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Digitalisierung und kleine Museen: Nichts bleibt, wie es ist.

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Mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen sich Kultureinrichtungen ja eigentlich schon länger. Die Museen digitalisieren seit vielen Jahren ihre Objekte. In sämtlichen Kunstsparten nutzt man die sozialen Medien für die Kommunikation und viele Arbeitsprozesse laufen digital und automatisiert ab. So hat zum Beispiel Anita Brunner-Irujo, Digitalexpertin beim Universalmuseum Joanneum im Rahmen des Treffpunkt Kulturmanagement recht schön gezeigt, wie man mit Hilfe von Marketing-Automatisierung die Zahl der verkauften Jahreskarte um ein Vielfaches erhöhen kann (hier finden Sie die Aufzeichnung).

Digitalisierung bedeutet, dass analoge Inhalte oder Prozesse in eine digitale Form gebracht werden. Die daraus gewonnenen Daten lassen sich verarbeiten und sind häufig der Auslöser für innovative Entwicklungen. Mit den technologischen Entwicklungen ergeben sich natürlich immer wieder neue Chancen auf Veränderung und das praktisch in sämtlichen Bereichen unseres Lebens. All das mit einer Dynamik, die viele Menschen verängstigt, andere überfordert. So ist es kein Wunder, dass die Digitalisierung oft eher als Bedrohung, denn als Chance gesehen wird.

Wir sollten die Digitalisierung als Chance betrachten

Ich fürchte, das ist oft der Ausgangspunkt, wenn wir über die Digitalisierung im Kunst- und Kulturbereich sprechen. Umso wichtiger ist es, dass es solche Veranstaltungen gibt, wie sie Christian Gries von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern Mitte November organisiert hat. Gastgeber der Tagung „Kultur digital vermitteln“ waren die Stadt Passau und das Oberhausmuseum. Hoch oben thront es in der Burganlage der Veste Oberhaus über der Stadt. In einer Burganlage über Digitalisierung zu sprechen und zu diskutieren, das hat was, finde ich. Leider war die Zeit zu knapp, um mich im Museum umzuschauen.

Fangen wir mit einem schönen Beispiel an, wie sich Kultur digital vermitteln lässt. Philipp Grammes, Digitalchef des Radiosenders Bayern 2, stellte „Ich, Eisner!“ vor, ein Messengerprojekt, dem man auf WhatsApp folgen kann. Das Ergebnis ist spannend! Wer sich darauf einlässt, erhält Nachrichten von Kurt Eisner, 1918 Anführer der Revolution und Bayerns erster Ministerpräsident. Er erzählt, was er vor genau 100 Jahren erlebt hat, Storytelling par excellence! Nun könnte man den Museen zurufen: Seht her, so funktioniert das mit der Digitalisierung! Aber ein Museum lässt sich nicht mit einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt vergleichen. Bleibt die Frage: Was können die kleinen und mittelgroßen Museen, um die es in Passau ging, nun eigentlich tun? Wie sollen sie den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen?

Christian Gries, der sich seit drei Jahren für die Landesstelle der nichtstaatlichen Museen in Bayern mit digitalen Strategien für Museen beschäftigt, machte in seiner Keynote (hier finden Sie die Folien zu seinem Vortrag „Chancen und Strategien für kleine und mittelgroße Kultureinrichtungen„) deutlich, vor welchen Herausforderungen die Häuser stehen. Es gilt, sich in jenen digitalen Räumen zurechtzufinden, in denen man keine Kontrolle ausüben kann und die darüber hinaus von den UserInnen (mit)-gestaltet werden.

So überrascht es nicht, dass 2017 immerhin schon 95 Prozent der nichtstaatlichen Museen in Bayern eine Website hatten, aber nur 59 Prozent eine Facebookseite betrieben. Immerhin 7,2 Prozent hatten einen Twitteraccount und 5 Prozent waren auf Instagram aktiv. Aber immer mehr Museen merken, dass sie sich dem technologischen Wandel nicht entziehen können. Die daraus resultierenden Veränderungen haben Auswirkungen auf das Verhältnis der Kultureinrichtungen zu ihren BesucherInnen bzw. Nutzerinnen.

Digitalisierung mit Hilfe des Reifegradmodells

Christian Gries hat in seinem Vortrag sehr gut herausgearbeitet, dass es an der Zeit ist, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Mit seinem im Oberhausmuseum vorgestellten Reifegradmodell gibt er den Häusern zugleich eine Anleitung, wie sie das Thema Digitalisierung angehen können. Gut gefällt mir dabei die Unterscheidung zwischen Pflicht und Kür. 

Christian Gries: Reifegradmodell Schritt 1 und 2 (Digitale Strategien)

Bei den ersten beiden hier abgebildeten Schritten des Reifegradmodells handelt es sich nach Ansicht von Christian Gries um das Pflichtprogramm. Am Ende hat das Museum eine funktionierende Website und ist in der Lage, die Seite zu analysieren (neben Google Analytics gibt es noch etliche Alternativen). Außerdem ist es in den sozialen Netzwerken aktiv und setzt dabei nicht auf Werbung, sondern auf Austausch und Vernetzung mit interessierten NutzerInnen.

Sehr viel schwieriger ist dann das, was Gries als „individuelle Wachstumsdimensionen“ bezeichnet. Eine funktionierende Website und eine Präsenz in den zumindest wichtigsten sozialen Netzwerken sind heute Standard. Aber immer mehr Kultureinrichtungen wollen an diesem Punkt nicht stehen bleiben und sich weiterentwickeln. Für sie sind die Schritte 3 und 4 seines Reifegradmodells gedacht, die Kür, wie er in seinem Vortrag meinte:

Christian Gries: Reifegradmodell Schritt 3 und 4 (Digitale Strategien)

Die Grundidee ist es, nicht nur einfach digital präsent zu sein, sondern das digitale Angebot weiter zu entwickeln. Welche Richtung ein Museum dabei einschlägt, hängt einerseits von der Ausrichtung des Hauses ab. Andererseits aber natürlich auch von den Zielen, die man mit digitaler Hilfe zu erreichen beabsichtigt.

Auf dem Weg zum digitalen Kulturbetrieb

Unabhängig davon, auf welcher Stufe dieses Modells sich eine Kultureinrichtung gerade befindet: Es geht dabei nicht nur um die Frage, über welche Kanäle man welche Geschichten erzählt, sondern auch um Prozesse, Strukturen und Strategien. Denn nur so wird aus dem Haus ein digitaler Kulturbetrieb

In meinem Vortrag habe ich versucht, diesen Aspekt zu beleuchten. Mir ist es nicht so wichtig, Kultureinrichtungen dabei zu unterstützen, möglichst rasch eine neue Technologie einzuführen, sondern Veränderungen anzustoßen, die nachhaltig sind. „Digitales Miteinander: Über digitale Strategien und strategische Partnerschaften“ lautete der Titel, mit dessen Hilfe ich versucht habe, meine Gedanken zu strukturieren.

Warum brauchen Kultureinrichtungen überhaupt ein digitales Miteinander? Eigentlich ist die Frage falsch gestellt. Müsste es nicht eher heißen: Warum brauchen sie überhaupt ein Miteinander? Ich denke, die Frage lässt sich aus der Praxis heraus leicht erklären. Kultureinrichtungen kooperieren beispielsweise, um sich gegenseitig Arbeit abzunehmen und darüber hinaus Geld zu sparen. Oder sie kooperieren mit Unternehmen, weil sie voneinander profitieren können. Ein Miteinander kann für Kultureinrichtungen sinnvoll sein mit:

  • den MitarbeiterInnen bzw. dem Team
  • potenziellen Geldgebern wie Förderstellen oder Sponsoren
  • dem Publikum
  • der Gesellschaft
  • anderen Kultureinrichtungen, oder 
  • Organisationen oder Unternehmen aus anderen Bereichen /Branchen

Komplexität auf Problem- und Lösungsebene

Sie kennen sicherlich viele Beispiele, in denen ein Miteinander wichtig ist. Vermutlich werden Sie dabei oft digitale Tools oder soziale Netzwerke nutzen, um die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Oft sind es dann mehrere Partner, mit denen man kooperiert oder kommuniziert, zum Beispiel im Rahmen von EU-Projekten. Ganz gut gefällt mir in diesem Zusammenhang, was der 2015 verstorbene Professor Peter Kruse in einem Gespräch über Kreativität gesagt hat:

Komplexität und Vernetzung

Oder anders formuliert: Je komplexer die Probleme sind, desto größer muss der Grad an Komplexität auf der Lösungsebene sein. Das bedeutet, es ist unabdingbar, dass Kultureinrichtungen sich vernetzen, das (digitale) Miteinander ist da ein wichtiger Baustein, denn gerade unsere Art zu kommunizieren hat sich durch die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre gewaltig verändert.

Wie gehen Kultureinrichtungen mit all diesen neuen Technologien und Tools um? Wie sieht ihr digitaler Transformationsprozess aus? Transformation bedeutet Veränderung, das hat ja auch Christian Gries in seinem Vortrag deutlich gemacht und für diese Prozesse sein Reifegradmodell entwickelt.

Die drei Stufen der Veränderung

Zwei Punkte gilt es in diesem Zusammenhang zu beachten. Erstens stellt sich die Frage, ob so ein linear angelegtes Modell in Zeiten schneller Veränderungen funktionieren kann. Zweitens sollten wir uns genauer anschauen, wie die durch die Digitalisierung verursachten Veränderungen eigentlich aussehen. Allan Kelly beschreibt sie als iterativen Prozess, der kurz gefasst so aussieht (hier sind die Folien seines Vortrags „Agile, Digital & the New Business Paradigm“, der Vortrag selbst ist auf YouTube als Video zu finden):

  1. „Do the same things faster
  2. Adopt new processes to increase benefit
  3. Innovation from process change (and repeat)

Dieser Kreislauf kann in den verschiedensten Bereichen zur Anwendung kommen. Ob Fundraising, Marketing oder Management. Überall, wo Sie prozesshaft arbeiten, können neue technologische Entwicklungen Änderungen bewirken. Die drei Schritte habe ich für den Vortrag so beschrieben:

Intern zum Beispiel wird in vielen Kultureinrichtungen per Email kommuniziert. Dieses digitale Miteinander ließe sich beschleunigen, in dem ich das Aufgabenmanagement in die Mailbox integriere. Für mich selbst nutze ich ActiveInbox, ein kleines Programm, das noch viel mehr kann als Emails in Aufgaben umzuwandeln. In der Zusammenarbeit mit anderen verwende ich Asana, das die meisten von Ihnen vermutlich kennen.

Im nächsten Schritt führe ich ganz neue Prozesse ein. Mit Hilfe von Plattformen wie Slack oder Yammer stelle ich meine Kommunikation vom Push-Prinzip auf Pull um. Auf der dritten Stufe kommt dann zum Beispiel die Künstliche Intelligenz ins Spiel, wir lassen Avatare oder holistische Projektionen im virtuellen Raum für uns kommunizieren und arbeiten. 

Konsequent weitergedacht agieren die Programme dann irgendwann so eigenständig, dass wir überflüssig werden. Das ist für uns selbst eher nicht erstrebenswert, weil es uns den Job kostet. Für den Betrieb natürlich schon. So ließen sich Kosten sparen und die Produktivität erhöhen.

Strategisches Planen ist Zeitverschwendung

Die Frage ist, ob ich solch iterative Prozesse planen kann? Ich glaube nicht, denn zugegeben, mit meinem dritten Schritt, der Künstlichen Intelligenz habe ich schon zu spekulieren begonnen. Ob die Zukunft so oder ganz anders aussieht, kann ich heute nicht sagen.

Deshalb plädiere ich dafür, Strategie ganz anders zu verstehen wie wir das derzeit machen. Im Augenblick steht die Strategie meist für einen Plan, der über die nächsten zwei Wochen hinaus geht. Oft ist es mehrPlan als Strategie. Das ist auch völlig in Ordnung so, ein Plan kann einem eine wertvolle Hilfe sein. Aber wie sieht ein Plan aus für etwas, das ich noch nicht kenne? Wie plane ich mit Technologien, die es heute noch gar nicht gibt?

In einem Artikel für die deutsche Ausgabe der Huffington Post bezeichnet der Unternehmensberater Guido Bosbach strategische Planung als Zeitverschwendung. Seiner Ansicht nach eignet sich dieser Ansatz für lineare Entwicklungsprozesse, nicht aber den komplexen Herausforderungen, denen wir immer häufiger begegnen. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns keine Gedanken über die Zukunft machen sollen.

Lösungsräume schaffen statt Prozesse planen

Aber: Grundsätzlich gebe es keinen planbaren Weg durch die Ungewissheit, vielmehr sei es notwendig, die strategische Zielrichtung zu identifizieren, schreibt Bosbach. Die Idee, statt eines (strategischen) Plans für die nächsten Monate einen „multidimensionalen Lösungsraum“ zu schaffen, gefällt mir sehr gut. Er erinnert mich einerseits an den sozialen Raum, der sich durch die ihm innewohnende soziale Dynamik manifestiert (mehr dazu im Beitrag XPress: der digitale Erlebnisraum Rhein-Neckar).  

Andererseits habe ich schon vor zehn Jahren in meinem Beitrag „Der Leader als sozialer Architekt“ aus dem Buch „The Answer to How Is Yes“ (Affiliate Link) zitiert, in dem Peter Block schreibt:

„The social architect’s task is to create the space for people to act on what matters to them.“

Wie kann dieser Raum aussehen? In seinem Blogpost „Five spaces that the organizational leader needs to design and nurture“ beschreibt Leandro Herrero die Räume, die gestaltet werden müssen. Nötig ist zum Beispiel ein Raum, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich artikulieren, sich einbringen können. Da geht es vordergründig um Tools. Aber es braucht natürlich auch Prozesse, um deren Wissen, Meinungen aber auch Fragen wirklich nutzen zu können.

In jedem Unternehmen, jedem Kulturbetrieb gibt es so etwas wie eine informelle Organisation. Dazu gehört etwa die Teeküche, in der sich alle in der Pause treffen. Wie oft werden dort wichtige Themen angesprochen, Dinge abgeklärt und Probleme gelöst? Notwendig sind aber auch Räume, in die man sich zurückziehen kann, um nachzudenken oder sich eine Meinung zu bilden.

Ein Raum für Experimente

Wichtig ist es aber auch, Dinge auszuprobieren. Kultureinrichtungen brauchen nicht nur auf der Bühne Platz für Experimente, sondern auch dahinter. Wenn der Chef immer nur nach der perfekten Idee verlangt, wird dort selten jemand auftauchen. Wenn überhaupt! Da ist ein Raum, in dem alle experimentieren dürfen, genau das richtige. Ach ja, und einen Raum, in dem es um die persönliche Entwicklung geht, sollte es natürlich auch geben. Die Frage, welche Perspektiven ich als Mitarbeiter habe, muss viel häufiger gestellt und beantwortet werden.

Wäre es nicht schön, einen solchen Raum zu haben? Wie aber schaffen wir so einen Raum? Kehren wir wieder zurück zu Guido Bosbach. In seinem Artikel beschreibt er vier Grundfertigkeiten, derer es bedarf:

  1. Kompetenzwissen„, das heißt, „die vorhandenen Fähigkeiten, Potenziale, Erfahrungen und das vorhandene Wissen (werden) bewusst erkannt und aktiviert“.
  2. Dynamische Fähigkeiten„, die einen in die Lage versetzen, auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren und sich entsprechend darauf einzustellen.
  3. Reflexionsbereitschaft„, um „neue ’strategische‘ Optionen schnell zu erfassen, zu analysieren und zu reflektieren“.
  4. Entscheidungsbewusstheit„, was einerseits bedeutet, rasch zu entscheiden. Andererseits geht damit aber auch die Fähigkeit einher, die Entscheidungen auf der Metaebene zu reflektieren und gegebenenfalls zu hinterfragen.

Dieser multidimensionale Lösungsraum muss dann mit den entsprechenden Tools und Methoden ausgestattet werden, er muss eingerichtet werden. Hier reden wir über Agilität, Design Thinking und all die Instrumente, die uns helfen, in diesem Raum Probleme zu lösen oder Ideen zu entwickeln. Diesen Raum mit den richtigen Instrumenten auszustatten, um bereit zu sein für die Zukunft, das bedeutet für mich, eine Strategie zu entwickeln.

Der digitale Kulturbetrieb beschäftigt sich nicht nur mit der Frage, wie das Marketing der Zukunft aussieht, sondern mit dem gesamten Ökosystem, in dem die Arbeit beispielsweise eines Museums stattfindet. Es gilt, dieses Ökosystem zu entwickeln. Der Dreidimensionalität dieses Raumes kann aber ein linearer, zweidimensionaler Plan nie gerecht werden.

Es macht keinen Sinn, Kultureinrichtungen Leitfäden oder Checklisten in die Hand zu drücken und darauf zu hoffen, sie fit für die Zukunft zu machen. Ich kann ihnen aber dabei helfen, ihren Lösungsraum einzurichten, damit sie selbst ihre Zukunft gestalten können. Die ist zwar bei jeder Kultureinrichtung vermutlich digital. Aber sie sieht für jedes Museum, Theater oder Konzerthaus anders aus. Während die einen größere Lösungsräume benötigen, reicht den anderen ein kleiner Raum. So kann jeder Kulturbetrieb auch sein eigenes Tempo festlegen.

PS: Meine Folien über das digitale Miteinander finden Sie auf Slideshare.

Update: Damian Kaufmann beschreibt auf seinem Blog Zeilenabstand am Beispiel des Rijksmuseums in Amsterdam, wie sich digitale Strategie und analoges Erlebnis verbinden lassen. Die Vorreiterrolle dieses Museums resultiert aus der Tatsache, dass man schon im Jahr 2013 voll auf die Digitalisierung setzte und seitdem große Teile des Depots online verfügbar gemacht hat. Und das in Form von gemeinfreien Reproduktionen, die beliebig genutzt werden können.

Titelbild: ommes (Pixabay)

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stARTcamp München: Von Apps und Brezeln

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Bild: Brezel„; von Tnarik Innael (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Ein wenig habe ich sie ja schon beneidet, die Claudia Wagner. Fährt vom stARTcamp in München nach Hause und zack, hat sie darüber gebloggt, von A bis Z. Danke, dass ich darin auch vorkomme, zum vermutlich ersten Mal in meinem Leben unter Z. Aber ich bin nicht nur später dran als Claudia, ich schaffe auch, fürchte ich, nicht alle Buchstaben. Und in die richtige Reihenfolge bekomme ich die Buchstaben auch nicht.

Los ging es mit Vorstellungsrunde und Sessionplanung

Ich muss mit B anfangen. B wie Brezel. So fängt bei mir jeder Münchenbesuch an: Raus aus dem Zug, Butterbrezeln kaufen und dann kann es losgehen. In dem Fall bin ich bei strahlendem Sonnenschein Richtung Literaturhaus spaziert und erwartungsvoll hinauf in den dritten Stock gestiegen. Leider habe ich die musikalische Eröffnung verpasst, aber für Vorstellungsrunde und Sessionplanung hat es zum Glück gereicht.

Die Idee, dass alle selbst bestimmen, wann und wo ihre Session stattfindet, hat mir gut gefallen. Und sie hat wunderbar funktioniert, hier ist das Ergebnis:

Sessionplanung #scmuc15

Los ging es gleich mit dem Thema, das derzeit wohl sehr viele Kultureinrichtungen beschäftigt. Apps sind hip und so spielen vor allem immer mehr Museen mit dem Gedanken, auch eine anzubieten. Allerdings haben die keine eingebaute Erfolgsgarantie und deshalb war es gut, dass wir in der ersten Session gleich über Beispiele sprachen, bei denen die App wohl nicht die Erwartungen erfüllt hat. Der Fehler, der wohl am häufigsten passiert: Wir fangen mit dem technischen Schnickschnack an, den eine App mir bietet. Das Ergebnis ist meist dürftig, auch bei Apps gilt, was Mirko Lange vor einiger Zeit in Richtung Social Media geschrieben hat: „Wir müssen aufhören, vom Kanal her zu denken.“ Eigentlich ist es ja auch logisch, erst kommt die Story, dann baue ich das (Story)-Board.

Die Frage, was eine gute App ausmacht, haben wir sehr intensiv diskutiert. Auf der einen Seite bildet sie die Inhalte einer Ausstellung ab, um im Museumsbereich zu bleiben. Da eine App ja meist vor Ausstellungsbeginn angeboten wird, lässt sich zum Beispiel die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema in der App abbilden. Hier wären die KuratorInnen gefragt, die frühzeitig Material zu Verfügung stellen oder einen öffentlichen Diskussionsprozess in Gang setzen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, auf die Bedürfnisse der UserInnen einzugehen, Stichwort Customer Experience. Die App ist ja für sie da, nicht für das Museum.

Sind Social Media-Aktivitäten von Kultureinrichtungen banal?

In der nächsten Session hätte ein Streitgespräch folgen sollen, um der Frage nachzugehen, ob Kampagnen wie #myRembrandt banal sind, nur ein paar Insider auf Twitter erreichen und damit eigentlich sinnlos sind. Aber daraus wurde nichts, wir befanden uns wohl in der Blase oder noch schlimmer:

Eine Antwort darauf hatte jemand, der gar nicht beim stARTcamp in München dabei war. Für seinen Artikel in der ZEIT „Stoppt die Banalisierung!“ wurde er heftigst kritisiert, aber in einem sehr ausführlichen Kommentar auf Tanja Praskes Blog beschreibt er, welche Rolle den sozialen Medien in er Kunstvermittlung zukommt. Ich habe es schon auf Facebook gepostet, werde es aber sicher noch einige Male wiederholen: Diesen Kommentar sollte sich jedes Museum ausdrucken und an seine MitarbeiterInnen verteilen. Ullrich beschreibt exakt den Rahmen, in dem Kunstvermittlung heute stattfindet beziehungsweise stattfinden sollte.

Eine Software optimiert den Workflow von Museen

Danach Mittagessen, wie immer sehr lecker… ;-)

Mittagessen #scmuc15

Die nächste Session war für mich eine Art Überraschungspaket. Philipp Göllner stellte eine von ihm selbst entwickelte Software vor, mit der die Seidlvilla in München ihren Workflow ganz entscheidend optimiert hat. Da ihre Abläufe stark standardisiert sind, macht das natürlich Sinn. Aber die Software kann mehr, zum Beispiel automatisiert die Veranstaltungen in bestimmte Online-Veranstaltungskalender eintragen. Im nächsten Schritt sollen damit dann auch automatisch Facebookevents angelegt werden können. Spätestens an diesem Punkt werden etliche Kultureinrichtungen die Ohren spitzen.

Über die beiden folgenden Sessions, die ich besucht habe, muss ich nicht viel Worte verlieren, sie sind im Internet bereits gut dokumentiert. Da ist zum einen Peter Soemers, der sich mit den dänischen Museen im Social Web beschäftigte und Tanja Praske, die über die Entstehung der Schlosspark Nymphenburg App berichtete (Link1, Link2).

Fazit: Es war eine tolle Veranstaltung, die die Kulturkonsorten in dieser tollen Location organisiert haben, danke dafür! Und auch wenn es so aussieht, dass wir alle immer nur auf unsere Smartphones geschaut haben, die Fotos von Katrin Dengler und Alois Wieshuber zeigen, dass wir viel Spaß miteinander hatten und auch miteinander reden können. ;-)

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Denkfest 2013 und stARTcamp RuhrYork im Rückblick

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Bahnhofshalle Bahnhofshalle„; By Thomas Kohler (CC BY-SA 2.0) „Sie sind sicher viel unterwegs“, sprach mich letzte Woche jemand beim Denkfest in Worms an und es klang so ein wenig nach Bedauern. Wenn ich ehrlich sein soll: Ich mag solche Veranstaltungen und finde es auch nicht schlimm, wenn sie direkt hintereinander stattfinden und ein paar Stunden Zugfahrt dazwischen liegen. Vor allem, wenn die Züge pünktlich fahren und die Klimaanlage nicht defekt ist. :-) Vorweg, es waren zwei sehr unterschiedliche Veranstaltungen, die aber beide sehr interessant waren und auf denen ich die Möglichkeit hatte, viele bekannte Gesichter wieder zu treffen und viele neue Gesichter kennen zu lernen. Während das Denkfest dem klassischen Konferenzmuster folgte, funktionieren die stARTcamps nach dem Barcamp-Prinzip. Und faszinierenderweise hat das auch Einfluss auf das Publikum. Während in Worms zum Beispiel kaum getwittert wurde, kamen in Oberhausen beim stARTcamp RuhrYork ganz beachtliche Zahlen zustande. Das heißt, wer mit dem Social Web noch nicht vertraut ist, wagt sich nicht so leicht auf ein Barcamp. Vermutlich schwingt da ein klein wenig die Angst mit, sich als AnfängerIn aktiv einbringen zu müssen. Das stimmt so natürlich nicht, ganz im Gegenteil, wo hat man sonst schon die Gelegenheit, eine Session vorzuschlagen, wo man (alle) seine Fragen beantwortet bekommt? Nachdem ich am ersten Tag in Worms vor allem das Thema Social Marketing vorstellen durfte, ging es am zweiten Tag in meinem Workshop um die Frage, auf welcher Basis man eigentlich seine digitalen Aktivitäten entwickelt? Ich habe dabei das von Jim Richardson und Jasper Visser entwickelte Digital Engagement Framework als Grundlage verwendet, weil ich diesen Ansatz erstens für sehr gelungen halte, setzt er doch auf der oft vernachlässigten strategischen Ebene an. Zweitens gibt einem das auf der Website angebotene eBook mit seinen Arbeitsunterlagen die Möglichkeit, sich auch nach dem Workshop noch eingehend mit diesem Ansatz zu beschäftigen und auf diese Weise über einen längeren Zeitraum hinweg ein eigenes Konzept zu entwickeln. Ein dreistündiger Workshop liefert da höchstens erste Anregungen, die wirklich wichtigen strategischen Fragen müssen dann oft erst diskutiert werden, bevor sie als Grundlage für Social Media-Aktivitäten dienen können. Natürlich ist es dann auch wichtig, zumindest die Basics der verschiedenen Social Media-Kanäle zu kennen. Viele der TeilnehmerInnen hätten vermutlich ihre helle Freude an dem vom Marc Geggart Nikolait entwickelten „Zirkeltraining“ gehabt, das am ersten Tag des stARTcamp RuhrYork angeboten wurde. An fünf Stationen gab es kurze Inputs der ExpertInnen und dann konnte man seine Fragen loswerden. In dieser Atmosphäre und in kleiner Runde gab es keinen Grund, sich zurückzuhalten und so kamen wohl alle auf ihre Kosten. Dass es nicht nur mir so ging, beweist dieser Blogbeitrag. Ich finde diese Art von Training sehr sinnvoll und bin Marc Geggart Nikolait sehr dankbar für seine Idee, denn natürlich bietet dieser Ansatz jede Menge Möglichkeiten, die Inhalte zu strukturieren. So könnte man zum Beispiel auch für die verschiedenen Funktionsbereiche (Marketing, PR, Management, etc.) eigene Stationen anbieten und würde so wunderbar zu dem Ergebnis kommen, dass es sich hier um eine Querschnittsmaterie handelt und sich eigentlich alle MitarbeiterInnen mit dem Thema Social Media befassen sollten. Am zweiten Tag hatte ich dann die Qual der Wahl und musste mich zwischen den verschiedenen Sessions entscheiden. Wibke Ladwig und Harald Link schlugen vor, gemeinsam eine Bloggingplattform einzurichten, um die Blogs im Kunst- und Kulturbereich unter ein Dach zu bringen und sie so zu stärken. Diese Idee wurde schon vor zwei Jahren diskutiert, aber dann nicht weiter verfolgt. In meinen Augen würde das vor allem den Blogs zugute kommen, die auf Grund fehlender Ressourcen nicht ausreichend Sichtbarkeit erhalten und so nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie eigentlich verdienen. Mit Markus Kucborski erarbeiteten wir dann die Vor- und Nachteile eines digitalen Ortes. Konkret ging es um die Frage, ob es Sinn macht, zum Beispiel ein Museum mit WLAN auszustatten und dann daraus entstehenden Formen der Vernetzung zu nutzen. Hintergund dieser Idee ist ein Angebot von Facebook, ein WLAN einzurichten, für das sich die BesucherInnen dann über ihren Account anmelden. Das heißt, es handelt sich nicht einfach um ein Stück Infrastruktur, sondern geht weit darüber hinaus in Richtung Community-Building. Ich selbst habe mich noch mit dem Thema Hashtags beschäftigt, bevor der Tag dann leider viel zu früh schon wieder zu Ende ging. Die beiden Veranstaltungen haben gezeigt, dass diese persönlichen Begegnungen wichtig sind, denn es sind die Gespräche, in denen sich Ideen entwickeln, Fragen klären und vor allem Kontakte knüpfen lassen. Deshalb freue ich mich auch, dass es bereits Ende August ein stARTcamp in Wien gibt, bevor dann Köln an der Reihe ist. So haben sich aus der stARTconference heraus mittlerweile lauter kleine Inseln entwickelt, deren Zahl hoffentlich immer weiter zunimmt. Mit etwas Glück wird es 2014 auch ein erstes stARTcamp in der Schweiz geben und auch sonst freuen wir uns über weitere Vorschläge.
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Treffpunkt KulturManagement: Kulturpolitik in Österreich oder „die Macht der Beharrungskräfte“.

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Wenn Österreich sich gerne als Kulturnation präsentiert und bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die künstlerischen und kulturellen Glanzlichter der Vergangenheit verweist, dann bietet es sich an, sich am österreichischen Nationalfeiertag mit der österreichischen Kulturpolitik zu beschäftigen. Wir freuen uns, mit Michael Wimmer, dem Geschäftsführer von Educult, einem „unabhängigen Institut für für Forschung, Beratung und Management in Kultur und Bildung“, beim nächsten Treffpunkt KulturManagement am 26. Oktober von 9 bis 10 Uhr einen ausgewiesenen Experten der österreichischen Kulturpolitik begrüßen zu dürfen. Der Musikerzieher und Politikwissenschaftler hat erst vor wenigen Wochen mit „Kultur und Demokratie“ ein Werk vorgelegt, das sich eingehend mit der österreichischen Kulturpolitik beschäftigt (siehe dazu meine Rezension) und sehr präzise deren Defizite herausarbeitet. In einer Zusammenfassung seiner Buches konstatiert Wimmer,
„dass die wesentlichen kulturpolitischen Inhalte bis heute ihre Referenz in einer kulturellen Norm finden, die sich als Ausdruck imperialer Herrschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herausgebildet hat.“
Wimmer beschreibt in seinem Buch ein kulturpolitisches System, das die Veränderungen des politischen Systems unbeschadet überstanden hat. Daraus resultiert der Titel unseres 17. Treffpunkt KulturManagement „Kultur und nationale Identitätsbildung in Österreich: oder warum sich der österreichische Kulturbetrieb so schwer tut, in der Demokratie anzukommen“, zu dem ich Sie ganz herzlich einladen möchte. Wir wollen die Diskussion über die Herausforderungen einer zukünftigen Kulturpolitik nicht ganz auf Österreich beschränken und richten diese Einladung deshalb auch an alle diejenigen, die nicht aus Österreich kommen, sich aber für Kulturpolitik interessieren. Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort registrieren. Hier noch einmal die wichtigsten Infos: Treffpunkt KulturManagement Termin: 26.10.2011 von 9:00 bis 10:00 Thema: „Kultur und nationale Identitätsbildung in Österreich: oder warum sich der österreichische Kulturbetrieb so schwer tut, in der Demokratie anzukommen“ Impulsvortrag: Dr. Michael Wimmer Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement Update: Auf Kulturmanagement Network ist ein Nachbericht zu dieser Veranstaltung erschienen, die Aufzeichnung ist hier zu finden.
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stARTcamp Köln: Social Media muss man leben

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„Das Social Web ist schön, aber es macht viel Arbeit.“ So lautete das Motto des mittlerweile dritten stARTcamps, das nach Essen und Dresden nun in Köln über die Bühne ging. Vorab: es war eine tolle Veranstaltung, perfekt organisiert von Anke von Heyl, Wibke Ladwig und Ute Vogel, mit einem vielseitigen Programm und gut 100 TeilnehmerInnen, unter ihnen viele bekannte, aber auch jede Menge neuer Gesichter. Mein Kölnbesuch begann schon am Tag davor, denn ich wollte die Gelegenheit nutzen und im Museum Ludwig die Ausstellung „Ichundichundich. Picasso im Fotoportrait“ besuchen. Wer Picasso mag und sich gerne Fotos aus alten Zeiten anschaut, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Gerne hätte ich via Twitter auf den Account des Museums und die Ausstellung verwiesen, aber leider ist das Museum nicht auf Twitter vertreten. Und was ich noch mehr bedauere: das Blog des Hauses existiert nicht mehr. Ohne die Gründe zu kennen, musste ich an das vor kurzem ebenfalls eingestellte Blog der Duisburger Philharmoniker denken. In beiden Fällen entschieden sich die Verantwortlichen für den Einstieg in das Social Web und stellten die Aktivitäten aber nach einiger Zeit wieder ein. Für mich stellt sich die Frage, woran das liegen kann? Betreibt jemand sein Blog privat, dann hat er vielleicht keine Lust oder keine Zeit mehr, die Gründe sind auf alle Fälle zu respektieren, schließlich geht es mich, der ich höchstens Leser dieses Blogs bin, nichts an. Bei einer öffentlich finanzierten Einrichtung muss ich die Gründe natürlich auch respektieren, aber für mich stellt sich auch die Frage, was im Vorfeld falsch gelaufen ist, dass es zu dieser Entscheidung kommen konnte? Wobei „falsch gelaufen“ vielleicht gar nicht der richtige Begriff ist. Wie man sich dem Thema Social Media annähert, ist mittlerweile bekannt, Sebastian Hartmann machte in seiner stARTcamp-Session deutlich, worauf es dabei ankommt. Hineinkommen ins Social Web scheint also gar nicht so schwer zu sein, die Herausforderung besteht wohl eher darin, nicht wieder hinauszufallen bzw. mit seinen Aktivitäten nicht zu scheitern. Als mir dann auch noch am Abend das neue Positionspapier „Wissensmanagement und Enterprise 2.0“ der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. (GfWM) in die Hände fiel (die jeweils aktuelle Version dieses Positionspapiers findet man auf diese Seite), hatte ich mein Thema für das stARTcamp: wie schafft man es, Social Media nachhaltig in der jeweiligen Struktur zu verankern und so ein Scheitern zu vermeiden? Besonders groß ist in meinen Augen die Gefahr des Scheiterns dann, wenn man Social Media lediglich als eine (neue) Form der Kommunikation betrachtet, die sich zu den bisherigen Kommunikationsmaßnahmen gesellt. Christian Riedel hat in seinem Blogbeitrag „Digital Thinking basiert auf Digital Behaviour – Der blinde Fleck der Unternehmenskultur“ recht einleuchtend erklärt, warum das Wechselspiel von digitalem Denken und digitalem Verhalten den nachhaltigen Erfolg der Social-Media-Aktivitäten begünstigt. Die Erkenntnis, dass man das, was man nach außen signalisiert, auch selbst verinnerlichen und leben muss, ist nun nicht neu, auch die AutorInnen des GfWM-Positionspapiers haben diesen Gedanken aufgegriffen und ihn noch um den Ansatz der lernenden Organisation erweitert. Ihren ganzheitlichen Zugang verdeutlicht ihre Behauptung:
„Enterprise 2.0 kann man nicht einführen, sondern nur werden.“ (S.3)
Ähnliches lässt sich, so denke ich, auch über Social Media sagen: man muss es leben. In der Praxis heißt das, die Social-Media-Aktivitäten dürfen sich nicht auf den B2C und den B2B-Bereich beschränken, sondern sollten auch die Bereiche B2E (Business to Employee) und E2E (Employee to Employee) umfassen. Ein Ansatz, der z.B. in einem Unternehmen wie IBM schon längere Zeit gelebt wird. Ganz so weit sind die Kulturbetriebe noch nicht, aber das stARTcamp hat gezeigt, dass viele auf dem richtigen Weg sind. Sogar das „social singing“ klappte schon recht gut. ;-) Hier die Folien zu meiner Präsentation:
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Treffpunkt KulturManagement: jetzt sind Sie dran

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Seit Mai 2010 haben wir Monat für Monat versucht, im Treffpunkt KulturManagement  die richtigen Themen für Sie zu finden. Manche kamen besser, andere schlechter an. Insgesamt freuen wir uns aber über das ständig größer werdende Interesse an diesem Online-Format, an dem man ohne großen Aufwand vor dem eigenen PC teilnehmen kann. Wenn Sie noch einmal die Themen der insgesamt 13 Veranstaltungen Revue passieren lassen wollen, können Sie das  hier im Wiki. Dort finden Sie auch die Links aller bisherigen Aufzeichnungen. Jetzt aber zur Zukunft. Natürlich könnten wir uns weiterhin Themen überlegen und für Sie interessante ExpertInnen einladen. Letzteres werden wir natürlich weiterhin machen, aber die Auswahl wollen wir gerne Ihnen überlassen. Natürlich bietet es sich an, für eine solche Crowdsourcing-Aktion auch gleich eine entsprechende Plattform auszuprobieren. Wir haben uns für Tricider entschieden, weil diese Plattform erstens kostenlos genutzt werden kann, man sich zweitens nicht mal registrieren muss und sie drittens kinderleicht zu bedienen ist.  Wenn Sie diesen Link hier anklicken, landen Sie bei „unserer“ Frage. Wir bitten Sie, dort die Themen aufzulisten, über die Sie gerne etwas im Rahmen des Treffpunkt KulturManagement hören wollen. Und wenn Sie auch wissen, wen Sie zu „Ihrem“ Thema hören wollen, schreiben Sie das doch bitte gleich dazu. Außerdem können Sie dort auch über die übrigen Vorschläge abstimmen, denn wir suchen die Top 3, um die es dann in den Monaten Juli, August und September gehen soll. Damit sich das alles auch zeitlich ausgeht,  bitten wir Sie, Ihre Vorschläge bis zum 4. Juli auf Tricider zu deponieren. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge.
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25. Mai: Online-Collaboration als Thema des nächsten Treffpunkt KulturManagement

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Die Entwicklung des Internet und vor allem des Social Web hat in den letzten Jahren völlig neue Formen der Zusammenarbeit entstehen lassen. Projektteams mussten sich regelmäßig treffen, um sich über den aktuellen Stand des Vorhabens zu informieren, die weiteren Schritte zu besprechen und die nächsten Aufgaben zu verteilen. Heute ist die Zusammenarbeit nicht mehr auf einen Ort oder eine Region beschränkt, die neuen Technologien haben das Entstehen virtueller Projektteams ermöglicht. Als wir im Herbst 2008 mit den Vorbereitungen für die erste stARTconference begannen, wussten wir nicht, dass wir uns im Laufe der einjährigen Vorbereitungszeit nur einmal „real“ treffen würden. Aber Blogs, Wikis und viele andere Tools erlaubten es uns, die Konferenz virtuell zu organisieren, ohne die fehlenden Treffen als Manko zu empfinden. Eigentlich lässt sich fast jedes Projektvorhaben auf diese Weise organisieren. Diese ressourcenschonende Form der Zusammenarbeit bringt aber auch einige Herausforderungen mit sich. So gilt es, mit Hilfe fixer Regeln die Zusammenarbeit zu strukturieren, einen umfassenden Informationsfluss zu gewährleisten und die Verantwortlichkeiten festzulegen. Im Laufe der letzten Jahre sind zahlreiche Plattformen entstanden, die für genau diese Aufgaben die geeigneten Werkzeuge zur Verfügung stellen. Tasklisten, Dokumente, an denen man gemeinsam arbeiten kann und ein gemeinsamer Kalender, die Liste der Tools wird immer länger. Einer dieser Anbieter ist das Berliner Startup tasqade. Das vor zwei Jahren gegründet Unternehmen stellt mit der gleichnamigen Plattform eine intuitive Softwarelösung für Projektmanagement und Teamarbeit zur Verfügung. Stephan Eyl, einer von zwei Geschäftsführern, wird sich beim nächsten Treffpunkt KulturManagement am 25. Mai (Beginn: 9 Uhr) mit dem Thema Online-Collaboration beschäftigen und auf die speziellen Herausforderungen bei dieser Form der Zusammenarbeit eingehen. Worauf sollten virtuelle Projektteams achten und wie lassen sich Softwarelösungen wie tasqade nutzen? Wenn Sie mehr zum Thema Online-Collaboration und zu tasqade wissen wollen, sind Sie herzlich eingeladen. Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software ist nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie mehr zur Plattform wissen wollen, David Röthler hat auf Slideshare eine Kurzanleitung für Adobe Connect zur Verfügung gestellt. Hier noch einmal die wichtigsten Infos: Treffpunkt KulturManagement Termin: 25.05.2011 von 9:00 bis 10:00 Thema: Online-Collaboration Impulsvortrag: Stephan Eyl (tasqade GmbH) Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement/ PS: den Treffpunkt KulturManagement gibt es auch auf Facebook. Update: Hier gibt es die Aufzeichnung des Treffpunkt KulturManagement.
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Ulrike Schmid im Treffpunkt KulturManagement am 20. April: „PR im Social Web“

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Der Umbruch in der Medienlandschaft hat auch Auswirkungen auf die PR-Arbeit. Die Auflagen der Printmedien befinden sich im Sinkflug, gleichzeitig steigen die Nutzerzahlen auf den verschiedenen Plattformen und Kanälen im Social Web. Was heißt das für die PR? Ist die klassische PR bald überflüssig? Ulrike Schmid, PR- und Social-Media-Expertin, wird sich im nächsten Treffpunkt KulturManagement mit der Zukunft der PR beschäftigen. Wie sieht das Zusammenspiel zwischen der klassischen Medienarbeit und Social Media aus? Wie bindet man die neuen Dialoggruppen wie etwa Blogger in die PR-Arbeit ein? Werden sie wie die Journalisten angesprochen und zum Beispiel zu Pressekonferenzen eingeladen oder sieht Beziehungspflege im Social Web ganz anders aus? Vor welchen Herausforderungen Kunst- und Kultureinrichtungen stehen, die auch im Social Web PR betreiben wollen und was es bei den ersten Schritten zu beachten gilt, das erläutert Ulrike Schmid, die sich vor einiger Zeit in einer Studie mit den Social-Media-Aktivitäten von Museen und Orchestern beschäftigt hat, in ihrem Impulsvortrag. Anschließend stellt sie sich Ihren Fragen und diskutiert mit Ihnen über die Zukunft der PR. Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software ist nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie mehr zur Plattform wissen wollen, David Röthler hat auf Slideshare eine Kurzanleitung für Adobe Connect zur Verfügung gestellt. Hier noch einmal die wichtigsten Infos: Treffpunkt KulturManagement Termin: 20.04.2011 von 9:00 bis 10:00 Thema: PR im Social Web Impulsvortrag: Ulrike Schmid (Ulrike Schmid Kommunikation) Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement/
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Chance oder letzter Rettungsanker? Im nächsten Treffpunkt KulturManagement geht es um das Thema Selbständigkeit

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Der letzte Treffpunkt KulturManagement hat gezeigt, dass die Situation am Arbeitsmarkt für KulturmanagerInnen nicht einfach ist (hier noch einmal der Link zur Aufzeichnung und zu den Folien). Die Kassen der öffentlichen Hand sind leer, immer mehr Kulturbetriebe kämpfen um ihr Überleben, die Zahl der angebotenen Arbeitsstellen sinkt kontinuierlich. Aber so ganz neu ist das Problem nicht. Als ich mich vor dem Ende meiner Kulturmanagement-Ausbildung nach einer Stelle umschaute, musste ich erleben, dass auf KulturmanagerInnen niemand wartet, ganz im Gegenteil. Die Zahl der BewerberInnen war enorm hoch, die Konkurrenz groß. Diese Situation hat sich fast zwanzig Jahre später noch verschärft und stellt viele vor die Frage, wie sie nun vorgehen sollen? Sich selbständig machen? Als ich mich damals für diesen Weg „entschied“, hatte ich das Glück, mit dem Thema EU-Förderungen eine Nische zu finden, in der mein Wissen und meine Erfahrungen bis heute nachgefragt werden. Das Glück blieb mir treu, mit dem Kulturmanagement Blog und dem Thema Social Media traf ich zum zweiten Mal die richtige Entscheidung. Aber wahrscheinlich gehört nicht nur Glück dazu, sondern auch so etwas wie ein Gespür für zukünftige Entwicklungen. Nur wie sieht das konkret aus? Welche Qualifiaktionen und Fähigkeiten braucht man? Genau darum geht es beim nächsten Treffpunkt KulturManagement, der am kommenden Mittwoch, den 16.3. um 9 Uhr stattfindet. Gesa Birnkraut, seit 7 Jahren geschäftsführende Gesellschafterin von BIRNKRAUT | PARTNER, einer For Profit Beratungsfirma im Kulturbereich und Vorsitzende eines gemeinnützigen Vereins, der auf Weiterbildung und Coaching spezialisiert ist, beschäftigt sich nicht nur seit vielen Jahren mit diesem Thema, sondern kann auch aus dem Nähkästchen plaudern, schließlich hat sie sich selbst in diesem Bereich selbständig gemacht. Birnkraut wird in ihrem Impulsvortrag über die Herausforderungen und Chancen der Selbständigkeit sprechen. Welcher Voraussetzungen bedarf es und welche Qualifikationen und Fähigkeiten werden benötigt? Wann sollte man sich selbständig machen und welches sind die häufigsten Gründe, die einen scheitern lassen? Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software ist nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie mehr zur Plattform wissen wollen, David Röthler hat auf Slideshare eine Kurzanleitung für Adobe Connect zur Verfügung gestellt. Der Treffpunkt KulturManagement ist natürlich auch auf Facebook vertreten und wenn Sie sich zur Veranstaltung am kommenden Mittwoch anmelden möchten bzw. wissen wollen, wer alles dabei ist, dann können Sie das hier tun. Hier noch einmal die wichtigsten Infos: Treffpunkt KulturManagement Termin: 16.03.2011 von 9:00 bis 10:00 Thema: selbständig in Kunst und Kultur Impulsvortrag: Dr. Gesa Birnkraut (Birnkraut|Partner) Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement/
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„Arbeitsmarkt Kulturmanagement“ als Thema des nächsten Treffpunkt KulturManagement am 23. Februar 2011

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Als sich vor fünf Jahren Manuela Kohl und Tasos Zembylas mit dem beruflichen Umfeld von KulturmanagerInnen beschäftigten (SWS-Rundschau 04/2006: „Junge KulturmanagerInnen – Berufsfeld, Berufseinstieg, Berufsbedingungen“ PDF, siehe auch dazu meine Beiträge „Berufsfeld Kulturmanagement“ Teil I, Teil II), wurde von den Arbeitgebern vor allem kunst- und kulturspezifisches Fachwissen verlangt. Eine aktuelle, von Carsten Winter und Christopher Buschow durchgeführte Untersuchung kommt zu ganz anderen Ergebnissen (siehe dazu: KM-Magazin 47: „Arbeitsmarkt für Kulturmanager“ S.4ff PDF). Gefragt sind vor allem Praxis- und Berufserfahrung, IT- bzw. PC-Kenntnisse sowie das Beherrschen möglichst vieler Fremdsprachen. Die Untersuchung basiert auf der Analyse der in den letzten sechs Jahren auf Kulturmanagement Network veröffentlichten Stellenanzeigen und beschäftigt sich dabei nicht nur mit der Frage, ob sich die von den Arbeitgebern geforderten Qualifikationen geändert haben, sondern ob die geforderten Kompetenzen auch in den entsprechenden Studiengängen ausgebildet werden? Ihre Arbeit liefert interessante Einblicke in das Berufsfeld Kulturmanagement und hilft uns, den Personal- und Arbeitsmarkt in dieser Branche besser zu verstehen. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse gibt Dirk Schütz von Kulturmanagement Network im nächsten Treffpunkt KulturManagement am 23. Februar von 9 bis 10 Uhr Einblicke in den „Arbeitsmarkt Kulturmanagement“ und fasst dabei die wichtigsten Ergebnisse der von Carsten Winter und Christopher Buschow durchgeführten Untersuchung zusammen. Welche Qualifikationen werden benötigt und wo kann man sie erwerben, das sind wichtige Fragen für alle, die entweder gerade auf Jobsuche sind oder mit dem Gedanken spielen, ein Kulturmanagement-Studium zu beginnen. Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.eu, Kulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software ist nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein. Wenn Sie mehr zur Plattform wissen wollen, David Röthler hat auf Slideshare eine Kurzanleitung für Adobe Connect zur Verfügung gestellt. Hier noch einmal die wichtigsten Infos: Treffpunkt KulturManagement Termin: 23.02.2011 von 9:00 bis 10:00 Thema: Arbeitsmarkt Kulturmanagement Impulsvortrag: Dirk Schütz (Kulturmanagement Network) Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement/