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Rainer Glaap: Ist das Abo noch zu retten? (Gastbeitrag & Veranstaltungshinweis)

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Foto von Igor Ovsyannykov auf Unsplash

Im Bereich Subscription Economy haben wir in den letzten Jahren eine interessante Entwicklung erleben können. Während auf der einen Seite die klassischen Abos im Bereich der Tageszeitungen und der kulturellen Angebote (Theater, Konzert, etc.) rückläufig sind, profitieren andere Branchen davon, dass vor allem jüngere Menschen die Flexibilität von Abos schätzen. Ob Streamingplattformen (Netflix, Spotify), Softwaretools (Office 365) oder auch Kleidung, immer mehr Unternehmen springen auf diesen Zug auf. Uns interessieren an dieser Stelle natürlich die Abonnements, die im Kunst- und Kulturbereich angeboten werden. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Es geht abwärts mit diesem über Jahrhunderte bewährten Instrument der Kultureinrichtungen, mit dem Menschen langfristig an das eigene Haus gebunden wurden.

Aber muss das so sein? Ist das Abo noch zu retten? Und warum funktioniert das Abo in manchen Bereichen immer besser, in anderen hingegen immer schlechter? Rainer Glaap führt mit diesem Beitrag in das Thema ein und wird sich am 24. Januar im Treffpunkt Kulturmanagement mit der Zukunft des Abos im Kunst- und Kulturbereich beschäftigen. Wenn Sie über diese Zeilen hinaus mehr über das Thema erfahren wollen, Fragen haben oder mitdiskutieren möchten, laden wir Sie ein, am 24.1. um 9 Uhr mit dabei zu sein. Alle nötigen Informationen finden Sie am Ende des Textes (Christian Henner-Fehr).

Nach landläufiger Meinung und gestützt durch die jährliche Statistik des Deutschen Bühnenvereins seit 1966 (s. Bild) sinken die Zahlen der Theater-Abonnenten seit Jahrzehnten kontinuierlich. In der Saison 2015/16 betrug der Anteil der Karten im Abonnement am Gesamtverkauf lediglich noch 16,8 %, seinem niedrigsten historischen Wert seit 1966:

Grafik: Rainer Glaap

Der Rückgang scheint einem Naturgesetz ähnlich. Magnus Still, ehemaliger Intendant des finnischen Rundfunkorchesters, Berater und Buchautor („Fill every seat every week“) ist vor einigen Jahren angetreten, den Gegenbeweis zu erbringen. Seine Erfolge sind beeindruckend – zuletzt verkündete der Klassik-Konzertveranstalter Frankfurter Museumsgesellschaft, dass zur neuen Saison mehr als 800 Neu-Abonnenten mit seiner Unterstützung gewonnen werden konnten.

Magnus Still‘s Motivation ist, jede Vorstellung auszuverkaufen. Das Platzabonnement ist dazu ein wichtiger Baustein, weil es durch seine Regelmäßigkeit Sicherheit gibt: sowohl finanziell (es sichert frühzeitig Liquidität) als auch künstlerisch, denn ohne Abo würden sich die Menschen nur die Highlights aus dem Spielplan suchen und es bliebe kein Platz für Experimente (von denen es wenig genug gibt, in der Regel sind unter 5 % der Werke bei Symphoniekonzerten jünger als 50 Jahre, selbst Berlioz, ein Mann des 19. Jahrhunderts, gilt vielen noch als Neutöner, der den Konzerterfolg gefährden könne).

Gestützt auf mehrere tausend Interviews mit Abonnenten in mehreren europäischen Ländern stellte Magnus Still die These auf, dass der Versuch, jüngere Menschen für Abonnements zu gewinnen, scheitern muss: Unter 25 seien die Menschen fremdbestimmt (Elternhaus, Schule, Studium) und hätten i. d. R. weder Interesse noch genügend Geld für Abonnements. Zwischen 25 und ca. 60 seien die Menschen mit ihrem beruflichen Fortkommen, Familiengründung etc. beschäftigt – und erst danach seien sie bereit, sich wieder kulturell festzulegen. Das Durchschnittsalter der befragten Abonnenten lag dann auch bei 67 Jahren, der älteste neugewonnene Abonnent war über 80 Jahre alt.

Bei seiner Methode beruft sich Magnus Still auf den Klassiker des Abo-Ratgebers, Danny Newmanns „Subscribe Now!“ von 1983, der für ihn immer noch aktuell ist. Konsequenz ist das Mantra seiner Kampagnen: mehrstufige Mailings auf Papier mit einer Postkarte als Response-Element basierend auf klaren Segmentierungen in jeder Stadt. Preis und Inhalt der Veranstaltungen spielen nach seiner Erfahrung keine so große Rolle (gestützt übrigens durch die Erkenntnisse von Aubrey Bergauer vom California Symphony Orchestra, die in ihren Studien mit jungen Leuten herausgearbeitet hat, dass der Content, also die musikalische Programmierung, nie eine Rolle als Hinderungsgrund gespielt hat). Bei seinen Bemühungen gehe es aber nicht darum, das eine zu tun und das andere zu lassen: Neue Publikumsschichten zu gewinnen, sei nach wie vor superwichtig – nur eben nicht für Abokäufer.

Im Rahmen des Vortrags für den Treffpunkt Kulturmanagement werden auch die typischen Abo-Arten vorgestellt:

  • Platzmiete (auch für gemischte Abos in unterschiedlichen Spielstätten),
  • Scheck-Abo (x aus y) und
  • Wahl-Abo inklusive Tausch- und Zusatzgutscheinen sowie
  • Theatercards

Über Rainer Glaap

Rainer Glaap ist Product Marketing Manager für die Ticketinglösung EVENTIM.Inhouse, die europaweit bei mehr als 400 Kunden im Einsatz ist. Dazu leitet er die Redaktion des neuen ONLINE-Magazins HEADLINER auf eventim.de.

In seiner Freizeit widmet er viel Zeit gleich zwei Theaterfördervereinen und unterrichtet gelegentlich Kulturmanager. Er geht rasend viel ins Theater, in die Oper und in Konzerte. Zur Zeit beschäftigt er sich mit der Aufbereitung eines Theater-Lexikons von 1841, die darin enthaltenen „Theater-Gesetze“ liegen bereits vor (bei Interesse: rainer@glaap.de).

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht wenn Sie am 24. Januar 2018 um 9 Uhr über diesen Link https://zoom.us/j/651295114 den Onlineraum betreten. Der #kmtreff wird außerdem via Facebook live gestreamt, Sie finden den Link dann am kommenden Mittwoch auf der Facebookseite des Treffpunkt Kulturmanagement.

Update:

Wer am 24.1. keine Zeit hatte, kann sich hier die Aufzeichnung des Treffpunkt Kulturmanagement anschauen:

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Fundraising: Neue Ideen haben es schwer

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Die U-Bahn-Station vor meiner Haustüre scheint für Fundraiser ein beliebter Ort zu sein. Oft werde ich dort von ihnen angesprochen, um mich davon zu überzeugen, sie und die Arbeit ihrer NGO finanziell zu unterstützen. Habe ich mir anfangs die Sprüche immer brav angehört, bin ich heute eher genervt und abweisend. Wer mir da was erzählen möchte, interessiert mich eigentlich gar nicht mehr.

Eigentlich ist das schade, denn die Arbeit der NGOs ist  wichtig und verdient auch Unterstützung. Nur dieser Weg ist nicht der richtige, zumindest für mich nicht. Gibt es da wirklich keine besseren Ansätze als die Phrase „Grüß Gott der Herr, haben Sie 5 Minuten Zeit für … (hier kann man wahlweise Themen wie Umwelt, Kinder, Menschenrechte, etc. einsetzen)?“

Diese Situationen fielen mir ein, als ich vom Österreichischen Fundraising Verband zu seiner 3. Fachtagung für Kulturfundraising und -sponsoring eingeladen wurde. Man bat mich, einen Vortrag darüber zu halten, wie das Neue in die Welt kommt, in diesem Fall in die Fundraising-Welt. Aber warum braucht Fundraising überhaupt etwas Neues? Bei meiner Recherche stieß ich im Critical Fundraising Blog auf den Beitrag „Share and share alike – until we’re all doing exactly the same thing“ von Joe Jenkins. Er konstatiert darin, dass im NGO-Bereich die Bereitschaft, Dinge zu teilen und mit anderen zusammen zu arbeiten, außergewöhnlich hoch sei. So toll das auch sei, dies führe dazu, so Jenkins weiter, dass alle NGOs gleich kommunizieren:

„To the rest of the world we mostly look, act, and appear to be the same.“

Eine mögliche Lösung dieses Problems besteht für ihn darin, mit Hilfe von Kreativität und Innovation Unterscheidungsmerkmale zu schaffen. Bei der Lektüre dieses Blogbeitrags fielen mir wieder die Fundraiser an der U-Bahn-Station ein. Wir beide sind der Ansicht, dass die Kommunikation immer nach dem gleichen Muster funktioniert, nur hat Jenkins das natürlich etwas profunder formuliert als ich das kann.

Auf die Frage, wie das Neue in die Welt kommt, habe ich eigentlich zwei Antworten gefunden: Auf der einen Seite gibt es da das Neue, auf das wir nur sehr wenig Einfluß haben. Auf der gesellschaftlichen Ebene sind das Treiber wie

  • der demografische Wandel,
  • die Globalisierung,
  • die Digitalisierung und
  • der Wertewandel.

Auf der organisatorischen Ebene ist die Digitalisierung ebenfalls ein ganz wichtiger Treiber. Aber auch neue Managementansätze und -modelle verändern die Welt der Unternehmen und Organisationen. Basierend auf der Arbeit des amerikanischen Psychologieprofessors Clare W. Graves entwickelten Martina Bär-Sieber, Rainer Krumm und Hartmut Wiehle in ihrem Buch „Unternehmen verstehen, verändern, gestalten“ (Affiliate Link) ihren Ansatz für Unternehmen, in dem sie deren evolutionäre Entwicklung beschreiben. In eine ähnliche Richtung geht Frederic Laloux in seinem Buch „Reinventing Organisations“ (Affiliate Link), der darin zeigt, wie sich Unternehmen vom tribal impulsiven Organisationstyp in Richtung einer integral evolutionären Organisation entwickeln.

Aber natürlich haben wir es auch selbst in der Hand, Neues zu schaffen. Mir ist in diesem Zusammenhang Professor Peter Kruse eingefallen, der sich immer wieder mit der Frage beschäftigt hat, welche Voraussetzungen es braucht, um kreativ beziehungsweise innovativ sein zu können. Zwei Dinge braucht es seiner Ansicht nach dafür:

  • Diversity, weil Unterschiedlichkeit im System zu internen Spannungen führt. Das Resultat sind instabile Phasen, in denen sich neue Muster entwickeln lassen.
  • Netzwerke, weil sie über ein hohes Maß an Komplexität und Dynamik verfügen, mit deren Hilfe wir die Herausforderungen, vor denen wir stehen, bewältigen können.

Wie aber „bauen“ wir uns ein Netzwerk? Laut Prof. Kruse braucht es dafür drei Charaktere,

  • den Creator, der ständig mit neuen Ideen kommt,
  • den Owner, der alles weiß und
  • den Broker, der jemanden kennt, der etwas weiß

Diese drei bilden seiner Ansicht nach das menschliche Gehirn ab und lassen sich als intelligentes System verstehen, dessen „Summenintelligenz“ höher ist als die Intelligenz der beteiligten Menschen (siehe dazu auch mein Blogpost „Bauen Sie Systeme, die stören„).

Wenn es darum geht, kreativ zu sein, müssen also die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Sie alle kennen vermutlich die verschiedendsten Strategien, um solche „indirekten Möglichkeitsräume“, wie Prof. Kruse sie genannt hat, zu schaffen. Jake Knapp hat in seinem Buch „Sprint“   (Affiliate Link) einen möglichen Weg aufgezeichnet, um Raum sowohl für kreative Ideen, als auch für die praktische Lösung des Problems zu finden. Fünf Tage braucht er dafür:

  • Montag: Problem analysieren und einen Aspekt auswählen, auf den man sich konzentriert.
  • Dienstag: Mögliche Lösungswege skizzieren
  • Mittwoch: Entscheidung für einen dieser Wege
  • Donnerstag: Prototyp bauen
  • Freitag: Prototyp testen

Das ist in kurzen Zügen die Zusammenfassung meines Vortrags, für den ich die folgenden Folien verwendet habe:

 

Kein Interesse an technologischen Entwicklungen

Neue Impulse zu setzen, neue Ideen ins Spiel zu bringen, das scheint, so meine Beobachtung während der Fachtagung, im Fundraising-Bereich gar nicht so einfach zu sein. Während Bernard Ross von der Arts Fundraising School in London sich in seiner Keynote unter anderem mit der Frage beschäftigte, wie wir verhaltensökonomische Modelle in das Fundraising einfließen lassen können, ging es bei den Vortragenden aus Österreich eher um ganz klassische Themen. Zwar wurde oft über die knappen Ressourcen gesprochen, aber Lösungsansätze gab es keine. Gerade hier wäre viel Platz für neue Ideen, aber es blieb bei der Feststellung, dass es sehr schwer sei, gute MitarbeiterInnen für das Fundraising zu gewinnen.

Zwei Punkte sind mir besonders aufgefallen. Erstens, Crowdfunding war auf dieser Tagung kein Thema. Ich finde das bedauerlich, denn diese Form der Finanzierung wird von vielen (noch) völlig unterschätzt. Beim Crowdfunding geht es nicht nur einfach darum, eine bestimmte Geldsumme einzusammeln, nein! Ich kann rund um die Kampagne mein Marketing aufbauen und erfahre sehr viel über meine Zielgruppe(n).

Außerdem kann sich das Crowdfunding zu einem wichtigen Bestandteil meiner Fundraisingaktivitäten entwickeln. Hier sehen Sie etwas vereinfacht die Fundraisingpyramide:

Die Grafik zeigt, dass wir uns eine Basis schaffen müssen, um nach einiger Zeit strategische Partner gewinnen können, die uns unterstützen. Viele Kultureinrichtungen haben deshalb Freundes- oder Fördervereine eingerichtet. Ihr Ziel ist eher der Aufbau einer Beziehung, denn der Aufwand ist meist recht groß, der Ertrag (noch) gering. Crowdfunding kann hier eine Alternative sein. Oder eine Ergänzung, denn natürlich ist auch in diesem Fall der Aufwand groß. Den Vorteil sehe ich in der engen Verschränkung mit dem Marketing und der Tatsache, dass eine Crowdfundingkampagne meist eine größere Sichtbarkeit aufweist als etwa ein Förderverein.

Aufschlussreich war für mich zweitens, dass die technologischen Entwicklungen gar kein Thema waren. Eine der größten Herausforderungen besteht für mich darin, den Kontakt zu Menschen aufzubauen, sie für meine Arbeit zu interessieren und eine Beziehung aufzubauen. Vielleicht haben Sie schon von Chatbots gehört, die in den verschiedenen Messengern eingesetzt werden können. Wofür lassen sich diese „textbasierten Dialogsysteme“ nutzen? Jörg Reschke beschäftigt sich in einem Blogpost mit dem „Potenzial von Chatbots für Nonprofits“ und listet darin einige Möglichkeiten auf:

  • Ein Chatbot lässt sich abonnieren, um über ein bestimmtes Thema informiert zu werden.
  • Der Facebook Messenger bietet in den USA schon heute die Möglichkeit des Bezahlens via Chatbot an. Die Spende über ein Chatbot wird also vermutlich in nicht allzu ferner Zeit möglich sein.
  • Viele UserInnen werden über eingehende Nachrichten im Messenger ihrer Wahl per Push-Meldung benachrichtigt. Dazu gehören natürlich auch die mit einem Chatbot verschickten Nachrichten.
  • Chatbots ermöglichen ohne große Hürden den direkten persönlichen Kontakt. Wenn die Kommunikation einmal aufgebaut ist, kommen Sie zukünftig direkt zu ihrem Gegenüber.
  • Im Unterschied zum Email-Newsletter haben Messenger-Bots viel höhere Öffnungsraten.

Attraktiv sind Chatbots vermutlich so lange, bis jeder einen hat. Kreative Ideen sind also gefragt, womit wir wieder beim Anfangsthema gelandet sind. ;-) Eines der wohl gelungensten Beispiele war im letzten Jahr Walk with Yeshi: „Built for Facebook Messenger, Walk With Yeshi takes individuals on a 2.5 hour journey, matching the length of the average walk for water.“ Jetzt sagen Sie sich vielleicht, dass Kunst und Kultur als Thema viel schwieriger zu kommunizieren sind. Ich bin mir da nicht sicher, sondern denke, dass hier Kreativität gefragt ist. ;-)

Veranstaltungshinweis

Wenn Sie sich für das Thema Fundraising interessieren, dann habe ich noch einen Tipp für Sie. Am kommenden Mittwoch, den 22. November 2017 findet um 9 Uhr der nächste Treffpunkt Kulturmanagement statt. Zu Gast ist Eva Estermann vom Österreichischen Fundraising Verband, die sich mit der Frage beschäftigt, was kleine Kultureinrichtungen tun können, um geeignete Strukturen für erfolgreiches Fundraising zu schaffen.

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht wenn Sie am 22. November 2017 um 9 Uhr über diesen Link https://zoom.us/j/651295114 den Onlineraum betreten. Der #kmtreff wird außerdem via Facebook live gestreamt, Sie finden den Link dann am kommenden Mittwoch auf der Facebookseite des Treffpunkt Kulturmanagement.

Update: Aufzeichnung des Treffpunkt Kulturmanagement

Wer beim Webinar nicht dabei sein konnte, findet hier die Aufzeichnung. Bitte nicht von den technischen Problemen am Anfang irritieren lassen, wir haben das dann ganz gut hinbekommen. ;-)

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Beim 68. Treffpunkt Kulturmanagement geht es um Crowdfunding (inkl. Aufzeichnung)

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Ich werde im Rahmen von Workshops häufig gefragt, welche Projekte denn am besten für eine Crowdfundingkampagne geeignet seien und welche nicht. Viele glauben, dass man mit Vorhaben, die im Mainstream angesiedelt sind, viel leichter an Geld und Leute kommt. Vielleicht ist da auch was dran, aber ist es dann wirklich der Mainstream, der die Sache leichter macht? Haben nur populäre Sparten oder KünstlerInnen Aussicht auf Erfolg? Ich glaube nicht. Für mich spielt da viel eher die Geschichte rund um die Kampagne eine entscheidende Rolle.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Kampagne „Let’s Build a Goddamn Tesla Museum„. Da ging es eigentlich nur darum, Geld aufzutreiben, um den Grund für das geplante Museum kaufen zu können (siehe dazu mein Blogpost: „Crowdfunding: mehr als eine Million US-Dollar für ein Museum„). Das klingt jetzt nicht unbedingt nach großem Kino und vielen Fans. Aber die Kampagne wurde ein Riesenerfolg, fast 1,4 Mio. USD kamen damals zusammen.

Und vor einem halben Jahr gab es wieder so ein schönes Beispiel: Altes Filmmaterial musste vor dem Zerfall gerettet werden, mit Hilfe einer Crowdfundingkampagne sollen die benötigten 75.000 Euro zusammenkommen. Klingt auch nicht sehr sexy, oder? Aber die Geschichte ist gut. Fast wie im Film ;-)

„Da findet jemand auf einem Flohmarkt in Frankreich zufällig Filmaufnahmen, bei denen es sich um verloren geglaubtes Material des Films ‚Die Stadt ohne Juden‘ handelt. Dieser Film aus dem Jahr 1924, der auf den gleichnamigen Roman von Hugo Bettauer basiert, nimmt die Gräueltaten des Nationalsozialismus vorweg und stellt damit ein wichtiges Geschichtsdokument dar“,

schreibt Ulli Koch in ihrem Artikel über die Kampagne #filmretten auf Kulturmanagement Network. Aber nicht nur die Geschichte ist gut, auch die Kampagne war gut durchdacht und nutzte geschickt den damals in Österreich laufenden Wahlkampf um das Amt des Bundespräsidenten. Mit mehr als 86.000 Euro wurde das hochgesteckte Ziel von 75.500 Euro am Ende sogar übertroffen.

Entwickelt hat diese Kampagne Tomáš Mikeska, Marketingverantwortlicher des Filmarchiv Austria. Er wird am Mittwoch den 21. Juni von 9 bis 10 Uhr beim Treffpunkt Kulturmanagement zusammen mit seiner Kollegin Michaela Moitzi (Kommunikationsassistentin beim Filmarchiv Austria) zu Gast sein und über all die Aspekte sprechen, die zum Erfolg dieser Kampagne beigetragen haben. Wer gerade vor der Frage steht, ob eine Crowdfundingkampagne wohl das richtige ist, um das eigene Vorhaben zu finanzieren oder bereits an der Planung der Kampagne sitzt, sollte sich den mittlerweile 68. Treffpunkt Kulturmanagement nicht entgehen lassen.

Über den Treffpunkt Kulturmanagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. In diesem speziellen Fall kooperieren wir außerdem mit „Werde Digital“ und der regionalen Crowdfundingplattform „Wir bewegen„. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht wenn Sie am 21. Juni um 9 Uhr über diesen Link https://zoom.us/j/651295114 den Onlineraum betreten. Der #kmtreff wird außerdem via Facebook live gestreamt, Sie finden den Link dann am kommenden Mittwoch auf der Facebookseite des Treffpunkt Kulturmanagement.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt Kulturmanagement
Termin: 21. Juni 2017, Beginn: 09 Uhr, Ende: 10 Uhr
Thema: Crowdfunding für Kunst & Kultur
Gäste: Tomáš Mikeska (Marketing, Filmarchiv Austria) und Michaela Moitzi (Kommunikationsassistenz, Filmarchiv Austria)
Online-Raum: https://zoom.us/j/651295114

Update:

Wer den Treffpunkt Kulturmanagement verpasst hat, kann sich hier die Aufzeichnung anschauen:

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Mit Google Adwords Veranstaltungen bewerben

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Bild: FirmBee (CC0 auf Pixabay.com)

Veranstaltungen zu bewerben gehört für sehr viele Kultureinrichtungen zum Alltagsgeschäft, dementsprechend groß ist auch ihre Erfahrung, wie sie dabei vorgehen. Oft sind es Instrumente, die sie jahre-, wenn nicht sogar jahrzehntelang verwenden, die größte Innovation in diesem Bereich war wohl das Aufkommen des Social Web mit der Möglichkeit, die eigenen Events über die sozialen Netzwerke anzukündigen. Eine Ausstellung, eine Theaterproduktion oder ein Konzert mit Hilfe eines Facebook-Events zu promoten, ist heute eine Selbstverständlichkeit. Eine andere Möglichkeit, die eigenen Veranstaltungen zu bewerben, stellt Google Adwords dar. Wir alle kennen die Werbeeinschaltungen, die auftauchen, wenn wir auf Google eine Suche starten und dann die Ergebnisse präsentiert bekommen. Wer keinen Werbeblocker verwendet, kennt die „bezahltenAnzeigen“, die dort nicht stehen, weil die Seite so gut rankt, sondern weil Geld in die Hand genommen wurde.

Nachdem ich vermutlich nicht der einzige bin, der bei seiner Suche im Internet stark auf Google setzt, ist es doch eigentlich schlau, oberhalb oder rechts des (organischen) Suchmaschinenranking gut sichtbar vertreten zu sein. Und noch ein weiteres Argument spricht dafür, dass Kultureinrichtungen sich mit diesem Werbeformat beschäftigen sollten. Google hat mit Ad Grants ein Angebot entwickelt, das sich an gemeinnützige Einrichtungen richtet und diesen die Möglichkeit bietet, mit Hilfe von Adwords pro Monat (!) Anzeigen im Wert von 10.000 USD zu schalten. Die Herausforderung besteht darin, von Google als gemeinnützige Institution anerkannt zu werden (Infos, welche das sind, gibt es hier).

Welche Überlegungen müssen Kultureinrichtungen anstellen, bevor sie mit Google Adwords (oder Ad Grants) loslegen können. Nun könnten Sie sich die Informationen natürlich alle im Internet zusammensuchen. Stefan Kleinberger hat das vor einiger Zeit getan. Erstens, weil er Marketingverantwortlicher des TAK Theater Liechtenstein ist und Google Adwords ausprobieren wollte und zweitens, weil er Google Adwords im Rahmen seines Diplomlehrgangs „Online Marketing“  zum Thema seiner Abschlussarbeit gemacht hat. Netterweise stellt er uns die Ergebnisse seiner Arbeit zur Verfügung, wofür ich ihm ganz herzlich danken möchte.

 

In seiner Arbeit erfahren Sie kurz, was Suchmaschinenmarketing ist und welche Rolle die Suchmaschinenwerbung dabei spielt. Für mich besonders hilfreich waren die vier für ihn wichtigsten Parameter für die Arbeit mit Google Adwords. Dass Keywords und die Frage der Ortsauswahl entscheidend zum Erfolg einer Kampagne beitragen, ist für viele vermutlich nicht neu. Bei den anderen beiden Parametern „Sprache“ und „Anzeigentext“ habe ich dann einiges dazugelernt. Genau aus diesem Grund bin ich übrigens immer sehr froh, wenn solche Arbeiten online verfügbar sind. Erstens können andere auf diese Arbeit aufbauen, sich auf sie beziehen und zweitens lernt man als Leser oft sehr viel. So wie ich in diesem Fall. ;-)

Im Rahmen des Treffpunkt Kulturmanagement hat Stefan Kleinberger gestern auf der Basis seiner Arbeit den Input zu eben diesem Thema geliefert. Spannend war für mich unter anderem die Diskussion über die Frage, worin eigentlich der Unterschied zwischen Google Adwords und Anzeigen auf Facebook besteht und in welchen Situationen man das eine oder andere Angebot nutzen sollte. Falls Sie das Webinar gestern nicht verfolgen konnten oder einzelne Passagen noch einmal sehen möchten,  finden Sie die Aufzeichnung auf YouTube oder gleich hier unten:

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Beim 54. Treffpunkt KulturManagement geht es um Storytelling für Kultureinrichtungen

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Foto von Sergey Zolkin auf Unsplash

In einem Artikel erklärte Shane Snow vor gut einem Jahr, warum Storytelling die wichtigste Fertigkeit für den unternehmerischen Erfolg sei und erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal an Amanda Palmer und ihre erfolgreiche Crowdfundingkampagne (hier noch einmal ihr TED-Vortrag). Sie sei es gewesen, die das Musikgeschäft verändert habe, weil sie nicht einfach nach Geld gefragt, sondern ihre Geschichte erzählt hätte.

Auf diesen Zug sind mittlerweile viele aufgesprungen und erzählen Geschichten. Kultureinrichtungen haben es da leicht, hört man oft, denn sie arbeiten mit Geschichten und verkaufen diese in Form von Filmen, Büchern, Theateraufführungen, Ausstellungen und vielen anderen Varianten. Eine Geschichte als Produkt zu haben, erleichtert die Bewerbung erheblich, denken wir nur an die vielen Filmtrailer, die uns auf den Geschmack bringen sollen, indem sie die Geschichte wiedergeben. Was aber ist, wenn ich Haushaltsgeräte verkaufe? Dann muss ich Geschichten rund um dieses Gerät kreieren, so wie etwa in diesem Fall. Oder so wie in diesem alten Mercedes-Benz-Spot.

Storytelling für die interne und externe Unternehmenskommunikation

Schwieriger wird es, wenn ich Storytelling für die Unternehmenskommunikation einsetze. Einerseits intern, ein Thema, mit dem sich die Master Thesis „Merkmale und Potenziale von Storytelling in der internen Führungskommunikation“ von Andreas Ganahl beschäftigt, andererseits aber natürlich auch in der externen Kommunikation. Voraussetzung für beide Richtungen ist die Beschäftigung mit dem Unternehmen beziehungweise der Kultureinrichtung selbst. Dafür gibt es unterschiedliche Ansätze, Raf Stevens zum Beispiel erklärt in seinem eBook „No Story, No Fans“ (Affiliate Link) das „Storycircle“-Modell: MitarbeiterInnen erzählen Geschichten mit Bezug zum Unternehmen und versehen diese mit einem Titel. Die Titel werden geclustert, die Cluster erhalten auch wieder eine Überschrift und werden mit, wie Stefens schreibt, mindestens fünf Eigenschaften beschrieben. Aus diesen lassen sich dann auch wieder Cluster bilden, die ebenfalls mit einer Überschrift versehen werden und die archetypische Grundstruktur des Unternehmens darstellen, die, so Stevens weiter, später über die gesammelten Geschichten erzählt werden kann.

Einen anderen Ansatz bevorzugen Jelena Löckner und Rebecca Hagelmoser, die vor einem Jahr das Unternehmen NarraTool gegründet haben. In einem Workshop, den ich im letzten Sommer besucht habe, ließen sie uns mit Hilfe von Leitfragen das Core Narrative herausarbeiten und gaben uns die richtigen Techniken an die Hand, um am Ende manchmal überraschende Ergebnisse zu haben. Für mich kam heraus, dass es nicht darum geht, schnell mal ein paar nette Geschichten zu erfinden, sondern erst einmal die Grundlagen zu schaffen für die Geschichten, die man erzählen möchte. Mir ist schon klar, dass es immer eine Herausforderung ist, sich mit so etwas wie Werten und Prinzipien zu beschäftigen, aber es hilft einem, nicht nur klarer zu sein, sondern später auch Zeit zu sparen.

Beide, Jelena Löckner und Rebecca Hagelmoser, sind beim nächsten Treffpunkt KulturManagement zu Gast, der am Mittwoch, den 25. März 2015 von 9 bis 10 Uhr stattfindet, und beschäftigen sich mit dem Thema „Storytelling für Kultureinrichtungen“. Die beiden erklären, wie Kulturinstitutionen durch Storytelling die eigene Marke und ihre Produkte stärken, Themenanwaltschaften übernehmen, kulturelle Inhalte vermitteln, Besucher involvieren und Communities schaffen. Dabei zeigen sie, welche Planungshilfen es gibt, um der vielen Geschichten Herr zu werden, warum es hilfreich ist, zwischen Marken und Produktstorys zu unterscheiden und an welchen Beispielen man sich orientieren kann.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht, wenn Sie am Mittwoch, den 25. März, um 09 Uhr einfach diesen Link anklicken. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 25. März dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort (unverbindlich) anmelden. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 25.03.2015 von 09:00 bis 10:00
Thema: Storytelling für Kultureinrichtungen
Gast: Rebecca Hagelmoser, Jelena Löckner (NarraTool)

Mehr Infos auf Kulturmanagement Network: „54. KM Treff: How to? Storytelling für Kultureinrichtungen

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Treffpunkt KulturManagement: Geschichte(n) digital vermitteln

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Die Zeiten, in denen ein Buch nur gelesen werden konnte, sind schon seit einiger Zeit vorbei. Reich bebilderte Kinderlesebücher etwa erfahren eine audiodigitale Erweiterung und Romane beschränken sich im eBookformat längst nicht mehr auf den reinen Text, sondern erlauben zum Beispiel das Abspielen von Videos. Verlage, die noch einen Schritt weiter gehen möchten, setzen nicht nur auf Audio oder Video, sondern erweitern ihre Bücher mit Hilfe von Augmented Reality in den virtuellen Raum.

Auch für den Bildungsbereich ist das eine spannende Entwicklung, denn auf diese Weise lassen sich Lerninhalte sehr viel interessanter gestalten. Während ich in meiner Schulzeit noch froh über jede bunte Abbildung war und außerdem an den Büchern schwer zu tragen hatte, gibt es da heute elegantere Lösungen. So hat etwa das Institut für digitales Lernen an der Universität Eichstätt die multimediale eBook-App „Geschichte denken statt pauken“ entwickelt, die zeigen soll, dass Lernen auch Spaß machen kann.

Das sogenannte mBook ist digital-multimedial konzipiert und setzt unter anderem auf Videos, Animationen, Audios und interaktive Elemente. Es lässt sich individuell gestalten und mit Notizen und Markierungen versehen. Ein weiterer Pluspunkt: Das Geschichtsbuch muss am Ende des Schuljahres nicht mehr abgegeben werden. Mit dem mBook geht das Institut für digitales Lernen auf der Ebene des Schulbuchs „einen ersten Schritt in eine individuellere, kompetenzorientierte und nicht zuletzt freudvollere Lernzukunft, in der intelligentes Wissen erworben und Kompetenzen gezielt gefördert werden“, wie es in einer Presseaussendung heißt.

Das Konzept, mit einem solchen eBook anspruchsvolle Inhalte aufzubereiten und den individuellen Lernerfolg ins Zentrum zu stellen, lässt sich aber natürlich über das Klassenzimmer und das Fach Geschichte hinaus auf jedes Thema und jede Art von bildender Einrichtung übertragen – auch auf die Kultur. Und so haben wir Florian Sochatzy vom Institut für Digitales Lernen zum nächsten Treffpunkt KulturManagement eingeladen, der am 18. Februar um 9 Uhr stattfindet. Sochatzy beschäftigte sich schon während seiner Studienzeit mit geschichtskulturellen Themen, musealen Inszenierungen, Gedächtnis und Erinnerung und dem Geschichtsunterricht. Seit 2008 ist sein Schwerpunkt der Umgang mit Geschichte in der Gesellschaft, wobei vor allem die medialen Rezeptionen im Zentrum stehen.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 18. Februar, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 18. Februar dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 18.02.2015 von 09:00 bis 10:00
Thema: Geschichte(n) digital vermitteln
Gast: Florian Sochatzy (Institut für digitales Lernen/Universität Eichstätt)

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Treffpunkt KulturManagement: Das Prinzip „unperfekt“ in der Kultur

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Bild: Unperfekthaus Essen„; (CC BY 3.0) auf Wikimedia

Mit dem Unperfekthaus in Essen verbinde ich einen sehr aufregenden Tag. 2010 fand dort das erste stARTcamp statt und wir waren gespannt, ob alles so funktionieren würde, wie wir uns das vorgestellt hatten. Es war ein tolles Erlebnis und das Premiere war für mich genauso schön wie alle anderen stARTcamps, die später folgen sollten. Im Anschluss daran sahen wir dann das Viertelfinalspiel der Fussball-WM in Südafrika Deutschland gegen Argentinien. Später am Abend wurde dann der Himmel schwarz und es folgte ein sehr heftiges Gewitter. Soweit mein Bezug zu diesem wohl einzigartigen Haus.

Ob gemeinsames Barcamp oder Fussball schauen, das Unperfekthaus ist prädestiniert dafür, etwas gemeinsam zu tun. Es ist ein Ort der Kreativität, gegründet und bis heute betrieben von Reinhard Wiesemann, dem es ein Anliegen ist, die Kultur zu den Menschen zu bringen. Wiesemann ist kein ausgebildeter Kulturmanager, beruflich nie im Kulturbetrieb tätig gewesen – aber dort künstlerisch, finanziell und unternehmerisch erfolgreich. Wie er das geschafft hat, das erzählt er beim 48. Treffpunkt KulturManagement, der am kommenden Mittwoch, den 27. August um 9 Uhr stattfinden wird.

Das Konzept des 2004 in Essen eröffneten Unperfekthauses basiert auf der Freiheit des Ausprobierens. Künstler bekommen dort die Möglichkeit, ihre Ideen frei umzusetzen, ohne Qualitätskriterien oder Vorgaben. Das Unperfekthaus ist aber auch ein Restaurant und Veranstaltungsort, der die Kunst und die Menschen zusammenbringen soll, damit sie sich gegenseitig inspirieren. Diese Idee funktioniert, das Haus trägt sich finanziell selbst, es wertet das Viertel und die gesamte Kreativszene Essens auf.

Doch für Wiesemann ist damit nicht Schluss. Das, was er in zehn Jahren Unperfekthaus über Kultur und Werte gelernt hat, möchte er weiter geben und sucht dafür immer neue Ideen und Konzepte – sei es ein Mehrgenerationen-Kultur-Haus, ein Businesshotel oder eine Kooperation mit der Kirche. Seine Ideen entstehen nicht am unternehmerischen Reißbrett. Stattdessen überlegt Wiesemann, was die Menschen brauchen, wo die Lücken sind und wie man sie so mit Kultur füllen kann, dass sie sich rentieren.

Wiesemanns Ideen sind vielfältig und ungewöhnlich, aber trotzdem auch auf andere Städte und Kreativorte übertragbar (Mehr dazu im KM Magazin August 2014). Beim Treffpunkt KulturManagement spricht Wiesemann nun über Visionen für die Kreativwirtschaft, unternehmerischen Realitätssinn und darüber, Menschen für Kultur zu begeistern.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 27. August, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 27. August dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 27.08.2014 von 09:00 bis 10:00
Thema: Das Unperfekthaus Essen
Gast: Reinhard Wiesemann

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Treffpunkt KulturManagement: Location Based Services verbinden online und offline

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Zugegeben, es ist jetzt nicht wirklich neu, wenn ich an dieser Stelle darauf aufmerksam mache, dass die Online- und die Offlinewelt immer mehr zusammenwachsen. Mobile Endgeräte sorgen dafür, dass wir ständig online sind und technologische Entwicklungen wie etwa Augmented Reality sorgen dafür, dass wir die reale und die virtuelle Welt zusammen durch ein Browserfenster sehen können. Derzeit versuchen wir noch, dafür den richtigen Begriff zu finden. Bei Frank Tentler sind es die Smartplaces, ich spreche eher vom digitalen Raum. Aber letzten Endes werden all diese Begriffe wieder verschwinden, weil es in nicht allzu ferner Zukunft nur noch den einen Raum geben wird, in dem die digitale Komponente eine Selbstverständlichkeit sein wird.

Das Rubens House in Antwerpen hat einen bemerkenswerten ersten Schritt in diese Richtung getan. Während wir schon stolz sind, überhaupt im Web ordentlich vertreten zu sein, setzt man dort auf iBeacon, einen im letzten Jahr von Apple eingeführten, „proprietäre(n) Standard für die Navigation in geschlossenen Räumen“, wie es im Wikipedia-Eintrag heißt. Die belgische Firma Prophets hat für das Museum eine App entwickelt, die auf diesen neuen Standard aufbaut und den BesucherInnen des Hauses genau dort zusätzliche Informationen liefert, wo sie sie brauchen. Das Video zeigt recht schön, worin der Mehrwert besteht, wenn ich das Haus besuche.

iBeacon setzt dabei auf Bluetooth und sendet eine Push-Mitteilung, wenn ich in die Nähe des jeweiligen Senders („Beacon“) komme (siehe dazu: „Prophets brings Rubens to life with iBeacon„).

Nun wird sich nicht jeder gleich so eine App leisten können, zumal es auch hier erst der entsprechenden Konzepte bedarf, aber es gibt ja auch noch Location Based Services, die ebenfalls eine Brücke zwischen Online- und Offlinewelt schlagen und für Kultureinrichtungen von Interesse sein sollten.

Wenn Sie wissen wollen, wie diese ersten Schritte aussehen können und mehr Informationen zu iBeacon bekommen wollen, dann lade ich Sie zum 47. Treffpunkt KulturManagement am 23. Juli 2014 um 9 Uhr ein. Zu Gast ist Rouven Kasten, Social Media-Berater bei der Agentur result und gleichzeitig Organisator des stARTcamps in Köln am 27. September.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 23. Juli, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 23. Juli dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden. Ich freue mich, wenn Sie dabei sind.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 23.07.2014 von 09:00 bis 10:00
Thema: Location Based Services
Gast: Rouven Kasten

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Kulturmarketing: ein wenig Push, ein wenig Pull und jede Menge Datenmaterial

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Bild: Graph With Stacks Of Coins„; von Ken Teegardin (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

In seinem Vortrag „Von der Push- zur Pull-Kultur“ hat Carsten Winter, Professor für Medien- und Musikmanagement an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, vor vier Jahren auf der stARTconference recht schön beschrieben. welchen fundamentalen Wandel wir, hervorgerufen durch die technologischen Entwicklungen, gerade erleben (eine erweiterte Fassung seines Vortrags ist zu finden in: Social Media im Kulturmanagement (Affiliate Link)). Aber die schöne heile Welt hielt nicht lange, durch den Gang an die Börse ging bei Facebook die Entwicklung eher wieder in die andere Richtung, zurück zur Push-Kultur. Wer aber auf bezahlte Postings setzte, dem wurde schnell vorgeworfen, Social Media nicht zu verstehen und das Social Web zugrunde zu richten. Viel hat sich nicht geändert, auch heute stehen die meisten den bezahlten Postings eher kritisch gegenüber. In der Diskussion bewegen wir uns häufig auf der Werteebene, es ist ja auch nicht so leicht, Argumente dafür oder dagegen zu finden.

Umso interessanter ist ein Blogbeitrag, den Christian Holst, Mitbegründer der stARTconference und Referent für Marketing und Social Media am Opernhaus Zürich, vor einiger Zeit verfasst hat. In seinem Beitrag „Content war King“ beschreibt er recht detailliert, warum es für die Oper in Zürich Sinn macht, auf bezahlte Postings zu setzen. Mit dem Aufkommen der Pull-Kultur sei das Push-Marketing aber nicht abgeschafft worden, meint Holst. Die Oper Zürich setzt seit einiger Zeit auf bezahlte Postings und hat damit sehr gute Erfahrungen gesammelt, denn die Kosten pro verkauftem Ticket liegen weit unter denen anderer Kanäle. Um das herauszufinden, bietet Facebook sogenannte Conversion Pixel an, mit deren Hilfe sich die Investitionsrendite von Facebook-Werbeanzeigen messen lässt.

Christian Holst hat zu diesem Thema schon beim stARTcamp RuhrYork im Dortmunder U eine Session gehalten und nicht nur interessante Zahlen präsentiert, sondern auch eine spannende Diskussion ausgelöst. Ich persönlich bin froh, dass wir so allmählich dazu übergehen, den Erfolg unserer Social Media-Aktivitäten mit Zahlenmaterial zu untermauern. Als ich in den letzten zwei Jahren hier im Blog einige Beiträge über den Return on Investment schrieb, wurde sehr oft behauptet, man wolle und könne den Erfolg von Social Media nicht messen. Das Beispiel der Oper Zürich zeigt, dass man mittlerweile sehr wohl den Erfolg der eigenen Kampagnen auf Facebook messen kann, allerdings muss man natürlich schauen, in welchem Umfeld so eine (Facebook)-Kampagne läuft. Oft greift so eine  einzelne Kennzahl zu kurz, denn ich würde zum Beispiel behaupten, dass die Reputation ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor einer solchen Kampagne sein kann. Eine bekannte Kultureinrichtung, der viele UserInnen vertrauen, tut sich mit einem bezahlten Posting (und damit gekaufter Reichweite) wesentlich leichter, jemanden auf diesem Weg zum Kauf eines Tickets zu animieren als eine völlig unbekannte und kleine Kultureinrichtung, die noch niemand kennt.

Außerdem werden beim Conversion Tracking, das Facebook anbietet, natürlich alle anderen Aktivitäten ausgeblendet. Vielleicht habe ich in der Stadt Zürich, um bei diesem Beispiel zu bleiben, die Plakate der nächsten Operninszenierung gesehen, in der Zeitung ein Interview mit dem Regisseur gelesen und werde durch dieses (bezahlte) Posting endgültig dazu animiert, mir ein Ticket zu lösen. Oder ich werde daran erinnert.

Aber auch wenn es sich hier nur um eine einzelne Kennzahl handelt, so geht doch die Entwicklung genau in diese Richtung. Ein aktuelles Blogpost auf der Seite der Beraterfirma McKinsey macht deutlich, dass Marketing zukünftig immer mehr auf die Analyse von Datenmaterial setzen wird. In „Using marketing analytics to drive superior growth“ vetreten die Autoren den Standpunkt, dass es mittlerweile zwar sehr viele Möglichkeiten gebe, an Kennzahlen zu kommen, es nun aber darum gehe, diese miteinander zu verknüpfen, um am Ende den „Marketing Return on Investment“ (MROI) errechnen zu können, denn

„(w)e believe that taking an integrated analytics approach is the key to uncovering meaningful insights and driving above-market growth for brands“.

Mit dem von Christian Holst beschriebenen Conversion Tracking ist ein erster Schritt getan, weitere werden folgen müssen. Der „integrated analytics approach“ setzt aber voraus, dass wir uns in einem ersten Schritt überlegen, welche Ziele wir eigentlich verfolgen, um dann heraus zu finden, mit welchen Kennzahlen wir den Erfolg abbilden können.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten, lade ich Sie ganz herzlich zum 46. Treffpunkt KulturManagement ein, der am 25. Juni 2014 von 9 bis 10 stattfindet. Zu Gast ist am Mittwoch Christian Holst, die Veranstaltung findet online statt.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 25. Juni, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 25.06.2014 von 09:00 bis 10:00
Thema: Zurück zum guten alten Push-Marketing?
Gast: Christian Holst (Opernhaus Zürich/Referent für Marketing und Social Media)
Link: https://proj.adobeconnect.com/treffpunktkulturmanagement/

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Virtuelle Museen: Alternative oder Ergänzung?

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Vorweg: Man möge es mir bitte nachsehen, wenn ich in den letzten zwei Monaten kaum zum Bloggen gekommen bin. Das soll sich ab sofort wieder ändern.

Das Museum im Internet, es gibt wohl wenige Dinge, vor denen sich die Museumsverantwortlichen mehr gefürchtet haben. Vielleicht erinnern Sie sich noch, als die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein virtuelles Abbild ihrer Galerie in Second Life einrichteten. Aber dieses Angebot wurde kaum angenommen und so war es folgerichtig, dass 2011 das Ende der virtuellen Dependance angekündigt und die Pforten geschlossen wurden.

Im gleichen Jahr ging Google Art Project an den Start, mit dem der Internetkonzern die Kunst dieser Welt in bestechender Qualität auf unsere Bildschirme brachte. Christian Gries bemängelte noch im letzten Jahr die Zurückhaltung der deutschen Museen bei diesem Vorhaben, heute sind es schon etliche mehr. Macht Google damit den Museen Konkurrenz, fragte Delia Marshall vor wenigen Tagen in einem Blogbeitrag und kommt zu dem Ergebnis, dass dieses Projekt, auch wenn die Qualität beeindruckend ist, immer nur als Ergänzung des Museumsbesuchs vor Ort angesehen werden kann.

Auch in Münster geht es um Ergänzungen, allerdings auf etwas andere Weise. Da das LWL-Museum für Kunst und Kultur wegen Um- und Neubauarbeiten derzeit geschlossen ist (siehe dazu den Blogbeitrag von Claudia Wagner), hat man sich dazu entschlossen, die rund zwei Jahre Bauzeit mit einem virtuellen Museum zu überbrücken. Was macht so ein Museum, was kann so ein Museum, um diese und andere Fragen ging es bei einem Bloggertreffen, zu dem die Projektverantwortliche von Museum 24/7, Michelle van der Veen am Vortag des stARTcamps in Münster (dazu plane ich noch einen eigenen Beitrag) eingeladen hatte.

Mich hat das Thema an die Veranstaltung der internationalen Jugendbibliothek in München erinnert, bei der wir einen Tag lang über “Literaturausstellungen im virtuellen Raum” diskutiert haben.

Wer sich das Museum 24/7 anschauen möchte, installiert ein Plugin und schon kann es losgehen. Zwar wird im Folder darauf hingewiesen, dass es sich hier nicht um eine originalgetreue Kopie des Museums handelt, aber einige prägnante Merkmale des Neubaus wurden bewusst übernommen.

Ein virtuelles Museum ist eine ziemliche Herausforderung, denn die Erwartungen der UserInnen können sehr unterschiedlich ausfallen. Ich persönlich bin im Netz eher auf der Suche nach Informationen, wenn es um KünstlerInnen oder Ausstellungen geht. Oder nach Fotos. Aber einen virtuellen Raum benötige ich dafür nicht unbedingt. Der ist in meinen Augen dann interessant, wenn es die Möglichkeit gibt, mit anderen UserInnen oder ExpertInnen zusammen zu treffen (Man kann aber auch einen Schritt weiter gehen, siehe dazu mein Blogpost „Partizipation: Wie das Publikum in das eigene Projekt einbinden?„). Genau so etwas bietet das Museum 24/7 an und zwar in Form eines Text- oder Voicechat. Eine gute Idee, allerdings hatte ich bis jetzt immer das Problem, alleine in diesem virtuellen Raum zu sein. Da macht der Chat dann nur halb so viel Spaß. ;-) Aber das Museum bietet auch virtuelle Führungen an, da ist so ein Chat dann natürlich eine feine Sache. Partizipative Ansätze sind das Um und Auf, nicht nur bei virtuellen Ausstellungen. Auch in den Ausstellungsräumen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Second Life war ich grundsätzlich alleine. Und irgendwann hat man dann aufgegeben.

Die Frage ist, was man mit diesem virtuellen Raum überhaupt für Ziele erreichen möchte? Ich vermute, Google geht es mit seinem Projekt um etwas ganz anderes wie beispielsweise dem LWL-Museum. Spannend wäre jetzt die Frage, wem es dabei eher um Marketing geht: Google oder dem Museum? Ich kenne die Antwort nicht, könnte mir aber vorstellen, dass Museen, die sich virtuell präsentieren, den Marketinggedanken schon im Kopf haben. Zumindest im Hinterkopf. Aber vermutlich hat das Google auch, aber anders.

Dass es dem LWL-Museum schon um Information geht, sieht man, wenn man sich durch die zehn virtuellen Ausstellungsräume bewegt, denn neben den Kunstwerken befindet sich ein Button, über den man dann an das Infomaterial kommt.

Museum 24/7

Interessant wäre es herauszufinden, warum die UserInnen eigentlich so ein Museum besuchen? Ich habe im Netz nach Informationen darüber gesucht, bin aber leider nicht fündig geworden. Aber die Motive, so eine Seite zu besuchen, würden mich schon interessieren. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich hauptsächlich die Suche nach Informationen ist? Ein Ergebnis bei der Veranstaltung in München war, dass man die UserInnen vor allem emotional ansprechen muss. Wären sie nur auf Informationssuche, könnte man sich das, so denke ich, sparen. Klar ist aber auch, dass viel davon abhängt, welche Ziele mit so einem virtuellen Museum verfolgt werden.

Die Diskussion beim Bloggertreffen war spannend, aber klare Antworten haben wir nicht gefunden (siehe dazu das Blogpost von Michelle van der Veen „Virtuelle Museen beim Bloggertreffen„). Nun gibt es eine zweite Gelegenheit, über das Thema virtuelle Museen zu diskutieren. Michelle van der Veen wird nämlich beim nächsten Treffpunkt KulturManagement zu Gast sein. Stattfinden wird er schon am kommenden Mittwoch, also am 23. April, wie gewohnt von 9 bis 10 Uhr und natürlich sind wieder alle herzlich dazu eingeladen.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 23. April, um 09 Uhr einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles am 23. April dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort anmelden.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 23.04.2014 von 09:00 bis 10:00
Thema: Das virtuelle Museum
Gast: Michelle van der Veen (hier geht es zu ihrem neuen Blog MuseumsGlück)