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Österreich: ein Förderprogramm unterstützt Forschung im Kunst- und Kulturbereich

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Etwas neidisch schaue ich ja schon immer in andere Länder, wenn ich sehe, wie viele Studien dort veröffentlicht werden. Vor allem im angelsächsischen Raum. Mag sein, dass ich mich täusche, aber mein Eindruck ist, dass dort Forschung im Bereich Kunst und Kultur schon einen höheren Stellenwert einnimmt. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass die zahlreichen Stiftungen, die häufig die Finanzierung übernehmen, ein großes Interesse daran haben, dass die Ergebnisse auch öffentlich gemacht werden.

Fein ist aber, dass der „Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung„, kurz FWF, in Österreich ein „Programm  zur Entwicklung und Erschließung der Künste“ (PEEK) entwickelt hat und derzeit die erste Ausschreibung läuft. Welche Ziele das Programm verfolgt, erfährt man im Programmdokument, nämlich die

„Hebung der Qualität sowie Ausweitung des Spektrums und der Wirkung künstlerischer Tätigkeit in Österreich durch die Förderung von Arts-based Research“.

Konkret geht es um

  • „(die) Förderung von innovativer Arts-based Research von hoher Qualität, wobei die künstlerische Praxis eine zentrale Rolle bei der Fragestellung spielt,
  • (die) Erhöhung der Forschungskompetenz, der Qualität und des internationalen Rufs österreichischer Arts-based Researchers und
  • (die) Erhöhung des Bewusstseins für Arts-based Research und der potenziellen Anwendung innerhalb der breiteren Öffentlichkeit sowie innerhalb der wissenschaftlichen und künstlerischen Communities.“

Arts-based Research? Ein Glück, dass dieser Begriff gleich in der Einleitung des Programmdokuments erklärt wird:

„Arts-based Research unterscheidet sich prinzipiell von Wissenschaftsdisziplinen wie z.B. Literaturkritik, Literaturgeschichte, Kunstgeschichte und Musikologie, welche die Kunst mit wissenschaftlichen Methoden erforschen. Arts-based Research ist als ästhetische Grundlagenforschung zu verstehen und meint damit den Erkenntnisgewinn und die Methodenentwicklung mittels ästhetischer und künstlerischer im Unterschied zu rein wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen.“

Das heißt dann bezogen auf das Programm:

„Jede künstlerische Produktion basiert auf der Arbeit und der Kreativität von KünstlerInnen, die mit künstlerischen Methoden bzw. Fertigkeiten zu kunstspezifischen Ausdrucksformen gelangen. Mit dem Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) geht es um die Förderung jenes Prozesses, bei dem künstlerische Wissensproduktion von Reflexion begleitet wird und so zu einem Erkenntnisgewinn in der Gesellschaft führt. In diesem Sinne soll Arts-based Research durch das FWF Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) gefördert werden.“

Ich glaube, ich lese zum ersten Mal in einem solchen Programmdokument, dass künstlerische Prozesse zu einem Erkentnisgewinn in der Gesellschaft führen können. Das heißt, der erste Erkenntnisgewinn ist schon mal der, dass man die Bedeutung künstlerischer Prozesse anerkennt.

Noch kurz zu den Fakten: die Projekte dürfen maximal 36 Monate laufen, die Förderhöhe richtet sich nach dem Vorhaben und der Antrag muss auf Englisch eingereicht werden. Die diesjährige Deadline endet bereits am 1. September, was natürlich sehr knapp ist. Aber hier liegt der Fehler bei mir, denn der Call ist bereits seit Ende Juni offen. Sehr offensiv hat man ihn allerdings nicht beworben, sonst hätte ich wohl schon früher davon erfahren. Aber auch für nächstes Jahr ist wieder ein Call geplant.

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Journalisten und Web2.0: keine Lust

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© Kersten Schröder; Pixelio

Wie kommen eigentlich Journalisten zu ihren Informationen? Wer das weiß, hat den Vorteil, dass er sich, wenn er Journalisten erreichen möchte, an deren Vorlieben orientieren kann. Nur wie recherchieren Journalisten denn?  Welche Kanäle nutzen sie? Von den österreichischen Journalisten wissen wir es nun.

Die Agentur Babnik Communications hat nämlich österreichweit 900 Journalisten zu ihrem Online-Verhalten befragt. Dieses Ergebnis ist nicht überraschend:

„94% der 170 Journalisten, die den Fragebogen ausgefüllt haben, nutzen regelmäßig Suchmaschinen und Websites“,

heißt es in der Presseaussendung. Auch auf Wikipedia setzen viele, genauer gesagt 50%. Gar nicht mehr angesagt sind hingegen Presseaussendungen in Papierform.

Wer Journalisten erreichen möchte, dem empfiehlt Geschäftsführerin Elisabeth Babnik einerseits einen gut strukturierten Pressebereich auf der eigenen Website, andererseits aussagekräftige Betreffzeilen in den Presseaussendungen und natürlich leicht zugängliches Bildmaterial. Vor allem letzteres kann ich bestätigen. Immer weniger Artikel erscheinen ohne dazu passende Fotos.

Wer da für entsprechendes Material sorgt, hat schon mal Pluspunkte gesammelt. Vorausgesetzt die Journalisten kommen an die Fotos ran. Langwierige Anmeldeprozeduren sind da eher hinderlich, mit einem passwortgeschützten Zugang vergraulen Sie auch den letzten Journalisten.

Ja und wie sieht er aus, der Pressebereich?

„Wünschenswert sind Pressebereiche, die mit einem Klick erreicht werden können und klar aufgebaut sind. Aktuelle als auch ältere Meldungen müssen chronologisch abrufbar sein, Fotos von Vorständen, Produkten, aber auch nicht-werbliche Sujetbilder zum Unternehmen sollten auf der Presseseite in Druckqualität zum Download angeboten werden“,

so die weiteren Ergebnisse der Befragung. Nachdem 94% der antwortenden Journalisten die Unternehmenswebsite als Informationsquelle angeben, sollten Unternehmen (und Kultureinrichtungen) ihr auch die entsprechende Aufmerksamkeit schenken.

Eher selten sind Journalisten im Social Web zu finden. Der Wert von Blogs, Social Communities oder auch YouTube wird als gering eingeschätzt.  Ich möchte das jetzt nicht pauschal bewerten, aber ich informiere mich in den für mich interessanten Themenbereichen großteils auch mit Hilfe von Weblogs. Deren Geringschätzung ist, denke ich, nicht mehr zeitgemäß.

Aber gut, wenn man sie im Social Web nicht erreicht, dann muss man halt bei der Email bleiben. Worauf Sie hier achten sollten:

„Für 88% ist hier ein aussagekräftiger Betreff wichtig, um das E-Mail im meist überfüllten Posteingang überhaupt wahrzunehmen, gefolgt von der Bekanntheit des Absenders (68%) und dem Namen des Unternehmens in der Betreffzeile (45%)“,

ergab die Befragung. Was aber ganz wichtig ist: Für Journalisten spielt es keine große Rolle, ob sie direkt angeschrieben werden oder ob die Aussendung sie über das OTS-Portal erreicht. Das heißt, Sie müssen sich gar nicht so sehr auf einzelne Personen konzentrieren, sondern kommunizieren über das Presseportal (wobei eine Aussendung dort mit Kosten verbunden ist). Wenn Sie wissen wollen, welche Chancen Sie haben, mit Ihrer Aussendung in den Medien zu landen bzw. wie Sie es am geschicktesten anstellen, dann werfen Sie doch einen Blick in die – allerdings schon zwei Jahre alte – Medienresonanz-Analyse zu APA-OTS-Aussendungen (siehe dazu auch mein Blogpost „Welche Resonanz hat eine Presseaussendung?„).

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Förderungen in Österreich: eine Broschüre bietet Orientierung

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Andrea Mayer-Edoloeyi hat vor ein paar Tagen darauf hingewiesen, dass der Ratgeber „Überleben im Förderdschungel“ in der zweiten Auflage erschienen ist. Auf 88 Seiten gibt es die wichtigsten Informationen über Fördermöglichkeiten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene in Österreich. Ganz interessant: es gibt zwei Mutationen, wie Andrea schreibt:

„eine für Oberösterreich und eine für Tirol, jeweils mit detailierten Informationen zu den jeweiligen Landesförderungen;“

Die Broschüre beinhaltet einen Überblick über die Förderstrukturen in Österreich und bietet ganz praktische Hilfestellung bei der Antragstellung. Für 16,50 Euro bekommt man außerdem eine umfangreiche Adressliste. Bestellen können Sie die Broschüre hier.

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Ein Tool zeigt mir, was von meinen Einnahmen übrig bleibt

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Andrea Mayer-Edoloeyi hat in einem Blogpost dankenswerterweise eine kommentierte Liste mit „praktischen Internettools rund ums Geld“ zusammen gestellt. Gedacht ist diese Sammlung, die sich – und das ist wichtig – nur auf Österreich bezieht (!),

„für Selbständige, Angestellte oder Menschen, die sonstwie mit Erwerbsarbeit zu tun haben (z.b. in kleinen Vereinen ohne eigene Finanzabteilung)“,

wie sie einleitend scheibt. Eine tolle und hilfreiche Sammlung, in der sich jede Menge hilfreiche Anwendungen finden, z.B. der Solocom-Rechner, mit dem Selbständige sich ausrechnen können, was ihnen nach Abzug von Betriebsausgaben, Sozialversicherungsbeiträgen und Einkommenssteuer noch übrig bleibt.

Nicht viel, um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen. :-(

Wenn man die Einnahmen in 10.000er-Schritten steigert und die Betriebsausgaben mit jeweils 10% ansetzt, dann kommt man zu folgenden Ergebnissen (Einnahme – 10% Betriebsausgabe – Sozialversicherung – EST = Nettogewinn nach Abgaben):

  • 10.000 Euro: 6.282,97 Euro
  • 20.000 Euro: 12.109,61Euro
  • 30.000 Euro: 16.276,22 Euro
  • 40.000 Euro: 20.341,01 Euro
  • 50.000 Euro: 24.151,84 Euro
  • 60.000 Euro: 27.962,66 Euro

Das heißt, wenn Sie 2.000 Euro pro Monat „verprassen“ wollen, benötigen Sie Einnahmen von ungefähr 50.000 Euro. Das gilt, um es noch mal zu betonen, für Österreich. Aber vielleicht kennt ja jemand so einen sehr hilfreichen Rechner auch für Deutschland oder die Schweiz?

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Ein Förderprogramm an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft

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Das könnte interessant sein, was da vor zwei Tagen der österreichischen Öffentlichkeit präsentiert wurde: ein Förderprogramm zur Entwicklung und Erschließung der Künste. Gut, vieles ist noch unklar, aber die Intention ist lobenswert:

„Das Programm richtet sich an Personen die künstlerisch respektive künstlerisch-wissenschaftlich in universitären und außeruniversitären Einrichtungen tätig sind und künstlerische Grundlagenforschung betreiben,“

heißt es in der Pressemeldung. Kunst und Forschung, wer bis jetzt versucht hat, diese beiden Bereiche zu verbinden, sah sich in der Regel alleine gelassen. Mit dem neuen Förderprogramm möchte man an dieser Stelle ansetzen.

Für die erste Ausschreibung im Frühjahr 2009 stehen 1,5 Mio. Euro zur Verfügung, ist der Bedarf größer, könnte die Summe für die nachfolgenden Ausschreibungen noch erhöht werden. Gerald Bast, Rektor der Wiener Universität für Angewandte Kunst, kann sich vorstellen, dass es in fünf Jahren 15 Mio. Euro sein werden.

Zur Einreichung aufgefordert werden Einzelpersonen, die an Kunstunis, Museen oder ähnlichen Kultureinrichtungen tätig sind. Die Laufzeit der Projekte beträgt maximal drei Jahre. Die Entscheidung darüber, wer in den Genuss der Fördergelder gelangt, wird in Händen eines noch zu gründenden Programmbeirats liegen.

Die Grundidee ist gut, jetzt heißt es abwarten, bis die Details bekannt gegeben werden.

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Trainee-Stipendien für KulturmanagerInnen

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Dass Kunst – und Kulturprojekte bzw. KünstlerInnen gefördert werden, erleben wir häufig. Zwar könnten die Summen, die zur Verfügung stehen, noch etwas üppiger ausfallen, aber es gibt doch eine Vielzahl an Förderprogrammen.

Etwas anders sieht die Situation für KulturmanagerInnen aus. Ich finde es erfreulich, dass das österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) eine, ich möchte schon fast sagen, Tradition weiterführt und wieder 11 Trainee-Stipendien

„zur internationalen Qualifizierung für MitarbeiterInnen im Kunst und Kulturbereich, vor allem für regionale Kulturinitiativen, sowie AbsolventenInnen von Kulturmanagementlehrgängen“

ausgeschrieben hat. Praktikaplätze (Dauer: zwischen drei und sechs Monaten) werden unter anderem in Berlin, Uganda, Nicaragua, St. Petersburg, Los Angeles in interessanten Kultureinrichtungen angeboten.

Das Angebot richtet sich an alle, die im Kulturbereich eine „einschlägige Ausbildung und/oder einschlägige Berufserfahrung“ in den Sparten

  • Produktionsleitung
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Marketing
  • künstlerische Leitung
  • musikalische Leitung
  • Management
  • Rechtsbetreuung
  • Kunstvermittlung
  • Museumspädagogik

vorweisen können und bereit sind, danach ihre Kenntnisse in österreichische Kultureinrichtungen einzubringen.

Gezahlt werden die Reisekosten sowie ein Beitrag zu den Lebenshaltungskosten, der je nach Ort zwischen 1.500 und 1.850 Euro schwankt. Hier gibt es das Bewerbungsformular, das noch weitere Informationen enthält.

Nicht ganz unwichtig: Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar 2008. Und jetzt wünsche ich allen KulturmangerInnen bei ihrem eigenen „Projekt“ viel Glück und drücke die Daumen.