Post Format

Die Organisation der Zukunft

Leave a Reply
Dank eines Beitrags von Peter Deitz bin ich auf Michael Gilbert und das von ihm gegründete Gilbert Center aufmerksam geworden. Das Gilbert Center versteht sich als
„incubator, research institute, consulting firm, and publishing house working to support and empower the people and organizations who are changing the world for the better.“
Michael Gilbert hat vor wenigen Tagen einen sehr lesenswerten Artikel geschrieben, in dem er der Frage nachgeht, ob unsere Zivilgesellschaft noch Organisationen braucht, so wie wir sie heute kennen? Diese Organisationen haben auch unser Kommunikationsverhalten entscheidend beeinflusst. Aber, so Gilbert, die Muster, nach denen Kommunikation funktioniert, haben sich verändert. Die gesunkenen Kosten haben beispielsweise dazu geführt, dass wir nicht mehr auf Organisationen angewiesen sind, wenn wir mit anderen kommunizieren möchten. Wir können es direkt tun, ohne Mittler. Aus diesem Grund hat Gilbert seinen Beitrag auch „The End of Organization?“ überschrieben. Und er beantwortet diese Frage sehr konkret:
„Probably not by name and certainly not in the broadest sense of the term. But the traditional, tightly controlled, top down, branded organization is finding itself having to adapt and change. The organizations of the future will not look like the organizations of today.“
Das heißt, Veränderung ist angesagt. Das Überleben hängt, so Gilbert, davon ab, ob es uns gelingt, die veränderten Rahmenbedingungen zu begreifen:
„Our methods of analysis – and possibly our methods of regulation, funding, and participation – will shift from those that reflect managerial thinking to those that reflect ecosystem thinking.“
Das ist in meinen Augen eine ganz fundamentale Aussage. Es geht nicht um die einzelne Organisation, die wir als ManagerIn lenken, sondern um ein ganzes Ökosystem. Organisationen und deren Verantwortliche, die das nicht verstehen, werden verschwinden, ist Gilbert überzeugt. Aber wie können Organisationen überhaupt überleben? Gilbert nennt fünf innovative Ansätze:
  1. „We need ways of making network structures tangible to those who want to support civil society.
  2. We need to develop and propagate the language of networks, with adjustments suitable to our many communities of practice.
  3. We need models of collaboration and communication that help organizations make the most out of their new permeability.
  4. We need financial structures that facilitate network centric funding and
  5. legal structures that facilitate network centric employment.“
Ich behaupte, diese fünf Punkte lassen sich eins zu eins auf den Kunst- und Kulturbereich übertragen. Auch hier haben wir es mit „traditionellen“ Organisationsstrukturen zu tun, Strukturen, die beispielsweise nicht geschaffen sind für eine Form der Kommunikation, wie sie das Social Web möglich macht. Was für die Kommunikation gilt, gilt natürlich auch für zukünftige Finanzierungsmodelle. Am wichtigsten wird es aber wahrscheinlich sein, neue Arbeitsmodelle zu entwickeln, um diesen neuen Strukturen gerecht zu werden und in ihnen arbeiten zu können. Hier stehen wir erst ganz am Anfang einer Entwicklung, die für den Kunst- und Kulturbereich eine Vielzahl von Veränderungen mit sich bringen wird. Wie wird sie aussehen, die Zukunft von Museen, Theatern, Opernhäusern, aber auch von kleinen Kunst- und Kulturvereinen sowie den vielen KünstlerInnen und Kulturschaffenden?

Leave a Reply

Required fields are marked *.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.