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k2 … und wieder eine neue Plattform?

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Es ist schon fast beängstigend, mit welcher Geschwindigkeit neue Portale, Plattformen oder einfach nur Webseiten entstehen, die sich mit dem Thema Kunst und Kultur beschäftigen. Nachdem sie alle gelesen und geklickt werden wollen, müssen sie so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen, sonst haben sich die UserInnen halt auch schnell wieder weggeklickt. Ein Platz, an den man gerne wieder zurückkehrt könnte das Portal k2 kultur in centrope werden. Aufmerksam geworden bin ich eigentlich durch das Magazin, das gestern der Tageszeitung beilag und vierteljährlich erscheint. Spannend ist k2 für mich, weil es sich geografisch auf die Centrope-Region konzentriert, die Teile von Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Österreich umfasst. Zeitschriften, die sich der Kultur in Europa widmen gibt es schon, aber so ganz konkret auf eine europäische Region bezogen, das ist zumindest für mich neu. Hier besteht die Chance, dass ich etwas über die Kunst und Kultur der Nachbarregionen erfahre, die zwar eigentlich sehr nahe liegen, trotzdem aber weit entfernt zu sein scheinen. Europa bezogen auf einen ganz konkreten Ausschnitt, sowohl geografisch als auch von den Inhalten, das könnte und sollte funktionieren. Centrope Die Idee der Zeitschrift, die ich da also gestern in Händen hielt, ist es, über kulturelle Ereignisse aus dieser Region zu berichten und nachdem die 24 Seiten nicht wirklich dafür ausreichen, hat man sich ergänzend für eine Website entschieden. Die soll nach den Vorstellungen der Projektverantwortlichen aus drei Komponenten bestehen: einem Magazinteil, einem Event-Kalender und einer Community-Plattform. Schauen wir uns das Print-Magazin mal an, das man über die Website übrigens gratis bestellen kann. Die Artikel sind gut geschrieben, bleiben allerdings für meinen Geschmack etwas zu sehr an der Oberfläche. Die 24 Seiten sind vom Umfang her durchaus in Ordnung, mehr würde ich wahrscheinlich ad hoc gar nicht lesen. Und alles, was man nicht sofort liest, läuft Gefahr vergessen zu werden. Bei der Auswahl der Beiträge merkt man, finde ich, dass der Verein k2, der hinter dem Magazin und der Website steht, von Wien und Niederösterreich finanziert wird. Die Mehrzahl der Artikel dreht sich um Ereignisse aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Eigentlich interessiert mich aber vor allem das, was in Ungarn, der Slovakei und Tschechien passiert. Zur Website: das Layout ist ja sehr übersichtlich und klar geworden. Ich habe mich auch leicht zurechtgefunden. Nur habe ich die ganze Zeit das Gefühl, auf der Seite von T-Mobile zu sein. k2centrope geht es Ihnen nicht auch so? Oder bin nur ich schon so von deren Werbung infiltriert? Wenn ich mich nicht täusche, sind in Deutschland schon Unternehmen für die Verwendung dieser Farbe geklagt worden. Der Magazinteil enthält dann (etwas) mehr Berichte aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Passt alles. Der Eventkalender ist etwas kurios. Auf den ersten Seiten habe ich nur Veranstaltungshinweise aus den österreichischen Bundesländern gefunden, weiter habe ich dann nicht mehr gesucht. Gibt es nur in Österreich Veranstaltungen oder hat sich nur noch niemand gefunden, der den Kalender mit Hinweisen aus den anderen Teilen der Centrope-Region versorgt? Man kann auch selbst Veranstaltungen eintragen, muss sich allerdings davor registrieren. Was ich allerdings nicht ganz verstehe: ich weiß ja, dass Skilauf in Österreich einen sehr hohen Stellenwert besitzt, aber gehört die Ankündigung eines Skirennlauftrainings wirklich auf diese Seite? Wenn dieses Tool ernstgenommen werden will, dann würde ich da schon etwas selektiver vorgehen, denn ich weiß nicht, ob ich Lust habe, mich durch hunderte Ankündigungen zu klicken, um dann vielleicht was passendes für mich zu finden. Der Web2.0-Ansatz darf in heutigen Zeiten nicht mehr fehlen, deshalb ist auch die Rede von einer Community-Plattform. Bis jetzt ist davon aber leider noch nichts zu entdecken. Wenn man nicht das Eintragen eines Events schon als Partizipation versteht, dann steht diese Seite bis jetzt in der Tradition des Web1.0-Ansatzes. Es gibt zwar ein Podcast (sehr professionell und gut gemacht) und auch ein Weblog, allerdings fehlt letzterem so ziemlich alles, was ein Weblog auszeichnet. Keine Links, keine Kommentarmöglichkeit und keine Blogroll. Sorry, aber das hätte man ohne großen Aufwand besser machen können. „connecting people“, darunter verstehe ich etwas anderes. Die Strategie schaut also, so ich sie nicht falsch verstanden habe, so aus: Hochglanz online und offline rausbringen und dann kommt irgendwann mal die Community. Warum hat man das nicht andersherum begonnen? Macht es nicht Sinn, sich erst einmal um den Aufbau einer Community zu kümmern, möglichst viel über deren Wünsche und Bedürfnisse zu erfahren und dann das Produkt entsprechend zu konzipieren? „k2 versteht sich als moderner Vermarktungs- und Mediendienstleister…“ heißt es im Mission Statement. Bleibt die Frage, für wen da die Dienstleistung erbracht werden soll? Für die Geldgeber, den europäischen Gedanken und/oder den Kunst- und Kulturbereich? Die Idee ist gut und hat Potenzial. Allerdings muss man dieses Potenzial auch nutzen können, sonst ist es halt doch nur wieder eine neue Plattform.

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