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Barack Obama: Yes we can

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Wenn mich heute wer fragen würde, von wem man in Sachen Social Web derzeit am meisten lernen kann, würde mir die Antwort leicht fallen: Barack Obama. Sollte er die Wahl gewinnen, werden die Analysten wohl feststellen, dass es vor allem der geschickte und professionelle Umgang mit dem Medium Internet gewesen ist, der ihn zum Sieger hat werden lassen. Und falls er nicht gewinnt, wird es sich trotzdem lohnen, seine Strategie genauer zu betrachten. All das, was man in den Lehrbüchern zu viralem oder Word-of-Mouth Marketing nachlesen kann, findet sich in seiner Kampagne, die derzeit im Internet läuft. Wie kreativ bzw. geschickt die Menschen dabei sind, zeigt dieses Musikvideo. Der aktuelle Wahlslogan verpackt in eine eingängige Melodie erzeugt das notwendige Maß an Emotionalität, das die Menschen in den USA derzeit massenhaft auf den Zug der Begeisterung aufspringen lässt. Mehr als 3,2 Mio. Menschen haben es sich in den letzten 9 Tagen angeschaut. Schade, dass so etwas bei uns in der Politik nicht möglich ist. Aber in anderen Bereichen vielleicht…

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  1. Die Kampagne ist schon äußerst geschickt gemacht – in Deutschland würde ein solches Vorgehen aufgrund der starken emotionslastigkeit aber sicher nicht funktionieren. Ob das gut oder schlecht ist sei mal dahingestellt – denn sollte man bei politischen Fragen eher den Verstand oder eher das Herz sprechen lassen?

    Soweit es den US-Wahlkampf im Internet angeht ist ein Kandidat Barack Obama aber noch ein Stück voraus – nämlich der Republikaner Ron Paul, von dem man hierzulande in den Medien aufgrund seiner geringen Siegeswahrscheinlichkeit aber kaum etwas hört. Dennoch hat er es fertig gebracht, im Netz mehr Geld als jeder andere Kandidat einzusammeln (nicht immer eine Garantie für eine Nominierung, wie Howard Dean 2004 bereits bewiesen hat). Und wenn man mal bei google oder youtube nach Ron Paul sucht, dann sieht man auch sehr schnell, wie gross die Online-Fangemeinde des texanischen Abgeordneten ist….

    Vielleicht wird Online-Wahlkampf auch mal in Deutschland aktuell. Aber ein paar Jahre werden da sicher noch ins Land gehen…. Ich kann mir so ein Video mit Herrn Beck oder Frau Merkel in der Hauptrolle jedenfalls (noch) nicht vorstellen :-)

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  2. @ Sergej: Die Hoffnung ist er in Amerika derzeit sicher, ob er aber wirklich für ein anderes Amerika steht? Ich bin da vorsichtig, das haben schon so viele versprochen.

    @Christian: Danke für den Hinweis auf Ron Paul. Stimmt, seine Kampagne würde eigentlich mehr Beachtung verdienen. Dieses Video hat mir am besten gefallen.

    Aber auch Paul arbeitet natürlich ganz stark mit den Emotionen. Für mich ist das kein Fehler, denn bei politischen Fragen sollte man, um Deine Frage zu beantworten, sowohl den Verstand als auch das Herz sprechen lassen.

    Beck und Merkel kann ich mir auch nicht so recht in einer solchen Rolle vorstellen. Aber warum eigentlich? Denn geht es bei ihnen wirklich mehr um den Verstand bzw. Argumente? Ich finde nicht. Und wenn das die Intention der Politik ist, dann wird sie in meinen Augen diesem Anspruch nicht gerecht.

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  3. „Emotionen schüren“ würde ich persönlich nicht mit dem ‚Herzen sprechen lassen‘ gleichsetzen. Emotionen können nämlich geschickt unter Umgehung des Herzempfindens und gewollter Einlullung der Vernunft inszeniert werden. Gerade in der Politik geschieht solches tagtäglich. Ein vernunftbegabtes Wesen mit intaktem Herzempfinden lässt sich jedoch nicht so einfach mittels geschürten Emotionen über den Tisch ziehen.

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  4. Das ist ein wichtiger Punkt, Hanspeter. Wo kippt die Verwendung von Emotionen um in, ja nennen wir es Manipulation? Oder akzeptieren wir das „Emotionen schüren“ dort, wo es um eine „gute Sache“ geht, Stichwort Tsunami?

    Und wo Du die Politik ansprichst. Ist es nicht so, dass die Politik durch ihre inhaltlichen Defizite selbst dazu beiträgt, dass Emotionen eine so wichtige Rolle spielen können?

    Irgendwo landen wir hier aber auch wieder an einem Punkt, der schon bei der Reputation ein Thema war. Wann sind solche Inszenierungen okay und wann nicht? Armin hat damals in einem Kommentar im Zusammenhang mit der authentischen Inszenierung den sehr gelungenen Begriff der Wahrhaftigkeit verwendet.

    Heißt das, die Verwendung von Emotionen kann dann positiv gesehen werden, wenn erstens die Inhalte okay sind und es sich zweitens um eine authentische Inszenierung handelt, also der „Urheber“ der Emotionen als glaubwürdig angesehen werden kann?

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