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Digitale Transformation, Herausforderungen für den Kunst- und Kulturbereich

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Bild: Old Idea„; von Fran Parra Carrión (CC BY-SA 2.0) auf Flickr Eigentlich ist das, was wir derzeit rund um die Entwicklung der digitalen Technologien erleben, genau das, wovon Kulturbetriebe immer geschwärmt haben. Noch heute stehen viele derer, die voller Idealismus und inhaltlich getrieben im Kunst- und Kulturbereich arbeiten, Marketing und Werbung skeptisch bis ablehnend gegenüber. „Wir wollen unsere künstlerische Arbeit nicht bewerben, uns geht es um die Inhalte.“ Solche Aussagen gab es früher, solche Aussagen gibt es auch heute noch. Der Unterschied: Heute entsprechen sie den Entwicklungen, die wir derzeit erleben. Brian Solis spricht in diesem Zusammenhang von digitaler Transformation. In seinem Beitrag „2014 – The Embolden Years: Change agents lead the way for digital transformation“ stellt er seine Agenda für das gerade begonnene Jahr vor. Dabei geht es im besonders um die Weiterentwicklung des Social Business, ein Thema, mit dem er sich bereits im letzten Jahr intensiv beschäftigt hat. Während Social Media für Solis eher ein Ansatz ist, mit dessen Hilfe wir vom Broadcasting-Modell Abschied nehmen können,  siedelt er den Begriff Social Business auf einer Ebene an, auf der es um Werte, Haltungen und Weltanschauungen geht (Die wichtigsten Punkte seines dazu erschienenen eBooks habe ich in meinem Beitrag „Und es geht weiter: von Social Media zum Social Business“ zusammengefasst).

Social Business betrifft das ganze Unternehmen

Die Aktivitäten im Social Web sind für Solis nur der Teil eines großen Ganzen, wo die alles entscheidende Frage nicht mehr die nach der Zahl der Fans auf der Facebookseite ist, sondern die nach der Unternehmenskultur. Veränderungen stehen an und dass die nicht bei den PraktikantInnen, die für Social Media zuständig sind, ihren Ausgangspunkt nehmen können, dürfte uns allen klar sein. Wobei: Wir sollten den Beitrag nicht unterschätzen, den die Kommunikation im Social Web hierzu leistet. Allerdings geschieht das meist unbeabsichtigt. Noch. Aber keine Sorge, das ist kein Phänomen, das wir nur im Kunst- und Kulturbereich antreffen. Social Business, das heißt vereinfacht gesagt, die Aktivitäten im Social Web mit den Zielen eines Unternehmens und auch mit den Zielen einer Kultureinrichtung zu verbinden. Diese Entwicklung hin zum „social“ muss von oben erfolgen, also von den Führungskräften ausgehen.
„This is less about technology and more about how transparency, authenticity, internal and external engagement, et al are used to influence new vision, philosophies, strategies and supporting systems that build meaning relationships and experiences with customers, employees and stakeholders alike,“
schreibt Solis und macht damit deutlich, dass es um mehr geht als die Frage nach der richtigen Plattform. Gefragt sind neue Managementansätze, die über das im Kunst- und Kulturbereich noch immer als innovativ geltende „Management by Objectives“ hinausgehen. Aber nicht nur intern stehen Entwicklungen an, die an den Kulturbetrieben nicht spurlos vorüber gehen werden. Auch das Publikum, die KundInnen werden an Bedeutung gewinnen und mit dazu beitragen, dass Innovation stattfindet.

Customer Experience führt Marketing, Verkauf, Kundenservice und IT zusammen

Während in den USA Stiftungen immer wieder Studien in Auftrag geben, die versuchen, etwas über die NutzerInnen von Kunst und Kultur herauszufinden, wissen wir hier noch relativ wenig über diese Menschen. Auf welchen Wegen finden sie in die Ausstellungen, Konzerte oder kaufen Bücher und CDs? Wo lassen sich diese Menschen überhaupt ansprechen und für kulturelle Angebote gewinnen? Immer häufiger taucht in diesem Zusammenhang der Begriff der „Customer Journey“ auf, um herauszufinden, wie diese Wege eigentlich aussehen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Customer Experience (CX), ein weites Feld, das für Solis nicht mehr nur auf das Marketing beschränkt bleibt:
„New areas of expertise will also be necessary to support these new efforts ranging from experience architects to digital anthropologists to data scientists to cross media strategists.“
Welche Kultureinrichtung beschäftigt sich mit solchen Themen? Vermutlich noch keine, aber nachdem diese Entwicklung gerade erst begonnen hat, ist das (noch) kein Problem. Aber diese Herausforderungen komen auf den Kunst- und Kulturbereich zu, was bedeutet, dass wir uns schon mal anfreunden können mit Begriffen wie „journey mapping“, „experience architecture“ oder „digital anthropology“, um nur einige zu nennen, die Solis in seinem Artikel anspricht. Die Begriffe sind das eine, entscheidend sind aber Erkenntnis und Bereitschaft, sich auf diejenigen einzulassen, für die wir die Arbeit in den Kultureinrichtungen machen, die BesucherInnen, das Publikum. Und das ist genau das, was Kultureinrichtungen immer als ihr Anliegen genannt haben, wenn sie sich gegen Marketing und Werbung gewehrt haben. Jetzt ist die Chance da, mit ausgelöst durch die Entwicklungen im Technologiebereich.
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Mein Thema für 2014: #connect

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Kurz vor dem Jahreswechsel habe ich diesem Blog ein neues Layout verpasst. Das alte gefiel mir nicht mehr wirklich. Erstens war die Schrift für mich zu klein, zweitens wirkten die Seiten überladen und drittens wollte ich gerne etwas Neues ausprobieren. Das Ergebnis sehen Sie, das Layout ist neu, die Seite nicht mehr überladen und die Schrift schön groß geworden. Möglich macht das dieser eine Button rechts oben in der Ecke, über den Sie dann in den Infobereich gelangen, wo alle Seiten, die Kategorien zum Stöbern oder die Links zu meinen Netzwerken zu finden sind. Über diesen Button gelangen Sie dann auch wieder zurück in den Blogbereich. Im Moment bin ich ganz begeistert vom neuen Layout, ob es auch praktisch ist und Ihnen gefällt (die beiden wichtigsten Punkte), das werden die nächsten Wochen weisen. In den letzten Jahren habe ich zu Beginn über die Themen geschrieben, die mich die nächsten zwölf Monate beschäftigen werden. Im vergangenen Jahr waren das, so stand in meinem Beitrag zu lesen, Gamification, Storytelling und Contentstrategien. Diese Themen sind heute immer noch wichtig und eigentlich gibt es keinen Grund, mir neue zu suchen und diese drei links liegen zu lassen. Deshalb orientiere ich mich an Chris Brogan, der sich schon seit einiger Zeit zu Jahresbeginn drei Wörter vornimmt, die ihn dann durch das Jahr begleiten. In seinem aktuellen Beitrag nennt er nicht nur seine drei Wörter (es sind, um Ihnen diese nicht vorzuenthalten: „lifestyle“, „monchu“ und „black“), sondern liefert auch gleich die Erklärung, wie seine Methode funktioniert:
„The idea is that the words you choose will go past being a simple goal and will become part of the way you identify yourself, and thus, a guiding light for your efforts.“
Mir gefällt diese Idee, deshalb versuche ich es auch mal, allerdings belasse ich es bei einem Wort. Falls ich mich in 365 Tagen nicht ausgelastet fühle, wähle ich beim nächsten Mal dann auch drei Wörter. ;-) Mein Thema für 2014 wird #connect sein. Dinge und Personen miteinander zu verbinden, ist ein zentraler Aspekt meiner Arbeit und das auf mehreren Ebenen. Schon im letzten Jahr habe ich mich – ausgehend von den drei Themen – weniger auf das Social Web selbst, sondern mehr auf die relevanten Inhalte konzentriert. Aber auch Begriffe wie Storytelling oder Gamification stehen nicht isoliert im Raum, sondern es gilt, sie zum wichtigen Baustein eines ganzen Ökosystems zu machen. Eine in meinen Augen spannende Verbindung lässt sich beispielsweise zwischen Gamification und Crowdfunding herstellen. Gleichzeitig geht es darum, Social Media mit den anderen Aktivitäten innerhalb der Kulturbetriebe zu verbinden, denken Sie an das Thema Return on Investment. Oder an die Herausforderung, private und berufliche Inhalte unterzubringen, zum Beispiel auf dem eigenen Facebookprofil. Oder ganz generell die Trennung zwischen Freizeit und Job, Stichwort Work-Life-Balance. #connect, das impliziert einen zunehmenden Grad an Komplexität, der natürlich auch im Kulturmanagement oder ganz generell im Management ein Thema ist, denken wir an das Buch „Open Leadership“ (Affiliate Link) von Charlene Li. Mit diesem Begriff öffne ich mir also ein weites Feld und werde die Inhalte, in denen das Thema #connect eine Rolle spielt, in den sozialen Netzwerken mit genau diesem Hashtag sammeln. Ich bin schon sehr gespannt, was ich da bis zum Jahresende alles zusammen tragen werde und würde mich freuen, wenn Sie mich das Jahr über begleiten. Das können Sie als LeserIn ganz ohne jede Verpflichtung, gerne aber auch in Form von Kommentaren oder persönlichen Gesprächen. Auch hier passt #connect übrigens ganz wunderbar. ;-) Ich freue mich auf ein hoffentlich spannendes Jahr mit Ihnen und wünsche Ihnen auch an dieser Stelle noch einmal alles Gute.
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Und es geht weiter: von Social Media zum Social Business

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© Gerd Altmann ; Pixabay Die vom Institut für Kulturmanagement (PH Ludwigsburg) veröffentlichte Studie zur Social Media Nutzung von KulturbesucherInnen, über die ich ja auch gebloggt habe („Nutzen KulturbesucherInnen Social Media? Eine Studie gibt Auskunft„), liefert auf der einen Seite einige interessante Ergebnisse, mit denen sich Kulturbetriebe durchaus beschäftigen sollten. Auf der anderen Seite zeigt sie aber auch, dass in den Ausbildungseinrichtungen immer noch viel zu wenig Wissen über Social Media vorhanden ist. Das aus den Ergebnissen dieser Studie abgeleitete Fazit und die sich anschließenden Empfehlungen werden der Komplexität des Themas nicht wirklich gerecht. Es reicht ganz sicher nicht, wenn ein Kulturbetrieb sich in Sachen Social Media nur auf Facebook und YouTube verlässt. Das Problem sind nicht diese beiden Kanäle, sondern die Rahmenbedingungen, unter denen diese beiden Kanäle genutzt werden sollen und von vielen Kulturbetrieben ja auch genutzt werden. Erstens glauben viele, es handle sich dabei um reine Informationskanäle ähnlich einer Zeitung, in der ein Artikel über die nächste Ausstellung oder Inszenierung erscheint. Zweitens wird das Thema Social Media fast ausschließlich in Verbindung mit den eigenen Marketingaktivitäten gesehen. Hier lässt sich mit Social Media zwar viel erreichen, aber Social Media ist mehr als der Ersatz für Flyer und Plakate beziehungsweise will die eigentlich gar nicht ersetzen, sondern eher ergänzen. Charlene Li und Brian Solis weisen in ihrem eBook „The Seven Success Factors of Social Business Strategy“ (Affiliate Link) darauf hin, dass es nicht reicht, sich ein paar Accounts zuzulegen, die „Likes“ und „Retweets“ zu zählen und den Redaktionsplan als strategischen Ansatz zu verstehen. Eine Facebookseite oder einen Twitteraccount zu haben sei nichts anderes als über ein Telefon oder einen Drucker zu verfügen. Nun gelte es, einen Verwendungszweck für sie zu finden, so Li und Solis. Aber machen wir noch mal einen Schritt zurück. In seinem Blogpost „The Important Difference Between Social Media and Social Business Strategy“ versucht Brian Solis zu erklären, was für ihn Social Media und Social Business voneinander unterscheidet:
„In front of media, social is an adjective that describes the nature of channels, networks, or platforms that facilitate conversations online. When placed ahead of business, social articulates an open, transparent, and collaborative business philosophy or approach.“
Social Media, das ist für Solis eher ein technologischer Zugang, mit dessen Hilfe wir vom Broadcasting-Modell Abschied nehmen können, während er Social Business auf einer Ebene ansiedelt, auf der es um Werte, Haltungen und Weltanschauungen geht. Schon 2010 hat Charlene Li in ihrem Buch „Open Leadership“ (Affiliate Link) festgehalten, dass es nicht um die Tools gehe, sondern um die Frage, wie man ein Unternehmen verändern und öffnen könne. Da erscheint es folgerichtig, wenn Solis in seinem Blogbeitrag schreibt:
“ (…) a social media strategy is a program that should follow your social business strategy.“
Gut, über die Frage, ob es wirklich so etwas wie eine Social Media-Strategie geben kann, lässt sich streiten, aber mir geht es hier um einen anderen Punkt: Wir müssen erkennen, dass es wenig Sinn macht, Social Media als ein isoliertes Phänomen zu betrachten. Li und Solis lösen dieses Problem, indem sie Social Media zum Bestandteil der Social Business-Strategie machen, die sie so definieren:
„The deep integration of social media and social methodologies into the organization to drive business impact.“ (The Seven Success Factors of Social Business Strategy, Position 85)
Das bedeutet, so die beiden AutorInnen, dass alle „sozialen“ Aktivitäten mit den strategischen Unternehmenszielen verbunden werden müssen und das ganze Unternehmen deren Umsetzung auch unterstützt. Ganzes Unternehmen, das umfasst auch die Führungsetage, die aber meist keine Ahnung von diesen Entwicklungen hat und alles, was mit „social“ zu tun hat, möglichst weit weg delegiert. Während also viele Kulturbetriebe noch mit ihrem Facebook-Auftritt kämpfen und sich immer noch nicht dazu durchringen können, auch Twitter zu nutzen, stehen die nächsten Herausforderungen bereits vor der Türe. Dass auf dem Markt mehr und mehr Social Intranet-Lösungen angeboten (und auch verkauft) werden, hat seinen Grund. Nur nach außen „social“ zu sein und ansonsten alles beim Alten zu belassen, wird nicht funktionieren. Wie die Kulturbetriebe die Sache angehen können, beschreiben Charlene Li und Brian Solis in ihrem gemeinsam verfassten eBook. Solis hat die sieben Punkte, auf die es ankommt, in seinem Blogpost zusammengefasst:
  1. „Define the overall business goals.
  2. Establish the long-term vision.
  3. Ensure executive support.
  4. Define the strategy roadmap.
  5. Establish governance and guidelines.
  6. Secure staff, resources, and funding.
  7. Invest in technology platforms that evolve.“
Eigentlich lassen sich, so Solis, diese sieben Punkte auf jede Strategie anwenden. Die Vorgehensweise ist also nicht das Problem, es sind eher die Werte und Haltungen, die sich ändern müssen. Und vermutlich ist das die große Herausforderung, vor der nicht nur die Kulturbetriebe stehen werden. Mit den von Li und Solis in ihrem eBook beschriebenen sieben Erfolgsfaktoren einer Social Business Strategie beschäftige ich mich dann noch in einem eigenen Blogpost.
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Social Collaboration: Auch in Kultureinrichtungen ein Thema?

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© Gerd Altmann ; Pixabay Wir alle spüren, dass sich das Verhältnis zu den BürgerInnen, KundInnen oder auch dem Publikum im Kunst- und Kulturbereich verändert hat. Peter Kruse, Unternehmensberater und Honorarprofessor an der Uni Bremen spricht gar von einer digitalen Revolution. Und so sind wir alle darum bemüht, den Anschluss nicht zu verlieren und uns den neuen Herausforderungen zu stellen. Meist geschieht das auf Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube, im Hinterkopf das Wissen, aus dem Monolog sollte jetzt ein Dialog werden. Nehmen wir mal an, dass das ganz leidlich klappt und es den Kultureinrichtungen und KünstlerInnen immer besser gelingt, in der externen Kommunikation auf Social Media zu setzen. Auf diese Weise wähnt man sich ganz nah an den eigenen Zielgruppen und erfährt aus erster Hand, was gut ankommt und was schlecht. Das englische Verb „engage“ beschreibt wohl am besten, was der Kunst- und Kulturbereich von seinen KundInnen und BesucherInnen erwartet. Sie sollen Informationen teilen, Veranstaltungen und Produkte empfehlen und nach Möglichkeit auch selbst wieder die Geldbörse zücken. Aber wie sieht es eigentlich intern aus? Hat sich da irgendetwas verändert, was die Form der Zusammenarbeit oder der Kommunikation angeht? Oder werden dazu weiterhin die Email und das interne Laufwerk genutzt? In den meisten Fällen funktioniert die interne Kommunikation wohl noch so, aber ich stelle fest, dass der Wunsch nach Veränderung immer größer wird. Es stellt sich die Frage: Ist der Kunst- und Kulturbereich für Social Collaboration bereit? Und ist es wirklich damit getan, ein Social Intranet einzurichten, um quasi auf Knopfdruck zum Enterprise 2.0 zu werden? Ross Mayfield hat schon 2006 ein Blogpost veröffentlicht, das den Titel „Power Law of Participation“ trägt (siehe dazu mein Blogpost „Social Media und Organisationskultur„), in dem er die Entwicklung von der kollektiven zur kollaborativen Intelligenz beschreibt. Letztere bedarf nicht nur eines besonders hohen Engagements, sondern auch bestimmter Werte. Sichtbar machen lässt sich dieser Entwicklungsprozess an Hand unterschiedlicher Formen von Partizipation.

Quelle: Ross Mayfield (Flickr): cc by-nc 2.0

Wer kollaborativ arbeiten möchte, muss also über entsprechend entwickelte Strukturen verfügen. Um einschätzen zu können, wo die Kultureinrichtungen stehen, lohnt es sich vielleicht, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Die BITKOM-Studie „Einsatz und Potenziale von Social Business für ITK-Unternehmen“ versucht herauszufinden, wie sich der aktuelle Status Quo in dieser – logischerweise – stark technologiegetriebenen Branche darstellt. Unter Social Business werden in dieser Studie alle Aktivitäten in einem Unternehmen verstanden,
„die auf Social Media, Social Software und Social Networks setzen, um effizientere, effektivere und nützlichere Verbindungen zwischen Menschen, Informationen und Ressourcen herzustellen – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens“ (S.6).
Beim Einsatz von Social Media in der externen Kommunikation zielen die ITK-Unternehmen darauf ab,
  • die Bekanntheit der Marke zu steigern,
  • nahe an die Zielgruppen heranzukommen,
  • mit diesen Zielgruppen zu interagieren und
  • neue MitarbeiterInnen zu gewinnen.
Vor allem der letzte Punkt ist interessant, da wohl nur die wenigsten Kultureinrichtungen Social Media dafür verwenden, neue MitarbeiterInnen anzuwerben. Dementsprechend sind die externen Social Web-Aktivitäten vermutlich kaum mit Prozessen in der HR-Abteilung verbunden, im Unterschied zu Marketing und PR. Bei den ITK-Unternehmen sind das die drei Bereiche, die am engsten mit den Social Media-Aktivitäten verbunden sind. Und wie sieht es mit dem Einsatz interner Social Software aus? Die Studie zeigt, dass bereits 71% der befragten ITK-Unternehmen auf Social Software-Lösungen setzen. Dreiviertel von ihnen verwenden dabei ein Wiki, 69% nutzen ein Intranet und 53% nutzen die Gruppenfunktion von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing. Immerhin schon ein Drittel der Unternehmen verwendet so etwas wie Enterprise Social Networks. Worin besteht der Nutzen von Social Software? In erster Linie können dadurch das Wissensmanagement und die interne Kommunikation verbessert werden.Bei letzterer geht es einerseits um die Verbesserung der Kommunikation zwischen verschiedenen Unternehmensstandorten, aber auch zwischen den verschiedenen Abteilungen. Die Hälfte der Unternehmen konnte auf diese Weise das Projektmanagement verbessern und 39% gelang es, das interne Emailaufkommen zu reduzieren. Im Kunst- und Kulturbereich wird Social Software intern vermutlich sehr viel seltener eingesetzt. Die von den ITK-Unternehmen angestrebten Ziele sind aber für Kultureinrichtungen durchaus interessant. Das heißt, das Thema wird früher oder später auf sie zukommen. Wer sich darüber informieren möchte, was ihn da erwartet, findet in der Studie vermutlich einige Anregungen. Aber Achtung: Es ist nicht nur die Software, die die Kulturbetriebe fit für die Zukunft macht. Das zeigt sich unter anderem daran, dass in der Hälfte der befragten ITK-Unternehmen das Thema Social Business Chefsache ist und sie davon überzeugt sind, dass es eines Kulturwandels bedarf, um das Unternehmen auf die Veränderungen vorzubereiten.
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Gilt nicht nur im Social Web: Next Practice statt Best Practice

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light painted bulb„; By followtheseinstructions (CC BY-SA 2.0) Es gab eine Zeit, da galt jemand, der sich auf das Abenteuer Social Media einließ, als innovativ und erregte alleine deshalb schon Aufsehen. Diese Aufmerksamkeit hatten viele Kulturbetriebe, aber auch KünstlerInnen bitter nötig, denn die Konkurrenz war groß und es galt, sich auf irgendeine Weise von den Anderen abzuheben, anders zu sein als sie. Die Konkurrenz ist immer noch groß und der Kampf um Aufmerksamkeit hat eher zu- als abgenommen. Der Grund: Mittlerweile sind fast alle im Social Web zu finden, das Alleinstellungsmerkmal ist also verloren gegangen. Wenn die bloße Anwesenheit nicht mehr ausreicht, müssen neue Ideen her. Oft werde ich nach Best Practice-Beispielen gefragt und vermeide es in der Regel, welche zu nennen, da ich fürchte, dass jemand einfach zum Nachahmer wird, ohne sich die Frage zu stellen, ob die Ziele überhaupt die gleichen oder zumindest ähnlich sind. Aber kann das Nachahmen von Best Practice ein möglicher Weg sein, um auf sich aufmerksam zu machen und im Idealfall über ein Alleinstellungsmerkmal zu verfügen? Frans van der Reep hat dazu eine klare Meinung. Der Professor und Strategieberater hat im aktuellen KM-Magazin (Thema Innovation, sehr lesenswert!) einen Kommentar über „Innovation im digitalen Zeitalter“ verfasst (S. 21ff, auch lesenswert!) und bezeichnet Best Practice als eine „Copy-Cat-Strategie“. Mal abgesehen von der Tatsache, dass man damit immer nur an der zweiten Stelle landen kann, hat dieser Ansatz wenig mit Innovation zu tun, ganz im Gegenteil, van der Reep versteht ihn eher als Kern eines Kontrollprinzips:
„Man probiert für sich selbst einen passenden Platz in einer bestehenden Matrix zu finden,“
schreibt er und macht klar, dass dieser Ansatz eher was für diejenigen ist, die das Risiko scheuen. Woher soll die Innovation aber kommen? Im Blog der Volksbank Bühl findet sich ein Beitrag, der den Titel „Führung 2.0 – digitales Führungsverhalten im Kontext von Enterprise 2.0“ trägt und feststellt, dass vor allem fehlende Mitarbeitermotivation der Innovationsfähigkeit eines Unternehmens schadet und langfristig dessen Existenz gefährdet. Zurückzuführen sei die fehlende Motivation auf mangelndes Führungsverhalten, heißt es in dem Blogpost. Wohin sich Führung entwickelt, erklärt Peter Kruse, Professor für Entrepreneurship, in diesem kurzen Video: Führung findet für Kruse auf der Werteebene statt und nicht im operativen Bereich. Führung hat für ihn die „Aufgabe der Bewertung und nicht die Aufgabe der Erzeugung intelligenter Lösungen“. Solche Lösungen könne z.B. ein Netzwerk viel besser entwickeln, die Führungskraft habe aber die Aufgabe, diese Lösungen zu  bewerten, so es sich nicht um ein egalitäres System handele, meint Kruse weiter. Die Suche nach Best Practice, fehlende Mitarbeitermotivation und ein Führungsprinzip, das oftmals „als das ‚heroische‘ Handeln eines einzelnen herausragenden Führers“ verstanden wird, wie es Armin Klein, Professor für Kulturmanagement, in seinem Buch „Leadership im Kulturbetrieb“ (Affiliate Link) formuliert hat. All das sind die Merkmale vieler Kulturbetriebe, die für Klein noch immer den Prinzipien der klassischen Organisationstheorie folgen und Gefahr laufen, neue Entwicklungen zu verschlafen. Next Practice statt Best Practice, das fordert van der Reep in seinem Kommentar und vertritt den Standpunkt, dass nur innovativ sein könne, wer über den Tellerrand schaue und in der Lage sei, Muster aus anderen Branchen auf den eigenen Bereich zu übertragen. Dahin muss man aber erst einmal kommen, die Nutzung von Social Media bzw. allgemeiner formuliert Social Software begünstigt diese Entwicklung. Es ist ein Wechselspiel, das aber nur dann erfolgreich sein wird, wenn sich ein Kulturbetrieb nicht darauf beschränkt, Social Media für die externe Kommunikation einzusetzen. Kulturbetriebe, die sich als innovativ beschreiben, sollten damit keine Probleme haben.
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Leadership durch Microblogging: Hier twittert der Chef

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© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / Pixelio Wenn wir von Social Media in Kultureinrichtungen sprechen, geht es uns meist um die externe Kommunikation. Die Aussicht, die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen und neue KundInnen bzw. im Kulturbereich BesucherInnen zu gewinnen, ist verlockend. So toll die Konzepte und Strategien dann aussehen, meist gelingt es nicht, sie auch umzusetzen. Einer der Gründe: Die interne Kommunikation funktioniert immer noch nach den alten Regeln. Synergieeffekte bleiben so aus und die Wahrscheinlichkeit, dass der erste Elan schnell nachlässt, ist groß. Warum also nicht auch intern auf Social Media setzen und zum Beispiel in der internen Kommunikation auf ein Microblogging-Tool setzen? Zu den Vorreitern gehört Yammer, das 2008 als Microblogging-Dienst startete und heute firmeninterne soziale Netzwerke anbietet. Im letzten Jahr wurde das Unternehmen von Microsoft übernommen, das gerade dabei ist, das Angebot in seine Cloud-Dienste zu integrieren. Interne Microblogging-Dienste lassen sich auf die verschiedenste Weise nutzen, das Team des in Berlin ansässigen Enterprise-Microblogging-Dienst swabr hat in einem Blogpost 20 Anwendungsfälle zusammengefasst. Meist geht es dabei – die Beispiele in dem Beitrag zeigen es – um die interne Zusammenarbeit der MitarbeiterInnen. Einen Schritt weiter geht Mike Strand in seinem bereits 2010 verfassten Blogpost „Micro-Leadership Through Enterprise Microblogging: A Modern View On Managing Bureaucracy„, in dem er von den Führungskräften fordert, Microblogging auch als ein Instrument im Bereich Leadership einzusetzen. Bei der Nutzung von Microsofts internem Microblogging-Dienst fiel ihm auf, dass die Führungskräfte dort zwar angemeldet waren, aber nie etwas veröffentlichten. Einige von ihnen, so berichtet er, hatten mehrere 1.000 Follower und ohne ihr Zutun stieg die Zahl ihrer Follower immer weiter an. Strand führt dies darauf zurück, dass die MitarbeiterInnen an der Kommunikation mit ihren Führungskräften interessiert sind und gerne deren Meinungen und Ansichten erfahren würden. Für Strand ist das eine verpasste Chance, denn die direkte Kommunikation kann auch dazu führen, über die Information hinaus die Motivation der MitarbeiterInnen zu erhöhen. Strand möchte den Führungskräften gar nicht vorwerfen, sie würden nicht mit ihren MitarbeiterInnen kommunizieren. Natürlich teilen sie ihre Ansichten und Visionen mit ihren Angestellten. Allerdings nutzen sie dafür meist die Email. Und oft werden die EmpfängerInnen darin aufgefordert, ihre Meinungen kund zu tun und Vorschläge zu machen, was man besser machen könnte. Den Erfolg solcher Aufrufe kennen wir alle, nur die wenigsten werden dieser „Einladung“ folgen, was für Strand bedeutet: „An over-reliance on email may be a missed leadership opportunity within enterprises because email does not naturally lend itself to interaction, conversation, and action.“ Da die Anzahl der Zeichen beim Microblogging begrenzt ist, lassen sich natürlich nur kurze Statements veröffentlichen. Strand glaubt aber dennoch, dass sich auf diese Weise Visionen vermitteln und MitarbeiterInnen motivieren lassen. Micro-Leadership nennt er seinen Ansatz und bringt dafür Beispiele, wie das seiner Ansicht nach aussehen könnte. So lassen sich etwa auf diese Weise Teams, die nicht vor Ort arbeiten, sehr viel leichter erreichen als etwa über Videokonferenzen. Viel wichtiger ist aber, so denke ich, das, was Strand als „share the leadership mindset“ beschreibt. Führungskräfte beschäftigen sich ausführlich damit, ihr Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten und die geeigneten Maßnahmen und Strategien zu entwickeln. Leider fehlt ihnen meist die Zeit, um ihr erworbenes Wissen weiterzugeben, schreibt Strand, zumindest in Form von Links, wenn die Zeit nicht reicht. Aber auch die anderen Vorschläge, die Strand macht, passen gut in jedes Unternehmen bzw. in jeden Kulturbetrieb. „Leading begins with listening“ schreibt Strand beispielsweise und fordert Führungskräfte auf, sich mit den veröffentlichten Inhalten zu beschäftigen. Statt eine unternehmensweite Befragung der MitarbeiterInnen zu starten, sollten sie sie einfach um Feedback über den Microblogging-Kanal bitten. So ganz neu ist dieses Thema nicht, große Unternehmen wie Siemens nutzen solche Kanäle schon seit Jahren und auch Mike Strand weist in seinem Beitrag auf Beispiele hin. Für den Kunst- und Kulturbereich ist dieses Thema aber noch sehr neu. So neu, dass die meisten Twitter noch nicht mal für die externe Kommunikation einsetzen. Es wird Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, denn der interne Einsatz sozialer Technologien garantiert zwar nicht den Erfolg in der externen Kommunikation. Aber er erhöht die Erfolgsaussichten und verspricht Synergieeffekte. Wenn die MitarbeiterInnen intern mit Hilfe eines Microblogging-Dienstes kommunizieren, muss man ihnen zumindest nicht den Sinn und Zweck von Twitter erklären. Schon das wäre ein erster wichtiger Schritt.
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Social Media: Kundenservice statt Marketingkampagne

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© Hans Peter Dehn ; Pixelio Es ist schon eine Weile her, da bekam ich Post von einem Verlag, bei dem ich eine Zeitschrift abonniert hatte. Eigentlich hätte ich diesen Brief gar nicht bekommen dürfen, denn er richtete sich an potenzielle NeukundInnen und versprach ihnen nicht nur ein Einstandsgeschenk, sondern darüber hinaus ein verbilligtes Abo für das erste Jahr. Als jemand, der die Zeitschrift nun schon mehr als zehn Jahre abonniert hatte, kam ich mir etwas blöd vor. Ich bekam lediglich einmal pro Jahr eine Rechnung zugeschickt, von Belohnungen oder zumindest einem Dankeschön keine Spur. So wie dieser Verlag vernachlässigen viele Unternehmen, aber auch Kultureinrichtungen ihre bestehenden KundInnen, obwohl es doch eine alte Marketingweisheit ist, dass es mehr kostet, neue KundInnen zu werben als bestehende zu halten. Auch Brian Solis sieht hier Handlungsbedarf. In seinem Blogpost „The First Mile: The Broken Link of Social Media Customer Service“ kritisiert er, dass die meisten Unternehmen viel mehr Geld und Ressourcen in Marketing-Kampagnen als in den Kundensupport stecken. Und das, obwohl sie das Thema Kundenzufriedenheit fast alle ganz oben auf ihrer Liste haben. Für ihn ist es unverständlich, dass die Unternehmen den direkten Kontakt zu den Unternehmen so vernachlässigen. Statt mit den Menschen zu sprechen, arbeite man an Webformularen und telefonischen Sprachsystemen. Ein Fehler sei das, so Solis, denn über die verschiedenen Social Media-Kanäle könne heute jeder direkt mit dem Unternehmen kommunizieren. Und nicht nur das, die UserInnen tauschen sich untereinander aus, erzählen von ihren Erfahrungen und beeinflussen so andere in ihren (Kauf)-Entscheidungen. Was es bedeutet, wenn man im Internet jede Menge negativer Postings und Berichte findet, wissen wir alle.
„If customer retention is the new acquisition, a shift in the balance of marketing and support is desperately required“,
fordert Solis und bringt in seinem Beitrag mit „customer-centricity“ einen neuen Begriff ins Spiel, der sich selbst auf Wikipedia noch nicht etabliert hat. Aber es gibt ein White Paper („Das kundenzentrierte Unternehmen„) von Verint Systems Inc., einem „führenden Anbieter von Analysesoftware-Lösungen für Sicherheit und Business Intelligence“, wie sich das Unternehmen darin beschreibt. Damit „können Unternehmen die großen verfügbaren Mengen an Sprach- und Videodaten sowie sonstigen Daten auswerten und in verwertbare Informationen (Actionable Intelligence) umwandeln, auf deren Grundlage sie bessere Entscheidungen treffen und effektiver arbeiten können“. Das White Paper zeigt recht schön, dass es bei der Kundenzentrierung darum geht, das gesamte Unternehmen auf die Kunden hin auszurichten und sie sehr viel ernster zu nehmen als das bis jetzt geschieht. Oft denken Unternehmen, sie würden schon sehr kundenorientiert arbeiten, liegen damit aber völlig daneben. „(D)ie meisten Unternehmen (haben) eine Vorstellung davon, wie sie von den Kunden wahrgenommen werden, aber diese Vorstellung hat mit der Realität wenig zu tun. Die Unternehmen haben eine ‘von innennach- außen-Sichtweise’ entwickelt, die ihnen die ‘von-außen-nach-innen’-Perspektive verbaut“ (S.5) , wird Brynn Palmer vom US-Kabelanbieter Charter Communications zitiert. Das ist der Grund, warum viele Unternehmen an dieser Aufgabe scheitern, meint Fred Reichheld, der in seinem Buch „The Ultimate Question: Driving Good Profits and True Growth“ behauptet, „dass Unternehmen mit ihrer eindimensionalen Ausrichtung auf kurzfristige Umsatzsteigerung ihre loyalsten und besten Kunden unfreiwillig ‚bestrafen'“.
„Dieser Effekt kommt immer dann zum Tragen, wenn Neukunden mit besseren Konditionen gelockt werden, während Stammkunden über schlechtere Konditionen „gemolken“ werden sollen. Reichheld nennt diesen zusätzlichen Profit einen „schlechten Profit“ und beschreibt diese Vorgehensweise als die ultimative Strategie, um das Geschäft zu zerstören“,
heißt es in dem White Paper weiter. Womit wir wieder bei meinem Beispiel wären, mit dem ich diesen Beitrag begonnen habe. ;-)
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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil IV)

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Im letzten, dem dritten Teil dieser kleinen Serie über die Arbeit mit RSS und Social Bookmarks habe ich Ihnen verschiedene Social Bookmarking-Tools vorgestellt, um Ihnen zu zeigen, dass das Spektrum hier recht weit ist und Sie sich vor einer Entscheidung die verschiedenen Angebote einfach mal anschauen sollten. Auch ich lerne auf diese Weise immer wieder dazu. Als ich in einem Posting auf der Facebookseite der stARTconference nach solchen Tools fragte, taucht dort der Name „Evernote“ einige Male auf. Ich habe dieses Angebot bis jetzt eher sporadisch genutzt und es daher gleich ausprobiert. Evernote funktioniert wunderbar und hat sogar den Vorteil, dass sich die einzelnen Seiten lokal abspeichern lassen und damit auch offline zur Verfügung stehen. Das kann Diigo zwar auch, allerdings nur in der kostenpflichtigen Premiumvariante. Für die habe ich mich vor längerer Zeit entschieden, weil ich Diigo in meinen Workflow eingebaut habe und mir das Tool hilft, wertvolle Zeit zu sparen. Wie gehe ich dabei vor? Finde ich einen interessanten Artikel, erfasse ich ihn mit Hilfe von Diigo, wobei ich in allen Browsern die jeweiligen Erweiterungen verwende. Jeden abgespeicherten Beitrag versehe ich mit möglichst vielen Schlagworten, denn nur mit deren Hilfe habe ich eine Chance, ihn jemals wiederzufinden. Anfangs erinnert man sich noch an einzelne Beiträge, aber bei mehr als 1.000 gespeicherten Beiträgen funktioniert das später nicht mehr. Außerdem vergebe ich immer noch ein Schlagwort für das Format der jeweiligen Seite. Um nicht den Überblick zu verlieren, stelle ich dafür immer ein =-Zeichen voran. =video ist also der Hinweis, dass es sich dabei um ein Video handelt, =studie kennzeichnet eine Studie und =artikel einen Artikel. Die Schlagworte lassen sich aber auch noch für andere Zwecke einsetzen, etwa um gleich die nächsten Arbeitsschritte aufzulisten. Einige Tipps dazu finden Sie in meinem Blogpost „Social Bookmarking: mehr als nur einfach Websites abspeichern„.

Fünf Schlagworte pro gespeicherter Website

Mein Ziel ist es, jede so erfasste Seite mit fünf Schlagworten zu versehen. Manchmal fallen mir dazu mehr Schlagworte ein, gelegentlich sind es weniger. Nicht erlaubt ist es aber, gar kein Schlagwort zu vergeben, denn die Seiten werden auf der Social Bookmarking-Plattformen chronologisch aufgelistet und ich habe so keine Chance, diese Seite jemals wieder aufzuspüren. So gesehen kann ich mir das Abspeichern dann auch gleich ganz sparen. Bei der späteren Suche versuche ich mich nicht an einzelne Seiten zu erinnern, sondern ich arbeite mit den Schlagworten. Auf allen Social Bookmarking-Plattformen lassen sich beliebig viele Schlagworte kombinieren, das heißt, wenn mein erstes Schlagwort „Projektmanagement“ lautet und ich 547 Seiten aufgelistet bekomme, dann hilft mir das noch nicht wirklich weiter. Kombiniere ich es aber mit „Software“, zeigt mir Diigo nur noch 45 Treffer an und wenn ich noch mehr ins Detail gehen möchte, könnte ich die beiden Schlagworte vielleicht noch mit „opensource“ oder „agil“ ergänzen und hätte dann nur noch eine Handvoll Suchergebnisse. Findet sich bei einer der Seiten noch das Schlagwort =artikel, dann erkenne ich sofort, dass es sich um einen Bericht über diese Software handelt. Wer so arbeitet, kann dafür fast alle Social Bookmarking-Angebote nutzen. Für Diigo habe ich mich aus einem anderen Grund entschieden: Ich kann dort nämlich gleich auf der Website Textstellen markieren und, so gewünscht, mit Notizen versehen. Das alles entweder privat oder öffentlich, je nachdem, ob ich mich alleine mit einem Thema beschäftige oder mit anderen gemeinsam. Ich nutze diese Funktion meist für mich alleine und gewinne dadurch enorm viel Zeit. Gleich beim ersten Mal markiere ich die wichtigsten Stellen und erfasse beim zweiten Besuch der Website sofort, worum es geht und welches die wichtigen Passagen sind. Dieses Feature möchte ich, da ich viel mit Texten arbeite, nicht mehr missen und bin daher ein vehementer Befürworter von Social Bookmarking. Ich bin mir sicher, es gibt auch andere Möglichkeiten, mit Texten zu arbeiten, deshalb würde ich Sie bitten, Ihre „Rezepte“ in einem Kommentar zu verraten. Nur so können wir voneinander lernen und uns dabei unterstützen, sorgsam mit unserer wertvollen Zeit umzugehen. Ich würde mir wünschen, dass RSS und Social Bookmarking wesentlich häufiger genutzt werden. Unabhängig von der Frage, ob jemand im Social Web aktiv ist oder nicht: Der professionelle Umgang mit dynamischen und statischen Lesezeichen hilft uns, Zeit zu sparen und von den vielen Informationen und dem Wissen, das wir im Internet antreffen, profitieren zu können. Mehr zu diesem Thema:
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Informationsmanagement mit RSS und Social Bookmarking (Teil III)

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Wie Sie mit Hilfe von RSS-Feeds schnell erkennen, ob auf einer Website neue Beiträge dazugekommen sind, habe ich Ihnen in den ersten beiden Teilen dieser Serie gezeigt. Auf den von Ihnen abonnierten Seiten werden Sie vermutlich immer wieder auf Beiträge stoßen, die Sie interessieren und später wiederfinden möchten. Dafür bieten Ihnen die Browser die Möglichkeit, die Seite in einen Ordner zu geben und abzuspeichern. Falls Sie nur mit diesem einen Computer arbeiten und nicht allzu viele Seiten abspeichern, ist dieses Angebot vermutlich ausreichend. Aber nehmen wir an, Sie möchten von einem anderen Computer auf Ihre Lesezeichen zugreifen. Oder Sie können sich nicht entscheiden, in welchem Ordner Sie eine Seite abspeichern. So etwas hemmt den Arbeitsfluss, wenn Sie zwar wissen, dass Sie auf einem anderen PC eine ganz wichtige Seite abgespeichert haben. Nur leider können Sie darauf im Moment nicht zugreifen. Zeit wird es auch kosten, wenn Sie erst verschiedene Ordner durchsuchen müssen, weil Sie nicht mehr wissen, wo sich die Seite versteckt. Und noch etwas kann Ihnen passieren: Sie benötigen Informationen zu einem Thema und haben aber bis jetzt noch keine passende Website gefunden. Wie hilfreich wäre es nun, auf das Wissen anderer UserInnen zugreifen zu können. Mit Hilfe von Social Bookmarking-Plattformen können Sie alle diese Probleme lösen. Sie speichern die Seiten online ab und sind nicht an Browser oder Computer gebunden. Sie müssen sich nicht mehr auf einen Ordner festlegen, sondern können beliebig viele Schlagworte vergeben. Und Sie können auch auf abgespeicherte Seiten anderer UserInnen zugreifen. Die folgende Grafik macht noch einmal die Unterschiede deutlich: Die meisten von Ihnen werden von Social Bookmarking-Plattformen profitieren, zumal Sie dort auch die Möglichkeit haben, Ihre Seiten privat abzuspeichern. Schließlich müssen nicht alle wissen, welche Reiseziele und Hotels Sie sich für den nächsten Urlaub herausgesucht haben.

Welche Social Bookmarking-Plattform ist die beste?

Wir alle nutzen das Internet vermutlich sehr unterschiedlich und haben daher auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Für die einen ist das einfach ein Arbeitsinstrument, um Seiten abzuspeichern und nach bestimmten Kriterien wiederfinden zu können. Das genügt mir, während andere ihre gefundenen Seiten gerne noch weiterempfehlen. Dafür ist dann zum Beispiel StumbleUpon geeignet, eine vor allem im angelsächsischen Raum beliebte Plattform. Wenn Sie sich das folgende kurze Video anschauen, werden Sie sehen, hier steht vor allem das Finden, das Entdecken von Inhalten im Vordergrund. Digg hingegen ist eher eine Bewertungsplattform für Inhalte im Netz. Hier spielt es eine wichtige Rolle, wie andere meine Fundstücke bewerten. Es gibt natürlich jede Menge an Angeboten, mit deren Hilfe sich Inhalte aus dem Netz sammeln lassen. Etwa mit Evernote oder Clipboard oder wie die Tools alle heißen. Aber letzten Endes muss ich das Tool finden, das meinen Arbeitsfluss optimal unterstützt und mir eine wirkliche Hilfe ist. Für mich sind das Delicious und Diigo. Delicious ist die vermutlich älteste Plattform, die aber in den letzten Jahren ziemlich geschwächelt hat. Erst seitdem die Seite nicht mehr Yahoo gehört und sich wieder auf das reine Social Bookmarking beschränkt, ist sie wieder uneingeschränkt zu empfehlen. Mein persönlicher Favorit ist Diigo. Die Betreiber dieses Social Bookmarking-Dienstes haben das Tool in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und bieten Features an, für die ich sogar bereit bin, Geld auszugeben. Welche das sind und wie ich Diigo nutze, erfahren Sie dann im nächsten und letzten Teil dieser Serie. Ein Wort möchte ich noch zu Mister Wong verlieren. Ich nutze diese deutschsprachige Plattform schon sehr lange und habe das Angebot immer sehr gerne in Anspruch genommen. Seit einiger Zeit hat sich die Usability in meinen Augen aber stark verschlechtert. Leider kann ich nur noch sehr eingeschränkt auf die Links der anderen UserInnen zugreifen. Auf eine Anfrage via Twitter erhielt ich keine Antwort. Der Grund könnte sein, dass die Besitzer Mister Wong nicht mehr kostenlos anbieten wollen. Auf der .com-Seite findet sich bereits eine Preisliste, nach der ich erst mit einem Plus-Account Zugriff auf die Bookmarks aller UserInnen habe. Gut möglich, dass es Mister Wong auch bei uns schon bald nicht mehr kostenlos gibt. Ich kritisiere das grundsätzlich nicht, schließlich bin ich bei Diigo zahlender Kunde. Aber im Moment bin ich mit der Leistung einfach unzufrieden, würde mir aber wünschen, dass uns die Plattform weiter erhalten bleibt. Dann wäre da noch Oneview. Die deutschsprachige Plattform ging bereits 1998 online und gehört somit zu den Pionieren in Sachen Social Bookmarking. Leider ist die Seite aber offline und auch auf den Twitter- und Facebookprofilen gab es 2013 noch keine Aktivitäten. Selbst wenn es sich nur um eine vorübergehende Pause handelt, ist mir das für meine Bookmarks doch zu gefährlich. Ich weiß, warum ich nicht nur bei einem Anbieter bin. ;-)
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Contentproduktion: Mit einem Redaktionskalender geht es leichter

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© JMG ; Pixelio Die Angst vor dem weißen Blatt Papier existiert natürlich auch im Onlinebereich, nur starrt man dort dann eben kein Stück Papier an, sondern den leeren Bildschirm beziehungsweise die Eingabemaske. Während man solche Momente auf Facebook, Google+ und Twitter noch irgendwie kaschieren kann, ist das bei einem Blog nicht ganz so einfach. Mir passiert das auch immer wieder mal, meistens dann, wenn Zeit Mangelware ist und es schnell gehen sollte. Ich schaue in solchen Momenten in meinen Feedreader und finde dort dann Themen, die entweder zeitintensiv oder einfach uninteressant sind. Während ich mir gerade in den ersten Jahren ziemlichen Druck gemacht habe, verzichte ich heute dann heute lieber auf einen Beitrag. Die Statistik zeigt, dass ich früher zwischen 20 und 30 Beiträge geschafft habe, heute sind es nur noch rund zehn. Das ist nicht weiter tragisch, denn die Suchmaschinen meinen es gut mit mir und so finden auch ohne ein tägliches Blogpost genügend BesucherInnen den Weg auf dieses Blog. Mitte des Monats haben Beth Kanter und Debra Askanase, deren Blogs ich sehr schätze und regelmäßig lese, die Frage aufgeworfen, wie sich die Produktion der eigenen Inhalte sinnvoll organisieren lässt. Während Beth Kanter nach einen zweiwöchtigen Urlaub feststellte, dass ihre Zugriffszahlen auf Facebook zu wünschen übrig ließen, fürchtete Debra Askanase, in ein schöpferisches Loch zu fallen. Während Beth Kanter schon seit 2011 einen redaktionellen Kalender führt, wie sie in ihrem Beitrag „Content Strategy, Creation, Organization, and Measurement“ schreibt, hat Debra Askanase erst jetzt mit einem „Content Calendar“ begonnen. Ich selbst habe mich bis jetzt eher schlampig organisiert. Ich habe mir für jedes Jahr immer meine Themenschwerpunkte überlegt und versucht, diese Themen im Hinblick auf zukünftige Blogbeiträge zu ordnen. Ich habe auch einen groben Plan erstellt, in welchen Monaten ich welchen Themenbereich behandeln möchte. Aber mit einem richtigen Kalender habe ich nicht gearbeitet. Das habe ich vor kurzem geändert und merke, dass es zwar einiges an Arbeit mit sich bringt, so einen Plan zu erstellen. Aber es macht zugleich auch viel Spaß.

Für die Planung nutze ich Google Kalender

Wie gehe ich dabei vor? Im ersten Schritt ging es für mich um die Frage, was ich alles planen möchte? Alles oder nur meine Beiträge für das Blog? Ich habe mich für letzteres entschieden, weil ich erstens Zweifel habe, ob ich dafür ausreichend Ressourcen habe. Und zweitens mag ich es, die Dinge auf Facebook, Google+ und Twitter zu posten, die mir gerade unterkommen oder wichtig erscheinen. Hier möchte ich gerne flexibel bleiben, zumindest im Moment. Daher habe ich für diese Plattformen keine detaillierten Pläne. Nachdem ich diesen Punkt für mich geklärt hatte, war klar, dass ich das von Beth Kanter vorgeschlagene Template von LightBox Collaborative nicht verwende. Der Redaktionskalender ist zwar perfekt für die eigene Planung, aber für mich eine Nummer zu groß. Ich nutze nun einen Google-Kalender und glaube nach den ersten Erfahrungen, dass ich damit ganz gut fahre. Da ich mich natürlich nicht vorab für ein Jahr festlegen möchte, habe ich mir folgendes Prinzip überlegt. Die Grobplanung läuft über zehn Monate, im Detail plane ich die nächsten eineinhalb bis zwei Monate. Da ich mein Blog auch dazu nutze, meine Inhalte weiter zu entwickeln, berücksichtige ich dabei Konferenzen, Workshops und ähnliche Anlässe, um für die jeweiligen Themen entsprechenden Raum zu haben. Noch ist der Plan zwar nicht fertig (richtig „fertig“ wird er natürlich nie sein), aber schon jetzt gefällt mir, dass ich mir vom Gefühl her mehr Raum für die Themen geschaffen habe. Ich muss mir nicht mehr auf die Schnelle überlegen, worüber ich heute blogge, sondern habe schon Themen und Quellen fixiert. Das wirkt beruhigend und bewirkt, dass einem die Arbeit schneller von der Hand geht. Von Beth Kanter habe ich den Ratschlag übernommen, möglichst frühzeitig mit einer Grobfassung zu beginnen. Damit lässt sich die eingangs beschriebene Angst vor dem leeren Blatt oder Bildschirm erfolgreich vermeiden. ;-) Schon seit längerer Zeit habe ich außerdem, so wie von Beth Kanter empfohlen, einen Platz, wo ich meine Ideen sammle. Für mich hat sich hier Workflowy bewährt, dass ich auch noch zu anderen Zwecken sehr gerne verwende. Auf diese Weise hoffe ich, etwa 15 Beiträge pro Monat schreiben zu können, zumindest sieht das mein Plan vor. Ob und wenn ja, wie ich das geschafft habe, darüber berichte ich dann im Sommer.