Monthly Archives of: August 2009

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Bundestagswahl 2009: der Deutsche Kulturrat fragt die kulturpolitischen Positionen der Parteien ab

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Wie bei den vier vorangegangenen Bundestagswahlen hat der Deutsche Kulturrat auch diesmal die fünf im Bundestag vertretenen Parteien CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne, Die Linke zu ihren kulturpolitischen Positionen und ihren Vorhaben für die nächste Legislaturperiode befragt. Herausgekommen ist ein 18-seitiges Dossier, das einen guten Überblick über die kulturpolitischen Positionen der Parteien bietet. Das kulturpolitische Engagement ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert, die Frage ist nur, was davon nach der Wahl in vier Wochen übrig bleibt. Papier ist geduldig, wie wir wissen.

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Selbstvermarktung für KünstlerInnen: nochmal Kickstarter

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Ein auf Pressetext erschienener Artikel über Kickstarter zeigt noch mal, wie solche Plattformen im Kunst- und Kulturbereich eingesetzt werden können. Ich habe Kickstarter ja erst vor ein paar Wochen in einem eigenen Blogpost vorgestellt, bin damals aber eher auf das Prozedere eingegangen.

Besonders gut gefällt mir in dem Artikel das Beispiel des Schriftstellers Robin Sloan, der auf der Plattform versucht, Geld für den Druck seiner neuen Detektivstory aufzutreiben. Je mehr Leute das Buch schon vorbestellen, desto besser wird die Druckqualität werden, schreibt er. Das heißt: ich bestelle ein Buch, das noch gar nicht erschienen ist. Angesichts der geringe Chancen, als Schriftsteller eine öffentliche Förderung für den Druck des eigenen Werkes zu erhalten, habe ich hier die Möglichkeit, selbst die Initiative zu ergreifen.

Dabei ist aber nicht nur die Qualität meines Buches entscheidend, sondern es kommen noch zwei Dinge hinzu: einerseits muss ich es schaffen, Vertrauen zu meinen potenziellen LeserInnen aufzubauen. Viele SchriftstellerInnen sind davon überzeugt, dass ihr Buch toll ist. Die Herausforderung besteht nun aber darin, andere davon zu überzeugen und sie dazu zu bringen, das Buch zu bestellen.

Zweitens geht es darum, die Möglichkeiten des Social Web zu nutzen, damit möglichst viele Menschen von meinem Buch erfahren. Twitter, Facebook oder ein eigenes Blog sind Wege, um auf mich aufmerksam zu machen.

So toll solche Ansätze auch sein mögen. Berücksichtigen sollten wir aber, dass erstens nicht jede SchriftstellerIn auch eine gute VerkäuferIn ihrer Werke ist. Das heißt, gute AutorInnen verkaufen nicht automatisch viele Bücher. Und zweitens besteht die Gefahr, dass sich vor allem Mainstream-Werke durchsetzen werden, denn je kleiner die Nische, desto schwieriger wird es sein, die eigene Zielgruppe zu  finden und zu überzeugen.

Fakt ist aber: wer Bücher produzieren will, sollte wissen, dass es neben der öffentlichen Förderung auch andere Wege der Finanzierung gibt. Nicht nur im Bereich der Literatur.

Update: Auch die New York Times schreibt über Kickstarter: „A Few Dollars at a Time, Patrons Support Artists on the Web

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Gemeinnützige Organisationen und ihre Bedeutung für die lokale Demokratie: das 7. Online-Frühstück am 2. September

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© Stephanie Hofschlaeger; Pixelio

Am kommenden Mittwoch, den 2. September findet um 9 Uhr zum siebten Mal das von David Röthler und mir veranstaltete Online-Frühstück statt. Diesmal dürfen wir Brigitte Reiser begrüßen, die mit Nonprofits-vernetzt.de eines der interessantesten Blogs im NPO-Bereich betreibt und sich mit den gemeinnützigen Organisationen und ihrer Bedeutung für die lokale Demokratie beschäftigen wird.

Auf der Grundlage ihres Blogposts „‚Bringing democracy back in‘ – warum Nonprofits neue Ziele brauchen“ stellt sie fest, dass der demokratiepolitische Auftrag von gemeinnützigen Institutionen immer mehr in den Hintergrund rückt und durch leistungsorientierte Ziele verdrängt worden ist. Diese leistungsorientierten Ziele machen auch dem Kunst- und Kulturbereich zu schaffen und fördern eine Entwicklung, an deren Ende eine möglichst hohe Auslastung steht. Aber war es das schon? Erfüllen Kulturbetriebe nicht auch noch eine andere Rolle?

Ähnlich schaut das ganz allgemein bei den NPOs aus. Viele professionelle NPOs sehen sich in erster Linie als Dienstleister. Aber gemeinnützige Organisationen können viel mehr sein. Durch ihre vereinsrechtliche Struktur, ihre Verbindung zu freiwilligen Helfern, ihren Kontakt zu benachteiligten Bevölkerungsgruppen (im Sozialbereich) sind sie wichtige Akteure auf kommunaler Ebene, die Partizipationschancen bieten und Partizipationschancen einfordern können.

Betrachtet man Partizipation als wichtigen Bestandteil unseres demokratischen und gesellschaftlichen Systems, dann stellen sich mehrere Fragen:

  • Wie kann man diese demokratiefördernde Funktion von Nonprofits stärken?
  • Wie müssen sich Nonprofits auf kommunaler Ebene weiterentwickeln, um örtlich eine wichtige Rolle in Bürgerbeteiligungsprozessen spielen zu können?
  • Welche Unterstützung kann hierbei das Internet leisten?

Mit diesem Online-Frühstück wollen wir das Themenfeld wieder ein Stück weit öffnen und richten uns nicht nur an den Kunst- und Kulturbereich, sondern laden all diejenigen ein, die im NPO-Bereich zu Hause sind oder sich für diesen Bereich interessieren.

Die Teilnahme am Online-Frühstück ist wie immer kostenlos, im Idealfall besitzen Sie ein Headset, um am Gespräch teilnehmen zu können. Haben Sie keines, ist das auch nicht weiter schlimm, dann steht Ihnen der Chat zur Verfügung. Und wie immer bitten wir Sie, sich für die Veranstaltung anzumelden, entweder im Wiki oder auch auf Facebook. Dort finden Sie dann auch jeweils den Link zum „Frühstücksraum”. Falls Sie Fragen haben, melden Sie sich einfach bei mir. Entweder per Mail oder hier per Kommentar.

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A Reggae Tribute to Pink Floyd

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Als ich noch in die Schule ging, gehörte ich zu denen, die ihr Geld in LPs investierten. Hatte ich genug Geld beisammen, zog ich wieder los. Mal wusste ich genau, was ich suchte, mal überließ ich es dem Zufall. Noch heute stehen bei mir ca. 200 Platten im Regal. Eine meiner Lieblings-LPs ist allerdings nicht dabei, das Pink Floyd Album „Dark Side of the Moon„. Die meisten Stücke sind Klassiker, unter anderem auch „Time„, das vor allem wegen seines Beginns bekannt ist.

Und genau diesen Song gibt es auch in einer Reggae-Version von der Gruppe Easy Star All-Stars. Ganz anders, aber auch sehr, sehr gut:

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Prekäre Perspektiven: das bm:ukk stellt die Vorträge einer Konferenz online

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Viel ist noch nicht passiert, seitdem das österreichische Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) die Studie „zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich veröffentlicht hat. Für die Kunst- und Kulturpolitik lasse sich aus dieser Studie Handlungsbedarf ableiten, wurde Kulturministerin Claudia Schmied damals in einer Pressemeldung zitiert.

Ende Juni fand in der Wiener Urania die Konferenz „Prekäre Perspektiven – zur sozialen Lage von Kreativen“ statt. Nun hat das Ministerium die Vorträge als PDF auf seiner Seite online gestellt. Man kann jetzt darüber streiten, ob der Handlungsbedarf nicht zu schnellerem Tun führen sollte. Aber es lohnt sich trotzdem, einen Blick in die PDFs zu werfen. Hervorheben möchte ich die Präsentation von Andreas Joh. Wiesand, der sich in seinem Vortrag mit dem sozialen Status und er Mobilität der Kulturberufe in Europa beschäftigte. Ach ja, das Konfuzius-Zitat am Ende passt sehr gut:

„Wer neu anfangen will, sollte es sofort tun, denn eine überwundene Schwierigkeit vermeidet hundert neue.“

Siehe dazu: „Kulturpolitik: wohin geht die Reise?

Gefunden im Newsletter von Günther Wildner

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Digital sozial und trotzdem nicht messbar

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Als ich vor fast drei Jahren mit diesem Weblog begann, war die Social Media-Welt noch überschaubar. Ich schrieb meine Beiträge und nutzte Social Bookmarking-Dienste. Gefunden wurde ich, indem ich auf andere Blogpost verlinkte, dort kommentierte und ansonsten schaute, dass mein Blog auch auf Delicious, Mister Wong, etc. zu finden war. Ach ja, und Xing gab es noch.

Je mehr Blogs auf das eigene verlinkten, desto besser. Wie erfolgreich man dabei war, konnte man bei Technorati nachlesen. Mein großes Ziel war es immer, dort im Ranking besser als Position 100.000 zu sein. Rund 100 Blogs mussten innerhalb der letzten 180 Tage auf einen verlinkt haben, um diese Hürde zu schaffen. Heute bin ich ungefähr auf Platz 84.000, aber dafür sind nur mehr 40 eingehende Links nötig. Mal abgesehen von der Tatsache, dass Technorati nicht mehr sehr zuverlässig wirkt, ist aber klar, dass die Verlinkung zwischen den Blogs nachgelassen hat.

Dafür gibt es zwei Gründe: auf der einen Seite existieren mittlerweile einfach viel mehr Blogs als noch vor zwei Jahren. Das heißt, man kann theoretisch auf unzählige Blogs verlinken. Da fallen für den Einzelnen einfach weniger Links ab. Und andererseits hat sich unser Linkverhalten verändert.

„Mein Blog „Sprechblase” wird mittlerweile um ein Vielfaches mehr über Twitter und ähnliche Microbloggingdienste verlinkt als über andere Blogs“,

schreibt Cem Basman in seinem Beitrag „Die Digitale Soziosphäre“ . Ich kann das bestätigen. Nicht nur die Links haben abgenommen, auch die BesucherInnen meines Blogs kommen eher selten von anderen Blogs, aber sehr häufig via Facebook, Twitter & Co. Das heißt, Rankings, die die Verlinkung zwischen Blogs messen, haben eigentlich nur noch begrenzte Aussagekraft.

Interessant ist aber, dass ich neben meinem Platz im Ranking bei Technorati noch erfahre, wie hoch meine „Authority“ ist. Meine „Autorität“ ist ident mit der Zahl der eingehenden Bloglinks. Wenn Bloglinks aber gar nicht mehr die Relevanz früherer Zeiten besitzen, dann habe ich keinen Orientierungsrahmen mehr, wer in der Blogosphäre wichtig ist und wer nicht.

Cem Basman weist darauf hin, dass auch die Reputation von WissenschaftlerInnen nicht mehr ausschließlich an Hand der Zahl ihrer wissenschaftlichen Publikationen ablesbar sei. Auch wenn man nun andere Kennzahlen verwendet, z.B. die Anzahl der Kommentare oder die Zahl der LeserInnen, wird man der Komplexität der Begriffe Autorität oder Reputation nicht gerecht. Basmans Vorschlag, um eine Bewertung vornehmen zu können:

„Eigentlich müsste es darum gehen, wieviele neue positive Impulse jemand in die Digitalen Soziosphäre liefert und wie diese neuen Anregungen, Ideen, Initiativen, Aktionen von den anderen angenommen werden, sich dort fortpflanzen, die Entwicklung in der Digitalen Soziosphäre befruchten und voranbringen. Das allerdings halte ich für schwer oder fast gar nicht messbar.“

Das geht ganz stark in die Richtung, die Tina Guenther in ihrem Blogpost „Karrierefalle Internet” – ein alternativer Vorschlag zum Thema Reputation im Netz“ eingeschlagen hat. Sie bezeichnet Reputation als ein „symbolisch generalisiertes Interaktionsmedium“, das analog zum Geld in unseren Sozialsystemen zirkuliere, wobei man seine Reputation online oder offline nutzen könne.

„Wer viel Reputation akkumuliert hat, kann mit geringem Aufwand ein hohes Maß an Konsens erzielen“,

schreibt Guenther weiter, was bedeutet, dass ich mir, so ich über eine geringe Reputation verfüge, die Reputation von anderen „ausleihen“ bzw. andersrum anderen meine Reputation „leihen“ kann. Wenn aber Reputation nicht nur sozial, sondern auch dynamisch ist, dann ist klar, dass sie sich weder steuern noch kontrollieren lässt,

„denn dies würde ja voraussetzen, dass die Reputation dem Akteur gehört bzw. dass er sie beherrschen kann. Vielmehr tauschen sich Akteure über Dritte aus. Das heißt, sie erzählen einander Geschichten (wahr oder falsch) über Dritte (positiv oder negativ)“,

so Guenther weiter. Wie aber soll ich etwas messen bzw. bewerten, wenn es dynamisch und weder steuer- noch kontrollierbar ist? Theoretisch bleibt, wie Cem Basman am Ende seines Beitrags schreibt, nur die „subjektive Einschätzung im Auge des Betrachters“. Trotzdem sind wir aber weiter auf der Suche nach irgendwelchen Rankings, in denen wir möglichst weit oben stehen. Das ist auch, denke ich, nicht verwerflich, so lange wir uns vor Augen halten, dass es halt nur ein Teilaspekt dessen ist, was wir als „authority“ oder „Reputation“ bezeichnen. Und wir müssen uns vergegenwärtigen, dass uns beides nicht gehört, sondern von den anderen sozialen Akteuren gegeben und genommen wird. Bleibt die Frage, wann und warum das passiert?

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Projektstrukturplan: Sie haben drei Möglichkeiten, Ihr Projekt darzustellen

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Schon vor längerer Zeit habe ich in einem Beitrag versucht zu zeigen, wie ein Projektstrukturplan aussieht. Da der Projektstrukturplan (PSP) als Ausgangspunkt der Projektplanung entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung des Projektes hat, möchte ich die Informationen dazu gerne noch einmal präzisieren.

Mit Hilfe des PSP strukturiere ich, vereinfacht gesagt, alle Aufgaben, die im Projektverlauf anfallen. Das heißt, ich zerlege das Projekt in seine Bestandteile, um vor allem bei großen Vorhaben einen Überblick zu erhalten. In ihrem Buch Projektmanagement: Grundwissen der Ökonomik formulieren die AutorInnen Franz Xaver Bea, Steffen Scheurer und Sabine Hesselmann die Aufgaben wie folgt. Der PSP soll

  • „eine gute Übersicht über das Projekt in seiner Gesamtheit und über die Einzelaufgaben ermöglichen,
  • als Grundlage für die Arbeitsteilung im Projekt dienen, indem Arbeitspakete abgeleitet werden, die an einen eindeutig Verantwortlichen delegiert werden können,
  • die Vollständigkeit der abgeleiteten Aufgaben sicherstellen und
  • die Basis für die notwendige Koordination bei Schnittstellen zwischen den Arbeitspaketen bilden.“ (S.140)

Er ist also, wie es weiter sehr anschaulich heißt, der „Plan der Pläne“.

Wenn ich nun einen solchen PSP erstelle, habe ich drei Darstellungsmöglichkeiten. Ich kann ihn

  • objektorientiert,
  • funktionsorientiert oder
  • gemischt orientiert

zerlegen.

Ein Projekt objektorientiert zu zerlegen heißt, ich orientiere mich an den einzelnen Objekten, die im Rahmen des Projektes zu erstellen sind. Das sieht dann so aus:

Diese Darstellungsweise macht Sinn, wenn im Rahmen des Projektes ein Produkt erstellt werden soll, beispielsweise ein Haus.

Ich persönlich sehe für mich aber die Gefahr, dass ich auf diese Weise auf einer zu abstrakten Ebene bleibe und dadurch die Komplexität eines Vorhabens nicht ganz erfasse.

Wer das erste Mal einen PSP erstellt, wird sich wahrscheinlich mit der funktionsorientierten Darstellungsweise leichter tun. Benutze ich ein Verb, fällt es mir leichter, in einem solchen Kästchen ein Arbeitspaket zu erkennen. Hier ein Beispiel:

Bei großen Projekten stößt man aber unter Umständen an Grenzen, weshalb es in einem solchen Fall sinnvoll sein kann, beide Ansätze zu vermischen. Bei der gemischt orientierten Darstellung bietet es sich an, die höheren Ebenen objektorientiert darzustellen und dann „weiter unten“ die einzelnen Tätigkeiten zu beschreiben.

Für den Kunst- und Kulturbereich scheint mir das, so es um künstlerische Vorhaben geht, am sinnvollsten. Wichtig ist aber, dass Sie einen Modus finden, mit dem Sie arbeiten können. Schließlich geht es hier nicht um richtig oder falsch, sondern darum, dass Sie Ihr Projekt richtig aufsetzen und die Voraussetzungen für die erfolgreiche Realisierung Ihrer Projektidee schaffen.

Nicht ganz unwichtig ist die Frage, wie Sie Ihren PSP erstellen. Ich mache das, wie schon öfters erwähnt sehr gerne mit Moderationskarten, weil ich damit sehr flexibel arbeiten kann. Empfehlen kann ich dafür aber auch WBStool, ein kleines praktisches Programm, über das ich schon an anderer Stelle berichtet habe.

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Social Media oder was ändert sich eigentlich für Kulturbetriebe?

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Wer sich auf Facebook, Twitter, Flickr oder YouTube umschaut, wird feststellen, dass dort immer mehr Kulturbetriebe zu finden sind. Manchmal sind die Versuche zaghaft, andere trauen sich mehr und stellen jede Menge Content online. Die eigene Website verliert dadurch mehr und mehr an Bedeutung, denn plötzlich geht es darum, ganz andere Plätze im Internet zu „bespielen“. Bei William Shaw habe ich dazu einen Absatz gefunden, der nicht nur ein Problem, mit dem viele Kulturbetriebe zu kämpfen haben, beschreibt, sondern auch anspricht, worauf es ankommt:

„Conventional arts websites have become good at doing two things. They list events coming up and sell you tickets to them. If you’re lucky there’s a blog, but it’s often pretty thin fare. These sites exist within a fast-changing internet filled with people sharing news, wit, opinion, photographs, films and music. In comparison arts websites often look staid and monumental […] The key word is “sharing”. If arts websites want to move from the vertical model – telling people what’s good for them – to the horizontal model of using the energy of social networks, then it’s about giving stuff away. As any sociologist will tell you, the basis of any social network, real or virtual, is reciprocity.“

Auf den Punkt gebracht, oder?

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Österreich: ein Förderprogramm unterstützt Forschung im Kunst- und Kulturbereich

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Etwas neidisch schaue ich ja schon immer in andere Länder, wenn ich sehe, wie viele Studien dort veröffentlicht werden. Vor allem im angelsächsischen Raum. Mag sein, dass ich mich täusche, aber mein Eindruck ist, dass dort Forschung im Bereich Kunst und Kultur schon einen höheren Stellenwert einnimmt. Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass die zahlreichen Stiftungen, die häufig die Finanzierung übernehmen, ein großes Interesse daran haben, dass die Ergebnisse auch öffentlich gemacht werden.

Fein ist aber, dass der „Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung„, kurz FWF, in Österreich ein „Programm  zur Entwicklung und Erschließung der Künste“ (PEEK) entwickelt hat und derzeit die erste Ausschreibung läuft. Welche Ziele das Programm verfolgt, erfährt man im Programmdokument, nämlich die

„Hebung der Qualität sowie Ausweitung des Spektrums und der Wirkung künstlerischer Tätigkeit in Österreich durch die Förderung von Arts-based Research“.

Konkret geht es um

  • „(die) Förderung von innovativer Arts-based Research von hoher Qualität, wobei die künstlerische Praxis eine zentrale Rolle bei der Fragestellung spielt,
  • (die) Erhöhung der Forschungskompetenz, der Qualität und des internationalen Rufs österreichischer Arts-based Researchers und
  • (die) Erhöhung des Bewusstseins für Arts-based Research und der potenziellen Anwendung innerhalb der breiteren Öffentlichkeit sowie innerhalb der wissenschaftlichen und künstlerischen Communities.“

Arts-based Research? Ein Glück, dass dieser Begriff gleich in der Einleitung des Programmdokuments erklärt wird:

„Arts-based Research unterscheidet sich prinzipiell von Wissenschaftsdisziplinen wie z.B. Literaturkritik, Literaturgeschichte, Kunstgeschichte und Musikologie, welche die Kunst mit wissenschaftlichen Methoden erforschen. Arts-based Research ist als ästhetische Grundlagenforschung zu verstehen und meint damit den Erkenntnisgewinn und die Methodenentwicklung mittels ästhetischer und künstlerischer im Unterschied zu rein wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen.“

Das heißt dann bezogen auf das Programm:

„Jede künstlerische Produktion basiert auf der Arbeit und der Kreativität von KünstlerInnen, die mit künstlerischen Methoden bzw. Fertigkeiten zu kunstspezifischen Ausdrucksformen gelangen. Mit dem Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) geht es um die Förderung jenes Prozesses, bei dem künstlerische Wissensproduktion von Reflexion begleitet wird und so zu einem Erkenntnisgewinn in der Gesellschaft führt. In diesem Sinne soll Arts-based Research durch das FWF Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) gefördert werden.“

Ich glaube, ich lese zum ersten Mal in einem solchen Programmdokument, dass künstlerische Prozesse zu einem Erkentnisgewinn in der Gesellschaft führen können. Das heißt, der erste Erkenntnisgewinn ist schon mal der, dass man die Bedeutung künstlerischer Prozesse anerkennt.

Noch kurz zu den Fakten: die Projekte dürfen maximal 36 Monate laufen, die Förderhöhe richtet sich nach dem Vorhaben und der Antrag muss auf Englisch eingereicht werden. Die diesjährige Deadline endet bereits am 1. September, was natürlich sehr knapp ist. Aber hier liegt der Fehler bei mir, denn der Call ist bereits seit Ende Juni offen. Sehr offensiv hat man ihn allerdings nicht beworben, sonst hätte ich wohl schon früher davon erfahren. Aber auch für nächstes Jahr ist wieder ein Call geplant.