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Ein eBook erklärt Kulturbetrieben den Umgang mit Blogs & Co

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© Drew McManus

Je kleiner und unbekannter eine Kultureinrichtung ist, desto schwerer ist es für sie, auf sich aufmerksam zu machen. Ob PR oder Marketing, die Großen haben meistens die Nase vorne. Da kann die Pressekonferenz noch so gut vorbereitet, die Aussendung perfekt formuliert und der Verteiler mit den Namen der JournalistInnen auf dem neuesten Stand gehalten sein.

Auf der anderen Seite gibt es aber findige Köpfe, die schaffen es immer wieder, auf sich aufmerksam zu machen. Eine gut gemachte Plakataktion beispielsweise spricht neue Zielgruppen an und lässt dann hoffentlich die Besucherzahlen ansteigen.

Neben diesen traditionellen Möglichkeiten, auf sich aufmerksam zu machen, spielt mittlerweile das Internet eine immer wichtigere Rolle. Blogs, social networks oder Podcasts sind für Tageszeitungen, Radio und TV zur ernstzunehmenden Konkurrenz herangewachsen. Warum also sollten Kultureinrichtungen sie nicht für ihre Zwecke einsetzen?

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: erstens können Kultureinrichtungen selbst aktiv werden und mit dem Bloggen beginnen. Sie können Podcasts produzieren oder sich aktiv in social networks einbringen.

Zweitens besteht aber natürlich auch die Möglichkeit, auf die Angebote zu setzen, die in den letzten Jahren in Konkurrenz zu den traditionellen Medien entstanden sind. Es gibt Blogs oder Podcasts, die mittlerweile eine ganz beachtliche Leser- bzw. Hörerschar erreichen.

Drew McManus bezeichnet sie in seinem eBook „How To Connect With New Media“ als new media outlets. Diese auf die richtige Art und Weise mit den für sie richtigen Informationen zu versorgen, das ist eine der großen Herausforderungen, vor den Kultureinrichtungen stehen. Wie das geht, versucht Drew McManus, der sich selbst als Musiker, Manager und „cultural entrepreneur“ bezeichnet, in seinem eBook zu erklären.

Und das mit Erfolg. Wer das gut 40 Seiten „dicke“ eBook aufmerksam durchliest, wird jede Menge hilfreicher Informationen für die eigene Arbeit mitnehmen können. McManus, der nicht nur das Adaptistration Blog betreibt, sondern mit Inside The Arts auch ein Blognetzwerk gegründet hat, das den Blick hinter die Kulissen im Bereich Performing Arts erlaubt, richtet sein Hauptaugenmerk wenig überraschend auf Blogs.

McManus weist darauf hin, dass es gar nicht so einfach ist, die Blogs zu finden, die sich mit dem Kunst- und Kulturbereich beschäftigen und als Multiplikatoren der eigenen Botschaft geeignet sind. Das liege auch daran, so schreibt er, dass sie meist nicht organisiert und als Einzelkämpfer unterwegs seien.

Ohne jetzt das ganze eBook paraphrasieren zu wollen: einen Punkt möchte ich gerne herausgreifen. McManus stellt fest, dass es keinen Sinn macht, sich ausschließlich auf die new media outlets zu konzentrieren, schließen haben die traditionellen Medien natürlich noch eine recht hohe Bedeutung.

Wichtig sei es nun aber, so McManus, die new media outlets auch als etwas neues zu verstehen. Als Ergänzung und nicht als einen weiteren Kanal, den man mit den üblichen Pressetexten füttert. Blogs beispielsweise haben die Möglichkeit, ganz anders über bestimmte Themen zu berichten als etwa eine Tageszeitung. Denken wir nur an die Möglichkeit Videos und Fotos einzubinden bzw. Hyperlinks zu setzen. Wer diese Kanäle sinnvoll nutzen möchte, muss sich also zum einen eigene Inhalte überlegen und sie auch entsprechend aufbereiten. Gehen Sie aktiv auf die new media outlets zu und bieten Sie ihnen konkrete Geschichten an.

Warum? Blogger beispielsweise haben als Einzelkämpfer gar nicht die Kapazitäten, sich durch Websites oder umfangreiche Dokumente zu kämpfen, um vielleicht einen interessanten Ansatz zu entdecken. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Klar ist aber, dass es uninteressant ist, einfach eine Pressemeldung zu veröffentlichen. Dafür sind die traditionellen Medien dar, in einem Blog haben die meiner Meinung nach nichts verloren.

Die Art und Weise, wie McManus das Zusammenspiel zwischen Kultureinrichtungen und den new media outlets beschreibt, ist brilliant. Worauf müssen Sie achten, wie bereiten Sie Ihre Inhalte auf und welche Fehler sollten Sie vermeiden? Diese und viele weitere Fragen beantwortet das eBook, das ich Ihnen wirklich empfehlen kann, wenn Sie Ihre „traditionellen“ PR- und Marketingaktivitäten in der Zusammenarbeit mit new media outlets ergänzen und bereichern wollen.

7 Comments Join the Conversation

  1. Hab grad mal reingeschaut, wirklich ein gutes E-Book.
    Aber was ich bei diesen Überlegungen immer vermisse, ist die Integration in das traditionelle Marketing. Insbesondere die Einbindung des vorhandenen Publikums.

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  2. Ja stimmt. Da gibt es noch nichts. Zumindest kenne ich da nichts, was erwähnenswert wäre. Ich habe vor einiger Zeit lediglich über ein Beispiel aus der Praxis geschrieben. Das ist zwar recht anschaulich, aber als Handlungsanleitung nicht geeignet.

    Aber vielleicht möchte sich ja mal jemand des Themas annehmen? :-)

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  3. Hab mir das Praxisbeispiel grad mal angeschaut. Vielen Dank für den Link dahin. Deine Artikelsammlung ist ja so umfangreich, dass man nicht alle kennen kann. Find ich super, dass Du so oft fundiert auf Kommentare antwortest und weiterhilfst. Vielen Dank!

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  4. Für mich ist es auch manchmal nicht so leicht, ein bestimmtes Blogpost zu finden. Dank der Bookmarks geht es aber. Obwohl ich teilweise schon ziemlich suchen muss. Über Dein Lob freue ich mich natürlich immer, danke…

    Unser Thema habe ich übrigens nicht vergessen, das kommt noch. ;-)

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  5. Pingback: Blogs und neue Medien für Kulturschaffende « Storyboard - das Kommunikationsblog

  6. I am pleased to read that you found the New Media eBook useful and I’ve enjoyed the reader comments as well. Personally, I would love to learn more about European cultural blogging, especially the culture wikis you’ve linked to in your sidebar.

    Best,
    Drew McManus

    Reply

  7. Pingback: So könnte der Pressebereich Ihrer Website aussehen « Das Kulturmanagement Blog

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