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Konzert2.0

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Concerts in your Home Als ich vor ziemlich vielen Jahren noch Klavier spielte, organisierte meine Klavierlehrerin einmal im Jahr so eine Art Hauskonzert, bei der alle ihre SchülerInnen etwas vorspielen „durften“. Ich muss gestehen, ich war damals von dieser Idee wenig begeistert, schließlich bedurfte es dazu einer entsprechenden Vorbereitung. Die Zeit war aber schon damals knapp und so verfügte ich nur über ein sehr begrenztes Zeitbudget, um mich auf diese Konzerte entsprechend vorzubereiten. ;-) Blöd ist das Prinzip Hauskonzert aber eigentlich nicht und das aus mehreren Gründen. Erstens stellen solche Konzerte für KünstlerInnen eine Möglichkeit dar, Werbung in eigener Sache zu machen. Sie haben die Möglichkeit zu experimentieren und können testen, was gut ankommt und was nicht so läuft. Natürlich gibt es da einige Einschränkungen, denn die Heavy Metal-Band oder das 20-köpfige Orchester kommen für Konzerte dieser Art eher nicht in Frage. Zweitens stellen Hauskonzerte einen in meinen Augen niederschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur dar. Menschen, die vielleicht sonst nur selten oder nie mit – in diesem Fall – Musik in Berührung kommen, erleben sie hier hautnah. Wie sich das Prinip Hauskonzert mit Hilfe einer Webplattform organisieren lässt, zeigt Concerts In Your Home.
Wie heißt es so schön im Weblog?
„Mozart was well known for performing “parlor concerts,” in the homes of rich patrons who would delight in the opportunity to show off their acquaintance with him. Things have changed, however, and you no longer need to be rich to have access to some of the finest talent available. Furthermore, many of these artists are genuinely interested in their fans, and enjoy an opportunity to connect in a way that rarely happens in traditional venues.“
Schon vor etlichen Jahrhunderten gab es bei uns die literarischen Salons, an die das Modell von House Concerts In Your Home anknüpft. Natürlich ist die Idee, Salonveranstaltungen zu organisieren, bei uns nie verschwunden, ganz im Gegenteil. So organisiert Christine Reiterer zum Beispiel den Wiener Salon (die Website enthält sehr interessante Informationen und Links zum Thema Salon). Austausch, Vernetzung, gemeinsames Erleben, das sind Elemente, die wir ja aus dem Social Web kennen. In Verbindung mit dem Konzert im kleinen privaten Rahmen ist das, denke ich, auch eine ganz interessante Art, Netzwerke aufzubauen. Konzert2.0 eben. Via New Music Ideas

6 Comments Join the Conversation

  1. Als Kind habe ich Dutzende dieser „Vorspielstunden“ mitgemacht. Was ich besonders daran schätze: Man lernt ganz unkompliziert, immer wieder vor einem grösseren Publikum aufzutreten, und entwickelt (in den meisten Fällen) keine Angst davor.

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  2. In meinen Erinnerungen waren diese Vorspiele ziemliche Zumutungen für alle Beteiligten. Für die Zuhörer, weils grausam klang und für die «Künstler», weil sie keinen Bock hatten. Mir ging es jedenfalls so. :-)

    Wie auch immer. Das ist eine nette Idee. Noch netter finde ich allerdings die Momente, wo Musik völlig selbstverständlich einfach gemacht wird, ohne jeden Rahmen und sei der ein Wohnzimmerkonzert. Zum Beispiel, wenn man zusammen Volkslieder singt während man Kartoffeln schält oder während einer Autofahrt. Musik ist zwar allgegenwärtig, wird aber fast immer passiv genutzt. Das ist eigentlich schade, denn man muss ja kein Musiker sein, um Musik machen zu dürfen. :-)

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  3. mmmh, das kann sein, dass meine „Kunst“ des öfteren eher eine Zumutung war. :-( Aber das muss man dann ganz olympisch sehen…

    Klar, Musik machen geht noch einen Schritt weiter als Musik hören. Aber fürs Marketing ist es in der Regel nicht so geeignet, oder? :-)

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  4. Pingback: Privatkonzerte als Einkommensquelle für die Musikbranche? « Das Kulturmanagement Blog

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