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„Follow me!“ (Rezension)

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Die zunehmende Spezialisierung einer Industrie oder Branche führt dazu, dass mehr und mehr Prozesse ausgelagert werden. So wie bei der Produktion von Autos hunderte von Zulieferfirmen beteiligt sind, verlassen sich viele Firmen in ganz unterschiedlichen Bereichen auf externe Dienstleister. Das Outsourcing kann man dabei als logischen Schritt im Entwicklungsprozess von Industrien oder Branchen bezeichnen. Diese zunehmende Spezialisierung hat mittlerweile auch den Bereich Social Media erfasst. Wer heute Social Media Marketing betreiben möchte, muss sich in vielen Bereichen auskennen. Oder eben mit den jeweiligen ExpertInnen zusammenarbeiten. Wie breit das Feld geworden ist, zeigen Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour in ihrem Buch Follow me!: Erfolgreiches Social Media Marketing mit Facebook, Twitter und Co (Affiliate Link). Mehr als 500 Seiten ist es dick geworden und erhebt den Anspruch, nicht nur NeueinsteigerInnen den Weg ins Social Web zu erklären, sondern auch die zu unterstützen, bei denen sich nach der ersten Euphorie Enttäuschung breit gemacht hat, wie die AutorInnen im Vorwort schreiben.

Social Media: Auf Augenhöhe kommunizieren

Wenn wir wirklich vor allem den Empfehlungen aus unserem Freundeskreis vertrauen und die Meinungen von fremden UserInnen höher einschätzen als Markenwebsites oder redaktionelle Inhalte, dann sprechen Grabs und Bannour zu recht von einer neuen Macht der Kunden, weisen aber auch gleichzeitig darauf hin, dass Mundpropaganda eigentlich nichts Neues ist. Und was bringt das den Unternehmen? Brand Awareness, Empfehlungsmarketing, Social CRM oder Targeting, von Social Media können Unternehmen in vielen Bereichen pofitieren, so sie die Grundprinzipien des Social Web verstehen und sich darauf einlassen, mit den UserInnen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Gut gefällt mir, dass die beiden AutorInnen sich im nächsten Schritt nicht auf Facebook, Google+, Twitter oder Blogs stürzen, sondern erst einmal darüber aufklären, wie man das Thema Social Media Marketing angeht. Das geschieht ihrer Ansicht nach am besten mit Hilfe der von Charlene Li und Josh Bernoff entwickelten POST (people, objectives, strategy, technology)-Methode, bei der die Tools ja auch erst am Ende kommen. In „Follow me!“ kommen die Tools zwar nicht ganz am Ende des Buches, aber dafür besetzen sie dessen breite Mitte. Für meinen Geschmack ist diese Mitte etwas zu breit geraten, denn während die ja nicht ganz unwichtigen Themen Social Media Monitoring und Online Reputation Management auf lediglich 26 Seiten abgehandelt werden, sind für die diversen Netzwerke und Plattformen mehr als 200 Seiten reserviert. Aber wenigstens geht es nicht nur um Facebook und Twitter, sondern auch um Foren, Bewertungsplattformen, Social Bookmarking und Podcasting. Nur das Thema RSS wird fast völlig ausgeblendet, da wären ein paar Zeilen mehr in der nächsten Auflage eine feine Sache. Für wen ist dieses Buch gedacht? EinsteigerInnen wird es eine große Hilfe sein, denn sie finden hier einen fundierten Überblick über all das, was Social Media Marketing ausmacht. Auch an den Universitäten wird es sich schnell als Standardwerk etablieren können, denn das Buch ist gut und verständlich geschrieben, ich habe die insgesamt 12 Kapitel gerne gelesen.

Jede Menge Praxistipps

Aber wer „Follow me!“ jetzt nur als Buch für EinsteigerInnen und den schnellen Überblick abtut, wird ihm nicht gerecht. Obwohl es leider nicht in die Tiefe geht, oder besser gesagt, nicht gehen kann, der Platz ist einfach nicht da, bietet es darüber hinaus jede Menge Praxistipps. Ob sie eine Social Media-Kampagne entwickeln möchten oder erfahren wollen, wie man gute Blogbeiträge verfasst, für diese und ähnliche Fragen gibt es eigene Kapitel mit vielen Handlungsempfehlungen und darüber hinaus Tipps vom Rechtsanwalt. Für viele ist das, was im hinteren Drittel des Buches steht, vermutlich Zukunftsmusik. Ob Social Commerce oder die Entwicklung im Bereich des mobilen Internets, Grabs und Bannour beschreiben den aktuellen Status Quo und erklären die ersten Schritte. Beispiel mobiles Web: Schon 2015 werde der Zugriff auf das Internet mehrheitlich mobil erfolgen, prophezeien die ExpertInnen, Grund genug, sich zu überlegen, wie Unternehmen diese Entwicklung für sich nutzen können. Auch hier bleiben die beiden AutorInnen konsequent und folgen in der Behandlung des Themas der POST-Methode. Wer nutzt die mobilen Endgeräte und wofür werden sie genutzt? Wer das weiß, tut sich bei der Formulierung der eigenen Ziele und der Entwicklung der dazu passenden Strategie leichter als jemand, der den Einstieg über die Technologie wählt. Grabs und Bannour beschränken sich dankenswerterweise nicht nur auf das Thema Apps, sondern gehen auch kurz auf das Potenzial von SMS/MMS, Bluetooth oder QR-Codes ein. Gut gefällt mir, dass sie dabei immer ein Beispiel aus der Praxis anführen und so zeigen, wie sozial und lokal mehr und mehr zusammenwachsen, Stichwort Location Based Services. Wenn Sie wissen wollen, was Social Media Marketing ist und wie es funktioniert, dann kann ich Ihnen dieses Buch empfehlen. Vielleicht kommen Sie ja auch auf den Geschmack und wollen es selbst ausprobieren. In diesen Fall möchte ich mich dem abschließenden Rat von Anne Grabs und Karim-Patrick Bannour anschließen: „Fangen Sie an!“
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livekritik: eine Plattform bietet Platz für die Besprechung von Kunst- und Kulturveranstaltungen

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Bereits seit fünf Jahren gibt es mit nachtkritik ein Onlineportal, auf dem ausgewählte AutorInnen Theaterinszenierungen besprechen. Nicht nur die Zugriffszahlen beweisen, dass das Interesse daran groß ist, auch die Zahl der Kommentare kann beachtlich sein, etwa in der Diskussion um das Buch „Kulturinfarkt“. livekritik geht nun einen Schritt weiter, denn, so heißt es in der Presseaussendung, „(d)as neuartige Kommunikationsportal livekritik.de bündelt Besucherrezensionen über kulturelle Veranstaltungen in ganz Deutschland.“ Das heißt, erstens geht es auf livekritik um alle Kunstsparten und zweitens sind es hier die UserInnen, die mit ihren Besprechungen die Plattform mit Leben füllen (sollen). „Wir wollen mit unserer Seite das Forum dafür schaffen, dass zeitgemäß und wertig über Kultur kommuniziert wird und die Kulturbesucher selbst zu Wort kommen“, formuliert Gründer Rod Schmid seinen eigenen Anspruch und hofft nun auf möglichst viele Rezensionen. Natürlich gibt es schon heute jede Menge Empfehlungen im Kunst- und Kulturbereich, sie sind halt nur über das ganze Social Web verstreut. Wir verlassen uns mittlerweile sehr häufig auf solche Empfehlungen und insofern ist die Gründung dieser Plattform ein logischer Schritt. Nun gilt es, möglichst schnell Leben in die Plattform zu bekommen, sprich, rasch möglichst viele Rezensionen anbieten zu können. Das gelingt nur, wenn man die UserInnen dazu bringt, über ihre Erlebnisse in Museum, Theater, Oper oder Konzert zu berichten. Klappt das, wird der Wunsch von Rod Schmid wohl in Erfüllung gehen: „livekritik.de soll die erste Adresse für Kulturinteressierte werden, die detailliert, individuell und kostenlos über Kulturveranstaltungen informiert werden möchten.“
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Eine gute Idee: „Blogg Dein Buch“

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Von dieser Idee sollten eigentlich alle etwas haben. Blogg Dein Buch (BdB) ist ein Projekt des EPIDU-Verlags, das aus der Idee heraus entstanden ist, Verlage, LeserInnen und BlogerInnen, die Rezensionen schreiben, zusammen zu bringen. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: viele BloggerInnen besprechen auf ihren Blogs gerne Bücher, kommen aber nicht immer so leicht an diese heran. Verlage sind an Rezensionen interessiert, wissen aber nicht, an wen sie sich wenden sollen. Und da sind dann noch die LeserInnen, die die verschiedenen Blogs nicht kennen und so von Buch bzw. Rezension gar nicht erfahren. BdB versucht, die verschiedenen Interessen zu bündeln und versteht sich als Plattform für Buchbesprechungen. Das Ziel:
„Die Webseite Blogg dein Buch verhilft allen Parteien zu weiterer Bekanntheit und damit zu mehr Besuchern. Je mehr Verlagspartner und Blogger sich auf BdB zusammenfinden, desto größere Beliebtheit wird dieser Seite zuteil werden, und damit auch den beteiligten Internetauftritten. Besonders versprechen wir uns, mit den unabhängigen Rezensionen der Blogger eine breite Leserschaft anzusprechen.“
Bücher von mehr als 90 Verlagen sind mittlerweile auf der Plattform vertreten, das Angebot wird also von den Verlagen sehr gut angenommen. Aber auch für BloggerInnen scheint die Sache attraktiv zu sein. Die Rezensionen erscheinen auf dem eigenen Blog, werden auf BdB beworben und mit 500 Zeichen angeteasert. Das heißt, mit zunehmender Attraktivität der Plattform werden vermutlich auch die Zugriffszahlen auf die einzelnen Rezensionen steigen. Attraktiv ist BdB dann, wenn dort erstens gute Bücher besprochen werden, vor allem die „Perlen“, die darauf warten, entdeckt zu werden. Zweitens wird sich die Plattform dann etablieren, wenn die Qualität der Rezensionen hoch ist. BloggerInnen, die sich daran beteiligen wollen, müssen ein Blog haben, das seit mindestens drei Monaten existiert und pro Woche einen Beitrag schreiben. Das Blog sollte möglichst hohe Zugriffszahlen aufweisen und „einen guten Gesamteindruck“ vermitteln, was immer das auch heißen mag. Wer gerne ein Buch besprechen möchte und Teil der BdB-Community geworden ist, kann sich per Mausklick für ein Buch seiner Wahl bewerben. Der Verlag entscheidet dann, wobei es, wenn ich es richtig verstanden habe, durchaus sein kann, dass mehrere Rezensionsexemplare verschickt werden. Das darf die BloggerIn dann behalten, verpflichtet sich allerdings, innerhalb von 30 Tagen eine Rezension zu veröffentlichen. Mir gefällt diese Idee, denn vom Konzept her handelt es sich um eine Win-Win-Win-Idee, von der hoffentlich alle etwas haben. In der Liste der Blogs habe ich schon einige alte Bekannte entdeckt, BdB scheint also gut anzulaufen. via bernetblog
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„Kultur und Demokratie“ (Rezension)

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In der Vorbereitung auf diesen Beitrag habe ich unter anderem bei Google nach  der „Zukunft der Kulturpolitik“ gesucht und interessanterweise tauchen auf der ersten Seite der Trefferliste mehrheitlich Verweise auf Artikel, Veranstaltungshinweise, etc. auf, die sich bezüglich der Zukunft von Kulturpolitik eher skeptisch äußern. So stellte sich etwa Martin Wassermair schon vor drei Jahren die Frage, ob sich über Kulturpolitik „in Zeiten ihrer Selbstauflösung“ überhaupt diskutieren lasse? Eine traurige Geschichte, wenn andererseits immer wieder die Bedeutung von Kunst und Kultur für unsere Gesellschaft betont wird. Ich selbst habe in der Vergangenheit immer wieder die Visionslosigkeit der Kulturpolitik kritisiert und die Frage gestellt, ob es Kulturpolitik überhaupt noch gebe? Nachdem ich das neue Buch von Michael Wimmer, Kultur und Demokratie. Eine systematische Darstellung von Kulturpolitik in Österreich (Affiliate Link) gelesen habe, weiß ich, dass es sie gibt. Man muss nicht unbedingt zufrieden sein mit ihr, aber sie existiert, was die Grundvoraussetzung für Veränderung ist. Was aber versteckt sich hinter dem Begriff Kulturpolitik eigentlich. Wer sich auf Wikipedia informiert, ahnt schon, dass die Beschäftigung damit nicht so ganz einfach ist. Wimmer verweist gleich zu Beginn seines Buches auf ein Dilemma, denn die Kunst versuche sich einerseits der Politisierung zu entziehen und sei andererseits in der Praxis auf diese angewiesen. Heraus kommt
„eine Art spätromantisches Mäzenatentum, dessen einziges Interesse darauf gerichtet ist, dass es Kunst gibt.“ (S.15)
Auch wenn es oft so scheinen mag, aber die Autonomie der Kunst stellt noch kein kulturpolitisches Programm dar und es bleibt die Frage, welche Interessen denn in der Kulturpolitik durchgesetzt werden sollen? Zuvor skizziert Wimmer aber die gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und macht deutlich, dass sich auch die Kunst letzten Endes nicht gegen die fortschreitende Ökonomisierung aller unserer Lebensbereiche wehren  konnte und wir heute Abschied genommen haben von der Idee, Kulturpolitik könne auch als Gesellschaftspolitik verstanden werden. Aber noch eine zweite Entwicklung verändert die Rahmenbedingungen: die wachsende Ethnisierung des Sozialen:
„Je mehr sich die ökonomischen Konkurrenzverhältnisse zwischen den Menschen verschärfen, desto eher würden ethnische und damit auch kulturelle Differenzen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft als Ab- bzw. Ausgrenzungskriterium (…) ins Treffen geführt,“ (S.24)
beruft sich Wimmer auf den Politikwissenschaftler Christoph Butterwege. Die Kulturalisierung des Sozialen führt dazu, dass unterschiedliche Kulturen eher als Kampfplatz denn als Hort von Innovation gesehen werden. Natürlich kommt man in einem solchen Buch nicht umhin, den Begriff der Kultur zu definieren. Wimmer geht hier sehr geschickt vor und beschreibt „lediglich“ die Spannungsfelder (Zivilisation, Bildung, Religion, etc.), in denen sich „Kultur“ bewegt. Zur Sprache kommt dabei (natürlich) auch die Beziehung der beiden Bereiche Kunst und Kultur. Wimmer konstatiert, dass wir nicht nur umgangssprachlich, sondern auch im kulturpolitischen Fachdiskurs dazu neigen, beide Begriffe synonym zu verwenden. Dass dem nicht immer so war, zeigt Wimmer am Beispiel Gottfried Benns, der sich vehement dagegen aussprach, die Kunst als repräsentative Ausdrucksform von Kultur zu verstehen. Ähnlich schwierig stellt sich die Annäherung an den Begriff Kulturpolitik dar. Wimmer sieht eine enge Verknüpfung zwischen den jeweiligen politischen Systemen und ihren kulturellen Ausformungen. Die Beobachtung Friedrich Schillers, dass es der Kunst immer dann gut ging, wenn es den Menschen schlecht ging, oder, wie es Wimmer formuliert,
„dieses offenkundige Auseinanderklaffen zwischen demokratischen Errungenschaften und institutionellem Niedergang des Kulturbetriebs“ (S.87)
veranlasst ihn dazu, sich das Verhältnis der verschiedenen politischen Modelle zu ihrem Kulturbetrieb genauer anzuschauen und zwischen einem liberalen, einem wohlfahrstaatlichen, einem republikanischen und einem ästhetischen Verständnis zu unterscheiden. Die historische Entwicklung hat dazu geführt, dass wir es heute, wenn wir die institutionelle Basis von Kulturpolitik betrachten, mit unterschiedlichen Modellen zu tun haben. Den meisten von uns sind das zentralistische und das föderalistische Modell wohl bekannt, während das außerdem von Michael Wimmer beschriebenen para-staatliche Modell, das Modell des staatlichen Kulturunternehmers sowie das transnationale Kooperationsmodell eher selten genannt werden. Aus den unterschiedlichen Modellen ergibt sich auch ein unterschiedliches Instrumentarium, um staatliche Kulturpolitik betreiben zu können. Die Republik Österreich zum Beispiel verfügt über Sammlungsbestände der vormaligen Herrscherhäuser, kümmert sich aber nicht nur um die Pflege und den Erhalt dieser Sammlungen, sondern tritt auch aktiv als Käuferin von Kunstwerken auf. Diesen akquisitiven stehen restriktive Maßnahmen gegenüber, in denen bestimmten, als schädlich betrachteten Entwicklungen wie zum Beispiel dem Wiener Aktionismus der Kampf angesagt wurde. Ausgestattet mit diesem Wissen folgt man dem Autor gerne in Richtung österreichischer Kulturpolitik. Welche historischen Wurzeln hat sie, wie ist die Kunst- und Kulturverwaltung organisiert und welche Größe weist das Budget für diesen Bereich auf? Darauf aufbauend bietet der Autor dann eine eingehende Analyse des „Politikfeldes Kulturpolitik in Österreich“, wie er das siebte Kapitel des gut 400 Seiten dicken Buches überschrieben hat. Wimmer konzentriert sich dabei auf die Rahmenbedingungen (polity), Prozesse und Verfahren (politics) und die politischen Inhalte (policy). Vor allem der letzte Punkt hat mir oft überraschende Einblicke in die Konzepte und inhaltlichen Vorstellungen derer, die in den letzten Jahrzehnten die österreichische Kulturpolitik bestimmt haben, gewährt. Für Wimmer stehen hinter der österreichischen Kulturpolitik bestimmte Ansprüche, die ideologisch unterlegt sind und völlig unterschiedliche Auswirkungen auf die kulturpolitische Praxis haben. Wimmer unterscheidet dabei zwischen folgenden Ansätzen:
  • dem konservativen Anspruch: dahinter verbirgt sich der Wunsch, eine „durch den Kulturbetrieb repräsentierte kulturimperiale Sonderrolle Österreichs“ zu bewahren, die auf der einstigen Größe des Landes aufbaut.
  • dem demokratiepolitischen Anspruch: Kulturpolitik als ein Instrument zur „Harmonisierung der Gesellschaft“, dieser Glaube trieb vor allem die Regierung unter Bruno Kreisky an.
  • dem kultur- bzw. gesellschaftsliberalen Anspruch: den KünstlerInnen und Intellektuellen kommt eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung zu; sie sind es, die Diskurse führen und die gesellschaftliche Entwicklung auch über ihr Kunstschaffen vorantreiben.
  • dem wirtschaftsliberalen Anspruch: wirtschaftliche Argumente gewinnen an  Bedeutung, die Entwicklung geht in Richtung Kulturwirtschaftspolitik, das Ergebnis ist eine Ökonomisierung des Bereiches.
  • dem nationalen Anspruch: Kunst und Kultur als Instrumente, um sich gegenüber dem Fremden abzugrenzen und der damit verbundene Versuch, kulturelle Unterschiede zum Austragen sozialer und gesellschaftlicher Konflikte zu nutzen.
  • dem integrativen Anspruch: die Idee einer Kulturpolitik, „die darauf abzielt, staatlicherseits eine Gleichwertigkeit kultureller Ausdrucksformen in einer ausdifferenzierten, demokratisch verfassten Gesellschaft herzustellen“. (S.307)
Hat man dieses Buch durchgelesen, sind die Defizite der österreichischen Kulturpolitik offensichtlich. Aber das Wissen um die Ursachen dieser Defizite können der Ausgangspunkt für die so dringend benötigten Veränderungen im österreichischen Kunst- und Kulturbereich sein. Michael Wimmer hat nicht nur in seinem Buch, sondern auch in einem eigenen Text Empfehlungen ausgesprochen, über die es sich zu diskutieren lohnt. Als Anstoß zur Diskussion hat er sein Buch auch verstanden. Das Zeug dazu hat es, es lohnt sich, das Buch zu lesen. Fragt sich, ob jemand da ist, der es diskutieren möchte?
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„Social Media im Kulturmanagement“ [Rezension]

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Auch das muss mal gesagt werden: mit knapp 600 Gramm Gewicht, 450 Seiten Umfang und einem gefälligen Cover beweist der unter dem Titel Social Media im Kulturmanagement: Grundlagen, Fallbeispiele, Geschäftsmodelle, Studien erschienene Tagungsband der letztjährigen stARTconference, warum alle Prognosen, die das Ende des Buchs kommen sehen, falsch liegen. Er liegt gut in der Hand und da sich die insgesamt 24 Beiträge nicht aufeinander beziehen, lädt er zum Blättern ein. Man kann den von Chistian Holst, Karin Janner und Axel Kopp herausgegebenen Band natürlich auch von vorne bis hinten durchlesen und sich, so man AnfängerIn ist, erst einmal mit den Werkzeugen des Social Webs vertraut machen. Karin Janner schafft es auf 30 Seiten, viele Themen anzuschneiden, angefangen mit der Frage, was ein Blog ist bis hin zu Überlegungen, wie man denn all diese Tools kombinieren kann?
„Ihr Ziel ist es nicht zu bloggen oder zu twittern, sondern Sie wollen mit Hilfe von Social Media bestimmte Ziele erreichen,“
mahnt Janner am Ende ihres Beitrags und macht damit deutlich, dass das Befüllen der verschiedenen Kanäle mit Inhalten kein Selbstzweck ist. Oft ist bei Kultureinrichtungen die Rede davon, eine Community aufbauen zu wollen. Auf einer einzelnen Plattform ist das nicht zu schaffen und macht auch wenig Sinn, schließlich gibt es ja mittlerweile jede Menge Vernetzungsangebote, die es zu nutzen gilt. Neben Facebook sind das zum Beispiel auch Bewertungsplattformen oder ortsbasierte Netzwerke wie Foursquare oder Gowalla. Dass auch solchen Tools eigene Kapitel gewidmet werden, macht das Buch in meinen Augen interessant. Vielleicht motiviert es den einen oder anderen Kulturbetrieb, sich auch mit solchen Angeboten zu beschäftigen? Aber zurück zum Thema Community. Da es mit den Community-Strukturen im Kunst- und Kulturbereich noch hapert, haben Tobias Kopka und Anna-Carolin Weber in ihrem Beitrag den Blick über den Tellerrrand gewagt und sich mit den Communities im Bereich der Computerspiele beschäftigt.
„Gaming-Communities stellen angesichts der Frequenz und Permanenz der Aktivitäten ihrer Nutzer die aktivsten Communities überhaupt dar,“
konstatieren die beiden AutorInnen und versuchen aber gleichzeitig auch herauszufinden, warum es im Kunst- und Kulturbereich (noch) nicht so läuft. Mit zwei in den Beitrag eingebauten Interviews zeigen Kopka und Weber, wie sehr sich das Gesprächsformat für den Wissenstransfer eignet. Wer sich für den Aufbau von Communities interessiert, wird auf das hier Gesagte und Geschriebene wahrscheinlich mehr als einmal zurückkommen. Wer nun schon so in der Praxis angekommen ist, wird vielleicht irgendwann einmal nach der dahinter stehenden (Kommunikations)-Theorie verlangen. Die liefern Autoren wie Carsten Winter, Stephan Sonnenburg, Christof Breidenich und Helge David im zweiten, dem Theorieteil dieses Buches. Warum es sich beim Social Web nicht um einen Hype handelt, sondern eher um einen Paradigmenwechsel, wird einem spätestens nach der Lektüre von Carsten Winters Beitrag „Von der Push- zur Pull-Kultur (-innovation)“ klar. Wenn Winter schreibt, dass
„die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle für das kulturelle Leben im 21. jahrhundert die Qualität unseres Wissens darüber (sei), wie konkrete Leute neu mit Bedeutung umgehen können, sich unterscheiden, orientieren und kulturell zugehörig machen können,“
dann wird deutlich, dass das Überleben von Kunst und Kultur auch vom Verständnis dieser Entwicklungen abhängt. Denn, so Stephan Sonnenburg in seinem Beitrag „Brauchen Kulturmarken Markenkultur?“,
„(w)ie das Buch oder das Fernsehen verändert Social Media die Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation grundlegend und läutet somit auch einen Paradigmenwechsel im Marketing und Branding ein.“
Was der daraus resultierende Verlust der Markenhoheit für Kultureinrichtungen – oder besser Kulturmarken – bedeutet, erläutert der Autor nicht nur, sondern liefert darüber hinaus die wichtigsten Grundlagen für die Markenkommunikation mit den „Kunden“. Wer dafür das Internet und speziell das Social Web verwendet, sollte wissen, dass er es mit dynamischen Medien zu tun hat, die durch die Möglichkeit, Inhalte zu kombinieren und zu erweitern, zu dem führen, was viele als Informationsflut empfinden, der sie als UserInnen hilflos ausgeliefert sind.
„Die kulturelle Herausforderung, trotz unendlicher Möglichkeiten Angebote und Variationen zu selektieren, kann nur über funktionale Gestaltung erreicht werden,“
schreibt Christof Breidenich in seinem Beitrag „Arkadien oder Arbeitslager? – Design und Kommunikation im Social Web“ und sieht genau das als Aufgabe des Kommunikationsdesigns an.
„Design wird (.) zum maßgeblichen Instrument zur Differenzierung von Bedeutung,“
so seine Behauptung, die in der These mündet: „wir können nicht nicht designen.“ Wie das dann in der Praxis aussieht, zeigen die vielen Beispiele aus der Praxis, die im dritten Teil des Buches zu finden sind. Ob Musikfimfestival, Museum, Oper, kleines Kulturzentrum oder kulturtouristisches Netzwerk, überall stehen die Verantwortlichen vor der Herausforderung, über die Kommunikation im Social Web die entsprechende Aufmerksamkeit zu generieren, um so das (finanzielle) Überleben zu sichern. Ob sich neben den kommunikativen Aspekten auch neue Finanzierungs- oder Geschäftsmodelle entwickeln lassen, dieser Frage geht der vierte Teil des Buches nach. David Röthler und Karsten Wenzlaff gehen in ihrem Beitrag „Neue Finanzierungsmodelle für Online-Content und Kulturprojekte“ vor allem auf das Thema Social Payment ein und stellen die im deutschsprachigen Raum führenden Tools Kachingle und Flattr vor.
„Social Payment ist eine besonders qualifizierte Form der Aufmerksamkeit durch die freiwillige Mikro-Bezahlung bestehender Netzinhalte,“
erklären sie den Begriff in der Abgrenzung zum Crowdfunding, worunter sie das „Online-Fundraising für in Planung befindliche Projekte“ verstehen. Dieses Online-Fundraising findet auf Plattformen statt, von denen Sellaband und Kickstarter international wohl am bekanntesten sind. Aber auch in Deutschland wird diese Form der Projektfinanzierung immer populärer und so gibt es mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum solche Plattformen. Mit der Entwicklung des Crowdfunding beschäftigt sich Tino Kreßner in seinem Beitrag. Der Mitbegründer der Plattform startnext.de ist davon überzeugt, dass Crowdfunding-Plattformen auch für Unternehmen interessant sein können, die sich als Sponsoringgeber profilieren wollen und auf der Suche nach den passenden Projekten sind. Wie das dann in Praxis aussieht, schildert Wolfgang Gumpelmaier in seinem Beitrag, in dem er sich mit den „Voraussetzungen für gelungenes Online-Fundraising“ beschäftigt. Ob Social Payment oder Crowdfunding, wer sich mit der Frage beschäftigt, wie man als Kulturbetrieb das Web für bestehende oder neue Geschäftsmodelle nutzen kann, kommt am Beitrag von Gregor Hopf, „>>Voll Free Digger!<< – Kellys Mehrwerte als zentraler Bestandteil eines Online-Geschäftsmodells im Kultursektor“, nicht vorbei. Wer online Geld verdienen will, muss nach Ansicht Hopfs das folgende Paradoxon lösen:
„(W)ie kann ein gewinnbringender Preis erzielt werden in einem Markt, in dem sich die freien Marktkräfte aufgrund der vorherrschenden Grenzkosten auf einen Preis von Null einigen?“
Neben dem von Chris Anderson entwickelten Konzept des „Long Tail“ sieht Hopf vor allem in dem von Kevin Kelly vorgeschlagenen Ansatz Chancen für den Kunst- und Kulturbereich, der über Mehrwerte versucht, das frei kopierbare, digitale Gut wieder zu verknappen. Kelly habe, so schreibt Hopf, acht generative Werte definiert,
„die keiner kostenlosen Reproduzierbarkeit unterliegen und damit knappe Güter für den Konsumenten sind.“
Hopf empfiehlt Kultureinrichtungen, sich auf diese Mehrwerte zu konzentrieren, wobei er aber auch klarmacht, dass an den traditionellen Einnahmequellen derzeit noch kein Weg vorbeiführe. Zu große Hoffnungen sollte man sich also nicht machen. Dass Social Media kein Wundermittel ist, zeigen auch die vier im fünften und letzten Teil des Tagungsbandes vorstellten Studien. Zum einen wird Social Media von vielen Kultureinrichtungen noch nicht richtig verstanden und angewendet, konstatiert Ulrike Schmid in ihrer Studie, in der sie das Social-Media-Engagement deutscher Museen und Orchester untersucht hat. Zum anderen bringen die Aktivitäten nicht viel, wenn sie nicht in einen größeren Zusammenhang eingebunden sind, sprich, wenn keine übergreifende Strategie existiert, so das Ergebnis der von Helge Kaul vorgestellten Studie „Social Media im Kulturmarketing“. „Social Media im Kulturmanagement“ ist kein Lehr- oder Handbuch im klassischen Sinn, sondern bildet die Vielfalt der Vorträge der stART10 ab. Die Mischung aus Theorie und Praxis zeigt, dass auch im Social-Media-Bereich nicht alls Gold ist, was glänzt. Trotzdem macht das Buch Lust auf mehr Social Media und insofern sind die 30 Euro ein wie ich finde lohnendes Investment, wobei ich als Mitorganisator der stARTconference, was das angeht, natürlich nicht wirklich objektiv bin. :-)
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Rezension: „PR im Social Web“

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In den meisten Kultureinrichtungen erfolgt der Zugang zum Thema Social Media über die Marketingschiene. Während man auf diese Weise versucht, den Ticketverkauf anzukurbeln und das direkte Gespräch mit neuen Zielgruppen sucht, ändert sich im PR-Bereich recht wenig. Pressekonferenz bleibt Pressekonferenz und Aussendungen müssen weiter verfasst und verschickt werden. Immer häufiger erkennen die PR-Verantwortlichen aber, dass auch für sie das Social Web ein Feld ist, in dem sie aktiv werden müssen. Da tritt es sich gut, dass Marie-Christine Schindler und Tapio Liller mit PR im Social Web gerade ein „Handbuch für Kommunikationsprofis“ herausgebracht haben. Wer keine oder wenig Ahnung von den Entwicklungen im Social Web hat, bekommt hier die Chance, Verpasstes nachzulesen. Der Theorieteil skizziert, was in den letzten Jahren im Internet passiert ist und erklärt auch, was das für Konsequenzen für die PR hat. Aber auch wer weiß, was das Social Web ist, kommt hier auf seine Kosten. Verständlich und flüssig formuliert erfährt man als LeserIn, warum aus dem Web ein „social“ Web geworden ist und was das für Auswirkungen auf unsere Kommunikation hat. Man merkt, dass Marie-Christine Schindler und Tapio Liller zwei PR-ExpertInnen sind, die sich schon lange im Social Web bewegen und über ein entsprechend großes Erfahrungswissen verfügen. Sie weisen darauf hin, dass das Web2.0 kein Hype ist, der demnächst vorüber ist, sondern sprechen von einer „tiefgreifenden Veränderung“, die auch vor der Unternehmenskultur und den damit verbundenen Werten nicht Halt macht. Wer wissen möchte, was sich hinter dem Begriff der Online-PR verbirgt, bekommt in diesem Buch das von Thomas Pleil in seinem Blogbeitrag „Von der digitalisierten PR zur Cluetrain-PR: Ein Modell der Online-PR als Hilfe zur Strategieentwicklung?“ vorgestellte Modell erklärt und beschrieben. Ob Sie nun informieren, überzeugen oder sich mit Ihren Dialoggruppen verständigen wollen, im mehr als 200 Seiten dicken Praxisteil geht es um die Frage, wie sich diese Ziele erreichen lassen? Da sind zum einen die BloggerInnen, die in vielen Branchen eine mittlerweile wichtige Multiplikatorfunktion übernommen haben und in die PR-Arbeit eingebunden werden sollten. Das funktioniert am besten, so der Rat der beiden AutorInnen, indem man den persönlichen Kontakt sucht und diverse Bloggerveranstaltungen besucht. Eine im Kunst- und Kulturbereich große Herausforderung, denn so leicht sind die relevanten Blogs gar nicht zu identifizieren. Aber auch JournalistInnen haben mittlerweile das Social Web entdeckt und nutzen die verschiedenen Plattformen für ihre Recherche. Die Social Media Release oder ein Social Media Newsroom sind zwei Wege, sie mit für sie relevanten Informationen zu versorgen und das nicht nur im Textformat. PR im Social Web heißt aber nicht nur, andere mit Informationen zu versorgen, sondern auch zu erfahren, was andere über einen sprechen beziehungsweise schreiben. Schindler und Liller erklären, welche Analysedimensionen für das Social Media Monitoring relevant sind und nennen einige Monitoringtools. Etwas unkritisch wird in meinen Augen das Thema Events im Social Web abgehandelt. Natürlich kann ich mittlerweile eine Pressekonferenz oder einen Produktlaunch live ins Web streamen und mit Hilfe von Twitter und Facebook auch einen Rückkanal anbieten. Wer sich noch an die mittlerweile legendäre Vodafone-Pressekonferenz erinnert, weiß, was passieren kann, wenn man die Dinge nicht wirklich im Griff hat. Und das haben, behaupte ich, nur wenige, denn seien wir ehrlich: von der von Thomas Pleil propagierten Cluetrain-PR sind die meisten Unternehmen und Kultureinrichtungen noch meilenweit entfernt. Dazu ist es notwendig, authentisch und glaubwürdig zu wirken, um „weitgehend spontan und unverkrampft“ kommunizieren zu können. Die Regeln, wie eine „ansprechende“ Kommunikation im Web funktioniert, mögen manchem weiterhelfen. Warum dieses Unterkapitel aber die Überschrift „Mit Storytelling die Fakten einkleiden“ trägt, erschließt sich mir nicht wirklich. Nichtsdestotrotz ist „PR im Social Web“ ein sehr empfehlenswertes Buch, das sich vermutlich recht schnell als Pflichtlektüre etablieren wird. Hilfreich ist es auch, Henning Krieg ein eigenes Kapitel beisteuern zu lassen, in dem dieser den Rechtsrahmen für die PR im Social Web absteckt. Vor allem das Kapitel „Spamfalle Direct Messages“ könnte für so manchen Aha-Effekt sorgen, schließlich wird die DM recht gerne für solche Zwecke eingesetzt. Ob ich das als User will oder nicht. So gut und praxisnah das Buch geschrieben ist, indirekt ist es aber auch eine Bestätigung der von Thomas Pleil diskutierten These, die PR sei dabei, sich selbst abzuschaffen. Die strategische Ebene der PR wird eigentlich komplett ausgeblendet, ihre Managementrolle nicht erwähnt. Das ist einerseits verständlich, schließlich handelt es sich um ein „Handbuch“. Andererseits ist es aber genau das, was die PR zusehends in eine Nebenrolle drängt. Warum sonst ist Social Media – ich kann nur für den Kunst- und Kulturbereich sprechen – meist in der Marketingabteilung angesiedelt?
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„Mehr Wert schaffen – Social Media in der B2B-Kommunikation“ (Rezension)

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Social Media? B2B-Kommunikation? Ist das für den Kunst- und Kulturbereich eigentlich ein Thema? Ich habe diese Frage in den letzten Tagen einige Male gestellt, im ersten Reflex lautete die Antwort meist Nein. Im Gespräch stellte sich dann aber schnell heraus, dass es diese B2B-Kommunikation im Kunst- und Kulturbereich natürlich auch gibt. Ob AutorInnen sich um Verlage kümmern müssen, Bands um ein Label, die Musicalbühne oder das Opernhaus um Reiseveranstalter, in all diesen Fällen darf man wohl von B2B-Kommunikation sprechen. Wie findet etwa ein Reiseveranstalter, der seinen Kunden eine Städtetour inklusive Museumsbesuch anbieten möchte, attraktive Destinationen und die dazugehörigen Kultureinrichtungen? In erster Linie werden hier, so man nicht bereits bestimmte Orte im Auge hat, Suchmaschinen wie etwa Google bemüht. Gesucht wird außerdem im B2B-Bereich auf Herstellerseiten, in Anbieter- und Lieferantenverzeichnisse, Online-Fachzeitschriften und eben auch auf Social Media-Plattformen, haben Thomas Pleil, Professor an der Hochschule (Studiengang Online-Journalismus) in Darmstadt und sein studentisches Team im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes herausgefunden. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden auf knapp 100 Seiten zusammen gefasst und unter dem Titel Mehr Wert schaffen: Social Media in der B2B-Kommunikationveröffentlicht. Vorweg: ein lesenswertes Buch. Natürlich gilt auch in diesem Fall: während in den USA Social Media in der B2B-Kommunikation schon selbstverständlich ist, fehlt in unseren Breitengraden oft noch das Wissen über das Potenzial von Social Media, was wiederum das Aufkommen von Ängsten und Vorbehalten begünstigt. Aufklärung tut also Not und genau die bietet das Buch. Vor allem die vier ausführlich dargestellten Praxisbeispiele sind sehr hilfreich, wenn sie auch mit Kunst und Kultur wenig zu tun haben. Wenn aber beispielsweise eine Bank ein Blog betreibt, zu dem sowohl die Führungsebene als auch die MitarbeiterInnen Beiräge beisteuern, um die Menschen zu zeigen, die bei dieser Bank arbeiten, dann ist das eine Philosphie, die sich auf jede Kultureinrichtung übertragen lässt, denn auch hier ist Authentizität ja ein Thema. Gut gefällt mir bei diesen Praxisbeispielen die ausführliche Darstellung der jeweiligen Social Media-Aktivitäten. In welche Kommunikationsstrategie sind die Social Media-Aktivitäten eingebunden, wie werden die Aktivitäten auf den verschiedenen Kanälen miteinander abgestimmt? Wer sich gerade in das Thema einarbeitet, erhält hier wertvolle Anregungen. Dass es mit einem Account auf einer oder mehrerer Plattformen nicht getan ist, zeigt das Beispiel Westaflex. Das mittelständische Unternehmen, das Aluminium, Edelstahl und Kunststoff verarbeitet, geht noch einen Schritt weiter und versucht, ein wirklicher Bestandteil der Communitys zu werden:
„Im Sinne von Social Media will das Unternehmen unter anderem BarCamps und Open-Event-Seiten, wie Twittwoch oder Rivva, ganz konkret sponsern,“
heißt es in dem Buch (S.68), eine Idee, die sich wohl auch recht leicht auf den Kunst- und Kulturbereich übertragen lässt. ;-) Allerdings kommt es in solchen Fällen zu einer Vermischung von B2B- und B2C-Kommunikation, denn ein metallverarbeitendes Unternehmen wird wohl kaum mit seinen Kunden Barcamps organisieren bzw. solche sponsern. Das zeigt schon, die Trennung zwischen beiden Bereichen ist nicht ganz leicht beizubehalten. Die Triodos-Bank etwa, die durchaus zwischen Privat- und Businesskunden unterscheidet, kommuniziert über ihre Social Media-Kanäle mit beiden Kundenbereichen. Wie man die Sache angeht, hängt also von der eigenen (Kommunikations)-Strategie ab, womit ich von den Praxisbeispielen noch einmal zum vorangestellten „Theorieteil“ springen möchte. Kapitel 3 versucht die Frage zu beantworten, welche Rahmenbedingungen der Social Media-Einsatz verlangt? Die AutorInnen weisen darauf hin, dass die Unternehmenskultur mit der offenen Kommunikation via Social Media korrelieren muss:
„Jede noch so gute Kommunikationsstrategie verfehlt ihre Ziele zwangsläufig, wenn die Führung und die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht verkörpern, was sie nach außen präsentieren möchten,“
heißt es auf Seite 32. Wie aber muss diese Führungskultur aussehen? Die Befragungen haben gezeigt, das es mit Glaubwürdigkeit, Respekt, Stolz, Fairness und Teamorientierung fünf Erfolgsfaktoren gibt, Schlagworte, die ja auch das Social Web dominieren, wie die AutorInnen feststellen. Streng hierarchische Funktionsmodelle verlieren an Bedeutung,
„der ’normale‘ Mitarbeiter wird (…) zum ‚kleinen Pressesprecher‘,“
wie es im Buch so schön formuliert wird. Auch deren private Social Media-Aktivitäten tragen zum Image des Unternehmens bei. Soll das positiv sein, muss bei den MitarbeiterInnen eine positive Grundhaltung vorhanden sein. Misstraut ein Unternehmen seinem Personal aber und versucht es zu kontrollieren, ist diese positive Grundhaltung wohl eher nicht vorhanden, ein schlechtes internes Betriebsklima schlägt unter Umständen auf die verschiedenen Social Media-Plattformen durch. Wenn man am Ende des Buches weiß, worauf es im Social Media-Bereich ankommt und wie andere Social Media einsetzen, dann kannes ja sein, dass in einem der Wunsch aufkommt, es jetzt selbst ausprobieren zu wollen. Genau dafür haben die AutorInnen noch eine Empfehlungsliste bestehend aus zehn Punkten zusammengestellt. Ich will hier nicht alle Punkte verraten, aber der letzte scheint mir, gerade im Hinblick auf den Kunst- und Kulturbereich, besonders wichtig zu sein:
„Unternehmen sollten prüfen, ob und inwieweit sie Social Media auch für die interne Kommunikation einsetzen können.“
Das ist sehr nett formuliert, denn wenn wir noch einmal an die fünf oben angeführten Erfolgsfaktoren denken, dann dürfte der Social Media-Einsatz in der internen Kommunikation eigentlich gar kein Thema, sondern selbstverständlich sein. Fazit: ein sehr hilfreiches Buch, das nicht nur zeigt, wie Social Media in der BB-Kommunikation funktioniert, sondern auch ein Beispiel dafür ist, dass es nicht immer hunderte von Seiten sein müssen, um ein Thema abzuhandeln. Zeit haben wir ja schließlich nicht im Überfluss. ;-)
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„Mit Medienmusik erfolgreich in der Kreativwirtschaft“ (Rezension)

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Gleich vorweg: mit dem von Andreas Bode und Christopher Mueller verfassten Buch Mit Medienmusik erfolgreich in der Kreativwirtschaft habe ich ein Problem. Nein, das Buch ist nicht schlecht. Es ist sogar für viele äußerst hilfreich, vermute ich. Warum in diesem Buch aber das Thema Musiknutzung und Kreativwirtschaft verbunden werden, verstehe ich einfach nicht. Ich möchte auch gar nicht behaupten, dass diese Kombination nicht passt. Nein, mir ist nur die Klammer nicht klar. Warum heißt es im Untertitel: „Ein praxisorientierter Leitfaden für die professionelle Musiknutzung in der Kreativwirtschaft“ und nicht einfach „Ein praxisorierientierter Leitfaden für die professionelle Musiknutzung“? Zweiterem wird das Buch nämlich voll gerecht. Wenn es aber in einem der Kommentare auf Amazon heißt:
„Der Existenzgründerteil ist einmalig gut und ein Muß für jeden Existenzgründer!“,
dann kann sich das ja nur auf das 15 Seiten umfassende Kapitel „Existenzgründung in der Kreativwirtschaft“ (S. 148ff) beziehen (ok, es gibt auch noch einen Serviceteil), bei insgesamt 270 Seiten aber eben nur eines von mehr als 40 Kapiteln. Aber gut, lassen wir das. Dieses Buch ist trotzdem lesenswert und hilfreich für all diejenigen, die Musik nicht an die Konsumenten, also an die Endverbraucher verkaufen wollen, sondern Musik im B2B-Bereich einsetzen möchten. Die sogenannte Medienmusik, also die Musik, die gezielt in den Medien eingesetzt wird, wird zu ganz unterschiedlichen Zwecken eingesetzt:
  • sie weckt Emotionen (etwa im Bereich Werbung oder als Filmmusik),
  • sie transportiert in Verbindung mit einem Produkt Gefühle und Botschaften,
  • sie dient der Imagebildung und
  • sie hilft Produkte zu verkaufen.
Das heißt, dass der künstlerische Anspruch unter Umständen in den Hintergrund tritt, denn das Ziel von Medienmusik ist es ja,
„das entsprechende Medium und seine Inhalte musikalisch in ihrer Wirkung optimal zu unterstützen,“
wie Bode/Mueller schreiben. Dass man hierzu auf Hits zurückgreift beziehungsweise eine Komposition in Auftrag gibt, war mir klar. Interessant ist aber der Bereich der Produktionsmusik, den die beiden Autoren recht ausführlich darstellen. Hier steht nicht so sehr der Geschmack der Konsumenten im Vordergrund, sondern das Produkt. Komponisten haben hier eine Art kreative Spielwiese gefunden, auf der sie sich austoben können. Ob „Musikbetten“, „Soundscapes“ oder Jingles, die Autoren erklären, welch unterschiedliche Arten von Produktionsmusik es eigentlich gibt. Das Feld, in dem Medienmusik eingesetzt wird, ist ein sehr weites. TV, Radio, Film und Internet sind uns allen klar, aber  Musik ist, so die Autoren, auch aus dem Hörbuch nicht mehr wegzudenken. Ein anderes Beispiel stellen die Computerspiele dar, die auch nicht (mehr) ohne Musik auskommen. Ein enormes Potenzial, wenn man bedenkt, dass der Markt für Onlinespiele nach Angaben der Autoren jährlich um 60 Prozent wächst. Nach diesem Überblick über die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten von Musik kommt das in meinen Augen wichtigste Kapitel, in dem die rechtlichen Rahmenbedingungen beschrieben werden, um Musik kommerziell nutzen zu können. Völlig richtig stellen Bode und Mueller fest, dass es für viele eine gewaltige Herausforderung bedeutet, sich die entsprechenden Rechte zu verschaffen, um später keine rechtlichen Probleme zu bekommen. Welche Rechte hält die KomponistIn in Händen, welche die KünstlerIn? Und was ist der Unterschied zwischen Musikverlag und Tonträgerhersteller? Auf solche Fragen geben die Autoren eine klare Antwort und erklären, worin der Unterschied zwischen der UrheberIn und der Leistungsschutzberechtigten bestehen. Wer das dann noch nicht verstanden hat (obwohl die Autoren es uns wirklich leicht machen) oder das Gelesene wieder vergessen hat, der wird wahrscheinlich immer wieder mal das Buch in die Hand nehmen und Seite 217ff aufschlagen. Für jedes einzelne Medium, also etwa TV, Radio oder auch Podcast beschreiben die Autoren in aller Kürze den rechtlichen Rahmen und erklären, wie man vorgehen muss, um an die entsprechenden Rechte zu kommen. So muss beispielsweise bei Klingeltönen das Herstellungsrecht vom Musikverlag erworben werden, während die GEMA für die Vervielfältigungsrechte zuständig ist. Ebenfalls zum Nachschlagen: die häufig gestellten Fragen als „Service für professionelle Musiknutzer (…), die mir noch einmal die Chance geben, den Unterschied zwischen Musikverlag und Tonträgerfirma in Kurzform nachlesen und hoffentlich dann auch verstehen zu können. Oder wussten Sie, dass die GEMA bei gewerblich betriebenen Homepages für bis zu 5 Minuten Musik 25. Euro im Monat verlangt, so die Seite nicht mehr als 21.000 Visits hat? Wenn Sie das nicht glauben, können Sie das auf der Website der GEMA nachlesen, leicht zu finden über die Link- und Literaturliste, die das Buch abschließt. Mein Fazit: wer sich mit der kommerziellen Nutzung von Musik beschäftigt und bis jetzt keine Ahnung hat, worauf man dabei alles achten muss oder gerne einen Ratgeber besitzt, in dem er nachschlagen kann, dem kann ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Ein Ratgeber für die Kreativwirtschaft bzw. für Existenzgründer ist dieses Buch in meinen Augen nicht. Es sei denn, es geht um Musik.
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„Kultur 2.0“, der Tagungsband der stART09

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Kultur 2.0, der Tagungsband der stART09 © Karin Janner (CC) Natürlich bin ich bei diesem Buch nicht objektiv, denn einerseits sind darin Texte von mir zu finden, andererseits handelt es sich bei Kultur 2.0: Neue Web-Strategien für das Kulturmanagement im Zeitalter von Social Media, so der vollständige Titel, um den Tagungsband der letztjährigen stARTconference. Vor allem dieser Hinweis scheint mir wichtig zu sein, denn für mich suggeriert der Titel, dass es sich hier um so etwas wie ein Lehrbuch handelt. Darüber bin ich nicht so ganz glücklich, denn einerseits werden so unter Umständen falsche Erwartungen geweckt, andererseits hätte ich es nicht schlecht gefunden, wenn die stARTconference kurz  vor ihrer zweiten Auflage etwas mehr Aufmerksamkeit erfährt. ;-) Unabhängig davon: „Kultur 2.0“ ist ein lesenswertes Buch geworden, das man gerne in die Hand nimmt und sich gerne anschaut, weil erstens die Beiträge von den beiden Herausgebern Hans Scheurer und Ralf Spiller schön und stimmig zusammengestellt worden sind und das Buch zweitens von Christof Breidenich ein tolles Layout verpasst bekommen hat. Die Einteilung des Buches (Theorie/Grundlagen, Praxis/Anwendungen und Case Studies) gibt den LeserInnen die Chance, sich in das Thema einzulesen, sich mit den Tools vertraut zu machen und dann zu erfahren, wie sich diese einsetzen lassen. Im Theorieteil wird bei Simon A. Frank aus dem allseits geläufigen User-generated Content eine „User-generated Culture“, die seiner Meinung nach die Voraussetzung für die (oft fehlende) Akzeptanz des Web 2.0 im Kunst- und Kulturbereich darstellt. Dabei sei nicht das neue Medium das Problem,
„sondern die vertretene Kunst- und Kulturtheorie, die mit der Internetpraxis als unvereinbar und ‚inkompatibel‘ dargestellt wird.“
Das heißt,
„(e)in Plädoyer für den Einsatz des Internets muss also bereits bei der Auseinandersetzung mit der Kunst- und Kulturtheorie ansetzen und zeigen, dass diese und die aktuelle Internetpraxis durchaus ‚kompatible‘ Konzepte sind.“ (S.21)
Indirekt geht Sabria David in ihrem Beitrag „Zur Genese offener Werke: Rotkäppchen 2.0“ auf diese Fragestellung ein, wenn sie feststellt, dass das Internet ein Schriftmedium sei, das nach den Regeln der Mündlichkeit funktioniere. Bezogen auf die Märchen gibt das Internet uns eigentlich etwas zurück, was durch das Buch etwas verloren gegangen ist, das offene Werk. Wenn David am Ende ihres Beitrags eine „neue Poetik offener Werke“ fordert, dann geht es genau um die von Frank geforderte Auseinandersetzung nicht nur auf der Technologieebene, sondern auch auf der der Kunsttheorie. Wenn sich aber Technologie und unser Kunstverständnis verändern (müssen), dann kommt der von Christof Breidenich gestellten Frage „Wie kommen die neuen Medien in die alten Menschen?“ eine entscheidende Bedeutung zu. So unvereinbar Kunst, Kultur und das Web 2.0 zu sein scheinen, Breidenich sieht gerade hier ein gewaltiges Potenzial,
„(d)enn sie (Anm. die Kunstinstitutionen) haben eine hohe Kompetenz für ästhetische Inhalte wie Bilder, Musik oder Dramaturgie, die zukünftig eine herausragende Rolle im dynamischen Internet spiulen werden.“
Was heißt das in der Praxis? Kultureinrichtungen müssen sich mit Blogs („Herausforderung Weblog“, Christian Henner-Fehr), Podcasts („Ein ungeheures Kanalsystem“, Christian Holst) und Online-Communities (Online-Communities; Theoretische und praktische Grundlagen für Kulturschaffende“, Anna-Carolin Weber & Tobias Kopka) auskennen und wissen, wie sie diese Tools zum Beispiel im Marketingbereich („Kulturmarketing 2.0“, Karin Janner und „Werbekampagne unter 50 Euro?“, Christian Dingenotto) oder in der PR („Effiziente Kultur-PR in einer vernetzten Welt“, Kerstin Hoffmann) einsetzen können. Wie das dann aussehen kann, das lässt sich anhand der vielen Fallbeispielen nachvollziehen, die in dem gut 300 Seiten dicken Buch zu finden sind. Ob es sich um ein kleines Theater wie das AuGuSTheater handelt oder um ein großes Orchester wie die Duisburger Philharmoniker, ob wir es mit einem großen Museum wie dem Städel-Museum zu tun haben oder der Kronberg-Akademy, in der hochbegabte junge MusikerInnen ausgebildet werden, von ihnen allen kann man viel lernen, denn Patentrezepte gibt es bis jetzt noch nicht. Dementsprechend breit sind auch die Inhalte in diesem Buch gestreut, aber das liegt nicht nur an der Komplexität des Themas, sondern ist eben auch der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um einen Tagungsband handelt. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und weiß heute, was ich letztes Jahr für tolle Vorträge und Workshops verpasst habe, ein Problem, das ich wohl auch dieses Jahr kaum zu lösen imstande sein werde. ;-)
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„Das Facebook-Buch“, mehr als ein Buch

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Meist ist es ja eher unangenehm, wenn man an etwas „Schuld“ ist, in diesem Fall bin ich aber gerne daran Schuld, dass Annette Schwindt das Facebook-Buchgeschrieben hat. Denn ob jemand eine Einführung in das Thema Facebook sucht, sich für Details interessiert oder einfach ein Nachschlagewerk benötigt, in allen Fällen kann ich das Buch nur empfehlen. Wobei Buch eigentlich der falsche Begriff ist, denn ich werde Annette Schwindt eigentlich nicht gerecht, wenn ich hier jetzt nur über das Buch spreche. Dazu gibt es nämlich etwas, was man als Rundumpaket bezeichnen könnte. Da ist auf der einen Seite – logischerweise – die Präsenz auf Facebook, über die die Autorin nicht nur über aktuelle Entwicklungen in Sachen Facebook berichtet, sondern auch für Fragen stets ein offenes Ohr hat. Und davon gibt es genug, wie wir alle wissen. Außerdem hat die Autorin noch ein eigenes Buchblog eingerichtet, in dem ich erfahre, wenn sich bei Facebook etwas geändert hat. Was ja gerade in letzter Zeit recht häufig der Fall war. Hinzu kommt dann noch das Agenturblog von Annette Schwindt, in dem ich beispielsweise in ihrem aktuellen Beitrag lerne, dass der Like-Button nicht nur dazu da ist, eine Seite weiter zu empfehlen, sondern noch einige andere Dinge ermöglicht. Dank eines Tutorials können Sie diese erweiterten Funktionen auch gleich selbst nutzen. Sehr wichtig ist in meinen Augen die Empfehlung, den Button mit einer Datenschutzerklärung zu versehen, damit die UserInnen auch wissen, welche Konsequenzen der Klick für sie hat. Das Buch als Teil eines ganzen Pakets, so mache ich mir um Bücher generell keine Sorgen, denn ich habe – zumindest für meine Person – festgestellt, dass es oft sehr hilfreich ist, in einem Inhaltsverzeichnis blättern zu können, wenn man ein Problem hat, das man aber noch nicht konkret benennen kann. Wenn ich nicht genau weiß, wonach ich suchen muss, kann Google gnadenlos sein. Da ist man mit so einem Buch klar im Vorteil. Zum Buch selbst: ich muss gestehen, nachdem ich die Infos über die Privatsphäre auf Facebook gelesen habe, bin ich gleich zum PC und habe einige Einstellungen verändert. Bis jetzt waren mir die Einstellungen eigentlich ziemlich egal, weil ich ja gefunden werden will und eigentlich nichts zu verbergen habe. Nun aber habe ich zum ersten Mal verstanden, wie Facebook in dieser Hinsicht funktioniert und auch wenn man gefunden werden möchte, ist es gut, wenn man weiß, über welche Einstellungen das am besten geschieht. Und wenn ich das mal ändern möchte, weiß ich, wie das geht bzw. ich weiß, wo ich nachlesen muss, denn bis dahin werde ich das schon wieder vergessen haben. :-) Erhellend waren für mich auch die Infos über Sinn und Zweck von Freundeslisten. Seitdem ich den Punkt „Benutzerdefinierte Einstellungen mit Freundeslisten“ (S.59) gelesen habe, gibt es ein weiteres to do auf meiner Aufgabenliste. Ach ja, dann gibt es da auch noch die zahlreichen Möglichkeiten, das eigene Profil, die eigene Seite zu gestalten. Annette Schwindt vermittelt einem das Gefühl, dass das alles ganz einfach ist. Das hat dazu geführt, dass ich bereits eine (bisher unveröffentlichte) Seite angelegt habe, um Facebook noch besser nutzen zu können. Noch ein Tipp: das Buch eignet sich dank seines Formats gut als Lektüre für unterwegs. Störend kann es sein, wenn man dann keinen PC zur Hand hat, um das Gelesene gleich in die Tat umzusetzen.