möchten. Dafür bieten Ihnen die Browser die Möglichkeit, die Seite in einen Ordner zu geben und abzuspeichern. Falls Sie nur mit diesem einen Computer arbeiten und nicht allzu viele Seiten abspeichern, ist dieses Angebot vermutlich ausreichend.

Aber nehmen wir an, Sie möchten von einem anderen Computer auf Ihre Lesezeichen zugreifen. Oder Sie können sich nicht entscheiden, in welchem Ordner Sie eine Seite abspeichern. So etwas hemmt den Arbeitsfluss, wenn Sie zwar wissen, dass Sie auf einem anderen PC eine ganz wichtige Seite abgespeichert haben. Nur leider können Sie darauf im Moment nicht zugreifen. Zeit wird es auch kosten, wenn Sie erst verschiedene Ordner durchsuchen müssen, weil Sie nicht mehr wissen, wo sich die Seite versteckt. Und noch etwas kann Ihnen passieren: Sie benötigen Informationen zu einem Thema und haben aber bis jetzt noch keine passende Website gefunden. Wie hilfreich wäre es nun, auf das Wissen anderer UserInnen zugreifen zu können.

Mit Hilfe von Social Bookmarking-Plattformen können Sie alle diese Probleme lösen. Sie speichern die Seiten online ab und sind nicht an Browser oder Computer gebunden. Sie müssen sich nicht mehr auf einen Ordner festlegen, sondern können beliebig viele Schlagworte vergeben. Und Sie können auch auf abgespeicherte Seiten anderer UserInnen zugreifen. Die folgende Grafik macht noch einmal die Unterschiede deutlich:

Die meisten von Ihnen werden von Social Bookmarking-Plattformen profitieren, zumal Sie dort auch die Möglichkeit haben, Ihre Seiten privat abzuspeichern. Schließlich müssen nicht alle wissen, welche Reiseziele und Hotels Sie sich für den nächsten Urlaub herausgesucht haben.

Welche Social Bookmarking-Plattform ist die beste?

Wir alle nutzen das Internet vermutlich sehr unterschiedlich und haben daher auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Für die einen ist das einfach ein Arbeitsinstrument, um Seiten abzuspeichern und nach bestimmten Kriterien wiederfinden zu können. Das genügt mir, während andere ihre gefundenen Seiten gerne noch weiterempfehlen.

Dafür ist dann zum Beispiel StumbleUpon geeignet, eine vor allem im angelsächsischen Raum beliebte Plattform. Wenn Sie sich das folgende kurze Video anschauen, werden Sie sehen, hier steht vor allem das Finden, das Entdecken von Inhalten im Vordergrund.

Digg hingegen ist eher eine Bewertungsplattform für Inhalte im Netz. Hier spielt es eine wichtige Rolle, wie andere meine Fundstücke bewerten. Es gibt natürlich jede Menge an Angeboten, mit deren Hilfe sich Inhalte aus dem Netz sammeln lassen. Etwa mit Evernote oder Clipboard oder wie die Tools alle heißen. Aber letzten Endes muss ich das Tool finden, das meinen Arbeitsfluss optimal unterstützt und mir eine wirkliche Hilfe ist. Für mich sind das Delicious und Diigo. Delicious ist die vermutlich älteste Plattform, die aber in den letzten Jahren ziemlich geschwächelt hat. Erst seitdem die Seite nicht mehr Yahoo gehört und sich wieder auf das reine Social Bookmarking beschränkt, ist sie wieder uneingeschränkt zu empfehlen.

Mein persönlicher Favorit ist Diigo. Die Betreiber dieses Social Bookmarking-Dienstes haben das Tool in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und bieten Features an, für die ich sogar bereit bin, Geld auszugeben. Welche das sind und wie ich Diigo nutze, erfahren Sie dann im nächsten und letzten Teil dieser Serie.

Ein Wort möchte ich noch zu Mister Wong verlieren. Ich nutze diese deutschsprachige Plattform schon sehr lange und habe das Angebot immer sehr gerne in Anspruch genommen. Seit einiger Zeit hat sich die Usability in meinen Augen aber stark verschlechtert. Leider kann ich nur noch sehr eingeschränkt auf die Links der anderen UserInnen zugreifen. Auf eine Anfrage via Twitter erhielt ich keine Antwort. Der Grund könnte sein, dass die Besitzer Mister Wong nicht mehr kostenlos anbieten wollen. Auf der .com-Seite findet sich bereits eine Preisliste, nach der ich erst mit einem Plus-Account Zugriff auf die Bookmarks aller UserInnen habe. Gut möglich, dass es Mister Wong auch bei uns schon bald nicht mehr kostenlos gibt. Ich kritisiere das grundsätzlich nicht, schließlich bin ich bei Diigo zahlender Kunde. Aber im Moment bin ich mit der Leistung einfach unzufrieden, würde mir aber wünschen, dass uns die Plattform weiter erhalten bleibt. Dann wäre da noch Oneview. Die deutschsprachige Plattform ging bereits 1998 online und gehört somit zu den Pionieren in Sachen Social Bookmarking. Leider ist die Seite aber offline und auch auf den Twitter- und Facebookprofilen gab es 2013 noch keine Aktivitäten. Selbst wenn es sich nur um eine vorübergehende Pause handelt, ist mir das für meine Bookmarks doch zu gefährlich. Ich weiß, warum ich nicht nur bei einem Anbieter bin. ;-)

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Contentproduktion: Mit einem Redaktionskalender geht es leichter

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© JMG ; Pixelio

Die Angst vor dem weißen Blatt Papier existiert natürlich auch im Onlinebereich, nur starrt man dort dann eben kein Stück Papier an, sondern den leeren Bildschirm beziehungsweise die Eingabemaske. Während man solche Momente auf Facebook, Google+ und Twitter noch irgendwie kaschieren kann, ist das bei einem Blog nicht ganz so einfach. Mir passiert das auch immer wieder mal, meistens dann, wenn Zeit Mangelware ist und es schnell gehen sollte. Ich schaue in solchen Momenten in meinen Feedreader und finde dort dann Themen, die entweder zeitintensiv oder einfach uninteressant sind.

Während ich mir gerade in den ersten Jahren ziemlichen Druck gemacht habe, verzichte ich heute dann heute lieber auf einen Beitrag. Die Statistik zeigt, dass ich früher zwischen 20 und 30 Beiträge geschafft habe, heute sind es nur noch rund zehn. Das ist nicht weiter tragisch, denn die Suchmaschinen meinen es gut mit mir und so finden auch ohne ein tägliches Blogpost genügend BesucherInnen den Weg auf dieses Blog.

Mitte des Monats haben Beth Kanter und Debra Askanase, deren Blogs ich sehr schätze und regelmäßig lese, die Frage aufgeworfen, wie sich die Produktion der eigenen Inhalte sinnvoll organisieren lässt. Während Beth Kanter nach einen zweiwöchtigen Urlaub feststellte, dass ihre Zugriffszahlen auf Facebook zu wünschen übrig ließen, fürchtete Debra Askanase, in ein schöpferisches Loch zu fallen. Während Beth Kanter schon seit 2011 einen redaktionellen Kalender führt, wie sie in ihrem Beitrag „Content Strategy, Creation, Organization, and Measurement“ schreibt, hat Debra Askanase erst jetzt mit einem „Content Calendar“ begonnen.

Ich selbst habe mich bis jetzt eher schlampig organisiert. Ich habe mir für jedes Jahr immer meine Themenschwerpunkte überlegt und versucht, diese Themen im Hinblick auf zukünftige Blogbeiträge zu ordnen. Ich habe auch einen groben Plan erstellt, in welchen Monaten ich welchen Themenbereich behandeln möchte. Aber mit einem richtigen Kalender habe ich nicht gearbeitet. Das habe ich vor kurzem geändert und merke, dass es zwar einiges an Arbeit mit sich bringt, so einen Plan zu erstellen. Aber es macht zugleich auch viel Spaß.

Für die Planung nutze ich Google Kalender

Wie gehe ich dabei vor? Im ersten Schritt ging es für mich um die Frage, was ich alles planen möchte? Alles oder nur meine Beiträge für das Blog? Ich habe mich für letzteres entschieden, weil ich erstens Zweifel habe, ob ich dafür ausreichend Ressourcen habe. Und zweitens mag ich es, die Dinge auf Facebook, Google+ und Twitter zu posten, die mir gerade unterkommen oder wichtig erscheinen. Hier möchte ich gerne flexibel bleiben, zumindest im Moment. Daher habe ich für diese Plattformen keine detaillierten Pläne.

Nachdem ich diesen Punkt für mich geklärt hatte, war klar, dass ich das von Beth Kanter vorgeschlagene Template von LightBox Collaborative nicht verwende. Der Redaktionskalender ist zwar perfekt für die eigene Planung, aber für mich eine Nummer zu groß. Ich nutze nun einen Google-Kalender und glaube nach den ersten Erfahrungen, dass ich damit ganz gut fahre.

Da ich mich natürlich nicht vorab für ein Jahr festlegen möchte, habe ich mir folgendes Prinzip überlegt. Die Grobplanung läuft über zehn Monate, im Detail plane ich die nächsten eineinhalb bis zwei Monate. Da ich mein Blog auch dazu nutze, meine Inhalte weiter zu entwickeln, berücksichtige ich dabei Konferenzen, Workshops und ähnliche Anlässe, um für die jeweiligen Themen entsprechenden Raum zu haben.

Noch ist der Plan zwar nicht fertig (richtig „fertig“ wird er natürlich nie sein), aber schon jetzt gefällt mir, dass ich mir vom Gefühl her mehr Raum für die Themen geschaffen habe. Ich muss mir nicht mehr auf die Schnelle überlegen, worüber ich heute blogge, sondern habe schon Themen und Quellen fixiert. Das wirkt beruhigend und bewirkt, dass einem die Arbeit schneller von der Hand geht. Von Beth Kanter habe ich den Ratschlag übernommen, möglichst frühzeitig mit einer Grobfassung zu beginnen. Damit lässt sich die eingangs beschriebene Angst vor dem leeren Blatt oder Bildschirm erfolgreich vermeiden. ;-)

Schon seit längerer Zeit habe ich außerdem, so wie von Beth Kanter empfohlen, einen Platz, wo ich meine Ideen sammle. Für mich hat sich hier Workflowy bewährt, dass ich auch noch zu anderen Zwecken sehr gerne verwende. Auf diese Weise hoffe ich, etwa 15 Beiträge pro Monat schreiben zu können, zumindest sieht das mein Plan vor. Ob und wenn ja, wie ich das geschafft habe, darüber berichte ich dann im Sommer.

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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil II)

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Im ersten Teil dieser kleinen Serie „Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking“ habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie auf einer Website den RSS-Feed finden. Es kann natürlich sein, dass eine Seite gar keinen RSS-Feed anbietet, dann haben wir Pech gehabt. Die Seite aber vermutlich auch, denn ihr entgehen auf diese Weise vermutlich etliche LeserInnen. Ich bin einer davon, denn um auf jeder einzelnen Seite nach neuen Artikeln zu suchen, dafür fehlt mir die Zeit.

Gut, nehmen wir also an, wir haben den RSS-Feed einer Seite gefunden. Wie geht es nun weiter, schließlich habe ich im ersten Teil geschrieben, dass wir damit eine Seite abonnieren können. Für dieses Abonnement benötigen wir einen Feedreader, ein Programm „zum Einlesen und Anzeigen von News Feeds“, wie es auf Wikipedia heißt.

Feedreader gibt es jede Menge, die Frage ist, für welchen man sich entscheidet? Nutzen Sie Microsoft Outlook, dann können Sie Ihre RSS-Feeds damit verwalten und lesen. Haben Sie Outlook lediglich auf Ihrem Rechner installiert, können Sie nur von dort auf Ihre Feeds zugreifen. So ganz neu dürfte das Thema in einem solchen Fall aber nicht für Sie sein, schließlich haben Sie schon mit Ihren Mails das gleiche Problem lösen müssen.

Eine weitere Möglichkeit ist das Abspeichern der News Feeds mit Hilfe Ihres Browsers. Wie das zum Beispiel im Firefox-Browser funktioniert, erklärt dieser Blogbeitrag leicht verständlich und ausführlich. Ähnliche Anleitungen gibt es auch für den Internet Explorer und Google Chrome. Bei letzterem kommt man aber nicht umhin, dafür eine Erweiterung zu installieren. Zumindest kenne ich keine sinnvolle Lösung ohne ein Zusatztool. Ganz praktisch scheint die Erweiterung „RSS Feed Reader“ zu sein, die man kostenlos im Chrome Web Store downloaden kann. Ich habe aber damit keine praktischen Erfahrungen gemacht, der Download und ein Kurztest verliefen ohne Probleme.

Solche Erweiterungen gibt es natürlich auch für den Internet Explorer und Firefox. Das Sage Add-on habe ich jahrelang verwendet, vor allem bei der Suche nach gut versteckten Feeds leistet es wertvolle Hilfe. So praktisch diese Tools auch sein mögen, sie alle haben den Nachteil, dass man meist an einen Computer und einen Browser gebunden ist.

Da ich von verschiedenen Geräten auf meine Feeds zugreife, habe ich mich für ein Online-Angebot entschieden. Schon vor Jahren habe ich einige Zeit mit dem FeedReader gearbeitet.

Auch wenn es ihn damals nur als Desktoplösung gab, war ich mit ihm sehr zufrieden. Ich hatte damals einige 100 RSS-Feeds abonniert, die sich dort sehr übersichtlich organisieren ließen. Nur die Tatsache, dass ich damit an einen Computer gebunden war, störte und bewog mich zum Wechsel. Nun gibt es den FeedReader auch online und ich habe ihn kurz für diesen Beitrag getestet. Dabei hatte ich das Problem, dass alle Feeds in einen Stream wandern und sich nicht sortieren lassen. Es kann durchaus sein, dass ich mich nur dumm angestellt habe, aber in diesem Fall wären ein paar Hinweise praktisch gewesen.

Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch noch jede Menge anderer Angebote, ich nenne hier nur beispielhaft Netvibes und Bloglines. Ich selbst arbeite aber mit dem Google Reader und das nun schon seit etlichen Jahren. Klar ist das Tool mittlerweile fix in das Google-Imperium integriert, aber es ist nach wie vor angenehm, damit eine große Zahl an Feeds zu verwalten und nicht den Überblick zu verlieren.

Dafür sorgen Labels und Tags, die Google im Reader zur Verfügung stellt. Im Unterschied zur Ordnerstruktur und ähnlich wie in Gmail kann ein Feed mit mehreren Labels versehen werden. Noch mehr ins Detail kann man mit den Tags gehen, aber ich nutze sie nicht, da ich interessante Artikel mit Hilfe von Social Bookmarks abspeichere und sie dann im Reader nicht mehr finden muss.

Außerdem lässt sich mit Hilfe des Google Reader auch herausfinden, wie viele UserInnen einen Feed abonniert haben. Über „Details und Statistiken anzeigen“ erhalten Sie eine grafische Darstellung, die zeigt, wie viele Beiträge über diesen Feed veröffentlicht werden und wie viele Abonnenten der Feed hat.

Wenn Sie eine große Zahl Feeds im Google Reader verwalten, werden Sie recht schnell merken, dass Sie sich in einer Textwüste bewegen. Dagegen können Sie aber etwas tun, denn für den Google Reader gibt es verschiedene Zusatztools, mit deren Hilfe sich die abonnierten Seiten sehr komfortabel und visuell aufbereitet lesen lassen. Ich verwende dafür Feedly, das einerseits eine Erweiterung für den Chrome Browser anbietet, aber auch eine App für iPhone und iPad anbietet.


Hunderte von Artikeln im Google Reader zu lesen ermüdet einen schnell. Deshalb schätze ich das Angebot von Feedly und lese meine Feeds sehr gerne auf dem iPad. Aber das ist lediglich meine ganz subjektive Meinung dazu, es gibt natürlich noch zahllose andere Möglichkeiten, die eigenen Feeds zu organisieren. Wichtig ist es in meinen Augen, dass Sie die RSS-Feeds so organisieren, dass Sie sie gerne anschauen und damit auch arbeiten wollen. Mir hilft da die visuelle Aufbereitung enorm, aber das kann bei Ihnen natürlich ganz anders sein.

Im nächsten Teil dieser Serie geht es dann um Social Bookmarking. Wenn Sie noch Fragen zu den RSS-Feeds haben, stellen Sie sie doch bitte in Form eines Kommentars oder gerne auch per Mail oder irgendeinem anderen Kanal. ;-)

Bisher erschienen:

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Social Bookmarking: mehr als nur einfach Websites abspeichern

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Wenn Sie auf diesen Screenshot klicken, dann sehen Sie, wie andere UserInnen Delicious nutzen, den weltweit größten Social Bookmarking-Anbieter (weitere empfehlenswerte Anbieter: Mister Wong, Diigo). Es ist eine rein zufällig entstandene Momentaufnahme, die aber trotzdem typisch ist, wenn es um die Verwendung der Tags geht. Meist wird nur ein Tag verwendet, selten fügt jemand gar kein Schlagwort zur abgespeicherten Seite, gelegentlich sind es aber auch einige mehr.

Wir alle finden immer wieder Seiten im World Wide Web, die für uns wichtige Informationen enthalten und die wir daher bei Bedarf wieder anzusteuern beabsichtigen. Bei den meisten UserInnen kommt diese Seite dann zu den Favoriten oder Lesezeichen, was bedeutet, dass der Link zu dieser Seite lokal abgespeichert wird und wenn gewünscht, wieder besucht werden kann. Dass diesem System Grenzen gesetzt sind, wissen all diejenigen, die 50 und mehr Seiten in ihrer Linkliste gesammelt haben und irgendwann einmal feststellen, dass sie die gesuchte Seite nicht mehr finden können.

Social Bookmarks sind hier eine große Hilfe, weil sie ohne die Einschränkungen der Ordnerstruktur auskommen und auf Tags setzen, was allerdings voraussetzt, dass man jede Seite auch mit Schlagworten versieht. Tut man das nicht, hat man zwar immer noch den Vorteil, dass man auf seine abgespeicherten Seiten von überall zugreifen kann und auch von den Suchergebnissen anderer profitieren kann, aber letzten Endes nutzt man ohne Tags das Potenzial von Delicious & Co nicht wirklich aus (siehe dazu den Beitrag von Annette Schwindt und ein früheres Blogpost von mir).

Was man mit Social Bookmarking alles machen kann, zeigt das Blogpost „How to Use Delicious: The King of Social Bookmarking“ von Kristi Hines. Sicher der wichtigste und ja bereits angesprochene Punkt ist das Abspeichern und Verwalten von interessanten Websites. Wahrscheinlich passiert es nicht nur mir, dass ich auf einen interessanten Artikel oder einen witzigen Tweet stoße, für den ich zwar jetzt gerade keine Verwendung habe, aber vielleicht später für einen eigenen Beitrag oder eine Präsentation benötigen könnte. Zumindest bei mir kommt da im Laufe des Tages einiges zusammen, weshalb ich es mir angewöhnt habe, möglichst viele Schlagworte zu verwenden, um die Seite über die Schlagwortsuche wieder finden zu können. Natürlich erinnert man sich an eine gestern entdeckte Seite, aber die Fundstücke des letzten Monats etwa sind schon lange aus dem eigenen Gedächtnisspeicher gelöscht.

Nun kann es sein, dass ich eine Seite finde, die ich nicht nur einfach mal auf Verdacht abspeichere, sondern die ich z.B. für eine Präsentation benötige. Das heißt, mit dieser Seite ist gleich ein konkreter Handlungsschritt verbunden. Um nicht zu vergessen, wofür man die Seite eigentlich abgespeichert hat, verwendet Hines action tags:

„For example, you can use tags such as ‚actionbusinesscard‘ to save a page on a great business card design service that you want to use to redesign your business cards, ‚actionlinkedin‘ for posts on LinkedIn tips and marketing, or ‚actionfacebookpage‘ to save a great post on how to create fan-only Facebook content,“

schreibt sie. Das heißt, ich kann sofort erkennen, wofür ich eine Seite abgespeichert habe. Nach Erledigung kann ich den action tag entfernen, die restlichen werden bleiben, so ich die Seite weiter abspeichern möchte.

Ihren dritten Vorschlag, das company sharing, finde ich zwar grundsätzlich gut, aber dabei auf einen gemeinsamen Account zu setzen, erscheint mir wenig praktikabel. Erstens bedeutet das, dass ich als MitarbeiterIn unter Umständen permanent zwischen meinem eigenen und dem Unternehmens-Account wechseln muss, was mühsam ist. Zweitens kann ich bei einem gemeinsam geführten Account nicht erkennen, wer die Seite abgespeichert hat. Etwaige Fragen kann ich dann nicht loswerden, weil ich nicht weiß, wer die Seite abgespeichert hat. Insofern macht es für mich mehr Sinn, ein gemeinsames Schlagwort zu vereinbaren (z.B. den Firmennamen), über das ich genauso die abgespeicherten Seiten der KollegInnen finden kann.

Die Idee, Backlink Recording mit Hilfe von Social Bookmarks durchzuführen, ist für mich neu, aber das, was Hines schreibt, leuchtet mir durchaus ein:

„With Delicious, you can simply bookmark a page you requested a link from and tag it by topic, quality or type for future reference. So if you’re making a comment on a .edu blog about pets, your tags would be edu pets blogcomment, and the next time you need to look for one of those three elements for another link, they would be right in your Delicious bookmarks.“

Nach einiger Zeit habe ich einen Überblick darüber, welche Seite in welchem thematischen Zusammenhang besonders interessant sind und kann sie dank der vergebenen Schlagworte leichter identifizieren.

Auch die Idee, die Social Networking Profile auf diese Weise nicht zu vergessen, indem ich jedes dieser Profile mit dem Schlagwort“socialprofile“ versehe, ist hilfreich, denn ich muss gestehen: es gibt eine Vielzahl von Plattformen, auf denen ich mich mal angemeldet habe, die ich aber im Laufe der Zeit einfach vergessen habe.

In eine ähnliche Richtung geht Hines mit der Idee, Seiten, in denen man selbst erwähnt wird, auf diese Weise zu sammeln. Hines spricht in diesem Zusammenhang von Social Mentions und verweist dabei auf ein höchst lesenswertes Blogpost von Ari Herzog, der darin erklärt, warum nicht so sehr er selbst, sondern vor allem andere davon profitieren. Bedenkenswert!

Denkt man diese Punkte weiter, dann fällt einem recht schnell ein, mit Hilfe von Social Bookmarks eine Art Portfolio zu erstellen, so wie das auch Kristi Hines gemacht hat. Auf diese Weise haben wir übrigens auch alle Beiträge, Fotos, Videos, etc. der stART10 gesammelt. Die auf Flavors.me gesammelten Feeds werden mit Hilfe von Delicious „bespielt“. Wie Sie aus einem Schlagwort oder einer Kombination von Schlagworten einen Feed kreieren, das hat Annette Schwindt in dem schon erwähnten Beitrag beschrieben.

Sie sehen also, Social Bookmarking ist weit mehr als der einfache Ersatz des Lesezeichen in Ihrem Browser. Wahrscheinlich gibt es noch jede Menge weitere Ideen. Wenn Sie eine haben, freue ich mich über Ihren Kommentar.

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Ordnung in die Ordnerstruktur bringen

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© Paul-Georg Meister; Pixelio

Als ich noch Outlook als Emailprogramm verwendete, bestand für mich die große Herausforderung darin, die Übersicht im Posteingang nicht zu verlieren. Mein Wunsch war es, meinen Posteingang so aussehen zu lassen wie auf dem Foto. Ich versuchte es mit einer ausgeklügelten Ordnerstruktur, musste aber immer wieder feststellen, dass das gar nicht so einfach ist. Als ich gestern auf dem helpworx-Blog den Beitrag „Tipps zur Optimierung Ihrer Verzeichnisstruktur“ (Update: das Blog gibt es leider nicht mehr) las, wusste ich auch warum. Meine Ordnerstruktur war eher unsystematisch angelegt und deshalb konnte das gar nicht gutgehen.

Was aber muss man machen, um mit den eigenen Verzeichnissen auch arbeiten zu können? Thorsten Abeln gibt folgende Tipps:

  • Gliedern Sie nach Herkunft, nicht nach Thema„: Das war bereits mein erster Fehler, ich habe teilweise nach Sachthemen geordnet. Abeln empfiehlt stattdessen, im ersten Schritt die Entstehungszusammenhänge zu berücksichtigen. In einer projektorientierten Organisation könne man beispielweise mit dem Kunden beginnen und auf der zweiten Ebene die Projektnummer verwenden.
  • Lassen Sie Ihre Organisationsstruktur außen vor„: Sich an Funktionsbezeichnungen zu orientieren, führt sehr schnell zu Problemen, weil die Inhalte von Bereich zu Bereich wandern können. Stattdessen rät Abeln, eine Struktur zuschaffen, die sich an den Projektphasen, also z.B. Entwicklung, Umsetzung, Steuerung orientiert.
  • Werden Sie erst ab Ebene 3 inhaltlich„: Erst hier geht es um die Sachthemen. Abelns Ratschlag: Verzeichnisnamen finden, die sich auf alle Projekt anwenden lassen. Ein Beispiel bringt er in seinem Beitrag.

Seine beiden weiteren Tipps:

  • „Geben Sie die ersten drei Ebenen verbindlich vor“
  • „Legen Sie Verantwortlichkeiten fest“

Klar, dass das nicht nur für den Posteingang gilt, wo ich übrigens mittlerweile mit Tags arbeite, sondern für alle hierarchisch angelegten Ordnerstrukturen. Und davon haben wir ja einige, oder?

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Eine Idee hätte ich schon, aber…

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Sie kennen das sicher selbst. Sie haben eine Idee und würden jetzt einen kreativen Schub benötigen, um das Ding auf Schiene zu bringen. Und was passiert? Uns fällt zwar ganz viel ein, aber das sind dann eher Punkte, die uns davon abhalten, unsere Idee umzusetzen.

Ein Glück, dass es Hugh MacLeod gibt. Er hat sich bereits 2004 als „cartoonist and professional blogger“ bezeichnet. Cartoons zu zeichnen, ist nun nicht besonders ungewöhnlich, aber ein Blog zu betreiben, in dem sich Text und Cartoons ergänzen und das man deshalb nicht nur gerne liest, sondern auch anschaut, das ist eher selten. Auf seinem Blog gapingvoid können Sie sehen, was ich meine.

Auch sein Beitrag „How To Be Creative“ stammt aus dem Jahr 2004. MacLeod gibt darin nicht weniger als 36 Tipps, wie wir es schaffen, unsere Ideen umzusetzen.

Drei davon möchte ich herausgreifen und Ihnen als Motto für den heutigen Tag mitgeben:

  1. Everyone is born creative; everyone is given a box of crayons in kindergarten.
  2. Everybody has their own private Mount Everest they were put on this earth to climb
  3. Power is never given. Power is taken

Aber auch die restlichen Tipps sind bedenkenswert und vor allem: MacLeod hat sie mit einem Augenzwinkern verfasst. Noch witziger sind aber die Cartoons, die er zu jedem Tipp gemalt hat. Wetten, dass Ihre nächste Idee ein voller Erfolg wird?