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Jetzt wird es eng für unsere Facebookseiten (Update 12.09.2018)

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Sicherlich erinnern Sie sich noch an das vor drei Monaten veröffentlichte Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EUGH), in dem es um die Frage ging, wer für die Datensicherheit der UserInnen verantwortlich ist, wenn sie auf Facebook eine Seite besuchen (hier können Sie das Urteil des EUGH nachlesen).

Die Richter kamen zu dem Ergebnis, dass wir als SeitenbetreiberInnen für mögliche Datenschutzverstöße von Facebook mithaften. Viele sahen – zumindest in Europa – das Ende des sozialen Netzwerks gekommen, etliche schlossen als Konsequenz auf dieses Urteil ihre Facebookseiten.

Andere hingegen riefen zur Besonnenheit auf, da sie die Ansicht vertraten, dieses Urteil richte sich vor allem gegen Facebook, das bis heute die geforderte Transparenz im Umgang mit den Daten seiner BesucherInnen vermissen lasse. Rechtsanwalt Thomas Schwenke beschäftigte sich in einem sehr ausführlichen Artikel mit der Frage: „Muss ich jetzt meine Facebookseite schließen?

Er konstatiert darin, dass wir als SeitenbetreiberInnen auf der Grundlage des Urteils zwar in Haftung genommen werden können, macht aber auch klar, dass die Vorgaben, die aus diesem Urteil resultieren, eigentlich von Facebook erfüllt werden müssen. Daher lautete sein Rat:

“ Ich persönlich empfehle abzuwarten und zu prüfen, ob sich der Betrieb von Facebook-Seiten oder die Nutzung anderer Onlinedienste trotz des Risikos nicht dennoch lohnt.“

So weit, so gut. Ich gehöre zu denen, die abgewartet haben. Das Problem: Facebook hat nicht so auf das Urteil reagiert, wie wir uns alle das wohl erhofft haben.

Die Datenschutzbehörden machen Druck auf Facebook und vor allem auf uns

Nun gibt es seit ein paar Tagen einen Beschluss der Datenschutzkonferenz (DSK), in dem die Datenschutzbeauftragen des Bundes und der Länder festhalten, dass Facebook in den letzten drei Monaten nichts unternommen habe, um den Forderungen des EUGH-Urteils zu entsprechen. Deshalb machen sie klar, dass sich die BetreiberInnen von Facebookseiten ihrer datenschutzrechtlichen Verantwortung stellen müssen. Die Konsequenz:

„Ohne Vereinbarung nach Art. 26 DSGVO ist der Betrieb einer Fanpage, wie sie derzeit von Facebook angeboten wird, rechtswidrig.“

Die Datenschutzbeauftragten fordern, dass drei Monate nach dem EUGH-Urteil „die Anforderungen des Datenschutzrechts beim Betrieb von Fanpages“ erfüllt werden müssten. Dazu gehöre, dass die gemeinsam Verantwortlichen Klarheit über die derzeitige Sachlage schaffen und die erforderlichen Informationen für die BesucherInnen der Seite bereitstellen.

In dem Beschluss werden sehr konkrete Fragen gestellt, die wir als SeitenbetreiberInnen ohne die Mitwirkung von Facebook nicht beantworten können. Zum Beispiel diese hier:

„Zu welchen Zwecken und auf welcher Rechtsgrundlage werden nach Aufruf einer Unterseite innerhalb des Fanpage-Angebots ein Session-Cookie und drei Cookies mit Lebenszeiten zwischen vier Monaten und zwei Jahren gespeichert?“

Sie sehen, wir sind da ziemlich hilflos. Rechtsanwalt Thomas Schwenke spricht in seinem gestrigen Facebook-Posting die Möglichkeit an, dass SeitenbetreiberInnen in Kürze der erwähnte Fragenkatalog (es sind acht Fragen) zugehen könnte. Da wir sie wie gesagt nicht beantworten können, könne, so Schwenke weiter, die Schließung der Seite angeordnet werden.

Ich finde das Verhalten von Facebook skandalös. Auf unserem Rücken wird hier die Auseinandersetzung zwischen Politik und dem Facebook-Imperium ausgetragen. Wenn Herrn Zuckerberg europäische UserInnen egal sind, dann soll er es einfach sagen. Dann können wir entsprechend reagieren. Ich für meinen Teil werde Inhalte, die ich in der Vergangenheit nur schnell auf Facebook gepostet habe,  wieder häufiger hier im Blog teilen. Vielleicht führe ich auch wieder einen Newsletter ein, den ich wegen der DSGVO eingestellt habe (siehe dazu meinen Blogbeitrag „Die #DSGVO und die Auswirkungen auf dieses Blog„). So baue ich etwaigen Entwicklungen vor. Denn aktuell droht, was Thomas Schwenke in seinem Posting schreibt:

„Ich wünsche mir, dass Facebook endlich handelt, ansonsten kann es sein, dass wir uns hier bald nicht mehr lesen.“

Wir alle sollten uns darüber klar sein, dass es jetzt sehr schnell gehen kann und wir plötzlich ohne einen wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Kommunikations- und Marketingkanal dastehen. Es ist sicher nicht falsch, wenn Sie jetzt damit beginnen, sich mit einem Plan B zu beschäftigen.

Update: Facebook legt eine Vereinbarung vor

Das ging dann schnell. Gestern hat Facebook ein sogenanntes „Page Controller Addendum“ veröffentlicht, in dem die „Zusammenarbeit“ zwischen Facebook und den SeitenbetreiberInnen geregelt ist. Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke hat sich die Vereinbarung bereits angeschaut und erklärt in seinem Blogbeitrag „Wird Facebook legal? – Anleitung für Seitenbetreiber zum ‚Page Controller Addendum‘„, worauf SeitenbetreiberInnen achten müssen und welche Schritte gesetzt werden sollten, um den gesetzlichen Vorgaben Genüge leisten zu können. Schwenke konstatiert:

„Die Nutzung von Facebook wird zwar nicht vollständig sicher (…). Aber mit der neuen Vereinbarung des „Page Controller Addendums“, werden der Betrieb der Facebook-Seiten und auch generell die Nutzung von Facebook datenschutzrechtlich ein großes Stück sicherer.“

Wir können also erst einmal aufatmen und müssen nun noch abwarten, welche Entscheidungen die Gerichte in den laufenden Verfahren treffen. Ich für meinen Teil werde trotzdem überlegen, wie ich mich unabhängiger von Facebook machen kann. Ich mag solche Abhängigkeiten nicht.

Foto: succo auf Pixabay (CC0)

 

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Facebook macht Gruppen für Facebookseiten möglich

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Foto von geralt auf Pixabay (CC0 Public Domain)

Wir alle wissen, wie schwer es ist, unsere Facebookseite mit Leben zu füllen. Wir bemühen uns Tag für Tag, um mit Hilfe spannender Postings die Fans unserer Seite zu erreichen und sie dazu zu bringen, mit uns zu interagieren. Denn nur so landen wir im Newsfeed unserer Fans. Wer das so nicht schafft, kann sich die Sichtbarkeit erkaufen und mit bezahlten Postings arbeiten.

Oder man arbeitet mit Gruppen. Ich bin schon lange davon überzeugt, dass die Stärke von Facebook vor allem in den Gruppen liegt. Wer mit Communitys arbeiten möchte, findet mit Facebookgruppen ein mittlerweile brauchbares Instrument vor. Erstens lassen sich die Gruppenmitglieder über neue Postings oder neue Kommentare informieren, was bei Seiten nicht der Fall ist. Und zweitens bietet Facebook seit einiger Zeit auch Statistiken und ein paar praktische Tools an (siehe dazu: Thomas Hutter: „Facebook: Neue Tools für Gruppenadministratoren„), mit denen sich gut arbeiten lässt.

Allerdings konnte man diese Gruppen bis jetzt nur mit einem persönlichen Profil nutzen. Wer für ein Unternehmen oder eine Kultureinrichtung so eine Gruppe einrichten wollte, musste dafür das persönliche Profil verwenden. Viele haben das – aus nachvollziehbaren Gründen – nicht getan, weil sie nicht in ihrem Namen eine Gruppe für ihren Arbeitgeber führen wollten.

Seit ein paar Tagen lassen sich nun auch Gruppen über Facebookseiten erstellen oder schon bestehende Gruppen verknüpfen. Ich habe zum Beispiel eine Gruppe mit der stARTconference-Seite verknüpft. Gruppen sind viel dialogorientierter angelegt als die Seiten und lassen sich dementsprechend viel gezielter einsetzen. Ob das nun Freundeskreise sind oder UserInnen, die sich für Hintergrundgeschichten interessieren, der eigenen Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Bands können zum Beispiel Gruppen für ihre verschiedenen Fanclubs einrichten oder ein Theater bietet eine eigene Gruppe für Sponsoren oder UnterstützerInnen des Hauses an, über die sie die für sie interessanten Informationen erhalten. Jetzt heißt es also nachdenken, ich bin gespannt, welche Ideen Kultureinrichtungen haben.

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Über Facebook, die Jugend und die Frage nach der Qualität

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Für viele Kultureinrichtungen ist das Social Web ein Ort, an dem sie glauben, jüngere Menschen erreichen zu können, die Gründe dafür sind bekannt. Gut, die älteren Menschen sind vielleicht gar nicht so alt und gebrechlich, wie wir immer glauben, aber das ist ein anderes Thema. Wie aber erreiche ich Jugend, die 15, 20 oder 25 Jahre alt ist? Auf den Webseiten der Kultureinrichtungen schauen sie selten oder gar nicht vorbei, mit Twitter kennen wir uns selber nicht aus – aber diese Plattform nutzen sie auch gar nicht, wie man so hört – und auf Facebook löschen sie massenhaft ihre Accounts, um in irgendwelchen dubiosen Messengerangeboten wie Snapchat zu verschwinden.

Wobei: Ein paar scheinen ja doch noch auf Facebook zu sein, aber für die Facebookseiten der Hochkultur interessieren sie sich eher weniger. Wohl mehr für so etwas:

Das ist Mohamed Sartiane, die FAZ hat ihm vor zwei Tagen unter der Überschrift „Ein Mann legt Dortmund lahm“ sogar einen ganzen Artikel gewidmet. Der junge Mann ist 18 Jahre alt und macht dieses Jahr laut Artikel sein Abitur. Wäre das jetzt nicht jemand, für den sich die Kultureinrichtungen interessieren sollten? Doch halt, nein, der macht ja so komische Videos, so etwas wollen wir nicht. Und mit wir meine ich nicht nur die Kultureinrichtungen, sondern die „Erwachsenen“, deren Kommentare unter dem FAZ-Artikel zeigen, was wir von dieser Jugend halten. Es handelt sich um einen „selbstverliebten Hansel“, dessen Postings sich durch die „Abwesenheit  von Grammatik und fehlender Zeichensetzung“ auszeichnen und der sich die Frage stellen sollte, warum er überhaupt Abitur machen will?

Das Problem: Mohamed Sartiane hat das geschafft, was viele Kultureinrichtungen gerne hätten: Viele, viele Fans und jede Menge Interaktion auf seiner Facebookseite. Tritt er wie in diesem Fall in Dortmund auf, muss die Polizei einschreiten, um nicht die Kontrolle über das Geschehen zu verlieren. Aber Moment, wollen wir wirklich so sein? Schließlich können wir hier schon das Ende unserer Gesellschaft beziehungsweise deren Kultur erahnen und sollten uns jetzt mit der Frage beschäftigen, wie wir sie wieder auf den richtigen Weg bringen?

„Hat die heutige Generation Jugendlicher eigentlich nichts besseres zu tun als in solch eine Einkaufsstraße zu gehen und einen neuen Facebook-Messias zu lobpreisen? Kein Wunder, dass die Generation sich selbst als ‚dumm‘ ansieht, wenn sie nicht über Kunst & Kultur Bescheid weiß“,

schreibt ein Leser, der von „spätpubertären Einfallspinseln“ spricht, die in ihrem Leben nichts schaffen werden. Solche Sätze bekamen wir als Jugendliche vor Jahrzehnten auch schon zu hören, die Welt steht immer noch, belassen wir es dabei.

Was aber macht einen achtzehnjährigen Schüler zum Facebookstar, dessen Postings „atemberaubend talentfrei“ seien, wie die Autorin des FAZ-Artikels schreibt. Womit wir bei der Qualität wären, in diesem Fall verstanden als Maßstab für die Güte dessen, worüber wir sprechen. Was zeichnet ihn aus? Er selbst führt seinen Erfolg auf sein Showtalent und die Fähigkeit, die Themen anzusprechen, die seine Generation gerade bewegt, zurück:

„Ich mache immer Videos zu Themen, wo die Menschen sagen können: ‚Das kenn ich auch!'“

wird er zitiert und weist damit etwas vor, das dem Kunst- und Kulturbetrieb zu fehlen scheint: die Menschen ansprechen zu können, sie mitzunehmen. Das auch deshalb, weil es im, so die Autorin, gelänge, „Banales mit vermeintlicher Bedeutung aufzuladen“. Ich würde es nicht so abschätzig formulieren, sondern eher von einer Kunst sprechen, Bilder aus unserem alltäglichen Leben zu verwenden und sie mit einer Bedeutung aufzuladen, die sie ursprünglich gar nicht haben. Politik und Werbung machen uns das  tagtäglich vor, insofern könnte man jetzt auch sagen, Sartiane hat sich als gelehriger Schüler erwiesen. Showtalent, ein Gespür für die Themen und die (Bilder)-Sprache, das zeichnet ihn aus und macht ihn zum Star. Unterstützt wird er durch Selbstaufschaukelungsprozesse, die im digitalen Raum besonders gut funktionieren.

Wir haben jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder ziehen wir uns beleidigt zurück, beklagen den allgemeinen Werte- und Qualitätsverlust und erinnern uns wehmütig an längst vergangene Zeiten, in denen die Welt noch in Ordnung war. Das wirkt wenig glaubhaft, wurde nicht ähnlich argumentiert, als da plötzlich junge Menschen mit langen Haaren auf die Bühne drängten und begannen, laute Musik zu spielen. Wobei dann gleich die Frage folgte, ob das denn überhaupt Musik sei?

Oder wir schauen uns mal genauer an, welche Themen Mohamed Satiane in seinen Videos anspricht und wie er es schafft, so viele Menschen damit zu erreichen. Eigentlich sind das genau die beiden Punkte, wo die meisten Kultureinrichtungen nicht weiterwissen. Wie wäre es denn, ihn mal einzuladen und mit ihm genau darüber zu sprechen? Vielleicht können Kunst und Kultur von ihm lernen? Und dann können wir immer noch darüber diskutieren, was Qualität ist und was nicht. Vielleicht ist er für die Hochkultur ja noch nicht verloren? ;-)

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Warum der Deutsche Museumsbund schnell (wieder) auf Facebook präsent sein sollte

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Bild: Facebook’s Infection„; von Ksayer1 (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Als ich Mitte Juli darüber gelesen habe, dass der Deutsche Museumsbund seine Facebookseite einstellen möchte, war ich natürlich wie die meisten auch erst einmal entsetzt und fand es gut, dass Pausanio sich kurz darauf in einem offenen Brief gegen die Schließung der Seite aussprach. Nach und nach kamen dann die Einzelheiten ans Licht und es stellte sich heraus, dass der Museumsbund noch nie eine Facebookseite gehabt hatte. Die Seite wurde unerlaubterweise von einem Mitglied des Verbandes eingerichtet, der sich später weigerte, so schreibt Tanja Neumann in ihrem Blogbeitrag zu diesen Thema, die Seite an den Museumsbund zu übertragen. „Der Deutsche Museumsbund macht Facebook …oder doch nicht?“ lautet die Frage in der Überschrift dieses Artikels, die sich nun, ein paar Wochen später, mit einem „doch nicht“ beantworten lässt.

Wer heute die Facebookseite besuchen möchte, hat Pech gehabt, es gibt sie nicht mehr. Wenn nun der Museumsbund schreibt, der Seitenbetreiber habe die Seite nicht übertragen wollen und angesichts des großen Interesses an diesem „Fall“ plane man einen eigenen Facebookauftritt, könnte man nun sagen „Ende gut, alles gut“. Aber ist am Ende wirklich alles gut und wie war das noch mal mit dem Anfang?

Natürlich ist es nicht erlaubt, in fremdem Namen einen Facebookauftritt zu betreiben, darüber brauchen wir nicht reden. Aber möglich gemacht wurde das ja nur durch die Tatsache, dass der Deutsche Museumsbund noch nie eine hatte. Gut, vielleicht dauert bei einer altehrwürdigen Institution, die 2017 ihr hundertjähriges Bestehen feiern wird, alles etwas länger. Aber in meinen Augen ist es schon auch die Aufgabe einer Interessensvertretung, ihre Mitglieder auf die Zukunft vorzubereiten. Wer sich die Aktivitäten der Museen im Social Web ansieht, wird sehr schnell feststellen, dass die dort recht erfolgreich unterwegs sind. So umfasst die Museumsblogroll von Tanja Praske mittlerweile 80 bloggende Häuser. Das ist, verglichen mit den letzten Jahren, schon ganz ansehnlich. Aber ganz ehrlich: Müsste diese Liste nicht auf der Website des Museumsbundes unter Links stehen? Und müssten dort nicht Links zu den zahlreichen Blogs zu finden sein, die sich mit der Frage beschäftigen, auf welche Weise Museen den digitalen Raum nutzen können?

Dan Newman schreibt in einem Artikel:

„If your organization is failing to embrace social media then it starts at the top.“

„At the top“, da steht für mich auch der Museumsbund, dessen Aktivitäten im Social Web vermutlich schon eine Art Signalwirkung hätten. Übrigens geht es in Newmans Artikel gar nicht mehr um Social Media, sondern um die Ebene darüber. In „4 Secrets for Building a Social Business From the Inside Out“ erklärt er, wie sich ein Unternehmen in Richtung Social Business entwickeln könne. Meist scheitere es an der fehlenden Unterstützung von oben.

„Too many companies have leadership teams that just don’t get social, nor do they participate.“

Diese Form von Leadership fehlt in vielen Kulturbetrieben, umso wichtiger wäre es, auf einer übergeordneten Ebene Unterstützung zu bekommen. Social Media, das ist heute eigentlich schon eine Selbstverständlichkeit. Aber macht es nicht Sinn, die Form der externen Kommunikation auch intern anzuwenden? Wir alle wissen, dass in unseren Mailboxen unendlich viele Informationen auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Warum nicht auch in der internen Kommunikation mehr drauf setzen, dass sich jeder die Information dann holt, wenn er sie wirklich braucht. Statt alle mit allen Informationen zuzuschütten, um später sagen zu können, man hätte eh alle informiert. Warum nicht auch mit (Kooperations)-Partnern so kommunzieren, warum nicht mit Lieferanten und Dienstleistern? Hier steckt viel Einsparungspotenzial, sowohl im Hinblick auf die knappe Zeit als auch auf das ebenfalls knappe Geld.

Noch nicht geredet haben wir darüber, dass wir nicht nur als Kunden ganz andere Erwartungen an die Anbieter von Produkten und Dienstleistungen erwarten, sondern uns auch wünschen würden, dass Kultureinrichtungen wissen, was sich hinter dem Schlagwort Customer Experience verbirgt. Auch über digitale Erlebnisräume oder Smartplaces haben wir noch nicht gesprochen. Deren Idee ist es, digitale Zusatzleistungen vor Ort anzubieten und das jeweilige kulturelle Angebot auf verschiedenen Ebenen zu erweitern. Frank Tentler dokumentiert gerade auf seinem Blog das Projekt #WIGA.

Natürlich sollte sich der Deutsche Museumsbund Gedanken darüber machen, wie sein Facebookauftritt aussehen wird und welche Ziele sich damit erreichen lassen (Die Option, auf eine Seite zu verzichten, schließe ich an dieser Stelle mal aus). Aber das sollte schnell gehen, denn eine Facebookseite hat heute längst nicht mehr den Stellenwert wie früher. Gefragt sind kreative Ideen, um mobile Netzwerke oder Messenger-Anwendungen wie zum Beispiel Snapchat für den Museumsbereich nutzen zu können. Ein Artikel beschreibt, wie das Los Angeles County Museum of Art diese Messenger-App einsetzt. Warum nicht auch gleich die Frage klären, welche anderen Netzwerke oder Messenger-Anwendungen für Museen in Frage kommen? Accounts lassen sich löschen, das wissen wir ja nun. ;-)

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Raus aus Facebook?

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Bild: Exit„; von Lukas Kästner (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Vielleicht ist es auch von Vorteil, wenn man nur wenig finanzielle Mittel für die eigenen Social Media-Aktivitäten hat. Ich hatte vor allem in den ersten Jahren den Anspruch, kein Geld in die Hand zu nehmen, um im Social Web sichtbar zu sein. Und da ich von den Kulturbetrieben immer zu hören bekam, dass für Social Media kein Geld da sei, habe ich mir für Kultureinrichtungen, die ich beraten habe, immer Wege überlegt, um ohne teure Kampagnen auszukommen.

Reich sind die Kulturbetriebe zwar immer noch nicht, aber es gibt doch etliche, die mittlerweile ein Budget haben, um zum Beispiel ihre Facebookpostings zu pushen und so deren Sichtbarkeit zu erhöhen. Ich finde das durchaus in Ordnung und betrachte es auch als sinnvoll, auf diese Weise zum Beispiel eine Ausstellungseröffnung oder die Veröffentlichung eines neuen Albums zu promoten. Aber grundsätzlich habe ich immer stark auf die Inhalte gesetzt und da gab es – zumindest in meinen Anfangsjahren – keine Alternative zum Blog. Als Facebook und Twitter aufkamen, haben viele das Bloggen aufgegeben, um sich voll und ganz auf die neuen Plattformen zu konzentrieren. Zugegeben, da tobte das Leben und auch heute findet die Diskussion über ein Blogpost oft noch eher auf den sozialen Netzwerken und nicht im Blog selbst statt.

Das Blog als zentrales Element von Social Media

Aber für mich war immer klar, dass ein Blog für jedes Social Media-Programm die zentrale Anlaufstelle sein muss und Facebook, Twitter & Co. lediglich dazu da sind, auf die Seite aufmerksam zu machen, auf der meine Inhalte zu finden sind. Wenn Judith Denkmayr jetzt darüber schreibt, dass „der Facebook Exit 2014 für Unternehmen ein Thema werden könnte„, weil es die hohen Erwartungen nicht (mehr) erfüllt, dann bin ich froh, dass ich diese hohen Erwartungen nie hatte. Schon vor drei Jahren habe ich darüber geschrieben, dass die Postings auf Twitter und Facebook zu schnell von der Bildfläche verschwinden, um nachhaltig zu sein und begründet, warum ein Blog für mich so wertvoll ist.

Daran hat sich bis heute nichts geändert, ganz im Gegenteil. Nachdem Facebook noch immer keine vernünftige Suchfunktion hat, suche ich nach wie vor in den Suchmaschinen nach einem Theaterstück, das ich mir heute Abend anschauen kann. Oder in einem der zahlreichen Veranstaltungskalender. Und die verlinken dann auf die Website.

Aber genug kritisiert. Trotzdem bin ich nicht der Ansicht, dass sich Unternehmen und auch Kulturbetriebe Gedanken über eine Exitstrategie machen sollten. Ich glaube, wir sollten Facebook so nutzen, dass wir von seinen Stärken profitieren können. Und die liegen eindeutig in der Vernetzung der Profile und der Tatsache, dass es sich dabei immer noch um ein Netzwerk handelt, das vom größten Teil seiner Mitglieder privat genutzt wird.

Facebook ist und bleibt ein privates Netzwerk

Dass dem so ist, beweist auch die ARD/ZDF-Onlinestudie. Werfen Sie mal einen Blick auf die Tabelle, die auflistet, was die UserInnen in privaten Community eigentlich machen. Erst an zwölfter Stelle taucht dort die Suche nach Informationen auf. Darauf zu spekulieren, dass man auf diese Weise entdeckt wird, halte ich für gewagt.

Nicht dass ich auf eine Facebookseite ganz verzichten würde, es gibt genügend Gründe, die dafür sprechen. Sind Sie auf Facebook nicht vertreten, findet man Sie zum Beispiel nicht über die Suchfunktion. Aber das Ziel sollte es eher sein, dort vertreten zu sein, wo sich die UserInnen größtenteils aufhalten: Auf den persönlichen Profilen, die die Timeline und die Fotoalben umfassen und im Chat. Wenn ich dort sichtbar sein möchte, dann schaffe ich das nur, wenn andere über mich und meine Angebote auf ihren Profilseiten berichten, Fotos heraufladen und im Chat über das gestrige Konzert, die Ausstellung, etc. erzählen. Wenn meine Angebote ihren Erwartungen entsprechen und wenn ich es zulasse, dass sie auch Fotos machen dürfen. Klar, das ist in einem Theater nicht ganz einfach, aber dann gilt es eben, spezielle Anlässe zu schaffen (siehe z.B. das Kultup im Theater Heilbronn).

Ich glaube, Facebook bietet uns noch viele wunderbare Möglichkeiten, um auf uns und unsere Angebote aufmerksam zu machen. Allerdings sind das Ansätze, die mit den Möglichkeiten, die uns das Marketing bis jetzt angeboten hat, wenig zu tun haben. Es geht um persönliche Gespräche in den Netzwerken der UserInnen. Dort hinein kann ich mich nicht einkaufen, niemals. Also überlegen Sie sich, wie Sie es schaffen, dorthin zu gelangen und nicht, ob Sie Facebook verlassen sollen. Dafür ist es eindeutig noch zu früh.

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Facebook verändert den Algorithmus: Schlechte Zeiten für die Facebookseite

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Bild: © Gerd Altmann ; Pixabay

Viele Kultureinrichtungen setzen bei ihren Social Media-Aktivitäten ausschließlich auf Facebook. Zu verlockend ist die große Zahl an UserInnen, suggeriert sie uns doch, wir würden hier einen Großteil der Weltbevölkerung erreichen. Die Realität sieht aber leider anders. Wer eine Facebookseite betreibt, weiß, wie hilflos man sich dort fühlen kann. Man schreibt und schreibt, verwendet viel Zeit und Mühe, aber man hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten, die darauf aufmerksam zu machen, die man damit ansprechen möchte. Wer nun darauf gehofft hat, dass sich die Situation verbessert, wurde wieder und wieder enttäuscht. So auch Anfang Dezember, als Facebook mal wieder den Algorithmus verändert hat. Das Resultat: Facebookseiten erreichen nun sehr viel weniger Fans als zuvor, erste Auswertungen zeigen, dass Rückgänge von 40 bis 50% zu verzeichnen sind.

Die Empörung ist groß, oft wird Facebook vorgeworfen, es werde immer kommerzieller. Aber wer kann einem gewinnorientierten Unternehmen vorwerfen, es wolle Geld verdienen? Und warum sollten Kultureinrichtungen davon ausgehen können, dass ihnen ein amerikanisches Unternehmen kostenlosen Platz zur Verfügung stellt, um Werbung in eigener Sache zu machen? Wie oft habe ich gehört, dass Kultureinrichtungen die ohnehin schon knappen Marketingbudgets mit dem Argument gekürzt haben, weil Facebook ja kostenlos sei. Nun rächt es sich, denn wer möchte, dass seine Facebookseite wahrgenommen wird, muss wohl in den sauren Apfel beißen und dafür zahlen.

Mirko Lange liefert in seinem Blogpost „Facebook als Partyzone: Was der Social Graph mit der Reichweite von Fanpages zu tun hat“ die Erklärungen dafür. Er weist darauf hin, dass Facebook als Netzwerk entstanden ist, bei dem die sozialen Kontakte im Vordergrund standen und auch heute immer noch stehen. Wir bilden hier unsere eigenen – realen – Netzwerke ab und dementsprechend agieren wir dort auch. Wir schauen uns die Fotoalben von FreundInnen an, lesen und schreiben auf deren Profilwänden und tauschen private Nachrichten aus beziehungsweise chatten, so die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie.

Facebook beschneide nun, so Lange, nicht die Reichweite von Facebookseiten, sondern stärke die Postings von Freunden. Damit unterstützt das Netzwerk genau die Aktivitäten, die den mehr als eine Milliarde UserInnen wichtig sind. Wer hier mit seiner Seite nicht untergehen möchte, müsse in den „Social Graph“ der UserInnen gelangen, um so wahrgenommen zu werden. Zum Beispiel, in dem die BesucherInnen einer Kulturveranstaltung darüber auf Facebook berichten. Oder der Kulturbetrieb beißt in den sauren Apfel und zahlt für das Posting. Ob das langfristig ein probates Mittel ist, sie mal dahingestellt. Die Klagen, dass man im Newsfeed mehr und mehr bezahlte Postings lesen müsse, nehmen zu und vermutlich ist das mit ein Grund, warum sich mehr und mehr Menschen von Facebook verabschieden und sich anderen Plattformen zuwenden.

Vielleicht ist das jetzt der Moment, die Entscheidung, nur auf Facebook zu setzen, zu revidieren? Ein Schritt, der in meinen Augen Sinn macht, denn wer von Suchmaschinenoptimierung spricht und im Internet gefunden werden möchte, befindet sich, so er nur auf Facebook setzt, klar auf dem falschen Weg. Und das nicht erst seit gestern! Schaffen Sie Ihren eigenen Raum im Netz, entweder in Form einer Website oder eines Blogs. Dann macht es auch Sinn, sich mit dem Thema Content zu beschäftigen, denn ein Artikel hat so die Chance, dank der Suchmaschinen auch noch Jahre später gefunden und gelesen zu werden. Auf Facebook ist das nicht möglich, was nicht nur daran liegt, dass die Postings schnell verschwinden, sondern auch am Fehlen einer funktionierenden Suchmaschine.

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Warum ich Facebook brauche

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Irgendwie ist es schon witzig. Da wird ein Netzwerk hochgejubelt und zum Synonym für Social Media und dann ist die Überraschung groß, wenn der Hype nachlässt. „Die Jugend verlässt Facebook wieder“ titelte Focus vor ein paar Wochen, eine Social Media-Managerin schreibt einen Brief an Facebook, in dem sie das Ende ihrer Beziehung zu Facebook begründet und im Blog Karrierebibel fragt Christian Mueller: „Facebook ade: Brauchen KMUs das Netzwerk überhaupt?

Wer den Zyklus eines Hypes kennt, musste damit rechnen, dass es irgendwann einmal abwärts geht. Aber nachdem wir das Netzwerk auf den höchsten Punkt der Hype-Kurve geschrieben haben, schreiben wir nun halt die Abwärtsbewegung herbei. Vermutlich werden wir, wie im Fall von Diaspora (erinnert sich noch jemand daran?) demnächst den Aufgang einer neuen Plattform erleben und auch entsprechend euphorisch begleiten. Und man muss kein großer Prophet sein, um schon jetzt zu wissen, dass auch hier irgendwann mal eine Abwärtsbewegung einsetzen wird.

Wäre ich bei Facebook in verantwortlicher Position, würden mir die Zahlen, die der Focus-Artikel zusammengetragen hat, zu denken geben. Ob ich als Kultureinrichtung in Panik verfallen muss, bezweifle ich aber, denn den wenigsten von ihnen ist es bis jetzt gelungen, die Zielgruppe der unter Zwanzigjährigen zu erreichen. Ob Museum, Theater oder Oper, der Blick in die Statistik der jeweiligen Facebookseite zeigt vermutlich, dass die Gruppe der 18 bis 24-Jährigen eine kleine Minderheit darstellt. Das heißt, sie wurden bis jetzt nicht erreicht und wenn sie irgendwann nicht mehr auf Facebook sein sollten, hat sich für die meisten Kulturbetriebe nichts geändert. :-) Sind Ihnen die jungen Menschen wichtig, wäre das jetzt ein Grund, es mal auf Twitter zu versuchen, nur dort sinkt das Medianalter der NutzerInnen nämlich. Eine andere Möglichkeit wäre es, den eigenen Ansatz zu hinterfragen.

Viele Kultureinrichtungen sind mit Facebook nie so richtig warm geworden, weil diese Plattform ursprünglich dazu diente, StudentInnen miteinander zu vernetzen. Diese Ursprungsidee merkt man ihr auch heute noch an, Facebook unterstützt uns wie keine andere Plattform dabei, unsere „realen“ Netzwerke abzubilden. Nirgendwo stehen die persönlichen Beziehungen so im Vordergrund wie hier. Twitter, Google+, Quora, etc. bilden nicht so sehr den social graph, sondern eher den interest graph ab, was in meinen Augen erklärt, warum vielen von uns die Kommunikation auf Facebook so leicht und in anderen Netzwerken so schwer fällt.

Aber Facebook ist und bleibt ein Tool und ich finde es befremdlich, wenn eine Social Media Managerin ihre „Beziehung“ zu Facebook beendet und sich unter anderem über die zunehmende Kommerzialität dieser Plattform beklagt. Wir haben es hier mit einer Infrastruktur zu tun, die uns die Möglichkeit gibt, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Im Unterschied etwa zum Telefon wird uns diese Infrastruktur unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Während ich bei meinem Telefonanbieter aber Kunde bin, kann davon auf Facebook nicht die Rede sein, dort bin ich das Produkt. Erst wenn ich mit bezahlten Postings oder Werbeeinschaltungen arbeite, werde ich zum Kunden, davor bin ich Teil eines Dreiecksgeschäftes und darf die Plattform im Tausch gegen  meine Daten benutzen.

Sich darüber aufzuregen, wenn man Facebook privat nutzt, halte ich für legitim. Auch der Abschied von der Plattform ist eine nachvollziehbare Option, schließlich gab und gibt es Alternativen, auch wenn dort die Nutzerzahlen nicht so hoch sind. Wer Facebook beruflich nutzt und der Plattform vorwirft, dass sie käuflich sei, wie Katharina Antonia Heder das in ihrem „Abschiedsbrief“ tut, blendet die Tatsache aus, dass hier jemand eine Art Marktplatz zur Verfügung stellt, ohne dafür Eintritt zu verlangen. Natürlich ist es auch in Ordnung, diesen Marktplatz, so er einem nicht gefällt, wieder zu verlassen. Aber wozu dieser Abschiedsbrief? Irgendwie erinnert er mich an das Twitter-Experiment. Mit lautem Getöse wurde damals die Verbindung gelöst, heute folgt dieser Account wieder fast der gleichen Anzahl an Twitterati.

Natürlich wurden wir nie darüber informiert, dass dieses Twitter-Experiment gescheitert ist. Ähnlich wird es wohl auch hier sein. Irgendwann ist der Facebook-Account dann wieder da und die Erde dreht sich weiter.

Ob sie sich mit oder ohne einen Facebookaccount dreht, das müssen wir letzten Endes selbst entscheiden. Die Frage von Christian Mueller, ob wir bzw. in seinem Artikel die KMU Facebook überhaupt brauchen, ist berechtigt und sollte auch beantwortet werden. Ich kann das natürlich nur für mich tun und sehe aus folgenden Gründen keinen Anlass, mich von Facebook zu verabschieden:

  1. Facebook als ein Baustein meiner Social Media-Aktivitäten: Ich habe nie ausschließlich auf Facebook gesetzt und würde das auch niemandem empfehlen. Facebook gehört für mich zu den „Großen„, an denen man aus verschiedenen Gründen nicht vorbei kommt. Für mich dient es wie alle anderen Netzwerke und Plattformen dazu, meine Blogaktivitäten zu unterstützen.
  2. Facebook dient der Vernetzung, nicht der Werbung: Viele Kultureinrichtungen nutzen ihre Facebookseite vor allem, um eigene Veranstaltungen anzukündigen. Sonst nichts, leider. Für mich dient das Netzwerk dazu, mich mit anderen Menschen auszutauschen, ihnen Fragen zu stellen, Termine zu vereinbaren oder Links zu verschicken. Das funktioniert mit einer großen Zahl von Menschen und macht die  Sache recht bequem.
  3. Facebook als Wissens- und Lernplattform: Nicht missen möchte ich die vielen Gruppen, die im Laufe der Jahre auf Facebook entstanden sind. Ob es um Social Media im Museum oder im Theater geht, ob um Urheberrecht oder Crowdfunding, die Informationen und Diskussionen in den Gruppen sind von unschätzbarem Wert und kein noch so gut gefüllter RSS-Reader kann sie ersetzen. Oder anders ausgedrückt: Ich könnte mir es fachlich gar nicht leisten, auf diese Gruppen zu verzichten.
  4. Auf Facebook sind „alle“: Die ARD/ZDF Online-Studie zeigt, dass mittlerweile jeder Teil unserer Gesellschaft im Netz und ein Großteil auch auf Facebook vertreten ist. In Deutschland sind es aktuell 25 Millionen, d.h. wir haben kein anderes Medium, über das wir mit mehr Menschen auf direktem Weg kommunizieren und interagieren können.
  5. Facebook als Teeküche: Ich habe schon vor vielen Jahren, als Facebook noch unbekannt war, für Projekte, aber auch Lehrveranstaltungen, Foren eingerichtet. Das Anmelden war nicht einfach und viele Forenanbieter sind im Laufe der Jahre gekommen und wieder verschwunden. Heute nutze ich dafür geheime Facebookgruppen und reduziere so die Zahl der Emails, die normalerweise ein Projekt oder eine Lehrveranstaltung begleiten. In einer Facebookgruppe lässt sich über all die Dinge sprechen, die wichtig, aber nicht so wichtig sind.

Fazit: Für mich ist Facebook ein Tool, das mich in meiner Kommunikation unterstützt. Ich muss es weder lieben noch hassen, sondern einfach nur so gebrauchen, dass ich davon profitiere. Das tue ich, zumindest derzeit.

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Facebook: Warum ich auf eine Unternehmensseite verzichte

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Brauche ich denn wirklich eine Unternehmensseite? Oder reicht nicht auch ein Profil? Was für ein Unternehmen oder eine Organisation spätestens dann peinlich wird, wenn ihr „Geburtstag“ in der Timeline der „Freunde“ auftaucht und außerdem laut den Geschäftsbedingungen von Facebook verboten ist, lässt sich für EinzelunternehmerInnen nicht so einfach beantworten. „Profil oder Seite – oder beides?„, mit dieser Frage startete Annette Schwindt vor knapp zwei Wochen eine „Blogparade für Einzelkämpfer“, wie sie es genannt hat. Nachdem ich in diese Kategorie gehöre, nutze ich die Gelegenheit, mich mit dieser Frage zu beschäftigen.

Facebook: CHF Kulturmanagement

Annettes Frage kann ich recht einfach beantworten: Ich nutze für mich und mein Unternehmen nur das persönliche Profil. Zwar habe ich vor einiger Zeit mal eine Seite eingerichtet (siehe Screenshot), bin damit aber nie online gegangen und heute recht froh über diese Entscheidung.

Als ich im Juli 2007 bei Facebook ein Profil angelegt habe, war für mich klar, dieses Netzwerk nicht für private Zwecke zu nutzen. Insofern stand ich auch nie vor der Herausforderung, Inhalte vor anderen UserInnen verbergen zu müssen. Warum ich dieses Netzwerk nie privat genutzt habe, kann ich so gar nicht beantworten, es war aber auf alle Fälle zu Beginn keine strategische Entscheidung. Aber als es zum Thema wurde, war ich froh, auf den Status Quo aufbauen zu können.

Das Thema Unternehmensseite kam natürlich immer wieder auf, mit der stARTconference sind wir ja dann auch diesen Weg gegangen und haben recht schnell gemerkt, dass diese Mischung aus persönlichem Profil und Unternehmensseite viele Vorteile hat. Zumal wir alle unsere eigenen Chefs waren und niemandem Rechenschaft schuldig waren. Allerdings war und ist die stARTconference auch nur ein Teil von mir und so sehe ich keine Gefahr, dass es zu großen Überschneidungen kommt.

Natürlich vermisse ich manchmal die Statistiken auf meinem Profil, aber auf der anderen Seite kann ich an mir selbst beobachten, dass ich die Zahlen, die mir auf einer Unternehmensseite zur Verfügung gestellt werden, auch nicht besonders exzessiv nutze. Das hat aber vermutlich damit zu tun, dass Facebook für mich nur ein Teil des Social Media-Mix ist und daher nicht so eine große Rolle spielt. Dass die Netzwerkbetreiber in den letzten Monaten die Sichtbarkeit der Postings von Unternehmensseiten reduziert haben, bestärkt mich in meiner Ansicht, war aber nicht der ausschlaggebende Grund. Hellseher bin ich nämlich keiner. ;-)

Ich habe auch immer wieder gerne mit Facebookseiten experimentiert, um herauszufinden, was sich damit machen lässt. So habe ich vor knapp zwei Jahren mit der Plattform Kulturfinanzierung begonnen, weil ich herausfinden wollte, ob eine themenorientierte Seite nicht viel sinnvoller ist als eine reine Unternehmensseite.  Nun reicht mir leider die Zeit nicht dafür, dort tagtäglich neue Inhalte zu posten. Aber so langsam wächst die Seite und ich muss gestehen, es macht mir Spaß, diese Seite zu betreiben. Es gibt auch einen klaren inhaltlichen Fokus, wodurch ich eigentlich nie Gefahr laufe, Inhalte sowohl dort als auch auf meinem Profil zu posten. Und wenn, geschieht es so selten, dass es auch nicht wirklich schlimm ist.

Insofern kann ich diese Variante durchaus empfehlen. Die Seite ist dann aber eher Beiwerk, kann aber im Laufe der Zeit durchaus an Dynamik gewinnen. Ich hatte mir auch mal überlegt, für mein Blog eine eigene Seite einzurichten. Davon bin ich allerdings wieder abgekommen, denn ich hätte damit die gleiche fehlende Perspektive wie mit meiner Unternehmensseite, die nun schon seit Juni 2009 ein trauriges Offline-Dasein führt. Insofern werde ich wohl in der nächsten Zeit nichts an diesem mittlerweile bewährten Konzept ändern. Aber bei Facebook weiß man ja nie, vielleicht sieht die (Facebook)-Welt morgen schon wieder ganz anders aus. ;-)

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Die Sichtbarkeit von Postings auf Facebook: Ein Vergleich

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Im Beitrag über die Abmahnung wegen eines Vorschaubildes auf Facebook habe ich schon darauf hingewiesen, dass es gar kein Nachteil sein muss, wenn man auf die Vorschaubilder verzichtet. Zumindest was die Sichtbarkeit des Postings betrifft. Ich habe das jetzt einige Male getestet und möchte anhand eines kleinen Beispiels zeigen, wie sich das bei mir ausgewirkt hat. Dieses Posting habe ich gestern auf der Facebookseite der stARTconference gepostet und heute (08.01.2013) um 19 Uhr einen Screenshot davon gemacht.

Der Link war zu dieser Zeit 11 Stunden online, also praktisch den ganzen heutigen Tag, und wurde von 178 Personen gesehen. Hier nun ein weiteres Posting, das ich eine halbe Stunde zuvor online gestellt habe. Es wurde innerhalb der 32 Minuten von 240 Personen gesehen und hat damit eine wesentlich größere Sichtbarkeit als das erste Posting.

Facebook (Beispiel II)

Ich kann es natürlich nicht hundertprozentig ausschließen, gehe aber davon aus, dass die unterschiedlichen Zahlen nicht auf die Inhalte der Postings zurückzuführen sind. Ich denke, es hat mit der Darstellung der Inhalte zu tun. Beim ersten Posting bin ich ganz klassisch vorgegangen. Ich habe den Link hineinkopiert, auf das Erscheinen von Vorschaubild und -text gewartet, den Link dann im Textfeld wieder gelöscht und das Posting veröffentlicht.

Im Fall des zweiten Postings habe ich meinen Text geschrieben, dann den Originallink mit Hilfe von bit.ly gekürzt und den Kurzlink anschließend an das Ende des Postings gehängt. Vorschaubild und -text habe ich in diesem Fall wieder weggeklickt, so dass es ein reines Textposting ist.

Mit dieser Vorgangsweise erhöhe ich anscheinend die Sichtbarkeit um ein ganzes Stück (jetzt um 22 Uhr ist das Verhältnis 184/394 Zuseher), allerdings sagt das nichts darüber aus, ob das Posting später auch wahrgenommen wird. Ich vermute, hier wäre dann wieder ein Foto ganz hilfreich, um das Posting nicht nur sichtbar zu machen, sondern auch dafür zu sorgen, dass die UserInnen es auch wirklich registrieren und im Idealfall darauf reagieren.

Vermutlich macht es also Sinn, beide Varianten abwechselnd zu nutzen, um einerseits sichtbar zu sein und andererseits Aufmerksamkeit zu erregen. Es ist also gar nicht so einfach, hier das Optimum herauszuholen. ;-)

Post

Abmahnung wegen eines kleinen Vorschaubildes auf Facebook

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis es passiert. Nun berichtet das Blog der Rechtsanwaltskanzlei Weiß & Partner von einer Abmahnung,

„in der einem Facebook- Nutzer vorgeworfen wird, durch die Funktion „Link teilen“ Urheberrechte in Bezug auf das bei Facebook angezeigte Miniaturbild zu verletzen“.

Das heißt konkret, wer ein Blogpost, einen Artikel oder sonstige Inhalte auf Facebook teilen möchte, muss sich sicher sein, dass er das darf. Zum Beispiel, wenn es sich bei dem verlinkten Artikel um den eigenen handelt, den man mit eigens dafür produzierten Bildern ausgestattet hat. Ansonsten drohen erhebliche Kosten, im genannten Beispiel geht es um knapp 1.750 Euro, eine recht hohe Summe für ein so kleines Bild wie etwa das hier:

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Nachdem es ein Bild von mir gewesen ist, droht keine Gefahr. Aber in allen anderen Fällen ist große Vorsicht geboten. Rechtsanwalt Thomas Schwenke rät in seinem Beitrag „Nun ist es soweit: Abmahnung wegen Vorschaubildern bei Facebooks Teilen-Funktion“ dazu, im Zweifelsfall das Häkchen bei „kein Miniaturbild“ zu setzen und ganz auf ein Vorschaubild zu verzichten.

Das muss gar nicht unbedingt ein Nachteil sein, denn vor einiger Zeit schrieb Markus Sekulla in t3n einen sehr interessanten Beitrag, in dem er Tipps gab, wie man die Reichweite der eigenen Postings auf Facebook steigern kann. Den Absatz „Plain Text hilft ungemein“ fand ich besonders spannend, denn darin empfiehlt er, nicht nur auf das Miniaturbild zu verzichten, sondern darauf zu achten, dass der Link gar nicht ausgeklappt wird. Das heißt in der Praxis: den Beitrag nicht mehr direkt verlinken, sondern mit Hilfe eines URL-Shortener (z.B. bit.ly) einen Kurzlink generieren und den dann in das Posting einbauen.

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Ich habe diesen Tipp gleich auf der Facebookseite der stARTconference ausprobiert und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Zugriffszahlen liegen um etwa 20 bis 30% über den Werten von Postings mit Bildern. Außerdem lässt sich so auch noch herausfinden, wie oft der Link angeklickt worden ist. So kann man dieser eigentlich völlig unbefriedigenden Situation doch auch etwas Gutes abgewinnen. :-)