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Warum ein Blog so wertvoll ist

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Writer’s space„; By runran (CC-Lizenz) Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Fan von Blogs bin und immer wieder auf ihre Bedeutung im Rahmen eines Social-Media-Konzeptes hinweise. Ich bin mir darüber klar, dass der Aufwand für ein Blog wesentlich größer ist als die Aktivitäten auf den meisten anderen Kanälen, trotzdem halte ich ein Blog für einen unverzichtbaren Bestandteil im Social-Media-Mix. Warum? In meinem Beitrag „So schnell werden Ihre Informationen wertlos“ habe ich auf eine Untersuchung verwiesen, die gezeigt hat, dass die Halbwertzeit von Informationen auf Twitter und Facebook bei rund drei Stunden liegt. Konkret wurde analysiert, wie lange es dauert, bis die Hälfte der Klicks auf einen per Posting oder Tweet verbreiteten Link erfolgt ist. David Röthler fragte daraufhin in einem Kommentar nach vergleichbaren Zahlen für meine Blogbeiträge, weil eine längere Halbwertzeit zu dem Schluss führen würde, dass diese nachhaltiger wirken als Postings auf Facebook oder Twitter. Nun ist es natürlich nicht ganz korrekt, die Klickzahlen von Blogbeiträgen mit denen von Links zu vergleichen, die in einem Tweet oder einem Facebook-Posting enthalten sind. Mal abgesehen von der Tatsache, dass wir es hier mit recht unterschiedlichen Formaten zu tun haben, tauchen bei meinen Blogbeiträgen gleich mehrere Probleme auf. Ich weiß erstens nicht genau, wie oft einzelne Blogbeiträge angeklickt werden, weil ich keine genauen Zugriffszahlen via Feedreader habe. Und es ist höchst kompliziert, die Zugriffe auf die einzelnen Stunden herunter zu brechen. Wer selbst ein Blog betreibt, weiß aber, dass das auch gar nicht nötig ist, denn die einzelnen Beiträge werden meist über mehrere Tage verteilt angeklickt und dementsprechend liegt die Halbwertzeit der Klickzahlen natürlich höher als bei Facebook oder Twitter. Wie sieht das nun konkret auf meinem Blog aus? Leider schaffe ich es zeitlich nicht, meine mehr als 1.500 Beiträge zu analysieren. Aber ich habe versucht, einige Gesetzmäßigkeiten zu finden. Eine Vielzahl von Beiträgen beschäftigt sich mit Veranstaltungen, was zu der Vermutung führt, dass diese nur zeitlich begrenzt auf Interesse stoßen. Die Zahlen des ersten Beispiels stammen von einem Beitrag aus dem August 2010, die Zugriffe beschränken sich auf die Zeit von August bis November 2010, vermutlich erfolgte die Hälfte der Klicks gleich in den ersten Tagen. Zu berücksichtigen ist, dass hier weder die Zugriffe via Feedreader noch direkt über die Startseite enthalten sind, aber es geht mir ja gar nicht unbedingt darum, die wirklichen Zugriffszahlen herauszufinden, sondern die Frage zu beantworten, wie lange es dauert, bis Blogbeiträge im virtuellen Nirvana verschwinden. In diesem Fall ging das also recht schnell, wie man sehen kann. Handelt es sich um Beiträge ohne eine konkrete zeitliche Zuordnung, sehen die Zahlen etwas anders aus. Im folgenden Beispiel handelt es sich um einen Beitrag, der auf eine Broschüre zum Thema EU-Förderungen hinweist und ziemlich genau vier Jahre alt ist. Er weist laut dieser WordPress-Statistik ingesamt 89 Zugriffe auf, die Hälfte der Klicks wurde im Juni 2008, also 8 Monate später erreicht. Ein ähnliches Muster weisen übrigens viele meiner Beiträge auf, die Zugriffe verteilen sich auf etwa zwei Jahre, danach gibt es dann nur noch „Zufallstreffer“. Schon hier wird klar, dass Blogbeiträge wesentlich länger sichtbar bleiben als einzelne Tweets oder Facebook-Postings, wobei es mir nur um die Tendenz geht, denn es wäre unzulässig zu behaupten: die Halbwertzeit von Links auf Twitter liegt bei 3 Stunden und die bei meinen Blogbeiträgen bei 8 Monaten. Wer viele solcher Blogbeiträge hat, muss immer wieder für Nachschub sorgen, denn die Statistik zeigt, dass nach einigen Monaten das Interesse an den Beiträgen nicht nur nachlässt, sondern fast völlig verschwindet, was bedeutet: diese Beiträge werden nicht mehr gelesen und wenn doch, sind die Zugriffe statistisch gesehen irrelevant. Handelt es sich um zeitlose Inhalte, kann ich natürlich versuchen, in aktuellen Beiträge auf diese alten Blogposts zu verlinken. Im folgenden Beispiel habe ich 30 Monate später auf diesen Beitrag verlinkt und da das Blog in dieser Zeit an LeserInnen gewonnen hat, gab es die meisten Zugriffe auf diesen im Juni 2007 verfassten Beitrag erst im November 2009. Ein solcher Ansatz ist auf Twitter oder Facebook zwar nicht ganz unmöglich, kommt aber aus praktischen Gründen kaum vor. Im Fall dieses Beitrags habe ich es aber geschafft, dass er nicht in Vergessenheit geraten ist, sondern die Hälfte der hier registrierten Zugriffe erst nach zwei Jahren erfolgt ist. Am interessantesten ist aber das folgende Muster: Dieser Beitrag stammt aus dem März 2007 und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit. Im Unterschied zu den anderen Beispielen nimmt das Interesse hier nicht ab, sondern zu. In der Regel sind das die Beiträge, auf die z.B. in Wikipedia verlinkt wird oder die bei Google so gut angeschrieben sind, dass sie im Suchmaschinenranking ganz weit oben auftauchen und so eine ständig wachsende (oder gleichbleibende) Zahl an Zugriffen garantieren. Je häufiger Sie das mit Ihren Blogbeiträgen schaffen, desto unabhängiger sind Sie vom Tagesgeschäft. Schaffen werden Sie das vermutlich am ehesten mit Grundlagenbeiträgen bzw. zeitlosen Themen. Weniger gut funktioniert diese Strategie, mein erstes Beispiel hat es gezeigt, wenn Sie in Ihrem Blog nur Ihre eigenen Veranstaltungen ankündigen. Diese „bleibenden“ Blogposts passieren aber nicht einfach, sondern sind Teil einer Strategie, deren erster Teil darin besteht, die entsprechenden Schlagworte oder Keywords zu erarbeiten, unter denen Sie dann gefunden werden wollen (siehe dazu: Wissen Sie, mit welchen Suchbegriffen Sie im Web gefunden werden?). Ob Sie damit erfolgreich sind, sehen Sie dann einerseits an den Zugriffszahlen. Andererseits können Sie mit Hilfe von Tools wie etwa Free Monitor for Google kontrollieren, wie gut Sie bei Google mit den ausgewählten Keywords gerankt sind. Nicht vergessen sollten Sie: es braucht etwas Zeit, bis eine solche Strategie aufgeht.
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Blogparade: „Blog’n Roll – Rettet die Blogroll“

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© Rainer Sturm ; Pixelio Wenn in der Überschrift dreimal das Wort „Blog“ vorkommt, ist klar, dass Blogs in diesem Beitrag eine Rolle spielen. Und genau um diese „Blogrolle“ geht es. Eine Blogroll, das ist die Liste der Blogs, die der Betreiber eines Blogs aus irgendwelchen Gründen gerne liest und den BesucherInnen seines Blogs weiterempfiehlt. Bei mir finden Sie die – ziemlich lange – Blogroll in der rechten Spalte. Leider gibt es immer mehr Blogs, die diese Blogroll nicht mehr haben, was Tim Krischak dazu bewogen hat, sich für ihren Erhalt einzusetzen. Nach dem Motto „spread the word“ hat er eine Blogparade initiiert, die den schönen Titel „Blog’n Roll – Rettet die Blogroll“ trägt. Warum sollen wir die Blogroll retten? Brauchen wir sie überhaupt? Schließlich ist es viel leichter, via Facebook oder Twitter einen Link zu verschicken und so auf einen interessanten Beitrag aufmerksam zu machen. Robert Basic hat vor einiger Zeit in einem Blogpost über die fehlenden Blogdebatten geschrieben und stellt an anderer Stelle fest, dass die Blogosphäre eben nur ein Abbild der Gesellschaft sei:
„Zuerst Ich, dann vielleicht die anderen.“
In der Realität heißt das: die Zahl der Blogs steigt, aber wir erfahren immer häufiger gar nicht von ihnen. Eben auch deshalb, weil sich BloggerInnen auf sich selbst konzentrieren und das eigene Blog mit Inhalten füllen. Auf anderen Blogs präsent zu sein, macht auch heute noch Sinn, wo wir uns größtenteils über Facebook und Twitter vernetzen. Blogs funktionieren ganz anders, sie wirken nachhaltiger, denn ihre Inhalte können auch noch nach Jahren via Google gefunden werden. Bei einzelnen Tweets oder Facebook-Postings ist das unwahrscheinlich (siehe dazu mein Blogpost Warum der Social-Media-Mix nicht nur aus Facebook und Twitter besteht), sie sind innerhalb kürzester Zeit verschwunden. Gerhard Schröder macht daher auch Facebook und Twitter für diese Entwicklung (mit)-verantwortlich. In seinem Beitrag Soziale Netze, zum ZERREIßEN gespannt? stellt er aber auch fest, dass sich unsere Lesegewohnheiten verändert haben. Viele Tools bringen es mit sich, so konstatiert er, dass wir gar keine Möglichkeit haben, Blogposts zu kommentieren. Wenn wir davon ausgehen, dass BlogbetreiberInnen auch BlogleserInnen sind, dann heißt das, dass sie sich immer mehr einigeln, also genau das tun, was Robert Basic ihnen mit dem Schlagwort „Blog alone“ vorwirft. Warum dann noch eine Blogroll haben, wo die anderen ja auch nicht mehr auf einen hinweisen oder gar kommentieren? In meinen Augen ist die Blogroll eines der nachhaltigsten Instrumente, um das eigene Netzwerk am Leben zu erhalten. Nicht nur die LeserInnen stoßen auf diese Weise auf interessante Blogs, auch die BloggerIn selbst wird immer wieder an Blogs erinnert, die sie vor längerer Zeit für gut befunden hat und in der letzten Zeit gar nicht mehr besucht hat. Insofern kann es zwar egoistisch sein, wenn man ohne Blogroll vor sich hinbloggt. Es kann aber auch egoistische Gründe geben, die einen dazu antreiben, eine Blogroll zu haben: sie ist ein Erinnerungszeichen für die vielen guten Inhalte, die man im Laufe der Jahre entdeckt und unter Umständen wieder vergessen hat. Grund genug, eine Blogroll zu haben.
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Warum der Social-Media-Mix nicht nur aus Facebook und Twitter besteht

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Als ich vor gut 5 Jahren damit begann, Blogs zu lesen, tat ich das vor allem wegen ihrer Inhalte. Die Beiträge enthielten Inhalte, die für mich in vielerlei Hinsicht wertvoll waren. Daraus ist dann letzten Endes auch die Idee entstanden, selbst mit dem Bloggen zu beginnen. Die Frage, ob ein Blog anderen Kanälen vorzuziehen sei oder nicht, stellte sich nicht, denn außer Xing, damals noch OpenBC, und den Social Bookmarking-Plattformen gab es nicht viel. Heute ist das anders. Die große Mehrheit derer, die sich mit dem Thema Social Media beschäftigen, beginnt mit ihren Aktivitäten auf Facebook und entscheidet sich dann häufig noch für einen Twitteraccount. Auch im Kunst- und Kulturbereich ist das so, die meisten Kultureinrichtungen sind auf Facebook aktiv und viele von ihnen haben darüber hinaus noch einen Twitteraccount und sind auf Flickr und YouTube zu finden. Das ist es dann aber auch schon. Jeremiah Owyang hat vor einiger Zeit in seinem Blogpost „Expand Your Social Media Mix: Twitter Alone is Not Enough“ davor gewarnt, sich nur auf die Kommunikation via Twitter zu verlassen. So seien Informationen, die auf diese Weise verteilt werden, schon nach kurzer Zeit kaum noch zu finden, was ihren Wert mindere. Dieser Tatsache begegnen viele durch verstärkte Aktivitäten auf Twitter, um in diesem Strom der Informationen überhaupt wahrgenommen zu werden. Konkret bedeutet das: die Zahl der verschickten Informationen wird erhöht und zusätzlich wird jede Information nicht nur einmal, sondern mehrere Mal verschickt. Eingedenk der Tatsache, dass die Zahl der TwitteruserInnen immer noch stark ansteigend ist und der Grad der Vernetzung sich laufend erhöht (2.000 Follower zu haben ist heute keine Besonderheit mehr), lässt sich leicht ausmalen, wohin diese Entwicklung führt. Es wird immer schwieriger, wirklich wertvolle Informationen auf Twitter zu finden. Dies vor allem deshalb, weil wir vom Ehrgeiz getrieben sind, möglichst viele Follower  oder einen hohen Wert bei Klout vorweisen zu können. Das heißt, unsere Informationskanäle schwellen nicht nur an, sondern sie werden immer uninteressanter. Aufschlussreich ist das Verhalten vieler UserInnen. Jeden Tag kann ich ungefähr 15 neue Follower registrieren, die ich mir alle einzeln sehr genau anschaue. Ein oder zwei von ihnen folge ich im Durchschnitt zurück, alle anderen Accounts sind für mich aus unterschiedlichen Gründen uninteressant. Zwei Tage später folgen mir von den 15 neuen Followern nur noch zwei. Meist sind es die, denen ich zurückfolge, die anderen haben sich schon wieder verabschiedet, für mich ein klarer Hinweis darauf, dass es hier nicht um Inhalte geht. Logisch, dass solche Follower sich auch nicht für die Informationen interessieren, die ich mit ihnen teile. Für Jeremiah Owyang bedeutet das:
„Twitter, while low cost to the user, makes sense as a quick broadcasting tool, but those that are trying to use it as their only thought leadership mechanism are missing out.“
Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auf Facebook beobachten. Spätestens mit der Einführung des EdgeRank ist klar, dass Interaktion wichtig ist. Wer nicht mit mir kommuniziert, taucht in meinem Newsfeed gar nicht auf. Was ist die Konsequenz daraus? Es wird „geliked“ und kommentiert, um im Nachrichtenstrom der anderen nicht unterzugehen. Auch hier wird also Quantität zum bestimmenden Faktor in der Kommunikation mit meinen Zielgruppen. Hinzu kommt: auch hier verschwinden die Inhalte recht schnell aus Ihrem Blickfeld. Suchen Sie mal die Postings heraus, die Sie im Oktober auf Ihrer Facebookseite veröffentlich haben, dann wissen Sie, was ich meine. Was ist die Konseqenz daraus? Wer nur auf Facebook und Twitter setzt, wird die Schlagzahl erhöhen müssen, sonst wird er übersehen. Die Zahl der Beiträge wird steigen, aber haben Sie auch wirklich mehr zu sagen? Die Antwort auf diese Frage überlasse ich Ihnen.  Wenn die Inhalte in Ihren Augen wertvoll sind, dann gehen Sie mit ihnen wenig wertschätzend um, denn sie sind innerhalb kürzester Zeit nur unter Mühen zu finden. In diesem Fall sollten Sie sich dann die Frage stellen, warum Sie nicht ein Blog nutzen? Jeremiah Owyang rät recht treffend:
„Your Blog is an Central Platform, Use it Judiciously. Use your blog as your master archive tool, to collect information.  Remember, while all content loses relevance over time, blog content is easier to find, and is centralized in a location closer to your own owned domain or URL, not lost into the ether.“
Fazit: es mag kurzfristig faszinierend sein, auf Facebook und Twitter viele neue Fans und Follower zu sammeln, Robert Basic prägt dafür den schönen Begriff instant gratification, aber mittel- und langfristig werden diese beiden Kanäle nicht ausreichen, denn sie werden mehr und mehr zu Broadcastingkanälen. Ihre Inhalte haben einen anderen Platz verdient, das sind Sie sich selbst und Ihrer Arbeit schuldig.
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Änderungen in der Blogroll

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Bis jetzt hatte ich vor allem Blogs in der Blogroll, die mich persönlich interessiert haben, unabhängig von der Frage, ob sie was mit dem Thema Kulturmanagement zu tun hatten oder nicht. Bloggende Kultureinrichtungen kamen dabei kaum zum Zug, was eigentlich schade ist, denn sie verdienen eigentlich besondere Aufmerksamkeit, schließlich ist es viel leichter, einen Account auf Facebook oder Twitter zu eröffnen als ein Blog zu betreiben. Warum das so ist, hat Robert Basic in einem Blogbeitrag sehr schön formuliert:
„Das Betreiben einer Facebook-Seite und eines Twitter-Accounts führt recht schnell zu vermeintlichen Erfolgserlebnissen. Im Gegensatz zu einem Blog und den kaum fassbaren Lesern bekommt man auf FB und Twitter ein anderes Gefühl vermittelt: Die Liker und Follower sind greifbarer, fühlen sich echter an“,
schreibt er und prägt dafür den schönen Begriff „instant gratification“ (sofortige Belohnung). Während man auf Twitter und Facebook mit vielen hundert Millionen UserInnen gemeinsam einen Kommunikationsraum bevölkert, ist man auf seinem Blog erst einmal alleine. Interessierte LeserInnen müssen einen finden und da ist, so hoffe ich, meine Blogroll vielleicht eine kleine (Orientierungs)-Hilfe. Seit gestern finden Sie unter der schon bekannten Blogroll einen neuen Bereich „Kultureinrichtungen, die bloggen“. Ein paar Blogs habe ich dort bereits angeführt, aber es gibt natürlich noch viel mehr. Wenn Sie selbst als Kultureinrichtung ein Blog betreiben und auch regelmäßig Beiträge veröffentlichen, dann schicken Sie doch einfach eine Mail oder schreiben einen Kommentar, dann werde ich auch Ihr Blog in diese Liste aufnehmen. Aber natürlich können Sie auch ein Blog empfehlen, wenn es nicht Ihr eigenes ist. Mal sehen, wie lang die Liste wird.
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Blogs und Kommentare: Pro und Contra

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Fragt man nach den Unterschieden zwischen einer klassischen Website und einem Blog, dann ist die Möglichkeit, Blogposts kommentieren zu können, sicher einer der wichtigsten. Das Angebot zum Gespräch zeichnet Blogs aus und dient dem Aufbau einer Community, so die landläufige Meinung. Aber es gibt auch gegensätzliche Ansichten. Blogger wie etwa Seth Godin bieten in ihren Blogs keine Möglichkeit an, einen Kommentar zu hinterlassen und damit ein Gespräch in Gang zu bringen. Welche Konsequenzen hat das? Ist ein Blog, in dem Kommentieren nicht möglich ist, kein Blog mehr? Wie wichtig ist die Kommentarfunktion für die BloggerInnen selbst, aber natürlich auch für die LeserInnen? Eine spannende Diskussion zu diesem Thema habe ich auf der Seite von ThinkTraffic gefunden. In einem aktuellen Beitrag diskutieren die beiden Blogger Pat Flynn und Everett Bogue die Frage, ob man als BetreiberIn eines Blogs Kommentare zulassen sollte oder nicht? Im ersten Moment werden die meisten wahrscheinlich dahin tendieren, Kommentare als essentiellen Bestandteil eines Blogs zu sehen, genau so wie Pat Flynn auch argumentiert:
„Without comments, a blog isn’t really a blog. To me, blogging is not just about publishing content, but also the two-way communication and community building aspects behind it.“
Aber das Argument, sich mit den Kommentaren zu beschäftigen, würde viel Zeit in Anspruch nehmen und auf Kosten der eigenen Kreativität gehen, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen. Everett Bogue hat vor einem Urlaub die Kommentarfunktion seines Blogs gesperrt und sie seitdem nicht mehr geöffnet. Bogue lehnt Kommentare nicht grundsätzlich ab, sondern beklagt sich eher über die Gründe, die viele UserInnen dazu bewegen, einen Kommentar abzugeben:
„Around 50% of the comments I was receiving when I turned off comments were from newer bloggers who wanted me to notice them,“
behauptet er und führt dann noch weitere 25% an, die vereinfacht gesagt nicht wissen, was es mit einem Blog auf sich hat und deshalb Fragen stellen. Diejenigen, die sich wirklich für die Inhalte interessieren, würden, so seine Überzeugung, recht schnell selbst ein Blog aufsetzen, die eigene Community aufbauen und sich bei Bedarf mit anderen Blogs verlinken. Ich finde diese Diskussion sehr interessant, auch in den zahlreichen Kommentaren finden sich jede Menge Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt (eigentlich ein Pro-Argument!), aber ich glaube, dass die Beantwortung dieser Frage auch davon abhängt, welche Ziele man verfolgt und wie erfolgreich ein Blog ist, sprich, in welchem Entwicklungsstadium sich das Blog befindet. Wer sein Blog dafür verwendet, eigene Gedanken zu entwickeln, braucht eigentlich die Kommentare der LeserInnen nicht wirklich. Und möchte jemand darauf reagieren, kann er das ja im eigenen Blog und dann auf den Beitrag verlinken. Wer seine Gedanken und Ideen aber zur Diskussion stellen möchte und diese aus der Diskussion heraus entwickeln möchte, wird wahrscheinlich von der Kommentarfunktion profitieren. Und wie sieht das bei Kulturbetrieben aus, die nur über ihre Arbeit informieren? Auch hier lässt sich keine eindeutige Antwort finden: wer nur informiert, wird wenig Fragen hervorrufen, eine Kommentarfunktion ist eigentlich überflüssig. Geben Beiträge aber tiefere Einblicke in die (tägliche) Arbeit, dann können sie durchaus Fragen hervorrufen. Nicht von der Hand zu weisen sind aber die Argumente von Everett Bogue, dass das Kommentieren Zeit kostet und die eigene Kreativität einschränkt. Allerdings wird das wohl erst dann ein Problem, wenn die Zahl der LeserInnen sehr groß ist und entsprechend viele Kommentare eingehen. Wer gerade mit dem Bloggen beginnt, wird sich wahrscheinlich über jede Rückmeldung freuen und sie (hoffentlich) als Ansporn verstehen. Zwei weitere Aspekte gilt es zu berücksichtigen. Erstens gibt es im deutschsprachigen Raum nur wenig Blogs, die pro Beitrag um die 100 Kommentare haben. Außerdem muss man sich dann noch die Qualität der Kommentare näher ansehen, die, so vermute ich, auch mit der thematischen Ausrichtung des Blogs zu tun hat. Zweitens sind es oftmals nicht so sehr die Kommentare, sondern die Beiträge selbst, die viel Zeit kosten. Wird man zum Sklaven seines Blogs und schreibt, weil man glaubt, schreiben zu müssen und der Spaß damit verloren geht, ist das, so denke ich, viel schlimmer als die Herausforderung, viele Kommentare beantworten zu müssen. Und noch ein Punkt: die Diskussion über Blogposts verlagert sich mehr und mehr auf andere Kanäle. da ist die Kommentarfunktion teilweise gar nicht mehr nötig.
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Blogkommentare: brauchen wir die noch?

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© knipseline; Pixelio Es ist noch gar nicht so lange her, da war ein Kommentar die einzige Möglichkeit, um auf die Inhalte des Blogbeitrags einzugehen. Je mehr Kommentare ein Blog hatte, desto angesehener war es. Heute ist das anders, denn wir haben die Möglichkeit, uns an den verschiedensten Plätzen im Social Web zu äußern. Twitter, Facebook, FriendFeed, Goggle Buzz und noch einige andere Kanäle kommen dafür in Frage. Aber man hat den Eindruck: je mehr Möglichkeiten, desto weniger wird kommentiert. „Does a blog need comments?“ Die Frage von Beth Dunn hat daher ihre Berechtigung:
„I’ve always been of the firm belief that a blog just isn’t a blog unless you’ve got comments enabled. Without comments, it’s just a website that sort of vaguely, structurally resembles a blog,“
beginnt sie ihren Beitrag, um dann die Frage zu stellen, wer denn heute überhaupt noch Blogbeiträge kommentiere? Zwar würden sich BloggerInnen noch eher bemühen, aber auch deren Engagement habe nachgelassen. So stellt sie die Frage, ob die Zahl der Kommentare heute noch ein Erfolgskriterium sei und ob ein Blog ohne Kommentare überhaupt noch ein Blog sei? Ich denke, die Frage lässt sich nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Natürlich freut sich jede BlogbetreiberIn, wenn sie viele Kommentare als Reaktion auf ihre Beiträge erhält. Vorausgesetzt sie sind positiv. ;-) Aber notwendig sind sie nicht. Und trotzdem haben Sie mit Ihrem Blog Erfolg, weil Sie hunderte von LeserInnen haben. Nur rühren die sich halt nicht, weil sie sich nicht trauen bzw. nicht der Typ dafür sind (siehe dazu den Beitrag „Social Media im Kunst- und Kulturbereich: die Suche nach den neuen Zielgruppen„). Aber es hängt nicht nur von Ihrer Zielgruppe ab, sondern auch von den Themen, um die es geht. Wenn Sie jeden Tag eine Kulturveranstaltung ankündigen, dann werden Sie eher wenig Kommentare erhalten. Außer einem Dankeschön für den Beitrag habe ich als Leser ja gar keine Möglichkeit, auf Ihren Beitrag zu reagieren. Das heißt, so gesehen sind Kommentare zwar ein Zeichen der Wertschätzung, sie müssen aber nicht unbedingt sein. Ist ein Blog ohne Kommentare noch ein Blog? Theoretisch schon, denn der Kommentar ist ja nicht das einzige Merkmal eines Blogs. Auf der anderen Seite lässt sich mit Hilfe von Blogsoftware in ein paar Minuten auch eine statische Seite erstellen, die Ihnen dann zum Beispiel als Onlineprofil dient. In diesem Fall hätten wir es zwar mit einer Blogsoftware zu tun, aber nicht mit einem Blog. Haben Sie  als BlogbetreiberIn nicht andere BloggerInnen als Zielgruppe im Visier, dann müssen Sie nicht beunruhigt sein, wenn Sie keine Kommentare auf Ihre Beiträge erhalten. Vorausgesetzt, der Dialog mit Ihren Zielgruppen ist nicht Ihr Ziel. Achten Sie aber darauf, ob Ihre Beiträge über die verschiedenen anderen Kanäle weiter empfohlen werden, denn auch das ist ein Zeichen der Anerkennung. Wie hat Patrick Breitenbach in seinem heutigen Blogbeitrag über Geschäftsmodelle im Web 2.0 so schön geschrieben:
„Der Applaus bleibt sicherlich eine der wichtigsten Währungen im Kulturbereich.“
Und das gilt, behaupte ich, nicht nur für den Kulturbereich, sondern wahrscheinlich für die meisten von uns, egal was wir tun. Auf welchem Weg wir ihn bekommen, ist egal. Hauptsache, wir bekommen ihn. Oder?
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Kulturbetriebe bloggen nur selten, aber…

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Es wird selten gebloggt im deutschen Kulturbereich„, so lautet das Fazit von Ulrike Schmid, die derzeit im Rahmen einer Studie das Social Media-Verhalten von Kulturbetrieben untersucht.
„Blogs sind noch sehr unterrepräsentiert bei den Kultureinrichtungen und werden oft, wenn vorhanden, nur unregelmäßig gepflegt“,
lautet ihr Fazit. Zwar beschränkt sich Schmid in ihrer Untersuchung auf Museen und Orchester, aber wahrscheinlich lassen sich ihre Erkenntnisse auch auf die anderen Sparten übertragen. Aber: so selten Blogs auch im Kunst- und Kulturbereich sein mögen. Es gibt sie, nur sind sie teilweise sehr schwer zu entdecken. So bloggt zum Beispiel die Kölner Philharmonie. Allerdings findet man auf der Website nicht einen einzigen Hinweis auf die Social Media-Aktivitäten. Erst wenn man die Seite der MusikTriennale Köln anklickt, sieht man, dass über die diesjährige Triennale nicht nur gebloggt wird, sondern die Aktivitäten auch per Twitter und Facebook angekündigt werden. So gut versteckt, ist es natürlich schwer gefunden zu werden, was schade ist, denn die Blogbeiträge sind äußerst lesenswert. Gleiches lässt sich von der Staatsoper in Hannover sagen, die aber immerhin auf ihrer Website einen Link auf ihr Ring-Blog gesetzt hat, mit dem die Ring-Inszenierungen des Opernhauses begleitet werden. Auch hier sind die Blogposts äußerst lesenswert und erlauben Einblicke in die Aktivitäten rund um die Ring-Inszenierungen. Besonders interessant ist in meinen Augen das Jugendprojekt „Rheingold – Der Film“, für das die Staatsoper in Hannover mit dem Förderpreis Musikvermittlung 2009 ausgezeichnet wurde. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Diskussionen hier im Blog, als es um die Frage ging, ob und wenn ja, wie die klassische Musik noch zu retten sei? „Rheingold – Der Film“ ist so ein Projekt, das in diesem Fall Jugendlichen den Zugang zur Oper eröffnen kann. Die Grundidee ist, „für die emotionalen Grundsituationen in Wagners Das Rheingold Bilder aus der Welt von Jugendlichen zwischen 14 und 21 Jahren zu finden“.
„Ein spielerischer Umgang mit den Inhalten und der Musik von Das Rheingold soll in vier Videoclips münden, die die Geschichte vom verspotteten Alberich und seiner zerstörerischen Wut, von Wotans Überheblichkeit und den daraus entstehenden Konflikten über ein typisches Medium der modernen Popkultur erzählen wollen,“
heißt es in einem der Blogbeiträge. Die Herausforderung bestand anfangs darin, die Jugendlichen für das Vorhaben zu begeistern,
„denn für sie ist Oper zunächst einmal langweilig und doof, etwas für Opas und Omas, oft aber auch einfach nur die Kultur der besser verdienenden Schichten“.
In diesem und im nächsten Monat sind acht Drehtage geplant, in denen die Jugendlichen vier Videoclips produzieren. Die Musik dazu kommt von der heimischen Band „Violent Girls“.
Kommentare gibt es, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, auf beiden Blogs keine. Jetzt könnte man versuchen herauszufinden, woran es liegt, dass hier keine Interaktion stattfindet? Ist es die Art der Beiträge oder sind es die Themen? Über Wagner oder Karlheinz Stockhausen, von dem im Triennale-Blog die Rede ist, diskutiert es sich ja auch nicht so leicht. Insofern empfinde ich es nicht als negativ, dass Kommentare bis jetzt ausgeblieben sind. Auch durch Lesen lassen sich manche Hürden abbauen und vielleicht sieht die Sache in Kürze ganz anders aus? Nein, die fehlenden Kommentare kritisiere ich nicht, die mangelnde Sichtbarkeit der beiden Blogs allerdings schon.
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Blogs: „keine Zeit und Lust zu solchen Speränzchen“

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Bloggende Museen gibt es noch wenig, vor allem im deutschsprachigen Raum. Deshalb hat sich Klaus Graf auf Archivalia auf die Suche nach ihnen gemacht, die Ausbeute finden Sie in den Kommentaren. Jörn Bochert hat auf Kulturelle Welten das Thema aufgegriffen und schreibt in seinem Blogpost:
„Dabei fiel mir auf, dass ich mir nicht sicher bin, ob die betreffenden Museen wirklich verstanden haben, was Blogs sind und was sie leisten können. Sofern ich das richtig verstanden habe, gehört zum Wesen eines Blogs, neben der Ähnlichkeit zum Tagebuch, auch die Kommunikation mit anderen. Per Links in Artikeln, per Blogroll, per Kommentaren etc. Schaue ich mir die existierenden Blogs an, dann bekomme ich ab und an den Eindruck, dass sie sich zu sehr auf sich selbst konzentrieren, statt Türen zu anderen Quellen und Personen aufzumachen.“
Als Entgegnung hieß es in einem Kommentar:
„… vielleicht liegt es einfach daran, dass in den meisten kleinen und mittleren Museen die durch den zum Event aufgeblähten Arbeitalltag keine Zeit und Lust zu solchen Speränzchen haben?“
Mag sein, dass sich bei Jörn Bocherts Kritik manches Museum bzw. die MitarbeiterInnen angegriffen fühlen. In der Sache hat er aber Recht. Verglichen mit dem, was man beispielsweise in amerikanischen Museumsblogs lesen kann, hinkt der deutschsprachige Raum um etliche Jahre hinterher. Für die im Kommentar geäußerte Begründung, es fehle an Zeit, habe ich aber kein Verständnis. Johannes Reiss, der eines der interessantesten Museumsblogs im deutschsprachigen Raum betreibt, hat vor einiger Zeit in einem Kommentar gemeint, dass er fehlende Zeit- bzw. Personalressourcen als Begründung für nicht vorhandene Social Media-Aktivitäten nicht akzeptiert. Ich sehe das auch so. Ich denke, es gibt im gesamten deutschsprachigen Raum kein Museum, in dem die MitarbeiterInnen Däumchen drehen und in ihrer Langeweile auf die Idee kommen, ein Blog zu starten. Ob Sie zu bloggen oder zu twittern beginnen, hängt ganz sicher nicht davon ab, ob Sie Zeit haben oder nicht. Ihre Entscheidung wird davon abhängen, ob Sie dem Social Web Bedeutung beimessen oder nicht, also von den Prioritäten. Wir alle haben in der Regel mehr zu tun als wir in den 24 Stunden eines Tages unterbringen können. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es durchaus sein kann, dass Sie keine Lust haben, sich mit dem Thema Social Media zu beschäftigen, weil Sie der Meinung sind, dass das nichts bringt. Damit kann ich gut leben, schließlich gibt es keine Verpflichtung, online zu kommunizieren. Und es gibt auch Museen, die ohne das Social Web äußerst erfolgreich sind. Nur bitte: lassen wir das mit der fehlenden Zeit.
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Eine Liste gut verlinkter Blogs und der Song „sweeter than dreams“

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Schon vor zwei Jahren hat Karl-Heinz Wenzlaff eine Liste aller Blogs mit  Google Pagerank 6 oder 7 erstellt. Damals schafften das 36 Blogs. Nun hat er wieder eine Liste erstellt, diesmal auf der Basis des deutschsprachigen Blogverzeichnisses Blogoscoop, in dem aktuell 3.7077.385 Blogs aufgelistet sind. Aktuell weisen dort, so schreibt Wenzlaff in seinem aktuellen Beitrag, 66 deutschsprachige Blogs ein Pagerank 6 oder 7 auf. Drei davon kommen aus Österreich. Dass ich mit dem Kulturmanagement Blog zu dieser illustren Runde gehöre, freut mich natürlich sehr. Deshalb lehne ich mich heute zurück und schau noch ein paarmal auf diese schöne Liste. :-) Und dazu höre ich mir eine sehr spezielle Coverversion an, die von Klaus Karlbauer stammt.
Klingt gut, oder?
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Von Bloggern, Journalisten und gutem Benehmen

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Eigentlich sollte es in diesem Blogbeitrag um ganz andere Dinge gehen. Aber dann blieb ich bei Don Alphonso und den Abmahnkriegen (Absatz 4 seines Beitrags) hängen. Das alte Muster Journalist versus Blogger. Was ist geschehen? In der ZEIT erscheint eine Kolumne von Eva Schweitzer, die Philipp vom nom nom nom Blog so gut gefällt, dass er ein eigenes Blogpost daraus macht. Wobei die Formulierung „eigenes Blogpost“ vielleicht etwas übertrieben ist, denn eigentlich schreibt er nur vier Zeilen selbst und kopiert dann ein Drittel der Kolumne in seine Eingabemaske. Fertig. Passiert ist das alles im Mai 2008, also vor eineinhalb Jahren. Nun hat Philipp eine Abmahnung erhalten, derzufolge er 1.200 Euro Schadensersatz plus 955 Euro Anwaltskosten zahlen soll. Johnny Haeusler von Spreeblick nimmt sich der Sache an und veröffentlicht einen Beitrag dazu. So erhält die Sache ihren richtigen Drive und nun kann man den Fortgang hier und hier (und wahrscheinlich auch noch an vielen anderen Stellen im Internet) verfolgen. Liest man sich all die Beiträge und vor allem die Kommentare durch, dann wird man einerseits gut unterhalten (etwas Zeit sollte man schon dafür einplanen). Andererseits gibt es da aber ein paar Punkte, über die man sich Gedanken machen sollte:
  1. Ich halte es für bedenklich, wenn man eine so große Textpassage aus einem anderen Artikel übernimmt und selbst nur vier kurze Zeilen voranstellt. Gefällt mir ein Text, dann habe ich die Möglichkeit, ihn via Twitter zu verlinken. Und wenn ich wirklich so viel Text übernehmen mussmöchte, dann kann ich mir immer noch mit der indirekten Rede behelfen. Aber dann sollte ich mir wenigstens noch ein paar eigene Gedanken dazu machen (und sie dann auch formulieren), sonst besteht die Gefahr, dass sich die UrheberIn des Textes dagegen wehrt. Und das zu Recht. Es gibt nun mal einen gesetzlichen Rahmen, an den man sich halten kann oder nicht. Tut man das nicht, dann muss man aber auch mit Konsequenzen rechnen. Als Entschuldigungsgrund anzuführen, man sei ein nichtkommerzielles Blog, ist etwas naiv. Die Regeln sollte man auch als Nichtkommerzieller kennen. Und für den Fall der Fälle: man kann ja auch fragen.
  2. Das Abmahnen scheint sich (in Deutschland) zu einer beliebten Einnahmequelle entwickelt zu haben. Diese Art, miteinander zu kommunizieren bzw. miteinander umzugehen, zeigt aber auch, dass wir anscheinend gar kein Interesse mehr daran haben, ein Problem friedlich zu lösen. Oder ist es Unvermögen? Ob dieser Fall oder die Tatzengeschichte, immer ist diese Vorgehensweise mit einem Imageschaden verbunden, sozusagen als Kollateralschaden. Und immer wieder stellen die Beteiligten dann im Nachhinein fest: Hoppla, das kann man ja auch anders lösen. Wäre es nicht sinnvoll, sich solche Dinge durch den Kopf gehen zu lassen, bevor die Keule ausgepackt wird? Oder wiegt man sich in einer solchen Situation so in Sicherheit, dass das Gehirn ausgeschaltet wird?
  3. Die Auseinandersetzung Journalisten – Blogger wird allmählich langweilig. Müssen solche Geschichten wirklich zu einem Kulturkampf hochstilisiert werden? Die Trennlinie verläuft doch, wenn überhaupt, wo ganz anders, nämlich wenn es um die Frage Amateur oder Profi geht? Gut oder schlecht? Wenn ich heute eine Seite im Internet finde, die mir wertvolle Informationen oder gute Unterhaltung liefert, dann ist es mir eigentlich völlig egal, ob es sich um eine Online-Zeitung oder ein Blog handelt. Vielleicht wäre es zielführender, die Qualität in den Vordergrund zu stellen und nicht die Frage nach dem Format?
  4. Nur ganz kurz: der Ton macht die Musik…
  5. Und noch ein letzter Punkt: das Web 2.0 ist nicht demokratischer, gerechter und ich weiß nicht was alles als die „reale“ Welt. Es sind immer wir selbst, die sich dafür entscheiden müssen, ob uns Gerechtigkeit, Vertrauen, etc. als Werte wichtig sind, online und offline. In der Offline-Welt sind sie das oftmals nicht, warum sollte es dann online anders sein? Glaubt jemand, dass dort die besseren Menschen unterwegs sind? Ich behaupte nein, deshalb sollte sich, wer im Web 2.0 unterwegs ist, nicht als besserer Mensch fühlen.
Das war’s auch schon…