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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil IV)

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Im letzten, dem dritten Teil dieser kleinen Serie über die Arbeit mit RSS und Social Bookmarks habe ich Ihnen verschiedene Social Bookmarking-Tools vorgestellt, um Ihnen zu zeigen, dass das Spektrum hier recht weit ist und Sie sich vor einer Entscheidung die verschiedenen Angebote einfach mal anschauen sollten. Auch ich lerne auf diese Weise immer wieder dazu. Als ich in einem Posting auf der Facebookseite der stARTconference nach solchen Tools fragte, taucht dort der Name „Evernote“ einige Male auf. Ich habe dieses Angebot bis jetzt eher sporadisch genutzt und es daher gleich ausprobiert. Evernote funktioniert wunderbar und hat sogar den Vorteil, dass sich die einzelnen Seiten lokal abspeichern lassen und damit auch offline zur Verfügung stehen. Das kann Diigo zwar auch, allerdings nur in der kostenpflichtigen Premiumvariante. Für die habe ich mich vor längerer Zeit entschieden, weil ich Diigo in meinen Workflow eingebaut habe und mir das Tool hilft, wertvolle Zeit zu sparen. Wie gehe ich dabei vor? Finde ich einen interessanten Artikel, erfasse ich ihn mit Hilfe von Diigo, wobei ich in allen Browsern die jeweiligen Erweiterungen verwende. Jeden abgespeicherten Beitrag versehe ich mit möglichst vielen Schlagworten, denn nur mit deren Hilfe habe ich eine Chance, ihn jemals wiederzufinden. Anfangs erinnert man sich noch an einzelne Beiträge, aber bei mehr als 1.000 gespeicherten Beiträgen funktioniert das später nicht mehr. Außerdem vergebe ich immer noch ein Schlagwort für das Format der jeweiligen Seite. Um nicht den Überblick zu verlieren, stelle ich dafür immer ein =-Zeichen voran. =video ist also der Hinweis, dass es sich dabei um ein Video handelt, =studie kennzeichnet eine Studie und =artikel einen Artikel. Die Schlagworte lassen sich aber auch noch für andere Zwecke einsetzen, etwa um gleich die nächsten Arbeitsschritte aufzulisten. Einige Tipps dazu finden Sie in meinem Blogpost „Social Bookmarking: mehr als nur einfach Websites abspeichern„.

Fünf Schlagworte pro gespeicherter Website

Mein Ziel ist es, jede so erfasste Seite mit fünf Schlagworten zu versehen. Manchmal fallen mir dazu mehr Schlagworte ein, gelegentlich sind es weniger. Nicht erlaubt ist es aber, gar kein Schlagwort zu vergeben, denn die Seiten werden auf der Social Bookmarking-Plattformen chronologisch aufgelistet und ich habe so keine Chance, diese Seite jemals wieder aufzuspüren. So gesehen kann ich mir das Abspeichern dann auch gleich ganz sparen. Bei der späteren Suche versuche ich mich nicht an einzelne Seiten zu erinnern, sondern ich arbeite mit den Schlagworten. Auf allen Social Bookmarking-Plattformen lassen sich beliebig viele Schlagworte kombinieren, das heißt, wenn mein erstes Schlagwort „Projektmanagement“ lautet und ich 547 Seiten aufgelistet bekomme, dann hilft mir das noch nicht wirklich weiter. Kombiniere ich es aber mit „Software“, zeigt mir Diigo nur noch 45 Treffer an und wenn ich noch mehr ins Detail gehen möchte, könnte ich die beiden Schlagworte vielleicht noch mit „opensource“ oder „agil“ ergänzen und hätte dann nur noch eine Handvoll Suchergebnisse. Findet sich bei einer der Seiten noch das Schlagwort =artikel, dann erkenne ich sofort, dass es sich um einen Bericht über diese Software handelt. Wer so arbeitet, kann dafür fast alle Social Bookmarking-Angebote nutzen. Für Diigo habe ich mich aus einem anderen Grund entschieden: Ich kann dort nämlich gleich auf der Website Textstellen markieren und, so gewünscht, mit Notizen versehen. Das alles entweder privat oder öffentlich, je nachdem, ob ich mich alleine mit einem Thema beschäftige oder mit anderen gemeinsam. Ich nutze diese Funktion meist für mich alleine und gewinne dadurch enorm viel Zeit. Gleich beim ersten Mal markiere ich die wichtigsten Stellen und erfasse beim zweiten Besuch der Website sofort, worum es geht und welches die wichtigen Passagen sind. Dieses Feature möchte ich, da ich viel mit Texten arbeite, nicht mehr missen und bin daher ein vehementer Befürworter von Social Bookmarking. Ich bin mir sicher, es gibt auch andere Möglichkeiten, mit Texten zu arbeiten, deshalb würde ich Sie bitten, Ihre „Rezepte“ in einem Kommentar zu verraten. Nur so können wir voneinander lernen und uns dabei unterstützen, sorgsam mit unserer wertvollen Zeit umzugehen. Ich würde mir wünschen, dass RSS und Social Bookmarking wesentlich häufiger genutzt werden. Unabhängig von der Frage, ob jemand im Social Web aktiv ist oder nicht: Der professionelle Umgang mit dynamischen und statischen Lesezeichen hilft uns, Zeit zu sparen und von den vielen Informationen und dem Wissen, das wir im Internet antreffen, profitieren zu können. Mehr zu diesem Thema:
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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil III)

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Wie Sie mit Hilfe von RSS-Feeds schnell erkennen, ob auf einer Website neue Beiträge dazugekommen sind, habe ich Ihnen in den ersten beiden Teilen dieser Serie gezeigt. Auf den von Ihnen abonnierten Seiten werden Sie vermutlich immer wieder auf Beiträge stoßen, die Sie interessieren und später wiederfinden möchten. Dafür bieten Ihnen die Browser die Möglichkeit, die Seite in einen Ordner zu geben und abzuspeichern. Falls Sie nur mit diesem einen Computer arbeiten und nicht allzu viele Seiten abspeichern, ist dieses Angebot vermutlich ausreichend. Aber nehmen wir an, Sie möchten von einem anderen Computer auf Ihre Lesezeichen zugreifen. Oder Sie können sich nicht entscheiden, in welchem Ordner Sie eine Seite abspeichern. So etwas hemmt den Arbeitsfluss, wenn Sie zwar wissen, dass Sie auf einem anderen PC eine ganz wichtige Seite abgespeichert haben. Nur leider können Sie darauf im Moment nicht zugreifen. Zeit wird es auch kosten, wenn Sie erst verschiedene Ordner durchsuchen müssen, weil Sie nicht mehr wissen, wo sich die Seite versteckt. Und noch etwas kann Ihnen passieren: Sie benötigen Informationen zu einem Thema und haben aber bis jetzt noch keine passende Website gefunden. Wie hilfreich wäre es nun, auf das Wissen anderer UserInnen zugreifen zu können. Mit Hilfe von Social Bookmarking-Plattformen können Sie alle diese Probleme lösen. Sie speichern die Seiten online ab und sind nicht an Browser oder Computer gebunden. Sie müssen sich nicht mehr auf einen Ordner festlegen, sondern können beliebig viele Schlagworte vergeben. Und Sie können auch auf abgespeicherte Seiten anderer UserInnen zugreifen. Die folgende Grafik macht noch einmal die Unterschiede deutlich: Die meisten von Ihnen werden von Social Bookmarking-Plattformen profitieren, zumal Sie dort auch die Möglichkeit haben, Ihre Seiten privat abzuspeichern. Schließlich müssen nicht alle wissen, welche Reiseziele und Hotels Sie sich für den nächsten Urlaub herausgesucht haben.

Welche Social Bookmarking-Plattform ist die beste?

Wir alle nutzen das Internet vermutlich sehr unterschiedlich und haben daher auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Für die einen ist das einfach ein Arbeitsinstrument, um Seiten abzuspeichern und nach bestimmten Kriterien wiederfinden zu können. Das genügt mir, während andere ihre gefundenen Seiten gerne noch weiterempfehlen. Dafür ist dann zum Beispiel StumbleUpon geeignet, eine vor allem im angelsächsischen Raum beliebte Plattform. Wenn Sie sich das folgende kurze Video anschauen, werden Sie sehen, hier steht vor allem das Finden, das Entdecken von Inhalten im Vordergrund. Digg hingegen ist eher eine Bewertungsplattform für Inhalte im Netz. Hier spielt es eine wichtige Rolle, wie andere meine Fundstücke bewerten. Es gibt natürlich jede Menge an Angeboten, mit deren Hilfe sich Inhalte aus dem Netz sammeln lassen. Etwa mit Evernote oder Clipboard oder wie die Tools alle heißen. Aber letzten Endes muss ich das Tool finden, das meinen Arbeitsfluss optimal unterstützt und mir eine wirkliche Hilfe ist. Für mich sind das Delicious und Diigo. Delicious ist die vermutlich älteste Plattform, die aber in den letzten Jahren ziemlich geschwächelt hat. Erst seitdem die Seite nicht mehr Yahoo gehört und sich wieder auf das reine Social Bookmarking beschränkt, ist sie wieder uneingeschränkt zu empfehlen. Mein persönlicher Favorit ist Diigo. Die Betreiber dieses Social Bookmarking-Dienstes haben das Tool in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und bieten Features an, für die ich sogar bereit bin, Geld auszugeben. Welche das sind und wie ich Diigo nutze, erfahren Sie dann im nächsten und letzten Teil dieser Serie. Ein Wort möchte ich noch zu Mister Wong verlieren. Ich nutze diese deutschsprachige Plattform schon sehr lange und habe das Angebot immer sehr gerne in Anspruch genommen. Seit einiger Zeit hat sich die Usability in meinen Augen aber stark verschlechtert. Leider kann ich nur noch sehr eingeschränkt auf die Links der anderen UserInnen zugreifen. Auf eine Anfrage via Twitter erhielt ich keine Antwort. Der Grund könnte sein, dass die Besitzer Mister Wong nicht mehr kostenlos anbieten wollen. Auf der .com-Seite findet sich bereits eine Preisliste, nach der ich erst mit einem Plus-Account Zugriff auf die Bookmarks aller UserInnen habe. Gut möglich, dass es Mister Wong auch bei uns schon bald nicht mehr kostenlos gibt. Ich kritisiere das grundsätzlich nicht, schließlich bin ich bei Diigo zahlender Kunde. Aber im Moment bin ich mit der Leistung einfach unzufrieden, würde mir aber wünschen, dass uns die Plattform weiter erhalten bleibt. Dann wäre da noch Oneview. Die deutschsprachige Plattform ging bereits 1998 online und gehört somit zu den Pionieren in Sachen Social Bookmarking. Leider ist die Seite aber offline und auch auf den Twitter- und Facebookprofilen gab es 2013 noch keine Aktivitäten. Selbst wenn es sich nur um eine vorübergehende Pause handelt, ist mir das für meine Bookmarks doch zu gefährlich. Ich weiß, warum ich nicht nur bei einem Anbieter bin. ;-)
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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil II)

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This work is free software; it is licensed under Mozilla’s MPL / GPL / LGPL tri-license. Im ersten Teil dieser kleinen Serie „Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking“ habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie auf einer Website den RSS-Feed finden. Es kann natürlich sein, dass eine Seite gar keinen RSS-Feed anbietet, dann haben wir Pech gehabt. Die Seite aber vermutlich auch, denn ihr entgehen auf diese Weise vermutlich etliche LeserInnen. Ich bin einer davon, denn um auf jeder einzelnen Seite nach neuen Artikeln zu suchen, dafür fehlt mir die Zeit. Gut, nehmen wir also an, wir haben den RSS-Feed einer Seite gefunden. Wie geht es nun weiter, schließlich habe ich im ersten Teil geschrieben, dass wir damit eine Seite abonnieren können. Für dieses Abonnement benötigen wir einen Feedreader, ein Programm „zum Einlesen und Anzeigen von News Feeds“, wie es auf Wikipedia heißt. Feedreader gibt es jede Menge, die Frage ist, für welchen man sich entscheidet? Nutzen Sie Microsoft Outlook, dann können Sie Ihre RSS-Feeds damit verwalten und lesen. Haben Sie Outlook lediglich auf Ihrem Rechner installiert, können Sie nur von dort auf Ihre Feeds zugreifen. So ganz neu dürfte das Thema in einem solchen Fall aber nicht für Sie sein, schließlich haben Sie schon mit Ihren Mails das gleiche Problem lösen müssen. Eine weitere Möglichkeit ist das Abspeichern der News Feeds mit Hilfe Ihres Browsers. Wie das zum Beispiel im Firefox-Browser funktioniert, erklärt dieser Blogbeitrag leicht verständlich und ausführlich. Ähnliche Anleitungen gibt es auch für den Internet Explorer und Google Chrome. Bei letzterem kommt man aber nicht umhin, dafür eine Erweiterung zu installieren. Zumindest kenne ich keine sinnvolle Lösung ohne ein Zusatztool. Ganz praktisch scheint die Erweiterung „RSS Feed Reader“ zu sein, die man kostenlos im Chrome Web Store downloaden kann. Ich habe aber damit keine praktischen Erfahrungen gemacht, der Download und ein Kurztest verliefen ohne Probleme. Solche Erweiterungen gibt es natürlich auch für den Internet Explorer und Firefox. Das Sage Add-on habe ich jahrelang verwendet, vor allem bei der Suche nach gut versteckten Feeds leistet es wertvolle Hilfe. So praktisch diese Tools auch sein mögen, sie alle haben den Nachteil, dass man meist an einen Computer und einen Browser gebunden ist. Da ich von verschiedenen Geräten auf meine Feeds zugreife, habe ich mich für ein Online-Angebot entschieden. Schon vor Jahren habe ich einige Zeit mit dem FeedReader gearbeitet. Auch wenn es ihn damals nur als Desktoplösung gab, war ich mit ihm sehr zufrieden. Ich hatte damals einige 100 RSS-Feeds abonniert, die sich dort sehr übersichtlich organisieren ließen. Nur die Tatsache, dass ich damit an einen Computer gebunden war, störte und bewog mich zum Wechsel. Nun gibt es den FeedReader auch online und ich habe ihn kurz für diesen Beitrag getestet. Dabei hatte ich das Problem, dass alle Feeds in einen Stream wandern und sich nicht sortieren lassen. Es kann durchaus sein, dass ich mich nur dumm angestellt habe, aber in diesem Fall wären ein paar Hinweise praktisch gewesen. Darüber hinaus gibt es aber natürlich auch noch jede Menge anderer Angebote, ich nenne hier nur beispielhaft Netvibes und Bloglines. Ich selbst arbeite aber mit dem Google Reader und das nun schon seit etlichen Jahren. Klar ist das Tool mittlerweile fix in das Google-Imperium integriert, aber es ist nach wie vor angenehm, damit eine große Zahl an Feeds zu verwalten und nicht den Überblick zu verlieren. Dafür sorgen Labels und Tags, die Google im Reader zur Verfügung stellt. Im Unterschied zur Ordnerstruktur und ähnlich wie in Gmail kann ein Feed mit mehreren Labels versehen werden. Noch mehr ins Detail kann man mit den Tags gehen, aber ich nutze sie nicht, da ich interessante Artikel mit Hilfe von Social Bookmarks abspeichere und sie dann im Reader nicht mehr finden muss. Außerdem lässt sich mit Hilfe des Google Reader auch herausfinden, wie viele UserInnen einen Feed abonniert haben. Über „Details und Statistiken anzeigen“ erhalten Sie eine grafische Darstellung, die zeigt, wie viele Beiträge über diesen Feed veröffentlicht werden und wie viele Abonnenten der Feed hat. Wenn Sie eine große Zahl Feeds im Google Reader verwalten, werden Sie recht schnell merken, dass Sie sich in einer Textwüste bewegen. Dagegen können Sie aber etwas tun, denn für den Google Reader gibt es verschiedene Zusatztools, mit deren Hilfe sich die abonnierten Seiten sehr komfortabel und visuell aufbereitet lesen lassen. Ich verwende dafür Feedly, das einerseits eine Erweiterung für den Chrome Browser anbietet, aber auch eine App für iPhone und iPad anbietet. Hunderte von Artikeln im Google Reader zu lesen ermüdet einen schnell. Deshalb schätze ich das Angebot von Feedly und lese meine Feeds sehr gerne auf dem iPad. Aber das ist lediglich meine ganz subjektive Meinung dazu, es gibt natürlich noch zahllose andere Möglichkeiten, die eigenen Feeds zu organisieren. Wichtig ist es in meinen Augen, dass Sie die RSS-Feeds so organisieren, dass Sie sie gerne anschauen und damit auch arbeiten wollen. Mir hilft da die visuelle Aufbereitung enorm, aber das kann bei Ihnen natürlich ganz anders sein. Im nächsten Teil dieser Serie geht es dann um Social Bookmarking. Wenn Sie noch Fragen zu den RSS-Feeds haben, stellen Sie sie doch bitte in Form eines Kommentars oder gerne auch per Mail oder irgendeinem anderen Kanal. ;-) Bisher erschienen:
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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil I)

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This work is free software; it is licensed under Mozilla’s MPL / GPL / LGPL tri-license. Vor einigen Tagen listete Dominik Ruisinger in einem Blogbeitrag fünf Tools auf, die seiner Ansicht nach 2013 auf dem Social Media-Friedhof landen werden. In dieser Liste taucht auch das Social Bookmarking-Dienste auf, von dem er schreibt:
„Vom Gefühl her ist das Social Bookmarking generell praktisch tot, da dies in andere Tools immer stärker integriert wird.“
So ganz falsch liegt er da vermutlich nicht, interessant war aber die sich anschließende Diskussion, deren Ergebnis zusammengefasst war, dass die Heavy-UserInnen diese Dienste zwar in Anspruch nehmen, alle anderen wissen aber meist gar nicht, was das ist. Auch in meinen Seminaren und Workshops stelle ich fest, dass praktisch niemand damit arbeitet. Die Schlussfolgerung aus dieser Diskussion lautete: wir sollten mehr über die Vorteile von Social Bookmarking aufklären. Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Sehr oft höre ich die Klage, man würde ja gerne Social Media nutzen, hätte aber keine Zeit dafür. Das mag sein, aber ich denke, wer Social Bookmarking-Dienste in Kombination mit RSS-Feeds verwendet, spart sich dadurch viel Zeit und könnte die dann für andere Social Media-Aktivitäten nutzen. Ich möchte Ihnen in einer kleinen Serie gerne zeigen, wie ich die beiden Instrumente dafür nutze, den Überblick über die vielen Informationen, die mir das Internet bietet, nicht zu verlieren und mit den Inhalten auch arbeiten zu können. Konkret bedeutet das: Mit Hilfe von RSS-Feeds informiere ich mich darüber, ob auf einer Seite neue Inhalte dazu gekommen sind und die Social Bookmarking-Dienste erlauben es mir, einzelne Artikel abzuspeichern und später wiederzufinden.

Wie finde ich den RSS-Feed?

RSS steht für Really Simple Syndication, wie der Wikipedia-Eintrag erläutert und stellt so eine Art Nachrichtenticker dar. Indem ich den RSS-Feed einer Seite abonniere, muss ich nicht mehr extra auf diese Seite gehen, um herauszufinden, ob dort neue Inhalte online gestellt worden sind. Viele Seiten verfügen mittlerweile über dieses äußerst praktische Angebot, das bei Seiten mit vielen Inhalten, aber auch bei Seiten, auf denen nur gelegentlich etwas veröffentlicht wird, Sinn macht. Während ich etwa bei den Online-Ausgaben der Zeitungen die Möglichkeit habe, die einzelnen Bereiche wie Kultur, Wirtschaft, etc. zu abonnieren und mich so auf das konzentrieren kann, was mich wirklich interessiert, hilft mir der RSS-Feed bei kleinen Seiten, auf einen neu erschienenen Beitrag aufmerksam zu werden. Ansonsten würden ich diese Seite wohl vergessen, wenn nach dem dritten Besuch immer noch kein neuer Content angeboten wird. Stellen Sie sich vor, was es Sie an Zeit kostet, wenn Sie viele Seiten haben, die Sie regelmäßig besuchen und dort nur alle paar Wochen oder gar Monate fündig werden. Der Zeitverlust mag sich bei einer einzelnen Seite in Grenzen halten, aber wenn es mal mehr als 20 Seiten sind, belastet das vermutlich Ihr Zeitbudget. Hinzu kommt: Es macht keinen Spaß, ständig festzustellen, dass man eine Seite umsonst besucht hat. Da es in diesem Fall darum geht, über neue und damit wechselnde Inhalte informiert zu werden, spricht man in diesem Fall von dynamischen Lesezeichen. Wie können Sie nun einzelne Seiten abonnieren, um auf diese Weise über neue Inhalte informiert zu werden? In einem ersten Schritt müssen Sie herausfinden, ob die Seite überhaupt einen RSS-Feed anbietet. Häufig finden Sie auf einer Seite ein orangefarbiges Icon wie zum Beispiel auf dieser Seite hier. Sehr oft ist dieses Icon aber leider nicht zu finden. Und wenn es ansonsten auch keinen Hinweis auf den RSS-Feed gibt, dann wird es schwierig. Vorausgesetzt, es gibt überhaupt einen Feed. :-( Das finden Sie aber mit Hilfe Ihres Browsers raus, je nachdem, welchen Browser Sie verwenden, mit oder ohne Addon. Chrome Mit diesem Browser arbeite ich sehr oft und sehr gerne. Um an die RSS-Feeds zu kommen, verwende ich den Feed Finder „Slick RSS. Wenn man die kleine App installiert, bekommt man in der Adresszeile wieder das kleine orangefarbene Icon angezeigt. Das sieht dann so aus: Im Firefox-Browser finden Sie das Icon in der Symbolleiste, allerdings ist es schwarz und nicht orange. Wenn Sie daraufklicken, öffnet sich im Menüfenster das Angebot an RSS-Feeds. Sollten Sie das Icon nicht finden, müssen Sie es erst in die Symbolleiste ziehen. Über <Ansicht> <Symbolleisten> und <Anpassen> gelangen Sie zu einer Sammlung verschiedener Icons und ziehen dann das RSS-Symbol mit der gdrückten linken Maustaste in Ihre Symbolleiste. Fertig. Bleibt noch der Internet Explorer 9 von Microsoft: In der Befehlleiste finden Sie wieder unser altbekanntes Icon. Was passiert, wenn Sie es anklicken, zeigt der Screenshot. Falls Sie die Befehlleiste nicht sehen, müssen Sie sie über die Menüleiste aktivieren (<Ansicht> <Symbolleisten>). Wenn die auch nicht zu sehen sein sollte, reicht es die ALT-Taste zu drücken. Auf diese Weise sollten Sie im Browser Ihrer Wahl eigentlich sämtliche RSS-Feeds aufspüren. Sie können sie so natürlich auch gleich abspeichern. Allerdings sind Sie dann immer an diesen Computer und den jeweiligen Browser gebunden. Natürlich lassen sich die Lesezeichen oder Favoriten mittlerweile synchronisieren, aber halt nur von Chrome zu Chrome, aber nicht von Chrome zu Firefox, also zwischen den verschiedenen Anbietern. Ich verwende deshalb einen Online-Feedreader, auf den ich von jedem Internet-fähigen Computer zugreifen kann. Wer immer nur an einem Arbeitsplatz sitzt und auch nicht mehrere Geräte nutzt, der wird vielleicht darauf verzichten. Für mich kommt das allerdings nicht in Frage, aber nachdem die Bedürfnisse sehr unterschiedlich sein können, möchte ich die Browser-Variante auch nicht völig ausschließen. Welche Online-Feedreader es gibt und welchen ich nutze, dazu mehr im nächsten Beitrag. Hier geht es zu „Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil II)
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Social Software: nicht immer geht es in die richtige Richtung

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Stellen Sie sich vor, Sie sollen eine wichtige Nachricht erhalten. Wenn man Sie fragt, ob diese Nachricht an Sie als Postkarte oder als Brief verschickt werden soll, werden Sie sich vermutlich für Variante 2 entscheiden. Nehmen wir außerdem an, dass die Nachricht so wichtig ist, dass sie niemand außer Ihnen lesen darf. Sie können die Nachricht irgendwo bei sich verstecken. Oder Sie zerschneiden die Nachricht und bringen jedes Wort an einem anderen Ort unter. In Punkto Sicherheit werden Sie sich vermutlich wieder für Variante 2 entscheiden. In einer ähnlichen Situation befand ich mich, als es darum ging, einen geeigneten Anbieter für Online-Speicherplatz zu finden. Nutzt man Dropbox, dann ist das, um auf das Beispiel zurückzukommen, jeweils die Variante 1. Handelt es sich nicht um große Geheimnisse, dann ist daran nichts auszusetzen. Sehr viel spannender war in meinen Augen allerdings die Idee von Wuala. Die Dateien werden verschlüsselt, bevor sie meinen Computer verlassen, dann zerlegt und auf die Computer der verschiedenen Wuala-Nutzer verteilt. Gespeichert werden sie also nicht auf dem Server des Anbieters, sondern in einem P2P-Netzwerk, an dem sich viele UserInnen beteiligt haben, weil sie auf diese Weise kostenlosen Speicherplatz bekommen konnten. Ich selbst fand diese Idee toll und habe in den letzten Monaten knapp 20GB Speicherplatz angesammelt. Nun hat Wuala das System umgestellt und speichert meine Daten auf einem zentralen Server ab. Begründet wird das mit dem enormen Aufwand und einem Systemwechsel. Ich finde diese Entwicklung bedauerlich, denn damit verliert Wuala sein Alleinstellungsmerkmal. Die Idee, Sicherheit über ein P2P-Netzwerk herzustellen, hat Charme und bei mir bis heute immer fehlerlos funktioniert. Ob ich Wuala weiterhin nutzen werde, weiß ich noch nicht, denn mit Bitcasa steht ein Anbieter in den Startlöchern, der ein ähnliches Verschlüsselungssystem verwendet und mir für monatlich 10 USD unbegrenzten Speicherplatz anbietet (siehe dazu: Bitcasa macht verschlüsselten Onlinespeicher sexy). Der Nachteil: deren Server stehen vermutlich in den USA. Da ist mir ein Server in der Schweiz schon lieber. Wuala zeigt, wie schnell man den Kredit bei seinen UserInnen verspielen kann, wenn man die in ihren Augen falsche Entscheidung trifft (siehe dazu die Forenkommentare). Aber der Eigentümer von Wuala, das französische Unternehmen LaCie, ist nicht alleine: auch Delicious hat sich durch den Relaunch in eine Richtung entwickelt, die es als Social-Bookmarking-Tool fast unbrauchbar macht. Eigentlich schade…
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Social Media: das Ende von Delicious

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Es gab eine Zeit, da gehörte Yahoo zu den Unternehmen, die das Internet prägten und eine dementsprechende Präsenz aufwiesen. Den Sprung in das Social Web haben sie aber nie geschafft. Um den Anschluss nicht zu verlieren, wurden Plattformen gekauft, die Fotoplattform Flickr zum Beispiel oder den Social Bookmarking-Dienst Delicious. Eine Weiterentwicklung von Delicious fand nie statt, im Unterschied zu Mister Wong oder Diigo. Nun wird Delicious sang- und klanglos dichtgemacht, vermeldet TechCrunch. Ich finde das schade, denn Delicious war nicht nur praktisch, sondern hatte wahrscheinlich auch die größte Verbreitung, d.h. die Chance, hier gute Seiten zu finden, war groß. Wer nur einen Social Bookmarking-Dienst benötigt, muss sich nun entscheiden. Ich persönlich nutze weiter Mister Wong und Diigo, weil beide ihre Vorteile haben. Mit Diigo kann man sehr gut arbeiten, vor allem die Möglichkeit, Text zu markieren und mit Kommentaren zu versehen, ist für mich Gold wert (Vorsicht, in der kostenlosen Basisversion ist dieses Feature eingeschränkt, d.h. man kann nur eine bestimmte Anzahl von Markierungen vornehmen). Aber auch die Entwicklung von Mister Wong ist interessant. Probieren Sie beide aus, Sie finden mich sowohl auf Mister-Wong als auch auf Diigo.
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Social Bookmarking: mehr als nur einfach Websites abspeichern

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Wenn Sie auf diesen Screenshot klicken, dann sehen Sie, wie andere UserInnen Delicious nutzen, den weltweit größten Social Bookmarking-Anbieter (weitere empfehlenswerte Anbieter: Mister Wong, Diigo). Es ist eine rein zufällig entstandene Momentaufnahme, die aber trotzdem typisch ist, wenn es um die Verwendung der Tags geht. Meist wird nur ein Tag verwendet, selten fügt jemand gar kein Schlagwort zur abgespeicherten Seite, gelegentlich sind es aber auch einige mehr. Wir alle finden immer wieder Seiten im World Wide Web, die für uns wichtige Informationen enthalten und die wir daher bei Bedarf wieder anzusteuern beabsichtigen. Bei den meisten UserInnen kommt diese Seite dann zu den Favoriten oder Lesezeichen, was bedeutet, dass der Link zu dieser Seite lokal abgespeichert wird und wenn gewünscht, wieder besucht werden kann. Dass diesem System Grenzen gesetzt sind, wissen all diejenigen, die 50 und mehr Seiten in ihrer Linkliste gesammelt haben und irgendwann einmal feststellen, dass sie die gesuchte Seite nicht mehr finden können. Social Bookmarks sind hier eine große Hilfe, weil sie ohne die Einschränkungen der Ordnerstruktur auskommen und auf Tags setzen, was allerdings voraussetzt, dass man jede Seite auch mit Schlagworten versieht. Tut man das nicht, hat man zwar immer noch den Vorteil, dass man auf seine abgespeicherten Seiten von überall zugreifen kann und auch von den Suchergebnissen anderer profitieren kann, aber letzten Endes nutzt man ohne Tags das Potenzial von Delicious & Co nicht wirklich aus (siehe dazu den Beitrag von Annette Schwindt und ein früheres Blogpost von mir). Was man mit Social Bookmarking alles machen kann, zeigt das Blogpost „How to Use Delicious: The King of Social Bookmarking“ von Kristi Hines. Sicher der wichtigste und ja bereits angesprochene Punkt ist das Abspeichern und Verwalten von interessanten Websites. Wahrscheinlich passiert es nicht nur mir, dass ich auf einen interessanten Artikel oder einen witzigen Tweet stoße, für den ich zwar jetzt gerade keine Verwendung habe, aber vielleicht später für einen eigenen Beitrag oder eine Präsentation benötigen könnte. Zumindest bei mir kommt da im Laufe des Tages einiges zusammen, weshalb ich es mir angewöhnt habe, möglichst viele Schlagworte zu verwenden, um die Seite über die Schlagwortsuche wieder finden zu können. Natürlich erinnert man sich an eine gestern entdeckte Seite, aber die Fundstücke des letzten Monats etwa sind schon lange aus dem eigenen Gedächtnisspeicher gelöscht. Nun kann es sein, dass ich eine Seite finde, die ich nicht nur einfach mal auf Verdacht abspeichere, sondern die ich z.B. für eine Präsentation benötige. Das heißt, mit dieser Seite ist gleich ein konkreter Handlungsschritt verbunden. Um nicht zu vergessen, wofür man die Seite eigentlich abgespeichert hat, verwendet Hines action tags:
„For example, you can use tags such as ‚actionbusinesscard‘ to save a page on a great business card design service that you want to use to redesign your business cards, ‚actionlinkedin‘ for posts on LinkedIn tips and marketing, or ‚actionfacebookpage‘ to save a great post on how to create fan-only Facebook content,“
schreibt sie. Das heißt, ich kann sofort erkennen, wofür ich eine Seite abgespeichert habe. Nach Erledigung kann ich den action tag entfernen, die restlichen werden bleiben, so ich die Seite weiter abspeichern möchte. Ihren dritten Vorschlag, das company sharing, finde ich zwar grundsätzlich gut, aber dabei auf einen gemeinsamen Account zu setzen, erscheint mir wenig praktikabel. Erstens bedeutet das, dass ich als MitarbeiterIn unter Umständen permanent zwischen meinem eigenen und dem Unternehmens-Account wechseln muss, was mühsam ist. Zweitens kann ich bei einem gemeinsam geführten Account nicht erkennen, wer die Seite abgespeichert hat. Etwaige Fragen kann ich dann nicht loswerden, weil ich nicht weiß, wer die Seite abgespeichert hat. Insofern macht es für mich mehr Sinn, ein gemeinsames Schlagwort zu vereinbaren (z.B. den Firmennamen), über das ich genauso die abgespeicherten Seiten der KollegInnen finden kann. Die Idee, Backlink Recording mit Hilfe von Social Bookmarks durchzuführen, ist für mich neu, aber das, was Hines schreibt, leuchtet mir durchaus ein:
„With Delicious, you can simply bookmark a page you requested a link from and tag it by topic, quality or type for future reference. So if you’re making a comment on a .edu blog about pets, your tags would be edu pets blogcomment, and the next time you need to look for one of those three elements for another link, they would be right in your Delicious bookmarks.“
Nach einiger Zeit habe ich einen Überblick darüber, welche Seite in welchem thematischen Zusammenhang besonders interessant sind und kann sie dank der vergebenen Schlagworte leichter identifizieren. Auch die Idee, die Social Networking Profile auf diese Weise nicht zu vergessen, indem ich jedes dieser Profile mit dem Schlagwort“socialprofile“ versehe, ist hilfreich, denn ich muss gestehen: es gibt eine Vielzahl von Plattformen, auf denen ich mich mal angemeldet habe, die ich aber im Laufe der Zeit einfach vergessen habe. In eine ähnliche Richtung geht Hines mit der Idee, Seiten, in denen man selbst erwähnt wird, auf diese Weise zu sammeln. Hines spricht in diesem Zusammenhang von Social Mentions und verweist dabei auf ein höchst lesenswertes Blogpost von Ari Herzog, der darin erklärt, warum nicht so sehr er selbst, sondern vor allem andere davon profitieren. Bedenkenswert! Denkt man diese Punkte weiter, dann fällt einem recht schnell ein, mit Hilfe von Social Bookmarks eine Art Portfolio zu erstellen, so wie das auch Kristi Hines gemacht hat. Auf diese Weise haben wir übrigens auch alle Beiträge, Fotos, Videos, etc. der stART10 gesammelt. Die auf Flavors.me gesammelten Feeds werden mit Hilfe von Delicious „bespielt“. Wie Sie aus einem Schlagwort oder einer Kombination von Schlagworten einen Feed kreieren, das hat Annette Schwindt in dem schon erwähnten Beitrag beschrieben. Sie sehen also, Social Bookmarking ist weit mehr als der einfache Ersatz des Lesezeichen in Ihrem Browser. Wahrscheinlich gibt es noch jede Menge weitere Ideen. Wenn Sie eine haben, freue ich mich über Ihren Kommentar.
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Social Bookmarking und RSS (Präsentation)

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„Ticketing in Krisenzeiten erfordert noch effizienter und noch näher am Kunden zu sein. Die Möglichkeiten von Internet und Web 2.0 erzeugen zusätzlich einen gesteigerten Wettbewerbsdruck. (…) Integrierte Ticketvermarktungskonzepte und die konsequente Vernetzung im Marketing sind gefragt.“
Das Thema Web 2.0 ist also auch für diese Branche ein Thema geworden und so freue ich mich, dass die stARTconference Partner des T:B Experten-Forum Ticketm@nagement in Düsseldorf geworden ist. Karin Janner, Frank Tentler und ich werden uns dort mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen und aufzuzeigen versuchen, welche Möglichkeiten sich durch das Web 2.0 auftun. Wer vom Web 2.0 spricht, landet schnell bei Facebook oder Twitter. Aber die hilfreichen und mächtigen Tools, die im Hintergrund Verwendung finden, werden meist gar nicht erwähnt. Eigentlich schade und deshalb werde ich mich im heutigen Kurzworkshop mit dem Thema Social Bookmarking und RSS beschäftigen. Und noch vor allen KonferenzteilnehmerInnen stehen Ihnen hier schon die Folien zur Verfügung.
In den nächsten Tagen folgt dann noch ein Bericht über die Konferenz. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: wir werden morgen unser neues stART! – live Blog einweihen, das wir auf Posterous eingerichtet haben. Und hoffentlich ganz aktuell vom T:B Experten-Forum Ticketm@nagement 2010 berichten.
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Strukturierte Themensuche für das eigene Weblog (Teil II)

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Im ersten Teil dieser kleinen Serie hatte ich geschrieben, dass für mich Weblogs die wichtigste Ressource sind, um neue Themen zu entdecken oder auch nach zusätzlichen Informationen zu einem Thema zu suchen. Wie ich versucht habe zu zeigen, kann man mit einer gewissen Systematik jede Menge interessante Themen bzw. Blogposts entdecken, die ja dann nicht nur Stoff für die eigenen Blogbeiträge abgeben, sondern hoffentlich auch für die tägliche Arbeit, also das, was nach den Blogposts kommt, von Interesse sind. Wie wichtig Social Bookmarking-Dienste für die Erstellung von Blogbeiträgen sind, habe ich bereits erwähnt. Aber auch als Recherche-Tool sind sie natürlich eine feine Sache. Warum? Ähnlich wie bei den Favoriten oder den Lesezeichen, die wir im eigenen Browser abspeichern (bzw. abgespeichert haben, ich verwende das Browser-eigene Angebot nicht mehr), kommen dort nur Seiten rein, die so wertvoll sind, dass wir sie nicht aus dem Blickfeld verlieren wollen. Das heißt, die Qualität der Suchergebnisse ist bei den Social Bookmarking-Diensten höher als bei Google & Co..

Welcher Social Boomarking Dienst ist der richtige?

Ich hatte im ersten Teil schon geschrieben, dass ich Mister Wong, Delicious und Diigo einsetze. Letzteres Angebot nutze ich vor allem für die Archivierung und Aufbereitung von Inhalten, aber eher seltener für die Recherche. Das liegt daran, dass die Benutzerzahlen von Diigo nicht so hoch sind und daher der Output quantitativ geringer ist. Allerdings muss das kein Nachteil sein, denn wer fängt wirklich was mit 5.000 Treffern zu einem Suchbegriff an? Ein Vorteil von Diigo sind thematisch ausgerichtete Gruppen. Ich habe dort einige wenige Gruppen abonniert, die inhaltlich für mich interessant sind und erhalte die dort – von anderen oder von mir – abgespeicherten Bookmarks einmal täglich als Email Alert. Diese Mail gehe ich dann durch, speichere interessante Bookmarks auch bei mir persönlich ab und kann die Nachricht dann löschen. Das kostet mich täglich maximal fünf Minuten und damit ist das Thema Diigo beendet. Wer international arbeitet und sich dementsprechend auch für z.B. englischsprachige Seiten im Internet interessiert, kommt um Delicious, denke ich, nicht herum. Bei diesem Social Bookmarking Dienst habe ich mir für knapp zehn Schlüsselbegriffe eigene Feeds eingerichtet, denn es macht ja keinen Sinn, ständig wieder von vorne zu beginnen. Dass man für die jeweiligen Begriffe eigene Feeds einrichten kann, erkennen Sie in der Adressleiste oben in Ihrem Browser. Das orangefarbene Icon ist immer der Hinweis darauf, dass Ihnen RSS zur Verfügung steht. Mit einem Feedreader Ihrer Wahl (z.B. mit dem gestern vorgestellten Sage Add-on) können Sie dann die einzelnen Suchbegriffe abonnieren.

Social Boomarking next level

Bei Delicious haben Sie aber noch eine andere Möglichkeit, an für Sie wertvolle Informationen heranzukommen. Delicious bietet nämlich sogenannte Netzwerkverbindungen mit anderen UserInnen des Dienstes an. Innerhalb des eigenen Netzwerks können nun Links empfohlen werden. Das ist eine sehr praktische und hilfreiche Sache, die nicht viel Zeit beansprucht, vor allem wenn man die Toolbar installiert hat (Mister Wong, Diigo und Delicious bieten jeweils eine eigene Toolbar an, die über die Website runtergeladen und in den eigenen Browser integriert werden kann) und einzelne Seiten mit einem Mausklick „bookmarken“ kann. Bei Delicious sieht das dann so aus: Wenn Sie sich die Grafik anschauen, dann sehen Sie im unteren Teil verschiedene Kategorien von Schlagworten, aus denen Sie die für Sie passenden auswählen. Einfach anklicken und das Schlagwort taucht in der Tag-Zeile auf. Interessant sind, um an das Thema Networking anzuschließen, die „Network Tags“. Dahinter verstecken sich die TeilnehmerInnen Ihres Netzwerks. Angenommen, Sie haben eine Seite entdeckt, die nicht nur für Sie interessant ist, sondern auch für jemanden aus Ihrem Netzwerk, dann müssen Sie nur aus der Liste der Network Tags die jeweilige Person anklicken und diese erhält dann eine Nachricht, dass Sie ihr ein Lesezeichen geschickt haben, das sie dann, so sie will, ebenfalls abspeichern kann. Hier arbeiten wir also mit der klassischen Empfehlung, was bedeutet, dass man sein Netzwerk auch (halbwegs) kennen muss, sonst kann man keine Bookmark-Empfehlungen aussprechen. Wichtig ist auch: verwenden Sie einen Username, der aussagekräftig ist, also z.B. den Nachnamen. Es ist nämlich sonst nicht leicht, sich zu merken, wer hinter einem username steckt. Und ohne dieses Wissen verschicke ich in der Regel keine Empfehlungen. Wer gibt, der bekommt auch und daher ist dieser Ansatz von Ihrem eigenen Engagement abhängig. Wenn Sie andere nie auf interessante Seiten hinweisen, können Sie nicht erwarten, dass andere an Sie denken. Mister Wong arbeitet so wie Diigo mit Gruppen und verwendet statt des Netzwerks die sogenannten Buddys. Deren Bookmarks kann man folgen, indem man die Seite Buddys anklickt und dort die letzten 30 Lesezeichen von ihnen aufgelistet erhält. Auch diese Seite lässt sich wieder per RSS abonnieren und hilft einem dabei, nichts zu verpassen. Sie sehen also, auch bei den Social Bookmarking Diensten lässt sich einiges systematisieren. Aber natürlich ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit über den Tellerrand zu schauen und sich einfach „treiben“ zu lassen. In 30 Minuten lassen sich viele neue und interessante Themen und Inhalte finden. Probieren Sie es einfach mal aus. Im dritten und letzten Teil erfahren Sie dann, wie ich Twitter für die Recherche einsetze und welche Quellen ich sonst noch anzapfe.
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Video: Wie Social Bookmarking funktioniert

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Social Bookmarking ist in meinen Augen eine der genialsten Entwicklungen, die in Sachen Internet in den letzten Jahren stattgefunden haben. Vorbei die Zeiten, in denen man mühsam seine Liste der Favoriten durchsucht hat. Wer noch nicht mit del.icio.us, Mister Wong oder Diigo arbeitet, sollte sich das Video „Social Bookmarking in Plain English“ anschauen. Neben den im Video angesprochenen Aspekten eignet sich Social Bookmarking aber auch hervorragend für das eigene Weblog. Erstens als Archiv (Hier können Sie alle Blogbeiträge auf Mister Wong und del.icio.us finden) und zweitens für Werbezwecke. Über die Tags finden Interessierte auf Ihr Weblog. Wer ein deutschsprachiges Blog betreibt, fährt wohl mit Mister Wong besser. Bei mir ist die Zahl der Zugriffe von dort auf alle Fälle wesentlich höher als bei del.icio.us.