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„social life“ und „social networking“

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In der aktuellen Ausgabe von kulturkontakt , die unter dem Motto „Ist Net-working Not-working ?“ steht, ist unter anderem auch ein Artikel (Social Media: vom Monolog zum Dialog) von mir erschienen. In einem Kommentar ist die Frage gestellt worden, ob man unbedingt „networking“ betreiben müsse und nicht ein Mensch sein könne,
„der sich von der Not-Wendigkeit des networkings , nicht aber vom social-life – längst verabschiedet hat ?“
In meinen Augen ist das Networking, das Leben in sozialen Netzwerken eigentlich etwas sehr Wertvolles, denn sie stellen offene soziale Systeme dar im Unterschied zu den geschlossenen Systemen, die sich häufig durch Starrheit und fehlenden Veränderungswillen auszeichnen. Veränderung, Innovation, aber auch die Überwindung von Hierarchien, all das ist eigentlich in Netzwerken sehr viel leichter möglich als in einem geschlossenen System, wie es z.B. ein Unternehmen darstellt. Die Frage ist nun aber, was wir unter Networking verstehen? „Zu dieser Veranstaltung bin ich nur gegangen, um zu networken.“ So einen Satz haben Sie sicher schon des öfteren gehört. Small Talk und der Austausch von Visitenkarten sind aber höchstens der erste Schritt, um ein Netzwerk aufzubauen, die eigentliche Herausforderung beginnt erst später. Sie müssen dem Tauschprinzip folgend am Leben erhalten werden, was bedeutet, dass ich auch zum Geben bereit sein muss. Insofern kann ich die Frage des Kommentators für mich recht eindeutig beantworten. Ich kann soziale Netzwerke meiden und mich nur in geschlossenen Systemen bewegen und habe dadurch immer noch so etwas, was ich als „social life“ bezeichnen würde. Erstrebenswert ist das in meinen Augen aber nicht, ganz im Gegenteil. Glaubt man den Worten von Professor Peter Kruse, dann ist Vernetzung ein hilfreicher Ansatz, um mit der zunehmenden Komplexität unserer Welt zurecht zu kommen. Insofern wäre es sogar fatal, darauf zu verzichten.
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Was Sie beim Kontaktmanagement auf Xing beachten sollten

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Vernetzung1 © Stephanie Hofschlaeger; Pixelio Jürgen Alexander Christ, der auf telemat.de „a simple managementblog“ betreibt, wie er selbst schreibt, hat sich vor einiger Zeit mit der Plattform Xing beschäftigt und dabei eine Reihe Interviews geführt, um herauszufinden, wie Xing genutzt wird bzw. sich am besten nutzen lässt. Die Erkenntnisse aus den Interviews und seiner Beschäftigung mit Xing hat er in einem eigenen Beitrag „Notizen zum Kontaktmanagement bei Xing“ zusammengefasst. Zehn Punkte sind es geworden und ich denke, wer an sie denkt, wenn er auf Xing oder auch jedem anderen Netzwerk aktiv wird, kann nicht mehr viel falsch machen. Herausgreifen möchte ich den ersten Punkt, den Christ sich notiert hat:
„Meine Wochenfrage: Was kann ich für meine Kontakte tun? Nicht umgekehrt. Wer zuviel an Business denkt, macht keine oder schlechte Geschäfte.“
Immer wieder erzählen mir Leute, wie enttäuscht sie von Xing seien, weil man nie Angebote bekomme und in den Gruppen nichts los sei. Ja stimmt, wenn alle nur darauf warten, dass sich jemand bei einem meldet, dann warten halt alle. Wird man dann mal angesprochen, dann sind es in der Regel Angebote, mit denen man wenig bis gar nichts anfangen kann. Ist der Frust dann da und geht die Einstellung in die Richtung, „da ist doch eh nichts los“, dann braucht es keinen Propheten, um vorhersagen zu können, wie die Sache ausgeht. Probieren Sie das doch mal aus. Mich würde interessieren, welche Resultate Sie damit erzielen. Sie werden positiv sein, ich bin überzeugt davon, vor allem wenn Sie die anderen neun Hinweise von Christ auch noch im Kopf behalten, wenn Sie sich auf der Plattform bewegen. Eine Ergänzung möchte ich noch machen: wenn Sie sich auf Xing professionell ein Netzwerk aufbauen wollen, dann verzichten Sie nicht darauf, eine gute „about“-Seite zu erstellen. Andere wollen einfach erts einmal wissen, wer Sie sind. Das steht doch alles schon im Profil, werden Sie einwenden. Stimmt, aber wir lesen einen Text, der aus ganzen Sätzen besteht, sehr viel lieber als eine Liste der Universitäten, die Sie besucht haben. Außerdem kann ich mir an dieser Stelle schon einen ersten Eindruck von dem potenziellen Kontakt verschaffen. Das klappt im Listenformat nicht so gut. Wie wichtig solche „about“-Seiten generell sind, zeigt ein Blick in die Statistik der meistgelesenen Seiten hier in diesem Blog. Die Seite „Über mich“ führt die Rangliste mit großem Abstand an.
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Bloggen – und was kommt danach?

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Seit fast zwei Jahren gibt es jetzt dieses Blog. Mehr als 700 Beiträge, fast 100.000 Aufrufe (wäre es ein Buch, könnte man schon fast von einem Kulturmanagement-Bestseller sprechen :-) ), viele Kommentare, eine Bilanz, mit der ich sehr zufrieden bin. Kunst und Kultur sind mittlerweile in vielen Blogs ein Thema, egal ob es um Management, Marketing, Kommunikation oder um Kunst und Kultur selbst geht. Die Blogroll, die Sie hier rechts sehen, ist sichtbarer Beweis dafür, dass solche Themen im Internet angekommen sind. Aber, so schreibt Nina Simon, deren Blog Museum 2.0 nur wenige Tage älter ist:
„But this blog is mostly push content. It’s very me-heavy and is not sufficient to support the energy in this community. I have met so many of you in the last year who are working on projects and new ideas and would really benefit from connecting to others in the loose „museum 2.0″ community who are thinking along the same lines. You send me emails (which is awesome and I want you to continue) but I also want you to have access to each other and all of your collective brilliance. I shouldn’t get to have all the fun.“
Nina Simons Blog ist natürlich viel größer, die Zahl ihrer LeserInnen auch, aber mir geht es ähnlich. Das Blog hier liefert Inhalte, was ok ist, aber nun heißt es nachdenken über den nächsten Schritt. Worum es geht, illustriert eine Zeichnung aus einem ihrer früheren Beiträge:
Platform Power

Platform Power

Eines meiner Ziele war und ist es, das Thema Kulturmanagement bzw. den Kunst- und Kulturbereich insgesamt zu pushen und so was wie Awareness dafür zu schaffen. Klar ist, dass ich das nie alleine schaffen kann, was aber  auch nicht nötig ist, denn es gibt ja unzählige Menschen, die auch an dieser Aufgabe arbeiten. Um alle diese Menschen zusammen zu spannen, braucht es Plattformen. Die Entwicklung des Internets geht genau in diese Richtung. Erfolgreich sind nicht die, die Inhalte zur Verfügung stellen, sondern diejenigen, die die Plattformen dafür zur Verfügung stellen. Gelingt es einer Plattform, eine entsprechend große Zahl an Menschen anzuziehen, dann können wir von erfolgreichem Community-Building sprechen. Mein Blog reicht da eigentlich nicht mehr aus. Warum? Weil aus dem Blog heraus hauptsächlich bilaterale Verbindungen resultieren. Das Ziel muss es aber sein, die BlogleserInnen untereinander auch zu verlinken, denn je ausgeprägter die Netzwerkverbindungen untereinander sind, desto stabiler wird das Netzwerk. Netzwerkverbindungen Leider bin ich kein so künstlerisches Talent, aber ich hoffe, die Grafik veranschaulicht, was ich meine. Reisst im ersten Fall die Verbindung zwischen A und B ab, ist sie gekappt und es ist unter Umständen schwer bzw. unmöglich, sie wieder zu etablieren. Im zweiten Fall gibt es noch C. Bricht die Verbindung zwischen A und B ab, ist es über C viel leichter möglich, diese Verbindung wieder herzustellen. Wenn Sie an Ihr eigenes Netzwerk denken, fallen Ihnen sicher viele Beispiele dafür ein. Genau darum geht es mir im nächsten Schritt jetzt eigentlich, daher auch meine Frage, was nach dem Bloggen kommt? Das heißt nicht, dass ich jetzt damit aufhören werde, nein, ganz im Gegenteil. Ich betrachte so ein Blog als eine Art Knotenpunkt, an dem viele Fäden zusammen laufen können. Die Herausforderung besteht jetzt aber darin, diese Fäden untereinander zu verbinden. Bestandteil dieses Netzwerks sind Sie als die LeserInnen dieses und anderer Blogs, die sich für Kunst und Kultur im weitesten Sinne interessieren und Ziele verfolgen, die Sie mit anderen gemeinsam haben. Klar ist, dass sich Ziele miteinander immer leichter erreichen lassen als alleine. Sie alle verfügen über Qalifikationen, Wissen und Erfahrungen, die, bringt man sie zusammen, einen immensen Mehrwert ergeben. Für mich stellt sich jetzt die Frage, welcher Modus dafür in Frage kommt? Technisch gesehen ist die Sache einfach, irgendwo ein Forum oder eine Gruppe einzurichten ist schnell passiert. Nur heißt das ja noch lange nicht, dass Sie deshalb plötzlich beginnen, untereinander zu kommunizieren und sich auszutauschen. Schauen Sie sich die diversen Xing-Gruppen an, die theoretisch genau dieses Ziel haben. Aber es funktioniert nicht. Eine Voraussetzung dafür ist, denke ich, dass man sich gegenseitig vertraut. Grundvoraussetzung, um jemandem zu vertrauen, ist das Wissen, dass diese Person über entsprechende Kompetenzen verfügt. Diese Kompetenzen muss man kommunizieren, damit andere davon erfahren können und mir dann vertrauen. Dafür sind Blogs beispielsweise bestens geeignet. Nina Simon hat, um eine Antwort auf diese Frage zu finden, eine eigene Website erstellt, auf der ihre LeserInnen und Mitglieder ihrer Community verschiedene Vorschläge machen und auch bewerten können. Schließlich kann sie diese Frage ja nicht alleine beantworten. Was mich interessieren würde. Wie sehen Sie das? Ist das Thema Community überhaupt ein Thema für Sie? Haben Sie ein Interesse daran, diejenigen, die im gleichen Bereich wie Sie arbeiten, die hier mitlesen, mitkommentieren, was auch immer, kennen zu lernen? Gemeinsame Projekte zu entwickeln oder sich einfach nur auszutauschen bzw. kennen zu lernen?
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Social Networking im Kunst- und Kulturbereich: worauf warten wir eigentlich?

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Ich habe an dieser Stelle ja schon des öfteren festgestellt, dass der Kunst- und Kulturbereich den ganzen Web2.0-Kram noch nicht wirklich nutzt. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Karin Janner in ihrem Beitrag „Social Network als Freundeskreis eines Kulturangebotes?“ auch. Ob Förderverein oder Freundeskreis, sie alle hätten das Web2.0 noch nicht entdeckt, schreibt sie. Und Jennifer Hoffmann bringt auf ihrem Blog gleich ein sehr schönes Beispiel, wie man so ein Social Network für ein Volunteer Programm nutzen könnte. Aber auch sie stellt fest, dass Communities im Kultursektor noch eine rare Spezies sind. Wenn man sich die diversen Foren und Gruppen anschaut, wenn man nachforscht, wer aus dem Bereich Kulturmanagement das Internet oder vielleicht sogar das Web2.0 für seine Zwecke nutzt, dann wird man feststellen können, dass KulturmanagerInnen in dieser Hinsicht eher zurückhaltend sind. Was bedeutet das nun? Sind KulturmanagerInnen besonders technologiefeindlich oder konservativ? Gibt es Gründe, warum sie sich dem „Fortschritt“ verweigern oder sind sie einfach nur starrköpfig und lassen sich nicht sagen, was gut für sie ist? Ich glaube, keiner dieser Punkte trifft zu. Vielleicht kann man das ganze sogar umdrehen und behaupten, dass es diejenigen, die sich im Bereich der Social Media bewegen, noch nicht geschafft haben, die richtigen Angebote für den Kunst- und Kulturbereich zu entwickeln. Das ist jetzt natürlich etwas übertrieben, denn es ist ja nicht so, dass wir alle einen großen Bogen um das WWW machen. Gehen wir noch mal einen Schritt zurück. Das Web2.0 ist ja deshalb so toll, heißt es, weil hier die UserInnen die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen. Im Hinblick auf neue Produkte und Dienstleistungen bedeutet das, dass Unternehmen die Möglichkeit haben, diese im direkten Dialog mit ihren (potenziellen) KundInnen zu entwickeln. Vereinfacht gesagt: du sagst mir, was Du brauchst und ich biete Dir das dann an. Und wenn Du bei der Entwicklung bzw. der Produktion noch mitmachst, dann sprechen wir schon von Crowdsourcing. Jetzt spiele ich also auf der Klaviatur des Web2.0, mache mich mit Blogs, Wikis, Social Networks und Twitter vertraut und stelle fest, dass sich da ganz nette Sachen mit machen lassen. Super, nur die bösen Anderen wollen nicht erkennen, wie toll das Web2.0 ist. Stimmt, aber ist es nicht meine Aufgabe, den Kunst- und Kulturbereich davon zu überzeugen, welchen Nutzen RSS, ein Blog oder die Teilnahme an einer Community bringen? Bleiben wir bei den Communities: ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in den letzten Jahren üblich war, zu jedem Projekt die dazugehörige Internetplattform anzubieten. Ich kann mich erinnern, in einem – zugegeben europäischen – Projekt sogar zwei gehabt zu haben. Wozu ist eine solche Plattform da? Klar, für das Networking oder Communitybuilding. Damit wissen wir, wozu die Plattform oder das Forum da ist. Was wir aber noch nicht beantwortet haben ist die Frage, warum es das Netzwerk oder die Community gibt? Nun kann ich natürlich als Gründer einer solchen Community hergehen und sagen: ok, in meinem Netzwerk soll es um das Networking und den Austausch von Informationen gehen. Das sagen eigentlich alle, nur was sagen die potenziellen NutzerInnen dieser Community? Was haben die davon? Brauchen die diese neue Plattform, um sich zu vernetzen und gegenseitig mit Informationen zu versorgen? Wenn es dort nicht etwas gibt, was es woanders nicht gibt, dann ist eine solche Plattform überflüssig. Networking ist etwas, was es schon seit ewigen Zeiten gibt. Genau aus diesem Grund sind ja eigentlich die von Karin angesprochenen Freundeskreise und Fördervereine entstanden. Und die haben bis jetzt Mittel und Wege gefunden, um sich „zu vernetzen“ und auszutauschen. Nur haben sie dafür das Internet nicht gebraucht. Wenn ich die Mitglieder eines solchen Vereins davon überzeugen will, dass das Web2.0 gut für sie ist, dann muss ich mir jedes einzelne Mitglied schnappen und ihm zeigen, welche Tätigkeit ihm durch den Einsatz eines bestimmten Tools leichter von der Hand geht. Zum Beispiel Termine koordinieren mit Doodle. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der nicht begeistert von diesem kleinen Werkzeug war. Das ist schon Online-Zusammenarbeit. Und auch die Netzwerke gibt es schon. Ich habe über dieses Blog viele KulturmanagerInnen kennen gelernt und wenn ich eine Frage habe, dann weiß ich, wen ich fragen kann. Um sie zu fragen, kann ich das Internet weiter nutzen, ich kann eine Email schicken, mit ihnen chatten oder sie mit Hilfe von Skype anrufen. Ich kann aber auch, und das ist sehr häufig der Fall, das Internet verlassen und mich mit diesen Menschen, von denen ich etwas wissen möchte, treffen. Im Cafehaus, auf der monatlichen Sitzung, wo auch immer. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass das Networking sich nicht auf das Internet beschränkt. Plattformen und Foren sind nur eine Möglichkeit, sich zu vernetzen. Und niemand ist verpflichtet, dafür nur das Internet zu nutzen. Dass die Bereitschaft, das Internet zu nutzen, sehr groß ist, zeigt mir das Forum von Kulturmanagement Network. Dort sind mittlerweile mehr als 22.000 UserInnen registriert. 22.000 UserInnen, die sich für Kulturmanagement interessieren und bereit waren, sich dort anzumelden. Man muss sich mal vorstellen, was das für ein Potenzial ist. Von daher gibt es eigentlich keinen Grund, sich darüber zu beklagen, dass Communities im Kunst- und Kulturbereich nicht funktionieren. Ich denke, Offenheit und Interesse sind da, nun geht es darum, die entsprechenden Angebote zu entwickeln. Es liegt also an den Anbietern, nicht an den UserInnen, wenn in diesem Bereich (noch) tote Hose herrscht.
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Why Collaborate and Share?

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Armin hat in einem Kommentar auf meinen letzten Beitrag „Der Unterschied zwischen Foren, Blogs und Social Networks“ etwas ganz wichtiges geschrieben:
Wenn der Leidensdruck groß genug ist, (…) dann sind Blogs und Wikis keine Barriere mehr.
Schauen wir in die Vergangenheit zurück, dann waren es hauptsächlich zwei Gründe, die dazu geführt haben, dass sich etwas Neues durchsetzt: entweder der Leidensdruck oder der Wunsch, etwas zu besitzen, was alle anderen auch besitzen. Das heißt, es geht um Anreize, ansonsten lasse ich es bleiben. Armin bezeichnet in diesem Zusammenhang das Web 2.0 als „l`art pour l`art“. Stimmt, wenn die Technologie reiner Selbstzweck ist, dann wird sie sich nicht durchsetzen können. Aber ist die technologische Ebene überhaupt das Thema? Neu ist doch die Form der Zusammenarbeit, die daraus entstanden ist, wobei es in meinen Augen nicht wichtig ist, ob die Technologie unser Kommunikationsverhalten verändert hat oder umgekehrt. Entscheidend ist also, was wir kommunizieren, also die Inhalte, und welches Format dafür das richtige ist. So wie manche Dinge sich nur schlecht am Telefon besprechen lassen, ist ein Blog oder auch die Email nicht immer der beste Weg. Interessant ist in dieser Hinsicht ein Report des Aspen Instituts. „The Rise of Collective Intelligence“ ist er überschrieben. In ihm wird John Kunzweiler, Senior Partner bei Accenture mit folgenden Worten zitiert:
„I believe in voluntarism, but I also believe that everything needs to have an incentive structure.“
Es geht um Anreize, und die müssen, denke ich, vor allem auf der inhaltlichen Ebene liegen, oder? Ob das Ding Web 2.0 heißt oder anders, spielt eigentlich keine Rolle.
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Social Networks: Was bringen sie wirklich?

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Erst vor kurzem habe ich über die Tools geschrieben, die Facebook mir zur Verfügung stellt. Aber wie sieht das nun in der Praxis aus? Was bringt es, wenn man sich in den Netzwerken anmeldet und beginnt Kontakte zu sammeln?

Via PR 2.0 bin ich auf Jonathan Crow von ThinkFree (übrigens eine empfehlenswerte Online-Alternative zu MS Office) aufmerksam geworden. Er hat sich in knapp zwanzig Netzwerken angemeldet und über seine Erfahrungen eine ganze Blogserie verfasst. Er bezeichnet diesen Selbstversuch als „The Great Social Experiment„, dessen erste Hürde das Anmeldeprozedere war. Für ihn ein Alptraum, da jedes Netzwerk andere Informationen benötigt und man selbst nie weiß: gibt man die Informationen preis oder lässt man es bleiben?

Ist der Zutritt geschafft, steht man vor der nächsten Herausforderung: die leere Kontaktliste ist zu füllen. Crow beschreibt die Situation recht anschaulich:

„It feels like I just went into a single’s bar and shouted ‚will somebody be my friend!.'“

Je mehr Personen sich davon angesprochen fühlen und sich auf die Freundesliste setzen lassen, desto „erfolgreicher“ ist man. Da es also darum geht, möglichst viele Freunde zu gewinnen, sind für Crow vor allem die Netzwerke im Vorteil, die es einem bei der Verwaltung der Kontaktdaten leicht machen. Für ihn sind das Plaxo und LinkedIn.

Und was bringen die zahlreichen Kontakte dann? Crow berichtet von neuen Kontakten und interessanten Gesprächen. Aber, und das nimmt er als Erkenntnis mit:

„…if you do want to build new contacts that can help you, and that you can help it takes time.“

Und welches ist das „beste“ Netzwerk? Crow stellt erst einmal fest, welches Netzwerk ihm so gar nicht zusagt, nämlich MySpace. Seine Begründung:

„I mean do I really want to be browsing around – seeing adds for singles when my wife comes into the room?“

Einleuchtend, wie ich finde. Dafür hat es ihm Flock angetan. Eigentlich ist das eher ein social browser, ein Aggregator, der einem aber anzeigt, welche Freunde in den verschiedenen Netzwerken gerade online sind. Seine Anmerkungen haben mich neugierig gemacht und deshalb werde ich mir das Angebot mal näher ansehen.

Zurück zu Crows Experiment. Er gibt im Umgang mit social networks folgende Ratschläge:

  • „Start with the sites that best do contacts.
  • Connect with others.
  • Get your aggregator sites going.
  • Publish away. Get involved. Don’t just sit on the sidelines.“

Nachdem er einige Wochen Kontakte gesammelt und mit ihnen kommuniziert hatte, kam der eigentliche Test, um die Frage zu beantworten, was die vielen Kontakte eigentlich wert sind?

Er bestand aus den folgenden drei Teilen:

  1. „I needed a success story for an interview with a magazine, so I asked my network.
  2. Tried to push out a major press release, and other minor blog articles.
  3. Tried to find connections in Latin America for business opportunities.“

Das Ergebnis fasst Crow so zusammen:

„The short answer about how the tools performed is – good, bad, and I don’t know. Both 1 and 2 were unqualified failures. The 3rd test was somewhat successful, although the success primarily came through more influential members of my circle. But, more importantly there hasn’t been a lot of feedback so I really don’t know if people noticed or not.“

Daraus ergaben sich für ihn fünf Fragen:

  1. „Did I devote enough time to the exercise? More to the point, where should social networking be placed in terms of marketing priorities? Does this change for companies that are more or less mature?
  2. How should we be judging the outcomes from social networking activities? Are there tools you recommend?
  3. Is social networking the right tool for the tests I created? Are my expectations of social networking in line with what it can do? What is social networking best geared to address?
  4. How much of getting social networking to work is the contacts you bring with you? How aggressive should one be in reaching out to new contacts? Should I, for instance, try to befriend Chris Anderson even after I have composed a note meant to appeal to what he is interested in?
  5. How can I build better mechanisms into the framework to increase feedback?“

Diese Fragen stellte er fünf ExpertInnen. Wie sie seine erste Frage (wieviel Zeit braucht man?) beantworteten, kann man hier nachlesen. Natürlich hängt das von vielen verschiedenen Faktoren ab. Daher möchte ich Cathryn Hrudicka stellvertretend für alle anderen zitieren:

„If your company is a start-up or fairly small, and you do not have a wide network of personal contacts from which you can draw referrals to the best potential clients or business, than I would say to spend more time on social networking. If you are trying to brand your company or a new product or service, social networking is very valuable, if you use these networks strategically and are consistent in your branding messages.“

Die Antworten auf die restlichen vier Fragen folgen in den nächsten Tagen. Ich bin gespannt darauf, denn für mich ist das die bis jetzt aussagekräftigste Beitragsserie über soziale Netzwerke. Zwar werde ich Jonathan Crow nun nicht nacheifern und fast zwanzig Netzwerke ausprobieren, aber im kleinen Rahmen werde ich sicher experimentieren. Mal sehen, wie es mir dabei ergeht.