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Fundraising: Neue Ideen haben es schwer

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Die U-Bahn-Station vor meiner Haustüre scheint für Fundraiser ein beliebter Ort zu sein. Oft werde ich dort von ihnen angesprochen, um mich davon zu überzeugen, sie und die Arbeit ihrer NGO finanziell zu unterstützen. Habe ich mir anfangs die Sprüche immer brav angehört, bin ich heute eher genervt und abweisend. Wer mir da was erzählen möchte, interessiert mich eigentlich gar nicht mehr.

Eigentlich ist das schade, denn die Arbeit der NGOs ist  wichtig und verdient auch Unterstützung. Nur dieser Weg ist nicht der richtige, zumindest für mich nicht. Gibt es da wirklich keine besseren Ansätze als die Phrase „Grüß Gott der Herr, haben Sie 5 Minuten Zeit für … (hier kann man wahlweise Themen wie Umwelt, Kinder, Menschenrechte, etc. einsetzen)?“

Diese Situationen fielen mir ein, als ich vom Österreichischen Fundraising Verband zu seiner 3. Fachtagung für Kulturfundraising und -sponsoring eingeladen wurde. Man bat mich, einen Vortrag darüber zu halten, wie das Neue in die Welt kommt, in diesem Fall in die Fundraising-Welt. Aber warum braucht Fundraising überhaupt etwas Neues? Bei meiner Recherche stieß ich im Critical Fundraising Blog auf den Beitrag „Share and share alike – until we’re all doing exactly the same thing“ von Joe Jenkins. Er konstatiert darin, dass im NGO-Bereich die Bereitschaft, Dinge zu teilen und mit anderen zusammen zu arbeiten, außergewöhnlich hoch sei. So toll das auch sei, dies führe dazu, so Jenkins weiter, dass alle NGOs gleich kommunizieren:

„To the rest of the world we mostly look, act, and appear to be the same.“

Eine mögliche Lösung dieses Problems besteht für ihn darin, mit Hilfe von Kreativität und Innovation Unterscheidungsmerkmale zu schaffen. Bei der Lektüre dieses Blogbeitrags fielen mir wieder die Fundraiser an der U-Bahn-Station ein. Wir beide sind der Ansicht, dass die Kommunikation immer nach dem gleichen Muster funktioniert, nur hat Jenkins das natürlich etwas profunder formuliert als ich das kann.

Auf die Frage, wie das Neue in die Welt kommt, habe ich eigentlich zwei Antworten gefunden: Auf der einen Seite gibt es da das Neue, auf das wir nur sehr wenig Einfluß haben. Auf der gesellschaftlichen Ebene sind das Treiber wie

  • der demografische Wandel,
  • die Globalisierung,
  • die Digitalisierung und
  • der Wertewandel.

Auf der organisatorischen Ebene ist die Digitalisierung ebenfalls ein ganz wichtiger Treiber. Aber auch neue Managementansätze und -modelle verändern die Welt der Unternehmen und Organisationen. Basierend auf der Arbeit des amerikanischen Psychologieprofessors Clare W. Graves entwickelten Martina Bär-Sieber, Rainer Krumm und Hartmut Wiehle in ihrem Buch „Unternehmen verstehen, verändern, gestalten“ (Affiliate Link) ihren Ansatz für Unternehmen, in dem sie deren evolutionäre Entwicklung beschreiben. In eine ähnliche Richtung geht Frederic Laloux in seinem Buch „Reinventing Organisations“ (Affiliate Link), der darin zeigt, wie sich Unternehmen vom tribal impulsiven Organisationstyp in Richtung einer integral evolutionären Organisation entwickeln.

Aber natürlich haben wir es auch selbst in der Hand, Neues zu schaffen. Mir ist in diesem Zusammenhang Professor Peter Kruse eingefallen, der sich immer wieder mit der Frage beschäftigt hat, welche Voraussetzungen es braucht, um kreativ beziehungsweise innovativ sein zu können. Zwei Dinge braucht es seiner Ansicht nach dafür:

  • Diversity, weil Unterschiedlichkeit im System zu internen Spannungen führt. Das Resultat sind instabile Phasen, in denen sich neue Muster entwickeln lassen.
  • Netzwerke, weil sie über ein hohes Maß an Komplexität und Dynamik verfügen, mit deren Hilfe wir die Herausforderungen, vor denen wir stehen, bewältigen können.

Wie aber „bauen“ wir uns ein Netzwerk? Laut Prof. Kruse braucht es dafür drei Charaktere,

  • den Creator, der ständig mit neuen Ideen kommt,
  • den Owner, der alles weiß und
  • den Broker, der jemanden kennt, der etwas weiß

Diese drei bilden seiner Ansicht nach das menschliche Gehirn ab und lassen sich als intelligentes System verstehen, dessen „Summenintelligenz“ höher ist als die Intelligenz der beteiligten Menschen (siehe dazu auch mein Blogpost „Bauen Sie Systeme, die stören„).

Wenn es darum geht, kreativ zu sein, müssen also die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Sie alle kennen vermutlich die verschiedendsten Strategien, um solche „indirekten Möglichkeitsräume“, wie Prof. Kruse sie genannt hat, zu schaffen. Jake Knapp hat in seinem Buch „Sprint“   (Affiliate Link) einen möglichen Weg aufgezeichnet, um Raum sowohl für kreative Ideen, als auch für die praktische Lösung des Problems zu finden. Fünf Tage braucht er dafür:

  • Montag: Problem analysieren und einen Aspekt auswählen, auf den man sich konzentriert.
  • Dienstag: Mögliche Lösungswege skizzieren
  • Mittwoch: Entscheidung für einen dieser Wege
  • Donnerstag: Prototyp bauen
  • Freitag: Prototyp testen

Das ist in kurzen Zügen die Zusammenfassung meines Vortrags, für den ich die folgenden Folien verwendet habe:

 

Kein Interesse an technologischen Entwicklungen

Neue Impulse zu setzen, neue Ideen ins Spiel zu bringen, das scheint, so meine Beobachtung während der Fachtagung, im Fundraising-Bereich gar nicht so einfach zu sein. Während Bernard Ross von der Arts Fundraising School in London sich in seiner Keynote unter anderem mit der Frage beschäftigte, wie wir verhaltensökonomische Modelle in das Fundraising einfließen lassen können, ging es bei den Vortragenden aus Österreich eher um ganz klassische Themen. Zwar wurde oft über die knappen Ressourcen gesprochen, aber Lösungsansätze gab es keine. Gerade hier wäre viel Platz für neue Ideen, aber es blieb bei der Feststellung, dass es sehr schwer sei, gute MitarbeiterInnen für das Fundraising zu gewinnen.

Zwei Punkte sind mir besonders aufgefallen. Erstens, Crowdfunding war auf dieser Tagung kein Thema. Ich finde das bedauerlich, denn diese Form der Finanzierung wird von vielen (noch) völlig unterschätzt. Beim Crowdfunding geht es nicht nur einfach darum, eine bestimmte Geldsumme einzusammeln, nein! Ich kann rund um die Kampagne mein Marketing aufbauen und erfahre sehr viel über meine Zielgruppe(n).

Außerdem kann sich das Crowdfunding zu einem wichtigen Bestandteil meiner Fundraisingaktivitäten entwickeln. Hier sehen Sie etwas vereinfacht die Fundraisingpyramide:

Die Grafik zeigt, dass wir uns eine Basis schaffen müssen, um nach einiger Zeit strategische Partner gewinnen können, die uns unterstützen. Viele Kultureinrichtungen haben deshalb Freundes- oder Fördervereine eingerichtet. Ihr Ziel ist eher der Aufbau einer Beziehung, denn der Aufwand ist meist recht groß, der Ertrag (noch) gering. Crowdfunding kann hier eine Alternative sein. Oder eine Ergänzung, denn natürlich ist auch in diesem Fall der Aufwand groß. Den Vorteil sehe ich in der engen Verschränkung mit dem Marketing und der Tatsache, dass eine Crowdfundingkampagne meist eine größere Sichtbarkeit aufweist als etwa ein Förderverein.

Aufschlussreich war für mich zweitens, dass die technologischen Entwicklungen gar kein Thema waren. Eine der größten Herausforderungen besteht für mich darin, den Kontakt zu Menschen aufzubauen, sie für meine Arbeit zu interessieren und eine Beziehung aufzubauen. Vielleicht haben Sie schon von Chatbots gehört, die in den verschiedenen Messengern eingesetzt werden können. Wofür lassen sich diese „textbasierten Dialogsysteme“ nutzen? Jörg Reschke beschäftigt sich in einem Blogpost mit dem „Potenzial von Chatbots für Nonprofits“ und listet darin einige Möglichkeiten auf:

  • Ein Chatbot lässt sich abonnieren, um über ein bestimmtes Thema informiert zu werden.
  • Der Facebook Messenger bietet in den USA schon heute die Möglichkeit des Bezahlens via Chatbot an. Die Spende über ein Chatbot wird also vermutlich in nicht allzu ferner Zeit möglich sein.
  • Viele UserInnen werden über eingehende Nachrichten im Messenger ihrer Wahl per Push-Meldung benachrichtigt. Dazu gehören natürlich auch die mit einem Chatbot verschickten Nachrichten.
  • Chatbots ermöglichen ohne große Hürden den direkten persönlichen Kontakt. Wenn die Kommunikation einmal aufgebaut ist, kommen Sie zukünftig direkt zu ihrem Gegenüber.
  • Im Unterschied zum Email-Newsletter haben Messenger-Bots viel höhere Öffnungsraten.

Attraktiv sind Chatbots vermutlich so lange, bis jeder einen hat. Kreative Ideen sind also gefragt, womit wir wieder beim Anfangsthema gelandet sind. ;-) Eines der wohl gelungensten Beispiele war im letzten Jahr Walk with Yeshi: „Built for Facebook Messenger, Walk With Yeshi takes individuals on a 2.5 hour journey, matching the length of the average walk for water.“ Jetzt sagen Sie sich vielleicht, dass Kunst und Kultur als Thema viel schwieriger zu kommunizieren sind. Ich bin mir da nicht sicher, sondern denke, dass hier Kreativität gefragt ist. ;-)

Veranstaltungshinweis

Wenn Sie sich für das Thema Fundraising interessieren, dann habe ich noch einen Tipp für Sie. Am kommenden Mittwoch, den 22. November 2017 findet um 9 Uhr der nächste Treffpunkt Kulturmanagement statt. Zu Gast ist Eva Estermann vom Österreichischen Fundraising Verband, die sich mit der Frage beschäftigt, was kleine Kultureinrichtungen tun können, um geeignete Strukturen für erfolgreiches Fundraising zu schaffen.

Der Treffpunkt KulturManagement ist das gemeinsame Onlineformat von Projektkompetenz.euKulturmanagement Network und der stARTconference. Die Teilnahme ist wie immer kostenlos, Sie müssen keine Software installieren, um dabei sein zu können. Es reicht wenn Sie am 22. November 2017 um 9 Uhr über diesen Link https://zoom.us/j/651295114 den Onlineraum betreten. Der #kmtreff wird außerdem via Facebook live gestreamt, Sie finden den Link dann am kommenden Mittwoch auf der Facebookseite des Treffpunkt Kulturmanagement.

Update: Aufzeichnung des Treffpunkt Kulturmanagement

Wer beim Webinar nicht dabei sein konnte, findet hier die Aufzeichnung. Bitte nicht von den technischen Problemen am Anfang irritieren lassen, wir haben das dann ganz gut hinbekommen. ;-)

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Das langsame Sterben der Kultureinrichtungen

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© Alipictures ; Pixelio

Als ich vor 5 Jahren mit dem Bloggen begann und froh war, wenn mein Blog mehr als zehn LeserInnen hatte, wurde ich immer damit getröstet, dass Kulturmanagement eben nur ein Randthema sei und das Blog deshalb nie auf besonders großes Interesse stoßen würde. Heute hat dieses Blog Zugriffszahlen, mit denen ich den Vergleich zu anderen Branchen nicht unbedingt scheuen muss. Spreche ich über diese Zahlen, bekomme ich als Antwort zu hören: „Ja, Du hast ja auch ein interessantes Thema.“

Bei Kultureinrichtungen gibt es auch viele interessante Themen, sie schöpfen aus einem reichen Fundus, wenn es darum geht, das, was sie tun, zu vermitteln. Für sie ist dieses Vermitteln noch viel wichtiger, denn sie gestalten mit dem, was sie an künstlerischer und kultureller Leistung  erbringen, unsere Gesellschaft mit. Wohl auch mit aus diesem Grund wird Ihr Tun großteils aus öffentlichen Fördertöpfen finanziert. Wenn ich nicht in der Lage bin, meine Leistungen adäquat an den Mann oder die Frau zu bringen, ist das mein eigenes Problem. Bei Kultureinrichtungen sieht das etwas anders aus, denn es ist das Geld der SteuerzahlerInnen, das hier verwendet wird.

Dabei haben es die Kultureinrichtungen nicht leicht, denn erstens sind die öffentlichen Kassen ziemlich leer und zweitens wird die Konkurrenz immer größer und damit bedrohlicher. Immer häufiger lesen wir davon, dass Kultureinrichtungen zusperren müssen oder von der Schließung bedroht sind. Dagegen anzuarbeiten heißt, jede Menge Überzeugungsarbeit zu leisten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Auch ich muss Überzeugungsarbeit leisten und mit den Menschen ins Gespräch kommen, deshalb war ich von den Möglichkeiten, die mir ein Blog bietet, so begeistert. Und ich bin überzeugt, dass Blogs und all die anderen Tools und Plattformen, die im Laufe der Zeit dazu gekommen sind, auch für Kultureinrichtungen eine gute Möglichkeit bieten, mit denen ins Gespräch zu kommen, deren Steuergeld sie ausgeben und die sie von ihren Angeboten (wieder) überzeugen wollen.

Aus diesem Grund habe ich mich über jede Kultureinrichtung gefreut, die den Schritt ins Social Web gewagt hat und ganz besonders gefreut habe ich mich, wenn dabei ein Blog zum Einsatz kam. „Externe Blogs von Kultureinrichtungen sind tot„, konnte man gestern bei Axel Kopp nachlesen, der die Schließung des Blogs der Duisburger Philharmoniker zum Anlass genommen hat, sich mit den Blogs von Kultureinrichtungen zu beschäftigen. Kopp begrüßt diese Entscheidung, denn, so seine Meinung, das Blog sei langweilig und würde eh niemanden mehr interessieren. Das gelte, so schreibt er an anderer Stelle, auch für viele andere Blogs von Kultureinrichtungen. Ich möchte ihm da nicht widersprechen, auch ich gehe davon aus, dass in den nächsten Monaten einige Blogs wieder verschwinden werden beziehungsweise ein recht trauriges Dasein ohne neue Beiträge fristen müssen.

Im Unterschied zu Axel Kopp spielt es in meinen Augen keine wirklich entscheidende Rolle, ob das Blog in die eigene Website integriert ist oder an anderer Stelle seinen Platz im virtuellen Raum gefunden hat. Er erklärt zwar recht einleuchtend die Vorteile des integrierten Blogs, aber dadurch werden die Inhalte auch nicht spannender. Alfred Wendel, der Duisburger Philharmoniker, verstieg sich in einem Interview für Kulturmanagement Network zu der Behauptung:

„Es hat immer wieder zu Irritationen geführt, dass es für dasselbe Orchester zwei verschiedene Websites gibt, weshalb wir es für besser hielten, dies nun zentral zusammenzuführen.“

Ich würde eher sagen, je größer die Zahl meiner Anlaufstellen im virtuellen Raum ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich gefunden werde. Die Sorge, den User zu irritieren, müsste dann ja auch konsequenterweise zur Schließung sämtlicher Accounts im Social Web führen. Wäre das wirklich der Punkt gewesen, hätte man ja, wie von Axel Kopp empfohlen, das Blog in die eigene Seite integrieren können und das Problem damit gelöst.

Was ist aber nun eigentlich das Problem? Kultureinrichtungen gelingt es meist nicht, denke ich, den richtigen Ton zu finden. Das ist auch nicht so ganz einfach, denn die traditionelle Unternehmenskommunikation funktioniert im Social Web nicht mehr. Erst jetzt mit den entsprechenden Rückkanälen merken wir, dass es die Menschen sind, die ein Gespräch führen und nicht das Unternehmen. Hinzu kommt: nicht jedes Chefego hält es aus, wenn sich auf den Social-Media-Kanälen die PraktikantIn zum heimlichen Star der Kultureinrichtung mausert. Dabei ist genau das vermutlich eines der Erfolgsgeheimnisse: Pläne und Strategien helfen Ihnen nur dann weiter, wenn Sie jemanden vor der Tastatur sitzen haben, der mit Begeisterung und Hingabe dabei ist. Genau aus diesem Grund glaube ich auch nicht, dass, wie Axel Kopp meint, kleine Unternehmen mit ihren Blogs chancenlos seien. Natürlich wird, mit steigender Sichtbarkeit, die Zeit immer knapper, aber es lohnt sich auf alle Fälle, so meine Meinung als (ganz kleiner) Unternehmer.

Bei Kultureinrichtungen würde ich aber noch einen Schritt weiter gehen. Wenn sie wollen, dass sie wahrgenommen werden und auch weiterhin von der öffentlichen Hand finanziert werden wollen, dann ist es für sie unumgänglich, das Gespräch mit dem Publikum, aber auch mit dem Steuerzahler zu suchen. Natürlich steht es jeder Kultureinrichtung frei, sich die entsprechenden Kanäle auszusuchen, aber wenn die Entscheidung den Schritt vom Web2.0 zurück zum Web1.0 mit sich bringt, dann sollten doch die Alarmglocken klingeln. Nicht so sehr bei den Orchesterverantwortlichen, sondern vor allem bei denen, die dieses Orchester finanzieren. Irgendwo sei dann schon die Frage erlaubt, wer da eigentlich für wen da ist?

Axel Kopp hat seinen Blogbeitrag mit „Externe Blogs von Kultureinrichtungen sind tot“ überschrieben. Ich prophezeie: Kultureinrichtungen, die ihre Blogs schließen, sind tot. Nicht sofort und nicht weil sie ihr Blog schließen, sondern weil ich den Eindruck habe, dass hier Entwicklungen verpasst werden. Entwicklungen, die dem Orchester helfen würden, den Verantwortlichen aber, das sollte fairerweise dazugesagt werden, schaden könnten. Veränderung bedeutet immer, ich muss jemandem etwas wegnehmen. Dass sich der dagegen wehrt ist verständlich. Nur: Veränderung lässt sich nicht aufhalten. Genau aus diesem Grund ist es auch erlaubt ein Blog zu schließen. Aber bitte nicht für den Schritt nach hinten, sondern nur für den nach vorne.

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Corporate Blogs: was passiert, wenn der Blogger geht?

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Sind Corporate Blogger austauschbar?“ fragt Klaus Eck und zeigt anhand des Otto-Fashion-Blog, dass die BloggerInnen zwar durchaus austauschbar sind, aber der Wechsel schon genau geplant werden muss. Man dürfe die BlogleserInnen nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern müsse sie entsprechend darauf vorbereiten, so Klaus Eck.

Darauf vorbereiten deshalb, weil BloggerInnen entscheidenden Anteil daran haben, ob ein Blog erfolgreich ist oder nicht. So wichtig sie für den Erfolg sind, so wichtig ist es aber auch für das Unternehmen, sich vorweg Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn die BloggerIn geht. Martin Grothe spricht in einem der Kommentare von einer Exit-Strategie, ein Begriff, der es für mich sehr gut trifft.

Was heißt das für den Kunst- Kulturbereich? Im Augenblick noch gar nichts, ist man fast geneigt zu sagen, denn Blogs spielen hier noch lange nicht so eine wichtige Rolle wie etwa in der Modebranche. Vergleicht man etwa das Otto-Fashion-Blog mit einem Blog aus dem Kunst- und Kulturbereich, dann fällt auf, dass es bei ersterem um Mode geht, bei den Blogs im Kunst- und Kulturbereich aber in der Regel um die jeweilige Kultureinrichtung.

Ich behaupte, darin liegt auch der Grund, dass Blogs im Kunst- und Kulturbereich bis jetzt wenig erfolgreich sind, wobei es mir im Hinblick auf den Erfolg weniger um die Zugriffszahlen, sondern eher um die Relevanz für den Bereich oder die Sparte geht. Deshalb habe ich auch meine Meinung im Hinblick auf die Frage, wer bloggen sollte, geändert. Ich habe bis jetzt immer den Standpunkt vertreten, dass die Blogposts von Personen aus der Kultureinrichtung geschrieben werden müssten, weil sie die entsprechenden Einblicke in den Betrieb haben und dementsprechend nahe an den Themen dran sind.

Ich fürchte, das ist eher ein Nachteil, der dazu führt, dass der Blick über den Tellerrand nicht gelingt. Wer in die Struktur des Kulturbetriebes eingebunden ist, hat oftmals gar nicht die Freiheit, über andere Dinge zu schreiben oder er kommt einfach nicht auf die Idee. Meiner Meinung nach sollte mit einem Blog ein Themenbereich, eine Kunstsparte besetzt werden und nicht nur das Programm der jeweiligen Kultureinrichtung. Und das gelingt leichter, wenn man nicht in die Hierarchie eingebunden ist, sondern sich unabhängig von ihr bewegen kann. Ich denke dabei nicht so sehr an Agenturen, sondern an die vielen ExpertInnen, die es in allen Kunstsparten gibt und die so Möglichkeit hätten, ihr Wissen in ein solches Medium einzubringen.

Wie sehen Sie das?

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Blog-Strategien

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The Killer Blog Strategy würde ich so eine Anleitung zum Bloggen zwar nicht unbedingt nennen, aber das, was John Haydon da verfasst hat, eignet sich hervorragend für alle diejenigen, die gerade dabei sind, mit dem Bloggen zu beginnen. Das entspricht zwar derzeit nicht unbedingt dem Trend, aber ich behaupte, dass sich das irgendwann auch wieder mal ändern wird. Warum? Natürlich ist es gerade hip, auf Twitter und Facebook präsent zu sein und es stimmt auch, dass man dort mit wenigen Zeichen auskommt, sprich, drei  bis vier Sätze und ein Foto, ein Video oder ein Link sind schon ausreichend, um dort Präsenz zu zeigen. Aber auf Dauer ist es eine ziemliche Herausforderung, auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erregen und den UserInnen darüber hinaus einen Mehrwert zu bieten.

Da ist es in meinen Augen schon etwas leichter, wenn man sich in einem Blog, bildlich gesprochen, etwas ausbreiten darf und entweder eine interessante Geschichte erzählt oder den Dialog mit den LeserInnen sucht und dann hoffentlich auch findet.

Netterweise hat John Haydon seine Strategie gleich in Form einer Mindmap zur Verfügung gestellt. Sie besteht aus folgenden Schritten:

  1. Content Creation
  2. Promotion Strategy
  3. Community Management
  4. Measurement Strategy
  5. Listening Strategy

Die größte Sorge haben Kultureinrichtungen interessanterweise schon beim ersten Punkt, nämlich der Frage, woher die Inhalte nehmen. Ich kann das verstehen, denn als ich mit diesem Blog begann, hatte ich genau die gleiche Angst, die Angst, dass mir nichts einfällt, was ich hier schreiben könnte. Diese Sorge ist am Anfang wahrscheinlich sogar berechtigt, schließlich weiß man ja nicht, was ankommt. Aber im Laufe der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, welche Themen und Geschichten für das eigene Blog geeignet sind. Hinzu kommt: Themen werden in Sekundenbruchteilen auf ihre Blogrelevanz abgeklopft und, so das Urteil positiv ausfällt, sofort irgendwo abgespeichert. Dieser Vorrat ist bei mir im Laufe der Zeit ziemlich angewachsen und auch wenn ich ab sofort nichts mehr im Internet lesen würde, könnte ich alleine mit den abgespeicherten Seiten noch eine ganze Weile durchhalten.

Beim Punkt Promotion würde ich gerne noch eine Ergänzung vornehmen. Natürlich ist es wichtig, dass man via Twitter und Facebook, aber auch per Email auf das eigene Blog hinweist. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, auf anderen Blogs zu kommentieren. Sie werden dadurch nicht nur als Marktschreier, der das eigene Blog bewirbt, wahrgenommen, sondern zeigen, dass Sie einerseits am Dialog interessiert sind und andererseits auch inhaltlich kompetent sind.

Zum Thema Community Management kann man natürlich ganze Bücher und Blogs füllen, aber als Einstieg in das Thema Bloggen reicht es anfangs sicherlich, wenn man sich vor allem auf die Kommentare konzentriert und sich im Vorfeld überlegt, wie und vor allem wann man darauf reagiert. Ich persönlich finde es immer etwas enttäuschend, wenn ich mir die Mühe mache, auf einen Beitrag zu reagieren und dann die Rückmeldung ausbleibt.

Kommentare können darüber hinaus auch ein Indikator sein, was den Erfolg des Blogs angeht. Ob es die Anzahl oder die Inhalte sind, hängt davon ab, welche Ziele sich die BlogbetreiberInnen gesetzt haben. Wichtig ist, dass man sauber zwischen den quantitativen und qualitativen Indikatoren unterscheidet.

Bleibt noch der letzte Punkt, die Frage, wie man als ZuhörerIn agiert? Wie reagieren die UserInnen auf Ihre Beiträge, wie nimmt man Sie als Institution wahr? Ein in meinen Augen wichtiger Punkt, der häufig außer Acht gelassen wird. Dabei erfährt man auf diese Weise wunderbar, wie man selbst bzw. die Institution gesehen wird, ohne eine große Umfrage durchführen zu müssen.

Aber, um noch einmal an den Ausgangspunkt zurückzukehren: ohne konkretes Ziel machen alle diese Punkte keinen Sinn.

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Das Erfolgsrezept von Blogs

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Um Blogs ist es in den letzten Monaten recht ruhig geworden. Sie sind im Alltag angekommen, könnte man sagen, das Interesse gilt eher Plattformen wie Facebook oder Twitter. Mag sein, dass gerade diese beiden Plattformen weiter an Bedeutung gewinnen werden, Blogs sollte man aber nicht abschreiben, ganz im Gegenteil: ein erfolgreiches Blog sticht immer noch wesentlich leichter aus der Masse der Webpräsenzen heraus als ein Twitteraccount oder eine Facebook-Fanseite.

Was aber muss man tun, um mit dem eigenen Blog erfolgreich zu sein bzw. wie definieren wir Erfolg? Spätestens an dieser Stelle muss man wohl zwischen privat und beruflich geführten Blogs unterscheiden. Während die Ziele von Privatblogs wahrscheinlich sehr heterogen sind, geht es bei beruflich geführten Blogs irgendwann einmal um Geld, das reinkommen soll, egal ob direkt oder indirekt.

Auch darüber lässt sich nun trefflich streiten, ob dem wirklich so ist, aber zumindest im angelsächsischen Raum ist das eher kein Thema. Hier wird der Erfolg eines Blogs sehr gerne monetär ausgedrückt. Was die Ingredienzien eines solchen „Superblogs“ sind, damit hat sich Glen auf dem Blog von ViperChill beschäftigt und sich dabei an den Top 10-Blogs bei Technorati orientiert. „How to Build a Superblog“ wird dort gefragt, die Antwort erfolgt auf Basis der folgenden vier Kriterien:

  • Alter des Blogs
  • Beiträge pro Tag
  • Länge der Beiträge
  • Zugriffszahlen

Alter des Blogs: BoingBoing steht mit seinem Alter von über zehn Jahren einsam an der Spitze, das jüngste Top 10-Blog existiert aber auch schon mehr als vier Jahre. Der Schluss, je älter ein Blog, desto erfolgreicher, lässt sich daraus wohl nicht ziehen. Aber die Zahlen zeigen, dass man Zeit braucht, um ein Blog zu etablieren.

Beiträge pro Tag: die zehn Top 10-Blogs veröffentlichen im Schnitt gut 55 Beiträge pro Tag, angeführt wird das Ranking von dem Huffington Post-Blog mit 193 Beiträgen pro Tag, Schlusslicht ist Mashable mit 21 Blogposts. Dass die Zahl der Beiträge Einfluss auf den Erfolg eines Blogs hat, habe ich schon im letzten Jahr festgestellt, allerdings hat Johannes Reiss an anderer Stelle zu Recht eingeworfen, dass es gerade im Kunst- und Kulturbereich nicht nur um die Quantität, sondern auch um Qualität gehen sollte.

Länge der Beiträge: 1.235 Worte hat ein Huffington Post-Beitrag im Durchschnitt, was ein Beleg dafür ist, dass man nicht immer nur kurze Beiträge schreiben sollte, um Erfolg zu haben. Gerade diese Feststellung freut mich ungemein, denn ich bekomme immer wieder zu hören, dass meine Beiträge recht lang sind. Stimmt, das sind sie teilweise, aber mit durchschnittlich 362 Worten pro Beitrag zeigen die Top 10-Blogs, dass auch Qualität eine Rolle spielt, denn so viele leere Worte würde sich niemand antun, sprich, die Zugriffszahlen würden sinken.

Zugriffszahlen: Zwischen 600.000 und 8 Mio. BesucherInnen können die zehn Blogs pro Monat verzeichnen. Aber die Behauptung, dass man ordentliche Zugriffszahlen braucht, um sein Blog zu Geld machen zu können, kommt nun nicht überraschend. Ich denke, Zugriffszahlen sind wichtig, aber der Erfolg eines Blogs hängt auch davon ab, ob es mir gelingt, meine Zielgruppe anzusprechen. Schaffe ich das, können mir die Zugriffszahlen eher egal sein.

Welche Schlüsse lassen sich aus dieser Analyse ziehen? Glen ist der Ansicht, dass es wichtig sei, eine Nische zu finden, die eigene Marke aufzubauen und dann möglichst viel Content zu produzieren. Die Frage ist nun, wie man an diese Inhalte herankommt? Glen schlägt vor, es entweder alleine zu versuchen, Allianzen zu schmieden oder ein Team zu engagieren. Ersteres scheint mir unrealistisch zu sein, denn ich tue mir alleine schon schwer, täglich einen Beitrag zu schreiben. Das ist zwar auch nicht wenig, aber gemessen an den Themen, über die ich schreiben könnte, nicht genug. Von daher kann man jeder Kultureinrichtung, die mit einem Blog startet, eigentlich nur raten, sich gleich ein Team aufzubauen, um zumindest dieses Problem gelöst zu haben.

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Was bringt eigentlich die Blogroll?

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Als ich mit dem Bloggen begann, gab es nur sehr vereinzelt Blogs, die sich mit Themen wie Kulturmanagement, -marketing oder Social Media im Kunst- und Kulturbereich beschäftigten. Sie zu finden war über die verschiedenen Suchmaschinen nur bedingt möglich, denn häufig ließ und lässt der Name eines Blogs nicht unbedingt Rückschlüsse auf seine Inhalte zu.

Umso erfreuter war ich dann immer, wenn ich ein Blog fand, das eine gut gefüllte Blogroll hatte. Auf diese Weise habe ich begonnen, meinen RSS-Reader zu füllen und profitiere heute noch von den damaligen Fundstücken. Mittlerweile ist das nicht mehr so ganz einfach, denn erstens vernetzen wir uns heute anders, zum Beispiel über Empfehlungen im Google Reader oder über Facebook. Und es ist zweitens auch gar nicht mehr so nötig, denn wer über ein gutes Netzwerk verfügt und es versteht, mit Filtern zu arbeiten, der ist auf die Blogroll eigentlich nicht mehr angewiesen. Auch hier gilt: nicht wir suchen die für uns interessantesten Blogs, sie finden uns. Sie werden uns empfohlen oder tauchen irgendwann in einem unserer Feeds auf, die wir für die Suche eingerichtet haben.

Wozu dann noch eine Blogroll? Wer neu in ein Thema einsteigt und noch nicht über ein entsprechendes Netzwerk verfügt, wird immer noch froh sein, wenn er darin andere Blogs aufgelistet findet. Darüber hinaus ist die Blogroll aber auch eine Art Visitenkarte. Sie zeigt mir, welche Blogs der Blogbetreiber für lesenswert hält. Das müssen gar nicht unbedingt immer nur Blogs aus dem eigenen Themenbereich sein, sondern ganz im Gegenteil. Ich persönlich freue mich über Empfehlungen auch aus ganz anderen Bereichen. So bin ich zum Beispiel auf Blogs aus dem Mode- und dem Designbereich gestoßen, auf Blogs zum Thema Innovation oder auf sehr persönlich geführte Blogtagebücher. Für mich ist die Blogroll deshalb mehr als eine Visitenkarte, denn sie erweitert das Themenspektrum des eigenen Blogs.

Deshalb macht es eigentlich auch keinen Sinn, andere nach einem Linktausch zu fragen. So nach dem Motto: komme ich in Deine Blogroll, kommst Du auch in meine. Das ist langweilig und würde langfristig dazu führen, dass in den Blogrolls immer nur die gleichen Blogs zu finden sind. Natürlich kann ich es verstehen, wenn man gerade mit dem Bloggen begonnen hat und sich um die ersten Links bemüht. Kurzfristig mag das Funktionieren, langfristig schaden Sie sich damit, denn es mag Ihnen anfangs (zumindest fast) egal sein, wer da auf Sie verlinkt, Hauptsache, es verlinkt wer. Irgendwann später, wenn Ihr Blog dann gewachsen ist und Sie sich einen Namen gemacht haben, werden Sie Ihre Blogroll anschauen und feststellen, dass sie eher eine Art Bauchladen haben.

Aber da kommen Sie dann nicht so leicht raus, denn Sie sind ja ein Geschäft auf Gegenseitigkeit eingegangen. Zumindest ein schlechtes Gewissen bleibt unter Umständen. Bleiben Sie unabhängig in der Zusammenstellung Ihrer Blogroll, dann können Sie sie jederzeit nach Lust und Laune verändern.

Betrachtet man die Blogs von Kultureinrichtungen, dann fällt einem auf, dass viele gar keine Blogroll haben. Das ist schade, denn sie vermittelt mir als BesucherIn des Blogs einen Eindruck, mit wem ich es zu tun habe, so bekommt der Kulturbetrieb ein Gesicht. Aber wen nehme ich in meine Blogroll auf? Die Konkurrenz natürlich nicht. :-) Stopp, natürlich kommt die in die Blogroll. Vorausgesetzt, sie hat ein Blog. Wenn Sie Sorge haben, dass Ihnen dadurch BesucherInnen verloren gehen könnten, dann arbeiten Sie an der Qualität Ihres Angebotes, nicht an den Mauern um Ihre Einrichtung herum. Heute kann eh jeder über Ihre Mauern schauen, das hilft nicht.

Eine interessante Frage hat Axel Kopp in diesem Zusammenhang gestellt. Er wollte wissen, ob man auch die vielen regionalen Kunstblogs, die über das Geschehen vor Ort berichten, in die eigene Blogroll nehmen solle? Das hängt jetzt davon ab, wofür man seine Blogroll verwenden möchte. Strategisch gedacht macht das natürlich Sinn, wenn man sich mit solchen Blogs vernetzt. Die Frage ist nur, ob es unbedingt die Blogroll sein muss?

Ich würde solche Blogs durchaus unterstützen, denn sie unterstützen mich ja auch, indem sie über mich bzw. meine Tätigkeit berichten. Aber ich würde solche Kooperationen eher inhaltlich kommunizieren und dementsprechend in den jeweiligen Beiträgen die Links setzen. Das kann zum Beispiel ein Beitrag über alle Blogs sein, die vor Ort über das Kunst- und Kulturgeschehen berichten. Viele Menschen werden erst auf diese Weise davon erfahren, denn die Zahl der BlogleserInnen ist noch nicht so überwältigend. Gerade im deutschsprachigen Raum. Blogrolls können dazu beitragen, dass es mehr werden.

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Kulturmanagement-Studium: wozu ein Weblog gut sein kann

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Nicht nur immer mehr Kulturbetriebe beginnen mit dem Bloggen, auch die Zahl der Ausbildungseinrichtungen, die Weblogs nutzen, nimmt so allmählich zu. Wobei das „allmählich“ eine durchaus längere Zeitspanne umfasst. ;-) Da ist zum einen der Studiengang Kulturmanagement in Ludwigsburg, wo ein Weblog dazu diente, potenzielle LehrgangsteilnehmerInnen über das Bewerbungsprozedere, das Studium und die Karriereaussichten zu informieren.

Ein eigenes Weblog betreibt aber auch der Studiengang Kulturmanagement an der Karlshochschule. Die Idee von Patrick Breitenbach, die StudentInnen das Blog mit Inhalten füllen zu lassen, halte ich für eine tolle Idee. Vor allem wenn sie so gut funktioniert wie in diesem Fall. Ich gehöre zu den regelmäßigen Lesern dieses Blogs und glaube, dass es etwas schafft, was sonst so gar nicht möglich ist: unmittelbare Einblicke in den Bereich Kulturmanagement bzw. das Studium zu gewähren.

Außerdem bietet das Blog den StudentInnen die Möglichkeit, dort Sichtbarkeit zu erlangen und auch geich Werbung in eigener Sache zu machen. Wie das aussehen kann, kann man am Beispiel von Solveig Schwarz verfolgen. Sie berichtet derzeit über ihre Praktikums-Erfahrungen in einer Galerie. Wer ihre Erfahrungsberichte der ersten und zweiten Woche gelesen hat, erkennt nicht nur, dass sie gut schreiben kann, sondern auch in einem Galeriebetrieb ihre Frau steht.

StudentInnen, die solche Blogs als Plattform für sich zu nutzen wissen (Solveig Schwarz ist auch auf dem Blog der stARTconference mit einem Video-Interview vertreten), haben eine ganz andere Sichtbarkeit als die anderen StudentInnen und deshalb vermutlich auch die besseren Jobaussichten. Dabei muss muss ja nicht darauf warten, bis die Universitäten und Fachhochschulen mit dem Bloggen beginnen, man kann ja auch selbst aktiv werden, wie etwa Axel Kopp.

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Kulturmanagement in Ludwigsburg: mit einem Blog über den Lehrgang informieren

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Angenommen, Sie beabsichtigen Kulturmanagement zu studieren und sind nun auf der Suche nach Informationen, um herauszufinden, ob das was für Sie ist und wenn ja, welches der für Sie beste Studiengang ist. Natürlich hat mittlerweile jeder Anbieter eines solchen Studienganges Kulturmanagement eine eigene Website, wo man sich – in der Regel – sehr ausführlich informieren kann.

Nur: besonders einladend wirken die diversen Folder und PDF nicht unbedingt. Hat man Fragen, wird zwar meist eine Ansprechperson genannt, aber wenn einem die eigene Frage zu banal erscheint, dann lässt man es lieber bleiben. Für den Anbieter dieses Lehrgangs ist das ungünstig, denn unter Umständen geht ihm so eine TeilnehmerIn verloren.

Das Problem ist also die Hemmschwelle, eine Frage zu stellen, und mag sie noch so banal erscheinen. Um diese Hürde möglichst niedrig zu halten und mit potenziellen StudentInnen ins Gespräch zu kommen, hat das Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg einen guten Weg gewählt. Es hat für diejenigen, die sich für das berufsbegleitende Masterstudium interessieren ein eigenes Weblog eingerichtet.

blogludwigsburg

Was mir gut daran gefällt. Im Blog wird nicht nur einfach wiederholt, was auf der Website eh schon steht, sondern man versucht, das Studium aus verschiedenen Perspektiven und mit Hilfe verschiedener Medien zu beschreiben. Den Anfang macht der Leiter des Studiengangs, Armin Klein, mit einem Grußwort, gefolgt von einem YouTube-Video, in dem das Bewerbungsprozedere erklärt wird.

Eine gute Idee ist es auch, ehemalige Studenten zu Wort kommen zu lassen. Das macht das Blog sehr lebendig und zeigt, was einen in Ludwigsburg aus der Sicht der AbsolventInnen erwartet.

Wäre ich auf der Suche nach einem Lehrgang, dann würde ich mir wünschen, dass das Blog personifizierter geführt wird. Oder dass zumindest das Blogteam vorgestellt wird. Im Impressum steht zwar, wer da alles dabei ist. Aber wenn ich über das Blog z.B. StudentInnen direkt ansprechen kann, dann ist das ein riesiger Gewinn, denn deren Meinungen zählen mit am meisten.

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Weblogs: je mehr Blogposts, desto besser?

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Immer wieder werde ich gefragt, welcher Voraussetzungen es denn bedarf, um ein erfolgreiches Weblog zu betreiben. Wir könnten jetzt darüber diskutieren, was Erfolg in diesem Zusammenhang bedeutet, aber Fakt ist, dass viele es am liebsten sehen, wenn sie den Erfolg an Hand der Zugriffszahlen messen. Und so ganz falsch ist das ja auch nicht.

In meinem Beitrag „Wer bloggt, braucht einen langen Atem“ habe ich geschrieben, dass die Höhe der Zugriffszahlen auch von der Anzahl der Blogposts abhängt. Jetzt habe ich auf dem Non-Profit Tech Blog von Allan Benamer einen Beitrag gefunden, der diese Behauptung unterstützt. In seinem Beitrag“ Why Your Nonprofit’s Volunteer Base Should Blog for Your Nonprofit“ zeigt er die Entwicklung der Zahlen an Hand eines konkreten Beispiels.

Bloggrafik

Auffällig sind die jeweiligen Sprünge von Januar auf Februar und von April auf Mai. Im Vergleich zum Monat Januar stieg die Zahl der Beiträge um mehr als das Dreifache an. Analog dazu erhöhte sich auch die Zahl der Visits entsprechend. Dass die Zugriffe via Google da nicht entsprechend mithalten konnten, liegt, so vermute ich, daran, dass hier ein gewisser Verzögerungseffekt eintritt. Das heißt, die steigende Zahl an Blogposts wirkt sich erst im Nachhinein aus. Erkennbar ist das an der Steigerung der Zugriffszahlen von Februar auf März. Berücksichtigen muss man allerdings meiner Meinung nach auch saisonale Schwankungen.

Schaue ich mir meine eigene Statistik an, dann ist der Februar nicht nur wegen der 28 Tage immer ein schwächerer Monat, während der März immer zu den „besseren“ Monaten gehört.

Allan Benamer schlussfolgert daraus, dass NPO eine ähnliche Wachstumskurve erreichen können, wenn es ihnen gelingt, zwei bis drei Blogposts pro Tag zu veröffentlichen. Aber, so Benamer:

„most nonprofits don’t have the resources to post two or three times a day to their website“:

Hier kommen für ihn nun die Unterstützer ins Spiel, die sich zu einer Community zusammentun und durch ihre Blogbeiträge nicht nur die NPO unterstützen, sondern auch zum weiteren Wachstum des Weblogs beitragen. Benamer ist sich darüber im Klaren, dass das keine leichte Aufgabe ist:

„Of course, the harried nonprofit manager will probably say that you’ll end up with new headaches as your try to fit your new bloggers into your existing communications strategy. Agreed, but first things first. Which problem would you rather have? The problem of managing of thriving a blogger community for your nonprofit or the silence that accompanies your nonprofit’s web initiatives? I opt for the noise.“

Ich sehe das wie er. Mir ist es lieber, eine Bloggercommunity zu erhalten als ohne Resonanz vor mich hinzubloggen. Die Frage, die ich mir als jemand, der im Kunst- und Kulturbereich arbeitet,stelle, lautet: sind die Kulturbetriebe dazu bereit? Wenn ja, dann braucht es das Fragezeichen in der Überschrift nicht. Klar ist aber auch, dass vor diesem Hintergrund immer häufiger Blogs begonnen werden, die mehr als einen Autor haben.

Post

Damit Sie hier keine Werbung sehen müssen

5 comments

Simon A. Frank hat mich vorgestern Abend via Twitter darauf aufmerksam gemacht, dass man als Leser dieses Blogs unter bestimmten Umständen mit Werbung konfrontiert wird. Netterweise hat er einen Screenshot gemacht, denn ich selbst bekomme diese Werbeeinschaltungen nie zu sehen.

screenshot_2

wp.com hat schon vor längerer Zeit angekündigt, auf Blogs, die für sie interessant seien, Werbung zu schalten. Ich weiß leider nicht, welche Kriterien da herangezogen werden. Fakt ist aber, dass hier manchmal Werbung zu sehen ist.

Mein Konzept sieht vor, dieses Blog werbefrei zu halten und da das uneingeschränkt gelten soll, habe ich meinem Blog ein Upgrade verpasst, damit es zukünftig werbefrei bleibt. Nachdem ich mit dem Angebot von wp.com seit mehr als zwei Jahren nie Probleme hatte und immer zufrieden gewesen bin, ist mir die Entscheidung relativ leicht gefallen, die etwas mehr als 20 Euro pro Jahr dafür auszugeben. Ich betrachte das einerseits als ein Dankeschön an die Firma Auttomatic. Andererseits aber auch als Dankeschön an Sie verbunden mit dem Wunsch, Ihnen auch in Zukunft werbefreie Blogposts anbieten zu können.