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Small is beautiful

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Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem Musiker, der in einem Orchester spielt und sich beklagte, dass es so schwer sei, überhaupt wahrgenommen zu werden. Das Problem sei, so meinte er, dass das Orchester so klein sei und sie deshalb kaum Möglichkeiten hätten, Werbung in eigener Sache zu betreiben. An diese Geschichte musste ich denken, als ich gestern die Geschichte las, die Seth Godin in seinem Blogpost „Should small business whine?“ schildert. Er hatte online Klamotten gekauft und wollte sie umtauschen. Vier Wochen werde das dauern, meinte man in der Firma. Die Begründung: man sei eine kleine Firma, daher dauere es so lange. Seth Godin kommt nun nicht zu der Schlussfolgerung, dass ein kleines Unternehmen in diesem Fall schneller sein müsse als ein großes. Aber er stellt, nicht ganz zu Unrecht, die Frage, warum man dann bei einer kleinen Firma einkaufen solle, wenn die Leistung schlechter als bei den Großen? Das Internet, so stellt Godin fest, ist die Chance für kleine Unternehmen:
„A tiny business can have a better website than a huge one. A tiny business can do better customer support than a big one. A tiny business can write a better newsletter than a big one. Maybe not for everyone, but everyone is for the big companies. The passionate minority is happy to embrace the small company. As long as they focus and don’t whine about it.“
Daher lautet seine Schlussfolgerung:
„Small is a weapon, not an excuse.“
Das passende Beispiel hat Chris Brogan entdeckt: David Moore arbeitet als Hip Hop Lehrer und produziert kleine Videoclips, die er über MySpace und YouTube unter die Leute bringt.
Das Video zeigt sehr schön, welche Einsatzmöglichkeiten sich hier für den Kunst- und Kulturbereich auftun. Nicht ohne Grund hat Chris Brogan für sein Blogpost die Überschrift „How The Arts Can Use Social Media“ gewählt. Natürlich werden sich Tanz, Theater oder Musik leichter tun wie etwa der Bereich der Bildenden Kunst. Aber es gibt immer eine Möglichkeit, ein gutes Videoclip zu produzieren. Als Gegensatz zum Hip Hop hier noch ein Video, mit dem „Sehnsucht ahoi“ beworben wird.
Die von Andrea Latritsch-Karlbauer konzipierte Theaterperformance findet auf einem Schiff auf dem Millstätter See, also in Kärnten statt und läuft noch bis Mitte August. Weitere Infos dazu gibt es hier.

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  1. Super Artikel – das baue ich meinen nächsten Blogpost mit ein! Kleine Unternehmen bringen fast automatisch die Denke mit ins Web, dass dort die „Großen“ grundsätzlich die besseren Chancen hätten und die „Kleinen“ kaum oder nur schwer wahrgenommen würden.

    Würde diese Denkweise stimmen, gäbe es praktisch keine Blogs – denn da fängt ja jeder klein an. Blogs sind aber das beste Beispiel dafür, dass man sich aus der kleinsten Nische heraus Gehör (und Respekt) verschaffen kann! Oder?

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  2. danke, Matthias! :-) Ich denke, es war noch nie so leicht, als kleines Unternehmen die großen Firmen zu übertrumpfen, denn es zählt nicht mehr alleine der Faktor Geld. Ganz im Gegenteil, es geht um Schnelligkeit, Kreativität, etc. Und da haben die Kleinen den Großen häufig sogar etwas voraus. Und deshalb hat Seth Godin völlig Recht: „Small is a weapon, not an excuse.“

    Und das kann man, wie Du richtig schreibst am Beispiel der Blogs sehen. Ist doch toll, wenn man sieht, dass man plötzlich gegen die Großen auch eine Chance hat…

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  3. Interessanter Artikel, danke Michael. Wenn es der Wissenschaft wirklich gelingen sollte, ohne Zentrum auszukommen und als Netzwerk zu funktionieren, wäre das in der Tat ein ziemlich guter Input für den Kunst- und Kulturbereich.

    Allerdings muss man anerkennen, dass uns die Wissenschaft in Sachen Vernetzung weit voraus ist. Aber es lohnt sich, diese Entwicklung genau zu verfolgen.

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