All Posts Tagged ‘blog

Post

Suchmaschine oder soziales Netzwerk: Woher kommt mehr Website Traffic?

9 comments

Foto von Carlos Muza auf Unsplash

Die Frage, wie man mehr BesucherInnen auf die eigene Website oder das Blog bekommt, wird mir immer wieder gestellt. Das Problem: So leicht ist sie nicht zu beantworten, denn den einen Weg zum Erfolg gibt es leider nicht. Wir alle wissen, dass die sozialen Netzwerke ein wunderbarer Trafficlieferant sein können. Und ebenso klar ist uns allen, dass es sinnvoll ist, mit den eigenen Inhalten in den Suchmaschinen vertreten zu sein, um von den UserInnen gefunden zu werden. Wer also nichts falsch machen möchte, produziert jede Menge Content, der dann hoffentlich über die Suchmaschinen gefunden wird und nutzt die sozialen Netzwerke, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und die UserInnen auf die eigene Website oder das Blog zu lenken. Das bedeutet aber auch, viel Zeit in die Produktion neuer Inhalte zu stecken und mindestens ebenso viel Zeit für Facebook, Twitter & Co. aufzuwenden. Das mag in der Anfangseuphorie funktionieren, aber vermutlich hält das niemand lange durch. Recht schnell macht sich dann Ernüchterung breit und vorbei ist es mit den hochgesteckten Zielen.

Wenn wir nicht in diese Situation kommen möchten, sollten wir uns zwei Dinge vorher überlegen:

  • Wieviel Content können wir produzieren?
  • Welchen Marketingkanal nutzen wir, um unsere Inhalte zu bewerben?

Vielen wird es bei der Antwort auf die erste Frage so gehen wie mir: Ich habe mich in der Vergangenheit regelmäßig überschätzt. Idealerweise sollte ich zwei Beiträge pro Woche schreiben, aber ich denke, realistischerweise schaffe ich einen Beitrag alle zwei Wochen. Für mich passt diese Frequenz, für andere vermutlich nicht. Warum ist das so?

Die Antwort darauf hat mit Frage zwei zu tun. Ich bekomme nämlich den meisten Traffic über die Suchmaschinen:

Klar, wenn ein neuer Beitrag erscheint, erhöht sich kurzfristig die Zahl der Zugriffe über die sozialen Netzwerke. Aber die Hauptlieferanten für meinen Traffic sind Google und mit weitem Abstand Bing. Der Vorteil für mich: Ich muss nicht jeden Tag neue Inhalte produzieren. Die Beiträge werden gefunden, auch wenn sie schon älter sind. Deshalb reicht es auch, wenn ich alle zwei Wochen einen Beitrag veröffentliche.

Fragt man mich nach dem Marketingkanal, über den ich meinen Content bewerbe, ist die Antwort daher klar: Es sind die Suchmaschinen, über die mit Abstand die meisten Zugriffe erfolgen. Die sozialen Netzwerke sind aus anderen Gründen wichtig, aber nicht unbedingt, um den Traffic auf meinem Blog zu steigern. Warum ist das so? Ich habe den Grund bis jetzt immer darin gesehen, dass mein Blog schon relativ alt ist (zehn Jahre) und viel Content enthält (> 1800 Beiträge). Im Umkehrschluss habe ich immer behauptet, dass junge Blogs oder Websites viel stärker auf soziale Netzwerke angewiesen sind, weil sie sich in den Suchmaschinenrankings noch nicht nach oben gearbeitet haben. Diese Argumentation ist vermutlich nicht ganz falsch, aber der Beitrag „Social Traffic vs. Search Traffic“ von Kishen Sreehari auf der Blogger-Plattform ShoutMeLoud liefert noch eine andere Erklärung. Es gibt nicht die eine Lösung, denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Blogs beziehungsweise Websites. Davon hängt es dann ab, welche Marketingkanäle am sinnvollsten sind.

In die Tiefe gehender Content wird meist über die Suchmaschinen entdeckt

Kishen Sreehari hat ein paar Blogs analysiert und macht deutlich, warum manche Blogs eher über die Suchmaschinen gefunden werden, andere wiederum über die sozialen Netzwerke. Beim ersten Blogbeispiel handelt es sich mit Backlinko um einen der renommiertesten Blogs im Bereich SEO. Brian Dean, der 2012 mit diesem Blog startete, ist übrigens ein Beispiel dafür, dass man auch mit wenigen, aber qualitativ hochwertigen Beiträgen sehr erfolgreich sein kann.

Die Zugriffe auf sein Blog erfolgen vor allem über die Suchmaschinen, wie die Grafik zeigt. Wer über Google &Co. gefunden werden möchte, für den hat Sreehari folgenden Hinweis parat:

„If you want to do well with search traffic, you’ll need content which people will be actively searching for.“

Am ehesten funktioniert das mit Nischenthemen, Anleitungen oder Beiträgen, in denen Tipps und Tricks beschrieben werden. Auch in meinem Blog sind es vor allem die How-to-Beiträge, die auf diese Weise aufgerufen werden. Überraschend ist das nicht, denn wenn wir etwas wissen möchten, nutzen wir Google und suchen nicht auf Facebook.

Aber zurück zu Backlinko. Ein nicht unerheblicher Teil der UserInnen findet auch direkt zu seinem Blog. Für Sreehari ist das ein Hinweis darauf, dass Dean mit seinem Blog eine starke Marke aufgebaut hat. Viele UserInnen kennen und schätzen sein Blog und müssen dafür nicht die Suchmaschinen bemühen oder in den sozialen Netzwerken auf neue Beiträge hingewiesen werden. Letzteres würde auch deshalb nicht funktionieren, weil nur selten neue Beiträge erscheinen.

Tagesaktuelle Informationen verbreiten sich oft über soziale Netzwerke

Das Blog „Wait But Why“ geht in eine ganz andere Richtung. Man findet dort Beiträge über Themen, die Millennials, Hipster und Geeks interessieren. Nicht ein spezielles Thema steht im Vordergrund, sondern Dinge, die gerade bei dieser Zielgruppe angesagt sind. Wie erfolgen die Zugriffe auf diese Seite?

Im Unterschied zu den beiden ersten Blogs wird diese Seite sehr häufig über die sozialen Netzwerke gefunden. Wer möchte, dass die eigene Seite auf diese Weise entdeckt und der Inhalt möglichst oft geteilt wird, muss, so Kishen Sreehari, vor allem auf „Trending News, Funny Memes“ und „Popular Culture“ setzen. „Wait But Why“ ist aber auch eine bekannte Marke, viele warten schon auf neue Beiträge und steuern die Seite direkt an. Was muss man für so viele Direktzugriffe tun?

„If you want traffic to come to you directly, you need to be an authority, you need to be original, and you need to be the only one producing that kind of content“,

erklärt Sreehari.

Interessant ist sein letztes Beispiel, die Seite von Business Insider. Obwohl als Marke durchaus bekannt, hat sie im Verhältnis zu den letzten zwei Beispielen nur wenige Direktzugriffe.

Es ist natürlich schwer, die Gründe für die verhältnismäßig niedrige Zahl an Direktzugriffen zu bestimmen. Einerseits kann es daran liegen, dass es nicht die einzige Website ist, die solchen Content anbietet. Andererseits liegt es unter Umständen an den zahlreichen Beiträgen, die dort erscheinen. Die, die einen interessieren, zu finden, ist gar nicht so leicht und kostet vor allem Zeit. Da nutzt man dann eher die Suchmaschinen, um die gewünschten Inhalte zu finden.

Warum erfolgen aber so viele Zugriffe über die sozialen Netzwerke? Sreehari vermutet, dass es an der Berichterstattung über aktuelle Veranstaltungen liegt. Sein Tipp:

„If there’s one quick way to get a lot of traffic from social media, it’s to cover the latest news in your field.“

Fazit

Je unverwechselbarer Sie und Ihre Inhalte sind, je größer Ihre Reputation, desto höher wird die Zahl der Direktzugriffe auf Ihre Website oder Ihr Blog sein. Auf die sozialen Netzwerke sollte setzen, wer über tagesaktuelle Geschehnisse berichtet beziehungsweise über Trendthemen schreibt. Geht es um Anleitungen, tiefergehende Informationen oder Inhalte, die man sonst nirgends finden kann, kommen die UserInnen wohl über die Suchmaschinen.

Was bedeutet das für Kultureinrichtungen? Eine bekannte Marke und eine „logische“ Domain („namederkultureinrichtung.de“) sorgen dann für viele Zugriffe, wenn die Qualität der Inhalte stimmt. Kommen die UserInnen nicht nur, um sich über die kommende Ausstellung, die Abendveranstaltung zu informieren, müsste deren Verweildauer relativ hoch sein. Museen, die rund um ihre Ausstellungen vertiefenden Content anbieten, werden großteils über die Suchmaschinen gefunden, geht es um die Ausstellung selbst, beispielsweise die Eröffnung, werden die UserInnen wohl eher über die sozialen Netzwerke erreicht.  Oder am Beispiel Oper: Wenn Sie sich in einem Blogbeitrag mit der Aufführungsgeschichte des Fidelio beschäftigen, wird dieser Beitrag mittel- und langfristig über die Suchmaschinen gefunden werden. Geht es um die morgige Premiere, ist das was für die sozialen Netzwerke.

In der Analyse Ihrer Inhalte ist es Ihnen möglich, herauszufinden, ob sich die Zugriffe über soziale Netzwerke oder Suchmaschinen im normalen Rahmen bewegen. Sie wissen aber auch, wie Sie eine Entwicklung unterstützen oder bei Bedarf gegensteuern können.

Post

Neues Layout

15 comments

Ich weiß nicht, ob ich jetzt zu mutig gewesen bin, aber von all den Layouts, die WordPress mir anbietet, ist das Kiore Moana Theme das reduzierteste. Mein Blog wirkte für mich einerseits zu überladen und andererseits war die Schrift für meinen Geschmack zu klein. Man wird ja nicht jünger. ;-)

Die einzelnen Beiträge stehen nun eindeutig wieder im Vordergrund, sämtliche Infos verbergen sich hinter einem einzigen Button. Eine in meinen Augen geniale Lösung. Jetzt bin ich gespannt, ob Sie sich zurecht finden.

Post

Ein schönes Beispiel: das Metablog der Koblenzer Kulturwissenschaft

Leave a reply

Immer wieder werde ich, wenn es um Social Media geht, nach besonders gelungenen Beispielen gefragt und tue mir da meist sehr schwer damit, denn ob Bestpractice oder nicht hängt vor allem von den Zielen ab. Und die können höchst unterschiedlich sein. Außerdem sehe ich die Gefahr, dass jemand sich zu stark daran orientiert und die eigenen Anforderungen außen vorlässt.

Ein in meinen Augen gelungenes Beispiel für den Einsatz von Blogs ist das „Metablog der Koblenzer Kulturwissenschaft„, in dem alle Weblogs und Websites des Institut für Kulturwissenschaft der Universität in Koblenz zusammengefasst sind. Alle Seiten, auf die verlinkt wird, sind mit einem Screenshot vertreten, den man einfach anklickt, um auf die gewünschte Seite zu gelangen.

Die Bandbreite des Studiums spiegelt sich in der Themenvielfalt, die hier angeboten wird, wider. Da ist einerseits das Social Media-Blog „Vernetzte Welten“ zu finden, andererseits das Audioblog „Kuwifunk„, in dem die von den Studierenden produzierten Podcasts gesammelt werden. Alle Blogs wurden auf WordPress.com angelegt, das heißt, es entstehen keinerlei Kosten. Für die Präsentation der Online-Magazine wurde  die Publishing-Plattform Issuu gewählt.

Ob Text, Bilder, Audio oder Video, alle Medienformate kommen zum Einsatz und so ist eine Bloggingplattform entstanden, die sich vor allem inhaltlich nicht verstecken muss.

Ich glaube, dass das ein guter Zugang zum Thema Social Media ist. Natürlich kann man sehr viele Dinge erklären und sich mit Theorien beschäftigen. Aber einfach anfangen und ausprobieren macht vermutlich mehr Spaß und hilft einem, sich weiter damit zu beschäftigen.

Post

Kunst und Kultur im Social Web: es fehlt an Vernetzung und Kooperation

8 comments

Cooperation„; By Ernst Vikne (CC-Lizenz)

Unter der Überschrift „Kennen Sie die twitternden deutschen Blogger/innen?“ beklagt Steffen Peschel in seinem aktuellen Blogpost die fehlende Vernetzung in der Blogosphäre. Das Resultat seien, so Peschel, fehlende Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Festmachen lässt sich das unter anderem auf Rivva.de, einer Website, die das Social Web nach häufig empfohlenen Artikeln durchsucht und diese dann auflistet. Das wohl wichtigste Kriterium ist die Zahl der Links, womit wir beim Thema wären. Meist finden sich dort Zeitungsartikel, Blogposts sind dort kaum zu finden. Wer sich im Bereich Kultur umsieht, findet dort aktuell erstaunliche Artikel aufgelistet. Da geht es um Salafisten, reduzierte iTunes-Karten oder um Car Poolers, eine Portrait-Fotoserie mexikanischer Arbeiter, die immerhin auf einem Blog zu finden ist.

Nun kann man einwenden, dass das die Themen sind, die die Menschen interessieren und auf die via Twitter, Facebook oder Blog verlinkt und Bezug genommen wird. Aber stimmt diese Annahme wirklich oder liegt es eher daran, dass es z.B. der Kunst- und Kulturbereich einfach an der Vernetzung fehlen lässt? Welche Themen interessieren ist schwer zu beurteilen, aber der Vernetzungsgrad im Kunst- und Kulturbereich ist sehr gering. Und das deshalb, weil die meisten lieber alleine vor sich hinwurschteln als knappe Ressourcen zu bündeln.

Wie lässt sich die Vernetzung fördern? Jörn Brunotte und Michael Müller von Culture to Go haben auf der MAI-Tagung und dem letzten Berliner stARTtogether ein thematisches Gemeinschaftsblog für Museen vorgeschlagen. Eine Idee, die immer mal wieder auftaucht, aber bis jetzt im Kunst- und Kulturbereich noch nie erfolgreich umgesetzt werden konnte. Eigentlich wäre die Zeit reif für einen solchen Versuch. Nicht nur die Technologie ist mittlerweile soweit, dass sich so etwas ohne Probleme realisieren lässt. Auch die knappen Ressourcen Zeit und Geld müssten so nicht überstrapaziert werden.

Einen anderen Vorschlag macht Steffen Peschel. Er hat ein Online-Dokument angelegt, in das sich twitternde BloggerInnen aus Deutschland eintragen können und damit die Idee von Digitalks-Gründerin Meral Akin-Hecke übernommen, die vor kurzem eine Liste twitternder BloggerInnen aus Österreich erstellt hat. Mir ist Vernetzung wichtig, deshalb habe ich nicht nur eine Blogroll, sondern verlinke auch so wie möglich auf andere Blogs. Aber solche Listen reichen in meinen Augen nicht, sie sind nur ein Anfang, um, wie in diesem Fall, von anderen Blogs zu erfahren. Entscheidend ist aber die inhaltliche Vernetzung und die damit verbundene Idee, sich aufeinander zu beziehen beziehungsweise mit den Ansichten anderer auseinander zu setzen. Listen verschwinden schnell wieder in der Versenkung, inhaltliche Vernetzung aber kann tagtäglich passieren. Wir müssen es nur tun, Blogs gibt es auch im Kunst- und Kulturbereich gar nicht so wenige.

Post

Der mühsame Weg zum erfolgreichen Blog

13 comments

Als ich vor fünf Jahren mit diesem Blog startete, schaute ich häufig in die diversen Blogrankings. Die Top100 waren außer Sichtweite, denn, so redete ich mir damals ein, mit einem Nischenthema wie Kulturmanagement sind die Chancen gleich Null, dort zu reüssieren. Im Mai 2007 stellte ich in einem Blogpost die Frage, ob Blogs nichts für den Kunst- und Kulturbereich seien, denn im Top100-Rankings der meistgelesenen Blogs befanden sich zwar ein Feuerwehr- oder ein Feng Shui-Blog. Der Kunst- und Kulturbereich war dort aber nicht vertreten.

Wenn ich heute mit BloggerInnen spreche und erzähle, wie sich mein Blog über die Jahre entwickelt hat, bekomme ich oft zu hören, dass sie es mit ihrem Nischenthema viel schwerer hätten als ich. Innerlich muss ich dann immer ein wenig schmunzeln, denn so dachte ich vor fünf Jahren auch. Die Frage ist doch aber, wovon der Erfolg eines Blogs wirklich abhängt und wie lange es dauert, bis der Erfolg sich einstellt?

Ist die Nische wirklich ein Nachteil, wie viele denken? Marcus Sheridan hat auf die Frage nach den Erfolgskriterien einen interessanten Aspekt ins Spiel gebracht. In seinem Blogpost „How Long Does It Truly Take For A Business Blog To Grow Big?“ gibt er sich überzeugt, dass der entscheidende Faktor der „Content Saturation Index“ (CSI) sei:

„The more content an industry/niche has written about it, the harder it is for a blog to make headway and find success in that field,“

schreibt er, was bedeuten würde, dass ein Nischenblog es eigentlich leichter hat als all die Blogs, die im Mainstream schwimmen. Sheridan bringt zwei schöne Beispiele, nämlich das von ihm geführte Blog einer Swimmingpool-Firma und sein eigenes Marketingblog „The Sales Lion„. Während es ihm in der Schwimmbadnische recht schnell gelang, mit Hilfe von guten Inhalten Spitzenplätze in den Suchmaschinen zu erobern, musste er bei seinem zweiten Blog sehr viel länger auf den Erfolg warten. Zwei bis drei Beiträge pro Woche bescherten ihm im Schwimmbadbereich bereits nach sechs Monaten einen Spitzenplatz, mit seinem Marketingblog benötigte er dafür 20 Monate.

Im Rückblick kann ich sagen, dass es bei mir ungefähr 30 Monate gedauert hat und ich eher vier bis fünf Beiträge pro Woche geschrieben habe, um in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Die mittlerweile fast 1.600 Beiträge bilden dafür eine solide Grundlage und sorgen dafür, dass die Zugriffszahlen steigen, auch wenn ich heute wesentlich weniger Beiträge als in der Vergangenheit schaffe.

Und was tue ich, wenn ich noch keine 1.600 Beiträge geschrieben habe? Sheridan gibt BloggerInnen zwei Tipps. Erstens sollten sie bei ihren Überschriften darauf achten, dass sie von den Suchmaschinen gefunden werden. Und zweitens:

„Learn to be a blogging rebel in your industry. Talk about stuff no one else is willing to talk about.“

Mit dem „Content Saturation Index“ macht Sheridan vor allem all denen Mut, die in einer Nische zu bloggen beginnen. Sie müssen also nicht neidisch auf all die schauen, die in den Bereichen Marketing oder Social Media bloggen, ganz im Gegenteil. Wenn Sie für ein Theater, ein Museum oder eine andere Kultureinrichtung aktiv werden, haben Sie alle Trümpfe in der Hand. Sie müssen nur loslegen. ;-)

Titelbild: s.media auf Pixelio

Post

Die Duisburger Philharmoniker stellen ihr Blog ein

15 comments


© Helge Haibach ; Pixelio

Gerade aus dem Urlaub zurückgekommen hat mich die Nachricht erreicht, dass die Duisburger Philharmoniker ihr Blog einstellen. Mit ihrem Projekt „Philharmonie 2.0“ hatten sie Social-Media-Geschichte geschrieben, waren sie doch die erste große Kultureinrichtung im deutschsprachigen Raum, die sich auf Social Media einließ. Und letzten Endes waren es die Duisburger Philharmoniker, die den Anstoß zur stARTconference gaben.

Im letzten und abschließenden Blogpost „Da Capo al fine – 3 Jahre Bloggeschichte“ heißt es:

„Hinter den letzten Noten folgt in einer Partitur meistens ein dicker Taktstrich – hier ist das Stück eigentlich zu Ende. Manchmal aber hat der Komponist das Bedürfnis nochmal die Anfangstakte bis zu einem gewissem Punkt zu wiederholen und um unnötige Wiederholungen nicht neu schreiben zu müssen, schreibt man in solchen Fällen einfach “Da capo al fine” in die Partitur. Das “Da capo” in unserem Fall bedeutet: Wir sind weiterhin über Facebook,  Twitter und unsere erweiterte Webseite mit aktuellen Nachrichten für euch da, das Blog selbst aber ist nach drei erfolgreichen Jahren an diesem Punkt Geschichte.“

Ich habe das Blog gerne gelesen und nachdem dort erst vor wenigen Wochen eine Blogparade gestartet wurde, in der es um die Zukunft des Konzerts ging, kam dieses Ende für mich überraschend. Der Vergleich des Blogs mit einem Musikstück, das in der Tat irgendwann einmal zu Ende geht, hinkt in meinen Augen. Das Blog war der Außenauftritt der Duisburger Philharmoniker im Social Web und wenn dieses Blog nicht mehr fortgeführt wird, hört nicht ein einzelnes Stück auf, sondern die Philharmoniker verschwinden aus meinem Sichtfeld und werden von mir zukünftig entweder gar nicht oder nur noch bruchstückhaft wahrgenommen.

Auf Twitter und Facebook gibt es keine Blogparaden, d.h. ein Austausch, der mehr als zwei Sätze umfasst, ist nicht mehr möglich. Ich habe immer wieder betont, dass ein Blog in meinen Augen das Zentrum aller Social-Media-Aktivitäten sein muss. Hier kann ich schalten und walten, hier kann ich entscheiden, ob und wenn ja, welche Werbung zu sehen ist. Ich muss nicht krampfhaft auf möglichst viele Like-it’s spekulieren, damit ich auch genügend Zugriffe habe.

Natürlich muss ein Blog nicht in alle Ewigkeit  weitergeführt werden, auch dieses Blog hier wird irgendwann einmal sein Ende erleben. Aber das macht doch nur dann Sinn, wenn es in irgendeiner Form weitergeht, wenn es z.B. neue Formen der Kommunikation gibt. Aber einfach so aufzuhören heißt eher zu verschwinden. Natürlich lässt sich auch über eine Website auf kommende Veranstaltungen hinweisen, aber Interaktion ist auf diese Weise nicht möglich.

Mir fällt in diesem Zusammenhang eine schon etwas ältere Präsentation von Jeremiah Owyang ein, in der er die Entwicklung der klassischen Website in Richtung einer „social corporate website“ beschreibt. Die Duisburger Philharmoniker gehen nun genau in die entgegengesetzte Richtung. Schade…

Post

Blogposts: wann werden sie eigentlich gelesen?

7 comments

Die Frage, welche Tage und welche Uhrzeiten am günstigsten für die Veröffentlichung eines Blogposts sind, taucht immer wieder auf. Eine generelle Antwort darauf gibt es nicht, zu unterschiedlich ist die Ausrichtung von Blogs. Vermutlich spielt es eine Rolle, ob ich die Inhalte eines Blogs beruflich nutze oder einfach nur surfe und auf interessante Geschichten stoße. Das Taxi-Blog zum Beispiel lese ich, wenn ich mich unterhalten möchte und das meist am Ende des Tages. Brian Solis gehört eher in die Kategorie Berufliches und wird deshalb vorzugsweise untertags gelesen, wenn die Konzentration noch da ist.

Da also keine allgemein gültigen Aussagen möglich sind, nehme ich einfach mein Blog als Beispiel. Seit Dezember 2006 habe ich fast 1.500 Beiträge veröffentlicht, unter denen fast 6.500 Kommentare stehen, ein nicht unbeträchtlicher Teil aber von mir, um diese Zahl ein klein wenig zu relativieren. Wie viele LeserInnen dieses Blog hat, kann ich leider nicht wirklich sagen, denn jedes Tool, das ich nutze, zeigt mir andere Zahlen an. Insofern sind vor allem die Trends interessant, während ich mit den absoluten Zahlen wenig anfangen kann.

Diese Trends lassen sich auch erkennen, wenn es um die Frage geht, wann meine Beiträge gelesen werden. Der absolute Spitzentag ist, von Ausnahmen abgesehen, der Montag. Von diesem Tag an sinkt die Zahl der BesucherInnen und erreicht am Samstag den absoluten Tiefststand, um dann am Sonntag wieder anzusteigen. Das heißt, Informationen, die möglichst weit gestreut werden sollen, veröffentliche ich idealerweise am Montag, eher unwichtige Themen gehe ich am besten am Samstag an.

Interessant ist es auch, sich die einzelnen Tage anzuschauen. Mal abgesehen vom Samstag, der ziemlich uneinheitlich verläuft, zeigen die anderen Tage eine gewisse Systematik, wobei das Prinzip unter der Woche, also von Montag bis Freitag gleichbleibend ist, während der Sonntag etwas aus der Reihe fällt. Die folgende Grafik zeigt die Zugriffskurve eines typischen Montags:

Die Kurve beginnt ab 8 Uhr steil anzusteigen und fällt dann am späten Vormittag wieder, um am Nachmittag noch einmal steil anzusteigen und dann auf eher niedrigem Niveau konstant zu bleiben. Das heißt, für mich macht es Sinn, meine Beiträge möglichst frühzeitig am Morgen zu veröffentlichen, um meine LeserInnen auch erreichen zu können. Ich vermute, bei vielen Blogs, die im beruflichen Kontext genutzt werden, sieht die Kurve ähnlich aus, während es auf privaten Blogs den Anstieg erst am Abend gibt.

Interessant ist die Frage, wie das bei Blogs von Kultureinrichtungen ist, die ja eigentlich die UserInnen „privat“ erreichen und als BesucherInnen von Konzert, Ausstellung, etc. gewinnen möchten. Hier sieht die Verteilung dann vermutlich etwas anders aus.

Zurück zu meiner Statistik. Während die Kurve wochentags sehr ähnlich ausfällt, sieht sie am Sonntag etwas anders aus.

Dort steigen die Zugriffe bis zum Nachmittag kontinuierlich an, fallen dann etwas ab und erreichen dann am Abend den eigentlich Höchststand. Das heißt, am Sonntag muss ich mich mit meinen Beiträgen nicht so sehr beeilen, die Mehrzahl meiner LeserInnen besucht das Blog erst etwas später. ;-)

Wer seine Beiträge nicht nur spontan veröffentlicht, kann von solchen Informationen durchaus profitieren und seine Blogposts sehr punktgenau veröffentlichen. Ähnlich kann man natürlich auch vorgehen, wenn es um das Thema Feiertage geht. Die Weihnachtsferien sind zum Beispiel bei mir eine Phase, in der die Zugriffe eher gering ausfallen. Der ideale Zeitpunkt, um Urlaub zu machen.

Post

Blogs und Kommentare: Pro und Contra

25 comments

Fragt man nach den Unterschieden zwischen einer klassischen Website und einem Blog, dann ist die Möglichkeit, Blogposts kommentieren zu können, sicher einer der wichtigsten. Das Angebot zum Gespräch zeichnet Blogs aus und dient dem Aufbau einer Community, so die landläufige Meinung. Aber es gibt auch gegensätzliche Ansichten. Blogger wie etwa Seth Godin bieten in ihren Blogs keine Möglichkeit an, einen Kommentar zu hinterlassen und damit ein Gespräch in Gang zu bringen. Welche Konsequenzen hat das? Ist ein Blog, in dem Kommentieren nicht möglich ist, kein Blog mehr? Wie wichtig ist die Kommentarfunktion für die BloggerInnen selbst, aber natürlich auch für die LeserInnen?

Eine spannende Diskussion zu diesem Thema habe ich auf der Seite von ThinkTraffic gefunden. In einem aktuellen Beitrag diskutieren die beiden Blogger Pat Flynn und Everett Bogue die Frage, ob man als BetreiberIn eines Blogs Kommentare zulassen sollte oder nicht? Im ersten Moment werden die meisten wahrscheinlich dahin tendieren, Kommentare als essentiellen Bestandteil eines Blogs zu sehen, genau so wie Pat Flynn auch argumentiert:

„Without comments, a blog isn’t really a blog. To me, blogging is not just about publishing content, but also the two-way communication and community building aspects behind it.“

Aber das Argument, sich mit den Kommentaren zu beschäftigen, würde viel Zeit in Anspruch nehmen und auf Kosten der eigenen Kreativität gehen, ist natürlich auch nicht von der Hand zu weisen. Everett Bogue hat vor einem Urlaub die Kommentarfunktion seines Blogs gesperrt und sie seitdem nicht mehr geöffnet. Bogue lehnt Kommentare nicht grundsätzlich ab, sondern beklagt sich eher über die Gründe, die viele UserInnen dazu bewegen, einen Kommentar abzugeben:

„Around 50% of the comments I was receiving when I turned off comments were from newer bloggers who wanted me to notice them,“

behauptet er und führt dann noch weitere 25% an, die vereinfacht gesagt nicht wissen, was es mit einem Blog auf sich hat und deshalb Fragen stellen. Diejenigen, die sich wirklich für die Inhalte interessieren, würden, so seine Überzeugung, recht schnell selbst ein Blog aufsetzen, die eigene Community aufbauen und sich bei Bedarf mit anderen Blogs verlinken.

Ich finde diese Diskussion sehr interessant, auch in den zahlreichen Kommentaren finden sich jede Menge Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt (eigentlich ein Pro-Argument!), aber ich glaube, dass die Beantwortung dieser Frage auch davon abhängt, welche Ziele man verfolgt und wie erfolgreich ein Blog ist, sprich, in welchem Entwicklungsstadium sich das Blog befindet.

Wer sein Blog dafür verwendet, eigene Gedanken zu entwickeln, braucht eigentlich die Kommentare der LeserInnen nicht wirklich. Und möchte jemand darauf reagieren, kann er das ja im eigenen Blog und dann auf den Beitrag verlinken. Wer seine Gedanken und Ideen aber zur Diskussion stellen möchte und diese aus der Diskussion heraus entwickeln möchte, wird wahrscheinlich von der Kommentarfunktion profitieren.

Und wie sieht das bei Kulturbetrieben aus, die nur über ihre Arbeit informieren? Auch hier lässt sich keine eindeutige Antwort finden: wer nur informiert, wird wenig Fragen hervorrufen, eine Kommentarfunktion ist eigentlich überflüssig. Geben Beiträge aber tiefere Einblicke in die (tägliche) Arbeit, dann können sie durchaus Fragen hervorrufen.

Nicht von der Hand zu weisen sind aber die Argumente von Everett Bogue, dass das Kommentieren Zeit kostet und die eigene Kreativität einschränkt. Allerdings wird das wohl erst dann ein Problem, wenn die Zahl der LeserInnen sehr groß ist und entsprechend viele Kommentare eingehen. Wer gerade mit dem Bloggen beginnt, wird sich wahrscheinlich über jede Rückmeldung freuen und sie (hoffentlich) als Ansporn verstehen.

Zwei weitere Aspekte gilt es zu berücksichtigen. Erstens gibt es im deutschsprachigen Raum nur wenig Blogs, die pro Beitrag um die 100 Kommentare haben. Außerdem muss man sich dann noch die Qualität der Kommentare näher ansehen, die, so vermute ich, auch mit der thematischen Ausrichtung des Blogs zu tun hat. Zweitens sind es oftmals nicht so sehr die Kommentare, sondern die Beiträge selbst, die viel Zeit kosten. Wird man zum Sklaven seines Blogs und schreibt, weil man glaubt, schreiben zu müssen und der Spaß damit verloren geht, ist das, so denke ich, viel schlimmer als die Herausforderung, viele Kommentare beantworten zu müssen.

Und noch ein Punkt: die Diskussion über Blogposts verlagert sich mehr und mehr auf andere Kanäle. da ist die Kommentarfunktion teilweise gar nicht mehr nötig.

Post

Blog-Strategien

15 comments

The Killer Blog Strategy würde ich so eine Anleitung zum Bloggen zwar nicht unbedingt nennen, aber das, was John Haydon da verfasst hat, eignet sich hervorragend für alle diejenigen, die gerade dabei sind, mit dem Bloggen zu beginnen. Das entspricht zwar derzeit nicht unbedingt dem Trend, aber ich behaupte, dass sich das irgendwann auch wieder mal ändern wird. Warum? Natürlich ist es gerade hip, auf Twitter und Facebook präsent zu sein und es stimmt auch, dass man dort mit wenigen Zeichen auskommt, sprich, drei  bis vier Sätze und ein Foto, ein Video oder ein Link sind schon ausreichend, um dort Präsenz zu zeigen. Aber auf Dauer ist es eine ziemliche Herausforderung, auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erregen und den UserInnen darüber hinaus einen Mehrwert zu bieten.

Da ist es in meinen Augen schon etwas leichter, wenn man sich in einem Blog, bildlich gesprochen, etwas ausbreiten darf und entweder eine interessante Geschichte erzählt oder den Dialog mit den LeserInnen sucht und dann hoffentlich auch findet.

Netterweise hat John Haydon seine Strategie gleich in Form einer Mindmap zur Verfügung gestellt. Sie besteht aus folgenden Schritten:

  1. Content Creation
  2. Promotion Strategy
  3. Community Management
  4. Measurement Strategy
  5. Listening Strategy

Die größte Sorge haben Kultureinrichtungen interessanterweise schon beim ersten Punkt, nämlich der Frage, woher die Inhalte nehmen. Ich kann das verstehen, denn als ich mit diesem Blog begann, hatte ich genau die gleiche Angst, die Angst, dass mir nichts einfällt, was ich hier schreiben könnte. Diese Sorge ist am Anfang wahrscheinlich sogar berechtigt, schließlich weiß man ja nicht, was ankommt. Aber im Laufe der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, welche Themen und Geschichten für das eigene Blog geeignet sind. Hinzu kommt: Themen werden in Sekundenbruchteilen auf ihre Blogrelevanz abgeklopft und, so das Urteil positiv ausfällt, sofort irgendwo abgespeichert. Dieser Vorrat ist bei mir im Laufe der Zeit ziemlich angewachsen und auch wenn ich ab sofort nichts mehr im Internet lesen würde, könnte ich alleine mit den abgespeicherten Seiten noch eine ganze Weile durchhalten.

Beim Punkt Promotion würde ich gerne noch eine Ergänzung vornehmen. Natürlich ist es wichtig, dass man via Twitter und Facebook, aber auch per Email auf das eigene Blog hinweist. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, auf anderen Blogs zu kommentieren. Sie werden dadurch nicht nur als Marktschreier, der das eigene Blog bewirbt, wahrgenommen, sondern zeigen, dass Sie einerseits am Dialog interessiert sind und andererseits auch inhaltlich kompetent sind.

Zum Thema Community Management kann man natürlich ganze Bücher und Blogs füllen, aber als Einstieg in das Thema Bloggen reicht es anfangs sicherlich, wenn man sich vor allem auf die Kommentare konzentriert und sich im Vorfeld überlegt, wie und vor allem wann man darauf reagiert. Ich persönlich finde es immer etwas enttäuschend, wenn ich mir die Mühe mache, auf einen Beitrag zu reagieren und dann die Rückmeldung ausbleibt.

Kommentare können darüber hinaus auch ein Indikator sein, was den Erfolg des Blogs angeht. Ob es die Anzahl oder die Inhalte sind, hängt davon ab, welche Ziele sich die BlogbetreiberInnen gesetzt haben. Wichtig ist, dass man sauber zwischen den quantitativen und qualitativen Indikatoren unterscheidet.

Bleibt noch der letzte Punkt, die Frage, wie man als ZuhörerIn agiert? Wie reagieren die UserInnen auf Ihre Beiträge, wie nimmt man Sie als Institution wahr? Ein in meinen Augen wichtiger Punkt, der häufig außer Acht gelassen wird. Dabei erfährt man auf diese Weise wunderbar, wie man selbst bzw. die Institution gesehen wird, ohne eine große Umfrage durchführen zu müssen.

Aber, um noch einmal an den Ausgangspunkt zurückzukehren: ohne konkretes Ziel machen alle diese Punkte keinen Sinn.

Post

Blogs: „im Nebel herumstochern“

24 comments

Martin Mißfeldt hat unter den gestrigen Beitrag „Das Erfolgsrezept von Blogs“ einen für mich sehr hilfreichen Kommentar verfasst:

„(…) Man kann als Blogger auch die Leser „in die Arbeit mit einbeziehen“. Ich habe schon so manchen Artikel geschrieben, bei dem ich erst im nebel gestochert habe, und durch die Diskussion wurde die Sache dann erst rund und fokussiert. (…)“

Aus diesem Grund plädiert er auch dafür, Anzahl und Qualität der Kommentare als Kriterien für den Erfolg eines Blogs mit einzubeziehen. Ich sehe das auch so, allerdings denke ich, dass es Blogs gibt, wo an dieser Form der Kollaboration (noch) gar kein Interesse besteht. In ihnen dominiert eher der Wunsch, einfach nur zu informieren. Das läuft dann zwar dem Community-Gedanken zuwider, der sich hinter kollaborativen Ansätzen ja verbirgt, aber auf der anderen Seite muss ich erst einmal das Interesse an mir und meinem Blog wecken, bevor jemand bereit ist, in mich und mein Blog zu „investieren“ und mir die Aufmerksamkeit und die Zeit zu schenken, die nötig ist, um zum Beispiel einen Kommentar zu schreiben.

Die Frage, die mich an dieser Stelle interessiert, und damit möchte ich wieder mal im Nebel herumstochern: warum schenken LeserInnen jemandem ihre Aufmerksamkeit und kommentieren entweder einen Blogbeitrag oder bewerten Einträge auf Facebook? Wenn es um das geht, was Martin Mißfeldt als „in die Arbeit mit einbeziehen“ bezeichnet, dann ist mir das relativ klar. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Kultureinrichtungen, deren Social Media-Aktivitäten sind vor allem informationslastig, d.h. der Dialog wird nicht ausgeschlossen, aber er muss auch nicht sein.

Und trotzdem wird kommentiert und bewertet. Meine Vermutung ist, dass ich – gerade bei einer bekannten Kultureinrichtung oder einer bekannten KünstlerIn – nicht unbedingt von der Qualität der Beiträge angezogen werde, sondern von der Reputation, die ich der UrheberIn beimesse. Es geht also nicht so sehr um die Qualität der Inhalte, sondern um das Dabeisein. Wie sehen Sie das? Wenn Sie einen Beitrag bewerten, ist es dann wichtig, von wem der Beitrag stammt oder orientieren Sie sich wirklich ausschließlich an den Inhalten?