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Suchmaschine oder soziales Netzwerk: Woher kommt mehr Website Traffic?

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Foto von Carlos Muza auf Unsplash Die Frage, wie man mehr BesucherInnen auf die eigene Website oder das Blog bekommt, wird mir immer wieder gestellt. Das Problem: So leicht ist sie nicht zu beantworten, denn den einen Weg zum Erfolg gibt es leider nicht. Wir alle wissen, dass die sozialen Netzwerke ein wunderbarer Trafficlieferant sein können. Und ebenso klar ist uns allen, dass es sinnvoll ist, mit den eigenen Inhalten in den Suchmaschinen vertreten zu sein, um von den UserInnen gefunden zu werden. Wer also nichts falsch machen möchte, produziert jede Menge Content, der dann hoffentlich über die Suchmaschinen gefunden wird und nutzt die sozialen Netzwerke, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und die UserInnen auf die eigene Website oder das Blog zu lenken. Das bedeutet aber auch, viel Zeit in die Produktion neuer Inhalte zu stecken und mindestens ebenso viel Zeit für Facebook, Twitter & Co. aufzuwenden. Das mag in der Anfangseuphorie funktionieren, aber vermutlich hält das niemand lange durch. Recht schnell macht sich dann Ernüchterung breit und vorbei ist es mit den hochgesteckten Zielen. Wenn wir nicht in diese Situation kommen möchten, sollten wir uns zwei Dinge vorher überlegen:
  • Wieviel Content können wir produzieren?
  • Welchen Marketingkanal nutzen wir, um unsere Inhalte zu bewerben?
Vielen wird es bei der Antwort auf die erste Frage so gehen wie mir: Ich habe mich in der Vergangenheit regelmäßig überschätzt. Idealerweise sollte ich zwei Beiträge pro Woche schreiben, aber ich denke, realistischerweise schaffe ich einen Beitrag alle zwei Wochen. Für mich passt diese Frequenz, für andere vermutlich nicht. Warum ist das so? Die Antwort darauf hat mit Frage zwei zu tun. Ich bekomme nämlich den meisten Traffic über die Suchmaschinen: Klar, wenn ein neuer Beitrag erscheint, erhöht sich kurzfristig die Zahl der Zugriffe über die sozialen Netzwerke. Aber die Hauptlieferanten für meinen Traffic sind Google und mit weitem Abstand Bing. Der Vorteil für mich: Ich muss nicht jeden Tag neue Inhalte produzieren. Die Beiträge werden gefunden, auch wenn sie schon älter sind. Deshalb reicht es auch, wenn ich alle zwei Wochen einen Beitrag veröffentliche. Fragt man mich nach dem Marketingkanal, über den ich meinen Content bewerbe, ist die Antwort daher klar: Es sind die Suchmaschinen, über die mit Abstand die meisten Zugriffe erfolgen. Die sozialen Netzwerke sind aus anderen Gründen wichtig, aber nicht unbedingt, um den Traffic auf meinem Blog zu steigern. Warum ist das so? Ich habe den Grund bis jetzt immer darin gesehen, dass mein Blog schon relativ alt ist (zehn Jahre) und viel Content enthält (> 1800 Beiträge). Im Umkehrschluss habe ich immer behauptet, dass junge Blogs oder Websites viel stärker auf soziale Netzwerke angewiesen sind, weil sie sich in den Suchmaschinenrankings noch nicht nach oben gearbeitet haben. Diese Argumentation ist vermutlich nicht ganz falsch, aber der Beitrag „Social Traffic vs. Search Traffic“ von Kishen Sreehari auf der Blogger-Plattform ShoutMeLoud liefert noch eine andere Erklärung. Es gibt nicht die eine Lösung, denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Blogs beziehungsweise Websites. Davon hängt es dann ab, welche Marketingkanäle am sinnvollsten sind.

In die Tiefe gehender Content wird meist über die Suchmaschinen entdeckt

Kishen Sreehari hat ein paar Blogs analysiert und macht deutlich, warum manche Blogs eher über die Suchmaschinen gefunden werden, andere wiederum über die sozialen Netzwerke. Beim ersten Blogbeispiel handelt es sich mit Backlinko um einen der renommiertesten Blogs im Bereich SEO. Brian Dean, der 2012 mit diesem Blog startete, ist übrigens ein Beispiel dafür, dass man auch mit wenigen, aber qualitativ hochwertigen Beiträgen sehr erfolgreich sein kann. Die Zugriffe auf sein Blog erfolgen vor allem über die Suchmaschinen, wie die Grafik zeigt. Wer über Google &Co. gefunden werden möchte, für den hat Sreehari folgenden Hinweis parat:
„If you want to do well with search traffic, you’ll need content which people will be actively searching for.“
Am ehesten funktioniert das mit Nischenthemen, Anleitungen oder Beiträgen, in denen Tipps und Tricks beschrieben werden. Auch in meinem Blog sind es vor allem die How-to-Beiträge, die auf diese Weise aufgerufen werden. Überraschend ist das nicht, denn wenn wir etwas wissen möchten, nutzen wir Google und suchen nicht auf Facebook. Aber zurück zu Backlinko. Ein nicht unerheblicher Teil der UserInnen findet auch direkt zu seinem Blog. Für Sreehari ist das ein Hinweis darauf, dass Dean mit seinem Blog eine starke Marke aufgebaut hat. Viele UserInnen kennen und schätzen sein Blog und müssen dafür nicht die Suchmaschinen bemühen oder in den sozialen Netzwerken auf neue Beiträge hingewiesen werden. Letzteres würde auch deshalb nicht funktionieren, weil nur selten neue Beiträge erscheinen.

Tagesaktuelle Informationen verbreiten sich oft über soziale Netzwerke

Das Blog „Wait But Why“ geht in eine ganz andere Richtung. Man findet dort Beiträge über Themen, die Millennials, Hipster und Geeks interessieren. Nicht ein spezielles Thema steht im Vordergrund, sondern Dinge, die gerade bei dieser Zielgruppe angesagt sind. Wie erfolgen die Zugriffe auf diese Seite? Im Unterschied zu den beiden ersten Blogs wird diese Seite sehr häufig über die sozialen Netzwerke gefunden. Wer möchte, dass die eigene Seite auf diese Weise entdeckt und der Inhalt möglichst oft geteilt wird, muss, so Kishen Sreehari, vor allem auf „Trending News, Funny Memes“ und „Popular Culture“ setzen. „Wait But Why“ ist aber auch eine bekannte Marke, viele warten schon auf neue Beiträge und steuern die Seite direkt an. Was muss man für so viele Direktzugriffe tun?
„If you want traffic to come to you directly, you need to be an authority, you need to be original, and you need to be the only one producing that kind of content“,
erklärt Sreehari. Interessant ist sein letztes Beispiel, die Seite von Business Insider. Obwohl als Marke durchaus bekannt, hat sie im Verhältnis zu den letzten zwei Beispielen nur wenige Direktzugriffe. Es ist natürlich schwer, die Gründe für die verhältnismäßig niedrige Zahl an Direktzugriffen zu bestimmen. Einerseits kann es daran liegen, dass es nicht die einzige Website ist, die solchen Content anbietet. Andererseits liegt es unter Umständen an den zahlreichen Beiträgen, die dort erscheinen. Die, die einen interessieren, zu finden, ist gar nicht so leicht und kostet vor allem Zeit. Da nutzt man dann eher die Suchmaschinen, um die gewünschten Inhalte zu finden. Warum erfolgen aber so viele Zugriffe über die sozialen Netzwerke? Sreehari vermutet, dass es an der Berichterstattung über aktuelle Veranstaltungen liegt. Sein Tipp:
„If there’s one quick way to get a lot of traffic from social media, it’s to cover the latest news in your field.“

Fazit

Je unverwechselbarer Sie und Ihre Inhalte sind, je größer Ihre Reputation, desto höher wird die Zahl der Direktzugriffe auf Ihre Website oder Ihr Blog sein. Auf die sozialen Netzwerke sollte setzen, wer über tagesaktuelle Geschehnisse berichtet beziehungsweise über Trendthemen schreibt. Geht es um Anleitungen, tiefergehende Informationen oder Inhalte, die man sonst nirgends finden kann, kommen die UserInnen wohl über die Suchmaschinen. Was bedeutet das für Kultureinrichtungen? Eine bekannte Marke und eine „logische“ Domain („namederkultureinrichtung.de“) sorgen dann für viele Zugriffe, wenn die Qualität der Inhalte stimmt. Kommen die UserInnen nicht nur, um sich über die kommende Ausstellung, die Abendveranstaltung zu informieren, müsste deren Verweildauer relativ hoch sein. Museen, die rund um ihre Ausstellungen vertiefenden Content anbieten, werden großteils über die Suchmaschinen gefunden, geht es um die Ausstellung selbst, beispielsweise die Eröffnung, werden die UserInnen wohl eher über die sozialen Netzwerke erreicht.  Oder am Beispiel Oper: Wenn Sie sich in einem Blogbeitrag mit der Aufführungsgeschichte des Fidelio beschäftigen, wird dieser Beitrag mittel- und langfristig über die Suchmaschinen gefunden werden. Geht es um die morgige Premiere, ist das was für die sozialen Netzwerke. In der Analyse Ihrer Inhalte ist es Ihnen möglich, herauszufinden, ob sich die Zugriffe über soziale Netzwerke oder Suchmaschinen im normalen Rahmen bewegen. Sie wissen aber auch, wie Sie eine Entwicklung unterstützen oder bei Bedarf gegensteuern können.
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Im nächsten Treffpunkt KulturManagement am 15. Februar stellen wir Pinterest vor

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Pinterest ist das derzeit wohl liebste Spielzeug der Webcommunity. Die Zahlen belegen eindrucksvoll, welcher Hype da derzeit stattfindet. Wer schöne Fotos liebt oder im realen Leben gerne in Katalogen blättert, kommt auf dieser Online-Pinwand voll auf seine Kosten. Das Prinzip ist schnell erklärt: wer irgendwo ein Bild im Web entdeckt, das ihm gefällt, pinnt es auf seine Pinwand, in die man mit Hilfe von Boards eine Struktur reinbringt. Den Umgang mit einem Pin zeigt die folgende Grafik:

Source: agbeat.com via Christian Henner-Fehr on Pinterest

Diese Grafik habe ich über eines meiner Pinboards hier eingebettet, mit ein paar Klicks ist so (fast) jedes beliebige Bild in die eigene Website integriert. So einfach das technisch alles gelöst ist, so schwierig wird die Sache, wenn es um die rechtlichen Fragen geht. Natürlich ist es verboten, sich ohne Erlaubnis der Urheber fremder Werke zu bedienen, was den Spaß, tolle Bilder anderer auf die eigene Pinwand zu „heften“ etwas schmälert bzw. ihn verhindert. Auch auf Pinterest gilt: ohne das Einverständnis der Urheber darf ich nicht pinnen. Was bedeutet das nun für Kultureinrichtungen? Sollen sie von Pinterest die Finger lassen, weil dort Urheberrechtsverletzungen quasi vorprogammiert sind oder handelt es sich dabei um ein social network, das ihnen neue Möglichkeiten bietet, Sichtbarkeit zu erlangen oder das eigene Angebot zu vermarkten? Wenn ja, was müssen Museen tun, um sich dort erfolgreich zu positionieren und von den Möglichkeiten dieser Plattform zu profitieren? Mit Jennifer Fuchs Madine haben wir für den 21. Treffpunkt KulturManagement eine Expertin eingeladen, die sich in der letzten Zeit intensiv mit dem Thema Pinterest im Museumsbereich beschäftigt und zu diesem Thema bereits zwei Blogposts veröffentlicht hat. Sie ist Museologin und lebt seit August 2011 in Berlin. Davor hat sie fast 8 Jahre lang in Edinburgh bei den National Museums Scotland in den Bereichen Besucherforschung und Social Media gearbeitet. Sie sitzt im Vorstand von ICOM CECA, und betreibt die Website Museum140, die sich zum Ziel macht, Social Media Projekte im Museums- und Kulturbereich auszurichten. Wenn Sie wissen wollen, wie Pinterest funktioniert, in welcher Form Museen es nutzen können und worauf man dabei achten muss, dann sind Sie ganz herzlich zum nächsten Treffpunkt KulturManagement eingeladen, der am 15. Februar von 9 bis 10 Uhr stattfindet. Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort registrieren. Hier noch einmal die wichtigsten Infos: Treffpunkt KulturManagement Termin: 15.02.2012 von 9:00 bis 10:00 Thema: Pinterest: ein Netzwerk auch für den Museumsbereich? Impulsvortrag: Jennifer Fuchs Madine Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement
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Google+: Konkurrenz für Facebook?

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Vor wenigen Tagen erst hat Facebook den Gang an die Börse angekündigt. Geplant ist er für das erste Quartal 2012, aktuell wird der Marktwert des social network auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt. Damit einher geht eine wachsende Unzufriedenheit der UserInnen, die nicht besonders erfreut sind, jeden Tag Änderungen vorzufinden, die sie nicht brauchen oder wollen. Diaspora, von vielen schon als Alternative gesehen und in der Anfangseuphorie mit viel Risikokapital ausgestattet, ist einfach noch nicht so weit, obwohl die Anfänge durchaus vielversprechend sind. So ist zum Beispiel das Problem, nicht alle Informationen mit allen teilen zu wollen, recht gut gelöst worden. Zwar gibt es auch auf Facebook eine Listenfunktion, aber für die meisten ist sie zu kompliziert und wird deshalb nur äußerst selten genutzt. Während Diaspora also noch keine wirkliche Konkurrenz darstellt, wagt sich nun Google aus der Deckung und hat gestern offiziell das Google+ Projekt angekündigt. Die Startseite, die bereits auf deutsch zur Verfügung steht, lässt erahnen, in welche Richtung die Aktivitäten gehen werden. Dazu existiert bereits eine Beschreibung, aus welchen Bestandteilen sich das noch Projekt genannte Netzwerk zusammensetzen wird. Eine direkte Antwort auf das schon erwähnte Facebook-Problem, dass man nicht alles mit allen teilen will, stellt Circles dar. Das Video ist mir zwar zu amerikanisch geworden, zeigt aber, dass Google sich Gedanken gemacht hat, welche Alternativen es zu den Listen auf Facebook gibt. Herausgekommen ist mit Circles ein Ansatz, den man bereits von Diasphora kennt und der zumindest derzeit, wo Diaspora nur von wenigen genutzt wird, recht gut funktioniert. Herstellen lässt sich diese Verbindung über die Emailadresse, womit auch klar ist, warum seit kurzem in der Google-Mailbox ein neues Kontakt-Widget zu finden ist, in dem ich die Emailadressen und die letzten Mailwechsel angezeigt bekomme. So gewünscht, habe ich die Möglichkeit, weitere Informationen zu dem jeweiligen Kontakt hinzuzufügen, z.B. die Telefonnummer oder die URL. Sehr spannend und im Hinblick auf die Social-Media-Aktivitäten von Kultureinrichtungen von großem Interesse ist wohl Sparks, eine Art Themenfeed.
Wer nicht nur auf den eigenen Namen, sondern auf Themenfelder gesetzt hat, ist hier klar im Vorteil, denn genau um die geht es. Themenfelder bzw. Schlagworte sind die Strukturierungshilfe, ohne die in Zukunft nichts mehr gehen wird. Ob in Google+ oder auch einfach nur in den Suchmaschinen spielt keine Rolle. Bis jetzt wird Google+ noch in einer closed beta getestet. Ich hoffe aber, möglichst bald eine Einladung dafür zu bekommen, um das Angebot von Google selbst testen und darüber berichten zu können. Erst dann lässt sich die in der Überschrift gestellte Frage wirklich beantworten. Im Augenblick gibt es nur ein paar Appetizer, die allerdings Lust auf mehr machen. ;-)
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Die Wegweiser in der Online- und der Offline(?)-Welt

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Wegweiser © Twingu; Pixelio Darek Kłeczeks Blog Leadership in Social Networks ist immer wieder lesenswert. Vor einigen Tagen hat er sich daran versucht, die Begriffe Leader, Influencer und Manager zu beschreiben. Seine „Definitionen“ sind sehr hilfreich und kommen zur rechten Zeit, weil ich mich gerade mit dem Thema Führung beschäftige. Hier sein Versuch, die drei Begriffe voneinander abzugrenzen:
  • Influencers – People that change mindsets of their followers. (…)“
  • Leaders – Influencers that also make a call for action. Leaders aren’t satisfied when you change your opinion about a product, they want you to buy it. They’re not satisfied with your interest in the lifehack, they want you to implement it. They want you to get in touch with their other friends and start a business together. And if they are true leaders, you do what they want, as it’s the best thing for you to do.“
  • Managers – People that organize online collaboration. They may not be as visible and popular as leaders or influencers, but without them no complex effort can be undertaken online. (…)“
Mit der Beschreibung des Leaders habe ich etwas Schwierigkeiten. Der kommt hier etwas ich-bezogen rüber, finde ich. Den Leader als sozialen Architekten zu sehen, gefällt mir da besser. Darek Kłeczek spricht in seinem Beitrag nur von der Online-Welt. Trifft die Beschreibung nicht eigentlich auch auf die reale (soziale) Welt zu? Schon, oder?
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Artition, ein Social Network für KünstlerInnen

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artition Robert Basic hat es gestern vorgestellt: artition, „the social network for all artists“. Die Plattform verfolgt zwei Ziele, wenn ich es richtig verstanden habe. Erstens haben hier KünstlerInnen die Möglichkeit, sich zu vernetzen und zweitens können sie hier ihre Kunstwerke verkaufen, unabhängig davon, ob es sich um Bilder, Videos, Literatur, etc. handelt. Zu Punkt eins, der Möglichkeit, sich auf artition zu vernetzen, kann ich wenig sagen. Es gibt bereits Versuche, solche Communities für KünstlerInnen zu etablieren, wirklich durchgesetzt hat sich aber noch keine Plattform. Darüber hinaus hat der Kunst- und Kulturbereich natürlich auch die großen Netzwerke wie Xing und Facebook entdeckt, wo es Gruppen und Foren mit beachtlichen Teilnehmerzahlen gibt. Ich bin bei solchen Netzwerken oder Communities mittlerweile etwas skeptisch, denn die Herausforderung besteht ja nicht darin, damit online zu gehen, sondern dem ganzen Leben einzuhauchen. Die x-te Seite, wo alle ihre Profile reinstellen können, ist meiner Meinung nach schlicht überflüssig. Die Herausforderung besteht also darin, sich in irgendeiner Weise von den anderen Netzwerken abzuheben. artition versucht das und damit sind wir bei Punkt zwei, in dem hier KünstlerInnen die Möglichkeit angeboten wird, ihre Kunstwerke „auszustellen“ und zum Verkauf anzubieten. Robert Basic meint, dass die Seite etwas karg geworden wäre. Mir gefällt das eigentlich ganz gut. Ich habe mir gerade einige Fotos von KünstlerInnen angeschaut und festgestellt, dass die durch das schlichte Layout sehr gut herauskommen. Wenn es auf der Seite darum geht, Kunstwerke zu verkaufen, dann ist es eindeutig ein Manko, dass ich als BesucherIn dieser Seite viel zu wenig Informationen zu Kunstwerk und KünstlerIn erhalte. Zumindest ist es mir jetzt beim Durchklicken so gegangen, vielleicht habe ich auch nur Pech gehabt und habe nur KünstlerInnen gefunden, die unerkannt bleiben wollen. Sich erst registrieren und anmelden zu müssen, um mehr Infos zu bekommen, ist meiner Meinung eine unnötige Hürde für diejenigen, die hier kaufen sollen. Ich gehe mal davon aus, dass die KünstlerInnen ihre Kunstwerke nicht alle gegenseitig kaufen. Und ich als potenzielle KäuferIn will ja nicht Teil des Netzwerks werden, mich interessieren nur die Kunstwerke. Wenn es ums Verkaufen geht, dann macht man es hier den BesucherInnen unnötig schwer. Wobei ich jetzt nur von den Infos über Kunstwerk und KünstlerIn rede. Das wäre so, wie wenn Sie sich bei Amazon anmelden müssten, um den Autor des Buches genannt zu bekommen, für das Sie sich gerade interessieren. Gut, nun haben wir also ein Social Network für KünstlerInnen. Wird das nun dadurch aufgewertet, dass hier auch Kunstwerke ausgestellt bzw. verkauft werden können? Ich denke nicht, denn hier werden zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen angesprochen. Auf der einen Seite die KünstlerInnen, die sich hier vernetzen können. Auf der anderen Seite die potenziellen KäuferInnen, bei denen ich davon ausgehe, dass es sich nicht primär um KünstlerInnen handelt. Ein Interesse an Vernetzung mit KünstlerInnen besteht also nicht. Das heißt, die Kombination Social Network und Verkaufsplattform ist eigentlich gar keine, sondern hier bestehen zwei Angebote, die sich an zwei verschiedene Zielgruppen richten und salopp gesagt nichts miteinander zu tun haben. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es gelingen wird, über diese Plattform viele Verkäufe zu generieren. Nicht weil die Plattform besonders schlecht gemacht ist, nein. Ich glaube, der Ansatz beinhaltet einen Denkfehler. So eine Verkaufsplattform macht vielleicht dann Sinn, wenn sie „elitär“ funktioniert. Bekannte KünstlerInnen, teure Kunstwerke, limitierter Zugang zur Plattform, der für Exklusivität steht. Das will artition aber nicht sein, vermute ich mal. Mit den dort ausgestellten Kunstwerken muss ich daher zu meinen potenziellen KäuferInnen gehen. Wäre es da nicht viel zielführender, wenn ich versuche herauszufinden, ob es Plattformen gibt, auf denen sich meine Zielgruppe aufhält und ich dann eine Kooperation mit denen eingehe? Dort sind sie nämlich schon, meine potenziellen KäuferInnen. Auf eine Plattform wie artition muss ich sie erst bekommen und dazu bedarf es gewaltiger Anstrengungen. Ich glaube nicht, dass solche isoliert stehenden Plattformen erfolgreich sein können. In artition ist die richtige Grundidee enthalten, nämlich die, ein Netzwerk aufzubauen. Nur leider richtet es sich an die falsche Zielgruppe. Eine Community mit denen aufzubauen, die als KäuferInnen in Frage kommen, das ist die Herausforderung.
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Der Unterschied zwischen Foren, Blogs und Social Networks

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Als ich vor mehr als einem Jahr mit dem Bloggen begonne habe, war es vor allem die Faszination, sich über eine Website mit anderen austauschen und neue Kontakte knüpfen zu können. Das ist, wenn ich die letzten 14 Monate Revue passieren lasse, auch gelungen. Mein Aufhänger war also die Idee, hier zu kommunizieren und damit das zu tun, was, pauschal gesagt, in die Kategorie Web 2.0 gehört. Wie genau diese Kommunikation aber aussieht und was ein Blog von einem Forum oder einem Social Network unterscheidet, das wusste ich damals nicht. Wenn ich es gewusst hätte, wäre es unter Umständen gar kein Blog geworden. Was unterscheidet aber nun ein Blog von Foren oder Social Networks? Jeremiah Owyang hat sich auf seinem Blog Gedanken dazu gemacht und den Beitrag „Understanding the difference between Forums, Blogs and Social Networks“ verfasst. Darin schreibt er:
  • Forums are like social mixers, where everyone is at equal level, milling about and discussing with others.“ Owyang bezeichnet Foren als ein many-to-many Kommunikationstool, bei dem alle TeilnehmerInnen gleichgestellt sind. Die Struktur ergibt sich aus den Themen.
  • Blogs are like a keynote speech where the speaker (blogger) is in control of the discussion, but allows questions and comments from the audience.“ Ich verwende immer das Beispiel des Lehrers/der Lehrerin vor einer Schulklasse. Von Gleichstellung kann also hier nicht die Rede sein.
  • Social Networks are like topic tables at a conference luncheon. (…) Social networks allow members to organize around a person’s relationships or interests, rather that just focused on topic. People that know each other (or want to meet each other) will connect by a variety of common interests.“
So, was heißt das jetzt? Ich kann diese verschiedenen Tools gezielt dafür verwenden, um meine Ziele zu erreichen. Nehmen wir mal an, es geht darum, den Bereich Kulturmanagement zu stärken bzw. sichtbarer zu machen. Das Szenario könnte dann so aussehen:
  1. Sichtbarkeit erreiche ich, indem einzelne KulturmanagerInnen damit beginnen, das Thema zu forcieren. Im Internet sind da sicher Blogs ein sinnvolles Instrument, aber es gibt natürlich auch andere. Der Ansatz one-to-many erlaubt es mir, mit meinem Blog andere anzusprechen, die sich für das Thema interessieren. Aus diesem Interesse heraus werden sich andere motiviert fühlen, auch ein Blog zu starten.
  2. Ist eine kritische Masse erreicht, schließen sich die einzelnen Kulturmanagement-BloggerInnen zusammen, z.B. in einem Social Network. Hier sind alle gleichberechtigt und haben die Möglichkeit, sich z.B. für Projekte zusammen zu schließen, denn „Netzwerke sind Beziehungen von (Beziehungs)-Optionen„.
  3. Foren könnten nun dazu dienen, mit den NutzerInnen von Kunst und Kultur in Kontakt zu treten. Nicht einfach so, sondern in den Bereichen Informationen oder Support.
Es macht also eigentlich wenig Sinn, sofort mit einem Netzwerk zu beginnen. Das könnte auch eine Erklärung sein, warum Foren oder zahlreiche „Gruppen“ (siehe die Kulturmanagement-Gruppe bei Xing) nicht funktionieren. Nehmen wir das Forum des Kulturmanagement Netzwerks. Die Frage ist, ob es mit Hilfe des oben beschriebenen Szenarios funktioniert hätte?