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stARTcamp Wien: Am 15. Juni sind wir in der Kunsthalle im Museumsquartier zu Gast

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Credit: Kunsthalle Wien Museumsquartier, © Kunsthalle Wien 2014, Foto: Stephan Wyckoff

Lange hat es gedauert, aber nun ist es soweit: Ich freue mich, die 5. Ausgabe des stARTcamp Wien ankündigen zu dürfen. Am 15. Juni 2018 sind wir zu Gast im Museumsquartier in der Kunsthalle Wien (Museumsplatz 1, 1070 Wien), also genau an dem Ort, wo wir am 23. August 2013 begonnen haben (siehe dazu die Ankündigung des stARTcamps hier im Blog).

Nachdem wir im letzten Jahr sehr gute Erfahrungen mit dem World-Café gemacht haben und zu interessanten Ergebnissen gekommen sind (siehe dazu: „Rückblick auf das stARTcamp Wien„), konzentrieren wir uns 2018 wieder auf das gute alte Barcamp-Format mit vielen spannenden Sessions. Wir, das sind dieses Mal Anne Aschenbrenner und ich. Zusammen haben wir das #scvie18 unter das Motto „Engage your Audience“ gestellt. Wir beide sind der Ansicht, dass es für die Kultureinrichtungen nicht nur darum geht, möglichst viele Fans oder Follower zu haben, sondern um die Frage, welchen Wert ihre Beziehung mit den UserInnen bzw. BesucherInnen hat.

Die Grafik soll veranschaulichen, warum ich die Änderungen im Facebook-Newsfeed vor allem als Chance sehe. In meinem Beitrag „Social Media: Engagement statt Interaktion“ für das Kulturkonzepte-Blog habe ich beschrieben, wie der Weg zu einer qualitativ sich ständig weiter entwickelnden Beziehung aussehen kann. Mit diesem Weg wollen wir uns am 15. Juni in der Kunsthalle Wien beschäftigen. Ist der Aufbau einer Community ein sinnvoller Ansatz? Helfen mir dabei Apps und Chatbots? Um diese und noch viele anderen Fragen in diesem Kontext soll es am 15. Juni in der Kunsthalle Wien gehen. Ob wir darauf auch Antworten erhalten, hängt von Ihnen ab. Sie selbst tragen zum Erfolg des stARTcamps bei. Lehnen sich alle bequem zurück und lassen sich berieseln, dann wird es ein fader Tag. Aber keine Sorge, die vergangenen stARTcamps waren nie langweilig. Es gab interessante Sessions, genügend Freiräume, um sich kennenzulernen und auszutauschen sowie ein gutes Catering. All das wird es auch dieses Jahr wieder geben, mit 35 Euro sind Sie dabei. ;-)

Eventbrite - stARTcamp Wien

Ein weiterer Grund für dieses Thema ist für uns das Europäische Kulturerbejahr, das es dieses Jahr zu feiern gilt. Auf der Website des Bundeskanzleramts, in dem Kunst und Kultur zu Hause sind, kann man nachlesen, dass

„mit dem Themenjahr (…) das Bewusstsein für die europäische Geschichte und die europäischen Werte geschärft und das Gefühl einer europäischen Identität gestärkt werden (soll).“

Das Ziel sei es außerdem, die Rolle des Kulturerbes für die Gesellschaft und Wirtschaft aufzuzeigen und die Bedeutung von dessen Erhaltung, Schutz und Zugänglichkeit hervorzuheben, heißt es dort weiter. Mit Hilfe von partizipativen Ansätzen sollen alle Mitglieder der Gesellschaft und hier besonders junge Menschen angesprochen werden.

Auch hier heißt es: „Engage your Audience“, um gemeinsam Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu bauen. Aber wie funktioniert das im digitalen Zeitalter, in dem praktisch alles gespeichert und aufbewahrt wird? Welche Rolle spielen dabei Archive oder Museen, wenn doch alles digital verfügbar ist? Brauchen wir diese Institutionen noch oder reicht ein Supercomputer mit ausreichend Speicherplatz?

Um diesen Fragen genügend Raum zu geben, lädt das ORF-Dialogforum schon einen Tag vorher, am 14. Juni zu einer Diskussionsveranstaltung ein, die den Titel „Kulturelles Erbe: Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?“ trägt. Sie beginnt um 19 Uhr und findet im Studio 3 des Radiokulturhaus in der Argentinierstraße 30a in 1040 Wien statt. Die Teilnahme daran ist kostenlos, die Anmeldung ist ab sofort per Mail unter praesentation@orf.at möglich.

Mit dieser Veranstaltung soll der Versuch unternommen werden, einen Rahmen zu schaffen für die Abläufe, die in obiger Grafik abgebildet sind. Ich beziehe mich in diesem Zusammenhang gerne auf den von den beiden Kulturwissenschaftlern Aleida und Jan Assmann geprägten Begriff des kulturellen Gedächtnisses. Es ist nicht nur in uns Menschen angesiedelt, wie etwa das individuelle und das kollektive Gedächtnis, sondern es „objektiviert sich auch in Dingen wie Texten, Symbolen oder Bildern“, so Jan Assmann. Mit der Hilfe dieser Artefakte, wie beide es nennen, schützen sich die Gesellschaften vor dem Vergessen. Die Konservierung und Pflege der kulturellen Artefakte ist daher eine wichtige Voraussetzung für die Wirkungsweise unseres kulturellen Gedächtnisses.

Aber wie sieht Vergessen aus in einer Zeit, in der alles digital abgespeichert werden kann und wird? Können wir überhaupt noch vergessen? Und wie ist es möglich, sich an etwas zu erinnern, das ich noch nie vergessen habe? Was bedeutet das für ein Europäisches Kulturerbejahr, in dem das Bewusstsein für die europäische Geschichte und die europäischen Werte geschärft werden soll?

Den Rahmen dafür stecken wir in der ORF-Diskussionsveranstaltung „Kulturelles Erbe: Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?“ ab. Mit der Frage, wie Kultureinrichtungen und die digitalen und analogen BesucherInnen dabei miteinander vorgehen, wie sie Beziehungen aufbauen um füreinander Mehrwerte zu schaffen, beschäftigen wir uns dann am 15. Juni in der Kunsthalle Wien (im Museumsquartier) beim stARTcamp.

Ich würde mich freuen, wenn Sie bei beiden Veranstaltungen dabei sind, hier noch einmal die wichtigsten Infos:

  • ORF-Dialogforum:
    • Thema: „Kulturelles Erbe: Macht das digitale Gedächtnis Erinnerung überflüssig?“
    • Datum: 14. Juni 2018
    • Beginn: 19 Uhr
    • Ort: Radiokulturhaus, Studio 3 (Argentinierstarße 30a, 1040 Wien)
    • Anmeldung: per Mail an praesentation@orf.at
    • Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos

 

  • stARTcamp (#scvie18):
    • Thema: Engage your Audience“
    • Datum: 15. Juni 2018
    • Beginn: 9:30 Uhr (Einlass ab 9 Uhr)
    • Ort: Kunsthalle Wien im Museumsquartier (Museumsplatz 1, 1070 Wien)
    • Tickets: online auf der Plattform Eventbrite
    • Kosten: 35 Euro

 

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Ein neuer Leitfaden für Museen: „Der digital erweiterte Erzählraum“

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Foto von Joanna Kosinska auf Unsplash

Vor 6 Jahren beschäftigte sich das Forschungsprojekt „Audience+“ mit den Möglichkeiten, die das Social Web Museen bietet. Abgeschlossen wurde es mit der Herausgabe eines Leitfadens, der den Museen den Weg dorthin zeigen wollte (siehe dazu: „Der Leitfaden ‚Social Media für Museen‘ ist erschienen„). Diese Wege kennen wir mittlerweile, oft ist aber nicht klar, wie wir dort kommunizieren und was wir erzählen sollen. Um diese Fragen oder einfacher gesagt um das Thema Storytelling ging es im Nachfolgeprojekt „Audience+ STORY“, das wieder von der Hochschule Luzern initiiert wurde. Und auch hier gibt es am Ende wieder einen Leitfaden, in dem sich alles um den „digital erweiterte(n) Erzählraum“ dreht. Der von Axel Vogelsang, Bettina Minder und Barbara Kummler herausgebrachte Leitfaden möchte zeigen, wie sich Social Media und mobile Geräte als Erweiterung des musealen Erlebnis- und Erzählraumes nutzen lassen. Die AutorInnen erklären,

„wie man Museumsinhalte mediengerecht und medienübergreifend verwertet und erzählt, aber auch wie man das Geschehen vor Ort mit digitalen Aktivitäten verknüpft und wie man den Besucher mit einbindet“,

heißt es in der Ankündigung. Vor allem das zweite Kapitel klingt sehr vielversprechend, denn darin dürfen wir als LeserInnen Schritt für Schritt ein storytellingbasiertes Online-Offline-Projekt begleiten. Auf diese Weise erhalten Sie eine detaillierte Anleitung, um Ihren Erzählraum zu entwickeln. Begleitet werden die einzelnen Schritte von Checklisten, die einem dabei helfen, den nötigen Rahmen für die Umsetzung zu schaffen. Oft wissen Kultureinrichtungen nicht, warum sie sich in so ein Abenteuer stürzen, deshalb ist es ganz hilfreich, die Checkliste „Mögliche Projektziele, die Sie mit Online-Aktivitäten erreichen wollen“ durchzuarbeiten. Gleiches gilt für Fragen zum Thema Besuchergruppensegmentierung.

Die Vorgehensweise orientiert sich an einem Verfahren, das die von mir sehr geschätzten Rebecca Hagelmoser und Jelena Löckner für ihr eigenes Unternehmen NarraTool entwickelt haben. Gut gefällt mir, dass hier sehr klar beschrieben wird, dass es nicht um eine linear erzählte Geschichte, sondern um die Entwicklung einer Erzählwelt geht, in der es natürlich sehr viele – große und kleine – Geschichten geben kann.

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Wenn Ihr Interesse nun geweckt ist und Sie diesen Leitfaden durcharbeiten oder einfach nur lesen möchten, haben Sie drei Möglichkeiten. Entweder Sie nutzen das kostenlose PDF, bezahlen 9,90 Euro für das eBook auf Amazon oder Sie lassen sich das Buch zuschicken, das Sie für 20 Euro (zuzüglich Versandkosten) erwerben können. Alle Infos dazu finden Sie im Ankündigungstext auf den Seiten der Hochschule Luzern.

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2017: Herausforderungen für den Kunst- und Kulturbereich

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Foto von Brigitte Tohm auf Unsplash

Eine für mich große Herausforderung besteht darin, nach dem Jahreswechsel möglichst bald den ersten Blogbeitrag zu schreiben und mir dafür zu überlegen, wohin die Reise mich im neuen Jahr führen wird. Bevor ich das tue, möchte ich Ihnen aber erst einmal ein frohes und gutes neues Jahr wünschen. Viele von uns gehen mit einer Menge guter Vorsätze in so ein Jahr, ich könnte zum Beispiel hier kundtun, dass ich 2017 wieder mehr Blogbeiträge schreiben werde. Aber das hat die letzten Male nicht wirklich funktioniert, also lasse ich es lieber bleiben. Aber ein erster Beitrag am zweiten Tag des Jahres ist schon mal ganz gut. ;-)

Beginnen möchte ich mit einer Idee, die ich von Chris Brogan übernommen habe. Er überlegt sich zu Jahresbeginn immer drei Wörter, die ihn auf dem Weg zu einem erfolgreichen Jahr unterstützen. Meine drei Worte für dieses Jahr sind:

    • sozialer Raum: Ich habe bis jetzt immer von digitalen Erlebnisraum gesprochen, glaube aber, dass dieser Begriff mittlerweile überholt ist. Korrekterweise müssten wir von einem analogen Raum sprechen, der digital erweitert wird. Aber worum geht es in diesen Räumen? Es geht um Interaktion, um Kommunikation mit anderen Menschen und daher ist es in meinen Augen zielführender, von einem sozialen Raum zu sprechen. Dank eines Vortrag von Nils Müller und seinen beiden Blogbeiträgen über „analoge und digitale Räume“ (Teil 1, Teil 2, Teil 3 hat er uns bis jetzt vorenthalten) bin ich auf den von Dieter Läpple verfassten „Essay über den Raum“ gestoßen. Hier sehe ich interessante Ansatzpunkte, um Raummodelle für Städte und Regionen, aber auch Unternehmen und Kultureinrichtungenzu entwickeln. Entsprechende Konzepte zu entwickeln, ist eine der Herausforderungen im gerade beginnenden Jahr.
    • digitale Transformation: Es klingt so einfach beziehungsweise vielleicht sogar schon etwas abgedroschen, Unternehmen beziehungsweise in meinem Fall, Kultureinrichtungen dazu aufzufordern, sich mit dem Thema digitale Transformation zu beschäftigen. Es gibt eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen, an die man sich halten muss und schon passt alles. Behaupten zumindest die, die diese Empfehlungen aussprechen. Nein, so einfach ist das ist. Warum so viele – auch gut gemeinte – Pläne scheitern, habe ich in einem Vortrag, den ich Anfang Oktober in Frankfurt halten durfte, zu erklären versucht. Aber die Frage, wie der Weg zum digitalen Kulturbetrieb aussieht, muss natürlich beantwortet werden. Und da sind noch einige Fragen offen, wie auch das letzte stARTcamp im Wiener Volkstheater gezeigt hat.

  • Online Marketing: Die Zeiten, in denen wir geglaubt haben, Social Media sei das (kostenlose) Allheilmittel, sind vorbei. Natürlich bleibt Social Media Marketing weiter ein wichtiger Baustein der Marketingaktivitäten im Onlinebereich. Aber da gibt es noch jede Menge anderer Bausteine, die eine Rolle spielen. Suchmaschinenoptimierung, Content Marketing, Storytelling oder Gamification sind nur einige der Schlagworte, die auch 2017 fallen werden, wenn wir uns Gedanken darüber machen, wie Online Marketing im Kunst- und Kulturbereich funktioniert.

Diese drei Schlagworte sind natürlich nicht zufällig entstanden, sondern bauen einerseits auf den Themen auf, mit denen ich mich in den letzten Monaten und Jahren beschäftigt habe. Andererseits tragen sie meiner Einschätzung Rechnung, was wir zu erwarten haben, wenn wir uns mit den digitalen Technologien und den daraus entstehenden Möglichkeiten für Kunst und Kultur beschäftigen. Die Firma Adobe hat in ihrem bereits im Juli 2015 erschienenen Report „Vier Vorteile eines Konzeptes für digitale Reife“ wunderbar beschrieben, vor welchen Herausforderungen wir heute stehen beziehungsweise, was zu tun ist, um diesen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können:

  • „Reife Unternehmen investieren in Personal, Prozesse und Tools“: Viele Kultureinrichtungen investieren vor allem in irgendwelche Tools, vergessen dabei aber ihre MitarbeiterInnen und die Prozesse, um diese Tools gewinnbringend nutzen zu können.
  • „Reife Unternehmen passen sich an den Kunden an. Sie denken und handeln mobil“: Oft sind Kultureinrichtungen schon stolz, wenn man ihre Website auch mobil aufrufen kann. Das reicht nicht, denn eines der Ziele der Onlineaktivitäten muss es sein, möglichst viel über die (Website)-Besucher zu erfahren, ein Marketing aufzubauen, das möglichst automatisiert und personalisiert funktioniert.
  • „Unternehmen mit Reifeplan bauen ihren Vorsprung durch Lernbereitschaft aus“: Es ist zwar wichtig zu wissen, wie Facebook und Twitter, vielleicht sogar Snapchat funktionieren. Aber wenn ich die strategische Ebene komplett weglasse und meine Onlineaktivitäten lediglich als kostenlose Ergänzung der „normalen“Marketingaktivitäten betrachte, dann ist der Anschluss schon so gut wie verloren.
  • „Sie denken voraus“: Wenn Kultureinrichtungen heute stolz verkünden, dass sie jetzt eine Stelle für Social Media geschaffen haben, dann ist das zwar gut und zu begrüßen. Wer vorausdenkt, müsste aber schon weiter sein und sich die Frage stellen, auf welchen Mechanismen die Erfolge in der Interaktion mit den Usern in den sozialen Netzwerken und Messengersystemen beruhen. Der Adobe-Report stellt fest, dass reife Unternehmen eher bereit sind, für die Entwicklungen im digitalen Bereich Geld in die Hand zu nehmen und nennt in diesem Zusammenhang zwei Punkte, die auch mir sehr wichtig sind: Einerseits die Analyse, um überhaupt zu wissen, wo man steht und um sehen zu können, ob die gesetzten Maßnahmen Erfolge bringen.  Andererseits gilt es, sich mit dem Thema Content Management zu beschäftigen, um für alle Kanäle die passenden Inhalte zu haben. Für mich steckt dahinter die Beschäftigung mit Contentstrategien, also dem professionellen und strukturierten Umgang mit digitalen Inhalten, wie es auf Wikipedia heißt.

Sie sehen, es ist gar nicht so einfach, nicht den Überblick zu verlieren. Ich hoffe, meine drei Schlagworte unterstützen mich dabei, nicht die Orientierung zu verlieren. Ich würde mir natürlich auch wünschen, dass ich Ihnen damit ein klein wenig weiter helfen kann und freue mich, wenn Sie mich auf diesen Wegen begleiten.

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Theater und Social Media: Fragen an Lena Fuchs (Volkstheater Wien)

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Foto von Gilles Lambert auf Unsplash

Nachdem wir die letzten Jahre mit dem stARTcamp immer in Museen zu Gast waren, geht die diesjährige Ausgabe zum ersten Mal in einem Theater über die Bühne. Danke an das Volkstheater Wien für die Einladung! Ich möchte wenige Tage vor dem stARTcamp die Chance nutzen und der Frage nachgehen, wie Theater den digitalen Wandel bewältigen und deshalb habe ich Lena Fuchs, die den Bereich Kommunikation am Volkstheater leitet, per Mail ein paar Fragen gestellt.

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© www.lupispuma.com / Volkstheater

Kulturmanagement Blog: Zuallererst möchte ich mich noch einmal direkt bei Dir bedanken, dass wir mit dem stARTcamp dieses Jahr bei Euch zu Gast sein dürfen. Du hast spontan zugesagt, als ich Dich gefragt habe. Dabei sind, so hat es den Anschein, Theater eher zurückhaltend, wenn es um den digitalen Raum geht. Ist es für Theater schwieriger, digital präsent zu sein und zu kommunizieren als zum Beispiel für Museen?

Lena Fuchs: Theater ist immer live – dieses Alleinstellungsmerkmal ist Fluch und Segen zugleich. Ein Theaterstück lässt sich weniger leicht abbilden als ein Kunstwerk. Teilweise spielen, gerade auch bei Filmaufnahmen (die ja dem Erlebnis am nächsten kommen), technische Kapazitäten und Urheberrechte eine Rolle: Mit der Digitalisierung betreten wir hier Neuland. Aber wir holen auf!

Kulturmanagement Blog: Esther Slevogt hat gerade in einer Kolumne auf nachtkritik.de die Theater dazu aufgefordert, „mächtige soziale Plattformen im Netz zu schaffen“. Kannst Du Dir vorstellen, dass die Theater solche digitalen Räume schaffen und inhaltlich bespielen?

Lena Fuchs: Soll ich idealistisch oder pragmatisch antworten? Frau Slevogts „Kolumnist*innentraum“ ist nachvollziehbar argumentiert und ein plausibler Lösungsvorschlag für das dem Theater immer wieder vorgeworfene Reichweitenproblem. Aber – pragmatisch gesehen: Wie soll eine per se defizitäre und subventionierte Unternehmung wie ein Theater so etwas zusätzlich umsetzen? Sobald die Theater anfangen, wirkliche Gewinne zu machen – was bei der jetzigen Kostenstruktur unmöglich ist –, können wir darüber reden … aber dann unterliegen wir programmatisch wohl auch wieder dem in der Kolumne vorgeworfenen „marktorientieren Denken“.

Kulturmanagement Blog: Viele lehnen so eine Idee unter Umständen ab, weil sie Angst haben, das Theater könnte vollends ins Digitale abgedrängt werden und aufhören, als physischer Ort zu existieren. Siehst Du diese Gefahr auch?

Lena Fuchs: Ich finde nichts langweiliger als abgefilmte Theaterstücke. Und für mich ist Theater ohne das reale Zusammenkommen und gemeinsam in Echtzeit „im-Dunklen-ins-Helle-Schauen“, ohne Hustenzuckerl-Rascheln und den wunderbaren Geruch von Bühnennebel, der sich langsam im Zuschauerraum ausbreitet, nicht denkbar. Und noch bin ich nicht allein – bis also Virtual Reality solche Erlebnisse hervorbringt, sehe ich keinen Grund zur Sorge.

Kulturmanagement Blog: Neben der Chance, sich im digitalen Raum inhaltlich mit wichtigen Themen zu beschäftigen, ist das Internet natürlich auch für das Marketing wichtig geworden. Was für Möglichkeiten siehst Du dort für Theater?

Lena Fuchs: Neben klassischer Online-Werbung, die ja letztlich Print sehr ähnlich sieht, spielen natürlich die Medien mit Rückkanal eine große Rolle, Diskussionsforen und Gästebücher, aber natürlich insbesondere die sozialen Netzwerke.

Kulturmanagement Blog: In den letzten Jahren war es vor allem wichtig, in den sozialen Netzwerken präsent zu sein, die Marke zu stärken und auf sich aufmerksam zu machen. Auch das Volkstheater ist schon lange im Social Web aktiv. Welche Veränderungen nimmst Du dort wahr? Wird Facebook weiter das wichtigste Netzwerk bleiben und weiter an Bedeutung gewinnen oder hat es seine besten Tage bereits hinter sich?

Lena Fuchs: Derzeit hat Facebook, das am längsten bespielt wird, die meisten Nutzer/innen und auch bezogen auf das Involvement die größte Reichweite, bei kontinuierlichem Wachstum. Die nach wie vor steigenden Fan-Zahlen beobachte ich übrigens auch bei den Facebook-Auftritten der anderen Theaterhäuser in Wien. Die vielen Funktionalitäten von Facebook sind aus meiner Perspektive als Absender außerdem unschlagbar, das Publikum interagiert recht engagiert. Von daher ist es sicher das wichtigste Netzwerk, wobei im Falle des Volkstheaters Twitter und besonders Instagram als zuletzt hinzugekommener Kanal verhältnismäßig schneller zulegen.

Kulturmanagement Blog: Digitales Marketing bedeutet auch, sich mit anderen Themen zu beschäftigen. Inbound Marketing, Content Strategien oder auch Suchmaschinenoptimierung: Müssen sich Theater mit solchen Dingen heute beschäftigen?

Lena Fuchs: Die Kommunikations- und Marketingverantwortlichen unbedingt, ja! Diese Tools bieten ja auch die Möglichkeit, vergleichbare Reichweiten bei geringerem finanziellen Kostenaufwand zu erzielen. Für viele Häuser heißt das, dass sie überhaupt erst im öffentlichen Raum (wenn auch digital/virtuell) präsent sind, weil sie sich aufwändige Werbemaßnahmen sonst nicht leisten könnten.

Kulturmanagement Blog: Verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung auch die Strukturen und Prozesse in einem Theater?

Lena Fuchs: Teilweise, aber man muss wissen: Im Volkstheater etwa arbeiten ca. 250 Personen in den unterschiedlichsten Jobs: Vom Maskenbildner/in über die Buchhaltung bis zur Direktion, vom Schlosser über den Regieassistenten bis zum Schauspieler. Da kommt man um Aushänge am Schwarzen Brett wie vor 125 Jahren nicht vorbei – und für ein digitales System für alle fehlen die Ressourcen. Was die Verwaltung angeht, stecken wir mittlerweile mitten im E-Mail-Zeitalter – auch nicht gerade fortschrittlich. Tatsächlich prüfen wir derzeit die Möglichkeiten, die uns ein Intranet bieten könnte, das steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Kulturmanagement Blog: Und noch eine letzte persönliche Frage: welche Netzwerke oder Messenger bevorzugst Du selbst?

Lena Fuchs: Je mehr ich beruflich digital unterwegs bin, desto mehr schätze ich privat das persönliche Treffen – oder ein langes Telefonat. Wenn nichts anderes geht: Facebook: nicht sehr originell!

Kulturmanagement Blog: Danke für Deine Antworten!

PS: Informationen zum stARTcamp gibt es hier und hier, Tickets können Sie direkt im Onlineshop kaufen.

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Brauchen Kulturbetriebe (noch) einen Social Media Manager?

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Bild: „Social Media Prisma“ von ethority (CC BY-SA 2.0)

Vor kurzem wurde mir von der Leiterin einer kleinen Kultureinrichtung die Frage gestellt, ob es für ihre Organisation sinnvoll wäre, Ressourcen für eine Social Media ManagerIn zu schaffen? In diesem Fall ging es darum, den Kulturbetrieb ins Social Web zu hieven und dort aktiv zu werden. Ihr mit Ja zu antworten, fiel mir leicht, denn meiner Meinung nach ist es heute selbstverständlich, dass eine Kultureinrichtung die Social Media Kanäle nutzt und dort aktiv ist.

Sehr viel schwerer war es für mich ihr zu beschreiben, was dort alles auf sie zukommen würde. Am Ende dieses Gesprächs stand ich zwar immer noch zu meinem Ja, allerdings war ich mir nicht mehr ganz sicher, ob Social Media Manager die richtige Bezeichnung für das ist, was da von einem verlangt wird. Michi Mehring beschreibt das Problem in seinem Blogpost „Ein kurzes Intermezzo: Social Media Manager sterben ab 2016 wieder aus“ recht anschaulich. Auf der einen Seite ist die Nachfrage derzeit noch recht groß, auch die meisten Kultureinrichtungen haben das Problem erkannt und schaffen Ressourcen für diesen Aufgabenbereich. Auf der anderen Seite erleben wir aber, dass es nicht reicht, ein paar Postings auf Facebook und Twitter zu veröffentlichen.

Es ist gut, wenn auf den Führungsetagen die Bedeutung von Social Media erkannt wird und aus diesem Grund werde ich niemandem die Idee ausreden, jemanden dafür einzustellen. Aber das Social Web ist nur der Ausgangspunkt für eine Entwicklung, die die Unternehmen in technologischer Hinsicht fast jeden Tag vor neue Herausforderungen stellt und gleichzeitig zu Umwälzungen in den Bereichen Kultur und Struktur führt. Man könnte auch sagen: Wir sind gerade Zeugen einer Entwicklung, an deren Ende kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Leider wissen wir aber auch noch nicht genau, welche Steine zukünftig wie zusammengefügt werden müssen und welche Steine noch dazu kommen.

Mehring spricht vom „Blick auf das große Ganze“ und drückt damit die Notwendigkeit aus, strategisch zu denken. Was hilft mir das Wissen um Twitter und Facebook, wenn ich nicht weiß, wofür ich diese beiden Netzwerke überhaupt nutzen möchte? Was muss ich überhaupt kommunizieren, welche Ziele sollen damit erreicht werden? Christian Gries hat sich vor einiger Zeit mit den „digitalen Strategien für Museen“ beschäftigt und sehr vorsichtig von den Konturen dieses „Gebildes“ gesprochen. Herausgekommen ist eine Grafik, die einen sehr guten Überblick gibt über all die Bereiche, in denen wir aktuell Wissen aufbauen müssen, um im digitalen Raum bestehen zu können. Seine Definition einer digitalen Strategie konzentriert sich zwar auf die Museen, lässt sich aber, so denke ich, auch auf andere Kultureinrichtungen übertragen:

„Eine digitale Strategie definiert und kontrolliert alle Strukturen, Maßnahmen, Projekte, Ressourcen, Kompetenzen und Wertigkeiten, aber auch Kosten und Nutzen, die ein Museum im Digitalen einsetzt und führt sie in ein optimales Miteinander.“

Sie sehen schon, mit Social Media hat das nur noch am Rande zu tun. Natürlich braucht es ExpertInnen, die sich mit Facebook, Twitter, aber auch neuen Tools wie WhatsApp oder Snapchat auskennen. Aber alle diese Aktivitäten zusammenführen, alle die Bausteine zu verbinden, die die Grafik von Christian Gries enthält, das ist die Herausforderung, vor der wir momentan stehen.

Hinzu kommt noch ein Punkt, der in dieser Grafik nicht enthalten ist, aber essentiell für den Erfolg aller Online-Aktivitäten ist: Deren Anbindung an die Ziele des Unternehmens, in unserem Fall, der Kultureinrichtungen. Charlene Li und Brian Solis haben vor etwa einem Jahr versucht, mit Hilfe des Begriffs Social Business die beiden Bereiche miteinander zu verbinden, Charlene Li hatte mit ihrem Buch „Open Leadership“ (Affiliate Link) dafür den Boden bereitet, heute diskutieren wir über Digital Leadership oder Digital Transformation und implizieren damit ein Verschmelzen von analoger und digitaler Ebene.

Entscheidend ist in meinen Augen der Prozess, mit dessen Hilfe sich das Unternehmen beziehungsweise die Kultureinrichtung der Zukunft entwickeln lässt. Mirko Lange beschäftigt sich schon sehr lange Zeit mit der Frage, wie solche Prozesse aussehen können. Gerade heute hat er wieder eine neue Version seines Frameworks zur Entwicklung einer Content Marketing Strategie veröffentlicht. Für mich ist das ein Modell, auf dem sich gut aufbauen lässt und das zeigt, wie sich strategisch gesehen die vielen Bereiche miteinander verknüpfen lassen. Natürlich wird das Ergebnis bei jedem anders aussehen, aber ein Grundgerüst zu haben, ist sehr viel wert,

Bleibt die Frage, wie wir den bezeichnen, der sich damit beschäftigt, ein Unternehmen oder eine Kultureinrichtung durch diesen Prozess zu führen. Digital Strategist?

 

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Blogparade: #TheaterimNetz

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Foto von Anna Dziubinska auf Unsplash.

Marc Lippuner hat sich auf dem Kulturfritzen-Blog die Frage gestellt, warum sich die Theater mit dem Social Web so schwer tun? Die Frage taucht immer wieder auf, Devon Smith hat sich beispielsweise 2010 das Social Media-Verhalten von Theatern angeschaut (siehe mein Blogpost „So nutzen Theater Social Media„) und dabei festgestellt, dass das Potenzial bei weitem nicht genutzt wird. Vermutlich käme man, so man diese Untersuchung wiederholen würde, zu einem ähnlichen Ergebnis. Was aber sind die Gründe dafür? Eindeutige Antworten gibt es darauf bis heute nicht und so gefällt mir die Idee von Marc, zu einer Blogparade aufzurufen:

„Warum findet Theater im Netz nicht wirklich statt, aber auch: Warum findet das Netz im Theater nicht statt?“

Stimmt ja gar nicht, könnte ich entgegnen und Beispiele wie dieses Video auflisten. Irgendwie erinnert es mich an „Beam me up Scotty„, aber ob die Bewerbung als SchauspielerIn in ein paar Jahren in Form eines Videospiels über die Bühne geht, wage ich doch zu bezweifeln (siehe dazu auch den Beitrag von Joe Patti: „Theatre of the Future Gives Me Ulcers„).

Gut, Internet und Theater, das gibt es schon, aber es sind meist einzelne Aktionen, wie Christian Holst in seinem Beitrag zu dieser Blogparade feststellt. Für ihn geht es aber nicht darum, mit großem Aufwand für eine begrenzte Zeit maximale Aufmerksamkeit zu erzielen, sondern alltagstaugliche Konzepte zu entwickeln. Seiner Meinung nach gelingt das am besten

„mit schnell und meist sogar zufällig erstelltem ‚Cat content‘, also Content mit überschaubarem inhaltlichen Niveau aber hohem Emotionalisierungs-potential, und durch Werbeanzeigen vergrösserter Reichweite“.

Die sozialen Netzwerke sind für ihn also eher digitale Pausenfoyers, in denen nicht tiefschürfende Gespräche stattfinden, sondern Small Talk im Vordergrund steht. Es mag ernüchternd klingen, aber so abwegig ist dieser Gedanke nicht. Jeremy Rifkins hat in seinem Buch „Access“ vor der drohenden Kommerzialisierung unserer Gesellschaft gewarnt. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Artikel, der vor wenigen Tagen in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen ist. In „Shop till you drop“ vertritt Autor Robert Kaltenbrunner die These,

„dass das Shopping in unserer Gesellschaft die letzte verbliebene ‚öffentliche Handlungsweise‘ darstelle“

und das urbane Leben vom System des Kaufens und Verkaufens bestimmt werde. Dabei steht nicht mehr die Bedürfnisbefriedigung im Vordergrund, sondern das Erlebnis. So ist auch zu erklären, warum der Begriff der Customer Experience so eine große Bedeutung hat. Kaltenbrunner beschreibt in seinem Artikel, wie der Vorgang des Kaufens und Verkaufens in den Städten immer wieder neu inszeniert wurde, nur so konnten die sogenannten Konsumtempel entstehen. Diese Entwicklung sieht er aber nun durch die wachsende Bedeutung des Internets und den stark zunehmenden Onlinehandel gefährdet. Es gilt daher Konzepte zu entwickeln, die unserem veränderten Kaufverhalten gerecht werden und den Orten des Kaufens und Verkaufens neue Attraktivität verleihen. Meine Idee des „digitalen Erlebnisraums“ geht in diese Richtung, bei der der reale Ort beziehungsweise Raum eine digitale Erweiterung erfährt. Was das für unsere Städte bedeutet, hat Frank Tentler in seinem Blogbeitrag „Nächste Haltestelle: City 4.0“ sehr schön beschrieben.

Wenn wir die sozialen Netzwerke vor allem für Unterhaltungszwecke nutzen, dann hat das natürlich auch Auswirkungen auf den Kunst- und Kulturbereich. Natürlich lassen sich an geeigneter Stelle inhaltliche Diskussionen führen, es gibt zum Beispiel zahlreiche Facebookgruppen, wo das wunderbar funktioniert. Aber um im Newsfeed der Mehrzahl der UserInnen zu bestehen, ist das vermutlich nicht der richtige Ansatz. Verlangt wir die (digitale) Inszenierung und das hat für die verschiedenen Kunstsparten unterschiedliche Konsequenzen. Der Museumsbereich tut sich in meinen Augen mit dieser Entwicklung leichter als etwa das Theater. Objekte zu inszenieren und das nach Möglichkeit auch im digitalen Raum, das ist etwas, das den Museen in Ansätzen schon recht gut gelingt. Das Projekt „Rembrandt digital„, das mit dem Hashtag #myrembrandt für Aufsehen gesorgt hat, steht stellvertretend für etliche Ideen, die in den letzten Jahren umgesetzt werden konnten.

Die Theater tun sich an dieser Stelle sehr viel schwerer. Dort haben wir es nicht mit Objekten zu tun, die man jederzeit zur Verfügung hat und digital auf Reisen schicken kann, sondern mit Inszenierungen. Gesucht sind in meinen Augen Ideen zur digitalen Erweiterung von auf der Bühne stattfindenden Inszenierungen. Ich weiß nicht, ob man hier vom Spiel im Spiel sprechen kann, aber in eine solche Richtung weiterzudenken macht unter Umständen Sinn. Die „Inszenierungen“ von machina eX fallen mir in diesem Zusammenhang ein.

Ob Pausenfoyer oder „Computerspieltheater“, das ist für mich der Rahmen, der den Theatern zur Verfügung steht, wenn sie den digitalen Raum für ihre Zwecke nutzen wollen. Die Verwendung der Netzwerke als Pausenfoyer verstößt vermutlich gegen das Selbstverständnis vieler Menschen, die in den Theatern arbeiten und das, was machina eX „auf die Bühne“ bringt, entspricht wohl auch nicht unbedingt dem, was die meisten sich von einer Bühneninszenierung erwarten.

Ob ich mit meinen Gedanken richtig liege, weiß ich nicht, aber ich würde dieses Thema gerne auf dem stARTcamp am 10. Dezember hier in Wien diskutieren. Einige Tickets gibt es noch, vielleicht haben Sie ja Lust und Interesse, sich über dieses und etliche andere Themen auszutauschen. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum #scvie.

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Über Contentmarketing, Blogs und sinkende Zugriffszahlen

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Bild: Man of concern„; von Lisa Brewster (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Seit ungefähr zwei Jahren kann ich mitverfolgen, wie die Zugriffe auf meinem Blog weniger werden. Und wie ich aus vielen Gesprächen weiß, geht es nicht nur mir so. Die Rückgänge fallen teilweise sehr drastisch aus, was schnell zu der Frage nach den möglichen Gründen führt. Bei mir spielt sicherlich die Blogfrequenz eine entscheidende Rolle, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht der alleinige Grund ist. Andere sind weitaus fleißiger als ich und klagen trotzdem über sinkende Aufmerksamkeit. Was also können die Gründe dafür sein?

Mark Schaefer hat schon vor knapp zwei Jahren auf seinem Blog über den „Content Shock“ geschrieben und in seinem Beitrag behauptet, dass wir immer größere Mengen an Content produzieren, ihn auf Grund der begrenzten Zeit aber nicht mehr konsumieren können. Mit anderen Worten: Das Angebot übersteigt die Nachfrage, die Produktion neuer Inhalte wird immer unrentabler. So wir es nicht schaffen, unsere Inhalte auch so zu bewerben, dass sie ihre AbnehmerInnen finden. Stefan Epler weist richtigerweise in seinem Blogbeitrag „Content Shock: warum guter Content nicht alleine wirkt“ darauf hin, dass es nicht nur auf den Content ankomme, sondern auch auf das Marketing. Ansonsten bleibe der Inhalt bestenfalls ein Geheimtipp. Was also tun?

Meist kommt hier das Social Web ins Spiel, das dafür sorgen soll, dass unsere Inhalte nicht irgendwo im stillen Kämmerchen verkümmern. Vor etwa zwei Jahren hat das ganz gut funktioniert, aber die Zeiten  haben sich gewandelt , wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen. Vor ein paar Tagen ist dazu ein ganz interessanter Beitrag auf dem Buffer-Blog veröffentlicht worden. „We’ve lost nearly half our social refferal treffic in the last 12 months„, bekennt Kevan Lee darin sehr offen und fragt sich, woran es liegen könne, dass die eigenen Bloginhalte über die sozialen Medien nicht mehr die Aufmerksamkeit wie vor einem Jahr erhalten. Im Fall des Buffer-Blogs beträgt der Rückgang zwischen 43 (Twitter) und 72 Prozent (Google+), das heißt, das Buffer-Blog konnte im letzten Jahr gut 100.000 Zugriffe weniger als noch im Vorjahr verzeichnen.

Auch Lee nennt das Überangebot an Inhalten als einen von mehreren möglichen Gründen:

„Every time someone visits the Facebook News Feed there are on average 1,500 potential stories from friends, people they follow and Pages for them to see.“

Es handelt sich also um einen beinharten Wettkampf, die Frage ist nur, wie man ihn gewinnen kann? Lee sieht hier zwei mögliche Stoßrichtungen. Einerseits komme man wohl nicht darum herum, für die gewünschte Reichweite zu zahlen, andererseits müsse man sich besser mit seinen  Zielgruppen vernetzen. Die Idee, nun einen eigenen Social Media Manager anzustellen, ist sicher nicht die schlechteste, auch wenn das Unternehmen aus lauter Social Media-ExpertInnen besteht. Und es macht auch sicher Sinn, sich darum zu kümmern, dass die Inhalte visuell attraktiv sind und leicht geteilt werden können.

Der in meinen Augen wichtigste Punkt taucht aber in einem der vielen Kommentare auf (die übrigens mindestens so lesenswert sind wie der Beitrag selbst!). Darin schreibt ein User:

„Buffer is cool! And people want to feel like they’re a part of the culture Buffer champions. I know I do. The more you can let people in, the more brand ambassadors you create and the more people you get who are invested in your content and its success.“

Es geht um dieses Gefühl dazugehören zu dürfen, Teil dieses coolen Unternehmens zu sein. Dazu muss dieses coole Unternehmen aber auch selbst im Social Web aktiv werden. Ich fühle mich nur dann zugehörig, wenn ich auch ernst genommen werde, wenn das Unternehmen auf meine Kommunikation reagiert, zum Beispiel, indem es meine Fragen beantwortet oder sich für einen Retweet bedankt.

Kevan Lee hat das sehr geschickt gemacht, indem er sich nicht als Experte ausgegeben hat, sondern als jemand, der auf der Suche nach Rat, nach Informationen ist. Die mittlerweile mehr als 300 Kommentare zeigen, dass es ihm gelungen ist, mit den UserInnen ins Gespräch zu kommen und zwar auf einer inhaltlichen Ebene. Wer sich die Kommentare durchliest, wird noch einen weiteren interessanten Punkt entdecken können: Die UserInnen, die sich wirklich für die Inhalte des Buffer-Blogs interessieren, sind nicht auf die Social Media-Kanäle angewiesen, sondern haben das Blog abonniert, zum Beispiel per Email.

Warum ich das alles schreibe? Ich denke, Kultureinrichtungen stehen vor dem gleichen Problem. Gute Inhalte sind die Voraussetzung dafür, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Gutes Content-Marketing beschränkt sich aber nicht auf die Contentproduktion, sondern geht einen Schritt weiter, sucht das Gespräch und nutzt das Prinzip der Reziprozität. Mir hat der Beitrag „The 80/20 rule for building a blog audience“ auf dem Social Triggers-Blog dabei weitergeholfen.

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2015: Alles wächst zusammen

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Bild: Anonymous„; von Thomas Leth-Olsen (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Ich hoffe, Sie haben alle ein paar erholsame Tage genießen können und sich bereits ein wenig an das Jahr 2015 gewöhnt, für das ich Ihnen alles Gute wünsche. Wie in den letzten Jahren nutze ich auch diesen Jahresbeginn dazu, aus meiner Sicht das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft zu werfen.

2014, das war bezogen auf meinen Arbeitsbereich ein Übergangsjahr. Altes funktioniert nicht mehr so recht, neue Entwicklungen kündigen sich an. Da ist zum Beispiel das Thema Crowdfunding. Von vielen Kulturbetrieben und KünstlerInnen wird es mittlerweile ganz selbstverständlich als ein Instrument genutzt, um die eigene Arbeit zu finanzieren. Wer zum Beispiel einen Blick auf die Statistiken wirft, die Kickstarter für das gerade zu Ende gegangene Jahr veröffentlicht hat, sieht, dass es hier mittlerweile um beachtliche Summen geht. Aber Crowdfunding ist nicht einfach nur ein neues Instrument, um Kunst und Kultur zu finanzieren, sondern weit mehr. Auf der Crowdfundigplattform wemakeit startet heute „Swisscom Music Booster„, eine Kampagne, die sich an Musiktalente in der Schweiz richtet und Sponsoring und Crowdfunding verbindet.

Die Plattform Indiegogo hat vor kurzem das Pilotprogramm „Forever Funding“ gestartet, das ProjektinitiatorInnen die Möglichkeit gibt, Kampagnen über deren Ende hinaus weiterlaufen zu lassen (siehe dazu meinen Beitrag: „Crowdfunding in 11 Schritten (Teil IV)„). Auf diese Weise wachsen die Bereiche Finanzierung und Marketing weiter zusammen. Fundraising, Marketing und Finanzierung, eine strikte Trennung dieser – und anderer – Bereiche macht vielleicht schon bald keinen Sinn mehr?

Intensiv habe ich mich im letzten Jahr auch mit den digitalen Erlebnisräumen beschäftigt. Die Entwicklung des mobilen Webs hat dazu geführt, dass Orte über den Raum „als Ausdehnung in Höhe, Länge und Breite“ (Wikipedia) hinaus eine virtuelle Erweiterung erfahren. Dieser virtuelle Raum kann von den „BesitzerInnen“ genutzt werden, um Informationen oder Unterhaltungsangebote zur Verfügung zu stellen, er lässt sich aber darüber hinaus auch in Form eines öffentlich zugänglichen WLANs den KundInnen, BesucherInnen, Gästen, etc. zur Verfügung stellen, damit sie über das vor Ort Erlebte berichten können. Ob es sich bei diesen Orten um die Präsenz einer oder mehrerer Kultureinrichtungen handelt oder auch ganz Städte, spielt grundsätzlich keine Rolle. Im Sinne der Customer Experience und aus dem Wissen heraus, dass sich Kultureinrichtungen vor allem aus finanziellen Gründen schwer tun, einen digitalen Erlebnisraum aufzubauen, plädiere ich für Kooperationen. Ob es sich um eine Kooperation von Kultureinrichtungen handelt oder eine Mischung aus Kunst, Kultur und Wirtschaft, hängt von den jeweiligen Zielen und Zielgruppen ab. Für die Stadt Bregenz habe ich zusammen mit Nadja Bauer, Frank Tentler und Martin Adam ein Konzept entwickelt, das Kunst, Kultur und Tourismus verbindet und dieses Jahr – hoffentlich – realisiert wird.

#connect habe ich im letzten Jahr als Motto gewählt. Was für mich vor einem Jahr noch nicht greifbar war, gewinnt so langsam an Kontur. Klar ist, wir reden heute nicht mehr über Facebook und die Frage, ob wir zwei oder drei Postings pro Tag veröffentlichen, sondern von einem kulturellen Wandel, der durch die technologischen Entwicklungen ausgelöst oder verstärkt wird. Charlene Li und Brian Solis haben das in ihrem kleinen eBook „The Seven Success Factors of Social Business Strategy“ (Affiliate Link) recht anschaulich beschrieben (siehe dazu: „Und es geht weiter: von Social Media zum Social Business„) und darauf hingewiesen, dass es nicht um Tools, sondern um Werte, Haltungen und Weltanschauungen geht.

Natürlich hat das Auswirkungen auf das Management von Kulturbetrieben. Themen wie Personalentwicklung oder Mitarbeiterführung dürfen keine Fremdworte im Kunst- und Kulturbereich bleiben, die Auswirkungen auf das Kulturmanagement liegen auf der Hand.

Daraus ergeben sich für mich drei Themenschwerpunkte, mit denen ich mich 2015 beschäftigen werde:

  • Crowdfunding als Treiber für eine Annäherung der Bereiche Marketing und Fundraising,
  • Digitale Erlebnisräume als die Erweiterung von Räumen und Ausgangspunkt für Contentstrategien
  • Social Business als Motor für die Entwicklung der Unternehmenskultur in den Kulturbetrieben

Natürlich würde #connect auch dieses Jahr wieder als Motto passen. Aber ich denke, je konkreter ich bin, desto kleiner ist die Gefahr, mich irgendwo in den Themen zu verlieren. Nach und nach, so hoffe ich, werden sich diese drei Bereiche einander annähern und zu einem Strang zusammenlaufen.

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So bekommen Ihre Blogbeiträge mehr Klicks

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Vermutlich geht es mir wie allen, die ein Blog betreiben oder auf eine andere Art und Weise eigene Inhalte veröffentlichen: Ich investiere in meine Beiträge einiges an Zeit und habe deshalb den Wunsch, dass sie dann möglichst oft gelesen werden. Dafür setze ich natürlich auch auf die sozialen Netzwerke und poste dort den entsprechenden Hinweis. Da ich weiß, dass die Postings nach wenigen Stunden praktisch verschwunden sind und keine Links mehr generieren, habe ich versucht, den Hinweis nicht auf allen Netzwerken gleichzeitig zu veröffentlichen, sondern zeitlich gestaffelt. Erst auf Facebook, ungefähr zwei Stunden später auf Twitter und irgendwann auf Google+. Mehr als einmal habe ich gewöhnlich nicht auf meine Blogbeiträge hingewiesen, um mich nicht dem Vorwurf auszusetzen, ich würde spammen.

Vor einiger Zeit bin ich auf KissMetrics auf einen Beitrag von Garrett Moon gestoßen. In „How to Easily Double Your Traffic from Social Media“ zeigt er einen Weg auf, wie die eigenen Blogbeiträge mehr Klicks erhalten. Anhand eines (hypothetischen) Beispiels macht er folgende Rechnung auf:

Quelle: KISSMetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

Quelle: KISSMetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

 

Diese Grafik hat mir zu denken gegeben und mich dazu gebracht, das Thema der Bewerbung des eigenen Blogs etwas genauer zu betrachten. Erstens habe ich natürlich ein Interesse daran, meine Zugriffszahlen zu erhöhen und zweitens bin ich schon seit längerer Zeit dabei, meine mittlerweile knapp 1.800 Beiträge auf diesem Blog zu erfassen, um sie besser zu verwerten. Ob auf Twitter oder in den verschiedenen Facebookgruppen, immer wieder passen alte Blogbeiträge ganz gut zu einem Thema. Aber ich muss wissen, dass es sie gibt und ich muss sie finden. Deshalb erstelle ich gerade eine Liste, um einen Überblick zu erhalten. Aber die alten Beiträge sind ein eigenes Thema, mir geht es primär um die aktuellen Postings.

Die Grafik zeigt, dass sich in diesem Fall die Klickzahlen mehr als verdoppeln würden, weil der Hinweis auf ein Blogpost insgesamt dreimal über die Netzwerke verbreitet wird. Natürlich kann man jetzt auch die Unterschiede der Netzwerke berücksichtigen und unterschiedliche Frequenzen wählen, Moon zeigt in einer weiteren Grafik, wie das aussehen könnte. Da mir mehrere Accounts auf Twitter, Facebook und Google+ zur Verfügung stehen, habe ich viel mehr Gestaltungsspielraum als mit jeweils nur einem Account. Trotzdem würde ich mich unwohl fühlen, permanent den gleichen Inhalt zu verbreiten.

Spannend finde ich daher den Ansatz, ein Blogpost unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten zu bewerben. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Moon anhand eines seiner Blogposts, auf das er via Twitter insgesamt fünf Mal hinweist:

Quelle: KISSmetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

Quelle: KISSmetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

Während er beim ersten Tweet nur den Titel des Postings nennt, stellt er bei der zweiten Verlinkung  eine Frage und sucht sich für das dritte Mal eine interessante Zahl, auf die er hinweist. Beim vierten Mal verwendet er ein Zitat und beim fünften Mal wählt er einen besonders bemerkenswerten Umstand aus, den er als Aufhänger verwendet. Ich muss gestehen, dieser Ansatz gefällt mir, auch wenn ich keine Ahnung habe, ob er überhaupt funktioniert.

Ich habe mir deshalb vorgenommen, das einfach mal auszuprobieren und zu schauen, ob sich die Klickzahlen erhöhen oder nicht. Für diesen und die folgenden Beiträge bin ich gerade dabei, ein „System“ zu entwickeln, das ich bei den nächsten Blogbeiträgen anwenden werde. In etwa vier Monaten werde ich eine Auswertung vornehmen und dann darüber berichten. Bis dahin zähle ich Klicks. ;-)

Was mich interessieren würde: Wie oft weisen Sie auf Ihre Blogbeiträge hin und gehen Si dabei systematisch vor oder überlassen Sie es dem Zufall?

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Marketing im digitalen Raum: Fünf Punkte, auf die wir achten müssen

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Bild: The Future is Here„; von Alisa Perne (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Frank Tentler hat gestern in seinem Blogpost „Social Web 2.0. Oder: Neue Grundlagen für Kommunikation und Marketing.“ beschrieben, wie er die zukünftige Entwicklung des digitalen Raumes sieht und sich dabei auf ein Modell von Robert Scoble und Shel Israel bezogen. In ihm spielen die 5 „Mächte“ Mobil, Social Media, Big Data, Sensoren und die Location Based Technology eine wesentliche Rolle. Was früher einfach nur Social Media hieß und sich für viele auch heute noch auf Facebook reduzieren lässt, erfährt also eine gewaltige Erweiterung, Ob wir nun wie Frank Tentler von den Smartplaces sprechen oder wie ich vom digitalen Erlebnisraum, spielt keine große Rolle, denn die Entwicklungslinien sind die gleichen.

Was aber bedeutet das eigentlich für uns und unsere Social Media-Aktivitäten? Worauf müssen wir achten, wenn wir weiter das Web für unsere Marketingaktivitäten nutzen wollen? Ein kurzer Blogbeitrag von Rob Bibelhauser auf dem Edelman-Blog spricht da ein paar – in meinen Augen – wichtige Punkte an. In „Five Realities of Modern Digital Marketing“ berichtet er vom Besuch einer Konferenz in Seattle und listet darin auf, was er für sich an Erkenntnissen mitgenommen hat:

1. „The Internet of Places“

Bibelhauser spricht von Apps, die es den UserInnen ermöglichen, vor Ort auf bestimmte Informationen zuzugreifen, die sich entweder auf diesen Ort oder das dort stattfindende Event beziehen. Universitäten, Museen oder Konferenzen hätten, so schreibt er, eine neue Plattform, um ihre Geschichte zu erzählen. Was ihm aber noch wichtiger erscheint:

„… brands that lack a physical retail space will find that events can serve as location-based distribution outlets.“

Orte erfahren dadurch eine enorme Aufwertung, was natürlich auch damit zu tun hat, dass wir es schon fast als selbstverständlich ansehen, vor Ort auf online zur Verfügung stehende Informationen oder Inhalte zugreifen zu können. Das heißt aber auch: Mit einer Website alleine ist es nicht mehr getan. Die Menschen vor Ort erwarten erstens, dass sie dort ohne Probleme online gehen können und zweitens, etwa mit Hilfe von iBeacon mit für sie relevanten Inhalten versorgt werden.

2. „Content is No Longer King“

Bibelhauser meint damit nicht, dass Inhalte nicht mehr wichtig sind, nein. Aber es gibt immer mehr Content, während die Zeit derer, für die er bestimmt ist, auf maximal 24 Stunden pro Tag beschränkt bleibt. Wir erleben es ja auf Facebook, wo wir Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden sind und nun um die Aufmerksamkeit der UserInnen kämpfen müssen. Gute Inhalte sind zwar wichtig, aber wenn sie niemanden erreichen, war die ganze Mühe umsonst. Während Derek Halpern sein Augenmerk auf die Distribution legt und in seinem Blogbeitrag „The 80/20 Rule for Building a Blog Audience“ fordert:

„(C)reate content 20% of the time. Spend the other 80% of the time promoting what you created“,

schreibt Colleen Dilenschneider in „Six Reasons why Content Is No Longer King„: „Content isn’t dead, but connectivity assuredly is king.“ Wo auch immer wir den Schwerpunkt ansetzen, klar ist, dass es nicht reicht, Inhalte zu produzieren und darauf zu warten, dass sie konsumiert werden.

3. „Paying to Reach the Right Audience“

Ein Weg, die eigenen Inhalte sichtbarer zu machen, ist es, Geld in die Hand zu nehmen, damit die entsprechenden Zielgruppen auch wirklich erreicht werden.

„Without paid promotion, the value of your content is diminished from the start“,

meint Bibelhauser und ist davon überzeugt, dass wir auch die Daten, die wir auf diese Weise erhalten, dringend benötigen, um herauszufinden, ob wir für jede Zielgruppe die richtige Geschichte gefunden haben. Waren es früher nur die großen Unternehmen, die sich für die Daten der UserInnen interessiert haben, sind heute auch die „Kleinen“ froh über die Daten, die sie so erhalten. Die Antwort, ob das Sammeln von Daten denn nötig sei, fällt bei Bibelhauser eindeutig aus: „The answer is yes.“

4. „Video Now the Dominant Player in Mobile“

Das ist der Punkt, an dem ich am meisten schlucken musste, dachte ich doch immer, Videos seien vor allem für die Smartphones eher uninteressant. Aber wenn es stimmt, dass die Hälfte des Traffics über die mobilen Geräte durch das Abspielen von Videos verursacht wird, dann muss ich mich wohl viel intensiver mit dem Thema Video beschäftigen.

5. „Authenticity is Evergreen“

Authentizität ist und bleibt wohl einer der wichtigsten Erfolgskriterien im digitalen Raum. Und was nach Bibelhauser noch dazu kommt:

„Brand trust flows from places that reflect reality and real life — things aren’t always perfect, and the brand promise must match the brand reality.“

In meinen Augen ist das ein ganz wichtiger Punkt, denn viele Kultureinrichtungen streben im Social Web danach, möglichst fehlerlos, möglichst perfekt dazustehen. Ich denke, so etwas kommt gar nicht so gut an, schließlich wissen wir, dass jede/r von uns mal Fehler macht und wir alle nicht perfekt sind.

Manche dieser Punkte sind recht neu, manche kennen wir schon lange. Aber mich hat beim Durchlesen des Beitrags von Rob Bibelhauser erstaunt, wie gut er den Beitrag von Frank Tentler ergänzt. Der Rahmen für unsere Aktivitäten erweitert sich ständig, das Social Web ist nur noch ein Teil davon. Denken wir hier weiter, können wir schon jetzt erahnen, dass der Begriff „social“ irgendwann verschwinden wird, denn am Ende ist alles „social“. Das ist dann der Moment, wo der Begriff als Attribut überflüssig wird und wir uns sicher sein können, dass das Social Web bei uns angekommen ist. Aber bis dahin dauert es wohl noch eine Weile. ;-)