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Wenn die Herde die Flucht ergreift oder: die eigene Website wird immer wichtiger

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Houserock Valley Bison Herd Houserock Valley Bison Herd„; By Kaibab National Forest (CC BY-SA 2.0) Noch lassen sich die Tiere nicht aus der Ruhe bringen, allerdings sind sie wachsam und jederzeit bereit, die Flucht zu ergreifen. So ähnlich schätzt Christian Dingler von der PR-Agentur genuin4 die derzeitige Lage auf Facebook ein. In seinem Blogbeitrag „Diese neun Trends werden 2013 in der Online PR wichtig – hoffe ich“ prophezeit er, dass die Unternehmen „in Scharen“ verlassen werden, weil sie nicht bereit sind, „für die Sichtbarkeit dort zu zahlen. Mit aus diesem Grund werde die eigene Website (wieder) an Bedeutung gewinnen, schreibt Dingler weiter. Ob die Unternehmen wirklich die Flucht ergreifen, weiß ich nicht, aber eine gewisse Ernüchterung ist schon zu konstatieren. Anne Grabs zeigt in ihrer Präsentation „Everywhere Commerce“ eine Folie, in der der aktuelle Status Quo von Social Media im Gartner Hypecycle-Modell abgebildet ist. Ihrer Ansicht nach befinden wir uns gerade am Einstieg in das „Tal der Enttäuschungen“ (Folie 7), was die Prognose von Christian Dingler unterstützt. Nun also wieder die eigene Website? Jeremiah Owyang hat schon vor gut zwei Jahren gemeint, dass die eigene Website wieder relevant werden würde. In seinem dort beschriebenen Modell (siehe dazu mein Blogpost „Die eigene Website und Social Media wachsen (langsam) zusammen„) spricht er vom Zusammenwachsen der eigenen Website mit den Social Networks. Das Resultat ist die „Social Corporate Website“. Coca Cola Journey Wie zutreffend seine Prognose ist, beweist die neue Website von Coca-Cola, die heute Coca-Cola Journey heißt und vermutlich genau das darstellt, was sich Jeremiah Owyang unter dem Begriff der „Social Corporate Website“ vorgestellt hat. Die Seite zeigt aber auch, dass die Zeit vorbei ist, wo die Frage, wie etwas auf einer der Plattformen funktioniert, im Vordergrund steht. Gefragt sind interessante Inhalte. Die Tatsache, dass ein Unternehmen heute auf Facebook ist, lockt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, es sind Geschichten, nach Möglichkeit auch die der UserInnen bzw. Fans. Facebook ist dann nur noch ein Tool, was genau zu den von Anne Grabs angekündigten Enttäuschungen führen wird. „Was, jetzt bin ich auf Facebook und nun soll ich schon wieder was Neues machen?“ Dieser Satz wird in den nächsten Monaten vermutlich öfters zu hören sein. Die Antwort darauf ist ein klares Ja. Das Schöne dabei ist: wir müssen Facebook nicht verlassen, aber es ist dann einfach nicht mehr so wichtig. ;-)
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Facebook: zurück zur Push-Kultur

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© Gerd Altmann ; Pixelio Von der Push- zur Pullkultur, so wird der Wandel, den das Social Web hervorgerufen hat, oft beschrieben. Vereinfacht gesagt bedeutet das: die jeweiligen Zielgruppen werden nicht mehr mit Informationen bombadiert, sondern die UserInnen rufen die Informationen dann ab, wenn sie diese benötigen. „Der Internet-User ist stets ein individueller Interessent, der mit spezifischem Interesse unterwegs ist. Ihn mit globalen Botschaften ohne Bezug auf seine Interessen anzusprechen macht keinen allzu großen Sinn“, schrieb Rainer Meyer Anfang 2010 in „Marketing 2.0: Von der Push-Strategie zur Pull-Strategie„. Diese Entwicklung hat viele Unternehmen, aber auch Kultureinrichtungen vor große Probleme gestellt, waren sie es doch gewöhnt, ihre Botschaften mit möglichst großer Streuung unter die Leute zu bringen. Rückmeldungen oder gar Dialoge waren da nicht vorgesehen. Im Social Web war das plötzlich ganz anders, hier zählten Interaktionen und Gespräche. Aber worüber unterhalten? Viele haben es bis heute nicht verstanden, dass es im Social Web keine Einbahnstraßen mehr gibt. Dementsprechend wurde weiter „verlautbart“, so wie man das schon immer gemacht hatte. Aber es ging ja nicht nur darum, die eigenen Inhalte möglichst interessant in Gespräche zu verpacken, nein, die Interaktion wurde noch aus einem anderen Grund wichtig. Facebook führte den Edgerank ein und führte so ein Verfahren, das uns vor einem Zuviel an Informationen schützen sollte. Nur die wichtigsten Informationen sollten in unserem Newsfeed auftauchen, so die Grundidee von Facebook. Was aber ist wichtig? Postings, auf die wir reagieren, entweder durch teilen, kommentieren oder das Anklicken des Like it-Buttons. Interaktion wurde zur Voraussetzung, um von seinen FreundInnen und Fans wahrgenommen zu werden. Eigentlich ist das keine schlechte Idee, dass diejenigen „belohnt“ werden, die viel kommunizieren. Schließlich war Facebook ja auch als Studentennetzwerk entstanden und da ging es eigentlich nur darum, miteinander ins Gespräch zu kommen. Aber Facebook ist nicht mehr das Netzwerk früherer Tage, sondern ein börsenotiertes Unternehmen, das vereinfacht gesagt den Unternehmen eine Unmenge an Daten zur Verfügung stellt und dafür Geld von ihnen bekommt. Diese Daten kommen von uns, was bedeutet: wir sind das Produkt. Und um für seine (zahlenden) Kunden möglichst attraktiv zu sein, hat Facebook in den letzten Monaten an einigen Schrauben gedreht. So wurde zum Beispiel die neue Chronik eingeführt. Wer als Fan auf einer Unternehmensseite etwas postete, verschwand mit seinem Beitrag in einem kleinen kaum sichtbaren Kasten. Nicht ganz überraschend nahm die Interaktion zwischen den Unternehmen und ihren Fans ab, die Chronik ähnelte eher einer Plakatwand. Wem es wirklich um Kommunikation gehe, der solle, so schrieb Debra Askanase, eher auf die Facebookgruppen setzen (siehe dazu auch mein Blogpost „Warum ich Facebookgruppen mag„). Vor wenigen Tagen hat Facebook nun wieder am Algorithmus seines Edgeranks gedreht. Das Ergebnis: Die Postings erreichen eine immer kleinere Zahl an Fans. Wem diese Zahl zu klein ist, der erkauft sich die Sichtbarkeit, denn Facebook hat dazu natürlich die entsprechenden Angebote geschnürt. Wie diese aussehen und was es nun kostet, hat Thomas Hutter in seinem Beitrag „Der Edge Rank und die fehlende Reichweite, sprechen wir Tacheles“ ausführlich beschrieben. Während es gute Inhalte seiner Ansicht nach schaffen werden, ihre Reichweite zu halten, hilft man bei den anderen nach, indem man dafür bezahlt.

Bezahlte Inhalte auf der Überholspur

Aus Sicht von Facebook ist dieser Schritt nachvollziehbar. Es handelt sich zwar um kein besonders innovatives Geschäftsmodell, aber nachdem das Netzwerk mittlerweile rund rund eine Milliarde Mitglieder hat und viele Unternehmen (und natürlich auch Kultureinrichtungen) danach gieren, diese Masse an Menschen zu erreichen, spült es vermutlich viel Geld in die Kassen. Nun rächt es sich, dass viele Unternehmen bei ihren Social Media-Aktivitäten ausschließlich auf Facebook gesetzt haben. Vorbei die Zeiten, wo man zweimal die Woche ein nettes Postings veröffentlicht und damit seine 5.000 Fans erreicht hat. Zwar weist Annette Schwindt in einem ihrer letzten Beiträge darauf hin, wie wichtig Interaktion für die eigene Präsenz auf Facebook ist. Aber machen wir uns nichts vor: gute Inhalte können jetzt von bezahlten Inhalten überholt werden. Sich alleine auf die Qualität der eigenen Postings zu verlassen ist fahrlässig, denn wie Christian Henne in seinem Blogpost „Facebook reloaded! Daily Soap und Push-Button.“ richtig schreibt, ist es ein Irrglaube, „hochwertigen Content mit hoher Interaktion gleichzusetzen“. Als Dirk Bach vor wenigen Tagen starb, wurde auf der Facebookseite des „Stern“ der Like-Button zum „Kondolenzknopf“ erklärt. Am Ende waren es fast 60.000 Fans, die diesem Aufruf gefolgt sind. Eine von „ExactTarget“ per Email durchgeführte Befragung deutscher KonsumentInnen bestätigt, dass es nicht unbedingt hochwertige Inhalte sind, die die UserInnen interagieren lassen. Was können Sie angesichts dieser Entwicklung unternehmen? Wer bis jetzt ausschließlich auf Facebook gesetzt hat, sollte sich spätestens jetzt mit anderen Plattformen und Netzwerken beschäftigen, idealerweise starten Sie jetzt Ihr eigenes Blog, schließlich wollen Sie ja auch in den Suchmaschinen gefunden werden. Ist Ihr Blog die zentrale Anlaufstelle, werden Sie die Veränderungen auf Facebook viel weniger Nerven kosten. Mein Blog zum Beispiel ist durch die zahlreichen Beiträge so gut in den Suchmaschinen verankert, dass rund 90% der Zugriffe von dort kommen. Facebook könnte also theoretisch morgen zusperren, der Schaden wäre nicht sonderlich groß. Wollen Sie weiter auf Facebook aktiv bleiben, wogegen nichts spricht, sollten Sie Ihre Vorgehensweise überdenken. Laden Sie Ihre Fans in eine oder mehrere Gruppen ein und suchen Sie dort das direkte Gespräch. Die Facebookseiten sind für mich nur noch Plakatwände, die ich als Kultureinrichtung durch intelligentes Storytelling mit interessanten Inhalten füllen kann. Hier werde ich gefunden, mache auf mich aufmerksam und hebe besonders wichtige Postings unter Umständen kostenpflichtig hervor. Ich werde das in den nächsten Wochen ausprobieren und dann von meinen Erfahrungen berichten. Fakt ist aber, dass wir auf Facebook gerade die Rückkehr der Push-Kultur erleben. Nicht die Interaktion und das Interesse der UserInnen, sondern das Budget entscheidet über die Sichtbarkeit meiner Postings. Ich denke, dass das von Facebook ein Schritt in die falsche Richtung ist. Kurz- und mittelfristig werden sie damit ganz ordentlich Geld verdienen, aber es kann gleichzeitig auch der erste Schritt abwärts sein. Die nächsten Monate werden es zeigen.
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Warum ich Facebookgruppen mag

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Ich gestehe, auf meinem persönlichen Profil verwende ich die neue Chronik, die nun gar nicht mehr so neu ist, noch immer nicht. Ich verweigere mich damit nicht neuen Entwicklungen, zumal ich das im Fall von Facebook gar nicht verhindern kann, sondern ich finde, dass die alte „Wall“ einfach übersichtlicher ist und nachdem es mir auf Facebook vor allem um den Austausch, um Diskussionen geht, werde ich mein Profil erst dann umstellen, wenn es nicht mehr anders geht. Nachdem die Facebookseiten mittlerweile umgestellt wurden, habe ich nun auch den direkten Vergleich und behaupte, dass neu und alt ihre Vor- und Nachteile haben. Klar ist, auf den neuen Seiten findet sehr viel weniger Interaktion statt, was vermutlich auch damit zu tun hat, dass die Postings der Fans nicht mehr gleichberechtigt neben denen des Seitenbetreibers stehen, sondern nach rechts in einen separaten Kasten gewandert sind. Ein Entrüstungssturm kann zwar immer noch entstehen, aber das passiert nicht mehr so leicht, denn im ersten Moment sieht man als UserIn erst einmal nur einige angeteaserte Postings der Fans. Ich als Seitenbetreiber bin da sehr viel präsenter, wie obiger Ausschnitt zeigt. Ein weiterer vermeintlicher Vorteil: SeitenbetreiberInnen können ihre Seite besser kontrollieren und sie können wunderbar Storytellingkonzepte umsetzen, wie es etwa die Seite von Spotify zeigt. Sie finden dort rund 1000 Jahre Musikgeschichte und eben nicht nur ständige Hinweise, wie toll der Musikstreamingdienst ist. Wer böse ist, würde sagen, die Facebookseite geht mehr in Richtung Plakatwand, was nicht unbedingt dem Grundverständnis eines sozialen Netzwerks entspricht. Ähnlich sieht das Debra Askanase in ihrem Beitrag „Returning to Facebook Groups„, in dem sie schreibt: „Pages are designed to be a one-way relationship.“ Hinzu kommt, so Askanase, dass die Fans immer seltener mitbekommen, wenn auf einer Seite etwas gepostet wird, ein Trend, der sich durch Zahlen untermauern lässt.

Community-Building funktioniert am besten in den Facebookgruppen

Sehr viel mehr hält sie von den Gruppen, denn „(g)roups (…) are designed to facilitate online community-building“, konstatiert die Autorin. Der Vorteil: in ihnen können nur Individuen kommunizieren und keine Unternehmen. Letztere sind also dazu gezwungen, die Marke in den Hintergrund zu stellen und den MitarbeiterInnen den Vortritt zu lassen. Sie sind es, die kommunizieren und dafür sorgen, dass sich eine Community bilden kann (und nebenbei zu BotschafterInnen des Unternehmens werden), denn Askanase schreibt völlig richtig: „Aren’t organizations about connecting people to an issue? The connector between the people and the organization is the community.“ Ein schönes Beispiel ist für mich die als Gruppe angelegte Online Bühne des Maxim Gorki Theaters. Die Verantwortlichen haben das Kunststück geschafft, eine Community um die Online-Aufführung der Effi Briest herum entstehen zu lassen, ohne dabei auf viele Kommentare und aktive Teilnahme zu setzen. Gelungen ist ihnen das, weil sie ein zeitlich begrenztes Event kreiert haben und es ein Erlebnis war, dabei sein zu dürfen. Ob Theater, Opernhaus oder Museum, alle diese Kunst- und Kultureinrichtungen machen sich im Vorfeld Gedanken über ihr Programm und legen Themenschwerpunkte fest. Gerade die eignen sich hervorragend als Themen für einzelne Gruppen. So hätte zum Beispiel Gustav Klimt dieses Jahr seinen 150. Geburtstag gefeiert, was viele Museen zum Anlass genommen haben, eine Ausstellung über ihn zu konzipieren. Kein Museum hat die Chance genutzt und eine Gruppe eingerichtet, in der die vielen Fans von Gustav Klimt sich austauschen können. Eine solche Gruppe hätte auch den Vorteil, dass ihre Mitglieder informiert werden, wenn neue Postings online gehen, d.h. die Sichtbarkeit ist wesentlich größer als bei einer Facebookseite. Aber das ist nur ein Mitnahmeeffekt, denn letzten Endes entscheidet der gegenseitige Austausch darüber, ob eine Gruppe erfolgreich ist oder nicht. Ich bin mittlerweile in vielen Gruppen und schätze den Austausch in ihnen. Ob es dabei um Social Media, Crowdfunding oder Transmedia Storytelling geht, ich finde dort jede Menge ExpertInnen, von deren Wissen ich tagtäglich profitieren darf. Und das ist auch der Grund, warum ich tagtäglich auf Facebook bin und diese Plattform trotz ihrer Unzulänglichkeiten immer noch mag.
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Warum Inhalte immer wichtiger werden

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© Stephanie Hofschlaeger ; Pixelio Relevanz ist einer der Schlüsselbegriffe unserer digitalen Welt, hatte ich vor einigen Tagen behauptet und daraus den Schluss gezogen, dass es für Kunst- und Kultureinrichtungen immer wichtiger werde, Inhalte zu generieren. Dies unter anderem deshalb, weil wir feststellen, dass wir mit der Vernetzung auf der Beziehungsebene an Grenzen stoßen, weil uns an einer Person nicht alles interessiert, sondern nur Teilaspekte. Recht schön lässt sich das auf Facebook feststellen, wo wir zwar jede Menge Freunde oder Fans haben, aber uns allen ist klar, dass wir nicht idente Interessen haben und uns deshalb nicht alles von ihnen interessiert. Und genau aus diesem Grund lesen wir auch nicht alles, was unsere Kontakte auf Facebook so alles von sich geben. Der Aufwand wäre zu groß, der Ertrag vermutlich zu gering.

Wenn alle nur über sich schreiben, dann nervt das

Wenn wir aber nicht alles lesen, was in unserem Beziehungsnetzwerk kommuniziert wird, dann bekommen Kultureinrichtungen, die sich bei ihren Social-Media-Aktivitäten auf Facebook beschränken, ein Problem. Das Ziel, von all ihren Kontakten wahrgenommen zu werden, ist eine Illusion, nur wenige schaffen es in den Newsfeed ihrer Fans. Und warum? Weil der direkte Kontakt zu einem Theater, einem Museum oder zu den KünstlerInnen selbst an Bedeutung verloren hat. Die Einzigartigkeit ist dahin, seitdem fast alle im Social Web vertreten sind und meist nichts besseres zu tun haben, als die eigenen Aktivitäten zu bewerben. Wer hundert oder mehr Kultureinrichtungen auf seinem Radar hat, weiß, wie langweilig, ja nervig es sein kann, wenn alle nur auf das eigene Tun verweisen. Beziehungsnetzwerke sind wichtig, aber sie verlieren gegenüber den Inhalten an Bedeutung. Wir wollen unsere Interessen befriedigen und das können wir auf Facebook nur begrenzt. Google+ hingegen stellt die Inhalte mehr in den Vordergrund, der direkte Kontakt zwischen den UserInnen besitzt längst nicht den Stellenwert wie bei Facebook. Aber das Google-Netzwerk ist erst der Anfang einer Entwicklung, die den „interest“ Graph immer stärker betont. Zwar kann ich auf Google+ einzelne Personen in bestimmte Kreise ziehen, aber sie sind frei in dem, was sie dort von sich geben. Niemand kann sie daran hindern, die verschiedensten Themen anzusprechen, ohen Filter habe ich ein ähnliches Problem wie bei Facebook. Diesen Weg vom Beziehungsnetzwerk, wie wir es von Facebook kennen, hin zum Interessensnetzwerk hat jetzt Pinterest geschafft.
„Bei Pinterest geht es nicht darum, Freunde zu finden, oder um persönliche Kommunikation. Der Fokus liegt auf der Verbreitung von relevanten Inhalten, die Bezug zu einem bestimmten Thema haben“,
heißt es auf futurebiz. Auf Pinterest müssen wir nicht mehr den UserInnen folgen, sondern ihren Boards. Und noch etwas ist anders als auf Facebook. Während dort die Interaktion wichtig ist, um überhaupt wahrgenommen zu werden, lässt sich Pinterest auch passiv nutzen. Eine Kultureinrichtung, die es schafft, gute Bilder zu produzieren, kann damit Aufmerksamkeit erzeugen, ohne auf irgendeine Form der Kommunikation mit den „Fans“ angewiesen zu sein, wie Andreas Bersch und Jan Firsching in ihrem Artikel weiter schreiben. Wenn es den Kultureinrichtungen gelingt, ihre Botschaften visuell zu übermitteln, dann stehen die Chancen gut, dass sie auf diese Weise viele UserInnen erreichen.

Wer nur über sich selbst schreibt, langweilt

Aber dafür müssen sie Inhalte schaffen und nachdem sich nicht alle Inhalte visuell übermitteln lassen, bedarf es eben auch anderer Mittel und Wege, zum Beispiel einem Blog. Aber auch hier gilt: wer ständig nur sich selbst bewirbt, langweilt. Nicht die Kultureinrichtung, sondern deren Inhalte müssen im Vordergrund stehen. Das Besetzen von Themenfeldern ist nicht nur für die Suchmaschinen wichtig, sondern ist die Basis für spannende Inhalte. Wo aber bekomme ich die her? Muss ich wirklich ständig neue Inhalte abliefern, um meine Zielgruppen bei Laune zu halten? Oder darf ich etwas tun, was zum Beispiel in den Museen gang und gäbe ist, wenn ich eine Ausstellung konzipiere, nämlich fremde Inhalte kuratieren? „What Comes First, Content Creation or Curation?“ hat Beth Kanter vor einiger Zeit in ihrem Blog gefragt und ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Kuratieren von Inhalten nicht nur die Voraussetzung dafür ist, interessante und neue Inhalte zu schaffen, sondern zugleich auch eine wichtige Hilfe, um ein Publikum für sich zu gewinnen oder eine Community zu schaffen. Vereinfacht gesagt haben wir es mit vier Schritten zu tun:
  1. Themenfelder auswählen: Mit der Auswahl von Themenfeldern wird die Grundlage für die Entstehung eigener Inhalte geschaffen.
  2. Inhalte aggregieren: ein Informationspool muss mit Hilfe von Social Bookmarking, RSS, etc. geschaffen werden, um an die relevanten Inhalte meiner Themenfelder heranzukommen (siehe dazu: „Strukturierte Themensuche für das eigene Weblog„)
  3. Inhalte kuratieren: Joe Pulizzi definiert den „content curator“ so: „Someone whose job it is not to create more content, but to make sense of all the content that others are creating.“
  4. Inhalte kreieren: die Mischung von eigenen Ideen und gewonnenen Erkenntnissen zusammenführen, um neue Inhalte entstehen zu lassen.
Nur so werden Kultureinrichtungen auch zukünftig eine Chance haben, im Social Web wahrgenommen zu werden. Im Vordergrund sollten die Inhalte stehen, erst im zweiten Schritt geht es um die richtigen Plattformen und Tools.
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Google+: Inhalte stehen im Vordergrund

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Ich muss gestehen, die Frage, warum ich neben Facebook nun auch noch auf Google+ aktiv werden soll, konnte ich bis jetzt nicht wirklich beantworten. Die große Zahl derer, die ihre Inhalte synchron über Facebook, Twitter und eben Google+ verteilen, hat mich eher davon abgehalten, nun auch Google+ zu bespielen. Was wäre der Unterschied gewesen zu den anderen Kanälen? So war ich auch nur mäßig begeistert, als Google mit dem Angebot für Unternehmen startete. Zwar war ich schnell von vielen Unternehmen eingekreist, darunter auch Kultureinrichtungen, aber ein Unterschied zu ihren Aktivitäten auf Facebook war nicht festzustellen. Nun bin ich dank Martin Koser in der Huffington Post auf einen Artikel von Bianca Bosker gestoßen, der sich mit Google+ beschäftigt und zu einem ganz interessanten Ergebnis kommt: „It’s What You Know, Not Who You Know“ lautet die Überschrift, die das Ergebnis gleich vorwegnimmt. Während wir auf Facebook unser Revier abzugrenzen versuchen und meist nur mit unseren Freunden und Fans kommunizieren, beschreiben viele UserInnen Google+ als einen Platz, wo sie neue „Freunde“ kennen lernen.
„Google+ is more about sharing ideas and content,“
zitiert Bosker einen User, der weiter meint:
„Facebook is a way to interact with friends and family. Google+ is a way of finding fascinating content I’m interested in very, very, easily, that I wouldn’t even have thought to go looking for.“
Nun gibt es natürlich sehr viele Menschen, die behaupten, Google+ funktioniere wie Facebook und sei deshalb langweilig, aber die Statements in dem Artikel sind schon einen Gedanken wert. Wir können jetzt darüber streiten, ob Google wirklich darauf hingearbeitet hat, hier statt der Vernetzung von Personen die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene in den Vordergrund zu stellen. Irgendetwas muss aber daran sein, denn ich habe zum Beispiel statt einer klassischen Google Page für mein Unternehmen eine Seite erstellt, die sich Projekt Kulturmanagement 2020 nennt und damit thematisch ausgerichtet ist. Auch wenn sich die Zahl der Beiträge noch in Grenzen hält, mir ging und geht es um die Inhalte und nicht so sehr um viele (neue) Kontakte. Bosker arbeitet in ihrem Artikel heraus, dass das bei vielen der mittlerweile etwa 40 Mio. Google+ UserInnen der Grund ist, diese Plattform zu nutzen, verschweigt aber auch nicht, dass sich derzeit vor allem die Early Adopter dort aufhalten. Es kann also durchaus sein, dass die Welt auf Google+ in ein paar Monaten ganz anders aussieht. Was bedeutet das nun für den Kunst- und Kulturbereich? Mein alter Vorwurf lautet, dass Kulturbetriebe bei ihren Social-Media-Aktivitäten die Bewerbung der eigenen Aktivitäten zu stark in den Vordergrund stellen und dabei die Inhalte beziehungsweise die Gespräche darüber vergessen. Nur über die Inhalte lassen sich Themenfelder besetzen und nur auf diese Weise gelingt es, erstens als Experte in diesem Bereich wahrgenommen und zweitens in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Wenn Google+ wirklich die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene unterstützt, dann ist Google+ genau die richtige Plattform für Kultureinrichtungen. Hier können Ausstellungsinhalte kommuniziert werden und die entsprechenden Expertenkreise gebildet werden. Mit Hilfe der Hangouts kann dann der nächste Schritt gemacht und der persönliche Kontakt hergestellt werden. Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass sich auf Google+ derzeit vor allem die Social-Media-ExpertInnen tummeln und Kulturinteressierte mit der Lupe gesucht werden müssen. Schaut man sich an, wie viele UserInnen Kultureinrichtungen in ihren „Circles“ haben, dann sieht man gleich, dass Facebook da noch die Nase vorne hat. Insofern sind Aktivitäten auf Google+ eine Investition in die Zukunft. Ob die dann so aussieht, wie wir uns das vorstellen, wissen wir nicht, aber wie heißt es so schön: no risk, no fun. Dafür gehören Sie dann aber auch zu den ersten und können vorne dabei sein, wenn der Funke überspringt. Mich werden Sie deshalb zukünftig öfter auf Google+ sehen bzw. lesen können.
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Amiando: Ticketing über die eigene Facebookseite

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Vielleicht ist Ihnen das auch schon mal passiert: Sie werden via Facebook oder irgendein anderes Netzwerk auf eine Veranstaltung aufmerksam und würden sich gerne gleich ein Ticket besorgen. Ich selbst habe diesen Vorsatz schon mehr als einmal abgebrochen, weil sich der Erwerb des Tickets als, sagen wir mal, hürdenreich erwiesen hat. Lange Wege, komplizierte Vorgänge, da könnte Amiando mit seinem Facebook-Tickeshop Abhilfe schaffen, denn dank des mittlerweile von Xing gekauften Unternehmens lässt sich nun der Ticketshop direkt auf der eigenen Facebook-Seite einrichten. Das Beispiel der „Le Web“-Konferenz zeigt, dass die UserIn auch auf Facebook die bekannte Benutzeroberfläche erwartet. Während ich von der Integration Amiandos in Xing nicht so angetan war, was vor allem daran lag, dass mich die zahllosen Eventeinladungen eher nerven als interessieren, ist das auf Facebook, wie ich finde, wesentlich besser gelöst. Ein eigener Reiter sorgt dafür, dass der Ticketshop gut sichtbar ist, wie man anhand des Amiando-Demo-Tickeshops sehen kann. Wer kein Ticket kaufen möchte, klickt die entsprechende Seite einfach nicht an. Ich bin gespannt, wie das Tool angenommen wird.
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So schnell werden Ihre Informationen wertlos

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© Jetti Kuhlemann ; Pixelio Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da erfuhr ich die Sportergebnisse des letzten Abends aus der Tageszeitung, die am nächsten Morgen um 6 Uhr vor der Türe lag. Irgendwann gab es dann den Teletext, der das Warten auf die nächste Zeitung überflüssig machte, denn man konnte jederzeit nachsehen, wie zum Beispiel ein Fussballspiel ausgegangen war. Dann kam das Internet, gegen das fortan alle anderen Medien keine Chance hatten, wenn es um den Aktualitätsgrad von Informationen ging. Passiert heute irgendwo auf der Welt etwas, erfahren wir es online sofort und nicht irgendwann später. Aber die Gier nach aktuellen Informationen verursacht ein anderes Problem: wir interessieren uns nur noch ganz kurz für etwas, bevor die nächste Nachricht unsere Aufmerksamkeit erregt. Hatte eine Tageszeitung in der Regel 24 Stunden, bis die nächste Ausgabe sie reif für den Altpapiercontainer machte, hält der Neuigkeitswert einer via Internet verbreiteten Nachricht bei weitem nicht mehr so lange an. Wie schnell Nachrichten bei Facebook und Twitter verschwinden, zeigt ein auf dem bit.ly-Blog veröffentlichter Beitrag, der sich mit der Frage beschäftigt, wie lange eigentlich die Aufmerksamkeit für einen dort geteilten Link anhält? Das Ergebnis ist ernüchternd, die Hälfte der Klicks, die ein Link schafft, erhält er innerhalb der ersten drei Stunden. Danach nimmt das Interesse stark ab, die Nachricht verschwindet in den unendlichen Weiten von Facebook und Twitter. Ich hätte ja geglaubt, dass auf Facebook verbreitete Links etwas länger überleben als auf Twitter. Aber die Unterschiede sind marginal. Während bei Twitter die Hälfte der Klicks nach 2,8 Stunden erreicht wird, dauert es auf Facebook 3,2 Stunden. Wer also nur stur seine Nachrichten via Facebook und Twitter verbreitet und sonst nichts unternimmt, betreibt unter Umständen einen ziemlichen Aufwand und erzielt damit einen recht mickrigen Ertrag. Was aber können wir tun, um das zu ändern? Das Ziel muss sein, das Verschwinden der Nachricht zu verhindern oder besser gesagt, hinauszuzögern. Nun könnte man natürlich einfach alle drei Stunden die Nachricht wiederholen, aber vermutlich ist diese Idee nicht besonders kundenfreundlich oder wollen Sie wirklich alle drei Stunden die alten Inhalte serviert bekommen? Handelt es sich um ein komplexes Thema, lassen sich die Informationen unter Umständen auf mehrere Postings oder Tweets aufteilen. Aber auch hier ist dann meist nach der zweiten oder dritten Ausgabe Schluss. Fein ist man dran, wenn andere das wiederholte Posten der Nachricht übernehmen. Ob auf Facebook geteilt oder als Retweet auf Twitter wiederholt, der Multiplikatoreffekt sorgt dafür, dass nach und nach andere UserInnen davon erfahren und bei Gefallen die Nachricht erneut kommunizieren. Der Haken dabei: wenn wir wollen, dass andere unsere Nachrichten teilen oder retweeten, müssen wir über ein entsprechend gutes Netzwerk verfügen. Aber das ist nicht einfach da, sondern muss erarbeitet werden, d.h. es reicht nicht, eigene Informationen zu verbreiten, sondern es gilt, mit anderen in Gespräch zu kommen, deren Nachrichten zu verbreiten, damit die das gleiche mit unseren Infos tun. Wenig sinnvoll ist es vor diesem Hintergrund, Nachrichten synchon über die eigenen Accounts zu verbreiten. Wer Twitter und Facebook miteinander verbindet und die Nachricht zu einer bestimmten Zeit gleichzeitig durch beide Kanäle jagt, hat sein Pulver bereits verschossen. Warum nicht erst die Information twittern und drei Stunden später die Info noch einmal auf Facebook verbreiten? Natürlich lassen sich hier auch weitere Netzwerke einsetzen, so erscheinen auf Xing die Hinweise auf meine Blogbeiträge bewusst immer etwas zeitversetzt. Und natürlich können Sie Ihre Beiträge dann auch noch mit Hilfe von Delicious, Diigo oder Mister Wong bookmarken und so dafür sorgen, dass Ihre Nachrichten nicht bereits nach drei Stunden kurz vor dem virtuellen Ende stehen. Sie sehen schon, wer sich in Sachen Social Media auf einen einzigen Kanal beschränkt, hat in dieser Hinsicht schlechte Karten. Am besten ist es übrigens, mit Videos zu arbeiten und die auf YouTube zu verbreiten. Dort wird die Hälfte der Klicks nämlich erst nach 7 Stunden erreicht, d.h. Sie sollten auf Videos nicht verzichten.
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Facebook oder Google+? Spätestens jetzt wird es Zeit für ein Blog

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Ich gebe es zu, das Fahrradfahren habe ich nicht erfunden und nachdem mir vor drei Jahren das Rad geklaut wurde, habe ich mir kein neues mehr zugelegt. Dieses Fahrrad zu kaufen, war gar nicht so einfach für mich, denn ich bin, viele werden es bereits ahnen, Laie auf diesem Gebiet. Natürlich erkundigte ich mich damals, um herauszufinden, was gerade aktuell war und bekam nicht nur einen Vortrag zu hören über die Vorzüge bestimmter Gangschaltungen und sonstiger technischer Finessen. Am Ende kaufte ich ein Fahrrad, einfach ein Fahrrad. Die Teilnahme an irgendwelchen Radrennen war nie geplant, also brauchte ich auch nicht mehr. Und dass man egal, wofür man sich entscheidet, immer selbst und aus eigener Kraft in die Pedale treten muss (die elektrischen Dingens mal ausgenommen), das war mir klar. In einer ähnlichen Situation befinden sich vermutlich viele Kultureinrichtungen, die vor nicht allzu langer Zeit im Social Web aktiv geworden sind und nun vor der Frage stehen, was sie denn mit Google+ machen sollen. Klevere Zeitgenossen wittern dahinter natürlich ein Geschäft und so habe ich heute bereits die erste Einladung zu einem (nicht ganz billigen) Seminar bekommen, in dem dann die Frage beantwortet wird, ob ich dort sofort loslegen soll oder besser abwarte. Die meisten brauchen zur Beantwortung dieser Frage kein Seminar, weil Google sie noch gar nicht reingelassen hat in dieses Netzwerk. Aber irgendwann kommt der Moment und dann werden viele vor der Frage stehen: was nun? Diejenigen, die derzeit schon testen dürfen, sind in der Regel Social-Media-ExpertInnen und beschäftigen sich aus beruflichen Gründen mit dem Social Web, seinen Entwicklungen und somit auch mit Google+. Es sind die, die sich, um zum Thema Fahrradkauf zurückzukommen, sehr wohl mit der Frage beschäftigen, ob sie die Gangschaltung von der Firma x oder der Firma y kaufen sollen. Und manchmal kann man ja auch als Laie von deren Wissen profitieren und sich dann eine Gangschaltung zulegen, die einem das Treten in die Pedale zwar nicht abnimmt, aber doch zumindest erleichtert. Was gibt es nun also zu berichten von Google+? Vorweg sei angemerkt, dass auf diesem Netzwerk, mit dem Google gegen Facebook antritt, jeden Tag etwas Neues passiert und es sich hier nur um eine Momentaufnahme handeln kann. Mit dieser quasi Entschuldigung fange ich gleich mit den negativen Punkten an. Da gibt es „Sparks“, eine von Google selbständig generierte Sammlung von Links zu einem von mir bestimmten Thema. Naheliegend, dass ich es mit dem Begriff Kulturmanagement versucht habe und eine Enttäuschung erleben musste. Lediglich ein Link wird mir von Google vorgeschlagen und den kenne ich schon, er führt zu meinem eigenen Blog. Gut, Inhalte zu bestimmten Themen zu finden, dafür brauche ich nicht unbedingt Google+. Was aber wirklich ins Gewicht fällt ist das Fehlen von RSS und Tags. Die Postings der in das eigene Netzwerk eingebundenen UserInnen verschwinden also ähnlich schnell wie bei Facebook und Twitter im virtuellen Nirvana. Hier ist aber damit zu rechnen, dass Google bald Abhilfe schafft, insofern möchte ich darauf jetzt nicht groß herumreiten. Gut gefällt mir das, was Google als Hangout bezeichnet. Dahinter versteckt sich die Möglichkeit, sich mit zehn Leuten zu einem Videochat zusammen zu tun. Worüber man sich dort unterhält, bleibt einem natürlich selbst überlassen, falls es aber langweilig werden sollte, lassen sich per Mausklick YouTube-Videos öffnen und gemeinsam anschauen bzw. -hören. Im Unterschied zu Skype, wo dann alle mit mir vernetzten UserInnen sehen, dass ich gerade anwesend bin, kann ich hier den Personenkreis einschränken. Das geschieht über die sogenannten Circles, die wahrscheinlich interessanteste Neuerung, die Google+ zu bieten hat. Das nachfolgende Video erklärt das Prinzip:
Kurz gesagt, man kann UserInnen, die für einen interessant sind, in verschiedene Kreise verschieben, eine sehr einfache und gut funktionierende Lösung, die an die „Aspekte“ in Diaspora erinnert. Ist so jemand in einem meiner Kreise, kann ich ab sofort seine Postings lesen. Ähnlich wie bei Twitter brauche ich dafür kein Okay, d.h. die Sache ist schnell erledigt. Ob die oder der Andere dann auch mich in einen Circle schiebt und so meine Postings lesen kann, bleibt ihr bzw. ihm überlassen. Die Herausforderung besteht nun darin, das passende System für die eigenen Circles zu finden, denn auch auf Google+ habe ich das Problem, dass zuviel Content auf zu wenig Zeit stößt und ich mir überlegen muss, wie ich damit umgehe. Ob Sie nun themenorientierte Kreise anlegen oder zwischen Influencer und Fußvolk unterscheiden, liegt in Ihrer Hand. Eigentlich kennen Sie dieses Prinzip schon von den Listen auf Facebook, aber da das Anlegen solcher Listen dort nicht so ganz einfach war, haben die wenigsten solche Listen erstellt. Das hat Google eindeutig besser gelöst und so werden derzeit fleißig Circles erstellt und erprobt. Was heißt das für Kultureinrichtungen? Im Augenblick noch gar nichts, denn es gibt derzeit auf Google+ noch keine Unternehmensseiten, wie wir sie von Facebook kennen. Und die Zahl der Kontakte bei den persönlichen Profilen scheint auf 5.000 beschränkt zu sein. Diese Erfahrung hat heute zumindest Werner Lippert vom NRW-Forum gemacht. Ob und in welcher Form sich der Ein- oder Umstieg auf Google+ lohnt, lässt sich daher noch überhaupt nicht abschätzen. Fakt ist, die Usability ist, von Kinderkrankheiten abgesehen, sehr gut, die Seite sieht schick aus (Sie können das in meinem Profil sehen) und so spricht einiges dafür, dass sich Google+ etablieren wird. Das kann dazu führen, dass der Traffic auf Facebook nachlässt und Sie dort nicht mehr so viele UserInnen erreichen wie noch vor wenigen Tagen. Offen bleibt die Frage, wohin sich dieses Netzwerk entwickelt. Werden auf Google+ anderen Themen abgehandelt als auf Facebook oder Twitter? Derzeit sieht es nicht danach aus. Ich kenne einige UserInnen, die ihre Beiträge gleichmäßig auf Facebook, Twitter und Google+ verteilen. Über den Sinn und Zweck lässt sich streiten, zu vermuten ist aber, dass Google mit seinem Netzwerk eine weitere Anlaufstelle für viele UserInnen geschaffen hat. Neben Twitter und Facebook müssen Sie unter Umständen in Kürze auch auf Google+ achten und dort für Ihre Aktivitäten werben Gespräche führen. Das gilt vor allem für diejenigen, die bis jetzt ausschließlich auf Facebook gesetzt haben. Die Zeit, in der Facebook gleichzusetzen war mit Social Media, ist, so denke ich, seit ein paar Tagen endgültig vorbei (angemerkt sei, dass ich noch nie ein Befürworter dieses Ansatzes war), das Netzwerk wird an Bedeutung verlieren. Wenn Sie nur über begrenzte (Zeit)-Ressourcen verfügen, dann müssen Sie vermutlich in Kürze Entscheidungen treffen, um sich nicht zwischen den verschiedenen Netzwerken und Plattformen zu verlieren. Was tun? Mein Rat wird Sie vielleicht überraschen, aber ich denke, spätestens jetzt sollten Sie auf ein Blog setzen und Netzwerke wie Facebook und Google+ als Zubringer dorthin verstehen. Natürlich werden Sie weiterhin auf Facebook, Twitter und/oder Google+ kommunizieren. Aber es sollte irgendwo eine Anlaufstelle geben, auf der Sie nicht ständig lesen müssen, was Sie nicht tun dürfen, sondern die Freiheit haben, das zu tun, was Ihnen wichtig ist. Sie müssen sich nicht, so Ihnen die Ressourcen fehlen, zu SpezialistInnen  für Facebook oder Google+ entwickeln, sondern sich vor allem darum kümmern, Ihre Ziele zu erreichen. Die Frage, welche Gangschaltung die richtige ist, werden Sie sich erst dann stellen, wenn Sie Ihre Ziele höher stecken. Dafür bedarf es dann aber auch der entsprechenden Ressourcen. ;-)
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Meine neue Facebookseite: Plattform Kulturfinanzierung

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Eigentlich fühle ich mich mit meinem Facebookprofil ganz wohl. Aber streng genommen dürfte ich es für meine berufliche Tätigkeit gar nicht verwenden, denn dafür gibt es mittlerweile die Facebook-Seite. So sinnvoll  diese Unterscheidung bei „richtigen“ Unternehmen sein mag, für mich als Einzelunternehmer macht es wenig Sinn, zumal ich Facebook nicht privat nutze. Aber mich den Möglichkeiten einer Facebookseite verschließen möchte ich mich auch nicht. Daher habe ich mich dazu entschlossen, nicht einfach eine Firmenseite einzurichten, sondern mich auf ein konkretes Themenfeld zu konzentrieren, in dem ich dann, so hoffe ich, für die BesucherInnen relevante und hilfreiche Informationen zusammentragen kann. Das kann ich zwar mit der klassischen Unternehmensseite auch, allerdings erlaubt der thematische Ansatz einen weit fokussierteren Zugang, denke ich. Seit heute gibt es auf Facebook die Plattform Kulturfinanzierung. In meinen Augen ist die Finanzierung von Kunst und Kultur ein für viele existenzielles Thema, schließlich sind die öffentlichen Kassen leer und bis jetzt ist noch keine Lösung in Sicht, die die für manche teils herben Rückgänge der Förderungen wettmachen können. Wo gibt es noch Förderungen, welche Alternativen stehen KünstlerInnen und Kulturbetrieben offen? Solche Fragen werden natürlich auch hier im Blog weiterhin ein Thema sein, aber ich versuche mit der Plattform Kulturfinanzierung, Informationen zu bündeln und trage damit auch einer Entwicklung Rechnung, die für viele Facebook und Twitter zu Suchmaschinen hat werden lassen. Wenn Sie Informationen und Fragen zum Thema Kulturfinanzierung haben, freue ich mich über Ihre Beiträge auf der Plattform Kulturfinanzierung, die allen offen steht und vermutlich dann ihre volle Wirkung entfalten kann, wenn viele sie mit Informationen füttern und ebenso viele diese Informationen auch nutzen.
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Facebook: die logische Entwicklung von social zu commercial und was das für Ihre Facebookseite bedeutet

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Wer schon vor längerer Zeit eine Fan- oder Unternehmensseite auf Facebook eingerichtet hat, der fand darauf immer einen Button vor, über den er Freunde einladen konnte. Der Nachteil bestand darin, dass man nie wirklich wusste, wer diese Seite eigentlich betreibt. Wenn wir davon ausgehen, dass es die Menschen sind, die miteinander kommunizieren und nicht Organisationen beziehungsweise Unternehmen, dann war das eine eher ungünstige Situation, der man nur dadurch entkam, dass man z.B. mit Namenskürzeln arbeitete, damit jeder die VerfasserIn des jeweiligen Beitrags identifizieren konnte (so es mehrere VerfasserInnen gab). Mittlerweile hat es bei den Unternehmensseiten einige Änderungen gegeben. Die ModeratorInnen können nun auch unter ihrem Namen kommunizieren, was dem Facebook-Auftritt eine persönlichere Note gibt und der Kommunikation wahrscheinlich gut tut. Schlüpft eine ModeratorIn allerdings in die Rolle der Seite, dann findet sie am rechten Rand folgende Informationen: Sie sehen schon, dort fehlt nun die Möglichkeit, Freunde auf die Seite einzuladen. Stattdessen empfiehlt Ihnen Facebook, es doch mit Werbeanzeigen zu versuchen. Statt kostenlos Freunde einzuladen, sollen Sie nun kostenpflichtige Werbeanzeigen verwenden, um Fans auf Ihre Seite zu bekommen. Ich finde das grundsätzlich nicht schlimm, denn bei Facebook handelt es sich um ein Unternehmen, das mit seinem Produkt Geld verdienen willmuss und dem dafür zwei Wege offenstehen. Entweder biete ich den Mitgliedern meines Netzwerks eine Basis- und eine Premiummitgliedschaft an, über die ich dann hoffentlich ausreichend Einnahmen generieren kann. Xing ist das beste Beispiel für diesen Ansatz. Oder ich versuche, und das ist die zweite Möglichkeit, mich über Werbung zu finanzieren. Das ist der Weg, für den Facebook sich entschieden hat und vermutlich auch der Grund, warum Seiten heute nicht mehr kostenlos neue Fans einladen können. Was diese Entwicklung für Auswirkungen hat, versucht Bill James in seinem Artikel „The Anti Social Irony of Social Media Monetization Models“ zu beschreiben (Danke an Herbert Peck für den Hinweis). Sein Vorwurf:
„The anti social design of both monetization models is clear.  The free ‚basic‘ account is slow and tedious with limited functionality.  The paid advertising model is based on the need to ensure that networks which are built through advertising can’t be built by accessing freely available functionality in the application.“
In der Praxis heißt das: die Unternehmensseiten sind in ihren Funktionen eingeschränkt. Versuchen Sie mal mit dem Profil der Seite auf anderen Seiten Werbung zu machen und Sie wissen, was ich meine. Die Kommunikation mit Ihren Fans ist außerhalb Ihrer Seite eigentlich nicht (mehr) möglich, Sie können lediglich mit anderen Seiten interagieren, aber das ist vermutlich nicht Ihre Zielgruppe (unter Umständen ist das für B2B-Geschäfte interessant). Kultureinrichtungen, die mit einer solchen Seite auf Facebook aktiv sind und die persönlichen Profile ihrer MitarbeiterInnen nicht einsetzen wollen, aus welchen Gründen auch immer, bekommen nun ein Problem. Denn sie haben kaum Möglichkeiten, innerhalb von Facebook neue Fans zu gewinnen. Wer unter solchen Voraussetzungen einer Kultureinrichtung rät, sich eine Unternehmensseite anzulegen, tut ihr meiner Ansicht nach keinen Gefallen. Eine Unternehmensseite macht für mich nur dann wirklich Sinn, wenn sie von den persönlichen Profilen der MitarbeiterInnen unterfüttert wird. Die Seite der stARTconference ist dafür ein schönes Beispiel, denn letzten Endes lebt sie davon, dass wir uns dort über unsere persönlichen Profile einbringen und die Inhalte über eben diese auch nach außen kommunizieren können. Eigentlich entspricht das auch den Grundprinzipien des Social Web, denn ein Unternehmen wird eben nicht mehr über eine gelenkte, sondern über die vielen unterschiedlichen Stimmen der MitarbeiterInnen wahrgenommen. Auf diese Weise entsteht das, was uns unter den Stichworten Vertrauen, Transparenz und Authentizität so wichtig ist. Und ein weiterer Effekt: auf die bezahlten Anzeigen können Sie so auch verzichten.