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Die überschätzten Influencer

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Vor einiger Zeit ging es in einem meiner Blogposts um die Frage, auf welche Weise Kultureinrichtungen von Tweetups profitieren können? In den Kommentaren tauchte die Frage auf, wie nachhaltig solche Veranstaltungen sind, denn bis jetzt handelt es sich ja immer um ein einmaliges Angebot, das außerdem in der Regel extern organisiert wird. Eine Antwort darauf hatte ich nicht, weshalb mich die Frage weiter beschäftigt hat.

Eine Grafik hat mich nun ein Stück weiter gebracht. Gefunden habe ich sie auf dem Blog der Agentur Zuberance in dem von Cara Fuggetta verfassten Beitrag „Influencers vs. Brand Advocates & why Influencer Outreach is overrated„. Die Grafik versucht, die Unterschiede zwischen Influencern und Brand Advocates herauszuarbeiten und liefert ganz interessante Ergebnisse:

Mal abgesehen davon, dass Forrester herausgefunden haben will, dass das Vertrauen der KonsumentInnen in die Influencer nur bei 18 Prozent liegt, während eine andere Befragung ergeben hat, dass 92 Prozent den Brand Advocates trauen, sind die Ergebnisse schon spannend und führen zu ganz interessanten Rückschlüssen (über die anderen Resultate kann man natürlich auch diskutieren.).

„Influencers have their own agenda“

Aber worin unterscheidet sich eigentlich der Influencer vom Brand Advocate? Jan Pötzscher hat in seinem Blogpost „Influencer vs. Brand Advocate“ die Unterschiede sehr schön herausgearbeitet. Der Influencer habe, so schreibt Pötzscher, einen großen Zuhörerkreis und „produziert sich auch gern“. Als Experte anerkannt erreichen seine Botschaften dank seines Netzwerks schnell eine große Zahl an Menschen. Aber er muss kein Fan der Marke oder gar loyal sein:

„Die Nachrichten, die er weiterträgt, müssen es in seinen Augen wert sein, erzählt zu werden. Dabei spielt die eigene Reputation eine große und wichtige Rolle, denn ein Influencer wird niemals Dinge weitererzählen, die er selbst nicht für gut befindet.“

Nützt ihm eine Nachricht, sorgt er dafür, dass sie schnell über seine Kanäle verbreitet wird. Allerdings war es das dann auch schon, der Influencer hat sein Ziel erreicht.

„Brand Advocates are a sustainable marketing force“

Der Brand Advocate hingegen ist „ein überzeugter Fan und loyaler Kunde der Marke“, fährt Pötzscher fort. Er verfügt aber in der Regel über ein wesentlich kleineres Netzwerk als der Influencer und empfiehlt ein Produkt aus reiner Überzeugung. Wie schreibt Pötzscher so schön:

„Ihn zu verlieren bedeutet den Super-Gau, ihn zu gewinnen einen absoluten Glücksgriff. Denn seine Überzeugung muss man nicht erkaufen, sie ist bereits vorhanden und authentisch.“

Daraus ergeben sich einige Konsequenzen für die Tweetups, aber natürlich auch andere Aktivitäten von Kultureinrichtungen:

  1. Zum Auftakt ist es wichtig, die Influencer anzusprechen und für die jeweilige Aktivität zu gewinnen. Sie sind es, die für die notwendige Streuung und Verbreitung der Informationen sorgen.
  2. Gleichzeitig müssen aber auch die Brand Advocates identifiziert und angesprochen werden, denn sie sind es, die mittel- und langfristig für den Erfolg des jeweiligen Formates sorgen. Der Influencer wird das Format nur einmal empfehlen, danach bringt ihm die Empfehlung nicht mehr viel.
  3. Ob Tweetup oder ein anderes Format: Soll die Wirkung nicht verpuffen und das Potenzial der Brand Advocates ausgenutzt werden, muss es das Angebot mehr als einmal geben. Erst dadurch entfalten die Brand Advocates ihre Wirkung, da sie in der Regel nicht über so große Netzwerke wie die Influencer verfügen.

Tools wie Klout oder Peer Index haben daher nur einen begrenzten Wert, die Brand Advocates lassen sich auf diese Weise nicht finden. Brand Advocates, das sind die BetreiberInnen der vielen, oftmals kleinen Blogs, die sich mit Kunst und Kultur beschäftigen. Oft werden sie von den Kultureinrichtungen nur belächelt beziehungsweise gar nicht wahrgenommen. Diese Haltung ist falsch, denn sie haben im Hinblick auf den nachhaltigen Erfolg eine viel größere Bedeutung als wir alle glauben.

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Twitter: Das Potenzial ist riesengroß

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Am Freitag durfte ich mein erstes Tweetup in München erleben und war restlos begeistert. Die Veranstaltung im dortigen Jüdischen Museum war perfekt organisiert, ein im ganzen Haus verfügbares WLAN sorgte dafür, dass die TeilnehmerInnen ohne Probleme twittern konnten (vor allem ich mit einer ausländischen SIM-Karte) und wenn man sich dann noch für die Ausstellung selbst interessierte, konnte schon nichts mehr schiefgehen. An dieser Stelle noch einmal danke an alle, die diese Veranstaltung, von der auch meine Fotos zu diesem Beitrag stammen, ermöglicht haben.

Tweetup = Meetup + Twitter

Twitter? In Gesprächen ernte ich oft fragende Blicke und Kopfschütteln, wenn ich meine Gegenüber frage, ob sie dieses Tool nutzen. Während der Facebook-Einsatz schon fast selbstverständlich geworden ist, halten sich viele Kunst- und Kultureinrichtungen damit noch ziemlich zurück oder sind dort gar nicht aktiv. Das ist schade, denn es gibt jede Menge guter Ideen, die sich mit Hilfe der 140 Zeichen langen Tweets umsetzen lassen. Für mich ist nach wie vor #operaplot eines der schönsten Beispiele der letzten Jahre, schließlich muss es einem erst einmal gelingen, so viele Menschen dazu zu bringen, ihre Lieblingsoper in 140 Zeichen zu erzählen.

Groß im Kommen sind derzeit aber vor allem die Tweetups, „Von einer Hochkulturerfahrung im digitalen Zeitalter“ ist in einem Artikel der FAZ die Rede, wobei dieses Format, das das Social Web wieder ein Stück weiter in unser tägliches Leben integriert, nicht unbedingt neu ist. Schon vor vier Jahren hat Geoff Livingston in einem Blogpost die Tweetups als eine Chance für die lokale Twitter-Community gesehen, sich auch mal von Angesicht zu Angesicht treffen zu können.

Und das passiert nun immer öfter. Ob Tweetup in München, KultUp in Frankfurt oder seit kurzem auch MuseUp in Berlin, das Format boomt und  so werden wir solche Angebote vermutlich bald auch in anderen Städten erleben. Entscheidend für den Erfolg ist in meinen Augen, dass diese Angebote von ExpertInnen ausgehen, die sich sehr erfolgreich an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und Social Media bewegen und über ein dementsprechend großes Netzwerk verfügen. Natürlich ist es für eine Kultureinrichtung kein Problem, für 20 bis 70 BesucherInnen eine einstündige Führung zu organisieren und für Wein und Mineralwasser zu sorgen. Aber wie macht man auf eine solche Veranstaltung aufmerksam und wie werden sie dokumentiert? Die InitiatorInnen der oben genannten Eventreihen haben sich was dabei gedacht, die Veranstaltungen mit Blogs zu begleiten, schließlich sind die Tweets schnell mal verschwunden, die Blogbeiträge findet man auch noch nach Jahren in den Suchmaschinen.

Twitter Favoriten, ein unterschätztes Feature

Aber es muss ja nicht gleich eine solche Veranstaltung sein, Twitter selbst bietet eine Menge sinnvoller Anwendungsmöglichkeiten. „Put Twitter’s Most Underrated Feature to Good Use“ hat Nancy Messieh ihren gestrigen Blogbeitrag überschrieben und beschäftigt sich darin mit der Möglichkeit, einzelne Tweets zu favorisieren.

Die meisten von uns nutzen diese Funktion wohl dazu, um besonders wichtige oder interessante Tweets hervorzuheben. Wer dieses Feature häufiger nutzt, weiß, dass es mit steigender Zahl an Favoriten immer schwerer wird, den Überblick über all die Tweets zu behalten. Mit kippt lassen sich alle favorisierten Tweets über eine App automatisch bookmarken, schreibt Messieh und weist darauf hin, dass sich diese Tweets auf diese Weise nicht nur archivieren, sondern auch weiter teilen lassen.

Als „Curated Content“ lassen sich die Favoriten mit Hilfe des RSS-Feeds an verschiedenen Stellen im Social Web nutzen, zum Beispiel mit Hilfe eines Widgets, das in das eigene Blog eingebaut wird. Aber damit nicht genug: „You can use a service like RSS Graffiti or Buffer, to automatically share your Twitter favorites with your Facebook or LinkedIn friends“, schreibt sie weiter und weist darauf hin, dass sich dieser Feed mit Hilfe von WiseStamp sogar automatisiert in die Email-Signatur einbauen lässt. Wer nicht weiß, wie man an diesen Feed rankommt, um ihn nutzen können, findet in ihrem Blogbeitrag des Rätsels Lösung.

Und noch einen nicht ganz unwichtigen Anwendungsbereich erwähnt sie: „If you’re using Twitter as a marketing tool, you can use your Twitter favorites to save positive feedback you receive from other Twitter users.“ Wie so etwas funktioniert, zeigt sie am Beispiel von Starbuck, aber die favorisierten Tweets lassen sich natürlich auch weiterverwenden und zum Beispiel auf einer eigenen Seite sammeln und über den Feed natürlich auch auf anderen Seiten teilen. Und wie nutzen Sie die Favoriten?

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Treffpunkt KulturManagement: KultUp, ein Twitterevent verbindet online- und offline-Welt

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Viele Kunst- und Kultureinrichtungen sind mit Twitter noch nicht wirklich warm geworden. Sehr häufig bekomme ich noch die Frage gestellt, welchen Nutzen dieser Microblogging-Dienst, der vor kurzem die Grenze von 500 Mio. UserInnen überschritten hat, denn habe? Für mich persönlich ist es eine wichtige Informationsquelle, aber auch eine Möglichkeit, um mich mit anderen auszutauschen oder einfach nur zu unterhalten. Natürlich gibt es darüber hinaus noch jede Menge anderer Möglichkeiten, zum Beispiel lassen sich so auch Konferenzen verfolgen, an denen man gar nicht direkt teilnimmt. Oder denken Sie an die schöne Aktion #Operaplot, bei der es darum geht, den Inhalt einer Oper in 140 Zeichen zu fassen.

Aber wie das so ist, viele Kultureinrichtungen haben trotzdem ihre Zweifel, keine Ideen oder vielleicht auch einfach keine Kapazitäten und lassen es deshalb bleiben. Anregungen gibt es immer wieder, zum Beispiel in Form der Tweetups, die im letzten Jahr von den Kulturkonsorten in München initiiert wurden.

Einen Schritt weiter gehen Ulrike Schmid und Tanja Neumann, die seit März im Frankfurter Raum sogenannte KultUps organisieren. Mit ihrem Ansatz versuchen sie, nachhaltiger zu agieren und eine Sichtbarkeit zu schaffen, die über das Twitterevent hinaus geht. Dass diese Idee gut ankommt, zeige das steigende Interesse   von Kultureinrichtungen an diesem Angebot, so Ulrike Schmid, die sich als PR-Expertin schon seit vielen Jahren mit dem Potenzial von Social Media für den Kunst- und Kulturbereich beschäftigt.

Vermutlich sind es solche Ideen, die Kultureinrichtungen die Angst vor dem Social Web nehmen und sie dazu motivieren, auch eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Tanja Neumann, freie Social Media-Beraterin im Museumsbereich, beschäftigt sich in ihrer Dissertation aktuell mit der Frage, wie die deutschen Museen Social Media nutzen und man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass da noch Luft nach oben ist.

Beide werden am kommenden Mittwoch das Konzept der KultUps vorstellen und gleichzeitig über ihre Erfahrungen der ersten drei Veranstaltungen berichten. Nach welchen Kriterien suchen sich Ulrike Schmid und Tanja Neumann die Kultureinrichtungen aus und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein solches Event auch ein Erfolg wird? Wenn Sie der Meinung sind, dass das Format der KultUps etwas für Sie ist, dann lade ich Sie ganz herzlich zu unserem nächsten Treffpunkt KulturManagement ein, der am kommenden Mittwoch, den 8. August von 9 bis 10 Uhr online stattfindet.

Über den Treffpunkt KulturManagement

Der Treffpunkt KulturManagement ist ein gemeinsames Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist kostenlos, die Installation einer Software nicht notwendig. Es ist zwar kein Nachteil, wenn Sie über eine Webcam und ein Headset verfügen, aber da die Adobe Connect-Plattform, die wir für diese Veranstaltung nutzen, über einen gut funktionierenden Chat verfügt, reicht es, am Mittwoch, den 8. August, einfach diesen Link anzuklicken und dabei zu sein.

Wenn Sie sich über die bisherigen Veranstaltungen informieren wollen, können Sie das in unserem Treffpunkt KulturManagement-Wiki tun, dort finden Sie die Aufzeichnungen der bisherigen Online-Veranstaltungen. Der Treffpunkt KulturManagement ist darüber hinaus auch auf Facebook vertreten und wenn Sie schon vorab wissen wollen, wer alles dabei sein wird, dann können Sie im bereits angelegten Event nachsehen und sich auch gleich selbst dort registrieren.

Hier noch einmal die wichtigsten Infos:

Treffpunkt KulturManagement
Termin: 08.08.2012 von 09:00 bis 10:00
Thema: KultUp – Tweetup your cultural life!
Gast: Ulrike Schmid & Tanja Neumann

Zugang: http://proj.emea.acrobat.com/treffpunktkulturmanagement

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Twitter: Worin liegt der Mehrwert für den Kunst- und Kulturbereich?

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Wenn wir vom Thema Social Media sprechen, dann meinen wir damit meist Facebook, Twitter, Foto, Video und Blogs. Alle anderen Tools und Plattformen tauchen eher selten auf, aus welchen Gründen auch immer. In Gesprächen mit Kunst- und Kultureinrichtungen stelle ich immer wieder fest, dass Facebook-Aktivitäten mittlerweile fast selbstverständlich geworden sind, während viele skeptisch sind, wenn es um das Thema Twitter geht. Was bringt mir das, wo doch klar ist, dass das Grundrauschen enorm laut ist und ein Tweet nach wenigen Stunden schon so weit in der Timeline nach unten gerutscht ist, dass ihn vermutlich niemand mehr wahrnimmt?

Axel Kopp hat da ganz klar Position bezogen. In seinem Blogpost „Echtzeit: Weniger Twitter, mehr Livestreams!“ fragt er sich, ob Twitter als Kanal zur Echtzeitkommunikation für den Kunst- und Kulturbereich einen Nutzen hat. Zwar versieht er die Überschrift „Twitter als Datenmüllhalde“ noch mit einem Fragezeichen, aber seine Haltung ist klar:

„Für alle, die an der Kunst interessiert sind, bieten (.) ‚Live Events‘ wie ‚Twittern im Museum‚ keinen Mehrwert.“

Statt live aus einem Konzert oder einer Theateraufführung zu twittern, erwartet sich Axel Kopp eine gepflegte Nachberichterstattung, zum Beispiel in Form eines Blogposts. Und wenn es schon live sein muss, dann bitte mit Hilfe eines Livestreams und vor allem deshalb, weil der Long Tail dafür sorgt, dass zumindest die Aufzeichnung irgendwann jemanden erreicht, der sich dafür interessiert. Aber Twitter, das ist für ihn nur Small Talk, wie er dann in einem seiner Kommentare schreibt, denn Informationen bezieht er aus seinen rund 70 RSS-Feeds.

Nun spricht nichts dagegen, dass jemand seine Informationen via RSS organisiert und auf Twitter verzichtet. Aber dass das nun für den gesamten Kunst- und Kulturbereich gelten muss, bezweifle ich dann doch, denn letzten Endes geht es doch um die Frage, welche Ziele ich überhaupt mit Twitter erreichen kann und welche ich erreichen will?

Axel Kopp bemängelt die Nachhaltigkeit von Twitter und betrachtet es als einen Kanal, auf dem nur Small Talk stattfindet. Ich sehe das gänzlich anders, denn Twitter bietet mir durchaus die Möglichkeit, mich mit anderen Twitterati zu unterhalten. Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Plattform, auf der unendlich viele Informationen zu finden, die ich allerdings finden muss. Dies geschieht aber nicht, indem ich 24 Stunden am Tag live auf Twitter bin und alle Tweets lese, die auf diese Weise über meinen Bildschirm laufen. Insofern habe ich nicht das Problem „langweiliger“ Tweets, wie Hagen Kohn in seinem Kommentar schreibt. Denn ob die Liveberichterstattung via Twitter langweilig oder spannend ist, das muss ich als UserIn selbst entscheiden. Und man kann davon ausgehen, dass das „Live-Twittern“ vor allem für die interessant ist, die aktiv dabei sind. Zumindest mir geht es so. Alles andere lese ich dann nach und entscheide, in welcher Ausführlichkeit ich verfolge, wer was twittert. Oder ich lese es gar nicht, weil es für mich nicht relevant genug ist.

Ich schreibe bewusst relevant und nicht langweilig, denn diese Unterscheidung ist wichtig, wenn man Twitter nutzt. Ich habe vor einiger Zeit über „Relevanz als Schlüsselbegriff in der digitalen Welt“ gebloggt und mich dabei auf den von Jeff Jarvis verwendeten Begriff der „unerwarteten Relevanz“ bezogen. Es gibt kein Tool im Social Web, mit dem ich leichter auf Inhalte stoße, die für mich von unerwarteter Relevanz sein können. Und genau darauf werde ich als Kultureinrichtung spekulieren, wenn ich Twitter nutze. #Operaplot ist nur deshalb so erfolgreich gewesen, weil die Möglichkeit des Retweet so vielen die Chance gegeben hat, davon zu erfahren (wobei vermutlich niemand auf der Suche nach einem Wettbewerb war, bei dem es darum ging, den Inhalt einer Oper in 140 Zeichen wiederzugeben). Und ähnlich ist es natürlich mit der Aktion „Twittern im Museum“ und anderen Aktionen. Für die einen ist es Small Talk, für die anderen ein plötzlicher und interessanter Einstieg in ein für sie unerwartet interessantes Thema.

Twitter ist aber nicht nur ein Tool, das Kommunikation in Echtzeit ermöglicht. Es ist etwas, was Mark Drapeau schon vor drei Jahren in seinem Blogpost „Twitter is Not a Conversational Platform“ als eine Art Wiki in Echtzeit bezeichnet hat (siehe dazu meinen Beitrag „Twitter: Wiki in Echtzeit?„). Für Drapeau funktioniert Twitter auf zwei Ebenen. Einerseits auf der Ebene der Gespräche, des Small Talks, wie Axel Kopp schreibt. Andererseits aber

„as a knowledge-sharing, co-creation platform that produces content and allows its consumption“.

Mark Drapeau vergleicht Twitter in dieser Hinsicht mit Wikipedia und weist darauf hin, dass die Inhalte in beiden Fällen von einer Minderheit der UserInnen zur Verfügung gestellt wird, während die große Mehrheit passiv bleibt und die Inhalte nur konsumiert.

Das heißt, die meisten stehen vor der Herausforderung, die für sie relevanten Inhalte zu finden, was nicht ganz so einfach ist. Aber dafür gibt es Tools (zum Beispiel Twilert), deren Einsatz aber voraussetzt, dass man sich überlegt, wonach man sucht.

Wenn Axel Kopp sich nur genervt über den Small Talk auf Twitter äußert und in Aktionen wie „Twittern im Museum“ keinen Mehrwert erkennen kann, dann mag das seine persönliche Meinung sein. Ich selbst schätze Twitter wesentlich höher ein als zum Beispiel eine Facebookseite. Vorausgesetzt ich weiß, wie Twitter funktioniert und was ich davon haben kann.

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So schnell werden Ihre Informationen wertlos

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© Jetti Kuhlemann ; Pixelio

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da erfuhr ich die Sportergebnisse des letzten Abends aus der Tageszeitung, die am nächsten Morgen um 6 Uhr vor der Türe lag. Irgendwann gab es dann den Teletext, der das Warten auf die nächste Zeitung überflüssig machte, denn man konnte jederzeit nachsehen, wie zum Beispiel ein Fussballspiel ausgegangen war.

Dann kam das Internet, gegen das fortan alle anderen Medien keine Chance hatten, wenn es um den Aktualitätsgrad von Informationen ging. Passiert heute irgendwo auf der Welt etwas, erfahren wir es online sofort und nicht irgendwann später. Aber die Gier nach aktuellen Informationen verursacht ein anderes Problem: wir interessieren uns nur noch ganz kurz für etwas, bevor die nächste Nachricht unsere Aufmerksamkeit erregt.

Hatte eine Tageszeitung in der Regel 24 Stunden, bis die nächste Ausgabe sie reif für den Altpapiercontainer machte, hält der Neuigkeitswert einer via Internet verbreiteten Nachricht bei weitem nicht mehr so lange an. Wie schnell Nachrichten bei Facebook und Twitter verschwinden, zeigt ein auf dem bit.ly-Blog veröffentlichter Beitrag, der sich mit der Frage beschäftigt, wie lange eigentlich die Aufmerksamkeit für einen dort geteilten Link anhält? Das Ergebnis ist ernüchternd, die Hälfte der Klicks, die ein Link schafft, erhält er innerhalb der ersten drei Stunden. Danach nimmt das Interesse stark ab, die Nachricht verschwindet in den unendlichen Weiten von Facebook und Twitter.

Ich hätte ja geglaubt, dass auf Facebook verbreitete Links etwas länger überleben als auf Twitter. Aber die Unterschiede sind marginal. Während bei Twitter die Hälfte der Klicks nach 2,8 Stunden erreicht wird, dauert es auf Facebook 3,2 Stunden. Wer also nur stur seine Nachrichten via Facebook und Twitter verbreitet und sonst nichts unternimmt, betreibt unter Umständen einen ziemlichen Aufwand und erzielt damit einen recht mickrigen Ertrag.

Was aber können wir tun, um das zu ändern? Das Ziel muss sein, das Verschwinden der Nachricht zu verhindern oder besser gesagt, hinauszuzögern. Nun könnte man natürlich einfach alle drei Stunden die Nachricht wiederholen, aber vermutlich ist diese Idee nicht besonders kundenfreundlich oder wollen Sie wirklich alle drei Stunden die alten Inhalte serviert bekommen? Handelt es sich um ein komplexes Thema, lassen sich die Informationen unter Umständen auf mehrere Postings oder Tweets aufteilen. Aber auch hier ist dann meist nach der zweiten oder dritten Ausgabe Schluss.

Fein ist man dran, wenn andere das wiederholte Posten der Nachricht übernehmen. Ob auf Facebook geteilt oder als Retweet auf Twitter wiederholt, der Multiplikatoreffekt sorgt dafür, dass nach und nach andere UserInnen davon erfahren und bei Gefallen die Nachricht erneut kommunizieren. Der Haken dabei: wenn wir wollen, dass andere unsere Nachrichten teilen oder retweeten, müssen wir über ein entsprechend gutes Netzwerk verfügen. Aber das ist nicht einfach da, sondern muss erarbeitet werden, d.h. es reicht nicht, eigene Informationen zu verbreiten, sondern es gilt, mit anderen in Gespräch zu kommen, deren Nachrichten zu verbreiten, damit die das gleiche mit unseren Infos tun.

Wenig sinnvoll ist es vor diesem Hintergrund, Nachrichten synchon über die eigenen Accounts zu verbreiten. Wer Twitter und Facebook miteinander verbindet und die Nachricht zu einer bestimmten Zeit gleichzeitig durch beide Kanäle jagt, hat sein Pulver bereits verschossen. Warum nicht erst die Information twittern und drei Stunden später die Info noch einmal auf Facebook verbreiten? Natürlich lassen sich hier auch weitere Netzwerke einsetzen, so erscheinen auf Xing die Hinweise auf meine Blogbeiträge bewusst immer etwas zeitversetzt. Und natürlich können Sie Ihre Beiträge dann auch noch mit Hilfe von Delicious, Diigo oder Mister Wong bookmarken und so dafür sorgen, dass Ihre Nachrichten nicht bereits nach drei Stunden kurz vor dem virtuellen Ende stehen. Sie sehen schon, wer sich in Sachen Social Media auf einen einzigen Kanal beschränkt, hat in dieser Hinsicht schlechte Karten. Am besten ist es übrigens, mit Videos zu arbeiten und die auf YouTube zu verbreiten. Dort wird die Hälfte der Klicks nämlich erst nach 7 Stunden erreicht, d.h. Sie sollten auf Videos nicht verzichten.

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Twilert: Twitter nach Schlagworten durchsuchen

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Frank Tentler hat gestern in seinem Blogpost die Frage gestellt, ob man seine Social-Media-Aktivitäten monitoren solle? Ich würde sagen: auf alle Fälle und finde auch die Monitoring-Tools, die er vorschlägt sehr sinnvoll. Ich würde diese Liste gerne noch um Twilert ergänzen, ein Tool, das mir dabei hilft, einzelne Schlagworte nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich halte die Suche nach Schlagwörtern langfristig gesehen für sinnvoller als sich auf einzelne Personen oder Institutionen zu konzentrieren, denn für Kultureinrichtungen gilt, sich über Schlagworte im Internet zu positionieren.

Ich habe das schon des öfteren erwähnt: es ist selbstverständlich, dass eine Kultureinrichtung in den Suchmaschinen über ihren Namen gefunden wird und an erster Stelle im Ranking steht. Viel wichtiger ist es aber, über Schlagworte gefunden zu werden, über die die UserInnen, die mich noch nicht kennen, auf mich aufmerksam werden.

Ein Museum etwa würde vermutlich davon profitieren, wenn es einerseits unter der Suchkombination Museum + Städtenamen gefunden wird. Mindestens ebenso wichtig sind aber inhaltliche Schlagworte, bei mir sind das Begriffe wie Kulturmanagement oder Projektmanagement.

Wie Sie sehen, lässt sich die Suche via Twilert automatisieren (Screenshots zum Vergrößern bitte anklicken), man erhält zu einer festgelegten Zeit eine Mail, in der alle Tweets, die das Schlagwort enthalten, aufgelistet sind. Stellt also etwa jemand per Twitter eine Frage, die Sie gar nicht mitbekommen, weil Sie dieser Person nicht folgen, können Sie  die Frage trotzdem beantworten und haben so vermutlich einen neuen Follower gewonnen.

Der Screenshot zeigt, dass Sie Ihre Suche sehr präzise einschränken können. Unter Umständen geht es Ihnen nur um die Twitter-UserInnen aus Ihrem regionalen Umfeld. Oder Sie interessieren sich ausschließlich für deutschsprachige Tweets zum Thema Marketing. Sie sehen, es gibt eine Menge an Möglichkeiten, die Suche einzuschränken, denn sonst laufen Sie Gefahr, in einer Flut von Tweets unterzugehen und die Informationen nicht nutzen zu können. Die Präzisierung ist also gerade bei häufig verwendeten Schlagworten wichtig.

Die größte Herausforderung besteht darin, die „richtigen“ Schlagworte zu finden, aber diese Arbeit bleibt Ihnen nicht erspart, ob mit oder ohne Twilert. :-)

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#Operaplot 2011: die Gewinner

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‚El rapto en el Serallo‘, dirigida por Miryam Singer„; By Pontificia Universidad Católica de Chile (CC-Lizenz)

„Wozu brauchen wir überhaupt einen Twitteraccount?“ Diese Frage stellen sich viele Kultureinrichtungen, denn was kann man mit 140 Zeichen schon machen? Schon vor zwei Jahren hatte die Musikkritikerin Marcia Adair eine Idee, die ich immer wieder gerne als Beispiel bringe. Unter ihrem Pseudonym „Miss Mussel“ initiierte sie auf ihrem Blog The Omniscient Mussel einen Wettbewerb, bei dem es darum ging, mit nur einem einzigen Tweet den Inhalt einer Oper zu beschreiben. Und wie es sich für Twitter gehört, nutzte sie dafür ein Hashtag und damit war das Projekt #Operaplot schon geboren (siehe dazu mein Blogpost Twitter: interessant für den Kunst- und Kulturbereich?).

Nach 2009 und 2010 fand #Operaplot nun zum mittlerweile dritten Mal statt, dem Sänger Eric Owens oblag es, die besten Tweets zu küren. Und weil es sehr schwer ist, zwischen dem ersten, zweiten und dritten Platz zu entscheiden, gab es insgesamt fünf Sieger und jede Menge toller Operntweets, die Marcia Adair in einem Blogpost aufgelistet hat (außerdem gibt es eine vorläufige 20-seitige Liste mit allen Tweets).

Hier einer der Gewinner mit der „Beschreibung“ von Moses und Aron“:

Und das ist die Kurzfassung der Zauberflöte:

Für mich ist #Operaplot eine der besten Social-Media-Kampagnen im Kunst- und Kulturbereich. Der Aufwand ist nicht sehr groß, die Kosten gering. Allerdings benötigt man eine gewisse Aufmerksamkeit beziehungsweise Reputation, damit die Aktion wahrgenommen wird und sich die Twitter-UserInnen daran auch beteiligen. Aber dafür muss man zumindest auf Twitter vertreten sein. ;-)

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Warum der Social-Media-Mix nicht nur aus Facebook und Twitter besteht

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Als ich vor gut 5 Jahren damit begann, Blogs zu lesen, tat ich das vor allem wegen ihrer Inhalte. Die Beiträge enthielten Inhalte, die für mich in vielerlei Hinsicht wertvoll waren. Daraus ist dann letzten Endes auch die Idee entstanden, selbst mit dem Bloggen zu beginnen. Die Frage, ob ein Blog anderen Kanälen vorzuziehen sei oder nicht, stellte sich nicht, denn außer Xing, damals noch OpenBC, und den Social Bookmarking-Plattformen gab es nicht viel.

Heute ist das anders. Die große Mehrheit derer, die sich mit dem Thema Social Media beschäftigen, beginnt mit ihren Aktivitäten auf Facebook und entscheidet sich dann häufig noch für einen Twitteraccount. Auch im Kunst- und Kulturbereich ist das so, die meisten Kultureinrichtungen sind auf Facebook aktiv und viele von ihnen haben darüber hinaus noch einen Twitteraccount und sind auf Flickr und YouTube zu finden. Das ist es dann aber auch schon.

Jeremiah Owyang hat vor einiger Zeit in seinem Blogpost „Expand Your Social Media Mix: Twitter Alone is Not Enough“ davor gewarnt, sich nur auf die Kommunikation via Twitter zu verlassen. So seien Informationen, die auf diese Weise verteilt werden, schon nach kurzer Zeit kaum noch zu finden, was ihren Wert mindere. Dieser Tatsache begegnen viele durch verstärkte Aktivitäten auf Twitter, um in diesem Strom der Informationen überhaupt wahrgenommen zu werden. Konkret bedeutet das: die Zahl der verschickten Informationen wird erhöht und zusätzlich wird jede Information nicht nur einmal, sondern mehrere Mal verschickt.

Eingedenk der Tatsache, dass die Zahl der TwitteruserInnen immer noch stark ansteigend ist und der Grad der Vernetzung sich laufend erhöht (2.000 Follower zu haben ist heute keine Besonderheit mehr), lässt sich leicht ausmalen, wohin diese Entwicklung führt. Es wird immer schwieriger, wirklich wertvolle Informationen auf Twitter zu finden. Dies vor allem deshalb, weil wir vom Ehrgeiz getrieben sind, möglichst viele Follower  oder einen hohen Wert bei Klout vorweisen zu können. Das heißt, unsere Informationskanäle schwellen nicht nur an, sondern sie werden immer uninteressanter.

Aufschlussreich ist das Verhalten vieler UserInnen. Jeden Tag kann ich ungefähr 15 neue Follower registrieren, die ich mir alle einzeln sehr genau anschaue. Ein oder zwei von ihnen folge ich im Durchschnitt zurück, alle anderen Accounts sind für mich aus unterschiedlichen Gründen uninteressant. Zwei Tage später folgen mir von den 15 neuen Followern nur noch zwei. Meist sind es die, denen ich zurückfolge, die anderen haben sich schon wieder verabschiedet, für mich ein klarer Hinweis darauf, dass es hier nicht um Inhalte geht. Logisch, dass solche Follower sich auch nicht für die Informationen interessieren, die ich mit ihnen teile. Für Jeremiah Owyang bedeutet das:

„Twitter, while low cost to the user, makes sense as a quick broadcasting tool, but those that are trying to use it as their only thought leadership mechanism are missing out.“

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auf Facebook beobachten. Spätestens mit der Einführung des EdgeRank ist klar, dass Interaktion wichtig ist. Wer nicht mit mir kommuniziert, taucht in meinem Newsfeed gar nicht auf. Was ist die Konsequenz daraus? Es wird „geliked“ und kommentiert, um im Nachrichtenstrom der anderen nicht unterzugehen. Auch hier wird also Quantität zum bestimmenden Faktor in der Kommunikation mit meinen Zielgruppen. Hinzu kommt: auch hier verschwinden die Inhalte recht schnell aus Ihrem Blickfeld. Suchen Sie mal die Postings heraus, die Sie im Oktober auf Ihrer Facebookseite veröffentlich haben, dann wissen Sie, was ich meine.

Was ist die Konseqenz daraus? Wer nur auf Facebook und Twitter setzt, wird die Schlagzahl erhöhen müssen, sonst wird er übersehen. Die Zahl der Beiträge wird steigen, aber haben Sie auch wirklich mehr zu sagen? Die Antwort auf diese Frage überlasse ich Ihnen.  Wenn die Inhalte in Ihren Augen wertvoll sind, dann gehen Sie mit ihnen wenig wertschätzend um, denn sie sind innerhalb kürzester Zeit nur unter Mühen zu finden. In diesem Fall sollten Sie sich dann die Frage stellen, warum Sie nicht ein Blog nutzen? Jeremiah Owyang rät recht treffend:

„Your Blog is an Central Platform, Use it Judiciously. Use your blog as your master archive tool, to collect information.  Remember, while all content loses relevance over time, blog content is easier to find, and is centralized in a location closer to your own owned domain or URL, not lost into the ether.“

Fazit: es mag kurzfristig faszinierend sein, auf Facebook und Twitter viele neue Fans und Follower zu sammeln, Robert Basic prägt dafür den schönen Begriff instant gratification, aber mittel- und langfristig werden diese beiden Kanäle nicht ausreichen, denn sie werden mehr und mehr zu Broadcastingkanälen. Ihre Inhalte haben einen anderen Platz verdient, das sind Sie sich selbst und Ihrer Arbeit schuldig.

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Das Twitter-Rezept

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Viele Kultureinrichtungen haben auf Twitter eine große Zahl an Followern. Das ist großartig und entweder das Resultat vieler interessanter Tweets, einer hohen Reputation oder einer Mischung daraus. Umgekehrt scheinen sich aber die meisten Kultureinrichtungen wenig für ihre Follower zu interessieren und folgen ihnen meist nicht zurück. In ihrem Blogpost „Audience development and Twitter tools – Friend or Follow?“ spricht Shoshana Fanizza dieses Thema an und zeigt wenig Verständnis für diese Haltung:

„However, if you are in the arts, the best case scenario is to have a majority of Friends.  If you are an artist or arts organization that only has Fans, this means you are not engaging with your followers, and you are simply marketing and missing the point of the two way interaction of Twitter.“

Dabei kann man in ganz vielen Social-Media-Konzepten lesen, dass es den Kultureinrichtungen um die direkte Kommunikation mit den Zielgruppen geht. Nur: wie will man mit jemandem Gespräche führen, dem man gar nicht zuhört?

Allerdings ist es mit dem Klick auf den Follow-Button nicht getan, es gilt, das richtige Gefühl für die Kommunikation auf Twitter zu bekommen. Ein mögliches Rezept schlägt Shoshana Fanizza in ihrem Beitrag vor:

„The best recipe is to have a cup of valuable information, a 1/2 cup of interaction or conversation and a tablespoon of retweets.  You can add a dash of marketing, but do use sparingly or your twitter account will become a spamming bore.“

Mahlzeit…

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#followamuseum

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Wer heute auf Twitter aktiv ist, wird wahrscheinlich des öfteren auf #followamuseum stoßen. Die Idee ist gut: wer auf Twitter aktiv ist, kann mit Hilfe des Hashtag #followamuseum auf Museen aufmerksam machen, die auf Twitter aktiv sind. Im letzten Jahr stieß die Aktion auf breites Interesse und war für die Museen ein voller Erfolg. Ob sich der dieses Jahr wiederholen lässt, wird der heutige Tag zeigen. Museen, die auf Twitter vertreten sind, gibt es mittlerweile ja recht viele.

Die Frage ist, ob die Aktion neben dem Zuwachs an Followern auch einen nachhaltigen Nutzen gebracht hat. Ich habe mir auf der im letzten Jahr für diese Aktion erstellten Website die österreichischen Museen angeschaut, die sich 2010 daran beteiligt haben. Ob sich dadurch etwas verändert hat, weiß ich nicht so genau. Betrachtet man die Aktivitäten der Museen (die sich letztes Jahr an #followamuseum beteiligt haben) , dann fällt auf, dass nur das jüdische Museum in Eisenstadt über 1.000 Follower hat und nur dieses Museum dementsprechend vielen UserInnen auf Twitter folgt.

Wenn das direkte Gespräch mit den (potenziellen) Zielgruppen der Grund für den Einstieg in das Social Web ist, dann muss man denen auch folgen, sonst bekommt man gar nicht mit, worüber die Follower auf Twitter kommunizieren. Und das ist die Voraussetzung für ein Gespräch. Insofern wiederhole ich meinen Vorschlag, dass auf den #followamuseum – Tag eigentlich demnächst ein #followmyfollowers – Tag folgen müsste, an dem die Museen ihre Follower vorstellen. Sonst verkommt die eigentlich gute Idee zur billigen Marketingaktion.