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Google+: Inhalte stehen im Vordergrund

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Ich muss gestehen, die Frage, warum ich neben Facebook nun auch noch auf Google+ aktiv werden soll, konnte ich bis jetzt nicht wirklich beantworten. Die große Zahl derer, die ihre Inhalte synchron über Facebook, Twitter und eben Google+ verteilen, hat mich eher davon abgehalten, nun auch Google+ zu bespielen. Was wäre der Unterschied gewesen zu den anderen Kanälen? So war ich auch nur mäßig begeistert, als Google mit dem Angebot für Unternehmen startete. Zwar war ich schnell von vielen Unternehmen eingekreist, darunter auch Kultureinrichtungen, aber ein Unterschied zu ihren Aktivitäten auf Facebook war nicht festzustellen.

Nun bin ich dank Martin Koser in der Huffington Post auf einen Artikel von Bianca Bosker gestoßen, der sich mit Google+ beschäftigt und zu einem ganz interessanten Ergebnis kommt: „It’s What You Know, Not Who You Know“ lautet die Überschrift, die das Ergebnis gleich vorwegnimmt. Während wir auf Facebook unser Revier abzugrenzen versuchen und meist nur mit unseren Freunden und Fans kommunizieren, beschreiben viele UserInnen Google+ als einen Platz, wo sie neue „Freunde“ kennen lernen.

„Google+ is more about sharing ideas and content,“

zitiert Bosker einen User, der weiter meint:

„Facebook is a way to interact with friends and family. Google+ is a way of finding fascinating content I’m interested in very, very, easily, that I wouldn’t even have thought to go looking for.“

Nun gibt es natürlich sehr viele Menschen, die behaupten, Google+ funktioniere wie Facebook und sei deshalb langweilig, aber die Statements in dem Artikel sind schon einen Gedanken wert. Wir können jetzt darüber streiten, ob Google wirklich darauf hingearbeitet hat, hier statt der Vernetzung von Personen die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene in den Vordergrund zu stellen. Irgendetwas muss aber daran sein, denn ich habe zum Beispiel statt einer klassischen Google Page für mein Unternehmen eine Seite erstellt, die sich Projekt Kulturmanagement 2020 nennt und damit thematisch ausgerichtet ist. Auch wenn sich die Zahl der Beiträge noch in Grenzen hält, mir ging und geht es um die Inhalte und nicht so sehr um viele (neue) Kontakte.

Bosker arbeitet in ihrem Artikel heraus, dass das bei vielen der mittlerweile etwa 40 Mio. Google+ UserInnen der Grund ist, diese Plattform zu nutzen, verschweigt aber auch nicht, dass sich derzeit vor allem die Early Adopter dort aufhalten. Es kann also durchaus sein, dass die Welt auf Google+ in ein paar Monaten ganz anders aussieht.

Was bedeutet das nun für den Kunst- und Kulturbereich? Mein alter Vorwurf lautet, dass Kulturbetriebe bei ihren Social-Media-Aktivitäten die Bewerbung der eigenen Aktivitäten zu stark in den Vordergrund stellen und dabei die Inhalte beziehungsweise die Gespräche darüber vergessen. Nur über die Inhalte lassen sich Themenfelder besetzen und nur auf diese Weise gelingt es, erstens als Experte in diesem Bereich wahrgenommen und zweitens in den Suchmaschinen gefunden zu werden.

Wenn Google+ wirklich die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene unterstützt, dann ist Google+ genau die richtige Plattform für Kultureinrichtungen. Hier können Ausstellungsinhalte kommuniziert werden und die entsprechenden Expertenkreise gebildet werden. Mit Hilfe der Hangouts kann dann der nächste Schritt gemacht und der persönliche Kontakt hergestellt werden.

Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass sich auf Google+ derzeit vor allem die Social-Media-ExpertInnen tummeln und Kulturinteressierte mit der Lupe gesucht werden müssen. Schaut man sich an, wie viele UserInnen Kultureinrichtungen in ihren „Circles“ haben, dann sieht man gleich, dass Facebook da noch die Nase vorne hat. Insofern sind Aktivitäten auf Google+ eine Investition in die Zukunft. Ob die dann so aussieht, wie wir uns das vorstellen, wissen wir nicht, aber wie heißt es so schön: no risk, no fun. Dafür gehören Sie dann aber auch zu den ersten und können vorne dabei sein, wenn der Funke überspringt. Mich werden Sie deshalb zukünftig öfter auf Google+ sehen bzw. lesen können.

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Facebook oder Google+? Spätestens jetzt wird es Zeit für ein Blog

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Ich gebe es zu, das Fahrradfahren habe ich nicht erfunden und nachdem mir vor drei Jahren das Rad geklaut wurde, habe ich mir kein neues mehr zugelegt. Dieses Fahrrad zu kaufen, war gar nicht so einfach für mich, denn ich bin, viele werden es bereits ahnen, Laie auf diesem Gebiet. Natürlich erkundigte ich mich damals, um herauszufinden, was gerade aktuell war und bekam nicht nur einen Vortrag zu hören über die Vorzüge bestimmter Gangschaltungen und sonstiger technischer Finessen.

Am Ende kaufte ich ein Fahrrad, einfach ein Fahrrad. Die Teilnahme an irgendwelchen Radrennen war nie geplant, also brauchte ich auch nicht mehr. Und dass man egal, wofür man sich entscheidet, immer selbst und aus eigener Kraft in die Pedale treten muss (die elektrischen Dingens mal ausgenommen), das war mir klar.

In einer ähnlichen Situation befinden sich vermutlich viele Kultureinrichtungen, die vor nicht allzu langer Zeit im Social Web aktiv geworden sind und nun vor der Frage stehen, was sie denn mit Google+ machen sollen. Klevere Zeitgenossen wittern dahinter natürlich ein Geschäft und so habe ich heute bereits die erste Einladung zu einem (nicht ganz billigen) Seminar bekommen, in dem dann die Frage beantwortet wird, ob ich dort sofort loslegen soll oder besser abwarte.

Die meisten brauchen zur Beantwortung dieser Frage kein Seminar, weil Google sie noch gar nicht reingelassen hat in dieses Netzwerk. Aber irgendwann kommt der Moment und dann werden viele vor der Frage stehen: was nun?

Diejenigen, die derzeit schon testen dürfen, sind in der Regel Social-Media-ExpertInnen und beschäftigen sich aus beruflichen Gründen mit dem Social Web, seinen Entwicklungen und somit auch mit Google+. Es sind die, die sich, um zum Thema Fahrradkauf zurückzukommen, sehr wohl mit der Frage beschäftigen, ob sie die Gangschaltung von der Firma x oder der Firma y kaufen sollen.

Und manchmal kann man ja auch als Laie von deren Wissen profitieren und sich dann eine Gangschaltung zulegen, die einem das Treten in die Pedale zwar nicht abnimmt, aber doch zumindest erleichtert. Was gibt es nun also zu berichten von Google+?

Vorweg sei angemerkt, dass auf diesem Netzwerk, mit dem Google gegen Facebook antritt, jeden Tag etwas Neues passiert und es sich hier nur um eine Momentaufnahme handeln kann. Mit dieser quasi Entschuldigung fange ich gleich mit den negativen Punkten an. Da gibt es „Sparks“, eine von Google selbständig generierte Sammlung von Links zu einem von mir bestimmten Thema. Naheliegend, dass ich es mit dem Begriff Kulturmanagement versucht habe und eine Enttäuschung erleben musste. Lediglich ein Link wird mir von Google vorgeschlagen und den kenne ich schon, er führt zu meinem eigenen Blog.

Gut, Inhalte zu bestimmten Themen zu finden, dafür brauche ich nicht unbedingt Google+. Was aber wirklich ins Gewicht fällt ist das Fehlen von RSS und Tags. Die Postings der in das eigene Netzwerk eingebundenen UserInnen verschwinden also ähnlich schnell wie bei Facebook und Twitter im virtuellen Nirvana. Hier ist aber damit zu rechnen, dass Google bald Abhilfe schafft, insofern möchte ich darauf jetzt nicht groß herumreiten.

Gut gefällt mir das, was Google als Hangout bezeichnet. Dahinter versteckt sich die Möglichkeit, sich mit zehn Leuten zu einem Videochat zusammen zu tun. Worüber man sich dort unterhält, bleibt einem natürlich selbst überlassen, falls es aber langweilig werden sollte, lassen sich per Mausklick YouTube-Videos öffnen und gemeinsam anschauen bzw. -hören. Im Unterschied zu Skype, wo dann alle mit mir vernetzten UserInnen sehen, dass ich gerade anwesend bin, kann ich hier den Personenkreis einschränken.

Das geschieht über die sogenannten Circles, die wahrscheinlich interessanteste Neuerung, die Google+ zu bieten hat. Das nachfolgende Video erklärt das Prinzip:

Kurz gesagt, man kann UserInnen, die für einen interessant sind, in verschiedene Kreise verschieben, eine sehr einfache und gut funktionierende Lösung, die an die „Aspekte“ in Diaspora erinnert. Ist so jemand in einem meiner Kreise, kann ich ab sofort seine Postings lesen. Ähnlich wie bei Twitter brauche ich dafür kein Okay, d.h. die Sache ist schnell erledigt. Ob die oder der Andere dann auch mich in einen Circle schiebt und so meine Postings lesen kann, bleibt ihr bzw. ihm überlassen.

Die Herausforderung besteht nun darin, das passende System für die eigenen Circles zu finden, denn auch auf Google+ habe ich das Problem, dass zuviel Content auf zu wenig Zeit stößt und ich mir überlegen muss, wie ich damit umgehe. Ob Sie nun themenorientierte Kreise anlegen oder zwischen Influencer und Fußvolk unterscheiden, liegt in Ihrer Hand. Eigentlich kennen Sie dieses Prinzip schon von den Listen auf Facebook, aber da das Anlegen solcher Listen dort nicht so ganz einfach war, haben die wenigsten solche Listen erstellt. Das hat Google eindeutig besser gelöst und so werden derzeit fleißig Circles erstellt und erprobt.

Was heißt das für Kultureinrichtungen? Im Augenblick noch gar nichts, denn es gibt derzeit auf Google+ noch keine Unternehmensseiten, wie wir sie von Facebook kennen. Und die Zahl der Kontakte bei den persönlichen Profilen scheint auf 5.000 beschränkt zu sein. Diese Erfahrung hat heute zumindest Werner Lippert vom NRW-Forum gemacht.

Ob und in welcher Form sich der Ein- oder Umstieg auf Google+ lohnt, lässt sich daher noch überhaupt nicht abschätzen. Fakt ist, die Usability ist, von Kinderkrankheiten abgesehen, sehr gut, die Seite sieht schick aus (Sie können das in meinem Profil sehen) und so spricht einiges dafür, dass sich Google+ etablieren wird. Das kann dazu führen, dass der Traffic auf Facebook nachlässt und Sie dort nicht mehr so viele UserInnen erreichen wie noch vor wenigen Tagen. Offen bleibt die Frage, wohin sich dieses Netzwerk entwickelt. Werden auf Google+ anderen Themen abgehandelt als auf Facebook oder Twitter? Derzeit sieht es nicht danach aus. Ich kenne einige UserInnen, die ihre Beiträge gleichmäßig auf Facebook, Twitter und Google+ verteilen. Über den Sinn und Zweck lässt sich streiten, zu vermuten ist aber, dass Google mit seinem Netzwerk eine weitere Anlaufstelle für viele UserInnen geschaffen hat. Neben Twitter und Facebook müssen Sie unter Umständen in Kürze auch auf Google+ achten und dort für Ihre Aktivitäten werben Gespräche führen. Das gilt vor allem für diejenigen, die bis jetzt ausschließlich auf Facebook gesetzt haben. Die Zeit, in der Facebook gleichzusetzen war mit Social Media, ist, so denke ich, seit ein paar Tagen endgültig vorbei (angemerkt sei, dass ich noch nie ein Befürworter dieses Ansatzes war), das Netzwerk wird an Bedeutung verlieren.

Wenn Sie nur über begrenzte (Zeit)-Ressourcen verfügen, dann müssen Sie vermutlich in Kürze Entscheidungen treffen, um sich nicht zwischen den verschiedenen Netzwerken und Plattformen zu verlieren. Was tun? Mein Rat wird Sie vielleicht überraschen, aber ich denke, spätestens jetzt sollten Sie auf ein Blog setzen und Netzwerke wie Facebook und Google+ als Zubringer dorthin verstehen. Natürlich werden Sie weiterhin auf Facebook, Twitter und/oder Google+ kommunizieren. Aber es sollte irgendwo eine Anlaufstelle geben, auf der Sie nicht ständig lesen müssen, was Sie nicht tun dürfen, sondern die Freiheit haben, das zu tun, was Ihnen wichtig ist. Sie müssen sich nicht, so Ihnen die Ressourcen fehlen, zu SpezialistInnen  für Facebook oder Google+ entwickeln, sondern sich vor allem darum kümmern, Ihre Ziele zu erreichen. Die Frage, welche Gangschaltung die richtige ist, werden Sie sich erst dann stellen, wenn Sie Ihre Ziele höher stecken. Dafür bedarf es dann aber auch der entsprechenden Ressourcen. ;-)

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Die eigene Website und Social Media wachsen (langsam) zusammen

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Manchmal werfe ich einen Blick zurück und lese mir Blogposts durch, die ich vor zwei, drei Jahren geschrieben habe. Interessant wird es vor allem dann, wenn man irgendwelche Prognosen von damals den aktuellen Entwicklungen gegenüberstellen kann. So habe ich beispielsweise vor etwas mehr als drei Jahren gemeint, die klassische Firmenwebsite hätte ausgedient und mich dabei auf Jeremiah Owyang bezogen, der von irrelevanten Corporate Websites sprach. Damals, im Mai 2007, schrieb er über die Zukunft der Firmenwebsite:

„The corporate website of the future will be a credible source of opinion and fact, authored by both the corporation and community. The result? A true first-stop community resource where information flows for better products and services.“

Owyang lag damit gar nicht so falsch, die klassische Website mit Informationen über das Unternehmen und den damit verbundenen Lobhuddeleien verliert an Bedeutung, weshalb sich viele immer mehr auf die sozialen Netzwerke konzentrieren, um dort den Kontakt zu den jeweiligen Zielgruppen herstellen zu können.

Wer aus den Entwicklungen der letzten Jahre gelernt und daraus entsprechende Konsequenzen in der Kommunikation mit den (potenziellen) Kunden gezogen hat, für den hat Jeremiah Owyang nun folgende Botschaft parat:

In seiner Präsentation prognostiziert Owyang das Zusammenwachsen der eigenen Website mit den Social Networks, am Ende steht dann etwas, was er als „social corporate website“ bezeichnet. Dorthin gelangt man über acht Entwicklungsstufen, die Owyangs Ansicht zufolge so aussehen:

  • „No social integration
  • Link away with no strategy
  • Link away but encourage sharing
  • Brand integrated in social channels
  • Aggregate discussion on site
  • Users stay on site with social log-in
  • Social log-in triggers sharing
  • Seamless integration“

Unternehmen, und natürlich auch Kultureinrichtungen, die sich auf der ersten Stufe bewegen, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Ihre Website bezeichnet Owyang auch heute noch als irrelevant (wobei wir hier nicht von denen sprechen, die im Social Web gar nicht aktiv sind).

Welche Wegstrecke haben Kultureinrichtungen hier bereits zurückgelegt? Auf der Grundlage des von der PR-Agentur conosco erstellten Twitter- und Facebook-Rankings deutschsprachiger Museen (Stand September 2010) habe ich mir die Homepages der Top Ten bei Facebook angesehen und herausgefunden: drei Museen befinden sich noch auf Stufe eins (kein Hinweis auf Social Media-Aktivitäten auf der Startseite), sechs Museen auf Stufe zwei (Icons weisen auf die Aktivitäten hin) und einzig die Schirn-Kunsthalle verwendet auf ihrer Homepage ein Facebook Social Plugin, mit dem man direkt auf der Seite ein Facebook-Fan des Museums werden kann.

Nachdem das aber die „Social Media-Elite“ im deutschsprachigen Museumsbereich ist, gehe ich davon aus, dass das Ergebnis nicht als repräsentativ anzusehen ist und die Realität noch etwas anderstrüber aussieht. Das ist nicht weiter tragisch, denn vor drei Jahren brauchte es noch gar kein Ranking, weil man schon glücklich war, wenn eine Kultureinrichtung überhaupt irgendwo aktiv war.

Aber wenn sich heute Experten wie Jeremiah Owyang Gedanken über die Entwicklungsstufen sieben und acht machen, dann können wir davon ausgehen, dass wir uns in etwa zwei bis drei Jahren damit beschäftigen werden. Einen ersten Blick in die Zukunft können Sie heute schon werfen, wenn Sie sich die Folien von Jeremiah Owyang anschauen (und sich erste Gedanken darüber machen, wie Ihre nächsten Schritte aussehen werden). Und ich bin schon heute gespannt, wie mein Blogbeitrag in drei Jahren aussehen wird. ;-)

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Lehnen Sie Kontaktanfragen ab?

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© S. Hofschlaeger; Pixelio

Wenn ich mir überlege, wer sich in den letzten 24 Stunden alles dazu entschlossen hat, mir auf Twitter zu folgen, dann erscheint mir Dieter Rappolds Beitrag auf Sierralog sehr aktuell zu sein. „Kontakte in Social Networks ablehnen“ ist der Beitrag überschrieben, in dem Rappold den folgenden Standpunkt vertritt:

„Wer den Nutzen und die Freude an Social Networks nicht verlieren möchte, der muß unsinnige Kontaktanfragen auch ablehnen können.“

Und da es manchmal unangenehm sei, jemanden als Kontakt abzulehnen, hat Dieter Rappold gleich noch eine Musterabsage entworfen, die er mit seinen Bloglesern teilt.

In diesem Textbaustein geht es um Xing, aber natürlich lässt er sich auf jedes Netzwerk übertragen. Seine Kriterien, um eine Kontaktanfrage anzunehmen, sind das persönliche Kennenlernen und/oder eine geschäftliche Verbindung.

Ich kann das verstehen, obwohl ich die Sache etwas anders sehe. Im Grunde geht es darum, dass man sich entweder für Qualität oder Quantität entscheiden muss (siehe dazu auch meinen Beitrag „Wenn einem das Netzwerk über den Kopf zu wachsen droht„). Und um die Art der Beziehungen, die man anstrebt. Bei kurzfristigen Beziehungen, etwa wenn ich eine Veranstaltung plane, wird es mir um eine möglichst große Zahl an Kontakten gehen. Jeden persönlich kennen zu lernen, ist aus Zeitgründen einfach nicht möglich. Habe ich eine langfristig ausgerichtete Strategie, bin ich unter Umständen wählerisch bei meinen Kontakten.

Aber selbst unter dieser Annahme lehne ich Kontaktanfragen nur dann ab, wenn ich erkennen kann, dass es sich um reine Werbe- oder Marketingverbindungen handelt. Twitter ist da im Augenblick etwas nervig, weil ich weder Online-Dates suche noch an neuen Autos interessiert bin. Aber in diesem Fall brauche ich keine Absage schicken, ich blocke solche Follower ab.

Über alle anderen Anfragen freue ich mich, denn ich betrachte solche Anfragen als Ausgangspunkt für ein persönliches Kennenlernen bzw. eine spätere geschäftliche Zusammenarbeit. Das heißt, ich sehe die Sache genau umgekehrt, was aber vielleicht auch damit zu tun hat, dass das Thema Social Networks bzw. Social Media im Kunst- und Kulturbereich noch nicht die entsprechende Verbreitung gefunden hat. Ich freue mich eher darüber, wenn ich Museen, Theater oder KünstlerInnen entdecke (oder sie mich entdecken) und mitverfolgen kann, wie sie die Sache angehen, welche Ideen sie haben.

Wie gehen Sie in dieser Hinsicht vor? Kommt bei Ihnen das persönliche Kennenlernen vor der virtuellen Vernetzung oder ist der Klick auf den Kontakt-Button der Ausgangspunkt für das eventuelle Kennenlernen im Real Life?

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Tipps für Ihr Xing-Profil

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Wer sich im Kunst- und Kulturbereich vernetzen möchte, kommt – zumindest im deutschsprachigen Raum – um Xing nicht herum. Wer dieses Social Network nutzen will, sollte bestimmte Regeln einhalten. Welche das sind, erfährt man entweder in einem der zahlreichen Ratgeber (Amazon listet immerhin 67 Ergebnisse auf) oder in den vielen Blogposts zu diesem Thema. Zum Beispiel bei Jochen Mai in seiner Karrierebibel. „10 Tipps für das perfekte Xing-Profil“ verspricht er in der Überschrift, schwächt diese Aussage aber gleich im ersten Absatz wieder etwas ab, denn ein perfektes Profil gebe es wohl nicht, so seine Feststellung.

Gut sind die Tipps aber trotzdem, bieten Sie doch eine sehr praxixnahe Anleitung, worauf man bei der Erstellung seines Profils achten sollte. Besonders hilfreich war für mich der Hinweis, dass die Informationen im Eingabefeld <ich biete> bei Google auftauchen, wenn man dort nach Vorname, Nachname und Xing sucht. Wenn ich beispielsweise nach <Christian Henner-Fehr Xing> suche, führt das zu folgendem Ergebnis:

Das wusste ich noch nicht, aber man lernt ja nie aus. :-)

Nicht ganz einverstanden bin ich mit Punkt 6, in dem Mai uns dazu auffordert, auf die Qualität der Kontakte zu achten,

„(d)enn dessen Image färbt zwangsläufig auch auf Ihres ab.“

Qualität kann in diesem Zusammenhang vielerlei bedeuten. Ob ich mich wirklich mit den Entscheidungsträgern vernetzen muss, kann ich nicht wirklich beantworten. Für mich ist das kein Kriterium, wobei ich aber nicht leugnen will, dass man mit einer prominenten Kontaktliste Eindruck machen kann.

Und dann ist da noch der Hinweis auf die Bedeutung der <Über mich>-Seite. Mai schreibt, dass es wichtig sei, hier was stehen zu haben. So ähnlich habe ich das auch in einem Beitrag über das Kontaktmanagement auf Xing formuliert. Nur: mein Xing-Profil wurde bis jetzt 4.498 mal aufgerufen, die <Über mich>-Seite ganze 19 mal. Zugegeben, ich hatte sie nicht von Anfang an ausgefüllt und freigeschaltet. Aber so groß ist das Interesse nicht, im Unterschied zum Blog, wo diese Seite mit die höchsten Zugriffszahlen hat. So ganz leuchtet mir das daher nicht ein. Vielleicht ist es ja so fad geschrieben. :-( Obwohl, das kann man ja erst feststellen, wenn man die Seite angeklickt hat.

via PR-Doktor

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Wenn einem das Netzwerk über den Kopf zu wachsen droht

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© S. Hofschlaeger; Pixelio

Als ich vor mehr als zwei Jahren dieses Blog hier begann, gab es anfangs nur wenige LeserInnen, die den Weg hierher fanden. Und es waren noch weniger, die sich in Form von Kommentaren oder Emails rührten und mir Rückmeldung gaben. Aber mit denen, die sich – egal auf welchem Weg – meldeten, war es ein spannender und teilweise intensiver Dialog.

Ähnlich ging es mir mit Twitter. Am Anfang kannte ich alle, die mir folgten und denen ich folgte. Ich wusste  von vielen, was sie machen, in welchen Projekten sie arbeiten oder welche Konferenz sie gerade besuchen.

Heute sieht die Sache etwas anders aus und wie es der Zufall so will, bin ich auf einen Beitrag von Corvida (sehr lesenswertes Blog!) gestoßen, den sie vor einem halben Jahr bei Chris Brogan veröffentlicht hat. Der Titel „Decreasing Connections While Increasing Our Networks“ bringt die Sache auf den Punkt. Bei ihr klingt der Rückblick auf die Twitter-Anfänge ähnlich:

„I was able to connect, refer, analyze, and reflect on what I was getting from my followers. Things just aren’t the same anymore.“

Und heute?

„Now, I couldn’t tell you who half of my followers are. I really don’t know who I’m following and who I’m not following.“

Ich denke, es geht vielen so. Je größer das Netzwerk wird, desto oberflächlicher werden die Beziehungen. Das sich da etwas verändert hat, ist mir vor ein paar Tagen auf Facebook klar geworden. Ich wollte jemanden, von dem ich etwas Interessantes gelesen hatte, als Freund adden. Zurück kam die Frage: „Kennen wir uns persönlich?“ Unter Umständen hätte ich mich das vor zwei Jahren auch gefragt, die Frage ist ja auch berechtigt.

Da ist es vielleicht ganz sinnvoll, kurz einen Schritt zurückzumachen und sich zu überlegen, was eigentlich passiert in unseren verschiedenen Social Networks? Hilfreich ist da das Blogpost von Whitney Hoffman, in dem sie von den sieben Regeln der Social Networks und von „Quality versus Quantity“ spricht. Auch sie stellt fest, dass unter der zunehmenden Größe des Netzwerks die Qualität der Beziehungen leidet. Aber sie versucht Gründe zu finden und hat sich Gedanken darüber gemacht, wie diese Netzwerke eigentlich funktionieren? Gefunden hat sie sieben wichtige Aspekte:

  1. „Social Networks online have their own culture.
  2. Social Networks and their ‚feel‘ depend heavily on those who participate.
  3. There’s a Physical Limit on the number of people we can ‚know‘ versus ‚know of‘.
  4. There’s no easy way to ‚classify‘ your degree of friendship online.
  5. As the Quantity of Your Contacts Increases, the Quality of the Relationships Decrease.
  6. The numbers alone make the community and neighborhoods on social networks different.
  7. Automation of Cross Posts Helps, but also Limits Intimacy.“

Heraus kommt die Feststellung, dass es uns das Internet erlaubt, innerhalb kürzester Zeit ein Vielzahl von Kontakten zu knüpfen. Gespräche aber brauchen mehr Zeit und einen anderen Rahmen, um ihren wahren Wert entfalten zu können.

Hoffmans Schlussfolgerung:

„So we have to choose our friends and networks.  We have to accept that our monkeybrains can only track so much data simultaneously before they shut down.  And we have to accept that as open source as the net is, sometimes we really do need gatekeepers and cliques and smaller circles to get stuff done.  And somehow, we’ll have to learn to accept that this is not some elitist stratification of people based on absurd notions of value or potential value, but the fact that our monkeybrains are not infinitely expandable, like Google.“

Das heißt, es geht ganz zentral darum, was ich mir eigentlich von meiner Präsens im Social Web erwarte? Nur einfach da zu sein, überfordert uns recht schnell, weil, wie Whitney Hoffman schreibt, unser Gehirn an seine Grenzen stößt, wenn wir uns in  Netzwerken bewegen, deren Größe eine bestimmte Zahl übersteigt (Hoffman verweist auf Expertenmeinungen, deren Zahlen zwischen 150 und 290 Personen liegen).

Louis Gray hat in seinem Blogpost „Fewer Followers Or More Meaningful Connections?“ noch eine ganz wichtige Unterscheidung getroffen, nämlich die zwischen „Short-Term Connections“ und „Long-Term Connections“. Geht es einem um ersteres, dann seien schnell wachsende Netzwerke kein Problem. Schwierig werde es, wenn einem die langfristigen Beziehungen wichtig seien, so Gray.

Sein Ratschlag:

„Think about what type of connection you want to make with the majority of your readers. (…) it’s important that you establish what type of connection you’d like to make and apply the strategies you have for that type of connection with the majority of your audience.“

Dieses Wissen erleichtere einem, so Gray, das Handling der Social Networks, die ja im Endeffekt bei uns allen tagtäglich größer werden. Aber auch diese Unterscheidung ist nicht immer so leicht, oder? Wie gehen Sie mit der zunehmenden Größe Ihrer Netzwerke um? Ergreifen Sie bewusst Maßnahmen, und wenn ja, welche? Oder lassen Sie den Dingen ihren Lauf?

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Wie ich Xing nutze; ein Interview auf telemat.de

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Vor einiger Zeit hat mir der Journalist, Manager und Trainer Jürgen Alexander Christ ein paar Fragen zu Xing gestellt. Was erwarte ich mir von diesem Business-Netzwerk und wie sieht es eigentlich mit Aufträgen aus? Während ich auf Urlaub war, hat Christ das Interview auf seinem Blog Telemat.de veröffentlicht.

Ich bedanke mich bei Jürgen Alexander Christ für die interessanten Fragen. Xing ist in meinen Augen ein sehr faszinierendes und gleichzeitig nützliches Tool für das – meist – berufliche Networking.

Wenn Sie das Interview nachlesen wollen, können Sie das hier tun. Eine kleine Anmerkung: der Doktortitel, mit dem ich bedacht worden bin, steht mir nicht zu. :-)

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Soziale Netzwerke als Gradmesser für die Transformation unserer Gesellschaft

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DE:BUG ist der Titel einer Zeitschrift, die sich mit elektronischen Lebensaspekten beschäftigt. Via MindSharing | get together bin ich nicht nur auf dieses Magazin gestoßen, sondern auch auf einen Artikel über Soziale Netzwerke.

Mercedes Bunz stellt sich darin die Frage, ob diese Netzwerke Fluch oder Segen für uns bedeuten. Sie merkt an, dass die Grenzen zwischen privat und öffentlich nicht zu ziehen sind und wir in Sozialen Netzwerken unsere „eigene private Öffentlichkeit aufmachen“.

„Hängengeblieben“ bin ich dann an der Feststellung, Soziale Netzwerke seien nicht nur einfach als eine neue Entwicklung im Internet zu verstehen, sondern seien als ein neues Paradigma unserer Gesellschaft zu lesen:

„Zentral auffällig ist da vor allem eins: Die Technik der Selbstdarstellung ist heute nicht mehr nur eine Angelegenheit des Künstlers, der damit früher einmal die eigenen Fähigkeiten ausstellte. Jeder mündige Bürger, nun gut, zumindest die jüngeren unter ihnen, sind heute zur Selbstdarstellung verpflichtet, einfach weil man gar nicht mehr daran vorbeikommt.“

Ist das der Grund, warum es KünstlerInnen heute so schwer haben, überhaupt wahrgenommen zu werden? Selbstdarstellung ist ja schon länger ein Thema. Die privaten Fernsehsender haben diese Entwicklung schon vor langer Zeit mit ihren diversen Fernsehshows aufgegriffen. Wenn wir uns das aktuelle Fernsehprogramm anschauen, dann funktioniert das öffentliche Zurschaustellen von Privatheit ja immer noch ganz gut. Sind Social Networks da nicht einfach die Übertragung dieses Prinzips in den virtuellen Raum? Die Frage ist nur: muss ich da mitmachen? Netzwerke sind ein Instrument und es liegt an den NutzerInnen, was sie damit anstellen. Mit einer Geige kann ich Menschen verzaubern, ich kann sie aber auch quälen.

Vielleicht ist es ein Fehler, dass sich der Kunst- und Kulturbereich am „schneller, höher, weiter“ beteiligt? Liegt die Einzigartigkeit der Kunst nicht wo ganz anders? Und ist es nicht die Aufgabe des Kulturmanagements, dafür neue Konzepte zu entwickeln? Damit sind wir wieder bei einem Thema, dass ich erst vor kurzem in einem Beitrag angesprochen habe.

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Lassen sich mit Hilfe von Blogeinträgen mehr CDs verkaufen?

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Wenn wir hier Tag für Tag oder auch nur Woche für Woche unsere Blogs und Websites füllen und uns in Social Networks tummeln, dann stellen wir uns wahrscheinlich irgendwann einmal die Frage, ob das überhaupt relevant ist, was wir da machen? Interessiert sich überhaupt wer für das, was da beispielsweise in Blogs veröffentlicht wird? Bewirken unsere Beiträge etwas?

Glaubt man einer von der New Yorker University veröffentlichten Studie, dann kann ich mich beruhigt zurücklehnen. Vorausgesetzt, ich schreibe über Musik, die als CD verkauft wird. Dann würden meine Beiträge nämlich dazu beitragen, die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben.

Vasant Dhar und Elaine Chan, die die Studie verfasst haben, kommen nämlich zu ein paar ganz interessanten Ergebnissen. Dieses hier sticht natürlich hervor:

“ When legitimate blog posts exceeded a threshold of 40 before an albums release, sales were three times the average“,

heißt es in der Presseaussendung. Untersucht wurden ingesamt 108 „Alben“, die zwischen Januar und März 07 als CD verkauft wurden. Alben, über die innerhalb eines Zeitraums von acht Wochen (vier Wochen vor und vier Wochen nach dem Erscheinen) in Blogposts berichtet wurde, konnten dabei überdurchschnittlich hohe Verkaufszahlen erzielen. Gleichzeitig stellten Dhar und Chan fest, dass sich zwar mit Hilfe von Kontakten auf MySpace die Verkaufszahlen ebenfalls steigern lassen, allerdings in geringerem Ausmaß.

Eigentlich müsste das heißen, dass die Musikindustrie zukünftig nur noch dafür sorgen muss, dass in möglichst vielen Blogs über die veröffentlichten Alben berichtet wird und schon stellt sich der Erfolg ein. Nun, ganz so einfach ist es nicht. Zu Recht wird auf Coolfer die Frage gestellt:

„Do blog posts create sales or reflect the attention an artist is getting at that point in time?“

Beides stimme wohl, beantwortet Glenn Peoples seine Frage gleich selbst, denn:

„Blogs certainly spur sales, but most of them — especially the ones that pick up on the topics of the more popular blogs — are merely a reflection of the online buzz and of the potential of the album.“

Seine Schlussfolgerung lautet:

„Bloggers carry a lot of weight. Blog buzz is a reflection of the anticipation for an album’s release, and increases in blog chatter lead to higher sales. Mainstream album reviews are almost as strong a predictor but not quite, and MySpace friends are far less a predictor of future sales.“

Für mich heißt das: Wer nur auf Blogs setzt, wird aus seiner Produktion nicht automatisch einen Verkaufsschlager machen. Erst wenn ein Album eine gewisse Aufmerksamkeit erregt hat, lässt sich der Effekt durch Social Networks wie (in diesem Fall) MySpace und durch Blogposts verstärken.

Auffällig ist, dass diese Studie in den USA zwar in einigen Blogs besprochen worden ist, im deutschsprachigen Raum aber noch nicht entdeckt worden ist. Zumindest habe ich noch keine Reaktionen entdecken können. Aber ohne Blogs kann man mit den Ergebnissen auch nicht so arg viel anfangen. Zwei Alternativen bieten sich an: entweder mit dem Bloggen beginnen oder die Studie ignorieren. Wer sie trotzdem lesen will, findet sie hier zum Download.