Monthly Archives of: Juni 2007

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Eine kleine Pause

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Nachdem ich nun seit Anfang Januar fast täglich hier in das Blog schreibe, gönne ich mir und allen LeserInnen eine zweiwöchige Pause. Ich bin die nächsten 14 Tage in Kroatien und werde in dieser Zeit nur ab und zu ein Internetcafe aufsuchen.

Ich hatte mir im Vorfeld überlegt, schon „vorzuschreiben“, aber nachdem meine Beiträge gar nicht so sehr von langer Hand geplant sind, habe ich diese Idee wieder verworfen. GastbloggerInnen einzuladen wäre natürlich auch eine Idee gewesen, aber das erfordert doch einiges an Vorbereitung und dafür war dann die Zeit zu knapp.

Aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, ganz bewusst eine Pause einzulegen und dann voller Ideen wieder durchzustarten. Und was für mich gilt, kann ja auch für diejenigen Gültigkeit besitzen, die seit mehreren Tagen, Wochen oder Monaten in diesem Blog mitlesen.

197 Beiträge sind es mittlerweile geworden und die Zahl der Kommentare hat auch stetig zugenommen. Das motiviert und ist natürlich eine Verpflichtung für die Zukunft. Danke allen, die dazu beigetragen haben, dass ich bis heute sehr viel Spaß am Bloggen habe und ihn hoffentlich auch weiter haben werde.

Am 8. Juli werde ich wieder gut erholt vor dem Computer sitzen und die nächsten 197 Beiträge angehen. Bis dahin einen hoffentlich sonnigen und angenehmen Sommer.

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EU-Kulturförderung: Ergebnisse des ersten Calls

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Wenn man sich an einer Ausschreibung beteiligen möchte, ist es ja immer ganz hilfreich zu sehen, wer in den früheren Ausschreibungen wofür eine Förderung bekommen hat. Da ist es ganz fein, dass Brüssel gerade die Ergebnisse des ersten Calls des Kulturförderprogramms 2007-2013 veröffentlicht hat. Hier geht es zu den 1 bis 2-Jahres-Projekten und hier zu den Übersetzungsprojekten, die eine Förderung erhalten haben. 77 Anträge wurden übrigens bei den 1-2-Jahres-Projekten genehmigt, 42 bei den Übersetzungsprojekten.

Die Liste mit den Mehrjahresprojekten ist noch ausständig.

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Wie hätten es denn die JournalistInnen gerne?

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Der Umgang mit den Medien ist nicht ganz einfach, wie viele wahrscheinlich schon selbst erleben durften. Wann schickt man JournalistInnen einen Pressetext und vor allem wie macht man das?

Die einen sagen zum Beispiel, nie als Word-Dokument, andere wollen genau dieses Format, denn aus einem PDF kann man nicht so einfach kopieren. Bei den Fotos treten ähnliche Probleme auf. Welche Auflösung sollen sie haben und schickt man überhaupt unaufgefordert welche mit? Fragen über Fragen also.

Was gibt es da sinnvolleres, als die JournalistInnen selbst zu fragen, wie sie es denn gerne hätten? Genau das hat die Kommunikationsagentur Schrader zusammen mit dem Studiengang Public Relations der Fachhochschule Hannover getan. 218 Print- und OnlinejournalistInnen wurden im letzten Dezember befragt, nun wurden die Ergebnisse in einer Studie veröffentlicht.

Wer die 13 Seiten durchliest, bekommt einige ganz gute Tipps, um den JournalistInnen – und auch sich selbst – die Arbeit zu erleichtern. Da wäre zum Beispiel die Betreffzeile. Dort sollten neben dem Wort „Pressemitteilung“ auch das Thema und der Aussender zu finden sein. Die Frage, in welchem Format man die Email schicken soll, lässt sich nicht eindeutig beantworten. 44 % bevorzugen HTML, 56 % das reine Textformat. Mit dem Textformat ist man aber auf der sicheren Seite, wie es in der Studie richtig heißt, denn ich habe z.B. mein Mailprogramm auch so eingestellt, dass ich die Mails nur im Textformat erhalte.

Interessant sind die Antworten auf die Frage, wie JournalistInnen den Pressetext gerne bekommen. 40% möchten ihn direkt in der Mail haben, 39% als Word-Dokument im Anhang und 13% als PDF. Natürlich ist das PDF-Format sicherer als eine Word-Datei, aber die kann man gleich weiterverarbeiten. Am besten fragt man wohl oder man gibt die Meldung direkt in die Mail und hängt sie außerdem noch als Word-Dokument an.

Kommen dann auch noch andere Dateien dazu, z.B. Fotos, dann ist es nicht wirklich hilfreich, daraus ein großes zip-File zu machen. Zumindest sollte man dann in der Email darüber informieren, welche Dateien sich dahinter vestecken. Ein 5MB großes zip-File ohne Informationen wird ziemlich sicher nicht geöffnet, es sei denn, die Meldung wird erwartet.

Interessant auch, dass viele JournalistInnen die Pressemappe immer noch gerne in Papierform erhalten. Das ist in meinen Augen eine zweischneidige Sache. Zur Information reicht mir die elektronische Übermittlung. Schreibe ich über etwas, habe ich die Papierform ganz gerne, denn dann liegt der Text neben mir am PC und ich muss nicht ständig am Bildschirm hin- und herschalten.

Hilfreich auch die Antworten auf die Frage, wie man Bilder verschicken soll. Ist die Datenmenge nicht zu groß, kann man Fotos per Email schicken. Ab 1MB wird es dann aber kritisch. Interessant für mich ist, dass viele JournalistInnen bei großen Datenmengen die CD bevorzugen. Mir ist es ja lieber, wenn ich einen Link bekomme und mir die Fotos dort runterladen kann.

In der Studie, die man hier als PDF downloaden kann, erfährt man außerdem, welche Informationen eine Presseaussendung beinhalten sollte und was sich JournalistInnen von den PR-Agenturen wünschen. Eine sehr nützliche Studie, wie ich finde. Klein, aber fein.

Übrigens, wie man es nicht macht, schildert Volker Weber in einem Blogbeitrag (gefunden bei Robert Basic).

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Werbung oder Sponsoring?

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Viele werden die Situation kennen: Für ein Projekt wurden öffentliche Fördermittel beantragt, aber am Ende fehlt halt doch noch etwas Geld. In der Regel dauert es nicht lange, bis der Vorschlag auftaucht, doch noch Sponsoren zu suchen.

Abgesehen von der Tatsache, dass es dann eh schon zu spät ist, ist es aber auch wichtig, sich einmal vor Augen zu halten, warum Unternehmen Sponsoring überhaupt in Betracht ziehen. Worum geht es dem Unternehmen? Und warum Sponsoring und nicht Werbung?

Warum engagieren sich Unternehmen als Sponsoren?

Thomas Kilian hat zu diesem Thema auf seinem Blog Neukunden-Magnet einen 17-jährigen Schüler zu Wort kommen lassen. Finn Facklam macht gerade ein Praktikum in einer Werbeagentur und hat einen wirklich lesenswerten Beitrag über die Unterschiede von Werbung und Sponsoring geschrieben, wobei seine Perspektive die des Unternehmens ist, das sich zwischen beiden Alternativen entscheiden muss.

Gemeinsam ist beiden, so Facklam, dass eine Partei die andere bezahle und sich dadurch mehr Erfolg in der Zukunft erhoffe. Der Unterschied zwischen Werbung und Sponsoring liegt nun im Weg, der dafür eingeschlagen wird. Facklam schreibt:

„Bei Werbung liegt die Verantwortung auf dem Unternehmen, das für sich und seine Produkte wirbt.“

Anders beim Sponsoring:

„Beim Sponsoring hingegen versucht der Sponsor nicht, sein Produkt oder seine Leistungen möglichst gut darzustellen und anzupreisen, sondern verlässt sich auf die Verbreitung durch den Gesponserten.“

Ein unbekanntes Unternehmen profitiert vom Sponsoring nicht

Facklam erkennt bei beiden Varianten Vor- und Nachteile. Interessant finde ich, dass er unbekannten Unternehmen rät, nicht als Sponsor aufzutreten, da man ihr Logo vermutlich nicht erkennen würde und der Werbeeffekt daher verpuffen würde. In diesem Fall nützt es dann auch nichts, wenn der Gesponserte einen hohen Bekanntheitsgrad hat.

Andersherum ist es meiner Meinung nach genauso. Ein bekannter Sponsor kann nicht damit rechnen, dass es dem eher unbekannten Sponsornehmer gelingt, die entsprechende Werbewirksamkeit zu erzielen.

Für mich als Kultureinrichtung geht es also auf der Suche nach Sponsoren darum, Unternehmen zu finden, die der Größe meiner Organisation entsprechen. Das gilt natürlich nur, wenn ich dem Sponsor Angebote mache, bei denen ich in Richtung Werbewirksamkeit argumentiere. Das ist dann der Fall, wenn zum Beispiel die Logos in Programmheften oder auf Plakaten abgedruckt werden.

Das heißt nun nicht, dass ich als kleine unbekannte Kultureinrichtung nicht auch große Unternehmen ansprechen darf. Nur müssen meine Angebote dann anders aussehen. Wie, darüber habe ich hier schon einmal geschrieben.

Foto: Alexas Fotos auf Pixabay

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Corporate Blog Studie: Bitte mitmachen

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Die StudentInnen der Universität in Fribourg (Schweiz) beschäftigen sich mit den RezipientInnen von Corporate Blogs.und haben für ihre Masterarbeit einen Fragebogen entwickelt. Die genauen Ziele sind auf Robert Basic’s Basic Thinking Blog zu finden.

Nachdem ich hier ein Corporate Blog betreibe und für den Fragebogen nur 10 Minuten nötig sind, wäre es nett, wenn hier die/der eine oder andere den Fragebogen anklickt und dazu beiträgt, dass wir mehr über die erfahren, die mein bzw. andere Corporate Blogs lesen.

Hier geht es zum Fragebogen.

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Das Royal National Theatre nutzt YouTube

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Mit dem Aufkommen der Foto- und Videoplattformen ergeben sich für Kulturbetriebe ganz neue Möglichkeiten, potenzielle BesucherInnen zu erreichen. Die klassischen Kommunikationswege sind bekannt und werden von den meisten mehr oder weniger erfolgreich genutzt. Auf Foto und Videos, Blogs, Wikis, Pod- und/oder Vidcasts setzen dagegen die wenigsten. Über mögliche Gründe habe ich ja bereits geschrieben (z.B. hier).

Was kann man tun, um jemanden von etwas zu überzeugen? Man bringt Beispiele. Und genau das mache ich heute. Über Chad M. Bauman’s Weblog Arts Marketing bin ich auf das Royal National Theatre in London gestoßen.

Credit: Stephen Cummiskey

Das Theater ist im mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Da ist einerseits die Website, auf der sich nicht nur Pod- und Vidcasts finden, die die BesucherInnen der Website mit Informationen versorgen. Nein, die Website bietet außerdem die Möglichkeit, sie per RSS-Feed zu abonnieren. Das heißt, ich sehe in meinem RSS-Reader, wenn es Neuigkeiten auf der Website gibt und kann im Reader gleichzeitig erkennen, um was für Neuigkeiten es sich handelt.

Nur die wenigsten von uns schauen wohl halbwegs regelmäßig auf die Websites von Kultureinrichtungen. Meist geschieht das, wenn man das Programm sucht, Informationen zu einer Ausstellung oder einer Inszenierung sucht, beziehungsweise vielleicht online Karten bestellen möchte. Aber ansonsten? Doch wohl eher nicht.

Mit RSS mache ich es den BesucherInnen meiner Website sehr viel einfacher, sich auf dem Laufenden zu halten.

Zurück zum Royal National Theatre: Das Theater beschränkt sich nicht nur auf seine Website, sondern hat darüber hinaus bei Youtube einen eigenen Channel plaziert. Ähnlich wie wir es vom Kino her kennen, finden sich dort kurze Trailer, mit denen die aktuellen Inszenierungen angekündigt werden. Hier ist zum Beispiel der Trailer zur Inszenierung von Gorkis „Kleinbürger“.

Wie man sieht, ist der Aufwand gar nicht so groß. Und was wichtig ist, der Trailer dauert nur etwa zwei Minuten. Das wird allgemein als Obergrenze angesehen, spätestens zu diesem Zeitpunkt haben die meisten ZuseherInnen bereits weitergeklickt.

Aber die Trailer haben noch einen weiteren Vorteil. Sie lassen sich auf fast jede Website (so wie in diesem Fall) einbinden, was zur weiteren Verbreitung beiträgt. So kann es passieren, dass man plötzlich mit einem „kleinen“ Trailer ein Millionenpublikum erreicht. So weit ist das Royal National Theatre noch nicht, denn den Youtube-Channel gibt es wohl noch nicht so lange. Die mittlerweile 21 Videos (Trailer und Interviews) wurden alle in den letzten drei Wochen online gestellt.

Daher sind auch die Zugriffszahlen noch nicht sonderlich hoch. Das „Kleinbürger“-Video ist mit knapp 1.100 Zugriffen einsamer Spitzenreiter, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass es im Arts Marketing-Blog erwähnt und verlinkt worden ist. Und genau darum geht es. Viele Links generieren und so die Aufmerksamkeit auf den Trailer beziehungsweise die Inszenierung lenken.

Das ist aber nur der erste Teil der Übung. Im nächsten Teil geht es um die Qualität der Inszenierung. Die gehört nämlich auch in Zeiten von Web 2.0 immer noch dazu.

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Kulturförderung in der Schweiz

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Beatrice Krause, Betreiberin des Weblogs search4art verweist in einem Beitrag auf eine interessante Informationsplattform in der Schweiz. kulturfoerderung.ch sammelt Informationen unter anderem über Förderungen, Stiftungen, Stipendien und Wettbewerbe. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Schweiz, aber das Ausland kommt nicht zu kurz.

Die vom Bundesamt für Kultur und Kulturprozent Migros angebotene Informationsdienstleistung steht in vier Sprachen zur Verfügung und erlaubt umfangreiche Recherchen. Ein hilfreiches Angebot.

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Der (schwierige?) Umgang mit KünstlerInnen

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Gleich zwei Blogs haben in den letzten Tagen festgestellt, dass der Umgang mit KünstlerInnen nicht immer einfach ist. Der unkultur-Blog hat sich dabei die Beziehung zwischen KünstlerInnen und KulturmanagerInnen angeschaut und im ersten von zwei Beiträgen herausgefunden, dass es verschiedene Arten von KünstlerInnen gibt. Da sind diejenigen,

„die äusserst organisiert, strukturiert und pünktlich sind, sich vorzüglich vermarkten, sich selbst trotz alldem treu bleiben und wunderbare Kunst schaffen“.

Deren Gegenteil wird dann so beschrieben:

„Chaotisch, unorganisiert, unkommunikativ, unzuverlässig, egozentrisch, impulsgetrieben und angeblich nur durch all diese Eigenschaften fähig, inspiriert zu arbeiten“.

Hiervon gibt es noch eine Untergattung, die in dem Beitrag so beschrieben wird:

„Solange es um ihre Kunst geht, sind sie äusserst eloquent, strukturiert und diszipliniert. Sobald es aber um etwas Organisatorisches geht – im Zusammenhang mit ihrer Kunst, was sie jedoch ignorieren – mutieren sie urplötzlich, von einer Minute auf die andere, zu wortkargen wenn nicht stummen, chaosbejahenden, unberechenbaren, narzisstischen Wesen“.

Heraus kommt am Ende der unverstandene Künstler (eher selten die unverstandene Künstlerin, oder?), der sich nun darin gefällt, die entsprechenden Klischees zu bedienen. Auf welche Weise er das tut, wird dann im zweiten Teil des Beitrags recht anschaulich beschrieben.

Thomas Scheuer hat in einem Beitrag seines Dienstleistungsmarketing-Blog die Beziehung von KünstlerInnen zu ihren „Kunden angesprochen. Im Rahmen eines Seminars erklärte ihm eine Künstlerin, dass Marketing als „Verpackung“ die KundInnen täuschen könne, weshalb es eigentlich kein Marketing bräuchte.

Scheuer hält diesen Ansatz für falsch, denn „das Sichtbare ist für unser Gehirn immer Indikator für die unsichtbare Leistung“. Da wir häufig nicht über die nötige Fachkompetenz haben, um verschiedene Leistungen miteinander zu vergleichen, erfolgt die Auswahl eben meist über die „Verpackung“. Scheuers Schlussfolgerung:

„Schon komisch irgendwie – die Einrichtungen jammern weil die Budgets eingeschmolzen werden. Auf der anderen Seite sind sie aber aufgrund ihres grenzenlosen Idealismus nicht bereit, auf potenzielle Kundschaft zuzugehen und neue Märkte aufzutun. Als Künstler verstehen sie sich nicht als ‚Dienstleister‘ – und ‚Kunden‘ haben sie schon gar nicht. Dabei würde das eine das andere nicht ausschließen.“

Ich kann das, was in beiden Blogs über KünstlerInnen geschrieben worden ist, aus eigener Erfahrung bestätigen. Eine Einschränkung möchte ich aber machen. Solche Verhaltensweisen legen Menschen an den Tag, nicht KünstlerInnen. Ich kenne nämlich auch genügend Beispiele aus anderen Bereichen, in denen man selbiges erleben kannmuss.

Das soll jetzt aber keine Rechtfertigung sein, ganz im Gegenteil. Ich habe auch so meine Probleme mit Menschen, die ihr teilweise einfach nur schlechtes Benehmen als schöpferische Quelle zu legitimieren versuchen, auf der anderen Seite aber die Worte Toleranz und Rücksichtnahme nicht kennen. Aber wie gesagt: das ist das Problem einzelner Personen.

Zurück zu den beiden Beiträgen, die ja KünstlerInnen als Teil eines Marktes sehen, den ebendiese oftmals ablehnen. Ich denke, ich als KünstlerIn muss selbst entscheiden können, ob ich mich meinem Verständnis nach auf einem Markt bewege oder ein anderes Modell wähle. Das ist zu respektieren. Problematisch ist es aber, wenn KünstlerInnen den Markt per se als etwas Schlechtes abtun und alle, die sich auf ihm bewegen, verurteilen. Leben und leben lassen müsste da eigentlich die Devise lauten.

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Der Fundraising-Würfel

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In ihrem Handbuch Fundraising. Spenden, Sponsoring, Stiftungen in der Praxis erwähnt Marita Haibach auch den „TFRS Fund Raising Cube“, einen Würfel, den die AbsolventInnen des Fundraising-Grundkurses an der TFRS (The Fund Raising School) erhalten. Seine sechs Seiten beschreiben die unterschiedlichen Aspekte, „deren Zusammenspiel Fundraising zu einem erfolgreichen Ganzen macht“, wie Haibach schreibt.

Auf den sechs Seiten steht:

  • Management
  • Dynamische Funktionen
  • Bereitschaft der Organisation
  • Menschliche Ressourcen
  • Märkte
  • Methoden des Fundraising

Ich bin von der Idee, den AbsolventInnen des Kurses einen Würfel mitzugeben, ziemlich angetan. Der Würfel auf meinem Schreibtisch wird mich beim Anschauen immer an meinen Kurs und damit an TFRS erinnern.

Was können Kultureinrichtungen ihren BesucherInnen mitgeben, damit diese sie nicht vergessen?

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Pressearbeit: So bitte nicht!

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Durch meine Nebentätigkeit als Journalist für ein IT-Magazin bin ich ja in einer privilegierten Position. Einerseits schreibe ich für Kunst- und Kultureinrichtungen die Pressetexte und andererseits erlebe ich als Journalist quasi die Gegenseite. Auf diese Weise erlebe ich hautnah, was mir die Arbeit als Journalist erleichtert und was eher das Gegenteil bewirkt. So wie hier geschildert, sollte man eher nicht mit JournalistInnen umgehen, wenn man möchte, dass über die eigene Organisation (positiv) berichtet wird.

Auch für ein IT-Magazin ist es immer wieder interessant, zu einem auch politisch relevanten Thema die jeweiligen FachministerInnen zu Wort kommen zu lassen. Mündliche geführte Interviews haben zwar durchaus ihren Reiz, oft ist es aber sinnvoller, Fragen und Antworten auf schriftlichem Weg auszutauschen. Die Antworten fallen ergiebiger aus und man ist zeitlich unabhängiger.

In der Praxis sieht das dann so aus, dass man unverbindlich anfragt und in der nächsten Mail die Fragen mitsamt den nötigen Zusatzinformationen wie z.B. verfügbarer Platz und Deadline schickt. Dieser Prozess dauerte in dem hier beschriebenen Fall schon mal ungewöhnlich lang und hätte bei einer/einem „unwichtigeren“ GesprächsparterIn wahrscheinlich zur Aufgabe geführt.

Ich habe durchgehalten. Zwei Tage, nachdem die Deadline abgelaufen war und ich noch keine Antwort bekommen hatte, habe ich den verantwortlichen Pressesprecher angerufen. Die Antworten noch nicht ganz fertig zu haben, ist ja in Ordnung. Dafür kalkuliert man auch immer eine Zeitreserve ein, denn es kann immer etwas dazwischenkommen. Gute PressesprecherInnen rufen dann vielleicht an und erklären die Verspätung. Aber ok, Kommunikation ist ein sehr komplexer Bereich.

Bei meinem Anruf stellte sich dann aber heraus, dass es nicht um eine Verspätung ging, sondern der Herr Pressesprecher die Mail noch gar nicht aufgemacht hatte. Nachdem ich ihm Datum und Uhrzeit dieser Mail nennen konnte, war die Suche zwar peinlich, aber sie dauerte wenigstens nicht so lange. Da die Fragen nicht so kompliziert waren, versprach er mir die Antworten bis zum Abend.

Am Abend passierte, jeder ahnt es bereits, nichts. Meine Frage am nächsten Morgen, wo denn die Antworten seien, beantwortete er mit einer erstaunten Gegenfrage, ob ich sie wirklich noch nicht bekommen hätte? Nein, hatte ich nicht und bekam daraufhin versichert, ich würde gleich eine Mail mit den Antworten bekommen.

Eine Mail bekam ich zwar, nur leider enthielt sie nicht das, worauf ich nun schon ein paar Tage wartete. In ihr versicherte mir eine zweite Person, dass ich die Antworten innerhalb der nächsten 3 Stunden bekommen würde.

Auch diese Frist verstrich und ich erlaubte mir, etwa zwei Stunden später nachzufragen, ob es Probleme gebe? Die Probleme gab es wohl, allerdings wollte man sie mir wohl nicht mitteilen, denn eine Antwort erhielt ich nicht.

So sitze ich jetzt vor meiner Mailbox und überlege, ob ich die Antworten, so sie jemals kommen, überhaupt noch verwenden soll. Nachdem ich meine Zeit in solchen Fällen sehr großzügig kalkuliere, geht sich das alles sicher noch aus. Auch wenn ich daher die Antworten aus dem Ministerium wohl noch verwenden werde, ist eines sicher: Eine zweite Anfrage wird es sicher nicht geben.

Ein/e MinisterIn kann sich das unter Umständen (eine Zeit lang) leisten. Eine Kultureinrichtung hingegen nicht. Aber die agieren ja auch nicht so unprofessionell, oder?