Monthly Archives of: August 2007

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Sponsoren mögen Festivals

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Das behauptet der Stiftungsratvorsitzende des Schleswig-Holstein Musik Festivals Sven Murmann im Gespräch mit der Hamburger Kultursenatorin Karin v. Welck und erlaubt mir so einen fließenden Übergang von meinem gestrigen Beitrag „Zehn Tipps für die Suche nach Sponsoren„. Zu sehen ist das Gespräch im bereits vierten von der Hamburger Kulturbehörde produzierten Kultur-Videopodcast. Bei meinem Hinweis auf die erste Ausgabe des Kulturpodcast hatte mich noch die etwas steife Art der Kultursenatorin gestört. Mittlerweile macht sie das recht souverän und wenn ich mich nicht täusche, dann machen ihr die Video-Podcasts durchaus Spaß.

Wenn Sie wissen wollen, wie Murmann zu seiner Einschätzung kommt, schauen Sie sich das Video an.

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Zehn Tipps für die Suche nach Sponsoren

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Warum das Thema Sponsoring für den Kunst- und Kulturbereich so wichtig ist, muss ich hier wohl nicht mehr ausführen. Wir alle kennen die Situation, wenn die öffentliche Unterstützung nicht ausreicht, um das eigene Vorhaben zu realisieren.

Viele von uns haben die Erfahrung gemacht, dass es in einer solchen Situation in der Regel schon zu spät ist, um Sponsoren noch das Projekt schmackhaft zu machen und so die Finanzierung zu sichern. Die Suche nach Sponsoren ist ein langfristiges Projekt, das man sehr sorgfältig angehen sollte.

Worauf muss ich aber achten, wenn ich mich auf Sponsorensuche begebe? Die folgenden zehn Tipps sollen Sie dabei unterstützen, Sponsoren für Ihre Projekte oder Ihren Kulturbetrieb zu finden und Ihre Ideen in die Tat umzusetzen.

  1. Entwickeln Sie Ihr Leitbild: Welche Ziele verfolgen Sie und wie wollen Sie diese Ziele erreichen? Erst wenn Sie selbst wissen, wer Sie sind, können Sie das an andere weitergeben.
  2. Machen Sie auf sich aufmerksam: Sorgen Sie dafür, dass man Sie kennt und Sie nicht erst zehn Minuten lang erklären müssen, wer Sie sind und was Sie machen. Das heißt, bevor Sie das Thema Sponsoring in Angriff nehmen, müssen Sie erst drei Aufgaben erledigen: Kommunizieren, kommunizieren und noch einmal kommunizieren.
  3. Finden Sie heraus, welches Image Sie haben und wer Ihre BesucherInnen sind: Das Wissen darüber, wie Sie nach außen wirken und welches Publikum bei Ihnen anzutreffen ist, ist die Voraussetzung für eine funktionierende Sponsoring-Partnerschaft.
  4. Schätzen Sie Ihre eigenen Ressourcen ein: Das beste Sponsoringkonzept hilft Ihnen nichts, wenn niemand Zeit hat, es umzusetzen. Schätzen Sie deshalb realistisch ein, was für Sie machbar ist.
  5. Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Sponsoring-„Markt“: Was macht die Konkurrenz und welche Vorteile bringt Unternehmen Kultur- oder Kunstsponsoring? Machen Sie sich ein Bild, um darauf reagieren und die richtigen Angebote entwickeln zu können.
  6. Legen Sie fest, wofür Sie Sponsorpartner suchen: Je bekannter Sie sind, desto eher haben Sie die Möglichkeit, einen Sponsor zu finden, der Ihre Organisation unterstützt. Je weniger bekannt Sie sind, desto mehr werden Sie sich auf das Projektsponsoring konzentrieren.
  7. Erstellen Sie ein aussagekräftiges Sponsoringkonzept mit den entsprechenden Leistungsangeboten: Fassen Sie auf maximal zwei Seiten zusammen, worum es Ihnen geht und wie Sie sich die Sponsoring-Partnerschaft vorstellen.
  8. Finden Sie die richtigen Sponsoringpartner: Welches Unternehmen kommt für Sie als potenzieller Sponsor in Frage? Wenden Sie sich nicht an die Unternehmen, die bekannt dafür sind, dass sie Sponsoring betreiben, sondern begeistern Sie die Firmen, die es bis jetzt noch nicht versucht haben. Und achten Sie darauf, dass die Größe des Unternehmens mit der ihrer Organisation korreliert. Der kleine Kulturverein und die Fluggesellschaft, das passt in der Regel nicht zusammen.
  9. Sprechen Sie Ihren potenziellen Sponsoringpartner richtig an: Vermeiden Sie es, kalte Kontakte ansprechen zu müssen. Versuchen Sie vom ersten Tag an, Kontakte zu für Sie interessanten Firmen zu knüpfen. Erstes Ziel bei der Kontaktaufnahme ist es dann, einen persönlichen Termin bei der für Sponsoring verantwortlichen Person zu bekommen. Erst dort geht es darum, ins Geschäft zu kommen.
  10. Pflegen Sie die Kontakte zu den Firmen: Ob ein Unternehmen Sie gesponsert hat oder nicht, spielt keine Rolle. Bauen Sie eine Beziehung zu dem Unternehmen auf, damit man Sie entweder wieder oder zum ersten Mal unterstützt.

Weitere Beiträge zum Thema Sponsoring:

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Die Erreichbarkeit von Zielen

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Ich erlebe es immer wieder, dass bei der Planung von Projekten völlig unrealistische Zahlen eingesetzt werden. Vor allem auf der Einnahmenseite ist das so.

Guy Kawasaki, Entrepreneurship-Experte hat dafür in seinem aktuellen Beitrag für das Entrepreneur Magazine eine ganz schöne Faustregel aufgestellt, die verhindern soll, dass man sich unerreichbare Ziele setzt:

„Take your ‚conservative‘ forecast and multiply it by 0.1. If you think you’ll sell 1 million units this year, set your goal at 100,000. There’s nothing more demoralizing than setting a ‚conservative‘ goal and falling short. Instead, make your goal 10 percent of your forecast, and blow it away.“

Übrigens ist auch der Rest des Artikels lesenswert.

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„Ohne klare Ziele kann man keine Strategie (…) erarbeiten“; der Unternehmensberater Matthias Schwenk im Gespräch

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Matthias Schwenk habe ich über sein Weblog „bwl zwei null“ kennen gelernt. Er ist in Baden Württemberg, genauer gesagt in Bad Saulgau zu Hause und arbeitet dort als Unternehmensberater.

Obwohl auch kleinere Kunst- und Kultureinrichtungen durchaus von deren Know-How profitieren würden, finden sie doch eher selten den Weg dorthin. Matthias Schwenk berät vor allem mittelständische Unternehmen und hat daher auch ein Gespür für kleinere Unternehmensstrukturen. Für mich war das ein Grund, ihm per Email ein paar Fragen zu stellen:

Kulturmanagement Blog: Herr Schwenk, viele Kunst- und Kultureinrichtungen kennen einen Unternehmensberater nur vom Hörensagen oder als Verfasser von Studien. Die Idee, zu einem Unternehmensberater zu gehen, haben wohl nur die ganz großen Kulturbetriebe. Deshalb die blöde Frage: kann ich eigentlich auch als kleine Kultureinrichtung zu Ihnen kommen und wenn ja, in welcher Weise können Sie mich in meiner Arbeit unterstützen?

Matthias Schwenk: Jede Einrichtung kann einen Berater engagieren, ganz unabhängig davon, wie groß sie ist. Eine kleine Kultureinrichtung könnte sich von mir in Bezug auf ihr Marketing, insbesondere im Internet, beraten lassen. Denn heute herrscht ja eine sehr große Konkurrenz um die Aufmerksamkeit der Konsumenten und da müssen auch Kultureinrichtungen schauen, dass sie in der Flut an Werbung und Events nicht untergehen und zur Randerscheinung verkümmern.

Kulturmanagement Blog: Kultureinrichtungen sind ja auch Unternehmen, die ganz bestimmte Ziele verfolgen. Oft ist aber nicht klar, wie sich diese Ziele erreichen lassen. Wie komme ich eigentlich zu einer Strategie, die mich dabei unterstützt?

Matthias Schwenk: Hier liegt manches im Argen. Gerade Kulturbetriebe halten sich oft aufgrund ihrer bloßen Existenz und eines vielleicht historischen Erbes für „legitimiert“. Damit ist aber noch nicht die Frage nach den Zielen einer Einrichtung beantwortet, denn ohne klare Ziele kann man keine Strategie und kein (Zukunfts-) Konzept erarbeiten. Zudem ändern sich diese Dinge auch mit dem gesellschaftlichen Wandel über die Jahrzehnte.

Daher ist es sehr lohnenswert, sich einmal bewusst vom Alltagsgeschäft zu lösen und über die grundsätzlichen Ziele einer Einrichtung Gedanken zu machen. Dabei kommt dann etwa darauf, dass man ja ganz unterschiedliche Zielgruppen bedienen kann. Und daraus lassen sich dann Konzepte bis hin zu neuen Einnahmequellen entwickeln!

Also erst wenn Klarheit über die Ziele herrscht und diese ggf. mit dem Träger der Einrichtung abgestimmt sind, lässt sich darauf aufbauend eine Strategie entwickeln.

Kulturmanagement Blog: Gehört eigentlich Controlling auch zu den Instrumenten, die mich dabei unterstützen, meine Ziele zu erreichen?

Matthias Schwenk: Auf alle Fälle! Ein gutes Controlling arbeitet dabei auf mehreren Ebenen: Einmal natürlich auf der finanziellen Ebene (Budget-Controlling), dann aber auch hinsichtlich der Besucher oder Teilnehmer (Frequenzen, Altersgruppen, Bildungsgrade…) und schließlich muss es auch ein Controlling hinsichtlich der Resonanz in den Medien und der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit geben (Umfang und Häufigkeit der Berichterstattung, in welchen Medien wird berichtet, Bekanntheitsgrad, Sympathiewerte….).

Im weitesten Sinne könnte ein Controlling für Kultureinrichtungen auch die Beobachtung der „Konkurrenz“, also ähnlicher Einrichtungen, beinhalten. Hier sollte man regelmäßig über die wichtigsten Parameter informiert sein, also etwa die Besucherfrequenz und das Echo in den Medien. Auch eine gewisse Kenntnis über das Budget bei ähnlichen Einrichtungen kann sehr wichtig sein, da es hier große Unterschiede geben kann. Aus alldem kann dann eine Art Benchmarking, also ein Leistungsvergleich angestellt werden, aus dem man Impulse für die eigene Arbeit ziehen kann.

Kulturmanagement Blog: Früher verbanden wir mit dem Begriff Controlling vor allem Kontrolle. Heute spricht man wohl eher von Steuern. Welche Instrumente verbergen sich eigentlich dahinter und lassen sie sich auch für den Kunst- und Kulturbereich nutzen?

Matthias Schwenk: Controlling darf natürlich nicht zu einer reinen Ansammlung von „Datenfriedhöfen“ oder toten Statistiken verkommen. Lieber erhebt man weniger Zahlen, wertet diese aber regelmäßig aus und zieht daraus auch Schlussfolgerungen. Wichtig ist, dass darüber gesprochen und diskutiert wird, und zwar sowohl über quantitative als auch qualitative Aspekte.

Das dürfte in kleineren Kultureinrichtungen eher zu kurz kommen, denn in den Diskussionen landet man wohl meist schnell bei den künstlerischen Fragen auf der einen Seite und auf der anderen Seite haben diese Einrichtungen auch in Gremien oder Beiräten oft wenig bis keine Experten mit kaufmännischem Sachverstand an Bord. Die Folge ist, dass man dann immer über das spricht, wo sich alle auskennen und darüber die wirtschaftlichen Belange wenn schon nicht vergisst, sie aber eher als lästige Begleiterscheinung an den Rand schiebt.

Ein Beispiel wäre der Bereich des Sponsoring. Viele kulturelle Einrichtungen sind knapp bei Kasse, weil ihre kommunalen Träger nicht beliebig viel leisten können (oder wollen). Die Initiative, hier über lokale Freundeskreise hinaus hin zu einem professionellen Sponsoring zu gelangen, erfordert schon Einiges an Know-How und Einsatz in kaufmännischen Fragen. Hier könnte ein Berater helfen, aber auch ein Experte im Beirat (was deutlich billiger wäre).

Deshalb meine Empfehlung an Kulturbetriebe: Holen Sie sich betriebswirtschaftliches Know-How in ihren Aufsichtsrat, Beirat oder sonst einen Ausschuss! Es wird sich lohnen.

Kulturmanagement Blog: Ihr Weblog möchte ich jetzt aber doch nicht ganz unerwähnt lassen, Herr Schwenk. So viele bloggende Unternehmensberater gibt es ja noch nicht. Mich würde interessieren, woran Sie den Erfolg Ihres Blogs messen? Ist es nur die Freude am Kommunizieren oder am Schreiben? Oder gibt es auch noch andere, „geschäftliche“ Kriterien, die für Sie ausschlaggebend sind, Ihr Blog zu betreiben?

Matthias Schwenk: Ein Blog kann man nur führen, wenn man auch Freude am Schreiben und Kommunizieren hat. Aber das ist es nicht allein, was mich antreibt. Über mein Blog lassen sich interessante Kontakte knüpfen und das eigene Beziehungsnetzwerk gezielt erweitern.

Zudem erhalte ich über die Kommentare ein Feedback zu dem was ich schreibe und gewinne daraus häufig neue Argumente oder Einblick in andere Sichtweisen. Ein Blog ist also keine „Einbahnstraße“ sondern eine interessante Plattform für den Dialog.

Freilich wünsche ich mir, dass das Medium Blog generell noch stärker wahrgenommen wird und dass auch die mittelständische Wirtschaft stärker als bisher einen Zugang dazu findet. Im Übrigen könnte auch der einen oder anderen Kultureinrichtung ein Blog recht nützlich sein…

Kulturmanagement Blog: Herr Schwenk, vielen Dank für Ihre Antworten.

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Basisinformationen für ProjektmanagerInnen

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Die International Project Management Association (IPMA) ist der zweitgrößte Verband in Sachen Projektmanagement, schreibt Stefan Hagen in seinem Blogbeitrag „IPMA Competence Baseline Version 3.0 zum kostenlosen Download„. Und genau deshalb weise ich auch darauf hin, denn das 212 Seiten dicke und 1,5MB große Dokument ist nicht nur ein Standardwerk, sondern zeigt auch, in wie vielen Feldern ProjektmanagerInnen über Kompetenzen verfügen müssen. Sehr schön wird das übrigens in der Grafik auf Seite II veranschaulicht.

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Kostenlose Infoveranstaltungen zu den aktuellen EU-Ausschreibungen in Wien

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Wer mittlerweile auf den Geschmack gekommen ist, eine gute Projektidee und noch jede Menge Fragen bezüglich eines Ansuchens um EU-Förderung hat, für den gibt es in Wien ein ganz interessantes Angebot.

Der Cultural Contact Point bietet wie bei jedem Call umfangreiche Unterstützung an. Dabei kann man sich entscheiden zwischen

  • Informationsveranstaltungen: Hier gibt es die Basisinformationen zu den aktuellen Ausschreibungen und Präsentationen erfolgreicher AntragstellerInnen. Gedacht ist diese Veranstaltung für diejenigen, die sich einfach mal informieren wollen.
  • Workshops: Hier werden die angesprochen, die bereits eine konkrete Projektidee haben. Hier werden Detailfragen beantwortet und das Antragsformular durchgesprochen.

Informationen über Ort, Zeit und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Website des CCP zu finden (einfach obige Link anklicken).

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„Working smarter, not harder“

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So lautet die Aufforderung eines Beitrags, den ich auf dem „Be Excellent“ Blog gefunden habe. Die Herausforderung besteht darin, das Potenzial der MitarbeiterInnen so einzusetzen, dass es dem Unternehmen oder dem Projekt dient. Skip Reardon schlägt daher in seinem Blogbeitrag vor, dass sich die MitarbeiterInnen einmal im Quartal ein bis zwei Stunden Zeit nehmen und darüber nachdenken, inwieweit ihre Aktivitäten zum Erreichen der Unternehmensziele beitragen.

Diese Aktivitäten tragen sie in einen persönlichen Plan (Reardon spricht vom Individual Plan (IP)) ein, der dann im nächsten Schritt kommuniziert wird. Den Vorteil formuliert Reardon folgendermaßen:

„Developing written IPs every quarter for every team member helps people to understand how they improve company performance and improves team member satisfaction. In essence, this single step is at the core of the process for achieving enduring business excellence.“

Mir gefällt die Idee, denn sie kann dazu beitragen, dass die Zusammenarbeit besser wird und damit auch die Ziele leichter erreicht werden können. Und das ohne zeitlichen Mehraufwand. Ganz im Gegenteil: Wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich die Ziele wahrscheinlich viel leichter und schneller erreichen.

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Lohnt sich Kultursponsoring für Unternehmen?

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Mit dem Thema Sponsoring beschäftigen sich wohl die meisten Kunst- und Kultureinrichtungen. Die einen setzen dieses Instrument langfristig ein, die anderen versuchen damit auf die Schnelle Lücken im Budget zu stopfen. Alle stehen aber irgendwann einmal vor der Frage, welche Leistungen man dem potenziellen Sponsorgeber anbieten kann? Gut, die Logofriedhöfe kennen wir alle, aber was gibt es darüber hinaus?

Vorteilhaft wäre es an dieser Stelle, wenn wir wüssten, in welcher Form Unternehmen überhaupt vom Sponsoring in Kunst- und Kultur profitieren können. Welche Wirkung haben Sponsoringaktivitäten im Kulturbereich? Mit dieser Frage hat sich der Arbeitskreis Kultursponsoring (AKS) schon vor einigen Jahren beschäftigt und das Institut für Marktorientierte Unternehmensführung an der LMU München mit der Durchführung einer Studie beauftragt.

Das Ziel, so heißt es auf der Website,

„ist der wissenschaftliche, methodisch einwandfreie Beleg dafür, dass es sich ‚rechnet‘, per Sponsoring in Kultur zu investieren; dass das sponsernde Unternehmen einen Return on Investment/ROI erhält. Die Studie soll Entscheidungs- und Argumentationshilfe für (potenzielle) Sponsoren sein, Budgetverschiebungen zu Gunsten dauerhaft erlebnisorientierter Kommunikationsstrategien und zu Lasten klassischer Instrumente vorzunehmen.“

Für uns als KulturmanagerInnen ist es natürlich ein Gewinn, wenn wir wissen, wo die Vorteile des Kultursponsoring auf der Unternehmensseite liegen und daher sind die 2003 online veröffentlichten Zwischenberichte auch eine wertvolle Hilfe.

Das Projekt „Messung der Wirkung von Sponsoringaktivitäten im Kulturbereich“ ist in insgesamt vier Arbeitsschritte geteilt, für die jeweils ein eigener Bericht erstellt worden ist:

Für mich war vor allem der zweite Teil der Studie, der sich mit den MitarbeiterInnen der sponsernden Unternehmen beschäftigt, interessant und in mancher Hinsicht auch neu.

Am Ende heißt es im Teil 2 der Studie:

„Es bleibt daher festzuhalten, dass mit Kultursponsoringaktivitäten zwar nicht die gesamte Belegschaft erreicht wird, dass aber eine bestimmte Gruppe von Mitarbeitern offensichtlich deutlich positiv beeinflusst wird. Und wenn man das Anforderungsprofil dieser Gruppe analysiert, kommt man zu dem Schluss, dass es sich dabei um einen besonders motivierten und damit förderungswürdigen Teil der Belegschaft handelt.“ (S. 25)

Vielleicht lohnt es sich, bei kommenden Projekten diese Gruppe in die Überlegungen (vermehrt) miteinzuschließen und so auch Angebote zu entwickeln, die über das Platzieren von Logos hinausgehen. Hilfestellung dabei liefert unter Umständen der Beitrag „Sponsoring: warum immer nur Logos?„, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe.

Update:

Die vier Teile dieser Wirkungsstudie sind mittlerweile unter diesem Link zu finden und auch das fertige Ergebnis, die Studie „Unternehmerische Kulturförderung in Deutschland“ ist online zu finden.

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EU-Kulturförderung: Literarische Übersetzungen

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In diesem Aktionsbereich haben Verlage die Möglichkeit, für die Übersetzung literarischer Werke um eine Förderung anzusuchen. Im Unterschied zu den Projektförderungen wird hier kein Partner benötigt. Gefördert werden Übersetzungen in oder aus einer europäischen Sprache.

Der Call in Kurzform

  • Die Übersetzungsprojekte dürfen eine Laufzeit von maximal 18 Monaten haben;
  • Es werden wie gesagt keine Partner benötigt;
  • Die EU beteiligt sich mit maximal 50% an den Projektkosten
  • Die Fördersumme beträgt mindestens 2.000 und höchstens 60.000 Euro;
  • Die Förderung muss für die Übersetzungskosten verwendet werden, die – siehe oben – nicht mehr als 50% der gesamten Projektkosten ausmachen dürfen;
  • Gefördert werden belletristische Werke jeder literarischen Gattung;
  • Sie müssen bereits veröffentlicht sein und bis jetzt noch nicht in die Zielsprache übersetzt worden sein;
  • Das Einreichverfahren ist nicht wie bei den Projektförderungen zweistufig, dafür gibt es aber zwei Einreichtermine, nämlich den 1. Oktober 2007 und den 1. April 2008.

Für die Einreichung werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Leitfaden
  • Hinweise zur Antragstellung
  • Antragsformular
  • Lebenslauf des gesetzlichen Vertreters der antragstellenden Einrichtung
  • Lebenslauf des verantwortlichen Projektmanagers
  • Tätigkeitsbericht
  • Formular Rechtsform
  • Formular Bankdaten
  • je ein Original des zur Übersetzung vorgeschlagenen Buches
  • Kopie des Vertrags zwischen Verlag und Übersetzer
  • Lebenslauf des Übersetzers
  • Kopie des Vertrags über die Übersetzungsrechte
  • Aufgliederung der Gesamtkosten

Welche Ziele verfolgt das Programm?

Das allgemeine Ziel des EU-Kulturförderprogramms ist es, einen gemeinsamen europäischen Kulturraum durch die Unterstützung von KünstlerInnen und deren Projekten zu schaffen. Konkret verfolgt das Programm

  • die Unterstützung der grenzüberschreitenden Mobilität von Menschen, die im Kultursektor arbeiten;
  • die Unterstützung der grenzüberschreitenden Verbreitung von künstlerischen und kulturellen Werken und Erzeugnissen;
  • die Förderung des interkulturellen Dialogs.

Um diese Ziele zu erreichen, werden Übersetzungs-Projekte gefördert, die sich durch folgende Merkmale auszeichnen:

  • “Sie erbringen einen echten zusätzlichen europäischen Nutzen;
  • entsprechen den spezifischen Zielen des Programms;
  • schlagen Maßnahmen von ausgeprägter künstlerischer und kultureller Qualität und mit einem nachgewiesenen Potenzial für eine erfolgreiche Umsetzung vor;
  • sichern eine hohe Qualität der Partnerschaft und Methodik der Zusammenarbeit unter den teilnehmenden Einrichtungen;
  • bringen Ergebnisse hervor, die angemessen und in gut sichtbarer Art und Weise vermittelt und verbreitet werden können;
  • erzielen Ergebnisse, die auf einer längerfristigen Basis eine solide Zusammenarbeit stärken und zukünftige Initiativen der kulturellen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene fördern können.”

Zweck dieser Aufforderung ist die Unterstützung von etwa 45 Übersetzungsprojekten im Rahmen der zwei Antragstermine.

Der finanzielle Rahmen

Dafür stehen ca. 1,7 Mio. Euro zur Verfügung. Gefördert werden, wie gesagt, die Kosten für die Übersetzung, die 50% des Projektbudgets nicht übersteigen dürfen. Maximal 60.000 Euro können Antragsteller erwarten, das Minimum beträgt 2.000 Euro. Das heißt, die Projektkosten sollten zwischen 4.000 und 120.000 Euro liegen.

Kriterien für eine Förderung

Bei den Antragstellern muss es sich um ein öffentliches oder privates Verlagshaus oder eine Verlagsgruppe handeln, die ihren Sitz in den teilnahmeberechtigten Ländern hat. Auch hier gilt: Einzelpersonen können keinen Antrag stellen.

Teilnahmeberechtigte Länder sind die EU-Staaten, die drei EFTA-Länder Island, Liechtenstein, Norwegen, die Beitrittskandidaten Türkei, Kroatien und Mazedonien sowie die westlichen Balkanländer Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien einschließlich Kosovo. Bei den Beitritts- und Balkanländern müssen entsprechende Vereinbarungen vorliegen, damit Kultureinrichtungen aus diesen Ländern auch wirklich am Programm teilnehmen können. Da es nicht sicher ist, dass die entsprechenden Verträge bis zum Ende der Einreichfrist abgeschlossen werden, ist es unbedingt notwendig, sich beim heimischen Cultural Contact Point zu erkundigen, ob diese Länder überhaupt teilnehmen können.

Förderfähig im Rahmen dieses Calls sind Übersetzungen von belletristischen Werken aus einer europäischen Sprache in eine andere europäische Sprach. Unter belletristischen Werken werden laut Leitfaden Romane, Erzählungen, Novellen, Theaterstücke, lyrische Werke und unter anderem auch Comics verstanden.

Die Antragsteller müssen mindestens ein und höchstens zehn Werke zur Übersetzung vorschlagen, die die folgenden Kriterien erfüllen müssen:

  • „Die Übersetzung ist aus einer europäischen Sprache in eine andere europäische Zielsprache anzufertigen;
  • der grenzüberschreitende Charakter ist nachzuweisen, um Übersetzungen aus einer europäischen Sprache in eine andere europäische Sprache im selben Land zu vermeiden;
  • die Werke, die übersetzt werden sollen, müssen von Autoren geschrieben worden sein, die Staatsbürger oder Einwohner eines am Programm teilnehmenden Landes sind;
  • die Zielsprache muss die Muttersprache des Übersetzers sein, außer im Falle seltener Sprachen, wenn der Verleger gebührend nachweist, dass er keinen entsprechenden Übersetzer finden kann.“

Projekte, die zum 1.10.07 eingereicht werden, dürfen frühestens am 1. Januar und spätestens am 30. Juni 2008 begonnen haben und eien Laufzeit von maximal 18 Monaten haben. Bei Projekten, die zum 1.04.08 eingereicht werden, dürfen nicht vor dem 1.07.08 und spätestens am 31.12.08 starten.

Auswahlkriterien

Der Antragsteller muss seine operative und finanzielle Leistungsfähigkeit dokumentieren. Dazu werden die Lebensläufe des gesetzlichen Vertreters des Verlags, des Projektleiters und des Übersetzers verlangt. Hinzu kommt der Tätigkeitsbericht der letzten beiden Jahre, eine Kopie des Vertrags zwischen Verlag und Übersetzer sowie eine Kopie des Vertrags über die Übersetzungsrechte.

Vergabekriterien

Bei der Auswahl der eingereichten Anträge weden folgende Kriterien zur Bewertung herangezogen:

  • der zusätzliche europäische Nutzen;
  • die Zweckdienlichkeit des Projekts für die besonderen Ziele des Programms;
  • die Qualität der vorgeschlagenen Übersetzungstätigkeiten (dazu zählen die literarische Qualität des oder der zu übersetzenden Werke, die Seriosität und der Ruf des Verlagshauses, die Kompetenz und Erfahrung des Übersetzers und die Qualität des Antrags;
  • das erwartete Niveau der Ergebnisse;
  • das Ausmaß, in dem die Ergebnisse der vorgeschlagenen Maßnahmen entsprechend bekannt
    gemacht und verbreitet werden.

Ausführlich werden die Vergabekriterien im Leitfaden S.12ff beschrieben.

Finanzbestimmungen

Förderfähig sind Kosten, die

  • “notwendig sind für die Durchführung und den Abschluss der Maßnahme, im Finanzplan der Finanzhilfevereinbarung veranschlagt sind, angemessen sind, den Grundsätzen einer guten Finanzverwaltung und insbesondere der Wirtschaftlichkeit und einem angemessenen Kosten-/ Nutzen-Verhältnis entsprechen;
  • während der Laufzeit der Maßnahme gemäß Definition in der Finanzhilfevereinbarung anfallen;
  • dem Empfänger der Maßnahme tatsächlich entstanden sind, in dessen Büchern gemäß den geltenden Buchführungsregeln verbucht und Gegenstand der vorgeschriebenen Erklärung gemäß den geltenden Steuer- und Sozialversicherungsvorschriften sind;
  • ermittelbar und überprüfbar sind und durch Originalbelege nachgewiesen werden.”

Welche Kosten können nun konkret gefördert werden? Laut Leitfaden sind dies:

  • „Aufwendungen für das für die Maßnahme abgestellte Personal, d. h. tatsächliches Entgelt für die Übersetzer zuzüglich Sozialabgaben und weiterer in die Vergütung eingehender Kosten, sofern diese die Durchschnittswerte der üblichen Gehalts- und Lohnpolitik des Empfängers nicht überschreiten.“

Sonstiges

Die Postadresse finden Sie im Antragsformular, weitere Informationen enthalten der Leitfaden und das Dokument “Hinweise zur Antragstellung” (Links siehe oben). Unterstützung gibt es darüber hinaus bei den Cultural Contact Points in Deutschland und Österreich).

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Das Kulturnetzwerk Augsburg

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KulturmacherInnen und KulturvermittlerInnen in und um Augsburg haben sich in einem Kulturnetzwerk zusammengeschlossen. Besonders gefällt mir, dass das Netzwerk ein Blog betreibt, in dem ich nicht nur Infos zu einer Vielzahl von Veranstaltungen finde, sondern auch einen dazu passenden Kulturkalender. Mir als Ortsunkundigem ist aufgefallen, dass bei den Hinweisen zwar der Veranstaltungsort genannt wird, aber die Adresse fehlt.

Schade finde ich, dass das Blog nicht wirklich den Dialog nach außen versucht. Die zwei Hauptgründe sind meiner Meinung nach:

  • Die Blogbeiträge klingen teilweise wie Presseaussendungen bzw. sind es dann wahrscheinlich auch. Presseaussendungen erwarten keine Antworten, ein Interview oder ein subjektiver Beitrag würden wahrscheinlich lebendiger wirken.
  • Wer dann doch einen Kommentar verfassen will, muss sich erst anmelden. Wie man das macht, habe ich leider nicht herausfinden können. Und spätestens dann gibt man auf.

Die Idee, dass sich KünstlerInnen in einer Stadt zu einem Netzwerk zusammenschließen und dann auch noch ein Blog betreiben, finde ich großartig. Jetzt müsste man nur noch die Kommunikationshürden beseitigen, dann kann ganz Augsburg bloggen.