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Cinema goes Facebook

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Eigentlich war es ja vorhersehbar. Facebook ersinnt immer neue Möglichkeiten, um die UserInnen möglichst lange auf seinen Seiten zu halten und sie dort dazu zu bringen, Geld auszugeben. Wohl deshalb kann man nun dank der Kooperation von Facebook und Warner Bros. seit gestern den Film Dark Knight direkt auf Facebook sehen.

„Warner Bros. Digital Distribution (WBDD), a market leader in video-on-demand and electronic sell-through, today announced it will begin testing an offering of selected movies for purchase or rental through Warner Bros. Entertainment’s Facebook movie Pages,“

heißt es in einer gestern veröffentlichten Aussendung. Zu sehen ist der Film auf der Dark Knight-Fanpage, allerdings derzeit -wie so oft – nur für die Facebook-UserInnen in den USA, die dafür 30 Facebook Credits oder umgerechnet 3USD zahlen müssen.

„Fans will have full control over the film while watching it through their Facebook account for up to 48 hours from purchase.  They can choose to watch it in full screen, pause the movie, and resume playing it when they log back into Facebook,“

wird den Fans versprochen. Das große Plus von Facebook: während Anbieter von Video-on-Demand sich darum bemühen, die Fans rund um ihr Filmangebot zu vernetzen, ist das für Facebook überhaupt kein Problem:

„Consumers will also have full Facebook functionality including the ability to post comments on the movie, interact with friends and update their status.“

Gut möglich, dass Facebook bald Anbietern wie Netflix oder Hulu ernsthaft Konkurrenz macht.

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Neues von Secret Cinema

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Normalerweise gehen wir ins Kino, kaufen unser Ticket, konsumieren den Film und dann geht es entweder nach Hause oder noch in ein Lokal. Secret Cinema ist ganz anders:

„Secret Cinema is a growing community of all who love cinema, experience and the unknown. Secret audience. Secret locations. Secret worlds. The time is now to change how we watch films,“

heißt es auf der Website von Secret Cinema. Hier ist das Drumherum schon Teil der ganzen Inszenierung wie z.B. in diesem Fall:

Gerade läuft übrigens wieder eine Aktion an. Wenn Sie mehr über diese bzw. weitere Aktionen wissen wollen, folgen Sie Secret Cinema einfach auf Facebook oder Twitter. Oder Sie nehmen die Abkürzung und klicken gleich hierin. ;-)

Für mich haben die Aktionen von Secret Cinema Vorbildcharakter. Gute Ideen, professionell umgesetzt, kein Wunder, dass Secret Cinema für seine „Aktionen“ immer wieder Sponoren findet, die dann auch in die Inszenierung eingebaut werden.

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Crowdfunding: mein Projekt ist online, wo bleiben die Unterstützer?

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Wenn die klassischen Finanzierungsinstrumente wegfallen, besteht die Herausforderung darin, neue Geldquellen aufzutun, um die eigenen Vorhaben trotzdem realisieren zu können. Der Kunst- und Kulturbereich muss das gerade schmerzhaft erfahren, denn auf die öffentliche Hand ist immer weniger Verlass. Woher dann das Geld nehmen? Eine Alternative könnte das Crowdfunding sein, bei dem, vereinfacht gesagt, möglichst viele Menschen – die crowd – mit in der Regel kleinen Geldbeträgen für die Finanzierung des Vorhabens sorgen, frei nach dem Motto: die Masse machts.

Dank des Internets und der Entwicklung im Social Web haben sich in der letzten Zeit verschiedene Ansätze etablieren können. Während Kachingle oder Flattr vor allem für die Bezahlung digitaler Güter interessant sind, geht es auf Plattformen wie Kickstarter oder dem deutschen Pendant Startnext um die Finanzierung „richtiger“ Projekte (siehe dazu auch mein Blogpost „Kickstarter oder: Crowdfunding ist gar nicht so einfach„).

Nun ist es relativ leicht, sich mit seinem Vorhaben auf einer solchen Plattform zu registrieren und das Projekt dort zu präsentieren. Wer sich dann erschöpft zurücklehnt und entspannt darauf wartet, dass das Geld zu fließen beginnt, wird meist bitter enttäuscht. Da fließt meist gar nichts, ganz im Gegenteil, man muss schon froh sein, wenn überhaupt jemand das Projekt anklickt und so zumindest einen Ansatz von Interesse zeigt.

Dass es gar nicht so einfach ist, seine Fans, Unterstützer oder wie auch immer man diese Menschen nennen mag, die mit ihrem Geld zum Gelingen des Projektes beitragen sollen, dazu zu bringen, Geld locker zu machen, wissen wir spätestens seit Sellaband, einer Plattform, bei der es für MusikerInnen darum geht, das Geld für die erste CD-Produktion aufzutreiben. „Erst“ 4255 KünstlerInnen ist es seit August 2006 gelungen, die dafür veranschlagte Summe von 50.000 USD einzusammeln.

Was also tun? Norbert Hillinger hat auf seinem Future Film Promotion Blog ein recht schönes Beispiel gefunden, wie man seine Fans motivieren kann, sich finanziell an einem Vorhaben, in diesem Fall einem Film, zu beteiligen. Um den Thriller TILT zu produzieren, haben die Produzenten auf Kickstarter eine Kampagne gestartet, dessen Ziel es war, 15.000 USD von den Fans zu bekommen.

Im Rahmen der Kampagne entstand mit „Brainerd, MN, also know as TILTtheTown“ eine virtuelle Stadt, in die die Unterstützer einziehen konnten.

„Jeder einzelne Spender wurde zusätzlich mit einer fiktionalen Biographie ausgestattet, teilweise stehen die Charaktere untereinander in einer (erfundenen) Beziehung. Via Google Map bzw. Storybook haben Besucher der Stadt jederzeit Einblick in die dort lebenden Personen und ihre Geschichten. Häufig bringen sich die dahinter stehenden Spender auch ins Geschehen mit ein und kommunizierten so auch außerhalb der Webseite über ihre Rolle mit anderen,“

beschreibt Norbert Hillinger die kreative Idee.

Klasse, auf diese Weise gelingt es, die Unterstützer schon frühzeitig mit ins Boot zu holen und gar nicht den Eindruck entstehen zu lassen, es ginge einem nur um das Geld. Mit der Möglichkeit, zu kommunizieren und interagieren entsteht zudem eine Community, die dann dafür sorgt, dass der fertige Film vor dem Start auch entsprechend beworben wird. Das heißt aber auch: so richtig geht die Arbeit eigentlich erst dann los, wenn man mit seinem Projekt online ist. Und auch bei diesem Beispiel zeigt sich, wie wichtig es ist, die verschiedenen Kanäle, hier vor allem Google Maps zu bespielen.

Klar, dass die Macher des Films ihr Ziel, 15.000 USD zu erhalten, erreicht haben.

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„Rip! A Remix Manifesto“

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Im Rahmen der Viennale läuft derzeit ein ganz interessanter Dokumentarfilm.

RIP: A Remix Manifesto beschäftigt sich mit den Auswirkungen der digitalen Evolution auf die Urheberschaft: Über mehrere Jahre hat der kanadische Regisseur Brett Gaylor Interviews, Filme und Found-Footage gesammelt, um die aktuelle Debatte um Copyright-Fragen in der Musik-Kultur zu untersuchen. Gaylor geht dabei vor allem der Frage nach dem Urheberrecht nach, der Definition des Autors im Internet, dem Gedanken des Remixes als eigenständiges, künstlerisches Handwerk, und natürlich den Versuchen der Urheberrechtsinhaber, diese Nutzungsformen zu verhindern“,

heißt es in der Programm-Ankündigung. Hier ein Ausschnitt aus dem Film

Ich denke, dieses Projekt setzt bis heute den Remix-Gedanken im Filmbereich am konsequentesten um. User-generated Content und das klassische Urheberrecht, der Film zeigt, dass das nicht mehr so ganz zusammenpasst.

Update:

Leider gibt es die Website zum Film nicht mehr, geblieben ist der Wikipedia-Eintrag und die Möglichkeit, sich den Film in ganzer Länge auf YouTube anzuschauen: https://www.youtube.com/watch?v=quO_Dzm4rnk

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Gute Filmusik wird immer seltener

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Jim Jarmusch ist für mich einer der letzten großen Filmemacher der Gegenwart. Ein Grund, warum mir seine Filme gefallen, ist auch immer die Musik gewesen. Er hat da die richtige Hand dafür und deckt seine Filme nicht mit opulenten Klangteppichen zu.

Schade eigentlich, die Musik zu seinem Film „Down by Law“ habe ich sogar noch als Schallplatte. Hier ist der Trailer dazu:

Das hier ist die wahrscheinlich witzigste Szene aus dem ganzen Film (ganz ohne Musik):

Vielleicht können Sie sich ja noch an seinen Film „Stranger Than Paradise“ erinnern? Mein musikalischer Favorit ist dieser Song:

Wie bin ich da jetzt eigentlich draufgekommen? Genau, dieses Interview hier von ihm war der Auslöser. :-)

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YouTube oder die Kehrseite der Medaille

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Wie nett es ist, sich auf YouTube Videos anzusehen beziehungsweise anzuhören, brauche ich ja niemandem erzählen. Manchmal passen sie dann sogar zu einem Blogpost und lassen sich in den Beitrag einbinden.

Jason Gross macht nun aber auf PopMatters darauf aufmerksam, dass Videoplattformen auch ihre negativen Seiten haben. „Who are the great YouTube directors?“ fragt er sich und bezieht diese Frage auf ein YouTube Video, das eine Aufnahme von Beethovens Symphonie Nr. 5 zeigt. Die Informationen, die man dort erhält sind äußerst dürftig. Wir erfahren lediglich, dass Herbert von Karajan der Dirigent ist und die seltene Aufnahme aus dem Jahr 1966 stammt. Würde ich das Video hier einbinden, hätten Sie noch nicht einmal diese Information.

Gross hat Recht, wenn er es kritisiert, dass uns auf diese Weise nicht nur viele Informationen vorenthalten bleiben, sondern auch die vielen KünstlerInnen, die diese Videos produziert haben, diese Missachtung nicht verdient hätten. Hinzu kommt meiner Meinung nach noch, dass uns auf diese Weise sehr viel an Wissen verloren geht. Wissen, das uns hilft, mit künstlerischen Erlebnissen umzugehen und sie auch einordnen zu können.

Jason Gross hat versucht, die Frage zu beantworten, wer der Regisseur dieses (YouTube)-Videos ist. Fündig geworden ist er bei der Konkurrenz. Auf Google hat er nämlich das Video in voller Länge gefunden, das die gesamte 5. Symphonie zeigt. Und wenn Sie auf den Beginn des Videos achten, erfahren Sie dort nicht nur, dass hier die Berliner Philharmoniker unter Herbert von Karajan spielen, sondern auch, dass der Film unter der Regie von Henri-Georges Clouzot entstanden ist. Henri-Georges Clouzot? Gross verweist auf den Film, der ihn berühmt gemacht hat: Lohn der Angst. Einer der spannendsten Filme, an die ich mich noch nach langer Zeit erinnern kann.

Wenn uns diese Bezüge und (Quer)-Verbindungen mehr und mehr verloren gehen, werden die Kunstwerke immer häufiger alleine für sich dastehen, wodurch die Gefahr immer größer wird, dass wir sie irgendwann einmal ganz vergessen. Das gilt nicht nur für Clouzots „Lohn der Angst“, sondern natürlich auch für Beethovens 5. Symphonie. Wobei hier die Gefahr nicht so groß ist, zugegeben. Aber was wissen wir eigentlich von der 5. Symphonie, abgesehen von der Tatsache, dass es sich um einen Ohrwurm handelt, dessen Anfänge wir mitsummen oder mitpfeifen können? Ein Glück, dass es zumindest Wikipedia gibt. Im Fall der Symphonie Nr. 5 ist der Eintrag sehr informativ.

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YouTube unterstützt unabhängige FilmemacherInnen

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Die Washingthon Post hat vor zwei Tagen berichtet, dass YouTube eine Plattform für unabhängige FilmemacherInnen aufgemacht hat.

„YouTube is setting up a virtual screening room to bring the work of independent filmmakers to a global audience“,

heißt es in der Meldung. YouTube bezeichnet den Screening Room als eine Plattform für Topfilme, die dort die Chance haben, das Publikum zu finden, das sie verdienen.

„These films always appear with the permission and involvement of the filmmakers, so be sure to rate, share and leave comments. This is your chance to not only watch great films from all corners of the globe, but also to converse with the filmmakers behind them“,

wird die Idee von YouTube selbst beschrieben. Die Filme werden in einer höheren Auflösung als auf der normalen Plattform gezeigt und können daher im Vollbildmodus angesehen werden. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum sie nicht in die eigene Website eingebunden werden können.

Ich habe mir gerade „Our Time is up“ angeschaut, einen wunderbaren Kurzfilm von Rob Pearlstein. Schauen Sie mal rein, auf der Plattform befinden sich noch andere Kostbarkeiten. Jeden Freitag gibt es übrigens vier neue Filme.

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Peter Brook: Gurdjieff

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Gerade bin ich auf einen Film gestoßen, der mich vor vielen Jahren ziemlich fasziniert hat. Peter Brook hat sich vor fast 30 Jahren mit den Lehren des „kaukasischen Weisheitslehrers“ Georges I. Gurdjieff beschäftigt und einen Film gedreht, der dessen Jugendjahre in der kaukasischen Umgebung zeigt.

Den ganzen Film schaffe ich, glaube ich nicht, in diesem Format, aber vielleicht bietet sich mal wieder eine Gelegenheit, ihn auf der Kinoleinwand zu sehen. Aber ich fürchte, so schnell wird das nicht passieren. Eigentlich schade…

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My Million Dollar Movie: ein weiteres Beispiel für Crowdfunding

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My Million Dollar Movie ist das Projekt des kanadischen Filmemachers Casey Walker. Eine Mio. kanadische Dollar benötigt er für seinen nächsten Film und dieses Geld möchte er mittels Crowdfunding zusammen bekommen. Mit zehn Dollar wird man zum Investor und trägt dazu bei, dass Walker seinen Film produzieren kann. Vier Monate hat er sich Zeit gegeben, um das Geld einzusammeln.

Am Ende bekommen die Investoren, so Walker, nicht nur ihr Investment zurück, sondern partizipieren anteilmäßig an den Gewinnen. Interessant, dass dieses Geschäftsmodell in jeweils leicht abgeänderten Varianten immer häufiger anzutreffen ist. Allerdings scheint es sich auf den Film- und Musikbereich zu beschränken, aus anderen Sparten sind mir bis jetzt noch keine Beispiele bekannt.

Ich frage mich, ob die Investoren ihr Geld in solche Projekte stecken, um Geld zu verdienen? Ich vermute, dass es derzeit noch eher der Reiz des Neuen ist. Wenn es aber nicht primär oder ausschließlich darum geht, sein Geld zu vermehren, dann wäre dieser Ansatz doch eigentlich auch etwas für andere Kunstsparten wie beispielsweise das Theater? Ein Beispiel fällt mir dazu ein, das MS Supamira. Das Schiff bzw. Projekt sollte durch die Herausgabe von 10.000 Aktien zum Preis von 99.99 Euro finanziert werden. Die Website lässt vermuten, dass das eher nicht geklappt hat. Vielleicht war es aber einfach zu früh für diese Idee?

Wahrscheinlich müsste man sich überlegen, welche Anreize sich schaffen lassen, um „Investoren“ zu gewinnen. Wie könnten diese aussehen? Eine schwierige Frage, aber vielleicht haben Sie eine Antwort? Was würde Sie dazu bewegen, zum Beispiel zehn Euro in ein Theaterprojekt zu „investieren“ und wie sollte Ihr „Gewinn“ aussehen?