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Ankündigung: 4. Fachtagung für Kulturfundraising und -sponsoring

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Nächste Woche findet am 14. Juni von 9:00 bis 17:30 hier in Wien die 4. Fachtagung für Kulturfundraising und -sponsoring statt. Das Thema „Give & Take. Wie private Kulturförderung funktioniert.“ würde eigentlich auch gut zum stARTcamp passen. Es geht um „fruchtbare Kooperationen“, wie es in der Ankündigung heißt und dass dabei Crowdfunding als Thema so prominent vertreten ist, gefällt mir persönlich sehr gut.

Nachdem ich im letzten Jahr einen Vortrag halten durfte (siehe dazu mein Blogpost „Fundraising: Neue Ideen haben es schwer“), kann ich dieses Jahr leider nicht dabei sein. Die Vorbereitungen für das stARTcamp und das ORF-Dialogforum nehmen einfach zu viel Zeit in Anspruch. Da ich aber glaube, dass die Frage der Finanzierung von Kunst und Kultur ein eminent wichtiges Thema ist, habe ich der Organisatorin dieser Veranstaltung, Eva Estermann ein paar Fragen gestellt.

Kulturmanagement Blog: Liebe Eva, die Fachtagung für Kulturfundraising und -sponsoring dreht sich um das Thema „Give & Tage“, um „fruchtbare Kooperationen“, wie Du in der Ankündigung schreibst. Warum sollen Kultureinrichtungen kooperieren und worin siehst Du den Mehrwert für beide Seiten?

Eva Estermann: Ob in Wissenschaft und Forschung, im Bildungsbereich, Politik oder Wirtschaft,   überall spielt das Prinzip Kooperation eine wichtige Rolle, wenn wir erfolgreich sein wollen. Die Psychologie und die Pädagogik haben sich damit eingehend befasst, auch die Philosophie, Soziologie und Politische Theorie, die Ökonomie mit der Mathematik im Rahmen der Spieltheorie und natürlich die Management-Lehre, wenn sie die Erfolgsbedingungen von Unternehmensallianzen oder Verhandlungsstrategien untersucht. Zu

© Ludwig Schedl

kooperieren bedeutet, mit dem jeweils anderen gemeinsam ein Ziel festzulegen und darauf zuzusteuern. Umso unterschiedlicher die Partner sind, desto höher ist der Nutzen dieser Partnerschaft. So entstehen neue Ideen und Perspektiven und so erwerben beide involvierte Parteien getrennt voneinander jeweils neue Erkenntnisse und Fähigkeiten, im besten Fall entstehen über die Parteieninteressen und den kleinsten gemeinsamen Nenner hinausgehende gesamtgesellschaftliche Weiterentwicklungen. Da Partner aber unterschiedlich sind und meistens unterschiedliche Erwartungen pflegen, müssen sie in aller Ehrlichkeit aufeinander zugehen und sich vorher die Zeit nehmen, sich in den jeweils anderen hineinzudenken. Nicht anders funktioniert erfolgreiche private Kulturförderung: es ist meiner Ansicht nach falsch, die Motive hierfür immer nur auf das Thema Geld zu reduzieren. Aber genauso beginnt leider noch immer fast jede Argumentation, weshalb Kultureinrichtungen heutzutage vermehrt Privatmittel einwerben sollen – „weil die öffentlichen Kassen leer sind“. Mag sein, dass  die öffentliche Kulturfinanzierung an ihre Grenzen gestoßen ist. Private Kulturförderung soll trotzdem nicht der wegen zunehmendem haushaltspolitischen Druck entstandenen Sparlogik öffentlicher Förderstellen folgen und deren Knappheiten kompensieren oder gar ersetzen, sie kann und will ergänzend auftreten. Der Mehrwert für die Kultur? Durch privates Engagement können eben Projekte realisiert werden, die sonst nie entstanden wären: das sind auf der einen Seite durchaus kommerziell gut verwertbare Projekte, auf der anderen Seite aber viele innovative, vielleicht sogar „sperrige“ (weil spartenübergreifende, künstlerisch komplizierte, oder auch nicht ein großes Publikum ansprechende) Projekte, über die sich eine öffentliche Förderstelle vielleicht nicht unbedingt rüber getraut hätte. Profitieren können davon nicht nur all die großen und damit ohnehin bereits stark subventionierten Kultureinrichtungen. Das zivilgesellschaftliche Engagement kommt bereits jetzt den vielen kleinen Kulturvereinen zu Gute, die stark auf Ehrenamtlichkeit und Freiwilligenarbeit aufbauen. Noch stärker und systematischer sollen die kleinen Non-Profit-Einrichtungen private Geldquellen, über Sponsoring, Fundraising bzw. Spenden und Mäzenen sowie Stiftungen erschließen. Zudem treten viele große Unternehmen und – leider in Österreich noch viel zu wenig –  Stiftungen als unmittelbar fördernde oder selbst Kultur produzierende Akteure auf und tragen damit zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei. Bei unserer Veranstaltung wollen wir immer diese kulturpolitischen Fragestellungen mitandenken. Die Teilnehmer/innen sollen sich mit einem Knowhow über aktuelle Strategien und Methoden im Fundraising und Sponsoring wappnen. Sie sollen aber auch die dahinterliegenden Paradigmen erkennen und überdenken. Damit wären sie unserer Ansicht nach die erfolgreichsten Fundraiser/innen! Deswegen freuen wir uns so sehr auf unseren Keynote-Speaker Stephan Frucht: ein Querdenker par excellence, der gleichzeitig als ausgebildeter Dirigent und Violinist, Kulturmanager, Kulturpolitikberater (und btw. ehemaliger Unfallchirurg!) uns hier bestimmt sehr wertvolle Denkanstöße geben kann.

Der Kulturbereich muss Crowdfunding noch viel mehr nutzen

Kulturmanagement Blog: Ich bin ja immer froh, wenn Kultureinrichtungen die Spendenschiene verlassen und versuchen, ihren Kooperationspartnern auf Augenhöhe zu begegnen. Deshalb bin ich ein großer Freund von Crowdfunding und finde es großartig, dass sich das Thema durch den ganzen Tag findet. Was muss getan werden, damit noch viel mehr Kultureinrichtungen auf diese Form der Finanzierung setzen?

Eva Estermann: Alles ist Definitionssache. Crowdfunding gehört zu den Instrumenten des Fundraisings, speziell des Spendenwerbens. Spendensammeln hat noch immer diesen negativen Beigeschmack, dass man Menschen das Geld aus der Tasche ziehen will. Schade, wo doch Herr und Frau Österreicher/in im internationalen Schnitt besonders  im Kleinspender-Segment sehr viel und gerne spenden (siehe Spendenbericht). Was ist negativ am Spenden? Wir müssen noch an dieser Stigmatisierung arbeiten, denn sonst wird sich das Spendenklima für Österreichs Kultur nicht bessern.

Feststeht, Crowdfunding muss noch viel mehr im Kultursektor Fuß fassen.  Was es braucht zum Durchbruch? Ich würde sagen neben dem personellen Einsatz: Mut. Unser Leitsatz: einfach ausprobieren, auch Fehler riskieren!  Auch wenn Crowdfunding-Projekte sich nicht über die Nacht realisieren lassen und sich nicht für jede Einrichtung oder jedes Projekt eignen, sondern eines strategischen Aufwands bedürfen, profitieren Organisationen – auch ohne den vielleicht höher erwarteten ROI – davon. Sie lernen ihre Spender/innen kennen, erarbeiten anfangs einen starken Case of Support, üben sich in der  Kommunikation und müssen sich ganz praktisch überlegen, was sie über das Kulturangebot hinaus ihren potentiellen Spender/innen mitgeben können. Die beste Selbstreflektion und Erfahrung, um dann auch andere weitere Instrumente für Klein- und Großspender/innen auszuprobieren. Dieses Jahr referieren in zwei Einheiten ExpertInnen zu dem Thema: Peter Nömaier und Natascha Halbauer halten einen Vortrag über ihre Erfahrungen aus der jüngst lancierten Kampagne für das Sigmund Freud Museum. Die Profis  Sunita Maldonado (wemake.it) und Tomas Mikeska (Filmarchiv) halten einen Intensiv-Workshop.

Kulturmanagement Blog: Nicole Newman wird in ihrem Impulsvortrag über die neuesten Sponsoringtrends aus Europa berichten, Dominik Winterling erzählt, wie die Elbphilharmonie ihre Sponsoren sucht, findet und bindet. Glaubst Du, kleinere Kultureinrichtungen können sich da was abschauen und bestimmte Verhaltensweisen übernehmen?

Eva Estermann: Auf alle Fälle. Man kann immer von den „Besten“ lernen. Auch wenn die Bedingungen für große, oftmals am stärksten subventionierten Kultureinrichtungen anders sind, entstehen hier Ideen und Erfahrungen, die man abgewandelt durchaus auf den eigenen, oft viel kleineren Betrieb übertragen kann. Best Practice ist inspirierend und denkanstoßend. Das gilt auch für die Betrachtung von Trends. Natürlich sind wirtschaftliche, kulturpolitische oder gesellschaftliche Voraussetzungen etwa im angelsächsischen Raum, oder auch in Deutschland und in der Schweiz, ganz anders. Aber wir sollten das nicht immer als Ausrede nehmen, nicht über die Grenzen schauen zu können. Das Prinzip gilt ja auch für andere Branchen (karitative Organisationen, Wissenschaft, Umwelt) oder  unterschiedliche Kunstsparten: jede/r  Fundraising-Beauftrage sollte neugierig bleiben und sich regelmäßig umschauen, was  man für den eignen Kulturbetrieb übernehmen könnte. Erfolgreiche Ideen entstehen selten am Reißbrett.

Auf der 4. Fachtagung für Kulturfundraising geht es auch um EU-Förderungen

Kulturmanagement Blog: Normalerweise verbinden wir mit dem Kulturfundraising das Einwerben privater Mittel. Ihr habt aber auch David Röthler eingeladen, der die aktuellen EU-Förderprogramme vorstellen wird. Worin siehst Du die größten Herausforderungen für Kultureinrichtungen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen?

Eva Estermann: Wir sehen das Thema „Fundraising“ pragmatisch. Letztlich geht es um das Einwerben aller finanziellen Mittel, ob von öffentlicher oder privater Seite. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist es wichtig, sein Fundraising-Portfolio zu diversifizieren, also auf Multi-Budgeting zu setzen. Kleinere Kultureinrichtungen haben hier bereits gegenüber  größeren einen Wissensvorteil: wenn es keine jährliche Basisabgeltung gibt, müssen viele Geldtöpfe berücksichtigt bzw. geprüft werden.  Gegebenenfalls müssen Eigeneinnahmen und Preispolitik überdacht werden, aber das ist nicht unser Thema. EU-Projektförderung kommt letztlich nur ganz wenigen Institutionen/Projekten zu Gute: die Förderpraxis und speziell die Förderbedingungen sind bekanntlich komplex. Wir bieten Kultureinrichtungen mit dem Experten-Workshop von David Röthler die Möglichkeit, für sich die Sinnhaftigkeit und Machbarkeit eines EU-Förderansuchens zu überprüfen.

Kulturmanagement Blog: Fördervereine und Freundeskreise sind ebenfalls ein wichtiges Thema, wenn wir von Kulturfundraising sprechen. Wie können die kleineren und mittleren Kultureinrichtungen Menschen gewinnen, die sich für sie engagieren? Ist das ressourcenmäßig überhaupt möglich?

Eva Estermann: Fördervereine und Freundeskreise zählen zu den geschichtlich am längsten zurückreichenden „Fundraising-Instrumenten“. Oft wissen wir gar nicht, wieviele österreichische Kultureinrichtungen sich aus diesem bürgerschaftlichen Engagement (das auch mit substanzieller finanzieller Hilfe verbunden war) heraus entwickelten. Diese Zivilgesellschaft heißt es heutzutage wieder neu zu beleben. Die Mitwirkung in einem Förderverein ist eine Form der Bürgerbeteiligung, die unsere Gesellschaft und unsere Kultur viel mehr noch zusammen schweißen könnte.  Letztendlich sollen aber diese Vereine in der Lage sein, kulturelle Einrichtungen nicht nur ideell, sondern auch finanziell  zu unterstützten. Gerade kleinere Kultureinrichtungen könnten es doch viel leichter bewerkstelligen, Menschen, die ihrer Institution verbunden sind, zu identifizieren, zu binden und letztlich zur finanziellen und personellen Mitwirkung  zu motivieren. Aber eines ist klar: das ist eine auch zeitintensive Aufgabe des Intendanten, der künstlerischen/wissenschaftlichen Leitung, des Geschäftsführers, „potentielle Freunde“ im Umkreis anzusprechen.

Kulturmanagement Blog: Die Teilnahme an der Fachtagung für Kulturfundraising und -sponsoring ist nicht ganz billig, die Tickets kosten regulär 270 Euro. Ich frage Dich jetzt nicht, ob sich diese Investition für Kultureinrichtungen lohnt, sondern würde von Dir gerne wissen, ob es für Kulturvereine, für die so ein Betrag viel Geld ist, Ermäßigungen gibt.

Eva Estermann: Wir bieten sogenannte Tagungsstipendien für Vertreter/innen von kleinen Kultureinrichtungen an (Tipp: Bis morgen, den 7.6.18, können Sie sich noch bewerben, Infos unter diesem Link), die  sich mit einem kurzen „Motivationsschreiben“ vorstellen und dann kostenlos bei der Tagung teilnehmen. Dieses Stipendienprogramm wird von BKA Sektion Kunst & Kultur, der ERSTE Stiftung sowie der Erste Bank unterstützt: darüber freuen wir uns ganz besonders, dass die Weiterbildung von Kulturfundraiser/innen öffentlichen wie privaten Trägern ein Anliegen ist! (BTW: vergleichbare Weiterbildungen setzen für halbtägige Seminare viel höhere Preise an.)

Kulturmanagement Blog: Ich danke Dir für Deine Antworten, Eva und wünsche Dir beziehungsweise Euch eine tolle Veranstaltung!

Eva Estermann: Und dir viel Glück für das stARTcamp in der Kunsthalle. Hoffentlich wird „Give & Take“ auch ein Thema….

Foto von 3dman_eu auf Pixabay

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Kulturfinanzierung: Nicht nur auf dem stARTcamp Linz ein Thema

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Eigentlich wollte ich ja schon lange über das stARTcamp in Linz schreiben, aber da ich in den letzten Wochen viel unterwegs war und es auch einige Feiertage gab, hatte ich nicht die nötige Ruhe, um meine Eindrücke von der stARTcamp-Premiere in Oberösterreich wiederzugeben. Bevor ich mich mit den Inhalten beschäftige: Ein großes Dankeschön geht an Wolfgang Gumpelmaier, der für diese Veranstaltung mit dem Wissensturm nicht nur eine tolle Location gefunden, sondern auch sonst alles perfekt organisiert hat.

„Kulturfinanzierung“ lautete die thematische Vorgabe für den Tag, das Ergebnis der Sessionplanung konnte sich sehen lassen:

Sessionplanung stARTcamp Linz

Natürlich stand die Frage nach neuen und erfolgsversprechenden Finanzierungsoptionen im Vordergrund und natürlich ging es dabei auch um Crowdfunding. Aber nicht nur. Auch EU-Förderungen waren ein Thema oder die Frage, welchen Wert Kulturarbeit hat und ob die Genossenschaft eine geeignete Rechtsform dafür ist? Natürlich muss es bei einem stARTcamp auch um Social Media gehen, passend zum Thema diskutierten wir über den Wert eines Likes und die richtigen Kennzahlen.

Ob ein Like einen Wert besitzt, hängt letzten Endes von den Zielen ab, die man sich gesteckt hat. Oft ist es aber umgekehrt, die Überlegungen gehen eher in Richtung der Frage, welche Kennzahlen es gibt und ob sie sich verwenden lassen. Viele haben mittlerweile verstanden, dass es nicht reicht, nur Impressions, Likes und Kommentare zu zählen. Aber was ist die Alternative? Vielleicht die „7 Must Track Metrics for Inbound Marketing„? Natürlich klingt es vernünftig, jede Woche nachzusehen, wo man mit den gewählten Keywords im Suchmaschinenranking zu finden ist. Angenommen, wir landen damit ganz vorne im Ranking, was passiert dann und was sagt uns das? Ziele sind Mangelware und so landen wir dann doch schnell wieder bei den Fans- oder Followerzahlen.

Wichtig können die sein, wenn es um das Thema Crowdfunding geht. Dass es dafür der Unterstützung durch die eigene Community bedarf, wissen wir mittlerweile. Aber was muss ich tun, damit sie sich für mich engagiert? Die Antwort fällt meist ernüchternd aus: Wir wissen es nicht, weil wir uns davor scheuen, mit Daten zu arbeiten und Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Vielleicht lässt sich diese Scheu überwinden, wenn sich ein Modell durchsetzt, das Crowdfunding und Sponsoring miteinander verbindet.

Die Bank Austria verteilt ihre aktuell 110.000 Euro nicht einfach nur im Rahmen des Kunstpreises an drei oder mehrere Preisträger, sondern verbindet ihn mit einem Crowdfundingprozess, an dessen Ende ausgewählte Projekte ein Drittel der Finanzierungskosten von der Bank erhalten. Aber was erkläre ich das lange. Dieses Video macht deutlich, worum es geht und wie der Prozess abläuft:

Auf diese Weise lässt sich die Summe, die den verschiedenen Projekte zugute kommt, verdreifachen, der Hebel wird durch die Kampagne vergrößert und führt dazu, dass mehr Geld in die Vorhaben fließt. Für mich führt die Kombination von Sponsoring und Crowdfunding zu einer Win-Win-Situation, denn es profitiert auf der einen Seite der Sponsor, der aber im Rahmen dieses Modells nicht nur mehrere Projekte unterstützt, sondern – zumindest derzeit – auch eine recht große Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Machen das alle, wird vermutlich kein Hahn danach krähen. Doch halt, der Kunst- und Kulturbereich, denn dank der Hebelwirkung fließt in diesem konkreten Fall die dreifache Summe in die Projekte. Aber nur, wenn es gelingt, zwei Crowdfundingkampagnen erfolgreich durchzuführen und die finanziellen Ziele zu erreichen, nämlich jeweils ein Drittel der benötigten Gesamtsumme.

Der Nachteil: Die Kultureinrichtungen haben es in diesem Fall nicht mehr in der Hand, mit einzelnen Sponsoren zusammen zu arbeiten. Das Unternehmen bestimmt den Ablauf und die „Fans“ entscheiden, welche Kampagnen erfolgreich sind und das Geld des Sponsorgebers erhalten.

Der Vorteil: Crowdfunding ist mehr als nur ein Finanzierungsinstrument und verbindet die Bereiche Kulturfinanzierung und Marketing miteinander. Profitieren werden die, denen es gelingt, ihre Communitys zu aktivieren und auf unternehmerisches Handeln beziehungsweise Marketing zu setzen. Und dafür braucht es auch wieder Kennzahlen, Kennzahlen, mit denen heute viele noch nicht arbeiten wollen.

 

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2015: Alles wächst zusammen

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Bild: Anonymous„; von Thomas Leth-Olsen (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Ich hoffe, Sie haben alle ein paar erholsame Tage genießen können und sich bereits ein wenig an das Jahr 2015 gewöhnt, für das ich Ihnen alles Gute wünsche. Wie in den letzten Jahren nutze ich auch diesen Jahresbeginn dazu, aus meiner Sicht das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft zu werfen.

2014, das war bezogen auf meinen Arbeitsbereich ein Übergangsjahr. Altes funktioniert nicht mehr so recht, neue Entwicklungen kündigen sich an. Da ist zum Beispiel das Thema Crowdfunding. Von vielen Kulturbetrieben und KünstlerInnen wird es mittlerweile ganz selbstverständlich als ein Instrument genutzt, um die eigene Arbeit zu finanzieren. Wer zum Beispiel einen Blick auf die Statistiken wirft, die Kickstarter für das gerade zu Ende gegangene Jahr veröffentlicht hat, sieht, dass es hier mittlerweile um beachtliche Summen geht. Aber Crowdfunding ist nicht einfach nur ein neues Instrument, um Kunst und Kultur zu finanzieren, sondern weit mehr. Auf der Crowdfundigplattform wemakeit startet heute „Swisscom Music Booster„, eine Kampagne, die sich an Musiktalente in der Schweiz richtet und Sponsoring und Crowdfunding verbindet.

Die Plattform Indiegogo hat vor kurzem das Pilotprogramm „Forever Funding“ gestartet, das ProjektinitiatorInnen die Möglichkeit gibt, Kampagnen über deren Ende hinaus weiterlaufen zu lassen (siehe dazu meinen Beitrag: „Crowdfunding in 11 Schritten (Teil IV)„). Auf diese Weise wachsen die Bereiche Finanzierung und Marketing weiter zusammen. Fundraising, Marketing und Finanzierung, eine strikte Trennung dieser – und anderer – Bereiche macht vielleicht schon bald keinen Sinn mehr?

Intensiv habe ich mich im letzten Jahr auch mit den digitalen Erlebnisräumen beschäftigt. Die Entwicklung des mobilen Webs hat dazu geführt, dass Orte über den Raum „als Ausdehnung in Höhe, Länge und Breite“ (Wikipedia) hinaus eine virtuelle Erweiterung erfahren. Dieser virtuelle Raum kann von den „BesitzerInnen“ genutzt werden, um Informationen oder Unterhaltungsangebote zur Verfügung zu stellen, er lässt sich aber darüber hinaus auch in Form eines öffentlich zugänglichen WLANs den KundInnen, BesucherInnen, Gästen, etc. zur Verfügung stellen, damit sie über das vor Ort Erlebte berichten können. Ob es sich bei diesen Orten um die Präsenz einer oder mehrerer Kultureinrichtungen handelt oder auch ganz Städte, spielt grundsätzlich keine Rolle. Im Sinne der Customer Experience und aus dem Wissen heraus, dass sich Kultureinrichtungen vor allem aus finanziellen Gründen schwer tun, einen digitalen Erlebnisraum aufzubauen, plädiere ich für Kooperationen. Ob es sich um eine Kooperation von Kultureinrichtungen handelt oder eine Mischung aus Kunst, Kultur und Wirtschaft, hängt von den jeweiligen Zielen und Zielgruppen ab. Für die Stadt Bregenz habe ich zusammen mit Nadja Bauer, Frank Tentler und Martin Adam ein Konzept entwickelt, das Kunst, Kultur und Tourismus verbindet und dieses Jahr – hoffentlich – realisiert wird.

#connect habe ich im letzten Jahr als Motto gewählt. Was für mich vor einem Jahr noch nicht greifbar war, gewinnt so langsam an Kontur. Klar ist, wir reden heute nicht mehr über Facebook und die Frage, ob wir zwei oder drei Postings pro Tag veröffentlichen, sondern von einem kulturellen Wandel, der durch die technologischen Entwicklungen ausgelöst oder verstärkt wird. Charlene Li und Brian Solis haben das in ihrem kleinen eBook „The Seven Success Factors of Social Business Strategy“ (Affiliate Link) recht anschaulich beschrieben (siehe dazu: „Und es geht weiter: von Social Media zum Social Business„) und darauf hingewiesen, dass es nicht um Tools, sondern um Werte, Haltungen und Weltanschauungen geht.

Natürlich hat das Auswirkungen auf das Management von Kulturbetrieben. Themen wie Personalentwicklung oder Mitarbeiterführung dürfen keine Fremdworte im Kunst- und Kulturbereich bleiben, die Auswirkungen auf das Kulturmanagement liegen auf der Hand.

Daraus ergeben sich für mich drei Themenschwerpunkte, mit denen ich mich 2015 beschäftigen werde:

  • Crowdfunding als Treiber für eine Annäherung der Bereiche Marketing und Fundraising,
  • Digitale Erlebnisräume als die Erweiterung von Räumen und Ausgangspunkt für Contentstrategien
  • Social Business als Motor für die Entwicklung der Unternehmenskultur in den Kulturbetrieben

Natürlich würde #connect auch dieses Jahr wieder als Motto passen. Aber ich denke, je konkreter ich bin, desto kleiner ist die Gefahr, mich irgendwo in den Themen zu verlieren. Nach und nach, so hoffe ich, werden sich diese drei Bereiche einander annähern und zu einem Strang zusammenlaufen.

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Crowdfunding: Fragen und Antworten

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© Paul-Georg Meister ; Pixelio

Crowdfunding ist derzeit en vogue und so ist es nicht verwunderlich, dass derzeit an den Universitäten unzählige Arbeiten entstehen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Bedauerlich ist, dass es hier keine Möglichkeit der Vernetzung gibt, denn so könnte man auf den Ergebnissen der anderen aufbauen und müsste nicht immer wieder bei Null anfangen. Das würde in diesen Fall auch dem Crowdfunding gut tun, wäre doch die Forschung dazu vermutlich ein ganzes Stück weiter. Ikosom, das Institut für Kommunikation in sozialen Medien, hat zwar mit der Veröffentlichung von Studien zu diesem Thema begonnen, aber das ist angesichts der großen Zahl von Arbeiten, die derzeit zum Thema Crowdfunding entstehen, nur der Tropfen auf den heißen Stein.

Nachdem ich immer wieder von StudentInnen gebeten werde, ihnen ein paar Fragen zu beantworten und diese häufig sehr ähnlich sind (was kein Vorwurf ist, denn man weiß ja nicht voneinander), fasse ich einige in diesem Blogbeitrag zusammen,. Meine Antworten beziehen sich dabei auf den Kunst- und Kulturbereich, wobei es sich natürlich um meine persönliche Meinung handelt, die ich hier gerne zur Diskussion stelle. Wer die Inhalte für seine Arbeit nutzen möchte, kann das gerne tun und die passenden Passagen übernehmen. Aber bitte zitieren und nicht einfach abschreiben. ;-)

Frage: wie lässt sich Crowdfunding definieren?

Antwort: Karsten Wenzlaff hat in seinem Blogpost „Definition von Crowdfunding (beta)“ verschiedene Definitionen gesammelt, die zeigen, dass es die eine Definition nicht gibt.

Meine Arbeitsdefinition lautet: „Als Ausprägung des Crowdsourcing verfolgt das Crowdfunding das Ziel, Vorhaben zu finanzieren, bei denen es um die Durchführung von Projekten, die Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen, aber auch die Gründung von Unternehmen gehen kann. Die Initiatoren setzen dabei auf das Prinzip „kleine Beträge von vielen Unterstützern“ und bieten dafür entsprechende Gegenleistungen an, die neben aus dem Vorhaben heraus generierten Produkten auch ideeller oder finanzieller Natur sein können. Eine Crowdfunding-Kampagne ist nur dann erfolgreich, wenn sie ihr Finanzierungsziel erreicht (Alles-oder-Nichts-Prinzip) und wird meist auf den im Internet entstandenen Crowdfundingplattformen durchgeführt.“

Frage: Was macht Crowdfunding so besonders im Vergleich zu anderen Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten?

Antwort: So ganz neu ist Crowdfunding eigentlich nicht, denn es enthält Elemente, die es schon länger gibt. Kleine Spenden waren schon immer möglich. Das Prinzip der Gegenleistung kennen wir vom Sponsoring und schon Mitte der 1990er Jahre haben etwa Musikgruppen wie zum Beispiel die Popband Marillion ihre Fans erfolgreich dazu aufgerufen, sie bei der Finanzierung eines neuen Albums oder einer Konzerttournee zu unterstützen. Auch die Freiheitsstatue oder der Eiffelturm konnten nur dank der finanziellen Unterstützung einer Vielzahl von Menschen erbaut werden.

Das Besondere am Crowdfunding ist wohl der direkte Kontakt zwischen ProjektinitiatorInnen und den (potenziellen) UnterstützerInnen, der vermutlich auch über die finanzielle Unterstützung hinaus zu einer engeren Bindung führt. Die „Fans“ haben es somit selbst in der Hand, durch in der Regel kleine Geldbeträge über Erfolg oder Misserfolg eines Vorhabens zu entscheiden. Waren es bis jetzt meist öffentliche Förderstellen oder private GeldgeberInnen (z.B. Sponsoren, Mäzene), die das Vorhaben mit meist größeren Beträgen ermöglicht haben, so hat der technologische Fortschritt zu einer Verringerung der Transaktionskosten geführt und erlaubt nun auch die Überweisung kleinerer Summen. Mit dem Aufkommen des Social Web existiert darüber hinaus das entsprechende Umfeld, um die Crowd auch mobilisieren zu können.

Frage: Welche Gründe gibt es für Projektinitiatoren, die Finanzierungsform des Crowdfunding zu wählen?

Antwort: Der häufigste Grund ist wohl das Fehlen finanzieller Mittel, um das eigene Vorhaben realisieren zu können. Wer keine öffentlichen Förderungen erhält oder keine Sponsoren findet, kann unter Umständen auf diese Weise sein Vorhaben ganz oder zumindest teilweise finanzieren.

Interessant ist das Crowdfunding aber auch für die, die ohne Förderungen auskommen müssen und auf den Verkauf ihres Angebots angewiesen sind. Wer ein Produkt entwickelt, zum Beispiel einen Film oder ein Buch, muss die Produktion vorfinanzieren und kann erst durch den anschließenden Verkauf seine Kosten decken beziehungsweise einen Gewinn erzielen. Damit setze ich mich einem (unternehmerischen) Risiko aus, denn ich weiß ja vor Produktionsbeginn noch nicht, ob ich auf genügend Interesse stoße. Mit Crowdfunding lässt sich dieses Risiko ausschalten, denn ich kann mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne die Kosten schon vorab abdecken.

Nicht zu unterschätzen in einem solchen Fall ist die Bedeutung der Rückmeldungen, die ich von meinen Fans und UnterstützerInnen erhalte. Das Feedback gibt mir die Möglichkeit, das Produkt noch vor Produktionsbeginn zu verbessern und so die Erfolgsaussichten zu vergrößern.

Crowdfunding kann aber auch als Teil einer Marketingkampagne interessant sein. Unter Umständen bin ich gar nicht unbedingt auf die Einnahmen aus der Kampagne angewiesen, sondern profitiere von der Aufmerksamkeit, die meine Crowdfundingkampagne erzeugt. Das ist vor allem dann ein Thema, wenn man mit seinem Vorhaben eine Vorreiterrolle einnimmt und mit seinem Vorhaben auch in die klassischen Medien gelangt. Statt für die Medienberichterstattung zu bezahlen, erhalte ich dafür im Rahmen meiner Kampagne sogar Geld.

Und noch ein letzter Grund scheint mir wichtig zu sein und sollte nicht unterschätzt werden: der Spaßfaktor.

Frage: Wer verbirgt sich hinter der Crowd und welche Motive gibt es für die UnterstützerInnen?

Antwort: Die Crowd ist so heterogen wie es auch die Vorhaben sind, für die auf den verschiedenen Plattformen um Unterstützung geworben wird. Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich ein Technologiestartup unterstütze oder ein Kunstvermittlungsprojekt. Ich denke aber, dass ein Großteil der UnterstützerInnen sehr technikaffin ist, vermutlich überdurchschnittlich viel Geld zur Verfügung hat und keine Scheu vor Kreditkarten oder PayPal kennt. Studien über die Crowd sind mir bis jetzt noch nicht bekannt, wären aber vermutlich sehr hilfreich.

Gründe, ein Vorhaben zu unterstützen, gibt es viele. Da ist zum einen das Gefühl, mit dem eigenen, meist kleinen Geldbetrag zum Gelingen des Projekts beitragen und darüber hinaus über die verschiedenen Kommunikationskanäle sehr nah an den ProjektinitiatorInnen dran sein zu können. Diese Unmittelbarkeit wirkt sich meist auch positiv aus, wenn es darum geht, die unterstützte Veranstaltung zu besuchen oder das Produkt zu erwerben. So man es mit dem Unterstützungsbeitrag nicht bereits erworben hat, denn auch das kann ein wichtiger Grund dafür sein, ein Vorhaben finanziell zu unterstützen.

Im Fall von „Stromberg“ war vermutlich auch die Aussicht auf einen finanziellen Gewinn ein nicht zu vernachlässigender Erfolgsfaktor, um innerhalb einer Woche 1 Mio. Euro zusammen zu bekommen. Aber wahrscheinlich spielt da auch der Spaßfaktor eine große Rolle, denn wer reich werden möchte, wird dafür nicht unbedingt auf Crowdfunding setzen. Und noch ein Grund fällt mir ein: ich kann mich mit meiner Unterstützung als Fan outen und profitiere davon, wenn die ProjektinitiatorInnen über eine hohe Reputation verfügen. Vermutlich gibt es aber noch viele weitere Gründe, um ein Vorhaben zu unterstützen, Forschungsergebnisse gibt es bei uns bis jetzt aber dazu leider noch nicht.

Frage: Ist Crowdfunding eine Alternative zur öffentlichen Kulturförderung?

Antwort: Nein, das glaube ich nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass sich beide Finanzierungsformen ergänzen. Es gibt im Kunst- und Kulturbereich Vorhaben, die eine hohe Relevanz, aber keine große Öffentlichkeitswirksamkeit besitzen. Außerdem gibt es Kunstsparten, die von uns kaum oder nur selten wahrgenommen werden. In so einem Fall auf Crowdfunding zu setzen, macht vermutlich wenig Sinn.

Sehr wohl kann ich mir aber in bestimmten Fällen eine Kombination beider Instrumente vorstellen. Natürlich gibt es bis jetzt noch keine Erfahrungswerte, aber eigentlich müsste die finanzielle Unterstützung durch viele Investoren ein Beleg dafür sein, dass das Vorhaben attraktiv ist. Öffentliche Förderstellen könnten also spezielle Programme auflegen, die nach dem Prinzip der Matching Funds funktionieren, wie man sie etwa in den USA kennt. Auf diese Weise ließe sich mit öffentlichen Fördergeldern eine Hebelwirkung erzielen. Gleichzeitig sehe ich dabei aber auch die Gefahr, dass die öffentliche Hand auf diese Weise elegant das Problem der leeren Kassen löst. Öffentliche Stellen könnten die Fördersumme um die Hälfte reduzieren, der geförderte Bereich hätte dank Crowdfunding aber immer noch die gleiche Summe zur Verfügung.

Aber der Impuls muss nicht unbedingt von den öffentlichen Stellen ausgehen, sondern kann auch von den ProjektinitiatorInnen ausgehen. Bekomme ich von den öffentlichen Stellen nicht den Betrag, den ich für die Realisierung meines Vorhabens benötige, kann ich versuchen, die Finanzierungslücke mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne zu schließen. Ein Risiko lässt sich dabei aber nicht verleugnen, denn was passiert, wenn die Kampagne misslingt und ich wegen des Alles-oder-Nichts-Prinzips zwar einen hohen Aufwand habe, aber am Ende kein einziger zusätzlicher Cent in die Kassen kommt?

Auf die Frage, ob Crowdfunding demokratiepolitisch bedenklich ist, bin ich in dem Blogbeitrag „Crowdfunding, ein demokratiepolitisch bedenkliches Finanzierungsinstrument?“ eingegangen.

Frage: Worin unterscheidet sich Crowdfunding vom klassischen Sponsoring?

Antwort: Teilweise gar nicht, denn für beide Finanzierungsinstrumente gilt das Prinzip Leistung – Gegenleistung. Bis vor kurzem waren die Unterschiede noch recht groß, denn die Gegenleistungen im Crowdfunding waren nicht dazu gedacht, den UnterstützerInnen einen Vorteil in geschäftlicher Hinsicht zu verschaffen, sondern zielten überspitzt formuliert nur auf die Privatperson, die Fans ab. Aber das hat sich im Laufe der letzten Monate geändert und wird sich noch weiter verändern, denn mehr und mehr Unternehmen erkennen die Vorzüge des Crowdfunding.

Die bestehen zum Beispiel darin, dass immer mehr Crowdfunder bei ihren Gegenleistungen auch an die Unternehmen denken und hier Werbemöglichkeiten anbieten und das zu einem klar kommunizierten Preis, der vermutlich meist niedriger angesetzt ist als beim klassischen Sponsoring. Hinzu kommt, dass ich es als Unterstützer mit einem Gegenüber zu tun habe, der auf Social Media setzt bzw. setzen muss, um sein finanzielles Ziel der Kampagne erreichen zu können. Die Sichtbarkeit eines solchen Projektes ist so vermutlich wesentlich größer als bei Vorhaben, die nur die klassischen Kanäle nutzen.

Frage: Ist Crowdfunding ein Instrument, das Unternehmen nutzen sollten? Was sind die Vor- und Nachteile gegenüber dem klassischen Sponsoring?

Antwort: Ja, vor allem kleine Unternehmen sollten sich Crowdfunding zumindest anschauen, wenn Sie der Meinung sind, die Unterstützung von Kunst und Kultur hilft ihrem Unternehmen weiter. Ich sehe derzeit drei Vorteile gegenüber dem klassischen Sponsoring. Erstens finden Unternehmen auf den verschiedenen Crowdfundingplattformen eine Vielzahl verschiedenster Projekte und haben so eine große Auswahl. Zweitens sind die Vorhaben ausführlich beschrieben und besonders das Video vermittelt recht gute Eindrücke von Projekt und ProjektinitiatorInnen. Egal, ob ich als Unternehmen genau weiß, welche Art von Projekten ich unterstützen möchte oder ob ich auf diese Weise den Einstieg schaffen möchte, ich kann mich ohne Druck durch die Projektbeschreibungen klicken und finde über die Links zu Facebook, Twitter oder Blogs noch weitere ergänzende Informationen, dank derer ich mir ein sehr genaues Bild machen kann. Drittens sehe ich, welche Akzeptanz ein Projekt hat und wie es bei den Zielgruppen ankommt.

Ob die für eine Crowdfunding-Kampagne wichtigen Social Media Aktivitäten dem Unternehmen auch etwas bringen, hängt vom Know-How beider Seiten ab. Theoretisch ist es aber natürlich hilfreich, wenn ein Projekt im Social Web präsent ist.

Ein Nachteil ist es, dass ich als Unternehmen keinen Anspruch auf Exklusivität habe, weil die Gegenleistungen quasi „von der Stange“ kommen und vermutlich an mehrere Unternehmen verkauft werden sollen. Natürlich gibt es hier Verhandlungsspielraum, was dann aber wieder mit Kosten verbunden sein kann. Insofern ist Crowdfunding in meinen Augen für kleine und mittlere Unternehmen eine durchaus interessante Sache, weil ich mit relativ geringen Mitteln eine durchaus große Wirkung erzielen kann. Größere Unternehmen haben meist eine eigene Sponsoringstrategie und sind auf Crowdfunding nicht angewiesen.

Crowdfunding und Sponsoring werden sich daher nicht gegenseitig weh tun und auch zukünftig nebeneinander existieren.

Frage: Wie hoch ist der momentane Anteil und Bekanntheitsgrad von Crowdfunding im kulturellen Sektor?

Antwort: Auf der Crowdfundingplattform Startnext, die im Herbst 2010 online gegangen ist, wurde im Juni diesen Jahres die 1 Mio. Euro-Grenze überschritten. Das ist zwar keine schlechte Leistung für die knapp zwei Jahre, aber dementgegen stehen für Deutschland rund 8,5 Mia. Euro Förderung pro Jahr durch die öffentliche Hand für Kunst und Kultur. Auch der Vergleich mit den USA ist interessant. Kickstarter, die größte Plattform in den USA, konnte im letzten Jahr knapp 100 Mio. Dollar einsammeln, dieses Jahr peilt man 150 Mio. an. An diesen Zahlen sieht man schon, dass der Anteil von Crowdfunding an der Finanzierung von Kunst und Kultur bei uns noch nicht wirklich groß ist, aber mit Blick auf die USA eine Steigerung wahrscheinlich ist.

Auch der Bekanntheitsgrad hält sich noch in Grenzen. Viele kennen den Begriff Crowdfunding gar nicht und können daher auch nichts mit diesem Ansatz, Kunst und Kultur zu finanzieren, anfangen. Da ich glaube, dass Crowdfunding zwar nicht die öffentlichen Förderungen und auch das Sponsoring ersetzen kann, aber vor allem für Nischen eine interessante Alternative darstellt, ist es in meinen Augen wichtig, möglichst umfassend über das Thema Crowdfunding zu informieren.

Frage: Wie sieht die Zukunft des Crowdfunding aus?

Antwort: Wer die Entwicklung des Crowdfunding beobachtet, wird in den letzten Monaten festgestellt haben, dass die Form des Crowdfunding, bei dem es um Investitionen geht, die finanziellen Gewinn versprechen, einen gewaltigen Aufschwung erlebt hat. Unzählige Plattformen, auf denen Startups sich um Investoren bemühen, sind in der letzten Zeit an den Start gegangen. Außerdem boomen in den USA Kampagnen, bei denen es um die Entwicklung von Produkten geht, für die sich viele interessieren, z.B. Apps. In meinen Augen deutet vieles auf eine Kommerzialisierung des Crowdfunding hin, das heißt, kommerzielle Anliegen werden es wesentlich leichter haben als Projekte mit einem ideellen Hintergrund.

Zu beobachten ist auch, dass bekannte Namen beim Crowdfunding Vorteile haben. Während für die Kleinen die Nischen bleiben, werden die Großen den Mainstream bedienen und damit den Löwenanteil des Geldes einstreichen.

Hinzu kommt gerade für den klassischen Kunst- und Kulturbereich: Die Finanzierung dieses Bereiches sehen wir nach wie vor als Aufgabe des Staates an. Die Bereitschaft, Kunst und Kultur als Privatperson zu unterstützen, hält sich in Grenzen. Vor diesem Hintergrund wird Crowdfunding eine interessante Finanzierungsalternative vor allem für kleinere Vorhaben sein. Auf breiter Basis wird es sich in den nächsten Jahren bei uns aber (noch) nicht durchsetzen können. Aber da dieser Bereich besonders von den Kürzungen der öffentlichen Hand betroffen ist, kann Crowdfunding sich trotzdem zum wichtigen Standbein vor allem für die freie Szene entwickeln.

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Sponsoring: muss ich potenziellen Geldgebern mein Budget zeigen?

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© Paul-Georg Meister ; Pixelio

Wenn Sie für Ihr künstlerisches Vorhaben öffentliche Mittel in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie nicht nur Ihr Projekt beschreiben und erklären, was Sie da so alles vorhaben. Sondern Sie werden auch dazu aufgefordert, Ihr Budget darzustellen und aufzulisten, auf welche Weise Sie die Kosten decken wollen. Dass die öffentlichen Förderstellen wissen wollen, wie Sie die benötigten Mittel einsetzen und ob Ihr Projekt finanziell überhaupt realisierbar ist, scheint einsichtig, schließlich ist es die Aufgabe der öffentlichen Stellen, Kunst zu ermöglichen. Und das mit den Mitteln der Steuerzahler.

Wie aber sieht es denn bei den privaten Unterstützern aus? Müssen oder sollten Sie denen auch Ihr Budget vorlegen, um das erhoffte und meist dringend benötigte Geld zu bekommen? Eigentlich nicht, denn wenn wir Sponsoring als ein Geschäft auf Gegenseitigkeit verstehen, dann heißt das: der Projektbetreiber bietet dem potenziellen Sponsor eine oder mehrere Leistungen an, für die ein entsprechender Gegenwert ermittelt wird. Ob es sich hierbei um eine Sach- oder Geldleistung handelt, spielt keine Rolle, entscheidend ist, ob die Relation zwischen Leistung und Gegenleistung passen.

Für den Sponsor spielt es dabei keine Rolle, ob die Projektkosten hoch oder niedrig sind, er hat lediglich ein Interesse daran, für den vereinbarten Geldbetrag oder die ausgehandelten Sachleistungen die entsprechende Gegenleistung zu erhalten. Wichtig ist daher nicht das Projektbudget, sondern die Bewertung der Leistung, die man dem potenziellen Sponsor anbietet. Wenn Sie also einem Sponsor anbieten, für den vereinbarten Geldbetrag sein Logo auf Plakat und Eintrittskarten zu platzieren, ist es völlig egal, ob Ihr Projekt 500 oder 500.000 Euro kostet.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen: ein Unternehmen könnte Sie bei der Realisierung Ihres Vorhabens auch mit Know-How unterstützen, zum Beispiel bei der Organisation des Vorhabens, also in Sachen Projektmanagement. Oder ein Sponsor finanziert das gesamte Vorhaben. In so einem Fall darf er nicht nur wissen, was das Projekt kostet, er muss es sogar wissen, um dann seine Entscheidung treffen zu können.

Aber auch ohne diese Ausnahmen können Sie durchaus die Höhe des Budgets nennen, ohne die Zahlen im Detail zu präsentieren. Auf diese Weise kann der mögliche Geldgeber abschätzen, ob Ihre Forderung realistisch oder völlig überzogen ist. Angenommen, Ihr Vorhaben kostet 5.000 Euro und Sie möchten vom potenziellen Sponsor 2.500 Euro für den Logoabdruck, dann ist das unter Umständen eine etwas überzogene Forderung. Wenn Sie hier offen agieren und die Gesamtkosten nennen, wird Ihr Gegenüber sehen, dass Sie ihn nicht über den Tisch ziehen wollen und Ihnen genau das Vertrauen entgegenbringen, das die Voraussetzung für eine langfristige Partnerschaft ist.

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Social Media statt Logofriedhof: ist Crowdfunding das neue Sponsoring?

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© Paul-Georg Meister ; Pixelio

Früher, also so richtig früher, da gab es die reichen Unternehmer, die es sich leisten konnten, aus welchen Gründen auch immer, Kunst zu unterstützen. Idealerweise trug ihr Mäzenatentum dazu bei, den eigenen Ruf aufzuwerten, aber von Leistung und Gegenleistung war damals noch nicht unbedingt die Rede. Aus der Unterstützung wurde ein (professionelles) Miteinander, unter dem Begriff Sponsoring entstand eine Art Wissenschaft, die versuchte herauszufinden, worauf der Erfolg solcher Kooperationen fußt. Das Resultat waren und sind unter anderem die sogenannten Logofriedhöfe, über deren Sinn und Zweck man, so denke ich, streiten kann.

Sehr viel weiter geht da das, was vor einigen Jahren als Corporate Social Responsibility in Mode gekommen ist und häufig als die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch ein Unternehmen beschrieben wird. Eine eigene Unterform hat sich im Kunst- und Kulturbereich entwickelt, wir sprechen in diesem Fall von Corporate Cultural Responsibility. „Tue Gutes und rede darüber“ beschreibt Anja Barth das Grundprinzip dieses Ansatzes in einem Blogpost, das sich mit der Frage beschäftigt, wie ein zukünftiges unternehmerisches Kulturengagement aussehen könnte?

Ihre Überschrift „Unternehmen + Kulturengagement + Crowdfunding = unternehmerisches Kulturengagement 2.0“ macht deutlich, in welche Richtung sie dabei denkt. Barth, die bei der Crowdfundingplattform Startnext für die Unternehmenskooperation zuständig ist, ist davon überzeugt, dass Crowdfunding nicht nur für private UnterstützerInnen interessant ist, sondern auch Unternehmen von dieser Form der Projektfinanzierung profitieren können.

„Jenseits von klassischem Sponsoring und Mäzenatentum bietet Crowdfunding eine ganze Palette an Social Media Funktionen an, um (1) sein Engagement einer breiten Zielgruppe  zu kommunizieren, (2) schnell, einfach und günstig passende Kulturkooperationen zu finden und (3) selbst Kulturprogramme zu entwickeln, um sich als innovativer Kulturförderer zu positionieren“,

so ihre Ansicht. Ich teile diese Ansicht und kann mir gut vorstellen, dass Crowdfunding für Unternehmen, die sich in Kunst und Kultur engagieren wollen, eine höchst interessant Alternative zu den mitunter nicht besonders aufregenden Sponsoringkooperationen darstellt. Die Gründe hat Anja Barth genannt.

Social Media statt Logofriedhof, so könnte man den Unterschied ein wenig polemisch beschreiben. Die Partnerschaft wird nicht mehr nur mit Hilfe von Logos auf Plakaten, Programmheften, etc. abgebildet, sondern wird im Social Web kommuniziert. Unternehmen können sich dabei die Kulturbetriebe als Partner aussuchen, die dort nicht nur vertreten, sondern auch entsprechend aktiv sind. Hinzu kommt: auf den Crowdfundingplattformen finden sich unzählige Projekte, die Wahrscheinlichkeit, dort kein zum eigenen Unternehmen passendes Vorhaben zu finden, ist relativ gering. Zumindest geringer als darauf zu warten, dass sich eine Kultureinrichtung mit dem passenden Projekt vorstellt.

Der vermutlich größte Vorteil liegt im finanziellen Bereich, denn im Unterschied zum Sponsoring kann ich bei Projekten, die über Crowdfunding finanziert werden sollen, mit eher kleinen Beträgen eine große Wirkung erzielen. Die ProjektinitiatorInnen haben in der Regel genau aufgelistet, welche Gegenleistungen es wofür gibt, sind aber vermutlich flexibel, wenn es z.B. um mehr als 500 Euro geht. Es mag zynisch klingen, aber ein Unternehmen, das sein Geld gezielt in Projekte steckt, die kurz vor der Finanzierung stehen, hat einen enorm großen Hebel. Nachdem auf den Crowdfundingplattformen das Alles-oder-Nichts-Prinzip gilt, ist der letzte Euro immer besonders viel wert.

Unternehmen haben so die Möglichkeit, im Social Web besonders aktive Kultureinrichtungen zu identifizieren und deren Projekte auf den Plattformen gezielt zu unterstützen, mit wenig Geld und großem Hebel. Nun mag mancher das als unmoralisch bezeichnen oder aus anderen Gründen als verwerflich betrachten. Der Kultureinrichtung sollte das egal sein, denn sie kann ihr Vorhaben dank der Unterstützung durch das Unternehmen realisieren. Hinzu kommt möglicherweise ein weiterer positiver Aspekt. Die Vorhaben sind auf den Plattformen ausführlich beschieben und ein Unternehmen kann schon im Vorfeld  erkennen, ob ein Projekt gut ankommt oder nicht und so das Risiko eines Fehlschlags reduzieren. Bis jetzt halten sich die Unternehmen auf den Crowdfunding-Plattformen noch sehr stark zurück, aber das kann sich schnell ändern. Nicht unbedingt zum Nachteil von Kunst und Kultur.

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wireWAX: das interaktive Video eröffnet dem Kunst- und Kulturbereich interessante Perspektiven

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Wie können sich Kultureinrichtungen in Zeiten leerer öffentlicher Kassen neue Finanzierungsquellen erschließen? Diese Frage beschäftigt mich schon seit einiger Zeit, denn ich glaube, dass sich durch das Social Web neue Möglichkeiten ergeben könnten.

Meist sprechen wir von Sponsoring, wenn Kunst und Wirtschaft kooperieren, von Leistung und Gegenleistung. Welche Leistungen aber können Kultureinrichtungen anbieten? Interessanterweise lassen sie sich meist dem Bereich Werbung zuordnen, obwohl es oftmals an der entsprechenden Reichweite fehlt. Was haben ein großes Industrieunternehmen oder eine Bank davon, wenn ein kleiner Kulturbetrieb deren Logos im Programmheft abdruckt, das nur zweihundert Mal verkauft wird?

Die „Kleinen“ erreichen nun mal keine Massen und das macht es für sie nicht leicht, passende Angebote zu entwickeln. Abhilfe verspricht das Social Web, schließlich hängt hier die Reichweite nicht von der Größe der Kultureinrichtung ab, sondern von der Geschicklichkeit, mit der sie sich im virtuellen Raum zu bewegen weiß. So werden aus 200 TheaterbesucherInnen schnell mal 1.000 Fans und/oder Follower, eine durchaus interessante Reichweite. Wie aber geht es nun weiter, schließlich kann man ja schlecht den Sponsoringpartner in Postings oder Tweets loben? Das wäre eher peinlich und würde der Sache vermutlich mehr schaden als nützen.

Stellen Sie sich vor, Sie produzieren rund um Ihre Theaterproduktion Videos, in denen Sie etwa über die Proben und das „Making of“ berichten. Probenausschnitte, Interviews, der Phantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt. Ein wirksames Mittel gegen die Gefahr, dass die Videos langweilig werden, hat das Unternehmen wireWAX mit seinem gleichnamigen Tool entwickelt, das er erlaubt, klickbare Videos zu produzieren. Kurz gesagt: in das Video lassen sich Tags einarbeiten, die die UserInnen dann beim Abspielen anklicken können. Was sich dahinter verbirgt, hängt dann von Ihnen ab, Sie können auf andere Videos oder Dokumente verlinken, die sich dann über Social-Media-Kanäle teilen lassen oder Sie bieten die Möglichkeit an, die  dort gezeigten Produkte zu kaufen. Zugegeben, das ist bei einem Theaterprojekt nicht so ganz einfach, aber warum an passender Stelle nicht auf die erwerbbare Literatur hinweisen?

Schauen Sie sich das Beispiel einfach mal an:

Sie sehen, wireWAX funktioniert auch auf dem iPad funktioniert, was die Sache in meinen Augen noch interessanter macht.

„The tool prides itself on being ‚intuitive and dynamic‘. Intelligent tags allow users to place content within the original video – from images, links and other videos to geo-specific data, links to databases and Flash applications,“

heißt es in einem auf Pixelreport erschienenen Artikel über dieses Tool, das es erlaubt, das interaktive Video in jede Website einzubinden. Nun ist Ihre Kreativität gefragt, denn jetzt – Stichwort Sponsoring – irgendwo im Video einen Link zum Sponsor zu setzen, ist wenig einfallsreich, ein inhaltlicher Zusammenhang sollte bestehen.

Inhaltlicher Zusammenhang, das heißt, wireWAX eignet sich auch für das Thema Transmedia Storytelling. Das folgende Video lässt erahnen, welches Potenzial in diesem Tool steckt:

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Neues von Secret Cinema

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Normalerweise gehen wir ins Kino, kaufen unser Ticket, konsumieren den Film und dann geht es entweder nach Hause oder noch in ein Lokal. Secret Cinema ist ganz anders:

„Secret Cinema is a growing community of all who love cinema, experience and the unknown. Secret audience. Secret locations. Secret worlds. The time is now to change how we watch films,“

heißt es auf der Website von Secret Cinema. Hier ist das Drumherum schon Teil der ganzen Inszenierung wie z.B. in diesem Fall:

Gerade läuft übrigens wieder eine Aktion an. Wenn Sie mehr über diese bzw. weitere Aktionen wissen wollen, folgen Sie Secret Cinema einfach auf Facebook oder Twitter. Oder Sie nehmen die Abkürzung und klicken gleich hierin. ;-)

Für mich haben die Aktionen von Secret Cinema Vorbildcharakter. Gute Ideen, professionell umgesetzt, kein Wunder, dass Secret Cinema für seine „Aktionen“ immer wieder Sponoren findet, die dann auch in die Inszenierung eingebaut werden.

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Kultursponsoringmarktstudie 2010: jetzt als kostenloser Download

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Kurz vor Weihnachten habe ich die von der Agentur Causales durchgeführte Kultursponsoringmarktstudie 2010 vorgestellt (Teil I, Teil II, Teil III). Jetzt können Sie sich die Studie als PDF downloaden.

„Die Studie macht deutlich, dass die teilnehmenden Institutionen durch professionelle Vermarktungsansätze eine gute Grundlage für professionelles Kultursponsoring schaffen und damit einen Wachstumstrend im Kultursponsoring fördern,“

heißt es in der Aussendung von Causales abschließend. Die Studie bildet eine fundierte Grundlage für Sponsoringaktivitäten von Kulturbetrieben und enthält einige bedenkenswerte Anregungen.

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Sponsoring: Kulturbetriebe können ihre Einnahmen seit 2007 fast verdoppeln (Teil III)

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Immer wieder ist in Gesprächen mit Kultureinrichtungen zu hören, man verzichte auf Sponsoringaktivitäten, weil man sich in der künstlerischen Arbeit von Sponsoren dreinreden lassen wolle, Mit diesem Vorurteil räumt die von der Agentur Causales veröffentlichte Studie Kultursponsoring 2010 auf. Dementspreched groß ist auch die Zufriedenheit der Kultureinrichtungen mit ihren Partnern aus der Wirtschaft. Knapp 90 Prozent von ihnen sind überwiegend oder völlig mit der Zusammenarbeit zufrieden. Dementsprechend wird der Kontakt auch über die Sponsoringaktivität hinaus aufrecht erhalten.

Analysiert man die Zahlen, dann lässt sich die bei knapp 90 Prozent liegende Ansicht, Kultursponsoring werde an Bedeutung gewinnen, als Prognose und/oder Wunsch bezeichnen. Zwei Drittel der befragten Kultureinrichtungen sind sehr stark an einer Sponsoringpartnerschaft interessiert und wünschen sich dabei vor allem finanzielle Unterstützung, aber auch Hilfe im Media-Bereich.

Soll man sich bei der Zusammenarbeit professionelle Unterstützung von Agenturen holen? Hier gehen die Meinungen ziemlich auseinander: während die eine Hälfte der Befragten dies als notwendig ansieht, bevorzugt die andere Hälfte den Do-it-yourself-Ansatz.

Unabhängig von der Frage, ob man sich extern beraten lässt oder nicht, lohnt es sich, sich die Ergebnisse der Studie genauer anzusehen, die Sie im Causales-Shop erwerben können. Aus den Antworten der befragten Kultureinrichtungen und dem Zahlenmaterial lassen sich noch viele interessante Rückschlüsse ziehen, ich habe mich in meinen Beiträgen noch sehr an der Oberfläche bewegt. Interessant ist es einerseits, die Ergebnisse von 2010 mit denen von 2005 und 2007 zu vergleichen, aber auch der Vergleich zu anderen Studien lohnt sich, auch wenn diese nur schwer direkt miteinander zu vergleichen sind. Da ist zum Beispiel der von A.T. Kearney herausgegebene „Elchtest„, der in Österreich auf ganz andere Zahlen kommt und in den letzten sechs Jahren eine Zunahme der Sponsoringmittel um 16 Prozent verzeichnet.

Sponsoring wird weiterhin ein Thema bleiben, allerdings stellt sich die Frage,  wie sich diese Zusammenarbeit entwickeln wird. Der Verein Schwarz+Weiss formuliert diese Frage auf seiner Facebook-Seite recht schön:

„Doch wird mit Anstieg der Sponsoringmittel (…) auch der Innovationsgrad der Kooperationsmodelle steigen?“

Genau darin liegt die Herausforderung, denn dass beide Seiten von dieser Partnerschaft profitieren, das zeigt die von der Agentur Causales erstellte Studie ja ganz deutlich.